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	<title>Emil Georg Bührle - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Emil_Georg_B%C3%BChrle&amp;diff=533196&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Catullus26 am 23. April 2026 um 17:33 Uhr</title>
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		<updated>2026-04-23T17:33:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!--schweizbezogen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:ETH-BIB Emil Bührle - Ausschnitt von Com X-H065-08-02 (cropped).tif 2.jpg|mini|Emil Bührle (1954)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Emil G. Bührle&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[31. August]] [[1890]] in [[Pforzheim]]; † [[28. November]] [[1956]] in [[Zürich]]) war ein [[Schweiz]]er [[Waffenfabrikant]] und [[Spinnen (Garn)|Spinnereibesitzer]] deutscher Herkunft, Kunstsammler und [[Mäzen]]. Er war langjähriger Geschäftsführer und Mehrheitsaktionär der [[Oerlikon-Bührle|Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon]]. Aus seiner Kunstsammlung ging die [[Stiftung Sammlung E. G. Bührle]] hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Wirken ==&lt;br /&gt;
=== Frühes Leben ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Charlotte-Schalk-und-Emil-Buehrle.jpg|mini|Charlotte Schalk und Emil Bührle 1919 bei ihrer Verlobung]]&lt;br /&gt;
Der Sohn des aus [[Kappel am Rhein]] stammenden Finanzbeamten Josef Bührle und der Rosa Bührle, geb. Benz,&amp;lt;ref&amp;gt;Albert Köbele, Dorfsippenbuch Kappel am Rhein, 3. Nachdruck, Lahr 1987, Familiennummer 374, S. 113.&amp;lt;/ref&amp;gt; entdeckte seine Leidenschaft für moderne französische Malerei 1913 bei der Einweihung des Impressionistensaals in der Berliner Nationalgalerie. Nach dem Studium der [[Philosophie]], [[Literaturgeschichte]] und [[Kunstgeschichte]] an den Universitäten [[Albert-Ludwigs-Universität Freiburg|Freiburg]] und [[Ludwig-Maximilians-Universität München|München]] nahm Bührle als Unteroffizier und später Leutnant im  [[3. Badisches Dragoner-Regiment „Prinz Karl“ Nr. 22|Dragoner-Regiment Nr. 22]] am [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] teil, wo er in Frankreich, Galizien und Rumänien eingesetzt wurde. Bei Kriegsende kehrte Bührle zunächst nicht wieder ins Zivilleben zurück, sondern blieb bei seiner Einheit, die sich dem Freikorps des Generals [[Dietrich von Roeder]] anschloss. Dort diente Bührles Kompanie als Stabswache bzw. Reserve und nahm aktiv an der Niederschlagung der [[Novemberrevolution]] in [[Berlin]] teil.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Matthieu Leimgruber |url=https://www.media.uzh.ch/dam/jcr:41ed9748-7f74-4bae-92a8-323aee2c4866/201117_Leimgruber_KriegKapitalKunsthaus.pdf |titel=Kriegsgeschäfte, Kapital und Kunsthaus, Die Entstehung der Sammlung Emil Bührle im historischen Kontext |werk=Universität Zürich |seiten=78 |datum=2020-11 |format=PDF; 43,7&amp;amp;nbsp;MB |abruf=2022-06-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus der 1920 in [[Magdeburg]] geschlossenen Ehe mit der Bankierstochter [[Charlotte Schalk]] (1896–1979) gingen die Kinder [[Dieter Bührle|Dieter]] (1921–2012) und [[Hortense Anda-Bührle|Hortense]] (1926–2014) hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 trat er in die &amp;#039;&amp;#039;Magdeburger Werkzeugmaschinenfabrik&amp;#039;&amp;#039; ein und stieg bis zum Prokuristen auf. Die Magdeburger Werkzeugmaschinenfabrik kaufte 1923 die &amp;#039;&amp;#039;[[Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon]]&amp;#039;&amp;#039;, deren Geschäftsführer Bührle im Folgejahr wurde. Im selben Jahr erfolgte der Umzug nach Zürich. 