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	<title>Elmkalkstein - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Elmkalkstein&amp;diff=530357&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;YMS: Sprache</title>
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		<updated>2025-11-28T22:12:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sprache&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Elmkalkstein Schnitt.jpg|mini|[[Bodenprofil]] im Elm (Besuchersteinbruch Hainholz), gelb = Werksteinbänke mit Elmkalkstein]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Elmkalkstein Steinbruch.jpg|mini|Besuchersteinbruch Hainholz am &amp;#039;&amp;#039;Steinkuhlenberg&amp;#039;&amp;#039; südlich von [[Königslutter]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Elmkalkstein&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, der auch irreführend als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schaumkalkstein&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet wird, ist eine regionale Sonderentwicklung der [[Terebratel]]bänke des Unteren [[Muschelkalk]]s. Dieser [[Kalkstein]] ist lokal auf den [[Elm (Höhenzug)|Elm]] begrenzt und entstand aus Ablagerungen eines bewegten Flachwassermeeres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesteinsbeschreibung und Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Beim Elmkalkstein handelt es sich um einen porigen hellgelben [[Kalkstein]] mit Kreuz- und Schrägschichtung. Er ist lagenweise fein- bis grobkörnig. Innerhalb der Lagen ist der Schutt aus Fossilien gut sortiert. Größere Hohlräume befinden sich in Schichten mit zahlreichen Schuttansammlungen. Der Fossilschutt besteht aus [[Weichtier]]schalen- (Mollusken), [[Echinordermen]]-Bruchstücken und [[Foraminiferen]] (Einzellern). Elmkalkstein enthält 49&amp;amp;nbsp;Prozent Komponenten, 35&amp;amp;nbsp;Prozent Bindemittel und der sichtbare Porenraum beträgt 16&amp;amp;nbsp;Prozent. Der Anteil der [[Peloid]]e beträgt 98&amp;amp;nbsp;Prozent und die restlichen 2&amp;amp;nbsp;Prozent sind Biogene.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolf-Dieter Grimm, Bildatlas wichtiger Denkmalgesteine der Bundesrepublik Deutschland, hrsg. vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, Gesteins Nr. 167, Lipp-Verlag. München 1990. ISBN 3-87490-535-7&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine gelbliche Farbgebung wird durch [[limonit]]ische Bestandteile bestimmt. Es ist ein heller, von zahlreichen feinen Poren durchsetzter Kalkstein, der normalerweise leicht bearbeitbar ist. Eingelagert treten so genannte Gallen auf, erkennbar an dunkelgrauen Einlagerungen, die sich einer handwerklichen Bearbeitung widersetzen. [[Steinbildhauer]] bevorzugen eine feinporige Lage im Steinbruch, die auch &amp;#039;&amp;#039;Speckstein&amp;#039;&amp;#039; genannt wird. Die Werksteinbänke befinden sich im so genannten &amp;#039;&amp;#039;Oberbruch&amp;#039;&amp;#039; mit einer Mächtigkeit von etwa 1,00 bis 1,20&amp;amp;nbsp;Metern. Dazwischen liegen Mergellagen und verwitterter morbider Kalkstein. In einer Tiefe von 4 bis 5&amp;amp;nbsp;Metern befindet sich der 3,50&amp;amp;nbsp;Meter mächtige &amp;#039;&amp;#039;Unterbruch&amp;#039;&amp;#039;, der eine zirka 0,50&amp;amp;nbsp;Meter mächtige Kalksteinschicht aufweist, den Speckstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Steinbrüche ==&lt;br /&gt;
