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	<title>Emser Erlass - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-01T14:31:50Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Emser_Erlass&amp;diff=2459961&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Jordi: S. 29f</title>
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		<updated>2026-04-28T15:48:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;S. 29f&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Alexander II of Russia by A.M.Wegner (1870s, Hermitage).jpg|mini|Alexander II.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ems 4Tuerme 07.JPG|mini|Vier Türme-Haus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Emser Erlass&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Emser [[Ukas]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Ukas von Bad Ems&amp;#039;&amp;#039;, {{ruS|Эмсский указ|uk=Емський указ}}) unterzeichnete der russische Kaiser [[Alexander II. (Russland)|Alexander II.]] am [[30. Mai]] [[1876]] in [[Bad Ems]], wo er sich als [[Kurgast]] aufhielt, im [[Karlsburg (Bad Ems)|Vier-Türme-Haus]]. Der Zar verbot damit die Einfuhr und Veröffentlichung von Schriften in [[Ukrainische Sprache|ukrainischer]] und [[Belarussische Sprache|belarussischer Sprache]] im [[Russisches Kaiserreich|Russischen Kaiserreich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Mit dem sogenannten [[Walujew-Rundschreiben]] hatte der russische Innenminister [[Pjotr Alexandrowitsch Walujew|Walujew]] im Zusammenhang mit dem polnischen [[Januaraufstand]], der auch auf die [[Ukraine]] übergegriffen hatte, bereits 1863 die Verwendung der [[Ukrainische Sprache|ukrainischen]] und [[Russinische Sprache|russinischen Sprache]] („des kleinrussischen Dialekts“) in wissenschaftlichen und religiösen Publikationen sowie Schulbüchern verboten. Eine kaiserliche Kommission, die „ukrainophile Propaganda“ untersuchte, kam zu dem Ergebnis, dass die Verwendung der ukrainischen Sprache staatsgefährdende Auswirkungen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Monschauer: &amp;#039;&amp;#039;Als der Zar Ukrainisch verbot&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies führte dazu, dass der Geltungsbereich des Walujew-Rundschreibens ausgedehnt wurde und Alexander II. am 30. Mai 1876 den Emser Erlass unterzeichnete. Er verbot im gesamten Russischen Kaiserreich den Druck, die Einfuhr und die Verbreitung jeglichen Schrifttums in klein- oder weißrussischer Sprache in allen Formen, auch im Theater, und stellte Zuwiderhandlungen unter Strafe.&amp;lt;ref&amp;gt;Viktor V. Tymčenko: &amp;#039;&amp;#039;Ukraine.&amp;#039;&amp;#039; 2009, S. 75; Andreas Kappeler: &amp;#039;&amp;#039;Kleine Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; S. 133.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;BSSK&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Daniel Bunčić ([[Universität zu Köln]]) |url=https://www.researchgate.net/publication/372523689_Sprach-und_Schriftkampfe_Serbien_Belarus_Ukraine |titel=Sprach- und Schriftkämpfe: Serbien, Belarus, Ukraine |datum=2023 |sprache=de |abruf=2026-04-28 |kommentar=Ringvorlesung 2023, Folie 29–30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach konnten Schriften in diesen Sprachen nur noch im Ausland erscheinen. Ukrainisches Schrifttum entstand vor allem im benachbarten [[Österreich-Ungarn]], besonders im damals [[Cisleithanien|cisleithanischen]] [[Galizien]], wo ebenfalls Ukrainisch gesprochen wurde. Die Maßnahme trug so ungewollt dazu bei, dass sich ein ukrainisches Nationalbewusstsein und eine gemeinsame literarische Sprache und Kultur auf beiden Seiten der Grenze zwischen Österreich-Ungarn und dem Zarenreich herausbildete.&amp;lt;ref&amp;gt;Plokhy: &amp;#039;&amp;#039;Das Tor Europas&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Kontext der russischen [[Russische Revolution 1905|Revolution von 1905]] regte zunächst die [[Russische Akademie der Wissenschaften]] gewisse Lockerungen an, die unter anderem die Verwendung der ukrainischen Sprache im Russischen Reich wieder erleichtern sollten.&amp;lt;ref&amp;gt;Viktor V. Tymčenko: &amp;#039;&amp;#039;Ukraine.&amp;#039;&amp;#039; 2009, S. 76; Monschauer: &amp;#039;&amp;#039;Als der Zar Ukrainisch verbot&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie bewertete Ukrainisch („Kleinrussisch“) nicht mehr als bloßen Bauerndialekt, sondern als eigenständige Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Plokhy: &amp;#039;&amp;#039;Das Tor Europas&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. Oktober 1905 veröffentlichte Zar [[Nikolaus II. (Russland)|Nikolaus II.]] auf Vorschlag von [[Sergei Witte]] das sogenannte [[Oktobermanifest]]. Es proklamierte die [[Meinungsfreiheit]] und erlaubte in diesem Zusammenhang auch Publikationen in Minderheitssprachen wie dem Ukrainischen. Damit wurde der Emser Erlass faktisch aufgehoben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BSSK&amp;quot; /&amp;gt; Bereits im Dezember 1905 erschienen die ersten beiden Zeitungen in ukrainischer Sprache,&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.lexikus.de/bibliothek/Die-ukrainische-Staatsidee-und-der-Krieg-gegen-Russland/II-Die-Entwicklung-der-ukrainischen-Staatsidee-)/4-Die-Ukraine-als-russische-Provinz-(seit-1781)/d)-Die-letzten-Jahre-der-nationalukrainischen-Bewegung-und-Oesterreich Dmytro Donzow: &amp;#039;&amp;#039;Die ukrainische Staatsidee und der Krieg gegen Russland&amp;#039;&amp;#039;], 1915, Kap. 4.4 (d).