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	<title>Erdmessung - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Erdmessung&amp;diff=154230&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Lektor w: übliche Bezeichnung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Erdmessung&amp;diff=154230&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-01-31T20:52:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;übliche Bezeichnung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Erdmessung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Erdvermessung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist eine Teil[[Einzelwissenschaft|disziplin]] der [[Geodäsie]], im Speziellen der [[Höhere Geodäsie|höheren Geodäsie]], und eine Form der [[Vermessung]]. Sie umfasst jene [[Messung]]en, [[Modell]]e und Berechnungen, die zur genauen Bestimmung der [[Erdfigur]] und des [[Erdschwerefeld]]es notwendig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ins [[Englische Sprache|Englische]] lässt sich der Begriff „Erdmessung“ gut mit &amp;#039;&amp;#039;geodesy&amp;#039;&amp;#039; übersetzen&amp;amp;nbsp;– im Gegensatz zur [[Landesvermessung|Landes-]] und [[Ingenieurgeodäsie|Ingenieurvermessung]], die dort unter &amp;#039;&amp;#039;surveying&amp;#039;&amp;#039; zusammengefasst wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Erdmessung und ihre Methoden ==&lt;br /&gt;
Bis etwa 1960 beruhte die Erdmessung fast ausschließlich auf [[terrestrisch]]en Messungen auf und zwischen Punkten der Erdoberfläche ([[Vermessungspunkt]]e, [[Pegel]], [[Nivellement]]-, [[Gravimetrie]]- und [[Lotabweichung]]s-Punkte); die wichtigsten dieser Methoden sind unten angeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Start der ersten [[Satellit (Raumfahrt)|künstlichen Erdsatelliten]] änderte sich die geodätische Arbeitsweise. Schon die [[Bahnstörung]]en, die während der wenigen Betriebstage des [[Explorer&amp;amp;nbsp;1]] (1958) festgestellt wurden, steigerten die Genauigkeit zweier Größen des Schwerefeldes um das 10fache. Der Nachfolger [[Vanguard-Projekt|Vanguard&amp;amp;nbsp;I]] bot dank seines erstmals verwendeten [[Solarzelle]]n-Betriebs eine mehrjährige Betriebszeit, während der die Messungen noch deutlich verfeinert werden konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis in die 1960er-Jahre konnte die globale [[Erdfigur]] nur auf einige Zehnermeter genau bestimmt werden, weil die Ozeane 71 % der Erdoberfläche ausmachen. Danach ließen sich durch [[Geometrische Satellitengeodäsie|geometrische]] Verfahren der [[Satellitengeodäsie]] einige Meter erreichen, ab den 1990ern sogar einige Zentimeter. Gleichzeitig entwickelte sich die [[Dynamische Satellitengeodäsie]], mit der heute das [[Erdschwerefeld]] genauer als 1 : 10 Millionen zu bestimmen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Terrestrische Methoden der Erdmessung ===&lt;br /&gt;
# [[Triangulation (Geodäsie)|Triangulation]] (genaue Winkelmessung)&lt;br /&gt;
# Basismessung, [[elektronische Distanzmessung]] und&lt;br /&gt;
#* ab 1950/70 auch [[Trilateration]] mit Licht- und [[Mikrowellen]]&lt;br /&gt;