Der Elmkalkstein wird im Höhenzug Elm nahe [[Braunschweig]] seit dem [[Mittelalter]] gewonnen. Da er außerdem sehr wetterbeständig ist, ist er als Baumaterial für Steingebäude geeignet. Die ersten mittelalterlichen [[Steinbruch|Steinbrüche]] im Elm zur Gewinnung des Elmkalksteins entstanden am „Steinkuhlenberg“ bei [[Königslutter]]. Sie befanden sich ursprünglich im Besitz des [[Kaiserdom (Königslutter)|dortigen Benediktinerklosters]]. Später kam es zum Streit mit den Pfandinhabern der Burg Königslutter. Diese Auseinandersetzung zwischen dem [[Abt]] Bartholdus Keghel und den Gebrüdern von Weferlingen wurde 1399 durch Herzog [[Friedrich I. (Braunschweig-Wolfenbüttel)|Friedrich von Braunschweig]] geschlichtet. Heute finden sich nahe Königslutter noch zahlreiche kleine Brüche, die an den im Mittelalter üblichen [[Kuhlenbau]] erinnern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt [[Braunschweig]] erwarb 1433 die Burg [[Ampleben]] am Elm und legte unweit von [[Am Großen Rhode|Groß Rhode]] einen eigenen Steinbruch, die „Ampleber Kuhle“, an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. und 18. Jahrhundert entstanden im Elm zahlreiche neue Steinbrüche. 1650 und 1660 wurden „Steinkuhlen“ bei Groß Rhode und am [[Evessen|Evesser]] Berg genannt. Im Jahr 1672 erhielten die Bürger von [[Schöppenstedt]] von Herzog [[Rudolf August (Braunschweig-Wolfenbüttel)|Rudolf August]] das Privileg, in ihrem Gehölz (Weddy) einen Steinbruch für den Eigenbedarf anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Steinbrüche wurden in Urkunden des 18. Jahrhunderts bei Langeleben (Altfeld), [[Lelm]] (Langeleber Trift), [[Schöningen]] (über dem Kloster am Elmrand), [[Twieflingen]] ([[Elmsburg]]), Groß Rhode, dem [[Tetzelstein]], [[Ampleben]] (Ampleber Kuhle), [[Erkerode]], [[Lucklum]] (vier im Dettumer Grund, einer auf dem Kuxberg), Hemkenrode und [[Destedt]] erwähnt. Bei Erkerode wurde ein besonderer Typ von Kalkstein gebrochen, der [[Erkeroder Trochitenkalk]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1910 gab es im Elm nur noch neun Steinbrüche, von denen fünf nahe Königslutter und vier bei Schöningen lagen. In den 1930er Jahren war der Bruch der [[Portlandzement]]fabrik Drachenberg mit dem Werk in Königslutter mit einer [[Luftseilbahn]] zum Transport des Elmkalksteins verbunden. Der Betrieb hatte zu dieser Zeit 60 Beschäftigte. Im Jahr 1948 erreichte die Außenstelle Drachenberg der Braunschweiger Kalkwerk GmbH wieder die Stärke der Vorkriegsbelegschaft. Die für die Werksteinbearbeitung geeigneten [[Werkstein]]e wurden aussortiert und die minder brauchbaren Steine zu Bau- und Düngekalk gebrannt. Blöcke, die für [[Steinbearbeitung]] geeignet waren, ließen sich mit einer Höhe bis zu 1 Meter und einem Volumen bis zu 8&amp;amp;nbsp;m³ abbauen.&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Sickenberg: &amp;#039;&amp;#039;Steine und Erden. Die Lagerstätten und ihre Bewirtschaftung. Geologie und Lagerstätten Niedersachsens,&amp;#039;&amp;#039; 5. Bd. Dorn-Verlag, Bremen, Horn 1951, S. 248ff&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 2008 war lediglich ein Steinbruch der Firma Metzner in Betrieb, ausschließlich zur Werksteingewinnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Steinbruch Hemkenrode ===&lt;br /&gt;
