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	<title>Elisabeth von Lothringen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2026-02-16T03:54:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leerzeichen entfernt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:St. Arnual Elisabeth 2.1.jpg|mini|Elisabeth von Lothringen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Stiftskirche St. Arnual in Saarbrücken, 2008.jpg|mini|Stiftskirche St. Arnual]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Tumba Elisabeths von Lothringen, Stiftskirche St. Arnual, Saarbrücken, 2008.jpg|mini|Tumba in der Stiftskirche St. Arnual]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Elisabeth von Lothringen.jpg|mini|Elisabeth: Bildnis auf ihrer [[Tumba]] in der Stiftskirche St. Arnual]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Elisabeth von Lothringen, Gräfin von Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* um 1395 in [[Lothringen]]&amp;lt;ref&amp;gt;In mancher Fachliteratur (z. B. V. Mertens: &amp;#039;&amp;#039;Elisabeth 14&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon des Mittelalters]]&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 3 (1986), Sp. 1836–1837, hier:Sp. 1836) wird [[Vézelise]] als der Geburtsort Elisabeths angegeben; laut Ute von Bloh (&amp;#039;&amp;#039;Elisabeth von Lothringen und Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;[[Kindlers Literatur Lexikon]]&amp;#039;&amp;#039;, 3. Auflage, 2009, Bd. 5, S. 188 f., hier: S. 188) ist Elisabeths Geburtsort unbekannt.&amp;lt;/ref&amp;gt;; † [[17. Januar]] [[1456]] in [[Saarbrücken]]) war eine Wegbereiterin des [[Prosaroman]]s in [[frühneuhochdeutsch]]er Sprache. Sie übersetzte und bearbeitete um 1437 vier französische [[Heldenepos|Heldenepen]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Chanson de geste]]&amp;#039;&amp;#039;): „[[Herzog Herpin|Herpin]]“, „[[Königin Sibille|Sibille]]“, „[[Loher und Maller]]“ und „[[Hug Schapler|Huge Scheppel]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biografie ==&lt;br /&gt;
Elisabeth war eine Tochter des Grafen von Vaudémont, [[Friedrich I. von Vaudémont|Friedrich von Lothringen]] (1368–1415), und seiner Gattin [[Margarete von Joinville|Margarete von Vaudémont-Joinville]] (Margarete von Widmont, ca. 1354–1418). Ihr genaues Geburtsjahr ist unbekannt, doch muss sie nach 1393, dem Jahr der Heirat ihrer Eltern,&amp;lt;ref&amp;gt;Dass sich Elisabeths Eltern im Jahr 1393 vermählten, wird von Ute von Bloh (&amp;#039;&amp;#039;Elisabeth, Gräfin von Lothringen und Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;[[Killy Literaturlexikon]]&amp;#039;&amp;#039;, 2. Auflage, Bd. 3 (2008), S. 255–257, hier: S. 255) angegeben.&amp;lt;/ref&amp;gt; geboren worden sein. Am 11. August 1412 wurde sie die zweite Gemahlin von [[Philipp I. (Nassau-Saarbrücken-Weilburg)|Graf Philipp I. von Nassau-Saarbrücken]] (1368–1429). Nach dessen Tod im Jahr 1429 übernahm sie bis 1438 bzw. bis 1442 die Regentschaft für ihre unmündigen Söhne [[Philipp II. (Nassau-Weilburg)|Philipp II.]] (1418–1492) und [[Johann III. (Nassau-Saarbrücken)|Johann III.]] (1423–1472). Zu den Kindern Elisabeths gehörte auch [[Margarethe von Rodemachern]] (1426–1490).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Nassau-Saarbrücker Territorium umfasste Gebiete an der mittleren [[Saar]], an der [[Blies]], im östlichen Lothringen, im heutigen [[Donnersbergkreis]] um die Stadt [[Kirchheimbolanden]], im [[Taunus]], an der [[Lahn]] sowie im lothringischen [[Commercy]] an der [[Maas]]. Elisabeth gelang es, in teilweise turbulenten Zeiten ihr Reich zusammenzuhalten und Streitigkeiten mit den umliegenden Herrschaftsgebieten zu vermeiden. Unter ihrer Ägide entwickelte sich [[Saarbrücken]] zu einer [[Residenzstadt]] mit der Grafenburg auf dem steil zur Saar abfallenden Burgfelsen als Kernpunkt. Bis dahin existierte noch keine ortsgebundene zentrale Verwaltung, die Landesherren bereisten vielmehr unentwegt ihre oft verstreut liegenden Besitztümer, um den Herrschaftsanspruch durch ihre Präsenz zu untermauern (&amp;#039;&amp;#039;Reiseherrschaft&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth starb am 17. Januar 1456. Entgegen den Gepflogenheiten der alten Grafen von Saarbrücken, die sich in [[Wadgassen]] bestatten ließen, wählte Elisabeth [[St. Arnual]] (Saarbrücken) als ihre letzte Ruhestätte. Ihr Grabmal befindet sich in der dortigen [[Stift (Kirche)|Stiftskirche]], die in der Folge 200 Jahre lang zur [[Grablege|Erbgrablege]] des Hauses [[Grafschaft Saarbrücken#Grafen und Fürsten von Nassau-Saarbrücken|Nassau-Saarbrücken]] wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarisches Schaffen ==&lt;br /&gt;