# [[Azimut]]- und Zeitmessung&lt;br /&gt;
# Astronomische „Ortsbestimmung“: [[geographische Breite|Breiten-]] und Längenbestimmung, und&lt;br /&gt;
#* [[Gradmessung]] (obiges genau in Nord-Süd oder Ost-West-Richtung)&lt;br /&gt;
# [[Nivellement]], insbesondere als [[Präzisionsnivellement]]&lt;br /&gt;
# [[trigonometrische Höhenmessung|trigonometrische]] [[Höhenmessung]]&lt;br /&gt;
# [[Altimetrie]] und Niveaumessung mit [[Schlauchwaage]]n&lt;br /&gt;
# [[Sonnenfinsternis]]se und [[Parallaxe]]n zum Mond&lt;br /&gt;
# [[Gravimetrie (Geophysik)|Gravimetrie]] (Messung der Schwerkraft) und&lt;br /&gt;
#* [[Gradiometrie]] (ab ca. 1920 mit der [[Drehwaage]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Satellitengeodäsie ab etwa 1970 ===&lt;br /&gt;
# [[Satellit (Raumfahrt)|Satelliten]]-Triangulation mit [[Satellitenkamera]]s und anderen [[Sensor]]en&lt;br /&gt;
# [[Trilateration]] zu Satelliten – insbesondere zu [[Laser]]reflektoren auf Satelliten wie [[GEOS (NASA)|GEOS]], [[LAGEOS]], [[Starlette]], sowie zum [[Mond]]&lt;br /&gt;
# [[Doppler-Effekt|Doppler]]-Messungen von Radiosignalen (NNSS, Transit usw.)&lt;br /&gt;
# Radio-[[Interferometrie]] zu Satelliten und [[VLBI]] zu [[Quasar]]en&lt;br /&gt;
# Pseudoranging zu [[Global Positioning System|GPS]] und [[GLONASS]]-Satelliten&lt;br /&gt;
# [[Satellite-to-Satellite Tracking]] (SST, z.&amp;amp;nbsp;B. [[GRACE]]-Sonden)&lt;br /&gt;
# [[Gradiometrie]] in Satellitenbahnen (in Entwicklung)&lt;br /&gt;
# Moderne Rechenverfahren wie [[Kollokation]], [[Schnelle Fourier-Transformation|FFT]] usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teilgebiete der Erdmessung ===&lt;br /&gt;
* [[Astronomie|Astronomische]] Geodäsie: [[Inertialsystem|Inertial]]- bzw. [[Bezugssystem]] globaler und lokaler [[Koordinaten]], Bestimmung des mittleren [[Erdellipsoid]]s, Modellierung der [[Lotabweichung]] usw.&lt;br /&gt;
* [[Mathematik|Mathematische]] Geodäsie: Definition verschiedener [[Koordinatensystem]]e und Abbildungen (oft etwas unscharf „[[Kartennetzentwurf|Projektion]]en“ genannt), [[Differentialgeometrie]], Berechnungsverfahren auf dem [[Ellipsoid]] und auf Flächen höherer Ordnung usw.&lt;br /&gt;
* [[Physik]]alische Geodäsie: Modellierung des [[Schwerefeld]]es der Erde, [[Geoidbestimmung]], Schwerereduktionen und -[[Schwereanomalie|Anomalien]], Übergang zur [[Geophysik]] und zur [[Geodynamik]], sowie zur&lt;br /&gt;
* Satellitengeodäsie und teilweise zur [[Navigation]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Erdmessung ==&lt;br /&gt;
=== Griechische Antike und Araber ===&lt;br /&gt;
Eine wichtige Erkenntnis für die Erdmessung ist, dass die Erde eine runde Form hat. Schon [[Pythagoras von Samos]] erklärte um 600 vor Christi Geburt, dass die Erde eine Kugelform hätte. Zweihundert Jahre später diskutierte [[Aristoteles]] in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;Περὶ οὐρανοῦ&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Über den Himmel&amp;#039;&amp;#039;, Band 2, Kapitel 13 und 14) die Oberflächenform der Erde und kam zu dem Schluss, dass diese aus drei verschiedenen Gründen kugelförmig sein müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.wissenschaft-im-dialog.de/projekte/wieso/artikel/beitrag/welches-sind-die-vier-stichhaltigsten-beweise-dafuer-dass-die-erde-eine-kugel-ist/ |titel=Welches sind die vier stichhaltigsten