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	<title>Einstein@Home - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Einstein@Home&amp;diff=384317&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2025-11-10T08:42:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox DC-Projekt&lt;br /&gt;
  | Name        = Einstein@Home&lt;br /&gt;
  | Logo        = Einstein-at-home.gif&lt;br /&gt;
  | Ziel        = Nachweis von [[Gravitationswelle]]n,&amp;lt;br /&amp;gt;Suche nach binären [[Radiopulsar]]en&lt;br /&gt;
  | Betreiber   = LIGO Scientific Collaboration (LSC)&lt;br /&gt;
  | Land        = International&lt;br /&gt;
  | Website     = [http://einstein.phys.uwm.edu/ einstein.phys.uwm.edu]&lt;br /&gt;
  | Status      = aktiv&lt;br /&gt;
  | Plattform   = [[Berkeley Open Infrastructure for Network Computing|BOINC]]&lt;br /&gt;
  | Bereich     = [[Astronomie]]&lt;br /&gt;
  | Kommerziell = &lt;br /&gt;
  | Beginn      = 19. Februar 2005&lt;br /&gt;
  | Ende        = noch aktiv&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Einstein@Home&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Volunteer-Computing]]-Projekt, das die [[LIGO]] Scientific Collaboration betreibt, eine internationale wissenschaftliche Kollaboration physikalischer Forschungsinstitute. Es handelt sich um ein komplexes Projekt der Datenanalyse, dessen zeitlich aufwändigster Teil auf anderweitig nicht ausgelasteten Rechnern der teilnehmenden Öffentlichkeit abläuft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Projekt sucht in den vom [[LIGO|Laser Interferometer Gravitational wave Observatory]] in den Vereinigten Staaten und dem deutschen [[GEO600]] gesammelten Daten nach Hinweisen auf [[Gravitationswelle]]n von [[Pulsar]]en, die eine untypische Asymmetrie aufweisen. Seit März 2009 wird zusätzlich nach binären Radiopulsaren in den Daten des [[Arecibo-Observatorium|Areciboteleskops]] gesucht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=https://www.aei.mpg.de/135100/New_Einstein_Home_effort_launched |wayback=20171025185651 |text=Presseinformation: Startschuss für ein neues Einstein@Home-Projekt }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem wird in Daten des [[Fermi Gamma-ray Space Telescope]]s nach Gammastrahlung abgebenden Pulsaren gesucht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://fermi.gsfc.nasa.gov/science/eteu/pulsars/ Fermi Gamma-ray Space Telescope - New insights into Pulsar Physics]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Einstein@home dient der [[astrophysik]]alischen [[Grundlagenforschung]]. Laut der [[Allgemeine Relativitätstheorie|Allgemeinen Relativitätstheorie]] deformieren massereiche und beschleunigte Objekte wie [[Neutronenstern]]e die [[Raumzeit]] um sie herum, wobei messbare [[Gravitationswelle]]n entstehen sollten. Die Messung der Gravitationswellen soll durch [[Gravitationswellendetektor]]en auf Basis von [[Michelson-Interferometer]]n geschehen. Nur ein Bruchteil derartiger Sterne ist wegen der großen Entfernungen überhaupt per [[Teleskop]] erfassbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Nachweis derartiger Wellen wird mit zwei Ansätzen nachgegangen. Zum einen wird der gesamte Himmel nach Pulsaren mit einer ausgereifteren Methodik als klassischen Teleskopen abgesucht. Zum anderen wird mittels der Detektoren direkt nach Gravitationswellen gesucht. Hauptziel ist das Auffinden kontinuierlich abgegebener Wellen. Das Suchverfahren konzentriert sich daher auf das Umfeld von Pulsaren und vergleichbarer Objekte mit bekannter Position.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ziele ==&lt;br /&gt;