Obwohl es in der mittelalterlichen deutschen Literatur viele Frauen wie z. B. [[Mechthild von Magdeburg]] gibt, die geistliche Texte verfassten, fehlen Autorinnen säkularer Werke. Erst im 15. Jahrhundert lassen sich einige adlige Frauen mit weltlicher deutscher Literaturproduktion in Verbindung bringen, so Elisabeth von Lothringen und [[Eleonore von Schottland]]. Elisabeth, die im französischen Kulturraum großgeworden war, besaß verwandtschaftliche Beziehungen zu französischen und südwestdeutschen literaturfördernden Höfen, so etwa zu jenem in [[Nancy]], an dem ihr Onkel [[Karl II. (Lothringen)|Karl von Lothringen]] Künstler und humanistische Gelehrte um sich scharte. Karls Gattin [[Margarete von der Pfalz|Margarete]] stellte persönliche Kontakte zwischen Elisabeth und dem „Musenhof“ in [[Heidelberg]] und [[Mechthild von der Pfalz]] her. Ferner gehörte Elisabeths Bruder [[Antoine de Vaudémont|Antoine]] zum Dichterkreis um [[Charles de Valois, duc d’Orléans|Charles d’Orleans]]. Der kulturelle Austausch zwischen den Höfen stellte eine bedeutende Voraussetzung für Elisabeths literarische Vermittlungstätigkeit dar.&amp;lt;ref&amp;gt;V. Mertens: &amp;#039;&amp;#039;Elisabeth 14&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon des Mittelalters&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 3 (1986), Sp. 1836–1837, hier:1836; Albrecht Classen: &amp;#039;&amp;#039;Elisabeth von Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;[[Dictionary of Literary Biography]]&amp;#039;&amp;#039; (DLB), Bd. 179 (1997), S. 42–47, hier: S. 42 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Umfeld Elisabeths wurden in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts vier jüngere französische &amp;#039;&amp;#039;Chansons de geste&amp;#039;&amp;#039; aus dem Romanzyklus um [[Karl der Große|Karl den Großen]] und dessen Nachkommen, nämlich &amp;#039;&amp;#039;[[Herzog Herpin|Herpin]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Königin Sibille|Sibille]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Loher und Maller]]&amp;#039;&amp;#039; und [[Hug Schapler|&amp;#039;&amp;#039;Huge Scheppel&amp;#039;&amp;#039;]], in frühneuhochdeutsche Prosa übertragen. In der Subskription der Manuskripte des &amp;#039;&amp;#039;Loher und Maller&amp;#039;&amp;#039; sowie in der zweiten Vorrede des ältesten Drucks von &amp;#039;&amp;#039;Huge Scheppel&amp;#039;&amp;#039;, den [[Hans Grüninger]] 1500 in [[Straßburg]] herausgab, wird Elisabeth explizit als Verfasserin genannt. [[Wolfgang Liepe]] (&amp;#039;&amp;#039;Elisabeth von Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;, 1920) versuchte zu zeigen, dass Elisabeth auch den &amp;#039;&amp;#039;Herpin&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;Sibille&amp;#039;&amp;#039; übersetzt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Hugo Steinhoff: &amp;#039;&amp;#039;Elisabeth von Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;[[Verfasserlexikon]]&amp;#039;&amp;#039;, 2. Auflage, Bd. 2 (1980), Sp. 482–488, hier: Sp. 482; Ute von Bloh: &amp;#039;&amp;#039;Elisabeth, Gräfin von Lothringen und Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Killy Literaturlexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2. Auflage, Bd. 3 (2008), S. 255–257, hier: S. 255.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Gegensatz zur älteren Forschung beurteilt die überwiegenden Anzahl der neueren Forschungsbeiträge es nicht mehr als wahrscheinlich, dass Elisabeth als alleinige Autorin bzw. Übersetzerin der deutschen Prosaromane anzusehen ist&amp;#039;&amp;#039;.