Als Sonderform für die Tierwelt des Unteren Muschelkalks im Elm gelten die [[Fossil]]funde aus dem Steinbruch [[Hemkenrode]]. Versteinerungen des Mittleren Muschelkalks fehlen fast vollständig. Versteinerungen von [[Seelilien]] sind in den Randgebieten des Elms im weichen Kalkstein zu finden, besonders ausgeprägt in [[Erkerode]]. Seelilien waren Meerestiere mit Fangarmen, deren meterlange Stängel am Meeresgrund oder an im Wasser treibenden Gegenständen (meistens Holz) festgewachsen waren. Vor allem fand man die Art &amp;#039;&amp;#039;Encrinus liliiformis&amp;#039;&amp;#039; mit ihrer gedrungenen, robusten Krone. In jüngster Zeit konnten im Elm ganze Muschel-Seelilien-Lebensgemeinschaften nachgewiesen werden, die eng umgrenzte, riffartige Gebilde darstellten. Weiterhin findet man häufig das knotige [[Ammoniten|Ammonshorn]] (&amp;#039;&amp;#039;Ceratites nodosus&amp;#039;&amp;#039;), ein mit den heutigen Tintenfischen verwandtes Weichtier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Elmkalkstein Hang.jpg|mini|Elmkalkstein bei einem früheren Steinbruch]]&lt;br /&gt;
Den Tiefbohrungen zufolge muss der Elm in der [[Trias (Geologie)|Trias]] (vor etwa 200 Millionen Jahren) aus dem Boden eines früheren Meeres entstanden sein. Die darin lebenden Meerestiere, die [[Terebratel]]n, bildeten eine Kalkschicht, aus der später durch Verdichtung Kalkstein entstand. Danach wölbte sich der Meeresboden zu einem Höhenzug durch Sattelbildung, was einen Zeitraum von 100 Millionen Jahren zwischen dem [[Jura (Geologie)|Jura]] und dem [[Tertiär]] beanspruchte. Heute besteht der Elm aus [[Muschelkalk]] und einer 500&amp;amp;nbsp;m mächtigen Schicht aus Buntsandstein. Darunter liegt ein 900&amp;amp;nbsp;m mächtiges Salzlager der [[Zechstein]]zeit. Die Gesteine, die den Elm bilden, gehören der Muschelkalkzeit an. Dazu gehört unten liegend bis zu 200&amp;amp;nbsp;m mächtiges Kalkgestein in verschiedener Schichtabfolge, z.&amp;amp;nbsp;B. Knollenkalk, Wellenkalk, Mergel, Schaumkalk. Als Steine für Bauvorhaben sind die bis zu 1,5&amp;amp;nbsp;m mächtigen Schichten von Schaumkalk, so genannte Werksteinbänke, verwertbar. Es ließen sich bis 8&amp;amp;nbsp;m² große Kalksteine gewinnen. Dieses zur Verarbeitung geeignete Steinmaterial tritt nur im nördlichen Teil des Elms an die Oberfläche, wo es abgebaut wird. Unter dieser Terebratelschicht befindet sich tiefer die 0,5&amp;amp;nbsp;m starke Schicht, die besonders dicht ist und sich für filigrane Steinbildhauerarbeiten eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Jochen Lepper: &amp;#039;&amp;#039;Bau- und Denkmalgesteine zwischen Elm und Aller – Vorkommen und Verwendung.&amp;#039;&amp;#039; Exkursionführer Naturhistorische Gesellschaft Hannover. 8. Oktober 2005. Eigenverlag&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Schicht nennen die lokalen Steinmetzen &amp;#039;&amp;#039;Speckstein&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich lag der Elm etwa 200&amp;amp;nbsp;m höher als heute, wurde jedoch durch Einwirkung von Wasser, Eis, Wind wieder abgetragen. Das war vor allem während der [[Eiszeitalter|Eiszeiten]] der Fall, die dem Höhenzug durch Abschleifung seine abgerundete Form gaben. Während der Eiszeiten war der Elm von Gletschereis bedeckt, was an verstreut liegenden [[Findling]]en erkennbar ist. In dieser Zeit erhielt er eine bis zu 60&amp;amp;nbsp;cm starke Lössschicht, was in Verbindung mit dem darunter liegenden Kalkstein günstig für den späteren Baumbestand war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Versteinerungen ===&lt;br /&gt;
