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	<title>Einsteinturm - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Einsteinturm&amp;diff=84389&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Friedrich Hoffmann: /* Das 3SEC-Bronzehirn */ Pöppel nennt das Phänomen „psychologisches Jetzt“. Die 3 s sind dabei ein von unterschiedlichen Parametern abhängiger Wert. An andrer Stelle wird auch von &quot;2 bis 3 Sekunden&quot; gesprochen.</title>
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		<updated>2026-03-08T21:04:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Das 3SEC-Bronzehirn: &lt;/span&gt; Pöppel nennt das Phänomen „psychologisches Jetzt“. Die 3 s sind dabei ein von unterschiedlichen Parametern abhängiger Wert. An andrer Stelle wird auch von &amp;quot;2 bis 3 Sekunden&amp;quot; gesprochen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Bauwerk&lt;br /&gt;
| NAME             = Einsteinturm&lt;br /&gt;
| BILD             = Einsteinturm 7443.jpg&lt;br /&gt;
| BILDBESCHREIBUNG = Einsteinturm&lt;br /&gt;
| ORT              = [[Potsdam]]&lt;br /&gt;
| BAUMEISTER       = &lt;br /&gt;
| ARCHITEKT        = [[Erich Mendelsohn]],&amp;lt;br /&amp;gt;[[Richard Neutra]]&lt;br /&gt;
| BAUHERR          = &lt;br /&gt;
| BAUSTIL          = [[Expressionismus (Architektur)|Expressionismus]]&lt;br /&gt;
| BAUJAHR          = 1920–1922&lt;br /&gt;
| ABRISS           = &lt;br /&gt;
| HÖHE             = ca. 20&lt;br /&gt;
| GRUNDFLÄCHE      = &lt;br /&gt;
| BREITENGRAD      = &lt;br /&gt;
| LÄNGENGRAD       = &lt;br /&gt;
| REGION-ISO       = DE-BE&lt;br /&gt;
| KARTE            = &lt;br /&gt;
| BESONDERHEITEN   = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Einsteinturm&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein 1920–1922 erbautes [[Sternwarte|Observatorium]] im „[[Wissenschaftspark Albert Einstein]]“ auf dem [[Telegrafenberg]] in [[Potsdam]] und ein für seine Entstehungszeit revolutionäres Bauwerk des [[Architektur|Architekten]] [[Erich Mendelsohn]]. Es wurde nach dem [[Nobelpreis]]träger für [[Physik]] des Jahres 1921 benannt. Hier sollte die Gültigkeit von [[Albert Einstein|Einsteins]] [[Relativitätstheorie]] experimentell bestätigt werden. Das Gebäude steht unter [[Denkmalschutz]]. Hausherr und Betreiber des [[Turmteleskop]]s ist das [[Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Bau des Turms ==&lt;br /&gt;
=== Idee und Durchführung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:25 07 01 Potsdam 100 0776.jpg|mini|hochkant=0.8|Anlage des Einsteinturms]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Potsdam-EinsteinTurm-Tafel-2007.jpg|mini|hochkant|Tafel beim Einsteinturm]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Einstein in den Jahren 1911 bis 1915 an seiner [[Allgemeine Relativitätstheorie|Allgemeinen Relativitätstheorie]] arbeitete, forderte er die [[Astronomie|astronomische]] Fachwelt auf, seine Vorhersagen experimentell zu überprüfen. Als einer der ersten Wissenschaftler verfolgte [[Erwin Freundlich|Erwin Finlay Freundlich]] das neue Problem; er war [[Astrophysik]]er an der Sternwarte in Babelsberg bei [[Potsdam]] und mit Einstein seit 1911 bekannt. Seit 1917 projektierte er in Abstimmung mit Einstein ein Observatorium, das für die speziellen Anforderungen geeignet sein musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freundlich unterhielt enge persönliche Kontakte zu dem Architekten [[Erich Mendelsohn]]. Er unterrichtete ihn ausführlich über die Entwicklung der Allgemeinen Relativitätstheorie und interessierte ihn für den Entwurf des Observatoriums. Mendelsohn suchte damals nach neuen architektonischen Ausdrucksformen, die er mit den zeitgemäßen Baumaterialien [[Stahl]] und [[Stahlbeton]] realisieren wollte. Über diese Baustoffe schrieb er, dass sie „wenn in ihrem elastischen Potential erkannt, notwendigerweise zu einer Architektur führen, die völlig verschieden ist von allem, was wir zuvor kannten“. In zahlreichen kleinformatigen Skizzen fiktiver Gebäude hatte er schon als