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	<title>Einfalt - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Einfalt&amp;diff=394846&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Einfalt&amp;diff=394846&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2024-08-13T07:53:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis|Zur slowenischen Skilangläuferin siehe [[Lea Einfalt]]. Zum ehemaligen Unternehmen siehe [[Gebrüder Einfalt Blechspielwarenfabrik]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:St.-Verena-Wilhelmus-Eiselin2008.JPG|mini|hochkant|Patron der Einfältigen: [[Wilhelm von Malavalle|Hl. Wilhelmus]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Daniel Chodowiecki Anträge 12.jpg|mini|hochkant|&amp;#039;&amp;#039;Der Heiratsantrag des Einfältigen&amp;#039;&amp;#039;, Kupferstich von [[Daniel Chodowiecki]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Einfalt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete ursprünglich [[Einfachheit]]. Der Begriff hat manchen Bedeutungswandel erfahren und wird in verschiedenen Zusammenhängen unterschiedlich bewertet, das [[Substantiv]] ebenso wie das entsprechende [[Adjektiv]] &amp;#039;&amp;#039;einfältig&amp;#039;&amp;#039;. Das [[Antonym]] der Einfalt ist Vielfalt, das sich mit dem Begriff der [[Diversität (Soziologie)|Diversität]] in der [[Soziologie]], mit dem Begriff der [[Biodiversität]] in der [[Biologie]] und mit der [[Metapher]] von der [[Kulturelle Vielfalt|kulturellen Vielfalt]] im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert hat. In der Regel wird die „Einfalt des Herzens“ von der Einfalt des [[Denken]]s oder des [[Verstand]]es unterschieden. Abwertend wird der Begriff Einfalt gemeinhin mit &amp;#039;&amp;#039;Einfältigkeit&amp;#039;&amp;#039; oder [[Naivität]] gleichgesetzt und grenzt an die negativ besetzte [[Torheit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Der Begriff geht auf einen germanischen [[Wortstamm]] zurück ([[Gotische Sprache|gotisch]] &amp;#039;&amp;#039;ainfalþs&amp;#039;&amp;#039;, [[Althochdeutsche Sprache|althochdeutsch]] &amp;#039;&amp;#039;einfalti&amp;#039;&amp;#039;) und bedeutete ursprünglich Einfachheit im Sinne von Eingestaltigkeit, Ungeteiltheit und dementsprechend diametral zu Begriffen wie denen der Vielfalt oder [[Trinität|Dreifaltigkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Mittelalter]] wurde mit dem Ausruf &amp;#039;&amp;#039;Sancta Simplicitas!&amp;#039;&amp;#039; („Heilige Einfalt!“) die weltfremde Geradlinigkeit [[Frömmigkeit|frommer]] Menschen bewundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Martin Luther]] bediente sich 1529 häufig der Begrifflichkeit in seinem [[Der Große Katechismus|Großen Katechismus]]. „Diese Predigt“, so schreibt er einleitend, „ist dazu geordnet und angefangen, daß es sei ein Unterricht für die Kinder und Einfältigen, darum sie auch von alters her auf griechisch heisst Katechismus, das ist, eine Kinderlehre“. Den [[Katechismus]] der Jugend „oft vorzupredigen“ sei „kurz und aufs einfältigste“ nötig, „auf daß es ihnen wohl eingehe und im Gedächtnis bleibe“. Luther spricht vom „einfältigen Volk“, das er mit dem [[Pöbel]] gleichsetzt. Die „Einfältigen“ sollen „den Glauben an ihm selbst fassen und verstehen lernen“. Man „überlade“ sie nicht „und was sie in der Schrift lernen“, würde dazu führen, dass sie „in reicherem Verstand zunehmen und wachsen“. In einem Atemzug nennt Luther die Einfältigen nicht nur mit Kindern, sondern auch mit „Ungelehrten“ und „Schwachen“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Martin Luther]] |url=https://bookofconcord.org/deutsch/der-grose-katechismus/ |titel=Der Große Katechismus |titelerg=Deutsch |werk=Book of Concord |abruf=2021-12-20 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20211220175733/https://bookofconcord.org/deutsch/der-grose-katechismus/ |archiv-datum=2021-12-20 |offline=ja |archiv-bot=2023-12-16 21:09:02 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ästhetische Einfalt ==&lt;br /&gt;