In fast allen Schichten der Muschelkalkzeit finden sich Versteinerungen. Das vor 200 Millionen Jahren hier vorkommende Meer hatte einen sehr hohen Salzgehalt. Dadurch war die Artenzahl gering, die Individuenanzahl der einzelnen Arten aber sehr hoch. Besonders die [[Weichtiere]] sind mit ihren Schalenbildungen gut erhalten. Davon zeugen Kalkplatten mit Exemplaren der [[Gattung (Biologie)|Gattungen]] &amp;#039;&amp;#039;Omphaloptycha&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Loxonema&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Myophoria&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Hoernesia&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Würmer und Gliedertiere waren im Schlamm des früheren Meeres eingegraben. Davon sind heute im Gestein noch zahlreiche fossile Grabgänge und [[Fressbauten]] zu finden. Dazu zählen auch lange Röhren, die Rhizocorallium genannt werden. Der Name ist eine Kennzeichnung der Spurenfossilien, sagt aber nichts über den unbekannten Erzeuger aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Weichtieren und einigen wohlbehaltenen Kelchen der recht seltenen [[Seelilien|Seelilie]] &amp;#039;&amp;#039;Encrinus carnalli&amp;#039;&amp;#039; konnten in den Versteinerungen des Elms auch Zähne und Wirbel von &amp;#039;&amp;#039;[[Nothosaurus]] sp.&amp;#039;&amp;#039;, einer etwa 1&amp;amp;nbsp;m langen Ruderechse, und Zähne von &amp;#039;&amp;#039;[[Placodus]] sp.&amp;#039;&amp;#039;, einem Pflasterzahnsaurier, gefunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Elmgestein als Baumaterial ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Königslutter Dom Rück.jpg|mini|hochkant|Aus Elmkalkstein: [[Kaiserdom (Königslutter)|Kaiserdom Königslutter]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits Anfang des 12. Jahrhunderts hatten die Steinbrüche im Elm eine große Bedeutung als Baumaterial. Das umliegende Land wurde mit Elmkalksteinen versorgt. Viele Sakralbauten, wie Kirchen und Klöster, aber auch Burgen und Schlösser rings um den Elm entstanden aus diesem Baumaterial. Braunschweig wurde deswegen auch als „Stadt des weißen Elmkalksteins“ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch andere Gesteine des Elms wurden bereits im Mittelalter als Baumaterial verwertet. Dies war der lockere, poröse Kalkstein, der im Elm [[Duckstein (Gestein)|Duckstein]] heißt. Duckstein ist ein Tuffstein, der in jüngeren geologischen Zeiten aus dem stark kalkhaltigen Bachwasser der [[Lutter (Schunter)|Lutter]] ausgefällt wurde und sich als [[Kalktuff]] ablagerte.&lt;br /&gt;
(In der Geologie werden für Quellkalke, uneinheitlich, die Bezeichnungen &amp;#039;&amp;#039;Kalktuff&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Travertin]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Kalksinter]]&amp;#039;&amp;#039; weiter differenzierend oder auch synonym verwendet.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Material war leicht zu brechen und ließ sich im noch nicht ausgetrockneten Zustand gut bearbeiten. Duckstein diente als Zierstein für die Grotten im Barockgarten von [[Schloss Salzdahlum]]. Nach dem Gesteinsmaterial Duckstein ist auch die obergärige Biermarke [[Duckstein (Bier)|Duckstein]] benannt, die ursprünglich in Königslutter am Elm gebraut wurde, wo die Lutter entspringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elmkalk wurde jedoch nicht nur für Bauzwecke verwendet. Der Kalkstein wurde auch in Kalköfen gebrannt zu [[Calciumoxid|Branntkalk]]. Historische Kalköfen befanden sich an der Lutterquelle bei Königslutter, bei [[Schöningen]], auf der Elmsburg, im Weddy, bei Groß Rhode, auf der Ampleber Kuhle, bei [[Erkerode]], im Dettumer Grund, auf dem Kuxberg und bei Destedt. Auch [[Gips]] wurde im [[Reitlingstal]] des Elms und bei Schöningen nahe dem ehemaligen Salzwerk gewonnen. Westlich der heutigen Gaststätte im Reitlingstal ist noch ein alter Gipsbruch zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bauverwendung des Elmgesteins ==&lt;br /&gt;