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Ute von Bloh: &amp;#039;&amp;#039;Ausgerenkte Ordnung. Vier Prosaepen aus dem Umkreis der Gräfin Elisabeth von Nassau-Saarbrücken: „Herzog Herpin“, „Loher und Maller“, „Huge Scheppel“, „&amp;#039;Königin Sibille“&amp;#039;&amp;#039;, Tübingen 2002, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Bruno Jahn |Titel=Elisabeth, Gräfin von Lothringen und Nassau-Saarbrücken |Hrsg=Mathias Herweg u. Wolfgang Anchitz |Sammelwerk=Deutsches Literatur-Lexikon. Das Mittelalter. Autoren und Werke nach Themenkreisen und Gattungen. Epik (Vers - Strophe - Prosa), und Kleinformen |Band=5 |Verlag=De Gruyter |Ort=Berlin |Datum=2013 |ISBN=978-3-598-44189-9 |DOI=10.1515/9783598441899.vii |Seiten=1494f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Anika Soraya Meißner |Titel=Von welsch zu dütsch. Kulturelle und literarische Transferprozesse am Beispiel der Saarbrücker Prosaepen |Verlag=Erich Schmidt Verlag |Ort=Berlin |Datum=2024 |Reihe=Philologische Studien und Quellen |BandReihe=291 |ISBN=978-3-503-23771-5 |DOI=10.37307/b.978-3-503-23771-5 |Seiten=286f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zumindest dürfte die Gräfin die Initiatorin der Übertragungen gewesen sein, mit denen – trotz vereinzelter Vorläufer wie der Prosa-Lancelot (Mitte des 13. Jahrhunderts) – der Prosaroman in deutscher Sprache erst begann und sich bald darauf etablierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Subskription des &amp;#039;&amp;#039;Loher und Maller&amp;#039;&amp;#039; zufolge beauftragte Elisabeths Mutter 1405 die Erstellung einer Abschrift der vier genannten französischen Chansons. In den 1430er Jahren erfolgte die Übertragung dieser Abschrift ins Frühneuhochdeutsche, die auf Basis eines neuen, von Johann seiner Mutter Elisabeth in den 1450er Jahren zugesandten Exemplars der &amp;#039;&amp;#039;Chansons de geste&amp;#039;&amp;#039; überarbeitet wurde. Diese unmittelbaren französischen Vorlagen blieben nicht erhalten, nur in einem Wiesbadener Fragment finden sich einige Verse des &amp;#039;&amp;#039;Loher und Maller&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten erhaltenen Manuskripte der übersetzten deutschen Prosaromane stammen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, entstanden also erst nach Elisabeths Ableben. Sechs von ihnen gehörten immerhin Verwandten Elisabeths. Johann III., der jüngere Sohn Elisabeths, besaß drei in Hamburg und Wolfenbüttel befindliche, alle vier Prosaepen enthaltende, großformatige und illustrierte Handschriften, Elisabeths Tochter Margarethe von Rodemachern einen in Heidelberg aufbewahrten Codex des &amp;#039;&amp;#039;Loher und Maller&amp;#039;&amp;#039;, die mit Elisabeth entfernt verwandten Grafen von Manderscheid-Blankenheim ein Kölner Manuskript desselben Epos sowie die ebenfalls mit Elisabeth verwandte [[Margarethe von Savoyen]] eine in Heidelberg verwahrte Handschrift des &amp;#039;&amp;#039;Herpin&amp;#039;&amp;#039;. Es existieren fünf im späten 15. Jahrhundert entstandene Manuskripte des &amp;#039;&amp;#039;Loher und Maller&amp;#039;&amp;#039; sowie drei des &amp;#039;&amp;#039;Herpin&amp;#039;&amp;#039;; dagegen gibt es nur eine, auf 1455/72 datierte Handschrift in Hamburg, die den Text des &amp;#039;&amp;#039;Huge Scheppel&amp;#039;&amp;#039; und anschließend jenen der &amp;#039;&amp;#039;Sibille&amp;#039;&amp;#039; enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Hugo Steinhoff: &amp;#039;&amp;#039;Elisabeth von Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Verfasserlexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2. Auflage, Bd. 2 (1980), Sp. 482–488, hier: Sp. 483; Ute von Bloh: &amp;#039;&amp;#039;Elisabeth, Gräfin von Lothringen und Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Killy Literaturlexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2. Auflage, Bd. 3 (2008), S. 255–257, hier: S. 255 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herpin ===&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung dieses Prosaromans als &amp;#039;&amp;#039;Herpin&amp;#039;&amp;#039; stammt von [[Karl Goedeke]]&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Goedeke: &amp;#039;&amp;#039;Grundriss zur Geschichte der deutschen Dichtung&amp;#039;&amp;#039;, 1859–1881, Bd. 1, S. 358.&amp;lt;/ref&amp;gt;, während die drei in Berlin, Wolfenbüttel und Heidelberg erhaltenen Handschriften des späten 15. Jahrhunderts das Werk als &amp;#039;&amp;#039;Lewen buch von Burges in Berrye&amp;#039;&amp;#039; titulieren. Inhaltlich ist der &amp;#039;&amp;#039;Herpin&amp;#039;&amp;#039; aus dem altfranzösischen &amp;#039;&amp;#039;Lion de Bourges&amp;#039;&amp;#039; (14. Jahrhundert) abgeleitet, doch bildete keine von dessen beiden überlieferten Versionen die direkte Vorlage für die deutsche Übersetzung.