Der Begriff Einfalt taucht nicht nur in historischen Schriften der [[Theologie]], sondern auch in jenen der [[Philosophie]] auf, beispielsweise mit [[Friedrich Kirchner (Philosoph)|Friedrich Kirchner]] in spezieller Bedeutung:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Die ästhetische Einfalt oder Einfachheit besteht im ungekünstelten Zusammenstimmen aller Teile eines Kunstwerkes. Sie gibt nie mehr, als der Zweck des Ganzen fordert; ihre Kunstmittel sind die einfachsten; ihre Anordnung und Verbindung ist natürlich; sie ist fern von aller Überladung und Verschnörkelung. Solche Einfalt adelt die Werke aller wahren Genies. Sie herrschte in der Kunstrichtung der Alten und fehlt in vielen Richtungen der modernen Kunst (vgl. Schillers Gedicht an Goethe: ›Des falschen Anstands prunkende Gebärden verschmäht der Sinn, der nur das Wahre preist‹)&lt;br /&gt;
 |Autor=Friedrich Kirchner&lt;br /&gt;
 |Quelle=Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe (1886)&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;kirchner&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Friedrich Kirchner (Philosoph)|Friedrich Kirchner]] |url=https://www.textlog.de/964.html |titel=Einfalt |werk=Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe |datum=1907 |abruf=2021-12-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einfalt in lexikalischen Werken ==&lt;br /&gt;
In dem von [[Wilhelm Traugott Krug]] 1838 unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Encyklopädisches Lexikon in Bezug auf die neueste Literatur und Geschichte der Philosophie&amp;#039;&amp;#039; herausgegebenen Lexikon werden unter dem Stichwort &amp;#039;&amp;#039;Einfalt&amp;#039;&amp;#039; [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]] und [[Friedrich Schiller|Schiller]] zitiert. Goethe habe in einem Brief geschrieben: „Es ist nichts wahr, als was einfältig ist“, allerdings sei dies „eine schlechte Recommendation“ (Empfehlung) „für die wahre Weisheit“. Schiller wird zitiert mit dem Satz: „Was kein Verstand der Verständigen sieht, das übt in Einfalt ein kindlich Gemüth.“ Relativierend heißt es: „Die beiden großen Dichter mögen es freilich mit ihren Aussprüchen nicht so genau genommen haben; sie wollten nur etwas recht Frappantes sagen.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=[[Wilhelm Traugott Krug]] |Titel=Encyklopädisches Lexikon in Bezug auf die neueste Literatur und Geschichte der Philosophie. Erste Abteheilung. A bis L. |Verlag=Brockhaus |Ort=Leipzig |Datum=1838 |Seiten=333 |Online={{Google Buch |BuchID=EqVjAAAAcAAJ |Seite=333 |Linktext=Volltext |Hervorhebung=Einfalt}} |Abruf=2021-12-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &amp;#039;&amp;#039;Kirchner’s Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe&amp;#039;&amp;#039;, 1886 in erster Auflage von dem [[Philosoph]]en Friedrich Kirchner veröffentlicht und 1907 von Carl Michaëlis überarbeitet, findet sich folgende Definition:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Einfalt (lat. simplicitas) bezeichnet 1. eine gewisse Begrenztheit des [[Verstand]]es und Geradheit des [[Urteil (Logik)|Urteils]], und, da diese den Kindern eigen ist, die echte Kindlichkeit, 2. die Abwesenheit von Ziererei, falscher Rücksichtnahme, Verstellung und Unredlichkeit. […] Wer einfältigen Verstandes ist, kann nicht nach weitaussehenden und verwickelten Absichten handeln; wer einfältigen Herzens ist, will es nicht. Der Einfältige ist das Gegenteil vom Gewandten, Pfiffigen und Weltklugen. Sein Leben ist naturgemäß, ohne Luxus und [[Affektiertheit]]; seine Gesinnungen und Handlungen stehen, frei von allen Nebenabsichten, in Harmonie.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kirchner&lt;br /&gt;
