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	<title>Enthymem - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-30T14:37:30Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Enthymem&amp;diff=135060&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Jiří Janíček: +Stichwort aus Klácel</title>
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		<updated>2026-01-21T19:09:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;+Stichwort aus Klácel&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Klácel (Enkyklopaedishe erinerungen 1868) - Enthusiasmus und Enthymema.png|miniatur|200px|Enthymem in [[František Matouš Klácel]]s Enzyklopädie, die er aus Gründen der Effizienz (Zeit- und Platzersparnis) in seiner eigenen vereinfachten Rechtschreibung verfasste (&amp;#039;&amp;#039;Enkyklopaedishe erinerungen&amp;#039;&amp;#039;, 1868)]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Enthymem&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Griechische Sprache|gr.]]: ἐνθύμημα enthýmema „das Erwogene, das Beherzigte, das Argument“) ist ein auf [[Aristoteles]] zurückgehender Begriff der [[Rhetorik]] bzw. der Argumentationslehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man spricht auch von einem „enthymemischen Wahrscheinlichkeitsschluss“&amp;lt;ref&amp;gt;Metzler Philosophielexikon, 2. Aufl. (1999)/Enthymem&amp;lt;/ref&amp;gt; oder „rhetorischen“ oder „dialektischen“ Schluss,&amp;lt;ref&amp;gt;Bußmann, Lexikon der Sprachwissenschaft, 3. Aufl. (2002)/Enthymem.&amp;lt;/ref&amp;gt; d.&amp;amp;nbsp;h. einem Schluss mit nicht ausgesprochenen Prämissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Behandlung einer Theorie des Enthymems findet sich in dem [[Pseudo-Aristoteles|pseudo-aristotelischen]] Rhetorik-Lehrbuch &amp;#039;&amp;#039;Rhetorik an Alexander&amp;#039;&amp;#039;, das wahrscheinlich von [[Anaximenes von Lampsakos]] verfasst wurde. Dort ist das Enthymem ein Überzeugungsmittel, das den Nachweis führt, dass der Gegner sich selbst widerspricht oder seine Aussagen oder Handlungen gegen gesellschaftlich-moralische Grundsätze verstoßen (im Gegensatz zu den eigenen).&amp;lt;ref&amp;gt;Ludger Jansen: &amp;#039;&amp;#039;enthymêma&amp;#039;&amp;#039;, in: Christoph Horn / Christof Rapp (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der antiken Philosophie.&amp;#039;&amp;#039; München 2002, S. 137.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am nachhaltigsten prägte [[Aristoteles]] den Begriff. Wegen Mehrdeutigkeiten und interpretatorischen Missverständnissen finden sich in der darauffolgenden Rhetoriktradition und bis heute jedoch Enthymembegriffe, die sich untereinander und mit seinem Begriff widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aristoteles’ [[Rhetorik (Aristoteles)|Rhetorik]] ist das Enthymem das wichtigste Überzeugungsmittel, nämlich der rhetorische Beweis, bei dem die Prämissen von den Zuhörern anerkannte Meinungen sind. Die Prämissen von Enthymemen behandeln keine wissenschaftlichen Gegenstände und gelten dementsprechend zumeist nicht notwendig und allgemein, sondern nur in der Regel. Aristoteles charakterisiert das Enthymem zudem als &amp;#039;&amp;#039;Argument aus Wahrscheinlichem und Zeichen&amp;#039;&amp;#039; ([[Analytica priora|An. pr.]] II 27 70a2). Vermutlich meint dies Folgendes: Wegen der behandelten Gegenstände gelten die Prämissen des Enthymems (fast immer) nicht notwendig (anders als wissenschaftliche Prämissen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge gilt auch die Konklusion nur wahrscheinlich &amp;#039;&amp;#039;(necessitas consequentis)&amp;#039;&amp;#039;. In der Tradition wurde aber auch die Art der Folgerungsbeziehung als bloß wahrscheinlich aufgefasst &amp;#039;&amp;#039;(necessitas consequentiae)&amp;#039;&amp;#039;. In diesem Fall wären Enthymeme gar keine zwingend gültigen Schlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Christof Rapp: &amp;#039;&amp;#039;Aristoteles. Rhetorik&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 2002, Bd, II: S. 194–208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den logisch notwendigen Enthymem kennt Aristoteles auch die Sonderform bestimmter Indizienschlüsse, die nicht notwendig gelten (wie etwa: ‚Es hat geregnet, denn die Straße ist nass‘).&amp;lt;ref&amp;gt; [[Christof Rapp]]: &amp;#039;&amp;#039;[https://plato.stanford.edu/archives/sum2002/entries/aristotle-rhetoric Aristotle’s Rhetoric]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;The Stanford Encyclopedia of Philosophy&amp;#039;&amp;#039; (Summer 2002 Edition), Edward N. Zalta (Hrsg.). Christof Rapp: &amp;#039;&amp;#039;Aristoteles. Rhetorik&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 2002, Bd. 1: S. 323–335. Bd. II: 223–240.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aristoteles erläutert, dass wegen der Redesituation und der Zielgruppe Enthymeme kürzer seien als andere Argumente. Oftmals würden daher Prämissen ausgelassen, die allen bekannt seien. (Rhet. I.2, 1357a7-18) Die Forderung, das Enthymem müsse weniger Prämissen haben, führt zur so genannten &amp;#039;&amp;#039;syllogismus truncatus&amp;#039;&amp;#039;-Lehre, das Enthymem bestehe aus einer Prämisse. Denn diese Forderung wurde vor dem Hintergrund der [[Syllogismus]]-Theorie des Aristoteles verstanden, in der ein Argument immer aus zwei Prämissen besteht. Diese Ansicht ist für das Mittelalter kennzeichnend, findet sich schon bei [[Avicenna]] und [[al-Fārābī]]&lt;br /&gt;