Soldat im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] Ideen für die neue Architektur entwickelt. Nun zeichnete sich die Möglichkeit ab, seine Vorstellungen zu verwirklichen. Natürlich musste Mendelsohn sich nach den Vorgaben richten, die Freundlich entsprechend den wissenschaftlichen Erfordernissen definierte. Das geplante vertikale [[Teleskop]] sollte auf einem eigenen Fundament unabhängig von dem sonstigen Bau in dessen Inneren installiert werden und das eigentliche Gebäude vor allem als Schutzhülle dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Einsteintoren, observatorium, SFA022815730.jpg|mini|hochkant|Der Einsteinturm, 1921]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste konkrete Entwürfe entstanden 1919, bis 1922 wurde gebaut, die langwierige Installation der wissenschaftlichen Geräte war erst 1924 beendet. Der Architekt [[Richard Neutra]], seinerzeit bei Mendelsohn beschäftigt, gestaltete das Gelände rings um den Turm. Das Gebäude wird meist als herausragendes Beispiel [[Expressionismus (Architektur)|expressionistischer Architektur]] bezeichnet. Zu erkennen sind aber auch entfernte Anklänge an den [[Jugendstil]]. Einstein fasste seine Eindrücke mit dem Wort: „Organisch!“ zusammen, eine Bewertung, mit der Mendelsohn durchaus einverstanden war (vergleiche auch &amp;#039;&amp;#039;[[Organische Architektur]]&amp;#039;&amp;#039;). Der Architekt selbst schrieb: „Ich übertrage zum ersten Mal Funktion und Dynamik als Gegensatzpaar auf das Gebiet der Architektur. Ich schulde diese wissenschaftliche Überlegung meiner häufigen Anwesenheit bei Diskussionen zwischen Einstein und seinen Mitarbeitern“. Harald von Klüber, ein Mitarbeiter am Einsteinturm, erklärte die ungewöhnlichen neuen Formen damit, dass Mendelsohns Stil die Aspekte moderner [[Technik]], [[Mathematik]] und Physik reflektiere und auf deren komplizierte, aber auch [[Ästhetik|ästhetische]] Ideen mit kompliziert schwingenden Formen und elegant gekrümmten Kurven antworte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Einsteins weltweite Popularität, seine Position als Mitglied der [[Königlich-Preußische Akademie der Wissenschaften|Preußischen Akademie der Wissenschaften]] und als Direktor des [[Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik|Kaiser-Wilhelm-Institutes für Physik]] war das Projekt eines „Turmteleskops der Einstein-[[Stiftung]]“ entscheidend gefördert worden. Trotz der schwierigen ökonomischen Bedingungen der unmittelbaren Nachkriegszeit konnte das Vorhaben finanziert werden, je zur Hälfte durch den preußischen Staat und durch die „Albert-Einstein-Stiftung“ der deutschen Industrie. Am 6.&amp;amp;nbsp;Dezember 1924 nahm das Institut offiziell seinen Betrieb auf. Einstein selbst leitete im Arbeitsraum des Observatoriums die erste Sitzung des Kuratoriums. Noch im selben Jahr wurde die Bezeichnung „Einsteinturm“ allgemein üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bautechnische Probleme ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv - Bild 146-1978-069-15A - Potsdam Einsteinturm Detail.png|mini|hochkant|Erste Renovierungsarbeiten 1927/1928]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einsteinturm war als Stahlbetonbau konzipiert. Als solcher wurde er von Anfang an betrachtet und auch in der Fachliteratur bezeichnet. Mendelsohn hat dieser Darstellung nie widersprochen, obwohl sie buchstäblich nur die halbe Wahrheit enthielt. Das Bauen mit [[Beton]] war damals noch keine ausgereifte Technik. Die Qualität des Materials ließ zu wünschen übrig, seine Bearbeitung&amp;amp;nbsp;– zum Beispiel die [[Schalung (Beton)|Schalung]] ungewohnter Formen&amp;amp;nbsp;– war nicht hinreichend erprobt. Mendelsohn musste daher das Observatorium schließlich in Mischbauweise errichten lassen. Aus Beton sind der [[Kuppel]]kranz, die Außenwände der Anbauten, [[Terrasse (Gebäude)|Terrasse]] und Terrassentreppe. Das Zentrum der Anlage, der Turm selbst, besteht aus [[Backstein|Ziegelmauerwerk]], ebenso die Dächer über den Anbauten. Der gewünschte Eindruck