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	<title>Empfindung - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Empfindung&amp;diff=77043&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Fan-vom-Wiki: Subreferenzen formatiert</title>
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		<updated>2025-12-17T01:19:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Subreferenzen formatiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Empfindung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist heute vor allem ein [[neurophysiologisch]] und [[Neuropsychologie|neuropsychologisch]] definierter Begriff. Er hat damit Eingang in die [[Medizin]] und [[Biologie]] gefunden als durch [[Reiz]]&amp;amp;shy;einwirkung hervorgerufener Elementarvorgang, der nach den Vorstellungen der [[Assoziationspsychologie]] zur [[Wahrnehmung]] wird.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Empfindung&amp;#039;&amp;#039;. In: Norbert Boss (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Roche Lexikon Medizin&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage. Hoffmann-La Roche AG und Urban &amp;amp; Schwarzenberg, München 1987, ISBN 3-541-13191-8, S. 483.&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter Empfindung wird somit eine Vorbedingung der Wahrnehmung und eine erste Stufe solcher neuronaler Vorgänge verstanden, die letztlich Wahrnehmung ermöglichen ([[Sinnlichkeit]]). Als früher Beitrag zur Elementarlehre der Empfindung kann die Theorie der [[Spinalirritation#Wilhelm Griesinger|Spinalirritation]] von [[Wilhelm Griesinger]] (1817–1868) gelten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;B&amp;amp;I&amp;quot;&amp;gt;[[Klaus Dörner]]: &amp;#039;&amp;#039;Bürger und Irre. Zur Sozialgeschichte und Wissenschaftssoziologie der Psychiatrie.&amp;#039;&amp;#039; (1969) Fischer Taschenbuch, Bücher des Wissens, Frankfurt am Main 1975, ISBN 3-436-02101-6; zu Stw. „Empfindung“ S. 322; zu Stw. „Spinalirritation“ S. 324.&amp;lt;/ref&amp;gt; Empfindungen können daher im Gegensatz zur [[Apperzeption]] auch unterschwellig bzw. [[unbewusst]] und [[Vegetatives Nervensystem|vegetativ]] verarbeitet werden. Der umgangssprachliche Begriff, der eine lange Begriffsgeschichte aufweist, ist dabei auch von dem in der [[Philosophie]], [[Psychologie]] und [[Psychopathologie]] wissenschaftlich definierten Terminus zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Der Begriff Empfindung ist seit dem 14. bis 15. Jahrhundert belegt (spätmhd. &amp;#039;&amp;#039;emphindunge&amp;#039;&amp;#039;) Im Deutschen gilt die Bezeichnung, die auch in dem Verb „empfinden“ (ahd. &amp;#039;&amp;#039;intfindan&amp;#039;&amp;#039; 8.–11. Jahrhundert) anzutreffen ist, als Ausdruck von seelischen Gefühlen, wie Schmerz, Reue, Freundschaft empfinden. Sie ist als Wortstamm auch in der Bezeichnung [[Empfindsamkeit]] als Terminus für eine literarische und musikalische Stilrichtung im Umfeld des [[Pietismus]] enthalten.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Empfindung&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Günther Drosdowski]]: &amp;#039;&amp;#039;Etymologie. Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache; Die Geschichte der deutschen Wörter und der Fremdwörter von ihrem Ursprung bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Band 7. 2. Auflage. Dudenverlag, Mannheim 1997, ISBN 3-411-20907-0, S. 155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Philosophie ==&lt;br /&gt;