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Hugo Steinhoff: &amp;#039;&amp;#039;Elisabeth von Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Verfasserlexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2. Auflage, Bd. 2 (1980), Sp. 482–488, hier: Sp. 484 f.; Ute von Bloh: &amp;#039;&amp;#039;Elisabeth, Gräfin von Lothringen und Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Killy Literaturlexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2. Auflage, Bd. 3 (2008), S. 255–257, hier: S. 255 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Beginn des Romans steht die Schilderung von falschen Anschuldigungen gegen [[Herzog Herpin]] von Bourges, († um 1109) der hier als Vasall Karls des Großen erscheint. Karl wird als schwacher Charakter gezeichnet, der auf die Einflüsterungen böser Berater und Feinde Herpins hört. Gemeinsam mit seiner schwangeren Gattin flieht Herpin in die Wälder und kann verschiedenen Nachstellungen entgehen. Die Familie wird jedoch getrennt, nachdem Herpins Gemahlin einen Knaben geboren hat. Eine Löwin säugt das verlassene Baby, weshalb dieses später den Namen Löw erhält. Ein Ritter, der Löw findet, sorgt für dessen standesgemäße Erziehung. Inzwischen wird Herpins Gattin nach [[Toledo]] verschlagen, tötet den Anführer der diese Stadt belagernden Armee und entscheidet so den Krieg. Erwachsen geworden heiratet Löw eine Königstochter, hat mit ihr die Söhne Ölbaum und Wilhelm und wird letztlich von Karl dem Großen als Herr seines wiedererlangten ererbten Besitzes von Bourges anerkannt. Seine zurückgekehrten Eltern sterben eines gewaltsamen Todes. Löws Söhne ziehen in die Welt hinaus, verheiraten sich und bekommen Kinder, finden aber nach ihrer Heimkehr ebenfalls ein gewaltsames Ende. Schließlich rächt die nächste Generation den Tod ihrer Eltern.&amp;lt;ref&amp;gt;Zusammenfassung des Inhalts von &amp;#039;&amp;#039;Herpin&amp;#039;&amp;#039; durch Albrecht Classen: &amp;#039;&amp;#039;Elisabeth von Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Dictionary of Literary Biography&amp;#039;&amp;#039; (DLB), Bd. 179 (1997), S. 42–47, hier: S. 43 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;Herpin&amp;#039;&amp;#039;, in dem die erotischen Passagen seiner Vorlage gekürzt sind, der aber ansonsten eine recht getreue Übersetzung darstellt, wurde erstmals 1514 in Straßburg gedruckt und 1865 in bearbeiteter Form von [[Karl Simrock]] in den &amp;#039;&amp;#039;Deutschen Volksbüchern&amp;#039;&amp;#039; (Bd. 11, S. 213–445) herausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Königin Sibille ===&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Chanson de geste&amp;#039;&amp;#039; von der &amp;#039;&amp;#039;Reine Sebile&amp;#039;&amp;#039;, die um 1250 entstand, ist nur bruchstückhaft überliefert; insgesamt sind 507 Verse aus drei unterschiedlichen Versionen bekannt. Nicht nur die deutsche Übertragung, sondern auch eine französische und eine spanische Prosafassung hatten diese Chanson zur Ausgangsbasis. Von der deutschen Version, der &amp;#039;&amp;#039;[[Königin Sibille]]&amp;#039;&amp;#039;, existiert nur ein auf 1455/72 datiertes, in der [[Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg]] aufbewahrtes Manuskript; auch wurde der Prosaroman nie gedruckt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Hugo Steinhoff: &amp;#039;&amp;#039;Elisabeth von Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Verfasserlexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2. Auflage, Bd. 2 (1980), Sp. 482–488, hier: Sp. 484 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Titelheldin Sibille ist die Tochter des Kaisers von [[Konstantinopel]], die von Karl dem Großen umworben wird, ihm schließlich nach Frankreich folgt und ihn heiratet. Im weiteren Handlungsverlauf wird das Motiv der zu Unrecht verstoßenen Gemahlin aufgegriffen: Ein unansehnlicher Zwerg versucht mit der Königin zu schlafen, wird aber von ihr abgewehrt. Daraufhin kriecht der Zwerg während Karls Abwesenheit in der Kirche unter Sibilles Bettdecke, so dass Karl nach seiner Rückkehr an einen Ehebruch seiner schwangeren Gattin glaubt und sie zuerst verbrennen lassen will, schließlich aber verbannt. In Begleitung eines treuen Bauern besteht Sibille im Exil viele Abenteuer, gebiert ihren Sohn Ludwig und kehrt zuletzt nach Konstantinopel zurück. Ihr Vater führt seine Streitkräfte gegen Frankreich, um Karl zur Wiederaufnahme seiner Gattin zu zwingen. Nach vielen Verwicklungen lässt sich Karl endlich von Sibilles Freunden überzeugen, dass er ungerecht gehandelt hat und dass die Feinde der Königin den Tod verdienen.&amp;lt;ref&amp;gt;Zusammenfassung des Inhalts der &amp;#039;&amp;#039;Sibille&amp;#039;&amp;#039; durch Albrecht Classen: &amp;#039;&amp;#039;Elisabeth von Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Dictionary of Literary Biography&amp;#039;&amp;#039; (DLB), Bd. 179 (1997), S. 42–47, hier: S. 44 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Loher und Maller ===&lt;br /&gt;
