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	<title>Einbeere - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Einbeere&amp;diff=223593&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler: /* Geschichte */ warum (nur) die Kleine?</title>
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		<updated>2026-01-14T17:48:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte: &lt;/span&gt; warum (nur) die Kleine?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Einbeere&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Paris quadrifolia&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Carl von Linné|L.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Einbeeren&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Paris&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Germergewächse&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Melanthiaceae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Lilienartige&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Liliales&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Monokotyledonen&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Bedecktsamer&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = Magnoliopsida&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Klasse&lt;br /&gt;
| Bild             = Illustration_Paris_quadrifolia0.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Einbeere (&amp;#039;&amp;#039;Paris quadrifolia&amp;#039;&amp;#039;), Illustration&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Paris quadrifolia fruit - Keila.jpg|mini|Frucht]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Paris quadrifolia Sturm45.jpg|mini|Illustration]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vierblättrige Einbeere&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Paris quadrifolia&amp;#039;&amp;#039;), kurz &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Einbeere&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, ist eine Pflanzenart aus der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] der [[Einbeeren]] (&amp;#039;&amp;#039;Paris&amp;#039;&amp;#039;) innerhalb der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Germergewächse]] (Melanthiaceae). Sie ist giftig. Die Vierblättrige Einbeere wurde von der [[Loki Schmidt Stiftung]] zur [[Blume des Jahres]] 2022 gewählt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://www.ndr.de/ratgeber/garten/Blume-des-Jahres-2022-ist-die-Vierblaettrige-Einbeere,blumedesjahres114.html  Blume des Jahres 2022 ist die Vierblättrige Einbeere.]&amp;#039;&amp;#039; [[NDR]], 21. Oktober 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Trivialnamen ==&lt;br /&gt;
Weitere [[Trivialname]]n sind: Augenkraut, Blatternblatt, Fuchsauge, Fuchstrauben, Krähenauge, Kreuzkraut, Sauauge, Schlangenbeere, Schwarzblattlkraut, Sternkraut, Teufelsauge, Teufelsbeere, Wolfsbeere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Einbeere ist eine [[Ausdauernde Pflanze|ausdauernde]] [[krautige Pflanze]], die Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern erreicht. Das [[Monopodium|monopodiale]] (mit durchgehender Hauptachse) [[Rhizom]] dieses [[Geophyt]]en verläuft waagrecht bzw. kriechend. Die Rhizome können bis zu 14 Jahre alt werden. Aus Knospen in den Achseln von Niederblättern werden an der Rhizom-Oberseite Laubsprosse ausgebildet, die nach dem Fruchten absterben. An einem [[Sprossachse|Stängel]] stehen in einem [[Wirtel|Quirl]] vier Blätter, selten fünf. Die [[Blatt (Pflanze)|Laubblätter]] sind einfach und ganzrandig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. An jedem Stängel wird nur eine endständige Blüte gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwittrige, [[Radiärsymmetrie|radiärsymmetrische]] [[Blüte]] ist grün und vierzählig. Es ist ein sogenanntes heterotepales [[Perigon]] vorhanden, die [[Tepal]]en sind also unterschiedlich ausgebildet. Die inneren [[Blütenhülle|Blütenhüllblätter]] sind fadenförmig, die äußeren sind deutlich breiter und 2 bis 3 Zentimeter lang. Es sind acht [[Staubblatt|Staubblätter]] vorhanden. Vier [[Fruchtblatt|Fruchtblätter]] sind zu einem oberständigen [[Fruchtknoten]] verwachsen und es sind vier langlebige Narben vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Frucht|Früchte]] sind vierfächrige, vielsamige, blauschwarze, heidelbeerähnliche, aber saftlose [[Beere]]n ohne Wohlgeschmack, die einzeln stehen und einen Durchmesser von bis zu 1 Zentimeter erreichen. Die Fruchtreife tritt im Juli bis September ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosomenzahl]] beträgt 2n = 20.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oberdorfer2001&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