Beweise dafür, dass die Erde eine Kugel ist? |autor=Franz Ossing |werk=Naturwissenschaften und Mathematik |hrsg=Wissenschaft-im-Dialog.de |datum=2008-04-29 |abruf=2021-10-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Argumente nannte er, dass Schiffe am [[Horizont]] zuerst mit der Mastspitze zu sehen sind, dass in südlichen Ländern die [[Sternbild]]er höher über dem Horizont stehen als im Norden und dass er den [[Erdschatten]] bei einer [[Mondfinsternis]] als rund beobachtet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinhin wird der [[Alexandria|alexandrinische]] Gelehrte [[Eratosthenes]] als „Ahnherr“ der Erdmessung angesehen, doch hatte er vermutlich einige Vorfahren aus [[Ionien]] oder gar [[Babylonien]]. Er maß die unterschiedliche [[Zenitdistanz]] der Sonne in [[Alexandria]] und [[Syene]] und bestimmte den Erdumfang auf 252.000 [[Stadion (Längenmaß)|Stadien]], was vermutlich einer Genauigkeit von 7,7 % entspricht &amp;#039;&amp;#039;(Details siehe [[Eratosthenes#Bestimmung des Erdumfangs]])&amp;#039;&amp;#039;. [[Poseidonios|Posidonius]] verwendete um 100 v.&amp;amp;thinsp;Chr. eine ähnliche Methode, bei der er nicht die Vertikalwinkel der Sonne, sondern die des Sterns [[Canopus]] über der Insel [[Rhodos]] und in Alexandria bestimmte, wobei er mit 240.000 Stadien auf ein ähnliches Ergebnis wie Eratosthenes kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der [[Antike]] stammen auch einige „[[Weltkarte]]n“, die natürlich nur die „[[Alte Welt]]“ umfassen konnten. Ihre Darstellungen sind –&amp;amp;nbsp;aus heutiger Sicht&amp;amp;nbsp;– stark verzerrt (etwa 20 bis 40 %), was auf das weitgehende Fehlen [[astrogeodätisch]]er Messungen zurückzuführen ist. Der Großteil der zugrundeliegenden Daten dürfte aus der küstennahen [[Seefahrt]] stammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch höherstehende [[Vermessung]]en wurden einige Jahrhunderte später von den [[Araber]]n entwickelt, durch die auch die wichtigsten schriftlichen Zeugnisse aus der griechischen [[Naturphilosophie]] überliefert wurden. Die [[Seekarte]]n dieser Zeit (sogenannte [[Portolankarte]]n) und Seehandbücher sind entlang vielbefahrener [[Küste]]n äußerst genau, sie haben kaum Fehler, die über 10 % liegen. Dies scheint zu bedeuten, dass die Größe der Erde schon auf etwa 20&amp;amp;nbsp;Prozent genau bekannt war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;VW&amp;quot;&amp;gt;[[Volker Bialas]]: &amp;#039;&amp;#039;Erdgestalt, Kosmologie und Weltanschauung. Die Geschichte der Geodäsie als Teil der Kulturgeschichte der Menschheit.&amp;#039;&amp;#039; Konrad Wittwer, Stuttgart 1982, ISBN 978-3-8791-9135-2. ([http://www.neu.inkrit.de/mediadaten/archivargument/DA154/DA154.pdf Rezension] des Buches von [[Karl-Eugen Kurrer]] in: [[Das Argument]]; Nr.&amp;amp;nbsp;154; 1985, S.&amp;amp;nbsp;885–887.