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	<title>Erica Pappritz - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-01T18:40:53Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Erica_Pappritz&amp;diff=480936&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Graph Pixel: Tippfehler korrigiert.</title>
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		<updated>2025-09-30T10:58:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tippfehler korrigiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Erica Pappritz.jpg|mini|Erica Pappritz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Erica Pappritz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[25. Juni]] [[1893]] in [[Leszno|Lissa]]; † [[4. Februar]] [[1972]] in [[Bonn]]) war in der [[Konrad Adenauer|Adenauer-Ära]] stellvertretende Protokollchefin im Auswärtigen Amt und löste in den 1950er und 1960er Jahren eine Diskussion über die [[Etikette]] aus, die sie der [[Bonner Republik]] zu verordnen suchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Erica Pappritz kam als Tochter eines [[Offizier]]s ([[Rittmeister]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel12/1957&amp;quot;&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=41120686 |Titel=Die Tiefe des Gemüts |Jahr=1957 |Nr=12 |Datum=1957-03-20 |Seiten=16–26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) zur Welt. Zeitweise wurde ihr Name irrtümlich „veradelt“ als „Freifrau von“ (in Anlehnung an die adelige [[Marie Luise Kaschnitz]]).&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Schmölders: &amp;quot;Die Rückkehr der Höflichkeit&amp;quot;, Südwestfunk 2005&amp;lt;/ref&amp;gt; Pappritz wollte ursprünglich Krankenpflegerin, Krankenschwester oder Ärztin werden. Ihre Eltern waren aber dagegen, so dass sie diese Karriere nicht einschlug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer kaufmännischen Ausbildung nahm Erica Pappritz 1919 eine Tätigkeit im Bürodienst der neu eingerichteten Außenhandelsstelle des Auswärtigen Amts an und wurde später Mitarbeiterin des Leiters der Annahme- und Ausbildungsabteilung des diplomatisch-konsularischen Nachwuchses. Zu ihren Aufgaben gehörte nach eigenen Angaben auch die Betreuung des Diplomatischen Corps auf den [[Reichsparteitag]]en in Nürnberg. Am 22. Dezember 1939 beantragte sie die Aufnahme in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] und wurde zum 1. Januar 1940 aufgenommen (Mitgliedsnummer 7.382.944).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/31690965&amp;lt;/ref&amp;gt; 1943 setzte der Chef des Protokolls [[Alexander von Dörnberg (Diplomat)|Alexander Freiherr von Dörnberg]] durch, dass Erica Pappritz mit ihrem 50. Geburtstag die Besoldung eines Legationsrates 1. Klasse erhielt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel12/1957&amp;quot;/&amp;gt; Im Auswärtigen Amt in der [[Wilhelmstraße (Berlin-Mitte)|Berliner Wilhelmstraße]] war sie zuletzt Leiterin des Referats &amp;#039;&amp;#039;Zeremonial- und Rangfragen&amp;#039;&amp;#039;. Vor Kriegsende setzte sie sich auf dienstliche Anweisung mit anderen Staatsbeamten nach Bayern ab. Über ihre [[Entnazifizierung]] ist nichts bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1949 wurde sie Referentin und persönliche Stellvertreterin des damaligen Protokollchefs im Bundeskanzleramt, [[Hans-Heinrich Herwarth von Bittenfeld]]; 1950 erfolgte die Übernahme in die dem Bundeskanzleramt unterstehende Dienststelle für Auswärtige Angelegenheiten, dem späteren Auswärtigen Amt. 1952 wurde sie zur Vortragenden Legationsrätin ernannt und war Stellvertreterin des [[Chef des Protokolls im deutschen Auswärtigen Amt]]. Als Referatsleiterin in der Protokollabteilung gab sie auch Unterrichtsstunden auf dem Gebiet des Protokollwesens zunächst in der Ausbildungsstätte des Auswärtigen Amts in Speyer, später in Bonn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1956 kam &amp;#039;&amp;#039;Das Buch der Etikette&amp;#039;&amp;#039; von Karlheinz Graudenz und Erica Pappritz heraus, das bei seinem Erscheinen starke öffentliche Kritik hervorrief.