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	<title>Eintopfsonntag - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T10:32:14Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Eintopfsonntag&amp;diff=310924&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Dr. Hartwig Raeder: /* Allgemein */</title>
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		<updated>2026-03-25T21:00:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Allgemein&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bundesarchiv Bild 133-295, Worms, WHW-Eintopfessen.jpg|mini|Öffentliches Eintopfessen zu Gunsten des Winterhilfswerks in [[Worms]] 1938 (Deutsches Bundesarchiv)]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Eintopfsonntag&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wurde in Deutschland ab dem 1. Oktober 1933 eine Propagandaaktion durch das [[NS-Regime]] als ein Zeichen der Solidarisierung mit der [[Volksgemeinschaft]] eingeführt. Zudem konnte dadurch die sogenannte [[Fettlücke]], die nur durch devisenträchtige Importe ausgeglichen werden konnte, zumindest marginal reduziert werden. Nach dem [[Anschluss Österreichs|„Anschluss“ Österreichs]] wurden in der sogenannten „Ostmark“ ab dem 9. Oktober 1938 ebenfalls Eintopfessen organisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Durchführung ==&lt;br /&gt;
=== Allgemein ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Quittung über die Eintopfspende 1933 .jpg|mini|hochkant|Quittung über die Eintopfspende 1933]]&lt;br /&gt;
Von Oktober bis März sollte einmal im Monat in allen deutschen Haushalten nur [[Eintopf]] gegessen werden. Die Differenz zwischen den Kosten für das sonst übliche Sonntagsessen und dem für Eintopf nötigen Aufwand, „von oben“ generell mit 50 Pfennig veranschlagt, wurde von den von Tür zu Tür gehenden [[Blockwart]]en der [[NSDAP]] kassiert und kam dem kurz zuvor gegründeten [[Winterhilfswerk]] zugute. Die Einsparungen waren angeblich oft größer als 50 Pfennig, wie z.&amp;amp;nbsp;B. bei einem Rezept eines 4-Personen-Eintopfgerichts für 1,18&amp;amp;nbsp;RM aus dem Jahr 1933.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Jörg Wohlfromm, Gisela Wohlfromm: &amp;#039;&amp;#039;„Und morgen gibt es Hitlerwetter!“ Alltägliches und Kurioses aus dem Dritten Reich.&amp;#039;&amp;#039; Anaconda Verlag, Köln 2017, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Zeitungen wurden wiederholt Eintopfrezepte als Vorschläge veröffentlicht; es erschien auch ein Eintopf-Kochbuch von [[Erna Horn]]. Unter anderem [[Adolf Hitler]] und [[Joseph Goebbels]] benutzten das öffentliche Eintopfessen als [[NS-Propaganda|Propagandamittel]]. {{Zitat|Der Eintopfsonntag soll nicht nur materiell [durch die Spende], sondern auch ideell dem Gedanken der Volksgemeinschaft dienen. Es genügt nicht, daß jemand zwar eine Eintopfspende gibt, aber seine gewohnte Sonntagsmahlzeit verzehrt. Das ganze deutsche Volk soll bei diesem Eintopfsonntag bewußt opfern, […] um bedürftigen Volksgenossen zu helfen.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Meyers Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; 1937, S. 528.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde die Bezeichnung „Eintopfsonntag“ abgeschafft. Stattdessen wurde der Begriff „Opfersonntag“ eingeführt, der allein dem Winterhilfswerk vorbehalten war.&amp;lt;ref&amp;gt;Herwart Vorländer: &amp;#039;&amp;#039;Die NSV. Darstellung und Dokumentation einer nationalsozialistischen Organisation.&amp;#039;&amp;#039; Boppard am Rhein 1988, ISBN 3-7646-1874-4, S. 396.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Eintopfsonntag.png|mini|Taschenkalender &amp;#039;&amp;#039;Zeitweiser 1941&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Im „Skagerrak-Kalender 1941“ (Redaktionsschluss im Verlauf des Jahres 1940) und im [[Deutscher Ärztekalender|Deutschen Ärztekalender]] 1937 sind die Opfersonntage noch als „Eintopfsonntag“ eingetragen – und zwar am jeweils zweiten Sonntag der Monate Januar bis März und Oktober bis Dezember.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Deutscher Ärztekalender]] – Taschenbuch für die tägliche Praxis.&amp;#039;&amp;#039; Verlag [[Urban &amp;amp; Schwarzenberg]], Berlin, 11. Jahrgang 1937.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel Hamburg ===&lt;br /&gt;
In Hamburg spendeten zum Beispiel am 4. Februar 1934 rund 65 Prozent aller Haushalte (nämlich 231.616 von 354.500), was eine Summe von 104.200 Reichsmark ergab.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Zolling: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Integration und Segregation – Sozialpolitik im „Dritten Reich“ am Beispiel der NSV in Hamburg.&amp;#039;&amp;#039; (Diss.) Frankfurt/M. 1986, ISBN 3-8204-8530-9, S. 180.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Eintopfsonntage wurden auf diese Weise im Winter 1935/36 über 31 Millionen Reichsmark zusammengetragen;&amp;lt;ref&amp;gt;LeMo: [http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/innenpolitik/eintopf/index.html &amp;#039;&amp;#039;Eintopfsonntag&amp;#039;&amp;#039;.]&amp;lt;/ref&amp;gt; diese Summe entsprach in der Höhe etwa dem Ertrag, der durch die (parallelen) Straßensammlungen des Winterhilfswerks erzielt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Winterhilfswerk des Deutschen Volkes 1937/38: Rechenschaftsbericht &amp;#039;&amp;#039;. Hrsg. vom Reichsbeauftragten für das WHW.