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erdmessung im Europa der Neuzeit ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn des [[Zeitalter der Entdeckungen|Zeitalters der Entdeckungen]] waren sich die Gelehrten über die Größe der Erde und die Ausdehnung von Asien und Afrika noch keineswegs einig. So konnte [[Christoph Kolumbus|Kolumbus]] nach zahlreichen Diskussionen seine geplante Westroute nach „Indien“ nur deshalb plausibel machen, weil er den [[Erdradius]] unter- und Asiens Größe überschätzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bis dahin von arabischen Astronomen auf besser als 10 % abgeleitete Größe der Erde wurde erst genauer bestimmbar, als [[Willebrord Snell|Snellius]] 1615 die Methode der [[Triangulation (Geodäsie)|Triangulation]] entwickelte. Aus seinem in Holland gemessenen Gradbogen erhielt er den Erdradius noch um 3 % zu klein, während die von [[Jean Picard]] 1669/70 durchgeführte [[Gradmessung]] im wesentlich längeren [[Pariser Meridian]] bereits auf 0,1 % genau war. Nachmessungen von [[Jacques Cassini]] zur Klärung der Frage, ob das [[Erdellipsoid]] abgeplattet oder an den Polen [[verlängertes Ellipsoid|verlängert]] sei, führten allerdings zu Widersprüchen, die [[Isaac Newton]] durch eine theoretische Überlegung zugunsten der Abplattung entschied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste wirklich genaue Erdmessung geht auf die 1666 gegründete [[Pariser Akademie]] zurück, die um 1730 entschied, zwei geodätische [[Expedition]]en nach Peru (heutiges [[Ecuador]], 1735–1744) und nach [[Lappland]] (1736–1737) zu entsenden. Die beiden Meridianbögen von 3,1° und 1,0° Länge ergaben eine deutliche Krümmungsabnahme nach Norden, was eine [[Erdabplattung]] von 1:215 ergab. Ihr zu großer Wert (teilweise wegen [[Rost]]ansatz an den Klaftermaßstäben in Lappland) wurde später durch Kombination mit dem französischen Meridian auf 1:304 korrigiert. Der wahre Wert (siehe GRS80-Ellipsoid) ist 1:298,25 oder 21,385 km Unterschied zwischen äquatorialem und polarem Erdradius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gemessenen Streckenlängen dieser 3 Meridiane dienten nicht zuletzt zur [[Urmeter|Meterdefinition]], indem der Abstand Äquator–Pol genau 10 Millionen Meter sein sollte (tatsächlich sind es 10.002.248,9 m).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere bedeutende Arbeiten zur Erdmessung sind u. a. das [[Clairaut’sche Theorem]] von 1743, welches eine Beziehung zwischen der Ellipsoidform und der [[Schwereabplattung]] des Erdschwerefeldes herstellt, und [[Jean-Baptiste Joseph Delambre|Delambres]] Verlängerung des Pariser Medidians von [[Barcelona]] bis [[Dünkirchen]] (1792–1798). Die Ergebnisse dieses über 1000 km langen Gradbogens gingen in die endgültige Meterdefinition ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den zahlreichen im 19. und 20. Jahrhundert ausgeführten [[Gradmessung]]en sei noch der von [[Gauß]] (Göttingen–Altona, 1821–1825) und der fast 3000 km lange skandinavisch-russische [[Struve-Bogen]] (1816–1852) genannt, sowie der schief zum Meridian verlaufende [[Ostpreußen]]-Bogen von [[Friedrich Wilhelm Bessel|Bessel]] und [[Johann Jacob Baeyer|Baeyer]] 1831–1838. Wesentlich ist auch – bis heute – die Einbeziehung der von Gauß entwickelten [[Ausgleichungsrechnung]], welche die unvermeidlichen kleinen [[Messfehler]] in ihrer Wirkung minimiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wichtigste Ergebnisse der Erdmessung seit 1800 ==&lt;br /&gt;
=== Größe und Form der Erdfigur ===&lt;br /&gt;