1924 kaufte das Unternehmen auf Bührles Anraten die [[Insolvenz|insolvente]] &amp;#039;&amp;#039;Maschinenfabrik [[Seebach (Stadt Zürich)|Seebach]]&amp;#039;&amp;#039; hinzu und erlangte damit die Patente für eine [[Becker-Kanone]], aus welcher dann die [[20-mm-Oerlikon-Kanone]] entwickelt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Capus&amp;quot;&amp;gt;Alex Capus, &amp;#039;&amp;#039;Patriarchen: Zehn Portraits&amp;#039;&amp;#039;. Albrecht Knaus-Verlag, München 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von nun an wurden neben Werkzeugmaschinen auch Waffen produziert. Als das Magdeburger Mutterhaus 1927 selbst in finanzielle Schwierigkeiten geriet, erwarb Bührle mit Unterstützung seines Schwiegervaters 15 Prozent der Aktien und wurde 1929 Mehrheitsaktionär der Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon (später Oerlikon-Bührle Holding AG). 1937 bekam Bührle die [[Schweizer Staatsbürgerschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bührle als Rüstungsindustrieller, Waffenfabrikant ===&lt;br /&gt;
[[Datei:SignatureEmilBuehrle20111944-SwissFederalArchives-E7160-03-1968-108-133.jpg|mini|Bührles Unterschrift auf einer Vollmacht vom 20. November 1944 an Rechtsanwalt Dr. C.A. Spahn in Zürich &amp;quot;betreffend Transfer von 49 Einzahlungen des [[Oberkommando der Marine|Oberkommando der deutschen Kriegsmarine]]&amp;quot;. Das Dokument befindet sich im [[Schweizerisches Bundesarchiv|Schweizerischen Bundesarchiv]] in Bern]]&lt;br /&gt;
1929 konnte Emil G. Bührle die chinesische Bürgerkriegsregierung [[Chiang Kai-shek|Chiang Kaisheks]] mit 120 Kanonen beliefern, und fast gleichzeitig orderte auch Chinas Kriegsgegner [[Japan]] Waffen bei Bührle. Im Folgejahr wurden 45 Geschütze unter falscher Deklaration (der [[Versailler Vertrag]] verbot solche Geschäfte mit Deutschland) nach Deutschland geliefert. In den 1930er-Jahren stieg die Nachfrage nach Waffen weltweit, und die Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon erhielt unter anderem Aufträge aus [[Vereinigtes Königreich|Grossbritannien]], [[Frankreich]], [[Amerika|Nord- und Südamerika]], [[Finnland]], [[Estland]], [[Lettland]], der [[Tschechoslowakei]], der [[Türkei]] und der [[Sowjetunion]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Capus&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hauptkunde im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] war das [[Deutsches Reich 1933 bis 1945|Deutsche Reich]], welches zwischen 1941 und 1944 jährlich ein Auftragsvolumen von jeweils 120 bis 180 Millionen [[Schweizer Franken]] auslöste; die [[Alliierte]]n dagegen konnten nicht beliefert werden, da die Schweiz in dieser Zeit vollständig von Kriegsgegnern der Alliierten umgeben war. Die [[Vereinigte Staaten|USA]] und Grossbritannien produzierten die Oerlikon-Bührle-Geschütze aber in grosser Stückzahl auf Lizenzbasis.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Capus&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bührles Aktivitäten in der Rüstungsproduktion und Rüstungsexporten hat die [[Unabhängige Expertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg]] detailliert untersucht. Ihre Bewertungen wurden 2002 publiziert. Danach wurden vor dem Zweiten Weltkrieg das republikanische [[Spanien]] (also [[Francisco Franco|Francos]] Gegner) und das unabhängige [[Abessinien]] (im Kolonialkrieg gegen das [[Faschismus|faschistische]] [[Italien]]) genauso beliefert wie die [[Baltikum|baltischen Länder]], die Tschechoslowakei, [[Griechenland]], China, die Türkei, Frankreich, die [[Niederlande]] und Grossbritannien.&lt;br /&gt;
[[Datei:ETH-BIB- Hailé Selassie und Emil Bührle - Com X-H065-08-02.tif|mini|Emil Bührle (mit Stock) begleitet den äthiopischen Kaiser [[Haile Selassie]] durch die Oerlikon-Bührle-Fabrik (1954)]]&lt;br /&gt;