Blütenökologisch handelt es sich um geruchlose, vorweibliche „Pollen-Scheibenblumen“. Die Schauwirkung geht vermutlich eher von den Staubblättern und den glänzend-schwarzvioletten Fruchtknoten aus. Angeblich liegt eine „Fliegentäuschblume“ vor, denn der Fruchtknoten soll Fleisch vortäuschen. Die kaum klebrigen, länglichen Pollenkörner werden zum Teil auch durch den Wind ausgebreitet ([[Anemochorie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es liegt [[Endochorie|Verdauungsausbreitung]] vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Das Verbreitungsgebiet von &amp;#039;&amp;#039;Paris quadrifolia&amp;#039;&amp;#039; reicht von Europa bis zur Mongolei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Man findet die Einbeere ziemlich häufig in krautreichen Eichen- und Buchenwäldern, in Auen- oder Nadelmischwäldern. Sie bevorzugt feuchte, nährstoffreiche, humose Böden und zeigt [[Grundwasser]] und [[Sickerwasser]] an. Sie wächst oft in klonalen Gruppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Zeigerwerte nach Ellenberg|Ellenberg]] ist sie eine [[Schattenpflanze]] mit subozeanischem Verbreitungsgebiet, ein Schwachsäure- bis Schwachbasezeiger, stickstoffreiche Standorte anzeigend und eine Ordnungscharakterart der Edellaub-Mischwälder und verwandter Gesellschaften (Fagetalia sylvaticae).&lt;br /&gt;
In den Allgäuer Alpen steigt sie im Tiroler Teil zwischen [[Elbigenalp]] und der [[Hermann-von-Barth-Hütte]] bis zu 1820 m über Meereshöhe auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dörr-Lippert&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Österreich]] ist sie häufig bis zerstreut in allen Bundesländern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Taxonomie ==&lt;br /&gt;
Die Erstveröffentlichung von &amp;#039;&amp;#039;Paris quadrifolia&amp;#039;&amp;#039; erfolgte durch [[Carl von Linné]]. Das Artepithon &amp;#039;&amp;#039;quadrifolia&amp;#039;&amp;#039; leitet sich aus dem [[Lateinisch]]en ab und bedeutet „vierblättrig“, da die Blattanzahl meist vier beträgt. Himpel benannte diese Art &amp;#039;&amp;#039;Paris quadrifolius&amp;#039;&amp;#039;. Die Herkunft des Gattungsnamens &amp;#039;&amp;#039;Paris&amp;#039;&amp;#039; ist nicht geklärt. Der Name ist allerdings alt. Schon [[Leonhart Fuchs]] (1501–1566) kannte die Vierblättrige Einbeere unter dem Namen Herba Paris.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Baumann2001&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das nordamerikanische Gegenstück und Schwestergattung zu &amp;#039;&amp;#039;Paris&amp;#039;&amp;#039; ist &amp;#039;&amp;#039;[[Waldlilien|Trillium]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bild:Paris quadrifolia flower - Keila.jpg|Blüte&lt;br /&gt;
Bild:Paris_quadrifolia_050505.jpg|Vierzählige Blüte bei fünfzähligem Laubblattquirl&lt;br /&gt;
Bild:Paris quadrifolia (von Oben).jpg|Frucht von oben&lt;br /&gt;
Bild:Paris quadrifolia (von Seite).jpg|Frucht von der Seite, Pflanze bereits „einziehend“&lt;br /&gt;
Bild:20170922-paris quadrifolia-einbeere.jpg|Pflanze mit Frucht&lt;br /&gt;
Bild:Eenbes vijftallig Paris quadrifolia five leaves.jpg|Auch in der Blüte fünfblättriges Exemplar, als Ausnahme&lt;br /&gt;
Bild:Sechsblättrige Version der Vierblättrigen Einbeere.jpg|Sechsblättriges Exemplar, sehr selten&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhaltsstoffe und Giftigkeit ==&lt;br /&gt;
Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders die Beeren, durch [[Saponin]]e (Steroidsaponine) und die [[Glykoside]] [[Paridin]], [[Paristyphnin]] und [[Pennogenin]]. Die Pharmakologen [[Georg Friedrich Walz]] und [[Friedrich Wilhelm Hermann Delffs]] veröffentlichten von 1841 bis 1860 die Ergebnisse ihrer Analysen der Inhaltsstoffe der Einbeerpflanze.&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Friedrich Walz. &amp;#039;&amp;#039;Beitrag zur chemischen Untersuchung der Familie der Asparagineen&amp;#039;&amp;#039;. In: Jahrbuch für practische Pharmacie. Ludwigshafen, 4. Jahrgang (1841), S. 3–7 [http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10287035_00023.html (Digitalisat)] 5. Jahrgang (1842), S. 284–291 [http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10287036_00312.html (Digitalisat)] 6. Jahrgang (1843), S. 10–21 [http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10287037_00026.html (Digitalisat)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Wilhelm Hermann Delffs]]. &amp;#039;&amp;#039;Analyse des Paridins’s und Digitalin’s.