eines homogenen Betonbaues entstand erst, nachdem alles mit einer gleichmäßigen Schicht von feinkörnigem, hell [[ocker]]farbenem [[Putz (Werkstoff)|Spritzputz]] überzogen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mischbauweise verursachte eine lange Geschichte von Schäden und Reparaturen. Hauptursache waren thermische Spannungen durch unterschiedliche Materialien und Wandstärken. Schon 1927, nur fünf Jahre nach Fertigstellung, musste wegen zahlreicher Defekte&amp;amp;nbsp;– Durchfeuchtungen, Risse und [[Rost]]schäden&amp;amp;nbsp;– umfassend [[Sanierung (Bauwesen)|saniert]] werden. An mehreren Stellen wurden Bleche angebracht, die das Erscheinungsbild deutlich veränderten. Aber auch diese Schutzmaßnahmen schadeten letztlich der Bausubstanz. 1937 machte Pilzbefall den Ausbau des großen [[Spektrograf|Prismenspektrografen]] erforderlich. Die zweite Generalüberholung wurde 1940/41 notwendig. Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] explodierte 1945 eine [[Luftmine]] in der Nähe und zerstörte verschiedene Gebäudeteile. Nach der Wiederherstellung 1950 wurden in den Jahren 1958, 1964, 1974–1978 und 1984 weitere Reparaturen vorgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn der 1990er Jahre schien die Existenz des Gebäudes bedroht. Auf umfangreiche Untersuchungen und Kartierung der Schadensstellen folgte in den Jahren 1997 bis 1999 die bisher gründlichste Sanierung.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen_Einsteinturm_in_Potsdam_wiedereroeffnet_5373.html &amp;#039;&amp;#039;Der gebaute Bauschaden – Einsteinturm in Potsdam wiedereröffnet&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;baunetz.de&amp;#039;&amp;#039; vom 1. Juli 1999. Abgerufen am 15. Oktober 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei wurde darauf geachtet, so viel Originalsubstanz wie irgend möglich zu erhalten. Gemeinsame Träger der etwa drei Millionen Euro teuren Maßnahmen waren die [[Wüstenrot Stiftung]], die zwei Drittel der Kosten und die operative Leitung übernahm&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://wuestenrot-stiftung.de/einsteinturm-erich-mendelsohn-potsdam/ |titel=Einsteinturm von Erich Mendelsohn in Potsdam |werk=wuestenrot-stiftung.de |abruf=2023-11-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und das [[Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam]] als Hausherr des Einsteinturms. In Zukunft werden die kritischen Bereiche der Anlage anhand eines Pflegeplans regelmäßig überwacht und gewartet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn dadurch die Zeit bis zur nächsten Instandsetzung vergleichsweise verlängert werden konnte, musste der Einsteinturm von 2021 bis 2023 erneut saniert werden, da wieder Risse in der Fassade entstanden waren. Neben der Reparatur der Fassade standen auch die Abdichtung der Fensterbrüstungen, die Ertüchtigung der Dächer und der Kuppel, die Terrasse mit ihrer Brüstung und die Außenanlagen im Vordergrund.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://einsteinturm.com/erneute-instandsetzung &amp;#039;&amp;#039;Erneute Instandsetzung&amp;#039;&amp;#039;,] aus der digitalen Ausstellung „Einsteinturm revisited“, abgerufen am 1. Oktober 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Weckhorst: &amp;#039;&amp;#039;Ikone der Moderne.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Bauhandwerk&amp;#039;&amp;#039;, Heft 12/2023, S. 18 bis 23.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Forschung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gerät und Thema ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Oberhausen - Gasometer - Sternstunden 15 ies.jpg|mini|Turmteleskop]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein hatte im Jahre 1911 eine erst vorläufige Fassung seiner Allgemeinen Relativitätstheorie, einer neuartigen [[Gravitation]]stheorie, veröffentlicht. Einer der vorhergesagten Effekte in diesem Zusammenhang war die [[Rotverschiebung#Gravitative Rot- und Blauverschiebung|Rotverschiebung]] des Lichtes, eine