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	<title>Erfurter Parteitag - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T02:06:43Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Erfurter_Parteitag&amp;diff=540662&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;M2k~dewiki: /* Inhalt des Erfurter Programms */ l</title>
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		<updated>2025-10-09T16:58:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Inhalt des Erfurter Programms: &lt;/span&gt; l&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Protokoll des Parteitages der SPD in Erfurt (14. bis 20. Oktober 1891).jpg|miniatur|Deckblatt des &amp;#039;&amp;#039;Erfurter Programms&amp;#039;&amp;#039; [https://www.google.de/books/edition/Protokoll_%C3%BCber_die_Verhandlungen_des_Pa/47c6AAAAMAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1 Protokoll]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Erfurt Kaisersaal 2006b.jpg|miniatur|Der Kaisersaal in Erfurt, Ort des Parteitages (Foto von 2006)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:SPD Postkarte um 1895 nimmt Bezug auf Erfurter Programm.jpg|miniatur|SPD-Postkarte um 1895 nimmt Bezug auf Erfurter Programm]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Erfurter Parteitag&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wurde vom 14. Oktober bis 20. Oktober 1891 von der [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|Sozialdemokratischen Partei Deutschlands]] (SPD) im Erfurter [[Kaisersaal (Erfurt)|Kaisersaal]] abgehalten. Das hier verabschiedete Programm wird [[Erfurter Programm]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Der Erfurter Parteitag unter Leitung von [[August Bebel]] gehört zu den wichtigsten Programmparteitagen der SPD. Nach Ende der Verfolgungen durch das [[Bismarck]]sche [[Sozialistengesetz]] (1878–1890) suchte die aufstrebende Arbeiterpartei nach einer neuen Strategie und Taktik im Zeitalter dynamischer [[Industrie|Industrialisierung]] und gesellschaftlicher Veränderungen in [[Deutschland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Programmdebatte ==&lt;br /&gt;
Der Ablauf der Programmdebatte im Vorfeld des Erfurter Parteitages deutete darauf hin, dass eine intensive Auseinandersetzung mit den Theorien [[Karl Marx]]’ nicht stattfand.&amp;lt;ref&amp;gt;Axel Kuhn: &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Arbeiterbewegung (2004)&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; So versuchten alle Entwürfe Grundzüge der marxistischen Ideologie mit sozialdemokratischer, am [[Pragmatismus]] orientierter, Realpolitik zu verbinden. Insgesamt gab es vier Programmentwürfe, einen offiziellen des Vorstandes sowie drei Alternativentwürfe, die vor Beginn des Parteitages eingereicht wurden. Zur Abwägung und Analyse dieser Alternativentwürfe wurde seitens des Parteivorstandes eine Programmkommission unter Führung [[Wilhelm Liebknecht]]s eingerichtet. Besonderes Interesse fanden hier die Entwürfe von [[Karl Kautsky]] und [[Eduard Bernstein]], die in grundlegenden Zielen nicht von dem des Vorstandes abwichen. Diese beiden Papiere, ein eher theoretisches von Kautsky und ein eher praktisches von Bernstein, fanden innerhalb der 21-köpfigen Programmkommission großen Anklang, wurden zusammengeführt und schließlich mit wenigen Änderungen einstimmig angenommen. Dieser neue Programmentwurf besaß aufgrund der Stellung der deutschen Arbeiterbewegung internationalen Vorbildcharakter und enthielt in der Tradition des [[Gothaer Programm]]s einen theoretischen und einen praktischen Teil. Darüber hinaus wurde der neue Name &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;SPD&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; im Erfurter Programm festgeschrieben. Auf dem Erfurter Parteitag selbst wurde das Programm ohne Diskussion seitens der 250 Delegierten angenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ak99&amp;quot;&amp;gt;Axel Kuhn: &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Arbeiterbewegung (2004)&amp;#039;&amp;#039;, S. 99&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt des Erfurter Programms ==&lt;br /&gt;
Das als [[Erfurter Programm]] bekannt gewordene Parteiprogramm fand nach den reformistischen Ansätzen des [[Gothaer Programm]]s (1875) in Teilen wieder zur [[Marxismus|marxistischen]] Theorie und Lehre zurück und kehrte von den [[Ferdinand Lassalle|Lasalle’schen]] Inhalten des Gothaer Programms vollständig ab. So erklärte Karl Kautsky selbst, er habe für den theoretischen Part&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.marxists.org/deutsch/archiv/kautsky/1892/erfurter/index.htm Texte aus dem Parteiarchiv]&amp;lt;/ref&amp;gt; Teile von Marx’ &amp;#039;&amp;#039;[[Das Kapital|Kapital]]&amp;#039;&amp;#039; zusammengefasst. Die von ihm erwähnten Teile beziehen sich höchstwahrscheinlich auf den Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;Geschichtliche Tendenzen der kapitalistischen Akkumulation&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ak99&amp;quot; /&amp;gt; Im krassen Gegensatz zu Marx enthielt das Programm jedoch keine expliziten Forderungen nach einer [[Proletariat|proletarischen]] Revolution.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.marx.org/deutsch/geschichte/deutsch/spd/1891/erfurt.htm |wayback=20070926233843 |text=Text des kompletten Erfurter Programms }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der praktische, aktionspolitische Teil des Programms enthielt im Kontrast zum theoretischen Teil zahlreiche demokratische und sozialpolitische Ziele wie [[Wahlrecht]], [[Achtstundentag]] oder [[Arbeiterschutz]]. Damit begann der lange Zwiespalt in der Partei zwischen sozialistischer Theorie und realpolitischer Praxis, der erst mit dem [[Godesberger Programm]] 1959 zugunsten der Realpolitik unter Abkehr von marxistischen Inhalten überwunden wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausschluss der Oppositionsströmung der ,Jungen‘ ==&lt;br /&gt;
