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	<title>Emil Cimiotti - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Emil_Cimiotti&amp;diff=476167&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;MrodeR: emil-cimiotti.de, ich bin der Herausgeber, Emil Cimiotti hat an den documenta s 1959 und 1964 teilgenommen, nicht aber an der 1968, https://documenta.de/de/retrospective/4-documenta</title>
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		<updated>2026-01-30T14:32:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;emil-cimiotti.de, ich bin der Herausgeber, Emil Cimiotti hat an den documenta s 1959 und 1964 teilgenommen, nicht aber an der 1968, https://documenta.de/de/retrospective/4-documenta&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Oliver Mark - Emil Cimiotti, Kissenbrück 2009.jpg|mini|Emil Cimiotti porträtiert von [[Oliver Mark]], Kissenbrück 2009]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Marl Sculpture 03.JPG|mini|&amp;#039;&amp;#039;Afrikanisch, später Gruß an Willi Baumeister&amp;#039;&amp;#039; (2002). Vor dem Rathaus [[Marl]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Blätterbrunnen Hannover.jpg|mini|[[Blätterbrunnen]] in Hannover, im Juli 2010]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Braunschweig Cimiotti-Brunnen Steinweg (2012).JPG|mini|Der [[Cimiotti-Brunnen]] vor dem [[Staatstheater Braunschweig]].]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Skulptur Spandauer Damm 130 (Westend) Große Kreuzblume&amp;amp;Emil Cimiotti&amp;amp;1971.jpg|mini|Große Kreuzblume in [[Berlin-Westend]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emil Cimiotti in seinem Atelier in Hedwigsburg, 2008.jpg|mini|Emil Cimiotti während der Arbeit, 2008]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Atelier Emil Cimiotti, Hedwigsburg 2017.jpg|mini|Im Atelier Hedwigsburg, 2017 ]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Emil Cimiotti&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[19. August]] [[1927]] in [[Göttingen]]; † [[13. Oktober]] [[2019]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=https://lebenswege.faz.net/traueranzeige/emil-cimiotti/55900818 |wayback=20191016084340 |text=Traueranzeige Emil Cimiotti |archiv-bot=2024-12-03 21:46:22 InternetArchiveBot }}, [[FAZ]] vom 16. Oktober 2019&amp;lt;/ref&amp;gt; in [[Wolfenbüttel]]&amp;lt;ref&amp;gt;Künstlerdatenbank und Nachlassarchiv Niedersachsen: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.kuenstlerdatenbank.niedersachsen.de/kuenstlerinnen/slg_2005/ Emil Cimiotti].&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;) war ein deutscher [[Bildhauerei|Bildhauer]], der vor allem durch seine nach dem [[Wachsausschmelzverfahren]] erstellten [[Bronzebildwerk|Bronze-Plastiken]] bekannt ist und zur Zeit des deutschen [[Informel]] dem weiteren Umfeld dieser Stilrichtung zugerechnet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Cimiotti wuchs in Göttingen auf, er kam nach eigener Darstellung&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cimiotti_Interview_Schmalstieg_2007&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kuenstlerseelsorge-hildesheim.de/fileadmin/etagen_subsitemanager/_Knstlerseelsorge_Bistum_Hildesheim/pdf/interviews/Emil_Cimiotti__-_Begegnung_2007.pdf &amp;#039;&amp;#039;Ein Künstlerleben mit der Bronze - Interview mit Emil Cimiotti&amp;#039;&amp;#039;], Interview mit Ulrich Schmalstieg, 18. Dezember 2007, PDF (489 kB), abgerufen am 13. Januar 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; „aus ganz einfachen Verhältnissen“. Sein Vater sei Arbeiter gewesen, er selbst habe „lediglich die [[Volksschule]] besucht“, sei allerdings „ein ganz passabler Schüler“ gewesen. Schon dort sei aufgefallen, dass er „besser zeichnen und malen als die Mitschüler“ konnte. Für ihn sei es eigentlich immer klar gewesen, dass er „einmal beruflich irgendetwas in dieser Richtung machen würde“. Das sei „natürlich für seine Eltern ganz unvorstellbar gewesen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Heranwachsender