Die Vorlage des 1437 entstandenen &amp;#039;&amp;#039;Loher und Maller&amp;#039;&amp;#039; war eine auf mehreren Quellen beruhende, aus dem 14. Jahrhundert stammende &amp;#039;&amp;#039;Chanson de geste&amp;#039;&amp;#039;, von der nur eine Ende des 14. Jahrhunderts niedergeschriebene mittelniederländische Version fragmentarisch überliefert ist. Insgesamt sind fünf Handschriften des &amp;#039;&amp;#039;Loher und Maller&amp;#039;&amp;#039; bekannt, die im späteren 15. Jahrhundert verfasst wurden und heute in Hamburg, Heidelberg, Köln, Křivoklát und Wien deponiert sind. Der Roman hält sich wenig an geschichtliche Fakten; der Thronfolgestreit [[Lothar I. (Frankenreich)|Lothars I.]], Sohn [[Ludwig der Fromme|Ludwigs des Frommen]], wird hier auf Loher übertragen, der als jüngerer Sohn Karls des Großen dargestellt ist und hinter dem wohl die Figur des Merowingerkönigs [[Chlothar I.]] steht.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Hugo Steinhoff: &amp;#039;&amp;#039;Elisabeth von Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Verfasserlexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2. Auflage, Bd. 2 (1980), Sp. 482–488, hier: Sp. 485.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Roman wird zunächst erzählt, dass Karl der Große seinen jungen Sohn Loher, den er mit Sibille gezeugt hat, für sieben Jahre verbannt, da dieser zu ausschweifend lebt. Karl gibt ihm aber ein Gefolge und reichlich finanzielle Mittel mit auf den Weg. In der Begleitung Lohers, der nun auf Abenteuer auszieht, befindet sich sein treuer Gefährte Maller, Sohn des Königs Galien und der Königin Rosemunde. Öfters gerät Loher in große Not, wird auch gefangen, vermag sich aber aufgrund seines Muts und der List Mallers jedes Mal zu befreien. Er gewinnt die Gunst des byzantinischen Kaisers Orscher, ehelicht dessen Tochter und folgt ihm auf den Thron. Vom Papst wird er auch zum römischen Kaiser erhoben, dann aber von bösen Räten seines Bruders Ludwig bei Paris entmannt. Loher führt daraufhin u. a. mit Unterstützung Mallers harte Kämpfe gegen seine Widersacher, besiegt seinen Bruder, rächt sich an den Verrätern und söhnt sich mit Ludwig aus. Später tötet er seinen Freund Maller unwillentlich durch einen Messerwurf, wird deshalb von dessen Familie bekriegt, schließt mit dieser aber letztlich einen Vergleich und lebt dann als Eremit.&amp;lt;ref&amp;gt;Zusammenfassung des Inhalts von &amp;#039;&amp;#039;Loher und Maller&amp;#039;&amp;#039; durch Albrecht Classen: &amp;#039;&amp;#039;Elisabeth von Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Dictionary of Literary Biography&amp;#039;&amp;#039; (DLB), Bd. 179 (1997), S. 42–47, hier: S. 45.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lose angehängt an die Hauptgeschichte ist eine Erzählung, in der Lohers Bruders Ludwig in den Vordergrund tritt. Ludwig bekämpft seinen Neffen Isembart, der sich mit einer heidnischen Adligen vermählt hat und daraufhin Christen bekriegt. Es handelt sich bei diesem Schlussteil um eine Bearbeitung des nur in Bruchstücken überlieferten &amp;#039;&amp;#039;Gormont&amp;#039;&amp;#039;-&amp;#039;&amp;#039;Isembart&amp;#039;&amp;#039;-Epos aus dem 11./12. Jahrhundert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kindler-2-5-151&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Elisabeth von Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Kindlers Literatur Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2. Auflage, 1988–1992, Bd. 5, S. 150–152, hier: S. 151.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Loher und Maller&amp;#039;&amp;#039; wurde erstmals 1514 in Straßburg gedruckt, 1805 von [[Dorothea Schlegel]] in verkürzter Form in zeitgemäßes Deutsch übersetzt und 1868 von Karl Simrock sprachlich modernisiert herausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Huge Scheppel ===&lt;br /&gt;
