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	<title>Enteignender Eingriff - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-01T01:59:29Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Enteignender_Eingriff&amp;diff=599874&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;BayRB15: Die Atypik ist nach hM keine Voraussetzung, dazu ausdrücklich: BGH NJW 1986, 2423 (2424)</title>
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		<updated>2025-06-22T17:11:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Atypik ist nach hM keine Voraussetzung, dazu ausdrücklich: BGH NJW 1986, 2423 (2424)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;enteignende Eingriff&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein gesetzlich nicht geregeltes Instrument des [[Staatshaftungsrecht (Deutschland)|deutschen Staatshaftungsrechts]]. Grundlage ist der Eigentumsaufopferungsanspruch der [[gewohnheitsrecht]]lich geltenden Regeln der §§ 74, 75 Einleitung des [[Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten|&amp;#039;&amp;#039;Allgemeinen Landrechts für die Preußischen Staaten&amp;#039;&amp;#039;]] (prALR). Da Entschädigungsleistungen aus enteignendem Eingriff [[Subsidiarität#Subsidiarität im heutigen Recht|subsidiär]] sind, haben [[Lex specialis|spezialgesetzliche]] Entschädigungsregelungen stets Vorrang. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung findet der enteignende Eingriff bei Sachverhalten, in denen das [[Eigentum (Deutschland)|Eigentum]] aufgrund rechtmäßigen Verwaltungshandelns – im Gegensatz dazu ist der [[Enteignungsgleicher Eingriff|enteignungsgleiche Eingriff]] bei rechtswidrigem Verwaltungshandeln indiziert – und durch den Eintritt nicht vorhergesehener Nebenfolgen dieses Verwaltungshandelns derartig stark beeinträchtigt wird, dass es dem betroffenen Eigentümer nicht zumutbar ist, diesen Eingriff entschädigungslos hinzunehmen. Maßgeblich ist die Beeinträchtigung einer durch {{Art.|14|gg|juris}} [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|Grundgesetz (GG)]] geschützten Rechtsposition. In Abgrenzung dazu liegt bei einer nicht Art. 14 GG betreffenden hoheitlichen Maßnahme die Möglichkeit eines [[Aufopferungsanspruch]]s vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anspruchsvoraussetzungen ==&lt;br /&gt;
Kennzeichnend für den enteignenden Eingriff ist, dass die Haftung nicht auf dem rechtmäßigen Verwaltungshandeln selbst fußt, sondern auf den sich aus diesem rechtmäßigen Handeln weiterentwickelnden unzumutbaren Belastungen des betroffenen Eigentümers. Voraussetzung für die Geltendmachung von Ersatz des entstandenen Schadens nach Maßgabe des enteignenden Eingriffs ist, dass ein rechtmäßiger hoheitlicher Eingriff in eine Eigentumsposition im Sinne des {{Art.|14|gg|dejure}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 Satz&amp;amp;nbsp;1 [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|GG]] vorliegt, die sich für den Betroffenen als [[Sonderopfertheorie|Sonderopfer]] in seiner rechtlich geschützten Position darstellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoheitliche Maßnahme ===&lt;br /&gt;