&amp;lt;/ref&amp;gt; ab 1906 die weißrussischsprachige Wochenzeitung &amp;#039;&amp;#039;[[Nascha Niwa]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Daniel Bunčić ([[Universität zu Köln]]) |url=https://www.researchgate.net/publication/372523689_Sprach-und_Schriftkampfe_Serbien_Belarus_Ukraine |titel=Sprach- und Schriftkämpfe: Serbien, Belarus, Ukraine |datum=2023 |sprache=de |abruf=2026-04-28 |kommentar=Ringvorlesung 2023, Folie 17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die spätere Rücknahme von Teilen der im Manifest von 1905 eingeräumten Freiheiten berührte die Möglichkeit, in Russland Texte in allen Sprachen zu publizieren, bis 1917 nicht mehr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BSSK&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gedenken und Nachwirkungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ems Ukaz plaque in Bad Ems.JPG|miniatur|Gedenktafel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Emser Erlass ist ein Zeugnis der [[Russifizierung]]spolitik im [[Imperialismus# Zeitalter des Imperialismus (ca. 1870–1914)|imperialistischen]] Russischen Reich. Ein russisches Dominanz- und Überlegenheitsdenken gegenüber der ukrainischen Sprache hat sich auch in [[Geschichte der Sowjetunion|sowjetischer]] Zeit erhalten und wird von russischen [[Nationalismus|Nationalisten]] bis heute vertreten und besonders im [[Putinismus]] gepflegt. So hat [[Wladimir Putin]] den zaristischen Sprachenerlass in seinem im Juli 2021 verbreiteten Essay &amp;#039;&amp;#039;[[Zur historischen Einheit von Russen und Ukrainern]]&amp;#039;&amp;#039; ausdrücklich erwähnt und ihn als notwendige Schutzmaßnahme gerechtfertigt und damit in den Rechtfertigungsdiskurs des [[Russischer Überfall auf die Ukraine seit 2022|russischen Überfalls auf die Ukraine 2022]] eingebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;Monschauer: &amp;#039;&amp;#039;Als der Zar Ukrainisch verbot&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Vier-Türme-Haus in Bad Ems, in dem Alexander II. den Emser Erlass unterzeichnet hat, weist heute eine Gedenktafel auf den historischen Ort hin. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 wurden ein Hinweisschild auf die historische Stätte und ein dort angebrachtes [[Wappen der Ukraine|ukrainisches Staatswappen]] von Unbekannten entfernt. Vermutet wird dahinter politisch motivierter [[Vandalismus]].&amp;lt;ref&amp;gt;Monschauer: &amp;#039;&amp;#039;Als der Zar Ukrainisch verbot&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- nach Autoren / Herausgebern alphabetisch geordnet --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Andreas Kappeler]] |Titel=Kleine Geschichte der Ukraine |Verlag=C. H. Beck |Ort=München |Datum=2019 |Auflage=5. überarbeitete und aktualisierte |ISBN=978-3-406-73558-5 |Seiten=133 ff.}}&lt;br /&gt;
* [[Paul Robert Magocsi]]: &amp;#039;&amp;#039;A History of Ukraine&amp;#039;&amp;#039;. University of Toronto Press, Toronto 1996, ISBN 0-8020-0830-5, S. 372 f.&lt;br /&gt;
* Mirko Monschauer: &amp;#039;&amp;#039;Als der Zar Ukrainisch verbot&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Wormser Zeitung]].&amp;#039;&amp;#039; 26. November 2022, S. 7.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Serhii Plokhy]] |Titel=Das Tor Europas. Die Geschichte der Ukraine |Originaltitel=The gates of Europe |Originalsprache=en |Übersetzer=Anselm Bühling u.&amp;amp;nbsp;a. |Verlag=Hoffmann und Campe |Ort=Hamburg |Datum=2022 |ISBN=978-3-455-01526-3 |Seiten=246–250 }}&lt;br /&gt;
* Viktor V. Tymčenko: &amp;#039;&amp;#039;Ukraine: Einblicke in den neuen Osten Europas&amp;#039;&amp;#039;. Ch. Links Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-86153-488-4, S. 75 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Эмский указ|Emser Erlass|lang=ru}}&lt;br /&gt;
* [https://www.br.de/nachrichten/kultur/wir-waren-kurzsichtig-so-hadert-russland-mit-sich-selbst,T7JYx09 Reflexion von Peter Jungblut bei der Kulturredaktion des Bayerischen Rundfunks] zu einem [https://www.gazeta.ru/comments/column/bovt/14912030.shtml?updated Beitrag des russischen Politologen Georgi Bovt] vom 30. Mai 2022 in der russischen Online-Zeitung Gazeta, welche politischen Folgen der Emser Erlass nach sich zog, abgerufen am 14. August 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;Anm.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ukrainische Sprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ukrainische Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik (Russisches Kaiserreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Russische Geschichte (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik 1876]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachpolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bad Ems]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jordi</name></author>
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