&amp;#039;&amp;#039; In: Neues Jahrbuch für Pharmacie. Speyer, Band 9, Heft 2, Februar 1858, S. 25–27 ([https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10287064_00045.html Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;G. F. Walz. &amp;#039;&amp;#039;Über Paris quadrifolia und deren Bestandteile, besonders das Paridin und Paristyphnin.&amp;#039;&amp;#039; In: Neues Jahrbuch für Pharmacie, Band 13 (1860), S. 355–362 [https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10287066_00373.html (Digitalisat)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[August Husemann]] und [[Theodor Husemann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Pflanzenstoffe in chemischer, physiologischer, pharmakologischer und toxikologischer Hinsicht. Für Aerzte, Apotheker, Chemiker und Pharmakologen.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Berlin 1871, S. 1042–1043 [https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb11010860_01058.html (Digitalisat)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ausmaß der Giftigkeit der Einbeerpflanze ist umstritten. Aus dem 16. Jahrhundert berichten [[Conrad Gessner]] und [[Joachim Camerarius der Jüngere]], dass auch größere Gaben der Einbeersamen nicht tödlich seien. Nach [[Alexander Willem Michiel van Hasselt|A. van Hasselt]] (1862) wurden die Beeren „von Kindern wiederholt aus Unkenntnis auch in größeren Mengen gegessen, zuweilen mit bedenklichen, doch so viel bekannt nie mit tödlichen Folgen.“&amp;lt;ref&amp;gt;J. B. Henkel (Übersetzer). [[Alexander Willem Michiel van Hasselt]]. &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Giftlehre für Chemiker, Ärzte, Apotheker und Gerichtspersonen&amp;#039;&amp;#039;. Vieweg, Braunschweig 1862, Teil I &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Giftlehre und die Gifte des Pflanzenreichs&amp;#039;&amp;#039;, S. 210 [https://archive.org/details/handbuchdergift00henkgoog/page/n229 (Digitalisat)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pharmakologe [[Otto Geßner|Otto Gessner]] (1931) begründete die relativ geringe Giftigkeit der Einbeer-Saponine mit ihrer geringen [[Resorption|Resorbierbarkeit]] bei innerlicher Zufuhr. Der Genuss mehrerer Beeren kann zu [[Brechreiz]], [[Magenkrampf|Magenkrämpfen]], [[Durchfall]], [[Kopfschmerz]], [[Schwindel]], und starker [[Miosis]] führen. Paristyphnin ruft resorptiv Miosis hervor und kann zur tödlichen Atemlähmung führen. Für Krebse, Insekten und Fische sind die Einbeerensaponine sehr giftig, am Hund erzeugen sie Lähmungserscheinungen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Otto Geßner|Otto Gessner]]. &amp;#039;&amp;#039;Gift- und Arzneipflanzen von Mitteleuropa.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage, herausgegeben und bearbeitet durch [[Gerhard Orzechowski]]. Carl Winter, Heidelberg 1974, S. 162–163.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs Dolwurtz.jpg|mini|190px|Dolwurtz - &amp;#039;&amp;#039;Paris quadrifolia&amp;#039;&amp;#039;. [[Leonhart Fuchs]] 1543. Weitere historische Abbildungen:&amp;lt;ref&amp;gt;[[Vitus Auslasser]] 1476. Kreuzwurz Umbilicus veneris ([[:Datei:1476 Auslasser.jpg|Bildlink]])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hieronymus Bock]] 1546. Wolffsbeer Sternkraut ([[:Datei: Bock Wolfsbeer 1546.jpg|Bildlink]])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Pietro Andrea Mattioli|Mattioli]] / [[Georg Handsch|Handsch]] / [[Joachim Camerarius der Jüngere|Camerarius]] 1586. Einbeer Herba paris ([[:Datei: Camerarius Einbeer.jpg|Bildlink]])&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Eine Pflanzenabbildung, auf der die Einbeere sicher zu erkennen ist, erschien erstmals 1479 im Kräuterbuch des Bayerischen Mönchs [[Vitus Auslasser]]. Die Pflanze wird darin als „Crux Christi“, „Umbilicus veneris“ und „Ainper chrawt“ bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Vitus Auslasser]]: &amp;#039;&amp;#039;Kräuterbuch&amp;#039;&amp;#039; 1479, Abb. 36 [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb00092488?page=263 (Digitalisat)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Hieronymus