geringfügige Verschiebung von [[Spektrallinien]] im Schwerefeld der Sonne. Das Sonnenobservatorium auf dem Telegrafenberg war in erster Linie für die Überprüfung dieses Phänomens entworfen und erbaut worden und wurde zu Ehren des Wissenschaftlers als &amp;#039;&amp;#039;Einsteinturm&amp;#039;&amp;#039; benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorbild für die von Freundlich konzipierte Anlage war das [[Mount-Wilson-Observatorium]] in [[Kalifornien]], das weltweit erste Turmteleskop überhaupt. Bei Turmteleskopen lenkt ein [[Coelostat]]&amp;amp;nbsp;– ein System von zwei Umlenkspiegeln&amp;amp;nbsp;- an der Spitze einer senkrechten Konstruktion das Licht nach unten auf das [[Objektiv (Optik)|Objektiv]]. Das eigentliche [[Linse (Optik)|Linsensystem]] ist starr in die Konstruktion integriert, die Spiegel an seinem Kopfende sind beweglich; nur diese kleineren, leichteren Teile des Instruments müssen also der Sonnenbahn nachgeführt werden. Durch die vertikale Anordnung können sich die in Bodennähe empfindlich störenden [[Turbulente Strömung|Luftturbulenzen]] weniger auswirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Einsteinturm besteht die Konstruktion zur Aufnahme der Optik aus zwei übereinanderstehenden, jeweils sechs Meter hohen Holzgerüsten, in bestimmten Abständen sind schwarze [[Blende (Optik)|Blenden]] angebracht. Das Teleskop hat ein Linsenobjektiv von 60&amp;amp;nbsp;cm Durchmesser, die Brennweite beträgt 14&amp;amp;nbsp;m. Räume für Beobachtungen und Messungen befinden sich an der Basis des Turms. In kalifornischen Observatorium lagen die [[Labor]]räume untereinander, während sie hier nun horizontal angeordnet sind. Ein weiterer schwenkbarer Spiegel lenkt dabei das Sonnenlicht in den etwa 14&amp;amp;nbsp;m langen, thermisch isolierten Spektrografenraum, der im [[Souterrain]] auf der Südseite des Turmes, unter einem aufgeschütteten Erdwall liegt. Dort wird das Licht in seine spektralen Bestandteile zerlegt und analysiert. Aus dem Konzept des waagerechten Labortrakts ergab sich die langgestreckte Form der Anlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon kurz nach Beginn der Forschungsarbeiten zeigte sich, dass der gesuchte Nachweis sehr viel schwieriger zu erbringen war als zunächst erwartet. Die minimalen Verschiebungen der Spektrallinien wurden von anderen solaren Einflüssen überlagert. Grund waren die [[Atmosphäre (Astronomie)|atmosphärischen]] Turbulenzen auf der Sonnenoberfläche. Einstein und Freundlich hatten aber auch von Anfang an nicht allein das spezielle Problem der Rotverschiebung im Auge gehabt, sondern darüber hinaus an sonnenphysikalische Grundlagenforschung gedacht. Die Labors waren so angelegt, dass neue Geräte problemlos installiert werden konnten. Das turbulente Verhalten der äußeren Sonnenatmosphäre wurde bald zum Hauptgegenstand der Forschung am Einsteinturm. Der Effekt der Rotverschiebung konnte hier erst in den 1950er Jahren nachgewiesen werden, nachdem es gelungen war, die komplexen Störungen der Sonnenatmosphäre genauer zu analysieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heutige Situation ===&lt;br /&gt;
Eigenschaften und Verhalten der [[Magnetismus|Magnetfelder]] liefern den Schlüssel zum Verständnis der Sonnenaktivitäten. Diese Probleme stehen im Mittelpunkt der Arbeit im Einsteinturm. Mithilfe eines Doppelspektrografen und zweier lichtelektrischer [[Polarisation]]s&amp;amp;shy;analysatoren werden Magnetfelder auf der Sonne gemessen. Die Messungen in der [[Photosphäre]], dem Bereich des sichtbaren Lichts, erlauben Rückschlüsse auf den Verlauf in höheren Schichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Potsdamer Astronomen sind am Betrieb eines Observatoriums auf [[Teneriffa]] beteiligt. Instrumente, die später dort eingesetzt werden sollen, werden am Einsteinturm entwickelt und getestet, was auch für die Ausbildung von Studenten von großer Bedeutung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunstobjekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Einsteinskulptur ===&lt;br /&gt;