und geht möglicherweise auf [[Alexander von Aphrodisias]] zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;Christof Rapp: &amp;#039;&amp;#039;Aristoteles. Rhetorik&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 2002, Bd. 2: S. 187f. Ob Quintilians &amp;#039;&amp;#039;syllogismus imperfectus&amp;#039;&amp;#039; (Inst. orat. V 10,3) bereits so verstanden werden kann, ist unsicher. Vgl. ebd. S. 188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutige Verwendung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Rede wird die vierteilige Struktur des strengen Syllogismus nur selten angewandt, sondern das Argument wird auf drei oder zwei Schritte reduziert; der fehlende Rest (die [[Proposition (Linguistik)|Proposition]], eine der beiden [[Prämisse]]n oder auch die [[Konklusion]]) wird vom Zuhörer „in Gedanken“ ergänzt. In vielen Schriften zur Rhetorik wird speziell nur dieser verkürzte Beweisgang Enthymem genannt, der vollständige Beweis heißt dann, wenn auch nicht im aristotelischen Sinne, Syllogismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Teil wird der enthymemische Wahrscheinlichkeitsschluss vom bewussten Trugschluss („[[Eristik|eristischer]] Syllogismus“) unterschieden&amp;lt;ref&amp;gt;Metzler Philosophielexikon, 2. Aufl. (1999)/Enthymem&amp;lt;/ref&amp;gt; und lediglich darauf hingewiesen, dass verkürzte Schlüsse für die persuasive Argumentation und Werbesprache charakteristisch sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Bußmann, Lexikon der Sprachwissenschaft, 3. Aufl. (2002)/Enthymem.&amp;lt;/ref&amp;gt; Anderenorts&amp;lt;ref&amp;gt;So die Vorgängerversion hier.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass die Verkürzung des Beweisganges der bewussten Verschleierung einer Schwäche des Arguments dienen kann, wenn z.&amp;amp;nbsp;B. eine Prämisse weggelassen wird, die, wenn man sie ausformulierte, dem Zuhörer unglaubhaft erscheinen müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele aus dem Alltag ==&lt;br /&gt;
;a) vollständig:&lt;br /&gt;
Es wird Regen geben &amp;#039;&amp;#039;(Proposition/Beweisziel)&amp;#039;&amp;#039;; denn wenn der Luftdruck fällt, gibt es Regen &amp;#039;&amp;#039;(erste Prämisse/Obersatz)&amp;#039;&amp;#039;. Nun ist der Luftdruck gefallen &amp;#039;&amp;#039;(zweite Prämisse/Untersatz)&amp;#039;&amp;#039;, also wird es regnen &amp;#039;&amp;#039;(Konklusion/Schlussfolgerung)&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;b) verkürzt:&lt;br /&gt;
Es wird Regen geben; der Luftdruck ist gefallen.&lt;br /&gt;
Wenn der Luftdruck fällt, wird es regnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;c) fehlende Prämisse:&lt;br /&gt;
Er ist nicht bestechlich. Schließlich ist er Beamter. &amp;#039;&amp;#039;(Es fehlt die Prämisse: Kein Beamter ist bestechlich.)&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Georg Brun, Gertrude Hirsch Hadorn: &amp;#039;&amp;#039;Textanalyse in den Wissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; Vdf, Zürich 2009 (= UTB Nr. 3139), ISBN 978-3-8252-4250-3, S.&amp;amp;nbsp;222–229.&lt;br /&gt;
* Christoph Zimmer: [http://www.zmm.cc/Enthymem.pdf &amp;#039;&amp;#039;Die enthymematische Falle. 1 Kor 15,12-20. Replik zu Bachmann.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Linguistica Biblica.&amp;#039;&amp;#039; 67, 1992, S. 40–44, 2. Ed. 2006 (PDF; 134&amp;amp;nbsp;kB).&amp;lt;!-- nicht erreichbar am 13. September 2022 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Katharina Gräfin von Schlieffen|Katharina von Schlieffen]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Enthymem. Zur Rhetorik des juridischen Begründens.&amp;#039;&amp;#039; Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 2011, ISBN 978-3-428-13897-5.&lt;br /&gt;
* [[Dieter Simon (Rechtswissenschaftler)|Dieter Simon]]: &amp;#039;&amp;#039;Alle Quixe sind Quaxe – Aristoteles und die juristische Argumentation.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Juristenzeitung]] 66, 2011, S.&amp;amp;nbsp;697–703.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://cdn-storage.br.de/mir-live/MUJIuUOVBwQIb71S/bKOWBwQCuL9zsK1S/_2rc_71S/_AES/9-Ng9AiS/121129_1931_Einfach-logisch_Reden-durch-Verschweigen.mp4 MP4-Video Erklärung Enthymem] auf {{Webarchiv | url=http://www.br-online.de/podcast/video-download/br-alpha/mp3-download-podcast-einfach-logisch.shtml | wayback=20121027235542 | text=Mediathek br.de Abteilung Wissen}}, abgerufen am 3. Mai 2014&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosophische Logik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aristoteles]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rhetorischer Begriff]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jiří Janíček</name></author>
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