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/1957/23/zeitmosaik/komplettansicht &amp;#039;&amp;#039;Zeitmosaik&amp;#039;&amp;#039;] [[Die Zeit]] Nr. 23, 6. Juni 1957&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut &amp;#039;&amp;#039;[[Der Spiegel|Spiegel]]&amp;#039;&amp;#039; haben es Leute „in der Protokollabteilung […] der Pappritz sehr [verübelt], daß sie die ganze Abteilung, die ohnehin permanent im Geruch leichter Lächerlichkeit steht, abgrundtief blamiert hat.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel12/1957&amp;quot;/&amp;gt; Der konservative Feuilletonist [[Friedrich Sieburg]] bemerkte dazu: „Allen Beteiligten wäre gedient, wenn Fräulein Pappritz… in den wohlverdienten Ruhestand träte.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;gest&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pappritz ging 1958 in den Ruhestand. Sie hielt nach ihrer Pensionierung gelegentlich Vorträge zur Etikette für Tourismusunternehmen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=42624141 |Titel=Berufliches: Erica Pappritz |Jahr=1959 |Nr=7 |Datum=1959-02-11 |Seiten=65 |Zitat=Erica Pappritz, 65, pensionierte Bonner Zeremonienmeisterin, sprach in Hannover vor 130 Reiseleitern im Auftrag der Scharnow - Reisen - KG zum Thema ‚Der Feriengast innerhalb der Konventionen menschlichen Zusammenlebens‘.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Stahlkonzerne&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=42625111 |Titel=Gesellschaftliches: Erica Pappritz |Jahr=1959 |Nr=16 |Datum=1959-04-15 |Seiten=79 |Zitat=Erica Pappritz, 65, ehemalige Hüterin der Bonner Etikette (‚Kennen Sie das erregende Gefühl, frisch gewaschen zu sein?‘), wurde von dem Düsseldorfer Stahlkonzern Mannesmann AG zu Benimm-Vorträgen vor den Mitarbeitern der Werbeabteilung engagiert.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und andere Vertreter der westdeutschen Wirtschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=42621076 |Titel=Erica Pappritz |Jahr=1958 |Nr=51 |Datum=1958-12-17 |Seiten=65}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie starb 1972 an Herzversagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gest&amp;quot;&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=43019139 |Titel=Gestorben: Erica Pappritz |Jahr=1972 |Nr=8 |Datum=1972-02-14 |Seiten=148}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== {{Anker|Buch}} „Buch der Etikette“ ==&lt;br /&gt;
Das 1956 erschienene &amp;#039;&amp;#039;Buch der Etikette&amp;#039;&amp;#039;, an dem Pappritz mitgeschrieben hatte, gab Benimm-Regeln bis ins kleinste Detail vor. Neben den Regeln für gutes Benehmen und passende Kleidung schrieb es sogar vor, in welcher Häufigkeit die [[Toilettenspülung]] zu betätigen sei, was bald als &amp;#039;&amp;#039;die Eti-Kette ziehen&amp;#039;&amp;#039; verspottet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=41120679 |Titel=Der Spiegel berichtete… |Jahr=1957 |Nr=19 |Datum=1957-03-06 |Seiten=66}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur [[Konrad Adenauer]] frotzelte über das Buch,&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel12/1957&amp;quot;/&amp;gt; auch die rheinischen [[Karneval]]isten nahmen die ausgefallensten Anstandsregeln, beispielsweise das Verbot langer Unterhosen („Lange Unterhosen bleiben unmännlich und häßlich, auch wenn sie kaum jemand sieht“), aufs Korn: „Auf dem Bonner Marktplatz schnitt“, so berichtete &amp;#039;&amp;#039;Der Spiegel&amp;#039;&amp;#039;, „eine [[monokel]]bewehrte Pseudo-Pappritz vor jubelndem Karnevalsvolk die Hosenbeine von langen Herren-Unterhosen ab.