=== 12. bis 14. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Braunschweiger Dom Grabmal Heinrich und Mathilde.JPG|mini|Aus Elmkalkstein: Grabmal im [[Braunschweiger Dom]] um 1227]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ältestes erhaltenes Bauwerk, bei dem Elmkalksteine verwendet wurden, gilt die im 11.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert errichtete [[Ludgeri-Kapelle]] in [[Helmstedt]]. Ein weiteres bedeutendes Bauwerk aus Elmkalkstein in der Region ist die 1135 von Kaiser [[Lothar III. (HRR)|Lothar&amp;amp;nbsp;III.]] von Süpplingenburg errichtete Stiftskirche von Königslutter, der [[Kaiserdom (Königslutter)|Kaiserdom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Braunschweig wurde bei feineren Architekturteilen von Bauvorhaben wie [[Säule]]n, [[Kapitell]]en und [[Gesims]]en Elmkalkstein bevorzugt. Hier sind prächtige Beispiele für die Verwendung von Elmkalkstein:&lt;br /&gt;
* Grabmal [[Heinrich der Löwe|Heinrichs des Löwen]] und seiner Gemahlin [[Mathilde Plantagenet|Mathilde]] im [[Braunschweiger Dom]] aus der Mitte des 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts&lt;br /&gt;
* Plastik der 1434 fertiggestellten St. Annenkapelle an der [[St. Martini (Braunschweig)|Martinikirche]]&lt;br /&gt;
* Reliefs an den Chorgiebeln der Andreaskirche&lt;br /&gt;
* Statuen vor den Laubengängen des [[Altstadtrathaus (Braunschweig)|Altstadtrathauses]] aus der Mitte des 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts von [[Hans Hesse d.J.]] mit Darstellungen von Kaiser Lothar&amp;amp;nbsp;III. und Heinrich den Löwen mit ihren Gemahlinnen&lt;br /&gt;
* Kopf des [[Bremer Roland]]s&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die obersten Stockwerke der drei Hauptpfarrkirchen von Braunschweig ([[St. Martini (Braunschweig)|St. Martini]], [[St. Andreas (Braunschweig)|St. Andreas]] und [[St. Katharinen (Braunschweig)|St. Katharinen]]) bestehen überwiegend aus Kalkstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 15. und 16. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Braunschweig Gewandhaus Ostfassade.jpg|mini|hochkant|Aus Elmkalkstein: [[Gewandhaus (Braunschweig)|Gewandhaus Braunschweig]] um 1590]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung des Elmkalksteins für Bauvorhaben in Braunschweig ergibt sich aus alten Handwerkerrechnungen. Für den Neubau des Rathauses („to dem rathuse, to der dornssen, to dem winkelere“) wurden in sechs Jahren um das Jahr 1460 1162&amp;amp;nbsp;[[Schock (Maßeinheit)|Schock]] (rund 70.000 Steine) und 32&amp;amp;nbsp;[[Fuder]] Steine bezogen. Die Steine wurden als „Luttersche Steine“ bezeichnet wegen ihrer vorwiegenden Herkunft aus [[Königslutter]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Elmkalkstein entstanden auch die Statuen der „Rolande“, bei denen es sich um Verkörperungen alter Rechte und Freiheiten in den mittelalterlichen Städten handelt. Der älteste und bedeutendste unter ihnen ist der 5,45&amp;amp;nbsp;Meter hohe [[Roland (Statue)|Bremer Roland]]. Er wurde 1404 als Ersatz für das 1366 abgebrannte hölzerne Standbild vor dem Bremer Rathaus aufgestellt. Aus Elmstein besteht auch der Sockel des [[Halberstadt|Halberstädter]] Rolands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die 1604 bis 1623 im [[Renaissance]]stil errichtete Hauptkirche in [[Wolfenbüttel]] ließ der Braunschweiger Herzog Steine aus den Elm-Steinbrüchen „Lutterkuhle“ und „Teufelsküche“ heranschaffen. 