Dabei fallen wegen unbekannter Parameter wie Lage und Masse große Datenmengen an, die selbst auf heutigen [[Supercomputer]]n auf [[Computercluster|Cluster]]-Basis lange Zeit zur vollständigen Analyse benötigen. Um die für die Analysen vergleichbar hohe [[Rechenleistung]] preisgünstig bei allerdings höherem Software-Wartungsaufwand erreichen zu können, kam man auf den Ansatz des [[Verteiltes System|verteilten Rechnens]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Projektziel ist die Steigerung der Zahl der aktiven Teilnehmer, um die von den Detektoren gewonnenen Daten in annähernd Echtzeit analysieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
Maßgeblich am Projekt beteiligt ist auf deutscher Seite das [[Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik]] (Albert-Einstein-Institut). Dort wird ein großer Teil der wissenschaftlichen Software entwickelt. Auf internationaler Seite besteht eine Kooperation mit der [[University of Wisconsin–Milwaukee]]. Die Leitung obliegt [[Bruce Allen (Physiker)|Bruce Allen]]. Die Institute sind Teil der [[LIGO]] Scientific Collaboration, einer Arbeitsgemeinschaft von mehreren hundert Experten aus Gebieten wie Physik und Informatik, die Forschungseinrichtungen zahlreicher Länder, überwiegend den Vereinigten Staaten, angehören. Diese stellen auch einen erheblichen Teil der für das Projekt notwendigen Rechner. Die anderen Rechner stellen freiwillige Projektteilnehmer, d.&amp;amp;nbsp;h. private Unternehmen oder Personen, aus einem vergleichbaren Spektrum von Ländern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Einsteinathome Im Serverraum des Rechenzentrums Atlas 01.jpg|mini|hochkant|Im Rechenzentrum des ATLAS-Clusters]]&lt;br /&gt;
Das Projekt wurde im Rahmen des [[Jahr der Physik 2005|Jahres der Physik 2005]] am 19.&amp;amp;nbsp;Februar 2005 offiziell gestartet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Albert-Einstein-Institut war im März 2008 mit seinen Clustern Merlin (180&amp;amp;nbsp;Dual-[[Athlon XP|Athlon-XP]]-Maschinen) und Morgane (615&amp;amp;nbsp;[[AMD Opteron|AMD-Opteron]]-Knoten) der zweitgrößte Einzelteilnehmer des Projekts. In ähnlicher Größenordnung stellte auch die [[D-Grid]]-Initiative dem Projekt Rechenzeit zur Verfügung. Das Albert-Einstein-Institut betreibt zur Auswertung der Daten in [[Hannover]] den Rechnerverbund &amp;#039;&amp;#039;ATLAS&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.aei.mpg.de/287466/Start_fuer_ATLAS |wayback=20161123052548 |text=Start für ATLAS - Deutschlands viertschnellster Computer für wissenschaftliche Zwecke wird eingeweiht }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der größte Teil der Arbeit wird jedoch von den Computern von mittlerweile in kumulierter Betrachtung mehreren 100.000&amp;amp;nbsp;Freiwilligen geleistet, wovon jedoch nur mehrere 10.000&amp;amp;nbsp;Teilnehmer, teils mit mehreren Endgeräten, regelmäßig aktiv sind. Im September 2010 standen dem Projekt damit durch rund 118.000&amp;amp;nbsp;Computern über 300&amp;amp;nbsp;[[Teraflops]] an Rechenleistung zur Verfügung, was zu diesem Zeitpunkt dem Platz 14 in der Liste der weltweit schnellsten Supercomputer&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.top500.org/lists Top 500 Liste der schnellsten Supercomputer]&amp;lt;/ref&amp;gt; entsprach. Entsprechend dem [[Mooresches Gesetz|Mooreschen Gesetz]] nimmt die Leistung ständig zu. Im Jahr 2016 leistete das Projekt mehr als 1600&amp;amp;nbsp;Teraflops, wovon der ATLAS-Cluster mit rund 3000&amp;amp;nbsp;[[Intel Xeon|Intel-Xeon]]-[[CPU]]s etwa ein Viertel beitrug und somit schnellster Einzelteilnehmer und zugleich schnellster Rechner der Gravitationswellenforschung war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Methoden ==&lt;br /&gt;
=== Infrastruktur ===&lt;br /&gt;