 |Quelle=Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;kirchner&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Meyers Konversations-Lexikon|Meyers Großes Konversations-Lexikon]] hob 1906 auf das ab, „was nur wenige Bestandteile“ habe, „sich auf das Wesentliche“ beschränke und „schmucklos“ sei. In diesem Sinne sei Einfalt „mit Einfachheit gleichbedeutend“. Einfalt werde „sowohl in lobendem als in tadelndem Sinn“ gebraucht, je nachdem, ob von Einfalt des Herzens oder des Verstandes die Rede sei. Um „ästhetische Einfachheit“ gehe es mit dem Begriff der Einfalt in der [[Kunst]] und dies „im Gegensatz zu prunkender Effekthascherei und Überladung“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Einfalt |Sammelwerk=Meyers Großes Konversations-Lexikon |Band=5 |Ort=Leipzig |Datum=1906 |Seiten=450 |Online=http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Einfalt |Abruf=2021-12-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache|Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache]] (DWDS) sieht ebenfalls zwei Bedeutungen vor, zum einen eine „leichte Beschränktheit des Geistes“ und daneben als gehobene Bedeutung eine „einfache, reine Beschaffenheit des Gemütes“, [[Arglosigkeit]] und „Schlichtheit“. Aus dem 8.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wurde das Adjektiv &amp;#039;&amp;#039;einfalt&amp;#039;&amp;#039; mit der Bedeutung von „aufrichtig“ und „rechtschaffen“ zitiert, das „allmählich ersetzt“ werde „durch die jüngere Weiterbildung einfältig“, auch im Sinne von „beschränkt“ und „töricht“. Der „geringschätzige Sinn“ sei „heute vorherrschend“. Der abgeleitete Begriff des Einfaltspinsels sei „in der Studentensprache geläufig“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dwds&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.dwds.de/wb/Einfalt |titel=Einfalt, die |werk=Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache |abruf=2021-12-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einfalt in der Literatur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Abentheurliche Simplicissimus Teutsch.jpg|mini|hochkant|Der Abentheurliche Simplicissimus Teutsch]][[Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen]] erzählt in seinem 1668 erschienenen [[Schelmenroman]] &amp;#039;&amp;#039;[[Der abenteuerliche Simplicissimus]]&amp;#039;&amp;#039; die Lebensgeschichte eines Viehhirten, der so wenig weiß, dass er nicht mal seinen Namen kennt. Ein Einsiedler, der den Jungen bei sich aufnimmt, gibt ihm den [[Sprechender Name|sprechenden Namen]] «Simplicius» und drei Leitmotive mit auf den Weg: [[Selbsterkenntnis]], Welterkenntnis und Beständigkeit. Bei Hofe zwingt man ihn wegen seiner Einfalt als «Simplicissimus» ins [[Narrenattribute|Narrenkostüm]], später wird er als [[Gigolo]] hochgestellter Damen bekannt. Er begeht zahllose Untaten und gerät in Gefangenschaft, kommt aber immer ungeschoren davon und blickt am Ende auf sein Schelmenleben zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Bories vom Berg |url=https://literaturzeitschrift.de/book-review/der-abenteuerliche-simplicissimus/ |titel=Die Weisheit des Narren |werk=Literaturzeitschrift.de |datum=2020-08-12 |abruf=2022-01-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während im 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert [[Jean de La Bruyère]] in seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;Die Charaktere&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Jean de La Bruyère]] |Titel=Die Charaktere |Verlag=Insel-Verlag |Ort=Frankfurt, M., Leipzig |Datum=2007 |ISBN=978-3-458-17339-7 |Kommentar=Mit einem Nachwort von [[Ralph-Rainer Wuthenow]] |Originaltitel=Les caractères ou les moeurs de ce siècle |Originalsprache=fr |Übersetzer=Otto Flake}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die Auffassung vertrat, der Einfältige sei „immer lächerlich“, es gehöre „zu seinem Charakter“, gab es im 18. Jahrhundert andere Stimmen.&lt;br /&gt;
[[Datei:Laocoon and His Sons black.jpg|mini|hochkant|Laokoon-Gruppe in den [[Vatikanische Museen|Vatikanischen Museen]]]]&lt;br /&gt;
Nach [[Johann Joachim Winckelmann]] kennzeichne „edle Einfalt und stille Größe“ die Meisterstücke der [[Griechische Kunst|griechischen Kunst]], wobei laut einem Artikel in den [[Westfälische Nachrichten|Westfälischen Nachrichten]] die &amp;#039;&amp;#039;edle Einfalt&amp;#039;&amp;#039; „damals soviel wie geistliche Reinheit bedeutet“ habe.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.wn.de/welt/kultur/winckelmann-edle-einfalt-stille-grosse-1379276 |titel=Winckelmann: Edle Einfalt, stille Größe |werk=Westfälische Nachrichten |datum=2017-12-07 |abruf=2021-12-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die berühmt gewordene Formel entstand 1756 in der Schrift &amp;#039;&amp;#039;Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerey und Bildhauerkunst&amp;#039;&amp;#039;, in der Winckelmann u.