1591 entstand aus Elmkalkstein die Prunkfassade des [[Gewandhaus (Braunschweig)|Braunschweiger Gewandhauses]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine starke Förderung erfuhr der Abbau der Elmkalksteine durch [[Julius (Braunschweig-Wolfenbüttel)|Herzog Julius von Braunschweig]]. Er galt als geistig aufgeschlossener Fürst mit Interesse für das Berg- und Hüttenwesen und für Steinbrüche. 1575 gab er mit Bezug zu den Steinbrüchen von Elm, [[Asse]] und [[Ösel (Berg)|Ösel]] ein „Instrumentenbuch“ heraus, das die Arbeitsgeräte beschrieb. Darin entwickelte der Herzog Pläne zum Abtransport der Steine, der über Flüsse erfolgen sollte. Dazu wollte er die [[Altenau (Oker, Wolfenbüttel)|Altenau]] (Nette genannt) schiffbar machen und eine Staustufe anlegen, um die Steine aus dem Elm (Kneitlinger Kuhle) und des Ösels nach Wolfenbüttel befördern zu können. Der Transport vom Steinbruch im Berg hinunter zum Fluss sollte auf hölzernen Gleitschienen (Gleitkunst) erfolgen. 1577 war die Altenau reguliert, sodass sie mit Flößen befahren werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
==== Bauwerke ====&lt;br /&gt;
Größere Bauwerke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, bei denen Elmkalksteine verwandt wurden:&lt;br /&gt;
* [[Landgericht Berlin#Gerichtsgebäudekomplex|Landgerichtsgebäude (Berlin-)Charlottenburg]] 1910&lt;br /&gt;
* Landgerichtsgebäude [[Danzig]] 1910&lt;br /&gt;
* Hochhäuser am Berliner [[Alexanderplatz]] (1930–1931)&lt;br /&gt;
* [[Straßenbrücke|Autobahnbrücken]]&lt;br /&gt;
* Flugplatzgebäude&lt;br /&gt;
* Bauten auf dem [[Olympiagelände Berlin|Reichssportfeld]] (Olympiagelände) in Berlin (1935–1936)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nach 1945:&lt;br /&gt;
* [[Martin-Luther-Kirche (Hildesheim)|Martin-Luther-Kirche]] in [[Hildesheim]]&lt;br /&gt;
* Industrie- und Handelskammer [[Braunschweig]]&lt;br /&gt;
* Kirchenbauten in [[Wolfsburg]]&lt;br /&gt;
* [[Landgericht Hannover|Landgerichtsgebäude Hannover]]&lt;br /&gt;
* Fassade der Landeszentralbank in Braunschweig&lt;br /&gt;
* Fassade des [[Lindencorso]] in [[Berlin]]&lt;br /&gt;
* Fassade des [[Alexanderhaus (Berlin)|Alexanderhauses]] in Berlin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denkmale ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Kneitlingen- Eulenspiegel.jpg|mini|hochkant=0.5|[[Till Eulenspiegel|Eulenspiegel]]-Denkmal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannte [[Denkmal (Gedenken)|Denkmale]] aus Elmkalkstein sind:&lt;br /&gt;
* Figur des [[Bremer Roland]]s&lt;br /&gt;
* [[Till Eulenspiegel|Till-Eulenspiegel]]-Denkmal in [[Kneitlingen]]&lt;br /&gt;
* Mahnmal der Stadt Hamburg für die Opfer des Bombenkrieges 1952 von [[Gerhard Marcks]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weiterverarbeitende Industrie ====&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden am Elmrand größere Industrieunternehmen, die den Kalkstein verarbeiteten:&lt;br /&gt;
* Braunschweigisches Elmkalk- und Steinwerk bei [[Hemkenrode]] 1904, gegründet vom Königlich Preußischen Eisenbahninspektor Mühlen: Produktion von [[Branntkalk]] zum Bauen und Düngen&lt;br /&gt;
* Wiederaufbau des Steinwerkes bei Hemkenrode 1946 vom Kalkfachmann J. Schnuch: Erschließung eines neuen Steinbruchs im Destedter Forst und Seilbahnverbindung zum Werk&lt;br /&gt;