Zum Management der Arbeitspakete wird die [[BOINC]]-Plattform verwendet. Projektteilnehmer erhalten nach Installation der BOINC-Software und Auswahl des Projekts Einstein@home automatisch Datenpakete, die auf ihren Desktops oder Smartphones während sonst ungenutzter Rechenzeit verarbeitet werden. Auf Endgeräten wie Smartphones, Tablets oder [[Raspberry Pi]] werden die Daten wegen der [[ARM-Architektur]] besonders energiesparend, aber auch vergleichsweise langsam verarbeitet, während die schnellsten Berechnungen auf Endgeräten wie Desktops mit [[General Purpose Computation on Graphics Processing Unit|GPGPU]] erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Datenpakete und die Rechenergebnisse werden auf Servern des Albert-Einstein-Instituts vorgehalten. Das Rechenzentrum ist als [[Serverfarm]] angelegt, deren Geräte durch [[Ethernet#Gigabit-Ethernet|Gigabit-Ethernet]] zusammengeschaltet sind. Die innerhalb des Rechenzentrums abzuarbeitenden Aufgaben werden mittels [[HTCondor]] verteilt. Über [[Ganglia (Software)|Ganglia]] und [[Intelligent Platform Management Interface]] kann jeder Server einzeln überwacht werden. Ein kleiner Teil der Server organisiert die Aufgaben für Einstein@home, der größte Teil arbeitet Aufgaben des Projekts ab. Das System ist nicht auf [[Hochleistungsrechnen]], d.&amp;amp;nbsp;h. für die schnellstmögliche Abarbeitung einer Aufgabe, optimiert, sondern auf schnellen Durchsatz verschiedener parallel abzuarbeitender Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verfahren ===&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Teilziel ist die Trennung des Messsignals von Störeinflüssen, da das erwartete Ereignis sehr schwach ist. Dazu werden die von den Teleskopen ermittelten Daten in Segmente aufgeteilt. Die Enden der Segmente überlappen sich, um [[falsch-negativ]]e Befunde zu vermeiden. Mittels [[Fensterfunktion]] wird eine Überbewertung dieser Enden verhindert.&amp;lt;ref&amp;gt;Martin A. Green, J. W. Moffat: Extraction of black hole coalescence waveforms from noisy data, 2017, [[arXiv]] 1711.00347&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Segmente werden einer [[Schnelle Fourier-Transformation|Schnellen Fourier-Transformation]] und nach Zwischensortierung einem [[Chi-Quadrat-Test]] unterzogen. Analysen zu kontinuierlichen Gravitationswellen schließen zudem eine komplexe statistische Berechnung wie z.&amp;amp;nbsp;B. eine [[Hough-Transformation]] ein. Dadurch werden Signale ermittelt, die sich vom [[Weißes Rauschen (Physik)|Weißen Rauschen]] abheben.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Aasi et al.: Einstein@Home all-sky search for periodic gravitational waves in LIGO S5 data, Phys.Rev. D87 (2013) no.4, 042001 [https://arxiv.org/pdf/1207.7176.pdf online]&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese werden letztlich mittels [[Pattern Matching]] per [[Optimalfilter]] verglichen mit theoretisch erwarteten Signalen, deren mathematisches Muster berechnet wurde aus den Parametern [[Amplitude]], [[Phasenwinkel|Phase]] und der sich aus der Drehachse des Neutronensterns ergebenden [[Polarisation]] der Gravitationswelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Auswertung wirkt sich die begrenzte [[Empfindlichkeit (Technik)|Empfindlichkeit]] der Detektoren nachteilig auf das [[Signal-Rausch-Verhältnis]] aus. Dem soll zum einen durch fortlaufende technische Verbesserungen der Detektoren entgegengewirkt werden, zum anderen sollen die zahlreichen Fehlbefunde, die bislang manuell aussortiert werden müssen, zukünftig per Computer gefunden werden. Dazu muss eine erhebliche Anzahl manueller Befunde erfasst werden, die der Software später als Datenbank dienen kann. Zur Beschleunigung des Verfahrens wurde daher auf das Konzept [[Citizen Science]] zurückgegriffen und im Jahr 2016 das Projekt „Gravity Spy“ auf der Plattform [[Galaxy Zoo#Zooniverse|Zooniverse]] gestartet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zooniverse.org/projects/zooniverse/gravity-spy Gravity Spy]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rohdaten ===&lt;br /&gt;