&amp;lt;/ref&amp;gt; Man sprach vom „deutschen Sozialismus der Tat“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel Kassel ===&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;[[Kasseler Post]]&amp;#039;&amp;#039; schrieb 1934 im Oktober: „Im Namen des Winterhilfswerks des deutschen Volkes 1934/35 sind folgende Sonntage als Eintopfgerichtsonntage bestimmt worden: 14. Oktober, 18. November, 16. Dezember, 13. Januar ’35, 17. Februar, 17. März. Für den 14. Oktober sind lediglich folgende drei Eintopfgerichte zugelassen: 1. Löffelerbsen mit Einlage; 2. Nudelsuppe mit Rindfleisch; 3. Gemüsetopf mit Fleischeinlage (zusammengekocht). Zu Löffelerbsen ‚Einlage‘ entweder Wurst, Schweineohr oder Pökelfleisch. Für die folgenden Eintopfsonntage werden entsprechende Gerichte jeweils festgelegt. Sämtliche Gaststättenbetriebe sind eingeteilt in drei Klassen, welche die Gerichte zu 0,70&amp;amp;nbsp;RM, 1&amp;amp;nbsp;RM bzw. 2&amp;amp;nbsp;RM verabreichen. Die Gäste erhalten für den an das Winterhilfswerk abgeführten Betrag eine Quittung aus einem numerierten Quittungsblock.“&amp;lt;ref&amp;gt;HNA Regiowiki: {{webarchiv|url=https://regiowiki.hna.de/1934#Die_Volksgemeinschaft_i.C3.9Ft_Erbseneintopf|wayback=20210511074951|text=&amp;#039;&amp;#039;Die Volksgemeinschaft ißt Erbseneintopf&amp;#039;&amp;#039;}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel Oberwart/Burgenland ===&lt;br /&gt;
Am 9. Oktober 1938 schrieb die [[Oberwart|Oberwarter]] Sonntags-Zeitung: „Der Österreicher wird sich vor allem die Frage stellen, was ein Eintopfessen ist. Dieses ist kurz formuliert ein Gericht, das aus verschiedenen Zutaten, wie schon der Name sagt, in einem Topf bereitet ist. Derartige Eintopfgerichte sind auch uns aus unseren Küchenzetteln nichts Unbekanntes. Dazu zu zählen wären: Szegediner-Gulasch, Gulaschsuppe, Geselchtes mit Kraut, Würste mit Kraut, Krautfleckerln und unzählige derartige Speisen mehr. Zu jeden Eintopfsonntag werden nun meist allgemeine Richtlinien herausgegeben. Diese nehmen meist Bezug auf Nahrungsmittel, die infolge der Jahreszeit und der gerade für das entsprechende Jahr günstigen Ernte die Märkte überschwemmen. Im Altreich ist gerade durch die besondere Betonung bei dem Eintopfessen der Fischverbrauch auf den Kopf der Bevölkerung berechnet, stark gestiegen. Schon aus diesem kleinen Beispiel sieht man, daß auch das wirtschaftliche Moment des Eintopfsonntages ein ganz ungeheures ist. […]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Herbert Brettl |url=https://www.brettl.at/blog/erstmals-eintopfessen/ |titel=Erstmals Eintopfessen |werk=Burgenland History Blog |datum=2025-01-27 |sprache=de |abruf=2025-06-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutungen ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
[[Norbert Frei]] stellt heraus, dass die „regelmäßigen Einfachessen“ zwar auch die volkswirtschaftlichen Ressourcen etwas schonten, weitaus wichtiger sei jedoch ihr „sozialpsychologischer Zweck“ für das Regime gewesen: Der Eintopfsonntag war ein „Paradestück nationalsozialistischer ‚Volkserziehung‘“ und suggerierte eine kollektive Opferbereitschaft. Die Botschaft lautete: Die Volksgemeinschaft existiert und alle machen mit.&amp;lt;ref&amp;gt;Norbert Frei: &amp;#039;&amp;#039;Der Führerstaat. Nationalsozialistische Herrschaft 1933 bis 1945&amp;#039;&amp;#039;. München 2013, ISBN 978-3-406-64449-8, S. 112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Stichwort &amp;#039;&amp;#039;Eintopfsonntag&amp;#039;&amp;#039;. In: Cornelia Schmitz-Berning: &amp;#039;&amp;#039;Vokabular des Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;. Walter de Gruyter, Berlin 1998, S. 173f.&lt;br /&gt;
* Daniela Rüther, &amp;#039;&amp;#039;Hitlers &amp;quot;Eintopfsonntag&amp;quot;. Eine Legende&amp;#039;&amp;#039;. Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 2021, ISBN 978-3-428-18056-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.ns-spurensuche.de/index.php?id=4&amp;amp;topic=15&amp;amp;key=21 NS-Spurensuche im Lande Braunschweig: Eintopf und Eintopfsonntag]&lt;br /&gt;
* [http://cdn4.spiegel.de/images/image-610283-galleryV9-ppkv-610283.jpg „Eintopf, Opfer-Sonntag!“] Propagandaplakat des Kriegs-Winter-Hilfswerks&lt;br /&gt;
* [http://www.archive.org/details/1936-Der-Fuehrer-eroeffnet-das-Winterhilfswerk Hitlerrede zur Eröffnung des WHW 1936] Filmauszug 3:25 (Hitler zum Eintopfsonntag)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Essen und Trinken (Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprache des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NS-Propaganda]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ernährungspolitik (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ereignis 1933]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sonntag]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nationalsozialistische Agrarpolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Veranstaltung im Nationalsozialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dr. Hartwig Raeder</name></author>
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