Die Lieferung von Rüstungsgütern an das Deutsche Reich und Italien in der Zeit des Zweiten Weltkrieges erfolgte auf Anforderung der schweizerischen Regierung. Hierbei handelte es sich ausschliesslich um [[Flugabwehrkanone]]n und Zubehör. Von der unabhängigen Expertenkommission werden diese Waffenlieferungen als nicht kriegsentscheidend und nicht kriegsverlängernd eingestuft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet Oerlikon-Bührle in die Verlustzone. Mit dem Aufkommen des [[Kalter Krieg|Kalten Kriegs]] waren die Kanonen aber wieder gefragt. 1947 strichen die USA Bührle von der [[Schwarze Liste|Schwarzen Liste]], weil die [[United States Navy|Navy]] [[Flugabwehrrakete]]n bei ihm ordern wollte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Capus&amp;quot; /&amp;gt; In den Nachkriegsjahren tätigten die Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon und Bührle auch im grossen Stil illegale Waffengeschäfte, unter anderem mit Abnehmern in [[Hyderabad (Staat)|Hyderabad]] und [[Pakistan]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Adrian Hänni |url=https://www.nzz.ch/schweiz/emil-buehrle-der-waffenschieber-ld.1628084 |titel=Emil Bührle, der Waffenschieber |werk=Neue Zürcher Zeitung (NZZ) |datum=2021-06-05 |abruf=2021-11-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bührle betrieb globalen Waffenschmuggel. Wiederholt führte er  Unannehmlichkeiten in den Schweizer Aussenbeziehungen aktiv herbei, indem er andere Staaten gegen die Schweiz in Stellung brachte und die Schweizer Neutralitätspolitik gefährdete.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Adrian Hänni |url=https://www.nzz.ch/schweiz/emil-buehrle-der-waffenschieber-ld.1628084 |titel=Emil Bührle, der Waffenschieber |werk=Neue Zürcher Zeitung (NZZ) |datum=2021-06-05 |abruf=2021-11-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwangsarbeit in der Spinnerei in Dietfurt SG ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2021 wurde bekannt, dass in Bührles Spinnerei in [[Dietfurt SG]] in hunderten Fällen systematische [[Zwangsarbeit]] erfolgte. Bührle betrieb ein unmittelbar an die Fabrik angeschlossenes, von [[Nonne]]n geführtes Mädchenheim. Dort mussten junge Frauen aus der ganzen Deutschschweiz, gegen ihren Willen von verschiedenen Fürsorgebehörden eingewiesen, Zwangsarbeit leisten. Während ihres unfreiwilligen Aufenthalts im Heim mussten die zumeist minderjährigen Mädchen unbezahlte Fabrikarbeit verrichten. Auch junge Italienerinnen wurden unter strengen Regeln in dem Heim untergebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tagesanzeiger.ch/hunderte-maedchen-mussten-fuer-kunstsammler-emil-buehrle-arbeiten-903281532731 |titel=Hunderte Mädchen mussten für Kunstsammler Emil Bührle arbeiten |werk=[[Tages-Anzeiger]]|abruf=2021-08-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.beobachter.ch/gesellschaft/akte-buhrle-zwangsarbeit-in-der-spinnerei &amp;#039;&amp;#039;Akte Bührle: Zwangsarbeit in der Spinnerei.&amp;#039;&amp;#039;] &amp;#039;&amp;#039;[[Beobachter (Zeitschrift)|Beobachter]],&amp;#039;&amp;#039; abgerufen am 2. April 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:BuehrleFamilyGrave-CemeteryRueschlikon RomanDeckert07042023-01.jpg|mini| Das Grab von Emil Georg Bührle und seiner Familie auf dem Friedhof von [[Rüschlikon]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spätes Leben ===&lt;br /&gt;
Um unabhängiger vom Rüstungsgeschäft zu werden, kaufte Bührle drei in finanzielle Schwierigkeiten geratene Textilbetriebe und begann mit dem Bau von Motoren und [[Bremse (Eisenbahn)|Eisenbahnbremsen]]. 1949 gründete Bührle die [[Privatbank IHAG Zürich|Industrie- und Handelsbank IHAG]] und schuf damit für seine industrielle Tätigkeit eine eigene Hausbank. Emil G. Bührle starb am 28. November 1956 während der Arbeit an einem [[Herzinsuffizienz|Herzversagen]]. Sein Sohn [[Dieter Bührle]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{HLS|30947|Bührle, Dieter|Autor=Ueli Müller}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dieter&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2012/11/12/Schweiz/Unternehmer-Dieter-Buehrle-ist-tot |text=&amp;#039;&amp;#039;Unternehmer Dieter Bührle ist tot.&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20121116014843}} In: [[Schweizer Fernsehen]] vom 12. November 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; übernahm darauf die Leitung des Unternehmens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bührle als Kunstsammler und Mäzen ===&lt;br /&gt;