Die Observatorien werden jeweils von mehreren Forschungsprojekten genutzt. Zudem ist die Menge der fortlaufend anfallenden Daten mit einigen Megabyte pro sec erheblich, denn die LIGO-Rohdaten werden mit einer Frequenz von 16 kHz gesammelt, was weit über der [[Nyquist-Frequenz]] liegt, damit auch [[Pulsar#Millisekundenpulsare|Millisekundenpulsare]] sicher erfasst werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Becker: Neutron Stars and Pulsars, 2009, S.&amp;amp;nbsp;666&amp;lt;/ref&amp;gt; Daher werden ihre Rohdaten zwischengespeichert. Daten des Arecibo-Observatoriums werden vom Rechenzentrum der [[Cornell University]] an das Einstein@Home-Projekt übertragen und unterliegen dort [[Hierarchisches Speichermanagement|Hierarchischem Speichermanagement]].&amp;lt;ref&amp;gt;Allen, B.; Knispel, B.; Cordes, J. M.; Deneva, J. S.; Hessels, J. W. T.; et al.: The Einstein@Home search for radio pulsars and PSR J2007+2722 discovery, The Astrophysical Journal. 773 (2): 91, 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; Daten des [[Fermi Gamma-ray Space Telescope#Technischer Aufbau|Large Area Teleskops]] werden vom Rechenzentrum des [[Jodrell-Bank-Radioobservatorium]]s an das Einstein@Home-Projekt übertragen.&amp;lt;ref&amp;gt; B. Knispel et al.: EINSTEIN@HOME discovery of 24 pulsars in the parkes multi-beam pulsar survey, arXiv 1302.0467v3, 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; Daten der LIGO-Observatorien können vom [[California Institute of Technology]] oder vom Spiegelserver der beteiligten University of Wisconsin–Milwaukee an das Einstein@Home-Projekt übertragen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Ian J. Taylor, Ewa Deelman, Dennis B. Gannon, Matthew Shields (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Workflows for e-Science - Scientific Workflows for Grids.&amp;#039;&amp;#039; 2007, S.&amp;amp;nbsp;43–46&amp;lt;/ref&amp;gt; Soweit die Original-Instrumentendaten im 16-bit- oder 4-bit-Format vorliegen, werden sie bereits im Projektserver zu [[IEEE 754]]-Gleitkommazahlen konvertiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ablauf ===&lt;br /&gt;
Da die Rechenkapazität letztlich beschränkt ist, werden Rohdaten in einem begrenzten Zeitraum gesammelt und anschließend in einem Arbeitsablauf analysiert. Je nach Zielsetzung wird ein solcher Ablauf als Testlauf oder als wissenschaftlicher Lauf (S = {{enS}} science run) bezeichnet. Ein Arbeitsablauf besteht im Wesentlichen aus drei Arbeitsschritten, von denen der erste und der dritte von Experten ausgeführt wird, während der zweite auf den Rechnern der teilnehmenden Laien abläuft. Der erste Schritt umfasst das Erstellen des [[Algorithmus]], die Aufbereitung der Daten und ihre Anpassung an die Leistungsfähigkeit der unterschiedlichen Rechner sowie an deren Betriebssysteme [[Linux]], [[Windows]], [[macOS]] und [[Android (Betriebssystem)|Android]] und die Konfiguration der Server. Im zweiten Schritt arbeitet die Einstein@home-Software die im ersten Schritt vorbereiteten Aufgaben, d.&amp;amp;nbsp;h. Arbeitseinheiten, auf den Geräten der Teilnehmer ab und veranlasst den Upload der Ergebnisse auf die Server. Der dritte Schritt umfasst das Speichern der Ergebnisse des zweiten Schritts einschließlich Bewertung und Nachbereitung sowie die wissenschaftliche Publikation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ergebnisse ==&lt;br /&gt;
Einstein@Home begann seine Analysen mit 600&amp;amp;nbsp;Stunden Datenmaterial aus dem LIGO-Durchlauf S3, dessen Genauigkeit jedoch noch um einiges von der angestrebten Präzision des LIGO-Detektors entfernt war. Die Daten waren bereits vorher im Rechnerverbund untersucht worden, wobei keine Auffälligkeiten entdeckt worden waren. Der erste Einstein@Home-Durchlauf mit S3-Daten diente daher vor allem dem Test der wissenschaftlichen Anwendung und einer besseren Kalibrierung. Dabei wurden zahlreiche Störsignale entdeckt und entfernt. Diese Störsignale kommen durch die Empfindlichkeit der [[Gravitationswellendetektor|Detektor]]en zustande. Vor allem durch seismische Störungen, aber auch durch Signale aus dem Stromnetz oder die Meeresbrandung schlagen sie permanent aus. Von diesen Störungen ist jeder Detektor individuell betroffen. Eine Gravitationswelle würde sich dadurch verraten, dass alle Detektoren weltweit gleichzeitig ausschlagen. Nach der „Säuberung“ der S3-Daten wurde diese neue Version nochmals analysiert. Zusätzlich wurden einige falsche Signale eingestreut, um Aussagen über die Entdeckungswahrscheinlichkeit von relevanten Signalen zwischen den Störungen machen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Ende Juni 2005 bis Mitte 2006 lief die Analyse des Anfang 2005 durchgeführten LIGO-Durchlaufs S4, der einen Genauigkeitsfaktor von 2 erreichen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
S5 sollte der erste Durchlauf werden, der die angepeilte Genauigkeit erreicht. Im Rahmen von S5 wurden die LIGO-Detektoren kontinuierlich ein Jahr lang betrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://pos.sissa.it/archive/conferences/060/025/SUPERNOVA_025.pdf Sintes, A.: Gravitational wave astronomy: now and future] (PDF; 481&amp;amp;nbsp;kB) S.&amp;amp;nbsp;6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Analyse der S5-Daten begann im Juni 2006. Der erste Suchlauf S5R1 in diesem Datensatz wurde im Februar 2007 abgeschlossen. Es folgte ein kurzer Suchlauf S5RI in einem begrenzten Frequenzbereich mit einem modifizierten Parametersatz, der bis Mitte April 2007 andauerte. Währenddessen sammelten die Detektoren weiter Daten im Rahmen von S5. Der Berechnungsaufwand steigt dabei exponentiell.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Berechnungen bewältigen zu können, wurde im Suchlauf S5R2 eine neue Anwendung getestet, die eine hierarchische Suche implementiert. Dabei wird zunächst nur in einem groben Raster gesucht und sich später auf die vielversprechenden Stellen konzentriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 23. September 2007 begann der Suchlauf S5R3 mit einer zweiten Version des Algorithmus zur hierarchischen Suche, die die Empfindlichkeit etwa um den Faktor 6 verbessert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://einstein.phys.uwm.edu/forum_thread.php?id=6193#75618 Forenpost des Projektwissenschaftlers Reinhard Prix zum S5R3]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Lauf S5R3b ist eine nahtlose Fortsetzung des S5R3 im Frequenzband oberhalb von 800&amp;amp;nbsp;Hz. Seit August 2008 fand der Suchlauf S5R4a statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wurden bereits im Dezember 2008 Testläufe für die Suche nach binären Radiopulsaren durchgeführt, werden seit Ende März 2009 Workunits für die &amp;#039;&amp;#039;Arecibo Binary Pulsar Search&amp;#039;&amp;#039; genannte Applikation an alle Teilnehmer des &amp;#039;&amp;#039;Einstein@Home&amp;#039;&amp;#039;-Projekts verteilt, sofern die Teilnehmer diese in den teilnehmerspezifischen Einstellungen nicht deaktivieren. Nach einigen Wochen von Tests wurden am 26.&amp;amp;nbsp;November 2009 die [[Grafikprozessor|GPU]]-Anwendungen zur &amp;#039;&amp;#039;Arecibo Binary Pulsar Search&amp;#039;&amp;#039; für Windows und Linux freigegeben. Während der Großteil der Berechnungen weiterhin auf der [[Prozessor|CPU]] stattfinden, werden die [[Schnelle Fourier-Transformation|schnellen Fourier-Transformationen]] nun auf der GPU berechnet, was zumindest für diesen Teil der Aufgabe zu einer erheblichen Verkürzung der Rechenzeit führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 2010 gelang dem Projekt der Fund des bisher unbekannten Pulsars [[PSR J2007+2722]] im [[Fuchs (Sternbild)|Sternbild Fuchs]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sciencemag.org/cgi/content/abstract/science.1195253 Pulsar Discovery by Global Volunteer Computing] Science Mag&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 