Von dem Prosaroman &amp;#039;&amp;#039;Huge Scheppel&amp;#039;&amp;#039; blieb nur ein um 1455/72 hergestelltes Manuskript in Hamburg erhalten. Bei diesem Werk handelt es sich um eine Übertragung der wenig bekannten, aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts stammenden Chanson de geste &amp;#039;&amp;#039;Hugues Capet&amp;#039;&amp;#039;, einem Spätwerk der &amp;#039;&amp;#039;Karolinger&amp;#039;&amp;#039;-&amp;#039;&amp;#039;Geste&amp;#039;&amp;#039;. Allerdings weicht die deutsche Übersetzung von der erhaltenen Version des &amp;#039;&amp;#039;Hugues Capet&amp;#039;&amp;#039; ab. Im Mittelpunkt steht als Titelheld [[Hugo Capet]], der 987 dem letzten Karolinger [[Ludwig V. (Frankreich)|Ludwig V.]] als französischer König folgte und eine neue Herrscherdynastie, die [[Kapetinger]], stiftete. Entgegen der historischen Fakten erzählt das Epos die bereits im 13. Jahrhundert volkstümliche Fabel nach, die Huge zum Sohn eines begüterten Adligen und einer Metzgerstochter macht. Darüber hinaus wird Huge, um ihn näher mit Karl dem Großen zu verbinden, als Nachfolger von dessen in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts regierenden Sohn Ludwig dem Frommen dargestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kindler-2-5-151&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Prolog des &amp;#039;&amp;#039;Huge Scheppel&amp;#039;&amp;#039; zufolge hinterließ Ludwig der Fromme nur eine Tochter, Marie, die zur Thronfolge berechtigt war. Da aber unter den Freiern um ihre Hand Krieg ausbrach, wurden in späteren Zeiten nur Königssöhne als Erbfolgeberechtigte zugelassen. Die eigentliche Handlung setzt mit der Erzählung vom jungen Huge ein, der nach dem Tod seines Vaters dessen Vermögen bei Liebesabenteuern verschwendet und zehn uneheliche Söhne zeugt. Er besteht dann Abenteuer in [[Herzogtum Brabant|Brabant]] und [[Friesland]] und bekämpft in der Folge als Beschützer der Thronerbin Marie in mehreren sehr brutal geführten Schlachten erfolgreich deren viele nach der Krone Frankreichs strebenden Freier, wobei er Unterstützung von Seiten der Pariser Bürger und seiner zehn illegitimen Söhne erhält. Schließlich darf er als Dank für seine Bemühungen die Kronprinzessin heiraten und wird französischer König.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner neuen Herrscherstellung muss Huge sich gegen Graf Friedrich von der Champagne und dessen Freund Herzog Asselin behaupten, die gegen [[Orléans]] ziehen, wo sich die Königin aufhält, und die Stadt erobern. Die schwangere Marie vermag sich aber zuvor in einen von den Angreifern nicht zu nehmenden Turm zu flüchten. Um ihre Mutter zu retten, die in Friedrichs Gewalt geraten ist, liefert sich die Königin dann doch ihrem Widersacher aus. Unterdessen gerät Huge in einen Hinterhalt und entrinnt nur knapp dem Tod. Als Einsiedler verkleidet gelangt er nach Orléans zurück und kann schließlich seine Feinde niederringen und seine Gemahlin zurückgewinnen. Friedrich und Asselin werden gefangen genommen und später enthauptet. Im letzten Kapitel werden kurz Huges erfolgreicher Feldzug gegen die Muslime und andere Ereignisse seiner Regierung als französischer König beschrieben. Sein ältester Sohn Ruprecht folgte ihm auf den Thron nach.&amp;lt;ref&amp;gt;Zusammenfassung des Inhalts von &amp;#039;&amp;#039;Huge Scheppel&amp;#039;&amp;#039; durch Albrecht Classen: &amp;#039;&amp;#039;Elisabeth von Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Dictionary of Literary Biography&amp;#039;&amp;#039; (DLB), Bd. 179 (1997), S. 42–47, hier: S. 45 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar gibt die deutsche Übertragung ebenso wie die drei zuvor beschriebenen Prosaromane die französische Vorlage recht genau wieder, doch ist sie stilistisch etwas freier und glättet die beim &amp;#039;&amp;#039;Herpin&amp;#039;&amp;#039; sowie beim &amp;#039;&amp;#039;Loher und Maller&amp;#039;&amp;#039; noch deutlich durchschimmernden [[Lai (Dichtung)|Laissen]]-Absätze. Auch werden Ungereimtheiten beseitigt, die politische Lage ausführlicher dargestellt und Huges häufige Liebesaffären dezent gekürzt, die Brutalität der Kampfhandlungen hingegen nur wenig gedämpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Huge Scheppel&amp;#039;&amp;#039; erfreute sich größerer Beliebtheit als die anderen drei oben erwähnten Romane, wurde