Eine [[erkenntnistheoretisch]]e Richtung, die von der Empfindung als grundlegenden Elementen ausgeht, aus denen Erkenntnis zusammengesetzt ist, wird in der Philosophie als [[Sensualismus]] (englisch &amp;#039;&amp;#039;sensation&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet. Während der allgemeine Sprachgebrauch in Deutschland die Empfindung eher als innere Erfahrung auffasst – vgl. Kapitel [[#Etymologie|Etymologie]], wurde durch die englische Philosophie, vornehmlich durch [[John Locke]] (1632–1704), auf die Bedeutung der „äußeren“ [[Erfahrung]] hingewiesen, während [[David Hume]] (1711–1776) auch auf die „innere“ Erfahrung Wert legte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PWB&amp;quot; details=&amp;quot;zu Lexikon-Stw. „Sensualismus“ S. 632.&amp;quot;&amp;gt;[[Georgi Schischkoff]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Philosophisches Wörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; 14. Auflage. Alfred-Kröner, Stuttgart 1982, ISBN 3-520-01321-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese gegensätzlichen Sichtweisen bestimmen die Unterscheidung der Erkenntnisse [[a priori]] und [[a posteriori]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits [[Gottfried Wilhelm Leibniz]] (1646–1716) betont die Selbsttätigkeit der Seele und spricht in diesem Zusammenhang von Empfindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WPG&amp;quot; details=&amp;quot;„Gottfried Wilhelm Leibniz“.&amp;quot;&amp;gt;[[Friedrich Kirchner (Philosoph)|Friedrich Kirchner]]: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe.&amp;#039;&amp;#039; (Neubearbeitung von Carl Michaëlis unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Kirchner’s Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe&amp;#039;&amp;#039;) 5. Auflage. Leipzig 1907; zu Stw. „Empfindung“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Immanuel Kant]] (1724–1804) nennt das Reale als den Gegenstand der Empfindung, die Empfindung selbst ein Zusammenspiel von Begriff und Anschauung (KrV B 207). Es heißt an dieser Stelle: „Wahrnehmung ist das empirische Bewußtsein, d.&amp;amp;nbsp;i. ein solches, in welchem zugleich Empfindung ist“. Weiter sagt Kant, Empfindung sei die Materie der Wahrnehmung (KrV B 209). Empfindung sei nur der Begriff von etwas innerhalb der [[Erfahrung]], von welchem wir „nichts a priori haben, als unbestimmte Begriffe der Synthesis möglicher Empfindungen, sofern sie zur Einheit der [[Apperzeption]] (in einer möglichen Erfahrung) gehören“ (KrV B 751). Kant unterscheidet zwischen Vorstellung überhaupt (&amp;#039;&amp;#039;representatio&amp;#039;&amp;#039;) als oberster Gattung aller Vorstellungen (KrV B 376) und weiteren darunter zusammengefassten Begriffen. Dazu zählen:&lt;br /&gt;
# Die Vorstellung mit Bewusstsein: Sie wird von Kant lat. &amp;#039;&amp;#039;perceptio&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
# Die Empfindung: Diese ist nach Kant eine Vorstellung, die sich lediglich auf das Subjekt als die Modifikation seines Zustandes bezieht. Sie wird von ihm lat. &amp;#039;&amp;#039;sensatio&amp;#039;&amp;#039; genannt (B 376).&lt;br /&gt;
# Die objektive Perzeption: Sie ist nach Kant [[Erkenntnis]], lat. &amp;#039;&amp;#039;cognitio&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine eigene Lehre der Empfindung hat [[Johann Gottfried Herder]] (1744–1803) aufgestellt. Anstatt einer &amp;#039;&amp;#039;Kritik der Vernunft&amp;#039;&amp;#039; forderte er zuerst eine &amp;#039;&amp;#039;[[Physiologie]]&amp;#039;&amp;#039; der menschlichen Erkenntniskräfte.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Lehwalder: &amp;#039;&amp;#039;Herders Lehre und Empfinden. Versuch einer Interpretation v. H.s Schrift „Vom Erkennen u. Empfinden“ sowie Versuch einer Interpretation v. H.s Schrift „Vom Erkennen u. Empfinden der menschlichen Seele“ u. zugleich ein Beitrag zur modernen Problematik des Empfindungsbegriffs&amp;#039;&amp;#039;. Dissertation Kiel, 1955.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf den Einwand einer Physiologie des menschlichen Verstandes, wie er bereits von John Locke (1632–1704) erhoben worden war, geht Kant in seiner Kritik der reinen Vernunft bereits zu Anfang ein (KrV, A IX). Die [[Neukantianismus#Marburger Schule|Marburger Schule]] hat zum Begriff der Empfindung einen eigenen Standpunkt entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In neuerer Zeit ist nicht nur in der [[Erkenntnislehre]] von [[Wilhelm Dilthey]], [[Johannes Rehmke]], [[Andreas Joseph Hofmann]], [[Theodor Haering]], sondern auch in der Psychologie ([[Gestaltpsychologie]]) die Bedeutung der Empfindungen als Aufbauelemente der [[Wahrnehmung]] und Vorstellungen bestritten worden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PWB&amp;quot; details=&amp;quot;zu Lexikon-Stw. „Empfindung“, S. 150.