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel12/1957&amp;quot;/&amp;gt; Auch der Zeichner und Humorist [[Loriot]], der zu dieser Zeit für die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Quick (Zeitschrift)|Quick]]&amp;#039;&amp;#039; die Ratgeberparodie &amp;#039;&amp;#039;[[Der gute Ton]]&amp;#039;&amp;#039; zeichnete und textete, widmete dem Buch einen eigenen Beitrag unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Was Frau Pappritz verschwieg&amp;#039;&amp;#039;, mit dem er „einige gefährliche Lücken des Werkes“ ausfüllen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stefan Neumann |Titel=Loriot und die Hochkomik. Leben, Werk und Wirken Vicco von Bülows |Verlag=Wissenschaftlicher Verlag Trier |Ort=Trier |Datum=2011 |ISBN=978-3-86821-298-3 |Seiten=171–172}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Motto des Buches, „Wo wir sind, ist oben“, wurde in späteren Ausgaben ersetzt. [[Josef Müller-Marein]] nannte das Werk in einem mit &amp;#039;&amp;#039;Symptom Pappritz: Der falsche gute Ton&amp;#039;&amp;#039; überschriebenen &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit|Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;-Artikel einen „Wälzer, den ein [[Snob]] zum hochwohllöblichen Gebrauch für Snobs verfaßte“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/1957/10/symptom-pappritz &amp;#039;&amp;#039;Symptom Pappritz: Der falsche gute Ton&amp;#039;&amp;#039;], Die Zeit Nr. 10, 7. März 1957&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Hauptautor [[Karlheinz Graudenz]] nahm Pappritz dagegen in Schutz und betonte, sie habe bei dem Buch primär als Beraterin gewirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Deutscher Bundestag|Deutsche Bundestag]] beschäftigte sich sogar in einer Debatte mit dem Benimm-Buch. Die damalige [[Alterspräsident]]in des Bundestags, [[Marie Elisabeth Lüders]], bezeichnete es als arrogant, anrüchig und taktlos. Die SPD-Politikerin [[Annemarie Renger]] kritisierte insbesondere, dass Pappritz dem Buch durch ihre Mitautorenschaft einen amtlichen Charakter verliehen habe. Das Auswärtige Amt antwortete auf eine entsprechende [[Kleine Anfrage]], dass Pappritz ausschließlich privat schriftstellerisch tätig gewesen und das Buch nicht Grundlage der Diplomatenausbildung sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* Karlheinz Graudenz: &amp;#039;&amp;#039;Das Buch der Etikette.&amp;#039;&amp;#039; Unter Mitarbeit von Erica Pappritz. Zeichnungen von Ulrik Schramm. Perlen-Verlag, Marbach am Neckar 1956. Spätere Auflagen Südwest-Verlag, München.&lt;br /&gt;
* Karlheinz Graudenz, Erica Pappritz: &amp;#039;&amp;#039;Etikette neu.&amp;#039;&amp;#039; Südwest-Verlag, München 1971, ISBN 3-517-00026-4.&lt;br /&gt;
* Erica Pappritz: &amp;#039;&amp;#039;Etikette neu. Der Knigge aus den Wirtschaftswunderjahren.&amp;#039;&amp;#039; Neue, gekürzte Auflage. Verlags-Anstalt Handwerk, Düsseldorf 2008, ISBN 978-3-87864-919-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Biographie in: Ursula Müller, Christiane Scheidemann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Gewandt, geschickt und abgesandt. Frauen im diplomatischen Dienst.&amp;#039;&amp;#039; Olzog Verlag, München 2000, ISBN 3-7892-8041-0&lt;br /&gt;
* Maria Keipert (Red.): &amp;#039;&amp;#039;Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst. Band 3: Gerhard Keiper, Martin Kröger: &amp;#039;&amp;#039;L–R.&amp;#039;&amp;#039; Schöningh, Paderborn u. a. 2008, ISBN 978-3-506-71842-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=139886109|VIAF=2145857757623020030|LCCN=n2014039732}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Pappritz, Erica}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Diplomat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der deutschen Außenpolitik 1933–1945]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sachbuchautor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Falkenordens (Kommandeur mit Stern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1893]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1972]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Pappritz, Erica&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutsche Diplomatin und Skandalautorin&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=25. Juni 1893&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Leszno|Lissa]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=4. Februar 1972&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Bonn]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Graph Pixel</name></author>
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