wurde er zunächst als [[Flak-Helfer]] eingezogen, dann in den letzten Kriegsmonaten als Soldat an der [[Ostfront (Zweiter Weltkrieg)|Ostfront]] eingesetzt, zum Schluss geriet er aber in britische [[Kriegsgefangenschaft]]. Nach der Freilassung absolvierte er von 1946 bis 1949 in Göttingen zunächst eine Lehre als [[Steinmetz]], die ihn aber aus künstlerischer Sicht enttäuscht habe. Zugleich versuchte er sich zunächst [[autodidakt]]isch in Bildhauerei und [[Zeichnung (Kunst)|Zeichnung]]. Das entscheidende Erlebnis habe er gehabt,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cimiotti_Interview_Schmalstieg_2007&amp;quot;/&amp;gt; als er an der pädagogischen Hochschule in Göttingen Zeichenunterricht bei [[Hans Pistorius]]&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Pistorius, Lucy von Weiher, Städtisches Museum Göttingen: [https://books.google.de/books?id=MNPfPgAACAAJ &amp;#039;&amp;#039;Hans Pistorius: Ausstellung im Städtischen Museum Göttingen vom 16. September bis 11. November 1962.&amp;#039;&amp;#039;] Verlag Städtisches Museum Göttingen, 1962.&amp;lt;/ref&amp;gt; nahm: Der sei „in der Lage gewesen, Kunst nahe zu bringen, eindringlicher, als man das vom Zeichenunterricht gewohnt war: Er war es, der mir die Wege wies zum Sehen und zu Kenntnis dessen, was an Kunst im Deutschland der Nazizeit Jahrzehnte lang an uns vorbeigegangen war“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1949 bis 1951 studierte Cimiotti an der [[Kunstakademie Stuttgart]] bei [[Otto Baum (Bildhauer)|Otto Baum]] und [[Karl Hils]]. Diese weigerten sich, Cimiotti Korrekturen zu geben, weil der ihnen zu unangepasst gewesen sei. [[Willi Baumeister]] allerdings, der an der Akademie Malerei lehrte, forderte und förderte ihn durch sein Interesse. Auch die wirtschaftliche Lage des jungen Studenten besserte sich: Während er anfangs ohne finanzielle Unterstützung aus dem Elternhaus seinen Unterhalt durch Gelegenheitsarbeiten verdienen musste, erhielt er eines der ersten [[Stipendium|Stipendien]], welches die [[Studienstiftung des deutschen Volkes]] im Bereich der Kunst vergab.&lt;br /&gt;
Fast alle frühen plastischen und zeichnerischen Arbeiten wurden später vernichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1951 ging Cimiotti an die Hochschule der Künste nach Berlin zu [[Karl Hartung]]. Cimiotti erinnert sich,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cimiotti_Interview_Schmalstieg_2007&amp;quot;/&amp;gt; er sei nur unwillig dessen Anweisungen gefolgt, das Aktstudium habe ihn damals nicht mehr interessiert, und es sei dadurch auch nur „zu mäßigen Ergebnissen“ gekommen. Stattdessen setzte Cimiotti seine Formstudien, die er in Stuttgart begonnen hatte, fort. Mit der Begründung mangelnder Begabung und Arroganz sei er daraufhin nach zwei Monaten aus der Klasse gewiesen worden.&lt;br /&gt;
Cimiotti ging für ein Semester nach [[Paris]] zu [[Ossip Zadkine]]. Er besuchte [[Constantin Brâncuși]], [[Le Corbusier]] sowie [[Fernand Léger]]. 1952 kehrte Cimiotti an die Kunstakademie Stuttgart zurück, wo er 1954 sein Akademiestudium beendete. Im gleichen Jahr heiratete er Brigitte Hörz. Ab 1955 entstehen erste Bronzen mit kleinformatigen Strukturen. Cimiotti hatte sie bereits nach dem Prinzip des Wachsausschmelzverfahrens erstellt, einem Verfahren mit [[Verlorene Form|verlorener Form]], das anders etwa als das weiter verbreitete [[Sandguss]]verfahren keine Auflagengüsse zulässt, aber gezieltes Gestalten innerer Strukturen erlaubt und von Cimiotti von nun an bis ins hohe Alter überwiegend verwendet wurde. Viele seiner frühen Arbeiten wurden nach diesem Verfahren in der Bronzewerkstatt der Stuttgarter Akademie durch Gießermeister Herbert Heinzel gegossen. Für die eigenwilligen Plastiken finden sich Anregungen im Werk des befreundeten Willi Baumeister sowie bei Ossip Zadkine, Jean Fautrier und Alberto Giacometti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1956 kam es zu ersten Ausstellungsbeteiligungen und heftigen [[Verriss]]en durch die Kunstkritik.&lt;br /&gt;