Als „mathematische [[Erdfigur]]“ wird in der [[Mathematik]] und [[Geodäsie]] seit [[Carl Friedrich Gauß]] jene bezeichnet, die im Mittel der Jahreszeiten und Jahre dem [[Meeresspiegel]] entspricht. Für diese [[Niveaufläche]] mit konstantem [[Gravitationspotential|Potential]] –&amp;amp;nbsp;gemeint ist die potentielle Energie im [[Erdschwerefeld]]&amp;amp;nbsp;– wurde um 1870 der Name &amp;#039;&amp;#039;[[Geoid]]&amp;#039;&amp;#039; geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bessel-Ellipsoid ====&lt;br /&gt;
Bereits vor den französischen [[Gradmessung]]en Ende des 18. Jahrhunderts zur Definition des [[Meter]]s war nicht nur der [[Erdradius]] auf besser als 1 % bekannt, sondern auch die Tatsache der [[Erdabplattung]]. Um 1900 wurden den meisten [[Landesvermessung]]en die von [[Friedrich Wilhelm Bessel]] bestimmten Erddimensionen zugrunde gelegt, das oft bis heute verwendete „[[Bessel-Ellipsoid]]“:&lt;br /&gt;
: Äquatorradius a = 6.377.397,155 m&lt;br /&gt;
: Abplattung f = 1:299,1528&lt;br /&gt;
Die Länge der zweiten Halbachse &amp;#039;&amp;#039;b&amp;#039;&amp;#039; ergibt sich aus &amp;amp;nbsp; &amp;#039;&amp;#039;b&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;a·(1−f)&amp;#039;&amp;#039; &amp;amp;nbsp; zu 6.356.078,962&amp;amp;nbsp;m.&lt;br /&gt;
Es ist zwar gegenüber den &amp;#039;&amp;#039;heute&amp;#039;&amp;#039; weltweit angenommenen Werten (s.&amp;amp;nbsp;u.) um fast 800&amp;amp;nbsp;Meter „zu klein“, was aber auf keine [[Fehler]] bei Messung oder Berechnung zurückzuführen ist, sondern auf die stärkere [[Erdkrümmung]] des Kontinentblocks [[Eurasien]] (das Besselellipsoid ist deshalb für terrestrische Vermessungssysteme besser als ein Weltellipsoid). Der bekannte deutsche Geodät [[Friedrich Robert Helmert]] wies um 1900 darauf hin, dass das globale Erdellipsoid um 700–800 Meter größer sein müsse und eine Abplattung von etwa 1:298 bis 298,5 habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schwerkrafteinflüsse ====&lt;br /&gt;
Um 1910 versuchten amerikanische [[Geodät]]en, die Einflüsse der [[Schwerkraft]] und insbesondere der [[Isostasie]] genauer zu modellieren. Aus den Arbeiten von [[John Fillmore Hayford|Hayford]] resultierten jene Werte, die 1924 von der „[[international]]en Erdmessung“ als Standardellipsoid empfohlen wurden:&lt;br /&gt;
: a = 6.378.388 m, f = 1:297,0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Satellitengeodäsie ====&lt;br /&gt;
Nach ersten verlässlichen Ergebnissen der [[Satellitengeodäsie]] wurde 1967 von der [[IUGG]]-Generalversammlung in [[Luzern]] das „internationale Ellipsoid 1967“ beschlossen, welches vor allem auf &amp;#039;&amp;#039;geometrischen&amp;#039;&amp;#039; Messungen beruhte. Die Abplattung war durch die Analyse von [[Satellitenbahn]]en jedoch schon auf 5 Stellen (20&amp;amp;nbsp;cm) abgesichert:&lt;br /&gt;
: a = 6.378.160 m, f = 1:298,25&lt;br /&gt;
Doch traten mit den ersten genauen &amp;#039;&amp;#039;[[Dynamik (Physik)|dynamischen]]&amp;#039;&amp;#039; Methoden der [[Dopplersatellit]]en Diskrepanzen von 20 bis 40 Metern zutage (6.378.120 − 140&amp;amp;nbsp;m), teilweise auch mit der gleichzeitig beschlossenen [[Schwereformel]]. Obwohl bald darauf die erste [[Welttriangulation]] mit dem 4000&amp;amp;nbsp;km hohen Ballonsatellit [[PAGEOS]] die Werte von&lt;br /&gt;
