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	<title>Entlabialisierung - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T15:04:54Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Entlabialisierung&amp;diff=577826&amp;oldid=prev</id>
		<title>2003:E6:9712:6A1D:FB25:4B5:711B:744E: /* Sonderfall */ +Ungarisch</title>
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		<updated>2024-10-20T16:36:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Sonderfall: &lt;/span&gt; +Ungarisch&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Unter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Entlabialisierung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Entrundung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; versteht man in der [[Phonetik]] Prozess und Ergebnis eines [[Aussprache]]-Wandels, durch den ursprünglich mittels der [[Vorderzungenvokal|Vorderzunge]] [[Rundung (Phonetik)|gerundete]] Vokale ihre [[Rundung (Phonetik)|Lippenrundung]] verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutsch und seine Nahsprachen ==&lt;br /&gt;
Im Deutschen gilt Entrundung der mittelhochdeutschen Umlaute „ö“, „ü“ und „eu/äu“ zu „e“, „i“ und „ai“ in den meisten Dialekten des [[Oberdeutsche Dialekte|Oberdeutschen]] und des [[Mitteldeutsche Dialekte|Mitteldeutschen]]. Mundarten, die sich der Entrundung entzogen haben, sind im Oberdeutschen das [[Hochalemannisch]]e und teilweise das [[Höchstalemannisch]]e sowie viele [[ostfränkische Dialekte]], im Mitteldeutschen [[ripuarische Dialekte]] wie das [[Kölsch (Sprache)|Kölsche]] und [[Öcher Platt]]. Im [[Niederdeutsche Dialekte|niederdeutschen]] Sprachraum kommt bzw. kam Entrundung nur im [[Niederpreußisch|niederpreußischen Dialekt]] vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Einzelheiten siehe Peter Wiesinger (1983), siehe Kapitel &amp;#039;&amp;#039;Literatur&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Kombination mit anderen [[Lautgesetz]]en konnte hieraus sekundär auch ein [[Diphthong]] entstehen, besonders im [[Bairische Dialekte|Bairischen]] und [[Schwäbischer Dialekt|Schwäbischen]], aber auch im [[Pfälzische Dialekte|Pfälzischen]], [[Jiddisch]]en, [[Luxemburgische Sprache|Luxemburgischen]] und [[Siebenbürgisch-Sächsisch]]en. Einige bairische Dialekte in Österreich haben die ursprünglich gerundeten vorderen Vokale verloren, weisen aber im Zusammenhang mit der Vokalisation des auslautenden /l/ sekundär gerundete Vokale auf (z.&amp;amp;nbsp;B. [[wienerisch]] &amp;#039;&amp;#039;vü&amp;#039;&amp;#039; „viel“; anderswo hingegen &amp;#039;&amp;#039;vui&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele der Entlabialisierung sind etwa: &amp;#039;&amp;#039;sche(e)n, schean, schéin, schin(g)&amp;#039;&amp;#039; für „schön“; &amp;#039;&amp;#039;ble(e)d, blead&amp;#039;&amp;#039; für „blöd“; &amp;#039;&amp;#039;Esterraich&amp;#039;&amp;#039; für „Österreich“; &amp;#039;&amp;#039;griin, grean, grëng&amp;#039;&amp;#039; für „grün“; &amp;#039;&amp;#039;Schliss(e)l&amp;#039;&amp;#039; für „Schlüssel“; &amp;#039;&amp;#039;Lait&amp;#039;&amp;#039; für „Leute“. Dass die frühneuzeitliche [[lutherdeutsch]]e Schriftsprache angesichts der in der gesprochenen, dialektalen und [[jesuitendeutsch]]en Sprache tendenziell durchgeführten Entrundung diese nicht nachvollzogen hat, kann als ein eher konservativer Zug gesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Englisch ==&lt;br /&gt;
Im [[Englische Sprache|Englischen]] fand vom Übergang des [[Altenglisch]]en ins [[Mittelenglisch]]e eine Entrundung von /œ/ und /øː/ zu /ɛ/ und /eː/ und später von /ʏ/ und /yː/ zu /ɪ/ and /iː/ statt. In späteren Sprachstufen haben sich diese Laute teilweise weiterentwickelt, wobei die mittelenglischen Lautungen oft noch in der Schreibung ablesbar sind. Beispiele sind etwa &amp;#039;&amp;#039;feet, minster, mice,&amp;#039;&amp;#039; vgl. deutsch „Füße“, „Münster“, „Mäuse“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonderfall ==&lt;br /&gt;
Keine Entrundung im eigentlichen Sinn ist die neuzeitliche Aussprache des griechischen Ypsilons als „i“. Diese entspricht der Aussprache im [[Altgriechische Sprache|Altgriechisch]]en, die sich schon ab dem 3.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert nach Chr. entwickelte (sogenannter [[Itazismus]] in der griechischen Sprachentwicklung.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Standarddeutschen hat sich allerdings seit der Epoche des [[Klassizismus]] die anachronistische Tendenz eingestellt, das Ypsilon wieder als „ü“ auszusprechen, etwa [zʏsˈtʰeːm] statt [zɪsˈtʰeːm] für &amp;#039;&amp;#039;System&amp;#039;&amp;#039;. Es handelt sich hier um eine gewisse Sonderentwicklung des Neuhochdeutschen. Andere europäische Hauptsprachen wie [[Italienische Sprache|Italienisch]] oder [[Französische Sprache|Französisch]] sind bei „i“ geblieben, doch mehrere Sprachen mit weniger Sprechern haben auch die Aussprache „ü“, beispielsweise Dänisch, Estnisch, Finnisch und Ungarisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Helmut Glück]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Metzler-Lexikon Sprache&amp;#039;&amp;#039;. 4. Auflage; Verlag J. B. Metzler, Stuttgart und Weimar 2010, ISBN 3-476-02335-4.&lt;br /&gt;
* [[Peter Wiesinger]]: &amp;#039;&amp;#039;Rundung und Entrundung, Palatalisierung und Entpalatalisierung, Velarisierung und Entvelarisierung in den deutschen Dialekten.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Dialektologie. Ein Handbuch zur deutschen und allgemeinen Dialektforschung.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Werner Besch, Ulrich Knoop, Wolfgang Putschke, Herbert Ernst Wiegand. 2 Halbbände. Walter de Gruyter, Berlin&amp;amp;nbsp;/ New York 1982. 1983 (Handbücher zur Sprache und Kommunikationswissenschaft, Band 1.1. und 1.2), S.&amp;amp;nbsp;1101–1110 (mit Karte 58.1), ISBN 9783110203332.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Entlabialisierung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Phonetik]]&lt;/div&gt;</summary>
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