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	<title>Endogenes Retrovirus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T16:48:30Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Endogenes_Retrovirus&amp;diff=1109765&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2025-12-03T08:01:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Classes of ERVs.svg|mini|250px|Verschiedene Klassen endogener Retroviren, [[Dendrogramm]] erstellt anhand der Sequenz des &amp;#039;&amp;#039;pol&amp;#039;&amp;#039;-Gens]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Endogene Retroviren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ERV&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) sind [[Retroviren]], die keinen vollständigen [[Replikation]]szyklus durchlaufen, sondern als [[Provirus]] von Generation zu Generation im [[Genom]] des [[Wirt (Biologie)|Wirts]] weitervererbt werden. Man nimmt an, dass sie vor vielen Generationen durch [[Infektion]] der [[Keimbahn]]zellen von Menschen und anderen [[Wirbeltiere]]n entstanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eigenschaften ==&lt;br /&gt;
Retroviren sind [[Viren]], die mit Hilfe des viralen Enzyms [[Reverse Transkriptase]] ihr [[Ribonukleinsäure|RNA]]-Genom in [[Desoxyribonukleinsäure|DNA]] umschreiben, um sie in das Genom ihrer Wirtszelle integrieren zu können. Die meisten Retroviren können nur einige [[Soma (Zellbiologie)|somatische]] [[Zelltyp]]en infizieren. Wenn es einigen gelingt, [[Keimzelle]]n zu infizieren und damit auf die nachfolgenden Generationen weitervererbt zu werden, werden sie zu endogenen Retroviren, die über lange Zeiträume im Genom ihrer Wirtsspezies verbleiben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Teil bleiben endogene Retroviren nur über kurze Zeit (einige hundert Generationen) infektiös, weil sich bei der Replikation durch den Wirt Mutationen ansammeln, die zur schleichenden Virus-Inaktivierung führen. Grundsätzlich neigen die endogenen Retroviren zu Mutationen, weil sie keine Proteine codieren, die für die Zellen notwendig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere bleiben aktiv und können weiterhin exogene [[Virion|Viruspartikel]] produzieren. Vollständige und damit prinzipiell replikationsfähige [[Provirus|Proviren]] sind jedoch die Ausnahme und machen nur etwa 0,5 Prozent des menschlichen Genoms aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=32665 |titel=Parasiten im Genom |autor=Christiane Hohmann |werk=[[Pharmazeutische Zeitung]] |datum=2010-07 |zugriff=2017-08-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter bestimmten Bedingungen kann eine Remobilisierung der endogenen Retroviren stattfinden, die dann eine [[Transposon|Transposition]] durchführen. Diese mobilen Elemente, bei denen zum Teil nur die [[Long terminal repeat|LTR]]-Regionen noch vorhanden ([[Konservierung#Evolution|konserviert]]) sind, werden dann auch als [[LTR-Retrotransposon]]s bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Endogene Retroviren wurden Ende der 1960er Jahre entdeckt. Drei verschiedene Typen endogener Retroviren wurden etwa gleichzeitig beschrieben: Das [[Aviäres Leukosevirus|Aviäre Leukosevirus]] (ALV) aus dem Haushuhn (&amp;#039;&amp;#039;Gallus gallus&amp;#039;&amp;#039;) und das [[Murines Leukämievirus|Murine Leukämievirus]] (MLV) sowie das [[Maus-Mammatumorvirus]] (MMTV) aus der [[Hausmaus]] (&amp;#039;&amp;#039;Mus musculus&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2007 ging man davon aus, dass nur die einfachen, nicht jedoch die komplexen Retroviren zu endogenen Retroviren werden können (eine Ausnahme bilden die [[Spumaviren]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Robin A. Weiss: &amp;#039;&amp;#039;The discovery of endogenous retroviruses&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Retrovirology.&amp;#039;&amp;#039; 3. Oktober 2006, Band 3, S. 67 → &amp;#039;&amp;#039;Review.&amp;#039;&amp;#039; PMID 17018135, [[doi:10.1186/1742-4690-3-67]].