==== Spenden ====&lt;br /&gt;
1941 wiesen Theatermacher eine Zuwendung Bührles in Höhe von zwei Millionen Schweizer Franken an das [[Zürcher Schauspielhaus]] zurück: Die Belegschaft, die zu einem grossen Teil aus Nazi-Deutschland immigriert war, wollte kein «Blutgeld», wie sie es ausdrückte, annehmen. Von 1942 an gehörte E.G. Bührle dem Komitee der Internationalen Musikfestwochen Luzern (seit 2000 [[Lucerne Festival]]) an und zahlte bis zu seinem Tod deren jährlichen Defizite. Folgende Stiftungen sind auf Bührle zurückzuführen: die &amp;#039;&amp;#039;Emil-Bührle-Stiftung für das Schweizerische Schrifttum&amp;#039;&amp;#039; (1943, 1993 gelöscht) und die &amp;#039;&amp;#039;Goethe-Stiftung für Kunst und Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039; (1944) sowie die Stiftung des Anbaus des [[Kunsthaus Zürich|Kunsthauses Zürich]] (1954).&amp;lt;ref&amp;gt;Charles Linsmayer: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Blutgeld vom ersten bis zum letzten Rappen ...&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Schwarzbuch Bührle, Raubkunst für das Kunsthaus Zürich?&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: Thomas Buomberger, Guido Magnaguagno; Rotpunktverlag, Zürich 2015, 255 S., ill.; ISBN 978-3-85869-664-9, S. 129–147. http://www.linsmayer.ch/news/pdfs/Blutgeld_bis_zum_letzten_Rappen_plus_NZZ_280820.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kunstsammlung ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Le Garçon au gilet rouge, par Paul Cézanne.jpg|mini|hochkant|Paul Cézanne, &amp;#039;&amp;#039;[[Der Knabe mit der roten Weste]]&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Bührles erste Erwerbungen waren 1920 zwei [[Aquarell]]e von [[Erich Heckel]], denen 1924 ein Bild von [[Maurice de Vlaminck]] folgte. Der eigentliche Aufbau der Sammlung Bührle begann ab 1936, als die finanziellen Voraussetzungen geschaffen waren. Den grössten Teil seiner Sammlung (etwa 75 Prozent) erwarb der Sammler in der Zeit von 1951 bis 1956. Beraten wurde Bührle unter anderem vom Galeristen [[Fritz Nathan (Kunsthändler)|Fritz Nathan]] und einem kleinen Kreis internationaler Händler in [[Paris]], [[London]] und [[New York City|New York]], zu denen neben [[Georges Wildenstein]] und [[Paul Rosenberg (Kunsthändler)|Paul Rosenberg]] auch Max Kaganovitch und [[Frank Lloyd (Kunsthändler)|Frank Lloyd]] von der [[Marlborough Gallery]] gehörten. Die Sammlung umfasst neben mittelalterlichen Plastiken und Gemälden [[Alte Meister|alter Meister]] vor allem Bilder des französischen [[Impressionismus]] und der [[Klassische Moderne|klassischen Moderne]], darunter Meisterwerke von [[Paul Cézanne]] (&amp;#039;&amp;#039;Der Knabe mit der roten Weste&amp;#039;&amp;#039;), [[Pierre-Auguste Renoir]] (&amp;#039;&amp;#039;La petite Irène&amp;#039;&amp;#039;) und [[Vincent van Gogh]] (&amp;#039;&amp;#039;Sämann&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bührle stand in der Tradition von Sammlern in Deutschland, [[Skandinavien]], Grossbritannien und den USA, die vor dem Ersten Weltkrieg und in den Zwischenkriegsjahren die französische Moderne ins Zentrum ihres Interesses gerückt hatten. Diese Vorliebe prägte auch viele Sammlungen in der Schweiz, wie etwa ein Vergleich mit der nach 1920 entstandenen [[Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz»|Sammlung «Am Römerholz»]] von [[Oskar Reinhart]] im benachbarten [[Winterthur]] zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Fünftel der Sammlung Bührles wurden 1960 von den Erben in die [[Stiftung Sammlung E. G. Bührle]] eingebracht und sind seitdem der Öffentlichkeit zugänglich.