1957 erhielt Cimiotti den Kunstpreis „[[Kunstpreis Junger Westen|junger westen]] 57“ für Bildhauerei in der Sparte Bronze. Dieselben Arbeiten, die eben noch verrissen worden waren, wurden nun begeistert gefeiert, nachdem [[Albert Schulze-Vellinghausen]] und [[John Anthony Thwaites]] sehr positiv darüber berichtet hatten.&lt;br /&gt;
1958 war Cimiotti mit einer Werkgruppe im Italienischen Pavillon der 29. [[Biennale]] in [[Venedig]] vertreten.&lt;br /&gt;
1959 erhielt er den Kunstpreis „junger westen 59“ auch für Handzeichnung&amp;lt;ref&amp;gt;[[Kunsthalle Recklinghausen]]: {{Webarchiv|url=http://www.kunsthalle-recklinghausen.com/index.php?id=199 |wayback=20180108063520 |text=&amp;#039;&amp;#039;Die Preisträger des Kunstpreises »junger westen«&amp;#039;&amp;#039; }}, abgerufen am 7. Januar 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie das Stipendium der [[Villa Massimo]] in [[Rom]].&lt;br /&gt;
Er nahm an der [[documenta II]] 1959 in [[Kassel]] sowie an Ausstellungen in den [[USA]] und [[Paris]] teil.&lt;br /&gt;
1960 wurden einige seiner in Rom entstandenen Arbeiten im Kölner Kunstverein ausgestellt und fast sämtlich von Museen erworben, an der 30. Biennale in Venedig im Deutschen Pavillon nahm er mit [[Willi Baumeister|Baumeister]], [[Roger Bissière|Bissier]] und [[Karl Schmidt-Rottluff|Schmidt-Rottluff]] teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1963 wurde er als Gründungsmitglied der [[Hochschule für Bildende Künste Braunschweig]] berufen, 1964 nahm er an der [[documenta III]] teil.&lt;br /&gt;
1966 änderte er seine Arbeitsweise, er schuf Auflagengüsse in [[Gießen (Metall)|Sandguss]]. Es entstanden größere Freiplastiken für die Universitäten [[Göttingen]], [[Kiel]] und [[Konstanz]]. &lt;br /&gt;
1971 kehrte Cimiotti zu seiner alten Technik des direkten Arbeitens in Wachs zurück. Es entstanden [[Stillleben]], letztlich [[Vanitas]]motive. Cimiotti setzte erstmals bei seinen Plastiken Farbe ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1981/1982 wurde sein aus drei Skulpturen bestehendes „Stauffenberg-Projekt“ zur Erinnerung an [[Claus Schenk Graf von Stauffenberg]] fertiggestellt, aber von den Auftraggebern abgelehnt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Adelbert Karweik: [https://www.braunschweiger-zeitung.de/kultur/article150323040/Zerbrechlich-aber-aufrecht.html &amp;#039;&amp;#039;Zerbrechlich, aber aufrecht – Werkschau für Emil Cimiotti in der Städtischen Galerie im Schloss Wolfsburg.&amp;#039;&amp;#039;] Braunschweiger Zeitung, 6. November 2005, abgerufen am 7. Januar 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Übrigen erlaubte 1981 ein schwerer Unglücksfall in der Familie bis Mitte 1983 kaum plastisches Arbeiten, Cimiotti arbeitete stattdessen als Zeichner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1984 erhielt Emil Cimiotti den Preis für Kultur des Landes Niedersachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1989 folgten die letzten Jahre der Lehrtätigkeit an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und der Umzug in das neue Atelier in [[Hedwigsburg]]. Äußerst produktive Jahre folgten, mit Retrospektiven in [[Osnabrück]] und [[Recklinghausen]]. Er nahm an der Ausstellung „[[Europäische Plastik des Informel]]“&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Brockhaus und Gottlieb Leinz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Europäische Plastik des Informel 1945–1965&amp;#039;&amp;#039;. Mit einem Beitrag Cimiottis: &amp;#039;&amp;#039;Notizen zur informellen Plastik&amp;#039;&amp;#039;. Haniel, 1995, ISBN 978-3-89279-059-4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Emden-Weinert: [http://welt-der-form.net/Informel/index.html &amp;#039;&amp;#039;Plastik des Informel.&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; im [[Lehmbruck-Museum|Wilhelm-Lehmbruck-Museum]] in [[Duisburg]] teil. Allerdings hat er selbst sich bereits früh von einer direkten Einbindung in das Informel distanziert.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.emil-cimiotti.de/Biografie/biografie.html Emil Cimiotti: Biografie in seiner Website.