&amp;quot; /&amp;gt; Die Gestaltpsychologie vertritt die Auffassung, dass Empfindung und Wahrnehmung gemeinsam für die Bewusstseinsbildung verantwortlich seien und daher von größerer Bedeutung als die Summe beider Teile.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Psychologie ==&lt;br /&gt;
Zwischen den Elementaristen bzw. Vertretern der [[Elementenpsychologie]] und [[Assoziationspsychologie]] einerseits und den Vertretern der [[Ganzheitspsychologie]] andererseits ist die Streitfrage aufgetreten, ob Empfindungen von Wahrnehmungen sicher abgegrenzt werden können. Die Aussage von [[Wilhelm Wundt]] diente hier als Ausgangspunkt, wonach Empfindung ein Element sei, Wahrnehmung dagegen aus Komplexen dieser Elemente bestehe. Dazu hat die [[Wahrnehmungstheorie]] eine Fülle weiterer Hypothesen aufgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Peter R. Hofstätter]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Psychologie&amp;#039;&amp;#039;. Das Fischer Lexikon, Fischer-Taschenbuch, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1972, ISBN 3-436-01159-2; S.&amp;amp;nbsp;347 ff. zu Lemma „Wahrnehmungstheorie“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;LDP&amp;quot; details=&amp;quot;Sp. 457 zu Lemma „Empfindung“, Stw. „Wundt“.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Psychische Basisfunktionen Jung-de.svg|hochkant=1.5|mini|Persönlichkeitstypologie: Die hellen Zonen der Grafik symbolisieren die typische Einstellung des &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Empfindungstypus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; nach C.G. Jung als einer superioren Funktion. In der Grafik ist die habituelle Einstellung leicht zum „Pol des Denkens“ verschoben. Es soll damit angedeutet werden, dass es sich bei den Einstellungstypen häufig um Mischformen mit „benachbarten“ Grundfunktionen handelt. Hier im Beispiel besteht eine gewisse Tendenz zum „empirischen Denken“ (Mischform zwischen den Grundformen „Empfindung“ und „Denken“). Die dunkleren Zonen der Grafik repräsentieren zunächst die Hilfsfunktionen (hier: „Denken“ und „Fühlen“), die dunkelsten Zonen die inferioren Funktionen oder minderwertigen Funktionen (hier: „Intuieren“). Der hier in der Abbildung gewählte Mischtyp ist nach Jung als persönliche Tendenz zum [[Konkretismus (Psychologie)|Konkretismus]] zu verstehen.]]&lt;br /&gt;
[[C.G. Jung]] (1875–1961) sieht in der Empfindung eine von insgesamt vier psychologischen Grundfunktionen neben [[Denken]], [[Fühlen (Psychologie)|Fühlen]] und [[Intuition|Intuieren]]. Er unterscheidet zwischen abstrakter Empfindung und sinnlicher oder konkreter Empfindung. Die abstrakte Empfindung sei insofern auch als [[ästhetisch]] zu bezeichnen, als sie sich von subjektiven Beimengungen von [[Emotion|Gefühl]] und [[Gedanken]] absondert. Diese abstrakte Empfindung sei ein Produkt der funktionellen Differenzierung, insofern dabei auch der [[Wille]] als Richtungselement mitwirke. Die Empfindung charakterisiere sehr stark das Wesen des Kindes. Ein Mensch, der seine Gesamteinstellung nach dem Prinzip der Empfindung orientiert, wird von Jung als Persönlichkeit vom Empfindungstypus beschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Carl Gustav Jung]]: &amp;#039;&amp;#039;Definitionen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Werke.