Im Eingangsbereich des Turmes wird heute die [[Bronze]]büste Einsteins von [[Kurt Harald Isenstein]] gezeigt, die ursprünglich im Arbeitszimmer des Observatoriums gestanden hatte. 1933, gleich nach Beginn der [[Geschichte des Antisemitismus bis 1945|antisemitischen]] [[Diktatur]] der [[Zeit des Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]], verlor der Einsteinturm seinen Namen (Umbenennung in &amp;#039;&amp;#039;Institut für Sonnenphysik&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Heinrich Voigt: [https://www.pro-physik.de/buecher/einstein-tower &amp;#039;&amp;#039;The Einstein Tower&amp;#039;&amp;#039;]. Rezension des Buches von Klaus Hentschel auf pro-physik.de. Abgerufen am 25. Oktober 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;) und seinen Status als selbstständiges Institut, Abbildungen Einsteins wurden entfernt, [[Skulptur]]en sollten eingeschmolzen werden. Nach 1945 zeigte sich, dass Mitarbeiter die [[Porträt]]büste gerettet und hinter Kisten im [[Spektrograf]]en&amp;amp;shy;raum aufbewahrt hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Eberhard Schmidt |Titel=Kurt Harald Isenstein |TitelErg=„Dort, wo ich wirken kann, ist meine Heimat“. Bildhauer, Kunstpädagoge, Zeichner |Ort=Leipzig |Verlag=Hentrich &amp;amp; Hentrich |Datum=2021 |Seiten=51 |ISBN=978-3-95565-447-4|Umfang=164}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das 3SEC-Bronzehirn ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Potsdam Einsteinturm Hirn 3sec.jpg|mini|Das 3SEC-Bronzehirn am Einsteinturm]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenige Meter vor der Treppe zum Einsteinturm kann man im Pflaster des Vorplatzes ein etwa faustgroßes Kunstobjekt finden&amp;amp;nbsp;– die inzwischen durch Abnutzung glänzende, bronzene, stark verkleinerte Wiedergabe des menschlichen [[Gehirn]]s, in die vier Zeichen eingeprägt sind: ‚3SEC‘. Es handelt sich um eine Arbeit des Berliner Künstlers [[Volker März]], die er 2002 hier (und in identischer Form vor dem [[Neurologie|Neurologischen]] Institut der [[Charité]] in Berlin) platziert hat. Die kleine Skulptur bezieht sich auf eine wissenschaftliche These von [[Ernst Pöppel]], wonach „das Erleben der [[Kontinuität (Philosophie)|Kontinuität]] auf einer Illusion beruht. Kontinuität kommt durch die [[Vernetzung]] der Inhalte zustande, die jeweils in einem zirka drei Sekunden währenden Zeitintervall – dem „psychologischen Jetzt“ – integriert werden. Wir rekonstruieren die zeitliche Kontinuität aufgrund dessen, was in den einzelnen Bewusstseins&amp;amp;shy;inseln repräsentiert ist“. Diesem Gedanken folgend, bezeichnet März seine Arbeit als „Das 3sec Bronzehirn&amp;amp;nbsp;– Mahnmal des Jetzt&amp;amp;nbsp;– Denkmal der unablässigen Gegenwart.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Digitale Ausstellung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Einsteinturm revisited DE.png|mini|Startseite der digitalen Ausstellung über den Einsteinturm]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich der letzten Instandsetzung ist 2023 die digitale Ausstellung &amp;#039;&amp;#039;Einsteinturm revisited&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.einsteinturm.com/ |titel=Einsteinturm Revisited |abruf=2023-10-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; über den Einsteinturm entstanden, die Besuchern ein Verständnis von der Architektur-, Wissenschafts- und Denkmalgeschichte des Gebäudes vermitteln soll. Da der Turm immer noch als Sonnenteleskop vom Leibniz-Institut für Astrophysik genutzt wird, ist er öffentlich in der Regel nicht zugänglich. Die digitale Ausstellung ermöglicht durch ein interaktives 3D-Modell ein Verständnis der wissenschaftlichen Funktionsweise des Turms und zeigt die zeithistorischen und architektonischen Hintergründe seiner Entstehung.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2023-09/26/hommage-an-einen-revolutionaer-einsteinturm-wieder-eroeffnet &amp;#039;&amp;#039;Hommage an einen Revolutionär - Einsteinturm wieder eröffnet&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, 26. September 2023, abgerufen am 1. Oktober 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Trivia ==&lt;br /&gt;