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emil Cimiotti war 1970 im geschäftsführenden Vorstand des [[Deutscher Künstlerbund|Deutschen Künstlerbundes]].&amp;lt;ref&amp;gt; {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Vorstände des Deutschen Künstlerbundes seit 1951.&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.kuenstlerbund.de/deutsch/historie/archiv-seit-1950/vorstaende/index.html |wayback=20151217023130}} In: &amp;#039;&amp;#039;kuenstlerbund.de&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 7. April 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als ordentliches Mitglied des DKB beteiligte er sich zwischen 1957 und 1993 an über 30 großen Jahresausstellungen.&amp;lt;ref&amp;gt; {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Ausstellungen seit 1951.&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.kuenstlerbund.de/deutsch/historie/archiv-seit-1950/ausstellungen/index.html |wayback=20160304081626}} In: &amp;#039;&amp;#039;kuenstlerbund.de&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 7. April 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1994 wurde er zum Mitglied der [[Akademie der Künste (Berlin)|Akademie der Künste in Berlin]], Sektion Bildende Kunst, gewählt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.adk.de/de/akademie/mitglieder/?we_objectID=52002 Akademie der Künste in Berlin: Eintrag zu Emil Cimiotti.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Er ist zudem Ehrenmitglied der [[Bayerische Akademie der Schönen Künste|Bayerischen Akademie der Schönen Künste]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.badsk.de/mite.html |titel=Ehrenmitglieder |hrsg=Bayerische Akademie der Schönen Künste |sprache=de |abruf=2018-12-07 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20181209124325/http://www.badsk.de/mite.html |offline=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emil Cimiotti wurde mit seinem Werk in die „[[Künstlerdatenbank und Nachlassarchiv Niedersachsen]]“ aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
=== Plastisches Werk ===&lt;br /&gt;
Emil Cimiotti Arbeiten drücken Formprobleme aus. Kennzeichnend für diese Arbeiten ist das Aufbrechen der Oberflächen der Hohlformen. Damit wendet er sich entschieden vom Vorbild der geschlossenen, gespannten Formen seines kurzzeitigen aber prägenden Lehrers Karl Hartung ab, aber auch von den plastischen Traditionen des [[Bronzeguss]]es, die bis in die klassische Moderne reichen. Er greift zugleich sein wichtigstes Thema auf, das Verhältnis des inneren zum äußeren Raum. Die Bronze erhält nunmehr Brüche, Löcher und Einblicke. Die Bronze gewährt eine eigenwillige Sensibilität für innen und außen, für Körper und Raum sowie einen sensiblen Materialcharakter und wirkt nicht mehr als Begrenzung der Form, sodass zum Beispiel das in der Plastik außergewöhnliche Motiv, das seit dem Rom-Aufenthalt erscheint, erst möglich wird. Doch haben die Motive Cimiottis nie Darstellungscharakter. So stehen die Titel häufig in Spannung zur Gestalt des Werkes, dessen Bedeutungsgehalt damit erweitert wird. Auch menschliche Köpfe oder ganze Figuren, die durch die Titel bisweilen als veritable Porträts gekennzeichnet sind, deren Gestalt aber vielmehr auf Tod und Vergänglichkeit hinweist und damit den übrigen Arbeiten dieses Themenkreises nahesteht, in denen [[Knochen]], [[Schädel]] oder Essensreste auftauchen. Mitte der 1960er Jahre werden einzelne Motive, wie zum Beispiel Blumen, zu kräftigen, prallen Einzelformen herausgearbeitet und seit 1967 zum Teil auch in großem Format im Sandgussverfahren und in Auflagen gegossen. Doch lässt Cimiotti diese Technik ab 1971 wieder fallen und wendet sich seitdem nur noch mit dem Wachsausschmelzguss zu. Nach diesen Einzelfigurationen werden seit der Mitte der 1970er Jahre auch Abdrücke von Gegenständen, vor allem großen Pflanzenblättern, in die Plastik integriert.&lt;br /&gt;