&amp;#039;&amp;#039; Band 6, Walter-Verlag, Düsseldorf 1995, ISBN 3-530-40081-5; zu Stw. „Empfindung“, S. 456&amp;amp;nbsp;ff., §&amp;amp;nbsp;713 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Jung weisen alle seelischen Grundfunktionen eine Gegensatzstruktur auf. Das Empfinden ist dem Intuieren und das Denken dem Fühlen entgegengesetzt. Als wesentlich für den Empfindungstypus wird von Jung die Bedeutung der sinnlichen Daten angesehen, der Sinn für die Realität und für die Berücksichtigung aller Einzelheiten einer Begebenheit. Empfinden und Intuieren werden als &amp;#039;&amp;#039;[[irrational]]e Funktionen&amp;#039;&amp;#039; angesehen, was besagt, dass die empfundenen oder intuierten Gegebenheiten nicht bewertet werden, wie dies im Gegensatz dazu beim Denken oder Fühlen sehr wohl der Fall ist. Beim Empfindungstypus wird den festgestellten eigenen [[Anschauung]]en kein Sinn verliehen. Die Dinge werden vielmehr so aufgenommen, „wie sie sind“. Im Gegensatz dazu erfassen Menschen, die dem Intuitionstypus zuzuordnen sind, die Gesamtstimmung, das Gesamtkolorit und den inneren Sinn eines Geschehens. Auch die übrigen psychologischen Grundfunktionen dienen als Einteilungsprinzipien für die Persönlichkeitstypologie nach Jung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jolande Jacobi]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Psychologie von C.G. Jung&amp;#039;&amp;#039;. Eine Einführung in das Gesamtwerk. Mit einem Geleitwort von C.G. Jung. Fischer Taschenbuch, Frankfurt März 1987, ISBN 3-596-26365-4; zu Stw. „Empfindung als Bewusstseinsfunktion“, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Hubert Rohracher]] (1903–1972) bezeichnet Empfindung als eine „nicht weiter auflösbare psychische Erscheinung, die durch äußere, auf die Sinnesorgane wirkende Reize erzeugt wird und in ihrer Intensität von der Reizstärke, in ihrer Qualität von der Art des Sinnesorgans abhängt“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rohracher&amp;quot; details=&amp;quot;zit. nach Arnold, Sp. 456.&amp;quot;&amp;gt;[[Hubert Rohracher]]: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Psychologie&amp;#039;&amp;#039;. 10. Auflage. München 1971.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kontrovers wurde in der Vergangenheit die Unterscheidung zwischen Empfindung und [[Wahrnehmung]] angesehen. Hubert Rohracher&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rohracher&amp;quot; details=&amp;quot;S. 115.&amp;quot; /&amp;gt; und Wilhelm Wundt&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wilhelm Wundt]]: &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge der physiologischen Psychologie.&amp;#039;&amp;#039; 1. Auflage. Leipzig 1874.&amp;lt;/ref&amp;gt; haben beide die Begriffe voneinander unterschieden. Sie standen damit allerdings im Gegensatz zur [[Gestaltpsychologie]] (siehe auch die oben im Kapitel [[#Philosophie|&amp;#039;&amp;#039;Philosophie&amp;#039;&amp;#039;]] erwähnten &amp;#039;&amp;#039;erkenntnistheoretischen&amp;#039;&amp;#039; Auffassungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versteht man unter [[Induktion (Denken)|Induktion]] ein intellektuelles Vorgehen, das darin besteht, über eine endliche Zahl gegebener Aussagen und Beobachtungen zu einem diese implizierenden [[Schlussfolgerung|Schluss]] zu kommen, so ist der Empfindungstypus zum induktiven Denken disponiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LDP&amp;quot; details=&amp;quot;Sp. 969 zu Lemma „Induktion“.&amp;quot;&amp;gt;[[Wilhelm Karl Arnold]] u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Psychologie&amp;#039;&amp;#039;. Bechtermünz, Augsburg 1996, ISBN 3-86047-508-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neurophysiologie ==&lt;br /&gt;
Empfindung ist ein [[neuron]]aler Erregungserfolg und wird bei der Sinneswahrnehmung sozusagen „zuerst“ in den [[sensorisch]]en [[Zentrum (Neuroanatomie)#Kritik|primären Zentren]] des Gehirns wirksam, bevor er dann als [[Wahrnehmungstheorie|spezifische Wahrnehmung]] in anderen sekundären und tertiären Zentren des Gehirns [[Bewusstsein#Neurowissenschaften|bewusst]] werden kann ([[Gnosis (Neuropsychologie)|gnostische]] Verarbeitung). Störungen der primären Zentren machen sich als [[Großhirnrinde|kortikale]] [[Agnosie]]n bemerkbar (so z.