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.buehrle.ch/museum.php?lang=de |text=Angaben zur Aufteilung der Sammlung auf der Internetpräsenz der Stiftung Sammlung E. G. Bührle |wayback=20151114191953}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die im Familienbesitz verbliebenen Kunstwerke wurden immer wieder in Ausstellungen gezeigt. Bei einer Ausstellung mit Werken der Sammlung 1990 in Washington D.C. kam es zu Protesten und Diskussionen in den Medien wegen Bührles Rolle als Waffenexporteur im Zweiten Weltkrieg und der teilweise nicht vollständig geklärten Herkunft der Bilder aus vormals [[Juden|jüdischem]] Besitz. Auch diese Frage untersuchte die &amp;#039;&amp;#039;Unabhängige Expertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg&amp;#039;&amp;#039;. Bührle musste dreizehn Gemälde aus französisch-jüdischem Besitz nach dem Zweiten Weltkrieg auf Grund eines Urteils des Bundesgerichts von 1952 an die Alteigentümer zurückgeben oder von diesen ein zweites Mal erwerben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Sprache=de-CH|Text=Es gibt viele Möglichkeiten, auszudrücken, wer Bührle war. Letztlich bleibt aber, was er war, immer dasselbe: Er war ein Waffenfabrikant und Kunstförderer. Darin steckt eine Ambivalenz, die auszuhalten manchen schwerfällt.&lt;br /&gt;
 |Autor=Philipp Meier, &amp;#039;&amp;#039;[[NZZ]],&amp;#039;&amp;#039; September 2020&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://www.nzz.ch/feuilleton/buehrle-der-kunstsammler-und-waffenfabrikant-gehoert-zu-zuerich-ld.1574097 Ja, er baute Waffen. Und ja, er förderte auch die Kunst. Dieser Gegensatz mag schwierig auszuhalten sein. Aber Bührle gehört zu Zürich.]&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Die Debatte um Emil Georg Bührle geht in eine neue Runde. Nun steht die Übernahme der Kunstsammlung durch das Kunsthaus bevor. Gefordert ist lückenlose historische Transparenz ohne Tabus.&amp;#039;&amp;#039; Philipp Meier, &amp;#039;&amp;#039;NZZ&amp;#039;&amp;#039;, 3.&amp;amp;nbsp;September 2020&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Kunstsammlung von Bührle wird seit dem 11. Oktober 2021 im Kunsthaus Zürich ausgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kunsthaus.ch/museum/ueber-uns/erweiterung/ &amp;#039;&amp;#039;Das Museum. Über uns. Erweiterung.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;kunsthaus.ch,&amp;#039;&amp;#039; abgerufen am 17. November 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im November 2020 wurde in diesem Zusammenhang eine Studie mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Kriegsgeschäfte, Kapital und Kunsthaus – Die Entstehung der Sammlung Bührle im historischen Kontext&amp;#039;&amp;#039; von der [[Universität Zürich]] veröffentlicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Historisches Seminar, Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Lehrstuhl Prof. Dr. Matthieu Leimgruber: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.fsw.uzh.ch/dam/jcr:89008f7c-0c77-4dd1-813b-a46bccc76215/Leimgruber_2020_Kriegsgesch%C3%A4fteKapitalKunsthaus.pdf Kriegsgeschäfte, Kapital und Kunsthaus]&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 14. Oktober 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=https://www.media.uzh.ch/de/medienmitteilungen/2020/B%C3%BChrle.html |wayback=20201117153236 |text=&amp;#039;&amp;#039;Emil Bührles Aufstieg als Unternehmer und Kunstsammler.&amp;#039;&amp;#039; }} Medienmitteilung der Universität Zürich, abgerufen am 17. November 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ruedi Christen: &amp;#039;&amp;#039;Die Bührle-Saga.&amp;#039;&amp;#039; Zürich 1981, ISBN 3-85791-033-X.&lt;br /&gt;
** Ergänzte Neuauflage: Ruedi Christen, Dölf Duttweiler, Rosa Lichtenstein, Otmar Schmid, [[Res Strehle]], Jürg Wildberger: &amp;#039;&amp;#039;Die Bührle Saga. Festschrift für einen Waffenindustriellen, der zum selbstlosen Kunstmäzen wurde.&amp;#039;&amp;#039; Limmat, Zürich 2021. ISBN 978-3-03926-026-3.&lt;br /&gt;
* Esther Tisa Francini, [[Anja Heuß]], [[Georg Kreis]]: &amp;#039;&amp;#039;Fluchtgut – Raubgut. Der Transfer von Kulturgütern in und über die Schweiz 1933–1945 und die Frage der Restitution.&amp;#039;&amp;#039; Zürich 2001, ISBN 3-0340-0601-2.&lt;br /&gt;
