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	<title>Einzelfallhilfe - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-23T20:10:59Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Einzelfallhilfe&amp;diff=268422&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Ulanwp: /* Geschichte */ Linkfix</title>
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		<updated>2024-12-13T20:35:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte: &lt;/span&gt; Linkfix&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Einzelfallhilfe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch als &amp;#039;&amp;#039;soziale Einzelhilfe&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, (abgekürzt: EFH bzw. EH) ist eine Methode der [[Soziale Arbeit|sozialen Arbeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einzelfallhilfe ist neben [[Soziale Gruppenarbeit|sozialer Gruppenarbeit]] und [[Gemeinwesenarbeit]] eine der drei traditionellen grundlegenden [[Sozialpädagogik|sozialpädagogischen]] Interventionsformen zur Lösung psychischer, materieller, gesundheitlicher oder sozialer Probleme. Ihre spezifischen Strategien zur Bewältigung dieser Probleme setzen dabei vornehmlich am [[Individuum]], dem &amp;#039;&amp;#039;[[Klient]]en&amp;#039;&amp;#039;, an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzelfallhilfe kommt in unterschiedlichen Handlungsfeldern der sozialen Arbeit zur Anwendung;  Beispiele sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Sozialberatung|Beratung]] (z. B. [[Schuldnerberatung]], Konfliktberatung),&lt;br /&gt;
* Vermittlung materieller Hilfen (z. B. [[Obdachlosigkeit|Wohnungslosenhilfe]]) oder&lt;br /&gt;
* Einleitung und Durchführung von präventiven, unterstützenden, therapeutischen oder rehabilitierenden Maßnahmen (z. B. [[Behindertenhilfe]], [[sozialpädagogische Familienhilfe]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Einzelfallhilfe bestand schon vor der [[Professionalisierung]] sozialer Arbeit, z. B. in der [[karitativ]]en Versorgung Bedürftiger durch Vermögende und in der individuellen, auf [[Reziprozität (Soziologie)|Gegenseitigkeit]] beruhenden Risikoabsicherung durch mittelalterliche Gilden und Knappschaften. Soziale Arbeit mit einzelnen Personen oder Familien oblag zunächst weitgehend [[ehrenamt]]lichen Kräften und begann erst allmählich, sich als Tätigkeitsmerkmal eines [[Beruf]]s zu entwickeln. Ansätze der Individualisierung in der staatlichen Armenfürsorge sind im [[Elberfelder System]] (Armenordnung von 1852) und im [[Straßburger System]] zu finden. Um 1900 bestanden zumindest in größeren Städten Deutschlands Beratungsstellen für Gesundheits- und Rechtsfragen, Seemannsfürsorge oder Auswandererberatung, die ebenfalls schon als frühe Vorläufer der heutigen sozialen Einzelfallhilfe zu gelten haben. Erste Anlaufstelle war stets eine [[Behörde]], so dass bis ins 20. Jahrhundert auch das [[Berufsbild]] und die Tätigkeiten dadurch geprägt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin entwickelt sich Einzelhilfe auch im Kontext von neu entstehenden Konzepten der [[Individualpsychologie]] und [[Psychotherapie]], namentlich der [[Sigmund Freud|Freud’schen]] [[Psychoanalyse]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zeugnis von Einzelfallhilfe als einem systematischen Instrument der Sozialarbeit/[[Sozialpädagogik]] wird häufig nur die &amp;#039;&amp;#039;case work&amp;#039;&amp;#039; in der Armenhilfe der [[USA]], sowie insbesondere [[Mary Ellen Richmond]]s Buch &amp;#039;&amp;#039;Social Diagnosis&amp;#039;&amp;#039;  (1917), zitiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1920er Jahren trägt in Deutschland [[Alice Salomon]] wesentlich zu einer wissenschaftlichen und praktischen Rezeption der &amp;#039;&amp;#039;Individualisierenden Methode&amp;#039;&amp;#039; im Zusammenwirken von staatlicher ‚[[Fürsorge]]‘  und privater ‚[[Wohlfahrtspflege]]‘ bei. Die Formen und Aufgaben der &amp;#039;&amp;#039;helfenden&amp;#039;&amp;#039; Intervention charakterisiert sie dabei mit Begriffen wie ‚Behandeln‘, ‚Heilen‘ und ‚Pflegen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab den 1970er wurde die &amp;#039;&amp;#039;offene Sozialarbeit&amp;#039;&amp;#039; als neue Form entwickelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dvjj&amp;quot;&amp;gt;[[Horst Schüler-Springorum]] in: &amp;#039;&amp;#039;Jugendgerichtsbarkeit und Sozialarbeit&amp;#039;&amp;#039;, Bericht der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen, Selbstverlag, Hamburg 1975, Seite 233&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konzepte ==&lt;br /&gt;