&amp;amp;nbsp;B. als [[Rindenblindheit]]). Empfindung ist daher an einen [[Anatomie|anatomisch]] zu beschreibenden Apparat gebunden. Dieser besteht aus [[Rezeptor (Physiologie)|Rezeptoren]] für die Reizaufnahme in den Sinnesorganen oder aus den zoenästetischen Apparaten und [[Organell]]en aus dem Körperinneren (viszerale Sensibilität) und den entsprechenden Nervenbahnen, die von dort zu den primären Hirnzentren verlaufen. Die Physiologie der Empfindung als biologisch organisierter Ablauf ist also wie folgt gegliedert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Fortleitung eines neuronalen Reizes von den Rezeptoren der Sinnesorgane und teilweise auch denen der [[Enterozeption]] zu den sog. primären [[Projektion (Nervensystem)#Projektionszentren|Projektionsfeldern]] des Gehirns&lt;br /&gt;
# Abbildung dieser Reize auf den dazu vorgesehenen Rindenfeldern und Weiterleitung zu den sekundären und tertiären Rindenfeldern zur gnostischen Verarbeitung (bewussten Wahrnehmung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen prinzipiell zweigliedrigen Vorgang der Reizübertragung (1) in das zentrale Nervensystem und (2) die sich dort anschließende „Auswertung“ der übertragenen Informationen unterscheidet auch die englische Sprache mit dem Begriffspaar &amp;#039;&amp;#039;sensation&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;perception&amp;#039;&amp;#039;. Der Begriff von engl. &amp;#039;&amp;#039;sensation&amp;#039;&amp;#039; liegt also auch der deutschen Bedeutung von „Empfindung“ zugrunde. Empfindung wird streng sinnesphysiologisch als „das primäre unmittelbare psychische [[Korrelat (Psychologie)|Korrelat]] einer Sinneserregung“ angesehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LDP&amp;quot; details=&amp;quot;Sp. 457 zu Lemma „Empfindung“.&amp;quot; /&amp;gt;Aufgrund des [[Bewusstsein#Das Qualiaproblem|Qualiaproblems]] ist allerdings keine exakte und hinreichende naturwissenschaftliche Begründung für Bewusstseinsphänomene zu erzielen, vgl. a. → [[Perzept]]. In der Philosophie hat man schon lange von Empfindung gesprochen, bevor die näheren physiologischen Einzeltatsachen überhaupt bekannt waren (siehe Kapitel &amp;#039;&amp;#039;[[#Philosophie|Philosophie]]&amp;#039;&amp;#039;). Hier liegt somit eine rein [[Rationale Psychologie|rationale Einteilung]] vor, die unabhängig von anatomischen und physiologischen Forschungsergebnissen ist, ihnen aber nicht widerspricht (siehe auch: → [[Konvergenz (Philosophie)|Konvergenz]]). Dass Empfindungen eine Beziehung zu Bewusstseinsqualitäten haben, geht auch hervor aus Phänomenen fehlbezogener Empfindungen (referred sensations) bei sog. [[Phantomschmerz|Phantomgliedern]] Amputierter.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Manfred Spitzer]]: &amp;#039;&amp;#039;Geist im Netz. Modelle für Lernen, Denken und Handeln.&amp;#039;&amp;#039; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1996, ISBN 3-8274-0109-7; zu Stw. „fehlbezogene Empfindungen bei Phantomgliedern“, S. 161 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sonst ist der Begriff Empfindung mit [[Sensibilität (Medizin)|Sensibilität]] weitgehend synonym, wobei jedoch auf den Unterschied in der Bedeutung zwischen sensibel und [[sensorisch]] hinzuweisen ist (siehe auch: [[Topistische Hirnforschung]]). Sensitive und sensorielle Empfindung werden vielfach voneinander unterschieden. Der Schwerpunkt sensorieller Empfindung liegt bei der Außenwelt, derjenige der sensitiven Empfindung im eigenen Körper.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WPG&amp;quot; details=&amp;quot;„Unterscheidung sensitiv-sensoriell“, [http://www.textlog.de/950.html textlog.de].&amp;quot; /&amp;gt; Der Gebrauch des Begriffs „Empfindung“ in einem neurophysiologisch definierten Sinne schließt nicht aus, dass dieser nicht nur in der wissenschaftlichen Formalsprache, sondern auch in der Umgangssprache eine aktuelle oder zurückliegende Bedeutungsgeschichte aufzeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Psychopathologie ==&lt;br /&gt;
Als Störung des Empfindens bezeichnet [[Karl Jaspers]] (1883–1969) bestimmte Anomalien des [[Gegenstand]]s&amp;amp;shy;bewusstseins, die als Veränderungen der Wahrnehmungsfähigkeit aufgefasst werden können. Hier sind zunächst Intensitäts- und Qualitätsveränderungen sowie abnorme Mitempfindungen als Wahrnehmungsanomalien zu unterscheiden. Diese Störungen können sich auch als Anomalien der Gefühle und Gemütszustände oder als Störung psychosomatischer Grundtatsachen bemerkbar machen:&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Jaspers]]: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Psychopathologie.