2011 konnte ein zweiter Erfolg verzeichnet werden mit der Entdeckung des Pulsars PSR J1952+2630 in den Daten aus dem Jahr 2005 des [[Arecibo-Observatorium]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://arxiv.org/abs/1102.5340 Binary Pulsar Discovery by Volunteer Computing] Cornell University&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis August 2012 wurden durch das Projekt 46 neue Pulsare entdeckt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=https://einstein.phys.uwm.edu/radiopulsar/html/PMPS_discoveries/ | titel=Einstein@Home pulsar discoveries in Parkes Multibeam Survey data | zugriff=2011-09-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=https://einstein.phys.uwm.edu/forum_thread.php?id=9622#118849 | titel=Seven new pulsars discovered by Einstein@Home volunteers! | zugriff=2012-08-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=https://einstein.phys.uwm.edu/radiopulsar/html/BRP4_discoveries/ | titel=Einstein@Home new discoveries and detections of known pulsars in the BRP4 search | zugriff=2011-12-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2013 veröffentlichte man die Entdeckung von 24 Pulsaren im Rahmen einer Analyse, der mit dem [[Parkes-Observatorium]] gesammelte Daten zugrunde lagen.&amp;lt;ref&amp;gt;B. Knispel et al.: EINSTEIN@HOME discovery of 24 pulsars in the parkes multi-beam pulsar survey, arXiv 1302.0467v3, 2013 [https://www.researchgate.net/publication/235358720_EINSTEINHOME_discovery_of_24_pulsars_in_the_parkes_multi-beam_pulsar_survey online]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Projekt hat von der Rechenleistung her im Januar 2013 die 1-Petaflop-Grenze überschritten und befindet sich von der Rechenleistung des Grids her gesehen auf Augenhöhe mit den 23&amp;amp;nbsp;leistungsfähigsten Großrechnern der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{internetquelle | url=https://einstein.phys.uwm.edu/forum_thread.php?id=9872#121868 | titel= Einstein@Home passes 1 Petaflop of computing power! | zugriff=2013-01-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Projekt ist auch verbunden mit der Entdeckung von [[Gravitationswellen]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{internetquelle | url=https://www.heise.de/newsticker/meldung/Gravitationswellen-Wer-hat-s-gefunden-3101634.html| titel= Gravitationswellen: Wer hat&amp;#039;s gefunden? | zugriff=2016-02-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Entdeckungen gehört ein im Jahr 2015 nachgewiesener Pulsar, der sich hinter einem anderen Stern befand. Im Jahr 2016 wurde vergeblich versucht, Gravitationswellen bei dem relativ jungen Objekt [[Cassiopeia A]] nachzuweisen.&amp;lt;ref&amp;gt;Sylvia J. Zhu et al.: Einstein@Home search for continuous gravitational waves from Cassiopeia A, Phys. Rev. D 94, 082008 (2016)&amp;lt;/ref&amp;gt; Im selben Jahr wurden 17&amp;amp;nbsp;Gammastrahlung abgebende Pulsare entdeckt, von denen einer einen [[Glitch (Pulsar)|Glitch]] durchmachte.&amp;lt;ref&amp;gt;C. J. Clark et al.: The Einstein@home gamma-ray pulsar survey I - search methods, sensitivity and discovery of new young gamma-ray pulsars, 2016, {{arXiv|1611.01015}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2016 wurden mit diesem Verfahren zwei Neutronensterne entdeckt, die als [[Doppelstern]] zusammenwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.aei.mpg.de/1980361/eathdnsdiscovery |wayback=20161211131937 |text=Heimcomputer entdecken rekordverdächtiges Pulsar-Neutronenstern-System }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2018 wurden mit Daten der fünf vorherigen Jahre des [[Fermi Gamma-ray Space Telescope]]s 2 weitere [[Pulsar]]e nachgewiesen. Erstmals handelte es sich dabei um solche, die zwar [[Gammastrahlung]] abgaben, deren mit [[Radioteleskop]]en nachzuweisende Strahlung jedoch zu schwach war oder nicht in Richtung Erde strahlte. Somit wurde ein Werkzeug vorgestellt, mit dem derartige Objekte auch bei Einflüssen von Streuung oder [[Dunkle Materie|Dunkler Materie]] zwischen Teleskop und Objekt nachweisbar sein können.