Die [[Opposition (Politik)|Opposition]] der ,Jungen‘ war eine sehr verschiedenartige linksgerichtete Kontrahaltung innerhalb der SPD, deren wesentliche Vertreter auf dem Erfurter Parteitag ausgeschlossen wurden. Die Oppositionsbewegung hatte ihren Schwerpunkt in Berlin und bestand sowohl aus Gewerkschaftsvertretern als auch aus der Partei nahestehenden Literaten wie [[Bruno Wille]], der sich im Verein ,Freie Volksbühne‘ engagierte. Die Jungen starteten ihre Opposition bereits kurz vor dem Fall des Sozialistengesetzes mit einer Serie von Presseartikeln und präzisierten sie bis zum Erfurter Parteitag. Sie kritisierten den Machtzuwachs der Reichstagsfraktion und einzelner Persönlichkeiten innerhalb der Partei während der Verbotszeit. Zudem forderten sie eine stärker [[parlamentarismus]]kritische Ausrichtung der Sozialdemokratie, der sie eine zunehmende Rücksichtnahme auf Forderungen der Mittelschichten unterstellten. Anlass dafür gaben die &amp;#039;&amp;#039;[[Eldorado]]-Reden&amp;#039;&amp;#039; des bayrischen Sozialdemokraten [[Georg von Vollmar]]. Die Rücksicht auf die Mittelklasse führe zu einer reformistischen Ausrichtung der Bewegung – die Jungen empfahlen dagegen eine Rückbesinnung auf Lassalle und das Gothaer Programm, in dem alle Fraktionen des Bürgertums als eine einzige „reaktionäre Masse“ bezeichnet worden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Opposition der Jungen deckte Widersprüche in der Taktik der Reichstagsfraktion auf und erreichte, dass die Reichstagsfraktion auf dem Erfurter Parteitag nicht zusätzlich die Funktion einer Kontrollkommission der Partei erhielt. Sie schafften es jedoch nicht, ihre Kritik zu einem zusammenhängenden Forderungskatalog zu verbinden. Dies wurde einerseits durch massive Ausschlussdrohungen im Vorfeld des Parteitages erschwert, bei denen jeder organisierten Fraktionsbildung Spaltungsabsichten unterstellt wurden. Ähnliche Vorwürfe wurden gegen Vollmar und andere reformistische Oppositionelle nicht erhoben. Andererseits machten die Jungen der Parteitagsmehrheit um Bebel den Ausschluss leicht, weil sie dieser in taktischen Fragen unterlegen waren und oft politische mit persönlichen Kritikpunkten vermischten. Durch die so ausgelösten Vorwürfe und Gegenvorwürfe fielen die eigentlichen politischen Widersprüche unter den Tisch. Auf dem Erfurter Parteitag verließen die meisten Mitglieder der untereinander nur lose verbundenen Opposition die Partei oder wurden ausgeschlossen. Sie setzten ihre politische Tätigkeit im &amp;#039;&amp;#039;[[Verein Unabhängiger Sozialisten]]&amp;#039;&amp;#039; fort und entwickelten sich zum [[Anarchismus]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Müller&amp;quot;&amp;gt;Dirk H. Müller: &amp;#039;&amp;#039;Idealismus und Revolution – Zur Opposition der Jungen gegen den Sozialdemokratischen Parteivorstand&amp;#039;&amp;#039; (1975), S. 46ff&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Grundsätze und Forderungen der Sozialdemokratie. Erläuterungen zum Erfurter Programm&amp;#039;&amp;#039; von Karl Kautsky und [[Bruno Schönlank (Journalist)|Bruno Schönlank]]. Vorwärts, Berlin 1892.&lt;br /&gt;
* [[Steffen Raßloff]], Ulrich Seidel: &amp;#039;&amp;#039;Der Erfurter Kaisersaal&amp;#039;&amp;#039;. Sutton, Erfurt 2008, ISBN 978-3-86680-303-9.&lt;br /&gt;
* Axel Kuhn: &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Arbeiterbewegung&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Reclams Universal-Bibliothek&amp;#039;&amp;#039;, Band 17042) Reclam, Stuttgart 2004, ISBN 978-3-15-017042-7.&lt;br /&gt;
* Alexander Wierzock: &amp;#039;&amp;#039;Nähe und Distanz eines Intellektuellen zur Sozialdemokratie. Ein vergessenes Gutachten des Soziologen Ferdinand Tönnies zur Revision des Erfurter Programms&amp;#039;&amp;#039;, in: Archiv für Sozialgeschichte, 55. Band, 2015, S. 321–342.&lt;br /&gt;
* [[Detlev Albers]]: Was Eduard Bernstein und Karl Kautsky einst aufschrieben... – Erfurter Programm gesichtet und gewogen nach einem Jahrhundert, Frankfurter Rundschau vom 28. Oktober 1991, S. 10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.marxists.org/deutsch/geschichte/deutsch/spd/1891/erfurt.htm Text des Erfurter Programms]&lt;br /&gt;
* [http://www.marxists.org/deutsch/archiv/kautsky/1892/erfurter/index.htm Das Erfurter Programm in seinem grundsätzlichen Teil erklärt] – Programmkommentar Karl Kautskys&lt;br /&gt;
* [http://www.erfurt-web.de/Erfurter_Parteitag_der_SPD_1891 Erfurter Parteitag auf www.erfurt-web.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Geschichte der deutschen Sozialdemokratie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Grundsatzprogramme der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=v|GND=4817754-4}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der SPD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bundesparteitag der SPD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Marxismus in der Arbeiterbewegung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Veranstaltung 1891]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik 1891]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erfurter Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
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