&amp;#039;&amp;#039; 9. Auflage. Springer, Berlin 1973, ISBN 3-540-03340-8; zu Stw. „Wahrnehmungsanomalien aufgrund gestörter Empfindungen“, S. 52 f.; zu Stw. „Einfühlungsvermögen“, S. 94; zu Stw. „[[Leibempfindung]]“ (Coenästhesien), S. 191&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Bei &amp;#039;&amp;#039;Intensitätssteigerung der Empfindungen&amp;#039;&amp;#039; ([[Hyperästhesie]]) werden alle Töne lauter gehört und alle Farben leuchtender gesehen. Man nennt sie auch &amp;#039;&amp;#039;quantitative Empfindungsstörungen&amp;#039;&amp;#039;. Solche Steigerungen der Intensität gibt es nicht nur bei gesteigertem Lebensgefühl, sondern insbesondere auch bei [[Delirium|Delirien]], Vergiftungen, vor [[Aura (Epilepsie)|epileptischen Anfällen]]. Auch die [[Hyperalgesie]] ist dazu zu rechnen. – &amp;#039;&amp;#039;Intensitätsminderungen&amp;#039;&amp;#039; (Hypästhesien) kommen in [[Hypnose|hypnotischen]] Zuständen, [[Hysterie]] oder bei heftiger [[affekt]]iver Erregung in kämpferischen Auseinandersetzungen vor (Soldaten in der Schlacht).&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Qualitätsverschiebungen der Empfindungen&amp;#039;&amp;#039; ([[Parästhesie]]n) nennt man dementsprechend auch &amp;#039;&amp;#039;qualitative Empfindungsstörungen&amp;#039;&amp;#039;. Sie liegen bspw. vor, wenn weiße Seiten eines Buchs rot aussehen, die schwarzen Buchstaben grün. Ähnliche Störungen wurden im beginnenden [[Meskalin]]rausch beschrieben.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Abnorme Mitempfindungen&amp;#039;&amp;#039; sind beim Hören von Geräuschen körperlich-mechanisch empfundene Schläge. Sie sind nach Jaspers von der sog. &amp;#039;&amp;#039;Synopsie&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;audition colorée&amp;#039;&amp;#039; zu unterscheiden. Hierbei bewirkt das Hören von Tönen die Assoziation einer Farbe.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Abnorme sinnliche Gefühle&amp;#039;&amp;#039; sind nach Jaspers ebenfalls als Störung des Gegenstandsbewusstseins aufzufassen, insofern als mit einem [[Intentionalität|intentionalen]] Akt – nämlich mit einem Akt des Bedeutungsbewusstseins – versehene Gedanken (Denkakte) irrtümlich als mit Empfindungsqualitäten ausgestattete Sensationen interpretiert werden. So wird bspw. das Anfassen von hölzernen Bleistiften in abnormer Weise als &amp;#039;&amp;#039;verbrennendes Durchziehen aller Glieder&amp;#039;&amp;#039; verspürt. Das subjektiv empfundene Leibgeschehen wird auch als [[Zönästhesie]] bezeichnet und stellt eine [[psychosomatisch]]e Grundtatsache dar. Eine zuverlässige [[Koinzidenz]] mit den objektiv durch den fremden Beobachter sichtbaren Symptomen besteht nach Jaspers selten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Empathie]] bzw. Einfühlungsvermögen, die Fähigkeit, sich mental in die Gefühlslage eines anderen Menschen „hineinzuversetzen“&lt;br /&gt;
* [[Sensation]] als subjektiv erlebter Gefühlszustand der Lust oder Unlust infolge eines aufsehenerregenden Ereignisses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Friedrich Kirchner: [http://www.textlog.de/950.html &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe.&amp;#039;&amp;#039;] 1907&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|empfinden}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4014603-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neurophysiologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neuropsychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosophie des Geistes]]&lt;/div&gt;</summary>
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