&amp;lt;ref&amp;gt;Colin J. Clark, [[Holger J. Pletsch]] et al.: Einstein@Home discovers a radio-quiet gamma-ray millisecond pulsar, in: Science Advances 4, 2, 2018 ([http://advances.sciencemag.org/content/4/2/eaao7228.full online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis Anfang 2019 konnten kontinuierliche Gravitationswellen nicht nachgewiesen werden, obwohl die Suche auf einige Supernova-Überreste wie Cassiopeia A konzentriert wurde. Dennoch gelang eine Absenkung der Nachweisgrenze.&amp;lt;ref&amp;gt;Jing Ming et al.: Results from an Einstein@Home search for continuous gravitational waves from Cassiopeia A, Vela Jr. and G347.3, 2019, [[arXiv]] 1903.09119&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021 klärte das Projekt Einstein@Home die Natur eines [[Doppelstern]]s auf. Dabei konnte eine zuvor aufgestellte Vermutung bestätigt werden, nach der das System J2039-5617 einen sogenannten [[Schwarze Witwe (Astronomie)#Redbacks|Redback-Pulsar]] enthält, der Material aus einem masseärmeren Begleiter, einem [[Roter Zwerg|Roten Zwerg]] aufnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Corongiu et al.: &amp;#039;&amp;#039;Radio pulsations from the γ-ray millisecond pulsar PSR J2039-5617.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[arXiv]]&amp;#039;&amp;#039;, 2020 [https://arxiv.org/abs/2007.14889 2007.14889]&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem konnten eine Umlaufzeit von 5,5 Stunden und weitere Details des Systems ermittelt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;C. J. Clark et al.: &amp;#039;&amp;#039;Einstein@Home discovery of the gamma-ray millisecond pulsar PSR J2039–5617 confirms its predicted redback nature.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Monthly Notices of the Royal Astronomical Society.&amp;#039;&amp;#039; 502, 1, 2021, S.&amp;amp;nbsp;915–934 {{DOI|10.1093/mnras/staa3484}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse betreffen also:&lt;br /&gt;
* die Suche nach Gravitationswellen ({{enS}} &amp;#039;&amp;#039;Gravitational Wave search&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* die Suche nach binären Pulsaren in den Daten des Arecibo-Teleskops (englisch &amp;#039;&amp;#039;Binary Radio Pulsar Search&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* die Suche nach Gamma-Pulsaren (englisch &amp;#039;&amp;#039;Gamma-ray pulsar search&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste der Projekte verteilten Rechnens]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat|Einstein@Home}}&lt;br /&gt;
{{Wikinews|Computerdiebstahl dank BOINC aufgeklärt|Computerdiebstahl dank BOINC aufgeklärt}}&lt;br /&gt;
* [http://einsteinathome.org/ Einstein@Home Website]&lt;br /&gt;
* [https://twitter.com/einsteinathome Einstein@Home auf X]&lt;br /&gt;
* [https://boinc.berkeley.edu/ Berkeley Open Infrastructure for Network Computing (BOINC)]&lt;br /&gt;
* [http://www.zeit.de/zeit-wissen/2005/02/converted/Doppelportrait_xml Zeit-Wissen: Paar sucht Doppelstern]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Einsteinhome}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Berkeley Open Infrastructure for Network Computing]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschungseinrichtung in Hannover]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astronomische Organisation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Albert Einstein als Namensgeber]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freeware]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschungseinrichtungsgründung 2005]]&lt;/div&gt;</summary>
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