&amp;amp;nbsp;a. die Skulptur der [[Laokoon-Gruppe]] interpretierte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Johann Joachim Winckelmann]] |Titel=Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerey und Bildhauerkunst |Auflage=2 |Verlag=Verlag der Waltherischen Handlung |Ort=Dresden, Leipzig |Datum=1756 |Seiten=21 |Online=https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/winckelmann1756/0027 |Abruf=2021-12-19 |DOI=10.11588/diglit.5803 |Zitat=Das allgemeine vorzügliche Kennzeichen der griechischen Meisterstücke ist endlich eine edle Einfalt und eine stille Größe, sowohl in der Stellung als im Ausdruck.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Johann Joachim Winckelmann |Titel=Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst |Sammelwerk=Zeno.org |Datum= |Online=http://www.zeno.org/Philosophie/M/Winckelmann,+Johann+Joachim/Gedanken+%C3%BCber+die+Nachahmung+der+griechischen+Werke+in+der+Malerei+und+Bildhauerkunst |Abruf=2021-12-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Immanuel Kant]] hielt in seiner Schrift &amp;#039;&amp;#039;Träume eines Geistersehers&amp;#039;&amp;#039; 1766 die „wahre Weisheit“ für die „Begleiterin der Einfalt“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Karl Heinrich Heydenreich]] unterzog den Begriff der &amp;#039;&amp;#039;Einfalt&amp;#039;&amp;#039; 1793 im Anhang seiner Schrift &amp;#039;&amp;#039;Originalideen über die kritische Philosophie&amp;#039;&amp;#039; einer ausführlichen Betrachtung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;heydenreich&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Karl Heinrich Heydenreich]] |Titel=Originalideen über die kritische Philosophie. Nebst einem pragmatischen Anzeiger der wichtigsten philosophischen Schriften der philosophischen Litteratur |Verlag=[[Friedrich Gotthelf Baumgärtner]] |Ort=Leipzig |Datum=1793 |Seiten=193 ff. |Online=https://books.google.de/books?id=2Ec-AAAAYAAJ&amp;amp;pg=RA3-PA193&amp;amp;lpg=RA3-PA193&amp;amp;dq=einfalt+philosophie&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=hB7oMOMB10&amp;amp;sig=ACfU3U0TWQBu3V9dF2dU4yJiKh_qpWU77w&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwij5PHfg-_0AhUGCuwKHXlJCi4Q6AF6BAgPEAM#v=onepage&amp;amp;q=einfalt%20philosophie&amp;amp;f=false |Abruf=2021-12-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Einfalt sei im Allgemeinen „keineswegs die Abwesenheit der Theile, die Unzertrennlichkeit eines Dinges“. Sie könne „herrschen in Gesinnungen, Thaten, Reden“ und in „Erscheinungen der Natur“. Ihre verschiedenen Bedeutungen müssten auseinandergehalten werden, „da sie vorzüglich in der Sphäre der schönen Kunst“ stattfänden. Doch spreche man auch „von der edlen Einfalt eines Charakters, einer Gesinnung, einer sichtbaren Form, einer mahlerischen Composition, eines Gebäudes, eines musikalischen Werkes, eines Tanzes, des Inhalts und Styls eines Gedichtes, einer Rede, u.s.w.“.&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Edle Einfalt eines Charakters, edle Einfalt in den praktischen Gesinnungen, Sitten und Betragen eines Menschen besteht darin, dass derselbe eine Fertigkeit besitzt, unter allen Umständen, durch einfache Prinzipien, oder auch wohl durch das blosse Gefühl geleitet, ohne einiger Anstrengung und mühsamen Ueberlegung zu bedürfen, auf die geradeste und umschweifloseste Weise gesetz- und zweckmässig zu handeln. Wir nennen diese Fertigkeit Einfalt, weil die Gründe der Handlungen eines solchen Charakters auf das leichteste übersehen werden, edel, weil sie Hoheit der Seele und angestammte sittliche Stärke ankündigt.&lt;br /&gt;
 |Autor=Karl Heinrich Heydenreich&lt;br /&gt;