Im hohen Alter ging Cimiotti zur Erstellung von Papierreliefs über, die beispielsweise 2016 im Kunstverein Iserlohn ausgestellt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.villa-wessel.de/AusstellungsSeiten/Cimiotti_2016/cimiotti_2016.html Kunstverein Iserlohn: &amp;#039;&amp;#039; Emil Cimiotti: Papierreliefs&amp;#039;&amp;#039;], Villa Wessel, 23. April 2016 – 3. Juli 2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeichnerisches Werk ===&lt;br /&gt;
Die Zeichnungen greifen Themen der plastischen Arbeiten oft mit zeitlicher Verschiebung auf und führen sie zu anderen, dem [[Werkstoff|Medium]] entsprechenden Lösungen. Dabei gibt das eine Medium dem anderen Anregungen, wie zum Beispiel die Farbigkeit ab 1973 in den &amp;#039;&amp;#039;Kugelschreiber-Zeichnungen&amp;#039;&amp;#039; durch Überarbeitung mit Deckweiß entsteht und zuerst 1979 mit der Bemalung des zwei Jahre früher entstandenen &amp;#039;&amp;#039;Tischlein deck dich-leergegessen&amp;#039;&amp;#039; auf die plastischen Werke übertragen wird. Seitdem erhalten die plastischen Arbeiten in der Regel eine Bemalung in Weiß, Schwarz und Erdfarben, die gegenüber der Form autonom bleibt und ihnen somit eine weitere über das Objekt hinausweisende Dimension verleiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausstellungen (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* 2015: &amp;#039;&amp;#039; Ein Pionier der Nachkriegsskulptur mit neuen Arbeiten, Skulpturen und Papierreliefs&amp;#039;&amp;#039;, Kunstraum Bernusstrasse, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M.&lt;br /&gt;
* 2017: &amp;#039;&amp;#039;Emil Cimiotti. Zum 90&amp;#039;&amp;#039;, [[Sprengel Museum]], Hannover&lt;br /&gt;
* 2017/18: &amp;#039;&amp;#039;Emil Cimiotti. Denn was innen, das ist außen – Retrospektive&amp;#039;&amp;#039;, [[Georg Kolbe Museum]], Berlin&lt;br /&gt;
* 2018: &amp;#039;&amp;#039;Retrospektive&amp;#039;&amp;#039;. [[Edwin Scharff Museum]], [[Neu-Ulm]]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Kunst:art&amp;#039;&amp;#039; Ausgabe März-April {{ISSN|1866-542X}} S. 22&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen und Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
* 1953 Preisträger beim „Kunstpreis der Jugend“ des Landes Baden-Württemberg&lt;br /&gt;
* 1955 Preisträger beim „Kunstpreis der Jugend“ des Landes Baden-Württemberg&lt;br /&gt;
* 1956 Preisträger beim „Kunstpreis der Jugend“ des Landes Baden-Württemberg&lt;br /&gt;
* 1957 [[Kunstpreis junger westen]] für Bildhauerei&lt;br /&gt;
* 1959 [[Kunstpreis junger westen]] für Handzeichnung&lt;br /&gt;
* 1959 Preis des Vorstandes der Freunde junger Kunst Baden-Baden&lt;br /&gt;
* 1959 Stipendium der [[Villa Massimo]] in Rom&lt;br /&gt;
* 1984 [[Niedersachsenpreis]] für Kultur&lt;br /&gt;
* 1992 Niedersächsischer Verdienstorden 1. Klasse&lt;br /&gt;
* 1994 Wahl zum Mitglied der Akademie der Künste in Berlin&lt;br /&gt;
* 1994 Preisträger des Kunstpreises der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag&lt;br /&gt;
* 2006 [[Ernst-Rietschel-Kunstpreis]]&lt;br /&gt;
* 2018 Wahl zum Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* 2019. Emil Cimiotti: „Papierreliefs II“, Hrsg.: Prof. Dr. [[Christa Lichtenstern]], 128 Seiten. ISBN 978-3-00-063045-3.&lt;br /&gt;
* 2017. Emil Cimiotti: „Papierreliefs und Bronzen“, Hrsg.: Galerie Michael Haas und Prof. Dr. Christa Lichtenstern, 54 Seiten.&lt;br /&gt;
* 2017. Emil Cimiotti: „Denn was innen. das ist außen“, Hrsg.: Prof. Dr. Christa Lichtenstern, 176 Seiten. ISBN 978-3-86228-167-1.&lt;br /&gt;
* 2017. Emil Cimiotti: „Zum 90. Papierreliefs und Skulpturen“, Hrsg.: Christa Lichtenstern und Reinhard Spieler, 64 Seiten. ISBN 978-3-89169-238-7.&lt;br /&gt;
* 2016. Emil Cimiotti, Papierreliefs, herausgegeben von Christa Lichtenstern und [[Joachim Stracke]], Autorin Christa Lichtenstern. Kehrer Verlag, Heidelberg. ISBN 978-3-86828-682-3. 112 Seiten.&lt;br /&gt;
* 2013. Bergenthal, Stracke: &amp;#039;&amp;#039;Cimiotti. Strukturen.&amp;#039;&amp;#039; Kerber Verlag Bielefeld. 2013. 248 Seiten. ISBN 978-3-86678-821-3.&lt;br /&gt;