Im Laufe der weiteren Professionalisierung sozialer Arbeit findet vor allem ab 1950 eine Theoriebildung statt, in der – ebenso wie bei der Sozialen Gruppenarbeit und der Gemeinwesenarbeit – zunächst angloamerikanische Theorie- und Handlungsansätze dominierten. In ihnen stehen [[Entwicklungspsychologie|entwicklungspsychologische]] oder funktionalistische (Sozialarbeit als [[Dienstleistung]]) bzw. technologische, [[Behaviorismus|behavioristische]] (Verhaltensmodifikation) Konzepte im Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Konzepte der Einzelfallhilfe gehen davon aus, dass in einer &amp;#039;&amp;#039;Stärkung des Individuums&amp;#039;&amp;#039; die erfolgreichste Strategie zur Lösung seiner Probleme zu suchen ist. Mit „Hilfe zur Selbsthilfe“ soll das Ziel einer emanzipierten, authentischen und (selbst-)verantwortlichen Persönlichkeit erreicht werden, die anschließend keiner weiteren professionellen Unterstützung mehr bedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zeitlich begrenzte pädagogische Intervention erfolgt nach einer systematischen Untersuchung der psychosozialen Situation des Klienten, ihrer Geschichte und einem qualitativen Befund ([[Anamnese]] und [[Diagnose]]). Ein therapeutisches Konzept bzw. Maßnahmeplan legt die Ziele und den Ablauf der Unterstützung fest und soll eine, zuweilen auch gemeinsame, Erfolgskontrolle ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Konzept der „Hilfe“ setzt Freiwilligkeit, Einverständnis und Mitwirkungsbereitschaft der Klienten voraus. Häufig beschriebene Anforderungen an die Pädagogen in der Einzelfallhilfe sind deshalb Anteilnahme, Akzeptanz der Person und Achtung der Selbstbestimmung des Klienten, sowie Verschwiegenheit gegenüber anderen Personen und Institutionen. Einzelfallhelfer bedienen sich u. a. aus der Psychotherapie abgeleiteter Verfahren, z. B. der [[Personzentrierter Ansatz (Psychotherapie)|personenzentrierten Gesprächsführung]] nach [[Carl Rogers]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach handlungsleitender Modellvorstellung beruht die Einzelfallhilfe auf weiteren Elementen wie etwa der „Diagnose und Behandlung“, dem „dialogischem Aushandeln zur Zielfindung“, der „Ressourcenerschließung“ (zum Beispiel einer Aktivierung des sozialen Umfeldes) oder der „Vermittlung von Dienstleistungen“. Konzepte der Einzelfallhilfe lassen sich u.&amp;amp;nbsp;a. auch daran unterscheiden, welche Hintergründe von Hilfebedürftigkeit berücksichtigt werden und worin die Hilfe konkret bestehen kann (etwa: in Geldleistungen, in instrumenteller Unterstützung, in einer Begleitung bei der Erreichung selbstdefinierter Ziele oder in der Ressourcenerschließung) und wodurch die Hilfe vermittelt werden kann (etwa: durch die Beziehung zwischen Fachkraft und Klient, durch das Gespräch oder durch eine Veränderung des Umfeldes). Auch der Kontext beeinflusst die Wirkung von Interventionen (etwa: wer der Auftraggeber ist und inwieweit der Klient freiwillig die Einzelfallhilfe aufsucht). Je nach Konzept der Einzelfallhilfe kann außerdem eine systematische Dokumentation, Überprüfung und Bewertung der Ergebnisse vorgesehen sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Marianne Meinhold: &amp;#039;&amp;#039;Über Einzelfallhilfe und Case Management.&amp;#039;&amp;#039; In: W. Thole (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Grundriss Soziale Arbeit.&amp;#039;&amp;#039; 3., erweitert Auflage. VS-Verlag / Springer Fachmedien, Wiesbaden 2010, S.&amp;amp;nbsp;635–647, hier S.&amp;amp;nbsp;635, 636.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Case Management ===&lt;br /&gt;
In Theorie und Praxis der Einzelfallhilfe hat der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Case Management&amp;#039;&amp;#039; einen hohen Stellenwert erlangt. In ihm spiegelt sich auch das Bemühen um eine weitere Professionalisierung wider: Caseworker oder Case Manager handeln nicht mehr als „Helfer“, sondern als erfolgskontrollierte Dienstleister nach festgelegten bzw. überprüfbaren professionellen Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wesentliche Triebfeder des ‚Booms‘ von Case-Management-Konzepten ist die zunehmende Finanzkrise der öffentlichen Haushalte zu sehen, daneben die mangelnde Quantifizierbarkeit von Erfolgen sozialer Arbeit allgemein und von Einzelfallhilfe im Besonderen. Case-Management-Konzepte sollen dabei die begrenzten finanziellen, personellen und organisatorischen Ressourcen bündeln, um auf wachsende soziale Problemlagen in möglichst effizienter Form zu reagieren (siehe hierzu auch den Artikel [[Fallmanagement]] mit den Schwerpunkten Arbeitslosigkeit/ALG II und Rehabilitation). Sie spiegeln damit den allgemein feststellbaren Trend zur &amp;#039;&amp;#039;[[Ökonomisierung]] der Sozialen Arbeit&amp;#039;&amp;#039; wider.