 |Quelle=Originalideen über die kritische Philosophie&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;heydenreich&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhunger schrieb beispielsweise [[Wilhelm Raabe]] in seinem Roman [[Stopfkuchen]] (1891): „Die Klugen haben wahrhaftig lange nicht so viel Behaglichkeit in die Welt gebracht und so viele Glückliche drin gemacht, wie die Einfältigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Wilhelm Raabe]] |Titel=Stopfkuchen. Eine See- und Mordgeschichte |Verlag=Verlag von Otto Janke |Ort=Berlin |Datum=1891 |Seiten=144 |Online={{DTAW|raabe_stopfkuchen_1891}} |Abruf=2021-12-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seiner [[Dissertation]] über [[Friedrich Hölderlin|Hölderlins]] späte Dichtungen gab der [[Literaturwissenschaft]]ler Bart Philipsen 1995 den Titel &amp;#039;&amp;#039;Die List der Einfalt&amp;#039;&amp;#039; und stellt ihr mit der letzten Strophe aus Hölderlins Gedicht &amp;#039;&amp;#039;Dichterberuf&amp;#039;&amp;#039; ein [[Epigramm]] voran:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Bart Philipsen |Titel=Die List der Einfalt. NachLese zu Hölderlins spätesten Dichtungen |Verlag=Fink |Ort=München |Datum=1995 |ISBN=3-7705-2941-3 |Seiten=3 |Online=https://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00040870_00003.html?zoom=1.00 |Abruf=2021-12-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Furchtlos bleibt aber, so er es muß, der Mann&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Einsam vor Gott, es schützet die Einfalt ihn,&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Und keiner Waffen brauchts und keiner&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Listen, so lange, bis Gottes Fehl hilft.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über ihr [[Kinder- und Jugendliteratur|Jugendsachbuch]] &amp;#039;&amp;#039;Der hellwache Träumer. Die Lebensgeschichte des Jean-Jacques Rousseau&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Monika Pelz]] |Titel=Der hellwache Träumer. Die Lebensgeschichte des Jean-Jacques Rousseau |Verlag=Beltz &amp;amp; Gelberg |Ort=Weinheim, Basel |Datum=2005 |ISBN=3-407-80934-4}}&amp;lt;/ref&amp;gt; mit dem die Autorin [[Monika Pelz]] versuchte, junge Leute für einen Philosophen aus einer anderen Zeit zu interessieren, berichtete sie 2005 im [[Deutschlandfunk]], dass sich [[Jean-Jacques Rousseau|Rousseau]] dem damaligen Zeitgeist entgegenstellte und die „schlichte Einfalt und Frömmigkeit der Vorfahren, die Besitzlosigkeit und Bedürfnislosigkeit vergangener Völker und gegenwärtiger Wilder“ verherrlicht habe, „ohne jedoch eine Rückkehr zu diesen Lebensformen für möglich zu halten“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Simone Hamm |url=https://www.deutschlandfunk.de/held-seiner-eigenen-philosophie-100.html |titel=Held seiner eigenen Philosophie |werk=Deutschlandfunk |datum=2005-07-30 |abruf=2021-12-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einfalt in der Umgangssprache ==&lt;br /&gt;
Der „geringschätzige Sinn“ des Wortes &amp;#039;&amp;#039;Einfalt&amp;#039;&amp;#039; gilt inzwischen als „vorherrschend“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dwds&amp;quot; /&amp;gt; Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;einfältig&amp;#039;&amp;#039; scheint aus der Mode gekommen. Einfalt wird zunehmend in Abgrenzung zu dem Begriff der Vielfalt verwendet. &amp;#039;&amp;#039;Vielfalt statt Einfalt&amp;#039;&amp;#039; hat sich zu einer Metapher entwickelt, die in allfälligen Zusammenhängen eine feststehende Größe geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Antidiskriminierungsstelle des Bundes]] führte von November 2009 bis Januar 2010 unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt –&amp;amp;nbsp;Gemeinsam für Gleichbehandlung“ eine deutschlandweite Kampagne durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verein &amp;#039;&amp;#039;Vielfalt statt Einfalt –&amp;amp;nbsp;für ein freundliches Frankfurt (Oder) e. V.&amp;#039;&amp;#039; sammelt seit 2014 Spenden für die Menschen in griechischen Flüchtlingslagern.