* 2013. [[Birgit Jooss]]: Briefkarte von Rolf Szymanski an Emil Cimiotti. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums. Hrsg. von G. Ulrich Großmann, Nürnberg S. 311–312.&lt;br /&gt;
* 2012. Emil Cimiotti. Den Raum ganz anders besetzen. Ausst. Kat. Gerhard-Marcks-Stiftung, Bremen. ISBN 978-3-924412-75-3&lt;br /&gt;
* 2005. Bergenthal, Stracke: &amp;#039;&amp;#039;Emil Cimiotti.&amp;#039;&amp;#039; Kehrer Verlag Heidelberg. 300 Seiten. ISBN 3-936636-54-0.&lt;br /&gt;
* 1995. Marc Fredric Gundel: &amp;#039;&amp;#039;Akademie-Schülerschaft und Lehre nach 1945. Zur Bedeutung und Problematik am Beispiel von Otto Baum und Herbert Baumann als Kunsthochschullehrer.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation Universität Heidelberg, Heidelberg, S.&amp;amp;nbsp;61.&lt;br /&gt;
* 1962. {{Vollmer |Autor= |Lemma=Cimiotti, Emil |Band=6 |Seite=382 |SeiteBis= |Kommentar=}}&lt;br /&gt;
* 1956. Württembergischer Kunstverein (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Maler und Bildhauer. Ausstellung des Württ. Kunstvereins Stuttgart im Kunstgebäude am Schloßplatz 29.&amp;amp;nbsp;März–29.&amp;amp;nbsp;April&amp;amp;nbsp;1956&amp;#039;&amp;#039;, Stuttgart, 2 Seiten ohne Seitenzahl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://www.emil-cimiotti.de/ Die offizielle Homepage des Künstlers Emil Cimiotti] auf www.emil-cimiotti.de&lt;br /&gt;
* [http://vimeo.com/21356227 Cimiotti Ausstellung vom 10. Februar – 30. April 2011 VGH Galerie Hannover (5:48 Minuten Film)] auf vimeo.com&lt;br /&gt;
* [http://www.villa-wessel.de/AusstellungsSeiten/Cimiotti_2013/cimiotti_2013.html Emil Cimiotti Ausstellung vom 14. September bis 3. November 2013] auf villa-wessel.de&lt;br /&gt;
* [http://www.villa-wessel.de/AusstellungsSeiten/Cimiotti_2016/cimiotti_2016.html Emil Cimiotti Ausstellung vom 22. April bis 3. Juli 2016] auf villa-wessel.de&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=Y4ln24HUqDw Emil Cimiotti Kurzfilm 2016]&lt;br /&gt;
* [http://www.villa-wessel.de/AusstellungsSeiten/2020_Emil_Cimiotti/2020_emil_cimiotti.html Emil Cimiotti Ausstellung vom 03. Oktober bis 27. Dezember 2020] auf villa-wessel.de&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=MI4q7F4BFNc Emil Cimiotti Kurzfilm 2020]&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118520830}}&lt;br /&gt;
* [http://www.art-directory.de/malerei/emil-cimiotti-1927/index.shtml Emil Cimiotti] auf art-directory.de (Biografie)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118520830|LCCN=n85291263|VIAF=188853990}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Cimiotti, Emil}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildhauer (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildhauer (Abstrakte Bildhauerei)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Informel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steinmetz (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Künstler (documenta)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Teilnehmer einer Biennale di Venezia]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Akademie der Künste (Berlin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Hochschule für Bildende Künste Braunschweig)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Rompreises Villa Massimo]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Verdienstkreuzes des Niedersächsischen Verdienstordens (1. Klasse)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1927]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2019]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Cimiotti, Emil&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Cimiotti&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Bildhauer&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=19. August 1927&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Göttingen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=13. Oktober 2019&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Wolfenbüttel]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;MrodeR</name></author>
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