Damit ein Anspruch aus dem enteignenden Eingriff geltend gemacht werden kann, muss ein Eingriff durch ein &amp;#039;&amp;#039;aktives&amp;#039;&amp;#039; hoheitliches Handeln erfolgt sein. Somit kommen als Hauptanwendungsfälle solche in Betracht, die durch einen [[Realakt]] hervorgerufen werden. Beispiel: So findet der enteignende Eingriff beispielsweise Anwendung für den Fall, dass auf Grundlage eines [[Bebauungsplan (Deutschland)|Bebauungsplans]] Straßenbauarbeiten ausgeführt werden, welche für sich genommen zwar rechtmäßig erfolgen, dabei aber zu Verkehrsbehinderungen führen und auf Seiten der an der betroffenen Straße anliegenden Gewerbebetrieben zu eklatanten Umsatzeinbußen führen, weil die erforderliche Laufkundschaft ausbleibt. Zwar ist die hoheitliche Maßnahme (hier städtische Baumaßnahme) zu sehen, rechtmäßig, da durch einen Bebauungsplan gedeckt, doch stellt sie einen nicht hinnehmbaren Eingriff in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Greift die Verwaltung mittels rechtmäßigen [[Verwaltungsakt (Deutschland)|Verwaltungsakts]] &amp;#039;&amp;#039;final&amp;#039;&amp;#039; in das Eigentum des Betroffenen ein, liegt eine [[Enteignung#Bundesrepublik|Administrativenteignung]] nach {{Art.|14|gg|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;3 Satz&amp;amp;nbsp;2 Alt.&amp;amp;nbsp;2 GG vor, die nach den grundsätzlichen Regeln der [[Junktim]]klausel zu entschädigen ist. Anders lauten heute die Regeln bei rechtswidrigen Verwaltungsakten, denn seit dem [[Nassauskiesungsbeschluss]] des [[Bundesverfassungsgericht]]s wird nicht mehr unter den Voraussetzungen des [[Enteignungsgleicher Eingriff|enteignungsgleichen Eingriffs]] entschädigt. Vielmehr muss sich der betroffene Eigentümer gegen die eigentumsbeschränkende Maßnahme selbst wenden.&amp;lt;ref&amp;gt;BVerfG, Beschluss vom 15. Juli 1981, Az. 1 BvL 77/78, {{BVerfGE|58|300}} - [[Nassauskiesungsbeschluss|Naßauskiesung]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unmittelbarkeit ===&lt;br /&gt;
Von der Unmittelbarkeit der streitgegenständlichen Maßnahme ist auszugehen, wenn schädigende Auswirkungen des eingreifenden Verwaltungshandelns vorliegen, die für die konkrete Betätigung der Verwaltung typisch sind und aus der Eigenart der hoheitlichen Maßnahme (Verwaltungsakt, Realakt) folgen. [[Kausalität (Recht)|Kausalzusammenhang]] muss zwischen dem Verwaltungshandeln und der [[Eigentumsbeeinträchtigung]] bestehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hierzu [[Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht|OLG Schleswig]], Urteil vom 2. September 1999, Az. 11 U 154/97, [https://judicialis.de/Oberlandesgericht-Schleswig_11-U-154-97_Urteil_02.09.1999.html Volltext] = [[Zeitschrift für Öffentliches Recht in Norddeutschland|NordÖR]] 2000, S. 128 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von einem unmittelbaren Eingriff ist also auszugehen, wenn keine weiteren Ursachen vorliegen oder wenn durch das Handeln des Hoheitsträgers eine Gefahrenlage begründet wurde und der eingetretene Schaden der hoheitlichen Maßnahme entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sonderopfer ===&lt;br /&gt;
Das Verwaltungshandeln muss zu einer Beeinträchtigung der geschützten Eigentümerposition geführt haben, die dem Betroffenen ein Sonderopfer abverlangt. Vom Vorliegen eines solchen Sonderopfers ist auszugehen, wenn in die geschützte Eigentumsposition des Betroffenen nach Dauer, Art, Intensität und Auswirkung schwer und unerträglich eingegriffen wurde. Hierfür gilt jedoch, dass die Opfergrenze anhand der Umstände des jeweiligen Einzelfalls zu bewerten ist. Somit ist vom Vorliegen eines Sonderopfers auszugehen, wenn durch die rechtmäßige Maßnahme mehr eingegriffen wird, als sich aus den das Eigentum regelnden und begrenzenden Gesetzen ergibt. Für die Ermittlung eines solchen Sonderopfers wurden durch den [[Bundesgerichtshof]] und das [[Bundesverwaltungsgericht (Deutschland)|Bundesverwaltungsgericht]] verschiedene Theorien entwickelt. Der Bundesgerichtshof hat insbesondere die &amp;#039;&amp;#039;[[Sonderopfertheorie]]&amp;#039;&amp;#039; durch den Begriff der Situationsgebundenheit ergänzt und fortentwickelt. Das Bundesverwaltungsgericht stützt sich in ständiger Rechtsprechung auf die &amp;#039;&amp;#039;Schweretheorie&amp;#039;&amp;#039;, die insbesondere auf die Schwere und Tragweite der Eigentumsbeeinträchtigung abzielt.