&amp;lt;/ref&amp;gt; 2007 wurde dann das erste endogene Retrovirus, das von einem [[Lentivirus]] und damit von einem komplexen Retrovirus stammt, beschrieben: Das &amp;#039;&amp;#039;rabbit endogenous lentivirus type K&amp;#039;&amp;#039; (RELIK).&amp;lt;ref&amp;gt;Aris Katzourakis, Michael Tristem, Oliver G. Pybus, Robert J. Gifford: &amp;#039;&amp;#039;Discovery and analysis of the first endogenous lentivirus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Proceedings of the National Academy of Sciences.&amp;#039;&amp;#039; (PNAS) 10. April 2007, Band 104, Nr. 15, S. 6261–6265, PMID 17384150, [http://www.pnas.org/content/104/15/6261.full Volltext]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die einzige Retrovirus-Gattung, von der bisher keine endogenen Retroviren beschrieben wurden, sind somit die Deltaretroviren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Humane endogene Retroviren ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Humane endogene Retroviren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;HERV&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) kommen in großer Zahl im menschlichen Genom vor. Da sie bereits vor sehr langer Zeit Bestandteil des Genoms wurden, haben sich in ihrer Sequenz zahlreiche Mutationen aller Art angesammelt, darunter [[Punktmutation]]en, [[Deletion]]en, [[Insertion (Genetik)|Insertionen]] anderer [[Retroelement]]e, [[Rekombination (Genetik)|Rekombinationen]] und [[Minisatellit|Mini-]] und [[Mikrosatellit]]en-Expansion. Die retroviralen Sequenzen sind daher bereits stark verändert und oft schwer zu finden.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Paces, Adam Pavlícek, Václav Paces: &amp;#039;&amp;#039;HERVd: database of human endogenous retroviruses.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Nucleic Acids Research]].&amp;#039;&amp;#039; 2002, Bd. 30, Nr. 1, S. 205–206, [http://nar.oxfordjournals.org/content/30/1/205.full Volltext.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Manche HERV stehen im Verdacht, an der Entwicklung mancher [[Autoimmunerkrankung]]en beteiligt zu sein, insbesondere mit [[Multiple Sklerose|Multipler Sklerose]]. Andere sorgen für die Entwicklung und Regulation wichtiger Organe, z.&amp;amp;nbsp;B. der Plazenta bei Säugetieren (siehe [[Syncytin]]).&amp;lt;ref&amp;gt;P. Perot, P. A. Bolze, F. Mallet: &amp;#039;&amp;#039;From Viruses to Genes: Syncytins.&amp;#039;&amp;#039; In: Günther Witzany (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Viruses: Essential Agents of Life.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Dordrecht / New York 2012, ISBN 978-94-007-4898-9, S. 325–361.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des [[Humangenomprojekt]]s wurden im menschlichen Genom mehrere tausend ERV gefunden, die zunächst in 24 verschiedene „Familien“ eingeteilt werden und etwa 8 % des menschlichen Genoms ausmachen.&amp;lt;ref&amp;gt;E. Lander u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Initial sequencing and analysis of the human genome.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Nature]].&amp;#039;&amp;#039; 2001, Bd. 409, S. 860–921.&amp;lt;/ref&amp;gt; Neueren Erkenntnissen zufolge sind es bereits 31 verschiedene Gruppen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ancient retroviruses&amp;quot;&amp;gt;E. C. Holmes: &amp;#039;&amp;#039;Ancient lentiviruses leave their mark.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Proceedings of the National Academy of Sciences]].&amp;#039;&amp;#039; (PNAS) 10. April 2007, Bd. 104, Nr. 15, S. 6095–6096, PMID 17404211.&amp;lt;/ref&amp;gt; die jeweils durch ein einzelnes Integrationsereignis entstanden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gifford Evolution&amp;quot;&amp;gt;R. J. Gifford: &amp;#039;&amp;#039;Evolution at the host-retrovirus interface.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Bioessays.&amp;#039;&amp;#039; Dez. 2006, Bd. 28, Nr. 12, S. 1153–1156, PMID 17117481.