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.vielfalt-statt-einfalt-frankfurt-oder.de/ |titel=Spendensammlung für die Menschen in Griechenland! |werk=Vielfalt statt Einfalt. Für ein freundliches Frankfurt (Oder) e.V |abruf=2021-12-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am [[Gymnasium Adolfinum Moers|Adolfinum]] helfen seit September 2015 Lehrkräfte gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Oberstufe unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt“ [[Flüchtling]]en bei der [[Integration von Zugewanderten|Integration]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://adolfinum.de/aktuelles/VielfaltstattEinfalt.html |titel=&amp;quot;Vielfalt statt Einfalt&amp;quot;. Adolfiner Lehrer und Schüler helfen |werk=[[Gymnasium Adolfinum Moers]] |abruf=2021-12-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Europäisches Parlament|Europäische Parlament]] startete 2016 unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Vielfalt statt Einfalt? Migration, eine Herausforderung für die EU&amp;#039;&amp;#039; den  Kreativ-Wettbewerb &amp;#039;&amp;#039;Euroscola&amp;#039;&amp;#039; für Schülerinnen und Schüler.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.europarl.europa.eu/germany/de/jugend-schulen/euroscola-2016 |titel=Wettbewerb Euroscola 2016 |werk=Europäisches Parlament, Verbindungsbüro in Deutschland |datum=2016 |abruf=2021-12-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Gewinner wurden „nach [[Straßburg]] eingeladen, um dort über europäische Politik und aktuelle Themen zu diskutieren“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/wettbewerb-euroscola-gestartet-751902 |titel=Wettbewerb Euroscola gestartet |werk=Die Bundesregierung |datum=2016-01-12 |abruf=2021-12-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Thomas Sattelberger]] verfasste 2016 seine Streitschrift unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Vielfalt statt Einfalt. Für Offenheit und Pluralismus streiten&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Thomas Sattelberger]] |Titel=Vielfalt statt Einfalt. Für Offenheit und Pluralismus streiten |Reihe=Hirschfeld-Lectures |BandReihe=10 |Verlag=Wallstein-Verlag |Ort=Göttingen |Datum=2016 |ISBN=978-3-8353-1908-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftung &amp;#039;&amp;#039;Cellex Foundation&amp;#039;&amp;#039; rief im September 2021 in [[Dresden]] zu einer Demonstrationen gegen [[Homophobie]] und [[Misanthropie|Menschenfeindlichkeit]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.cellex-stiftung.org/de/startseite/vielfalt-statt-einfalt |titel=Vielfalt statt Einfalt. Demonstration für Vielfalt gegen Homophobie und Menschenfeindlichkeit am 9.&amp;amp;nbsp;September in Dresden |werk=Cellex Foundation |abruf=2021-12-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Eberhard Gottlieb Graff]] |Titel=Althochdeutscher Sprachschatz oder Wörterbuch der althochdeutschen Sprache |Verlag=Wissenschaftliche Buchgesellschaft |Ort=Darmstadt |Datum=1963 |Kommentar=Reprografischer Nachdruck der Ausgabe Berlin 1834–46 |DNB=451638743}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=[[Friedrich Kirchner (Philosoph)|Friedrich Kirchner]] |url=https://www.textlog.de/964.html |titel=Einfalt |werk=Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe |datum=1907 |seiten=166–167 |abruf=2021-12-19}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Bart Philipsen |Titel=Die List der Einfalt. NachLese zu Hölderlins spätesten Dichtungen |Verlag=Fink |Ort=München |Datum=1995 |ISBN=3-7705-2941-3}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Claudia Schmölders |Titel=Simplizität, Naivetät, Einfalt – Studien zur ästhetischen Terminologie in Frankreich und in Deutschland, 1674–1771 |Datum=1974 |URN=nbn:de:kobv:11-100184000}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Wolfgang Stammler]] |Hrsg=[[Bruno Markwardt]], Gustav Erdmann, Alfons Eichstaedt |Titel=„Edle Einfalt“. Zur Geschichte eines kunsttheoretischen Topos |Sammelwerk=Worte und Werte. Bruno Markwardt zum 60. Geburtstag |Verlag=De Gruyter |Ort=Berlin, Boston |Datum=2019 |ISBN=978-3-11-082618-0 |Seiten=359–382 |JahrEA=1961 |DOI=10.1515/9783110826180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikiquote|Einfalt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erkenntnistheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rhetorik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethische Haltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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