&amp;lt;ref&amp;gt;BVerwG, Urteil vom 27. Juni 1957, Az. I C 3.56, [[Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts|BVerwGE]] 5, 143, {{Webarchiv|url=https://www.jurion.de/urteile/bverwg/1957-06-27/bverwg-i-c-356/ |wayback=20171005202116 |text=Volltext |archiv-bot=2023-04-22 11:01:47 InternetArchiveBot }}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsfolge ==&lt;br /&gt;
Die Rechtsfolgen werden aus dem [[Enteignung]]srecht hergeleitet. Die Entschädigungsansprüche gehen auf Geldersatz. Ausnahmsweise kann die Entschädigung, sofern vom Kontext indiziert, auch durch Stellung eines gleichwertigen Grundstücks erfolgen. Ansonsten sind die gleichen [[Deliktsrecht (Deutschland)|schadensrechtlichen]] Voraussetzungen wie im [[Privatrecht|Zivilrecht]] zu prüfen, insbesondere [[Schadensersatz#Mitverschulden und Schadensminderungspflicht|Mitverschulden]] im Sinne von {{§|254|bgb|juris}} BGB. Ausgenommen sind nach ständiger Rechtsprechung [[Schmerzensgeld]]ansprüche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsweg ==&lt;br /&gt;
Der Entschädigungsanspruch aus dem enteignenden Eingriff ist wegen des Aufopferungscharakters ({{§|40|vwgo|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;2 Satz&amp;amp;nbsp;1 [[Verwaltungsgerichtsordnung|VwGO]]) vor den Zivilgerichten geltend zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 22.03.2005 - 5 S 316/05 |Online=https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%FCrttemberg&amp;amp;Datum=22.03.2005&amp;amp;Aktenzeichen=5%20S%20316%2F05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Iris Kemmler |Titel=Folgenbeseitigungsanspruch, Herstellungsanspruch und Unterlassungsanspruch |Sammelwerk=Juristische Arbeitsblätter |Datum=2005 |Seiten=659}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Teilweise wird dies in der Literatur bestritten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Friedhelm Hufen |Titel=Verwaltungsprozessrecht |Auflage=12 |Verlag=C. H. Beck |Ort=München |Datum=2021 |ISBN=978-3-406-77353-2 |Fundstelle=§ 11, Rn. 90}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Andreas von Arnauld]]: &amp;#039;&amp;#039;Enteignender und enteignungsgleicher Eingriff heute&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Verwaltungsarchiv (Zeitschrift)|VerwArch]]&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 93, 2002, S. 394–417.&lt;br /&gt;
* [[Manfred Baldus (Rechtswissenschaftler, 1963)|Manfred Baldus]], [[Bernd Grzeszick]], [[Sigrid Wienhues]]: &amp;#039;&amp;#039;Staatshaftungsrecht – das Recht der öffentlichen Ersatzleistungen&amp;#039;&amp;#039;. C.F. Müller, Heidelberg  2005, ISBN 3-8114-1836-X.&lt;br /&gt;
* [[Steffen Detterbeck]], [[Kay Windthorst]], Hans-Dieter Sproll: &amp;#039;&amp;#039;Staatshaftungsrecht&amp;#039;&amp;#039;. C.H. Beck, München 2000, ISBN 3-406-45837-8.&lt;br /&gt;
* [[Fritz Ossenbühl]]: &amp;#039;&amp;#039;Staatshaftungsrecht&amp;#039;&amp;#039;. 5. Auflage. C.H. Beck, München 1998, ISBN 3-406-41809-0.&lt;br /&gt;
* Christoph Stein, Peter Itzel, Karin Schwalf: &amp;#039;&amp;#039;Praxis des Amts- und Staatshaftungsrechts&amp;#039;&amp;#039;. Springer, Berlin 2004, ISBN 3-540-20400-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Allgemeines Verwaltungsrecht (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsquelle (Preußen)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;BayRB15</name></author>
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