vor ihnen als erster 1500 (in der kürzenden Bearbeitung von Conrat Heyndörffer nach der handschriftlich nicht überlieferten älteren Fassung) von Hans Grüninger in Straßburg gedruckt, 1556 von [[Hans Sachs]] dramatisiert und erlebte als anonymes und zumeist &amp;#039;&amp;#039;Hug Schapler&amp;#039;&amp;#039; tituliertes Volksbuch zahlreiche Neuauflagen. Die weitere Verbreitung des Romans ab dem 16. Jahrhundert erklärt sich wohl durch die ungewöhnliche und für Elisabeths Zeitgenossen aktuelle Thematik des Aufstiegs zum Herrscher aus eigener Kraft trotz unstandesgemäßer Abstammung. Allerdings ist der &amp;#039;&amp;#039;Huge Scheppel&amp;#039;&amp;#039; kaum als Beleg für bürgerlichen Aufstiegswillen anzusehen, da der Titelheld keine bürgerlichen Werte verkörpert, sondern von Anfang an einen jungen, machtbewussten Ritter repräsentiert. Seine mindere Herkunft entspricht der anfänglichen Lage der verbannten Helden der anderen drei Romane, sein Aufstiegswille deren Drang nach Erringung der Macht. 1810 integrierte [[Achim von Arnim]] die Geschichte des &amp;#039;&amp;#039;Hug Schapler&amp;#039;&amp;#039; nach der Version des Druckes von 1537 in den Roman &amp;#039;&amp;#039;Armut, Reichtum, Schuld und Buße der Gräfin Dolores&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Hugo Steinhoff: &amp;#039;&amp;#039;Elisabeth von Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Verfasserlexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2. Auflage, Bd. 2 (1980), Sp. 482–488, hier: Sp. 486 f.; Ute von Bloh: &amp;#039;&amp;#039;Elisabeth von Lothringen und Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Kindlers Literatur Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 3. Auflage, 2009, Bd. 5, S. 188 f., hier: S. 189.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachleben ==&lt;br /&gt;
Noch zu ihren Lebzeiten sorgte Elisabeth für ihre Erbfolge. 1439 teilte sie ihre Besitztümer unter ihren beiden Söhnen auf: ein rechtsrheinisches Gebiet sprach sie ihrem älteren Sohn Philipp, dem Grafen von Nassau-[[Weilburg]], zu, den linksrheinischen Bereich vergab sie an ihren jüngeren Sohn Johann Graf von Nassau-Saarbrücken. Letztgenannter hatte wohl auch, im Gegensatz zu seinem Bruder, einen persönlichen Bezug zur literarischen Tätigkeit seiner Mutter. Unter anderem ließ er prächtig ausgestattete Handschriften von Ritterromanen, die Elisabeth übersetzt hatte, anfertigen. Handschriften-Exemplare und frühe Drucke befinden sich in der [[Herzog August Bibliothek]] ([[Wolfenbüttel]]) und der [[Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 2007 fand in [[Saarbrücken]] anlässlich der Beteiligung Saarbrückens an den Aktivitäten der [[Europäische Kulturhauptstadt|Europäischen Kulturhauptstadt]] [[Luxemburg]] eine umfangreiche Plakatausstellung zu den Romanen Elisabeths statt. Der Europäische Schriftstellerkongress in Saarbrücken am 16. Oktober 2007 stand unter dem Motto „Ir herren machent fryden“, mit dem Elisabeth ihre Übersetzungen begann. Ihr Leben wurde im 2007 veröffentlichten Roman &amp;#039;&amp;#039;Die Grenzgängerin&amp;#039;&amp;#039; von Ulrike und Manfred Jacobs (erschienen bei Gollenstein) aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgaben ==&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Ein lieplichs lesen vnd ein warhafftige Hystorij wie einer der da hieß Hug schäpler vnd wz metzgers gschlecht ein gewaltiger küng zu Franckrich ward&amp;#039;&amp;#039;, Grüninger, Straßburg 1500 ([[Inkunabel]], im Besitz der Staats- u. Univ.-Bibl. Hamburg)&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Ein schöne warhaftige hystory von Keiser Karolus sun genant Loher oder Lotarius : wie er verbant ward siben iar vß dem künigreich vnd wie er sich die selbig zeit so ritterlich bruchte&amp;#039;&amp;#039;, Grieninger, Straßburg 1514 (Druck im Besitz der Staats- u. Univ.-Bibl. Hamburg)&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Ein Schöne vnnd warhaffte History von dem teüren geherczten vnd manhafftigen Huge Schappler … Von newen getruckt&amp;#039;&amp;#039;. Grübninger, Straßburg 1537 (Druck im Besitz der Staats- u. Univ.-Bibl. Hamburg)&lt;br /&gt;