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Kreft: &amp;#039;&amp;#039;Moden, Trends und Handlungsorientierungen in der Sozialen Arbeit seit 1945.&amp;#039;&amp;#039; 2004, S. 15ff. ({{Webarchiv|url=http://www.stiftung-spi.de/download/stiftung/wohlfahrtspflege/kreft.pdf |wayback=20060131190110 |text=stiftung-spi.de |archiv-bot=2023-12-16 23:48:20 InternetArchiveBot }}, PDF; 254&amp;amp;nbsp;kB, abgerufen am 30. September 2008)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
{{Quellen}}&lt;br /&gt;
Haupteinwand gegen die Konzepte von Einzelfallhilfe war ab Ende der 1960er Jahre der Vorwurf, sie individualisierten gesellschaftlich bedingte Probleme und verschleierten die wahren Ursachen ihrer Entstehungsbedingungen. Die aktuelle Kritik am Case Management hat diese Argumente nahezu nahtlos übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtliche Grundlagen ==&lt;br /&gt;
In Deutschland sind viele sozialstaatliche Leistungen im [[Sozialgesetzbuch]] verankert. Einzelfallhilfe wird zum Beispiel gewährt als Leistung für&lt;br /&gt;
* Menschen in besonderen Lebenslagen (auch Wohnungslosenhilfe) nach {{§|67|sgb_12|juris}}, {{§|68|sgb_12|juris}} [[Zwölftes Buch Sozialgesetzbuch|SGB XII]]&lt;br /&gt;
* Personen mit einer Behinderung im Rahmen der [[Eingliederungshilfe]] nach {{§|53,54|SGB+XII|buzer|text=§§&amp;amp;nbsp;53 und 54}} SGB XII&lt;br /&gt;
* Jugendliche, die einer intensiven Unterstützung bei der sozialen Integration bedürfen (im Rahmen der Hilfen zur Erziehung) nach {{§|35|sgb_8|juris}} [[Achtes Buch Sozialgesetzbuch|SGB VIII]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Fachlexikon der sozialen Arbeit.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. Eigenverlag des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge, Frankfurt 2002.&lt;br /&gt;
* Ernst Engelke: &amp;#039;&amp;#039;Theorien der Sozialen Arbeit. Eine Einführung.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Lambertus-Verlag, Freiburg im Breisgau 2002.&lt;br /&gt;
* Michael Galuske: &amp;#039;&amp;#039;Methoden der Sozialen Arbeit.&amp;#039;&amp;#039; 10. Auflage. Juventa Verlag, Weinheim / München 2013.&lt;br /&gt;
* Sabine Hering, Richard Münchmeier: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Sozialen Arbeit. Eine Einführung.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Juventa Verlag, Weinheim / München 2003.&lt;br /&gt;
* Dieter Kreft, Ingrid Mielenz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch Soziale Arbeit. Aufgaben, Praxisfelder, Begriffe und Methoden der Sozialarbeit und Sozialpädagogik.&amp;#039;&amp;#039; 5., vollst. überarb. und erw. Auflage. Juventa Verlag, Weinheim / München 2005.&lt;br /&gt;
* Wolfgang C. Müller: &amp;#039;&amp;#039;Wie Helfen zum Beruf wurde. Eine Methodengeschichte der Sozialarbeit.&amp;#039;&amp;#039; Beltz, Weinheim 1999.&lt;br /&gt;
* Hans-Uwe Otto, Hans Thiersch (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Sozialarbeit/Sozialpädagogik.&amp;#039;&amp;#039; 2., völlig neu überarb. und aktual. Auflage. Luchterhand, Neuwied 2001.&lt;br /&gt;
* Johannes Schilling: &amp;#039;&amp;#039;Soziale Arbeit.&amp;#039;&amp;#039; Reinhardt, München 1997.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Begleitetes Familienwohnen]]&lt;br /&gt;
* [[Begleitetes Einzelwohnen]]&lt;br /&gt;
* [[Betreutes Wohnen]]&lt;br /&gt;
* [[Betreuung (Recht)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4151446-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Arbeitsfelder, Handlungskonzepte und Methoden (Soziale Arbeit)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sonderpädagogik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialpädagogik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Behinderung (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kinder- und Jugendhilfe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Obdachlosigkeit]]&lt;/div&gt;</summary>
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