* Daniel Heller: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Unternehmertum, Politik und Überleben. Emil G. Bührle und die Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon, Bührle &amp;amp; Co. 1924–1945.&amp;#039;&amp;#039; Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2002, ISBN 3-7193-1277-1.&lt;br /&gt;
* Peter Hug: &amp;#039;&amp;#039;Schweizer Rüstungsindustrie und Kriegsmaterialhandel zur Zeit des Nationalsozialismus: Unternehmensstrategien – Marktentwicklung – politische Überwachung.&amp;#039;&amp;#039; Zürich 2002, ISBN 3-0340-0611-X ([https://www.uek.ch/de/schlussbericht/Publikationen/Zusammenfassungenpdf/11d.pdf Zusammenfassung (PDF)]).&lt;br /&gt;
* [[Alex Capus]]: &amp;#039;&amp;#039;Patriarchen: Zehn Portraits.&amp;#039;&amp;#039; Albrecht Knaus-Verlag, München 2006, ISBN 3-8135-0273-2.&lt;br /&gt;
* Erich Keller: &amp;#039;&amp;#039;Das kontaminierte Museum. Das Kunsthaus Zürich und die Sammlung Bührle.&amp;#039;&amp;#039; Rotpunktverlag, Zürich 2021.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Schwarzbuch Bührle: Raubkunst für das Kunsthaus Zürich?&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: Thomas Buomberger, Guido Magnaguagno. Rotpunktverlag, Zürich 2015, ISBN 978-3-85869-664-9.&lt;br /&gt;
* Matthieu Leimgruber und Forschungsteam: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.hist.uzh.ch/dam/jcr:d2fcb667-1ec0-4e48-8450-ae7d58b20704/Kriegsgeschaefte-Kapital-und-Kunsthaus-V0_55-20210226-digital.pdf Kriegsgeschäfte, Kapital und Kunsthaus. Die Entstehung der Sammlung Emil Bührle im historischen Kontext]&amp;#039;&amp;#039; (PDF; 43,7&amp;amp;nbsp;MB); Forschungsbericht. Historisches Seminar an der Universität Zürich, Zürich 2020, ISBN 978-3-03805-356-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Sammlung E.G. Bührle|Sammlung E. G. Bührle|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{HLS|27701|Emil Georg Bührle|Autor=Ueli Müller|Datum=2024-01-15}}&lt;br /&gt;
* {{Dodis|P324|Bührle, Emil Georg|ja}}&lt;br /&gt;
* {{Helveticat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118948474}}&lt;br /&gt;
* [https://swisscovery.slsp.ch/discovery/search?query=any,contains,Emil%20G.%20B%C3%BChrle&amp;amp;tab=41SLSP_NETWORK&amp;amp;search_scope=DN_and_CI&amp;amp;vid=41SLSP_NETWORK:VU1_UNION&amp;amp;offset=0 Emil G. Bührle] in [[Swisscovery]], dem schweizerischen Suchportal der wissenschaftlichen Bibliotheken&lt;br /&gt;
* {{Munzinger|00000004513|Emil Georg Bührle}}&lt;br /&gt;
* Matthieu Leimgruber: [https://www.youtube.com/watch?v=HmCennz3fZA &amp;#039;&amp;#039;Kriegsgeschäfte, Kapital und Kunsthaus: Die Entstehung der Sammlung Bührle&amp;#039;&amp;#039;], Vortragsvideo (41:24 Minuten), Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik der [[Technische Universität Berlin|TU Berlin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118948474|LCCN=nr91002670|VIAF=3270210}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Buhrle, Emil Georg}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Industrieller]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmer (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mäzen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstsammler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmer (Zürich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1890]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1956]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Bührle, Emil Georg&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Bührle, Emil G.&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Schweizer Industrieller deutscher Abstammung und Kunstsammler&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=31. August 1890&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Pforzheim]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=28. November 1956&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Zürich]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Catullus26</name></author>
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