* Hermann Urtel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Huge Scheppel der Gräfin Elisabeth von Nassau-Saarbrücken nach der Handschrift der Hamburger Stadtbibliothek&amp;#039;&amp;#039;. Gräfe, Hamburg 1905 (Nachdruck: Ruland &amp;amp; Raetzer, Saarbrücken 2007, ISBN 3-9811546-0-6)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Sibille – Das Buch von Konig Karl von Frankrich und siner Husfrouen Sibillen, die umb eins Getwerch willen verjaget wart&amp;#039;&amp;#039;, freie Übertragung ins Hochdeutsche von Yvonne Rech mit Illustrationen von Uwe Loebens, hrsg. von der Stiftung für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit, Verlag: Bücher bauen Brücken ISBN 978-3-9809584-4-8 (Schmuckkassette enthält außerdem Ausgaben in französischer Sprache – traduit en francais par Maxime-Olivier Lieser – und in luxemburgischer Sprache – eng Iwwersetzung an d&amp;#039;Letzebuergescht vum Chantal Keller – auf der Grundlage der Ausgabe im Hochdeutschen und den Illustrationen dieser Ausgabe)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{ADB|6|18|19|Elisabeth, Gräfin von Nassau und Saarbrücken|[[Karl Bartsch]]|ADB:Elisabeth (Gräfin von Nassau-Saarbrücken)}}&lt;br /&gt;
* {{NDB|4|445|446|Elisabeth, Gräfin von Nassau-Saarbrücken|[[W. Theodor Elwert]]|118819313}}&lt;br /&gt;
* Bernhard Burchert: &amp;#039;&amp;#039;Die Anfänge des Prosaromans in Deutschland. Die Prosaerzählungen Elisabeths von Nassau-Saarbrücken.&amp;#039;&amp;#039; Lang, Frankfurt am Main u. a. 1987, ISBN 3-8204-8189-3.&lt;br /&gt;
* Thomas Cramer: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der deutschen Literatur im späten Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; dtv, München 2000, ISBN 3-423-30779-X (für den Einstieg zu empfehlen).&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Haubrichs]], [[Hans-Walter Herrmann]], [[Gerhard Sauder]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Deutschland und Frankreich. Elisabeth von Lothringen, Gräfin von Nassau-Saarbrücken&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 34). Röhrig, St. Ingbert 2002, ISBN 3-86110-319-2.&lt;br /&gt;
* Yvonne Rech (Konzept), Hans-Walter Herrmann (Text): &amp;#039;&amp;#039;Elisabethenwege. Reisen auf den Wegen einer bedeutenden Frau. [Ein Reiseführer].&amp;#039;&amp;#039; [[Regionalverband Saarbrücken]], Saarbrücken 2008.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Elisabeth of Lorraine-Vaudémont|Elisabeth von Lothringen}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118819313}}&lt;br /&gt;
* {{SaarBiogr |328 |Nassau-Saarbrücken Elisabeth von}}&lt;br /&gt;
* [http://swb.bsz-bw.de/DB=2.306/SET=7/TTL=1/CMD?ACT=SRCHA&amp;amp;IKT=1&amp;amp;SRT=YOP&amp;amp;TRM=elisabeth+von+lothringen Literatur von Elisabeth von Lothringen] und {{Saarländische Bibliographie|elisabeth+lothringen}}&lt;br /&gt;
* [https://kataloge.uni-hamburg.de/DB=1/SET=1/TTL=4/CMD?ACT=SRCHA&amp;amp;IKT=1016&amp;amp;SRT=YOP&amp;amp;TRM=Elisabeth+von+Lothringen Literaturangaben Staats- u. Univ.-Bibl. Hamburg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118819313|LCCN=n/82/166206|VIAF=84102690}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Elisabeth #Lothringen}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Übersetzer aus dem Französischen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Übersetzer ins Deutsche]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (15. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Deutsch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Saarland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Romanist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gräfin (Nassau)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied des Adelsgeschlechts Vaudémont]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied des Hauses Nassau (Walramische Linie)|⚭Elisabeth #Lothringen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 14. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1456]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Elisabeth von Lothringen&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Elisabeth von Nassau-Saarbrücken&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Wegbereiterin des Prosaromans&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=um 1395&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Lothringen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=17. Januar 1456&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Saarbrücken]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Fan-vom-Wiki</name></author>
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