Der Einsteinturm gab die Vorlage zum Cover des Albums &amp;#039;&amp;#039;Silent Knight&amp;#039;&amp;#039; der Band [[Saga (Band)|Saga]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Klaus Hentschel]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Einstein-Turm. Erwin F. Freundlich und die Relativitätstheorie – Ansätze zu einer „dichten Beschreibung“ von institutionellen, biographischen und theoriengeschichtlichen Aspekten.&amp;#039;&amp;#039; Spektrum, Heidelberg 1992, ISBN 3-86025-025-6.&lt;br /&gt;
* Norbert Huse (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mendelsohn. Der Einsteinturm.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 2000, ISBN 3-7828-1512-2.&lt;br /&gt;
* Joachim Krausse, Dietmar Ropohl, Walter Scheiffele: &amp;#039;&amp;#039;Vom Großen Refraktor zum Einsteinturm.&amp;#039;&amp;#039; 2002, ISBN 3-936383-01-4.&lt;br /&gt;
* Kascha Lemke: &amp;#039;&amp;#039;Einsteinturm&amp;#039;&amp;#039;. In: Bauhaus Kooperation Berlin, Dessau, Weimar: &amp;#039;&amp;#039;Bauhaus 100 Orte der Moderne: eine Grand Tour&amp;#039;&amp;#039;. Hatje Cantz, Berlin 2019, ISBN 978-3-7757-4613-7, S. 116f.&lt;br /&gt;
* Hans Wilderotter (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ein Turm für Albert Einstein. Potsdam, das Licht und die Erforschung des Himmels.&amp;#039;&amp;#039; Begleitbuch zur Ausstellung, Potsdam 2005, ISBN 3-9809266-1-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* [http://www.einsteinturm.com/ Digitale Ausstellung mit der Architektur-, Wissenschafts- und Denkmalgeschichte des Einsteinturms]&lt;br /&gt;
* [http://www.aip.de/de/forschung/forschungsschwerpunkt-kmf/cosmic-magnetic-fields/sonnenphysik/optische-sonnenphysik/einsteinturm Seite des Einsteinturms auf der Homepage des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdams]&lt;br /&gt;
* [https://www.urania-potsdam.de/formulare/index.php?form_id=10001336 Öffentliche Führungen durch den Urania Verein „Wilhelm Foerster“ e.&amp;amp;nbsp;V. Potsdam]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.zursonneempor.de/ |text=„Zur Sonne empor“. Das Sonnenobservatorium Einsteinturm. Diplomarbeit von Markus Nachtrab |wayback=20040610105640}}&lt;br /&gt;
* [http://www.bild.bundesarchiv.de/cross-search/search/_1369493084/ Bildsammlung] im Bundesarchiv (online)&lt;br /&gt;
* [https://ns.gis-bldam-brandenburg.de/hida4web/view?docId=obj09156548.xml;query=;brand=default;doc.style=gridview;blockId=d60083e287;startDoc=1 Einsteinturm in der BLDAM-Denkmaldatenbank]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=jUkXAwZuEYQ&amp;amp;feature=related youtube]&lt;br /&gt;
* [https://elib.uni-stuttgart.de/bitstream/11682/7179/1/hen17.pdf Online-Publikation der Universität Stuttgart]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|article=DMS|NS=52/22/44/N|EW=13/3/50/E|type=landmark|dim=50|region=DE-BB}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4292755-9|VIAF=236936180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sternwarte in Deutschland|Potsdam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Turm in Potsdam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Turm in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk des Expressionismus in Brandenburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut 1922]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baudenkmal in Potsdam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildung und Forschung in Potsdam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Albert Einstein als Namensgeber]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk der Moderne in Brandenburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk von Erich Mendelsohn]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Denkmalsturm]]&lt;/div&gt;</summary>
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