* Aufbau einer Zementfabrik bei Hemkenrode 1954: Produktion des [[Baukalk]]s mit der Marke „Elmkreuz“ und des [[Portlandzement]]s mit der Marke „Elmkreis“&lt;br /&gt;
*Kalkwerk am Scheppauer Weg in Königslutter, das per Seilbahn an die Steinbrüche angebunden war&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geowissenschaftliche Ausstellungen ==&lt;br /&gt;
In [[Königslutter]] gibt es zwei geowissenschaftliche Ausstellungen:&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;Otto-Klages-Sammlung&amp;#039;&amp;#039;, eine Sammlung, die der Kaufmann [[Otto Klages]] im 20. Jahrhundert zusammentrug. Kernstück der 20.000 Einzelstücke sind Fossilien des Elms. Zur Sammlung gehören mehrere hundert Exemplare von versteinerten Seelilien, darunter eine große Steinplatte mit 16&amp;amp;nbsp;Seelilienkronen und Stielen bis zu 70&amp;amp;nbsp;cm Länge. Daneben werden Gesteine und Minerale gezeigt. (Königslutter, Sack&amp;amp;nbsp;1)&lt;br /&gt;
* Das &amp;#039;&amp;#039;Geopark-Informationszentrum Königslutter&amp;#039;&amp;#039; mit zahlreichen Exponaten zur [[Geologie]], [[Petrologie]] und [[Mineralogie]] des &amp;#039;&amp;#039;Nationalen Geoparks Harz. Braunschweiger Land. Ostfalen&amp;#039;&amp;#039;, der auch den Elm einschließt. (Königslutter, An der Stadtkirche&amp;amp;nbsp;1)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Volksglaube und Brauchtum ==&lt;br /&gt;
Bereits in der [[Steinzeit]] fanden die im Elmgestein weit verbreiteten [[Trochiten]] Verwendung. Dies sind die Stielglieder der [[Seelilien und Haarsterne|Seelilien]], die sich aus dem Carbonat der Crinoiden-Skelette bildeten. Aus den scheibenförmigen Trochiten, ähnlich einem Geldstück, stellten Steinzeitmenschen Halsketten her. Sie ließen sich durch das Loch in der Mitte der Tochiten auffädeln, die den Tieren als Nervenkanal diente. Bei den [[Germanen]] war das Tragen von [[Crinoidenkalk|Trochitenkalk]]-Ketten ein Zeichen der Tapferkeit. Diese Bedeutung blieb lange erhalten: während der Christianisierung mussten Heiden ihre Trochiten als Bonifatiuspfennige, Wichtelpfennige oder Hexengeld abgeben. Noch 1714 fand man Trochiten in Apotheken als Mittel gegen Epilepsie, giftige Tiere, Nasenbluten, Schwindel und Nierenleiden. Sie sollten ferner die Tapferkeit fördern, die Nachgeburt erleichtern und dem Besitzer ein langes Leben bescheren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Heinz Röhr: &amp;#039;&amp;#039;Der Elm&amp;#039;&amp;#039;, Braunschweig/Schöppenstedt 1962.&lt;br /&gt;
* Jochen Lepper: &amp;#039;&amp;#039;Naturstein&amp;#039;&amp;#039; 3/98, S. 77.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.soil.tu-bs.de/lehre/Gelaendeuebung/SS2006/2006-IntegrGU-Skript.pdf Geologische Karten des Elms mit Lage von Steinbrüchen] (PDF-Datei; 3,25&amp;amp;nbsp;MB)&lt;br /&gt;
* [http://robert.cyty.com/kartei/elm-kalkstein.html Beschreibung bei Region Braunschweig-Ostfalen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kalksteinsorte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Elm]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steinbruch in Niedersachsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturwerkstein der Trias]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biogenes Sedimentgestein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sedimentärer Naturwerkstein]]&lt;/div&gt;</summary>
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