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Endogene Retroviren bei Schweinen ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Porcine endogene Retroviren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;PERV&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) sind die endogenen Retroviren der [[Schweine]]. Je nach Schweinerasse liegen 3 – 140 Kopien von PERV im Genom eines Schweines vor. Die Retroviren PERV-A und PERV-B finden sich bei allen Schweinerassen, PERV-C bei den meisten. Die ersten beiden Formen können im Laborversuch auch menschliche Zellen infizieren, PERV-C nur Schweinezellen. Jedoch können sich Rekombinationen der PERV bilden, die dann ebenfalls infektiös sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der einzige Weg, sie zu inaktivieren, ist die Genomentfernung mittels [[Genomchirurgie|&amp;#039;&amp;#039;Genome editing&amp;#039;&amp;#039;]]. Ein früherer Versuch mit [[Zinkfingernukleasen|Zinkfinger-Nukleasen]] ist gescheitert, da die multiplen Genveränderungen sich am Ende als [[cytotoxisch]] erwiesen haben. Nun ist es aber gelungen, zunächst in immortalen Schweine-Zelllinien mittels [[CRISPR-Cas]] 62 PERV-Sequenzen zu eliminieren, und 2017 konnten lebende Schweine gezüchtet werden, nachdem 25 PERV-Sequenzen aus dem Genom entfernt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die PERV und ihre Inaktivierung stehen im Fokus der Forschung, weil Schweine als Organspender für [[Xenotransplantation]]en in Betracht kommen und die PERV dabei ein Sicherheitsrisiko darstellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Joachim Denner: &amp;#039;&amp;#039;Paving the path toward procine Organs for transplantation&amp;#039;&amp;#039; [[New England Journal of Medicine]] 2017, Band 377, Ausgabe 19 vom 9. November 2017, Seiten&amp;amp;nbsp;1891–1893, [[doi:10.1056/NEJMcibr1710853]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2017-08/crispr-gentechnik-organspende-schweine-transplantation |titel=Schwein ist mein ganzes Herz |autor=Sven Stockrahm |werk=[[Zeit Online]] |datum=2017-07-11 |zugriff=2017-08-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Retrotransposons, Endogenous Retroviruses, and the Evolution of Retroelements.&amp;#039;&amp;#039; In: John M. Coffin, Stephen H. Hughes, Harold Varmus: &amp;#039;&amp;#039;Retroviruses.&amp;#039;&amp;#039; Cold Spring Harbor Laboratory Press, Plainview NY 1997, ISBN 0-87969-497-1.&lt;br /&gt;
* Roswitha Löwer, [[Johannes Löwer]], [[Reinhard Kurth]]: &amp;#039;&amp;#039;The viruses in all of us: Characteristics and biological significance of human endogenous retrovirus sequences.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Proceedings of the National Academy of Sciences.&amp;#039;&amp;#039; (PNAS) 28. Mai 1996, Bd. 93, Nr. 11, S. 5177–5184, [http://www.pnas.org/content/93/11/5177.full.pdf+html Volltext] (PDF).&lt;br /&gt;
* Luis P Villarreal: &amp;#039;&amp;#039;Viruses and the Evolution of Life.&amp;#039;&amp;#039; ASM Press, Washington 2005.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* kereng: [https://www.ag-evolutionsbiologie.net/html/2010/evolutionsbeweis-retroviren.html Evolutionsbeweis durch endogene Retroviren], AG EvoBio vom 13. September 2010, abgerufen am 16. Februar 2020.&lt;br /&gt;
* [https://herv.img.cas.cz/ HERVd – Human Endogenous Retrovirus Database], Institute of Molecular Genetics of the ASCR, abgerufen am 16. Februar 2020.&lt;br /&gt;
* Nadja Podbregar: [https://www.scinexx.de/dossierartikel/geheime-helfer/ Geheime Helfer - Welche Funktion haben endogene Retroviren in uns?], auf: scinexx.de vom 5. November 2010, abgerufen am 16. Februar 2020&lt;br /&gt;
* [[Reinhard Kurth]]: [https://www.spektrum.de/magazin/entdeckung-von-viren-im-menschlichen-erbgut/821099 Entdeckung von Viren im menschlichen Erbgut], Spektrum der Wissenschaft 9 / 1993&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--kein Taxon--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Retroviren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nicht-taxonomische Virusgruppe]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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