: a = 6.378.130 m, f = 1:298,37 ([[Hellmut Schmid]], ETH Zürich)&lt;br /&gt;
ergab, entschloss man sich, mit weiteren Festlegungen des [[Bezugssystem]]s noch etwa 10 Jahre zu warten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== GRS 80 ====&lt;br /&gt;
Im Jahr 1981 definierte die [[International Association of Geodesy|IAG]] General Assembly (in Abstimmung mit der [[International Association of Geodesy|IAU]]) das „Geodätische Bezugssystem 1980“ ([[GRS 80]]), mit etwa 10 die Erde charakterisierenden Parametern, von denen jene des [[Erdellipsoid]]s sind:&lt;br /&gt;
: a = 6.378.137,0 m, f = 1:298,2572, b&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;6.356.752,314&amp;amp;nbsp;m (Genauigkeit ±1&amp;amp;nbsp;m bzw. 0,001).&lt;br /&gt;
Dieses derzeit (noch) verbindliche Erdellipsoid wurde samt seinen geophysikalischen Parametern als [[WGS84]] in die GPS-Datenbasis übernommen. Der „genaue“ Wert der [[Äquator]]achse &amp;#039;&amp;#039;a&amp;#039;&amp;#039; wäre nur noch um wenige Dezimeter zu ändern – was freilich angesichts der [[Geoidundulation]]en von ±50&amp;amp;nbsp;Meter entlang des Äquators keine praktischen Auswirkungen mehr hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Erdschwerefeld]]&lt;br /&gt;
* [[Gravimetrie]]&lt;br /&gt;
* [[Dynamische Satellitengeodäsie]]&lt;br /&gt;
* [[Seismologie]]&lt;br /&gt;
* [[Geodynamik]]&lt;br /&gt;
* [[Erdinneres]]&lt;br /&gt;
* [[Erdmodell]]e&lt;br /&gt;
* [[Vermessungswesen]], [[Astrogeodäsie]]&lt;br /&gt;
* [[Geowissenschaften]], [[Geometrie]], [[Angewandte Geophysik]]&lt;br /&gt;
* [[Institut für Erdmessung]] (Bamberg)&lt;br /&gt;
* [[Meridianbogen]], [[Struve-Bogen]]&lt;br /&gt;
* [[Gnomon|Erdmessung in der Antike mit dem Gnomon]]&lt;br /&gt;
* [[Internationale Assoziation für Geodäsie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Instituten für Erdmessung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [http://www.ife.uni-hannover.de/node_erdmessung.html Forschung am Institut für Erdmessung, Univ.Hannover]&lt;br /&gt;
* [http://www.hg.tuwien.ac.at/ Satelliten-Astrogeodäsie / VLBI / System Erde], TU Wien&lt;br /&gt;
* [http://www.ggl.baug.ethz.ch/research/ Forschung Erdmessung / Geodynamik, ETH Zürich]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sonstiges&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [https://geo.badw.de/geschichte/bayerische-erdmessungskommission.html Bayerische Kommission für die Internationale Erdmessung]&lt;br /&gt;
* [http://www.oegk-geodesy.at/ Österreichische Geodätische Kommission – ÖGK] – Organ der Internationalen Erdmessung für Österreich&lt;br /&gt;
* [http://www.austrianmap.at/bevportal/index1.asp Geo-Basisdaten] – Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen Wien&lt;br /&gt;
* [http://www.martin-wagenschein.de/K-Kohl/Eratosth/Eratosth.htm Webseite zu den Methoden von Eratosthenes]&lt;br /&gt;
* [http://www.datunddat.de/era Wie Eratosthenes um 200 v. Chr. die Erde vermessen hat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4255915-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geodäsie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erdmessung| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Lektor w</name></author>
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