Bock]] und [[Leonhart Fuchs]] gaben ab 1539 genaue Beschreibungen des [[Habitus (Biologie)|Habitus]] der Pflanze. Sie bemühten sich, die Pflanze in die Schriften der antiken Autoren ([[Pedanios Dioskurides|Dioskurides]], [[Plinius der Ältere|Plinius]] und [[Galenos|Galen]]) einzuordnen. So ordneten sie die Pflanze Kapiteln der antiken Autoren zu, in denen Arten beschrieben wurden, die eher als [[Schwarze Tollkirsche]] (&amp;#039;&amp;#039;Atropa belladonna&amp;#039;&amp;#039;) oder als [[Eisenhut|Eisenhut-Art]] (&amp;#039;&amp;#039;Aconitum&amp;#039;&amp;#039;) gedeutet werden können. Entsprechend warnten sie auch vor der innerlichen Anwendung und empfahlen Kraut, Wurzel und Samen lediglich zur äußeren Anwendung als Augenarznei, als Wundheilmittel und als Mittel zum Töten von Läusen und Nissen. Die Beeren im Fleischköder versteckt sollten Wolfe töten. Bock merkte noch an: „Etlich ſprechen das diſe beer ſchlaffen machen / wann ſie geſſen werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hieronymus Bock]]: &amp;#039;&amp;#039;Kräuterbuch&amp;#039;&amp;#039; 1539, Teil I, Kapitel 102: &amp;#039;&amp;#039;Wolffsbeer. Sternkraut&amp;#039;&amp;#039; [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11069345?page=201 (Digitalisat)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Leonhart Fuchs]]: &amp;#039;&amp;#039;New Kreuterbuch&amp;#039;&amp;#039;. 1543, Kapitel 30: &amp;#039;&amp;#039;Wolffswurtz&amp;#039;&amp;#039; [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb00017437?page=111 (Digitalisat)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zürcher Arzt und Botaniker [[Conrad Gessner]] schrieb im Oktober 1564 an seinen Augsburger Kollegen [[Adolph Occo]], er habe auf Empfehlung eines Straßburger und eines Basler Kollegen als Schutz gegen die in Zürich herrschende Pest-Epidemie 1 Drachme (3–4 Gramm) des «Antidotum Saxonica» in Weinessig eingenommen, worauf er reichlich schwitzte und Trockenheit im Schlund empfand.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Epistolarum medicinalium, Conradi Gesneri … Libri III&amp;#039;&amp;#039;. Froschauer, Zürich 1577, S. 53r [http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10164651_00121.html (Digitalisat)]&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses [[Antidot]] sei über den Augsburger Kollegen [[Achilles Pirminius Gasser]] zu beziehen. Noch in der [[Johann Schröder (Mediziner)#„Artzney-Schatz“|Schöderschen Pharmacopoe]] aus dem Jahr 1693 wurde das «Antidotum Saxonica» unter dem Namen «Pulvis Saxonicus» aufgeführt. Es war so zu bereiten:&lt;br /&gt;
:[[Echter Baldrian|Baldrianwurzel]] 15 Gramm, [[Schwalbenwurz]] und [[Große Brennnessel|Nesselwurz]] je 30 Gramm, [[Gewöhnlicher Tüpfelfarn|Engelsüß]], [[Echter Eibisch|Eibisch]] und [[Wald-Engelwurz]] je 60 Gramm, [[Arznei-Engelwurz]] 120 Gramm, Rinde der [[Echter Seidelbast|Kellerhalswurzel]] 15 Gramm. In einem glasierten Topf mit Wein-Essig übergießen, den Topf verschließen und bei gelindem Feuer den Topfinhalt kochen lassen. Nach dem Öffnen des Topfes den Essig abgießen, die Wurzeln trocknen lassen und zerstoßen. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;26 Samen aus den Einbeerfrüchten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; hinzugeben und alles zu Pulver zerstoßen. Zur Abwehr gegen Ansteckung in Pestzeiten bis zu einer Drachme (3–4 Gramm) des Pulvers in Flüssigkeit aufgelöst einzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Schröder. &amp;#039;&amp;#039;Vollständige und nutzreiche Apotheke&amp;#039;&amp;#039; … J. Hoffmann, Nürnberg 1693, S. 377: &amp;#039;&amp;#039;Pulvis Saxonicus&amp;#039;&amp;#039; [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10869791?page=407 (Digitalisat)]; S. 1085–1086: Paris [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10869791?page=1173 (Digitalisat)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1586 berichtete [[Joachim Camerarius der Jüngere]], er wisse und er habe es selbst erfahren, dass „etlichen Menschen, die durch Unholde und Zauberei ihrer Vernunft beraubt waren,“ durch die Einnahme von getrockneten und gepulverten Einbeerfrüchten geholfen wurde, jeden Tag in der Frühe 1 Quint (3–4 Gramm) in warmem Wein über drei Wochen getrunken. Außerdem werde aus den Beeren ein Öl bereitet, das zur Behandlung von Hämorrhoiden und Geschwüren nützlich sei.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Pietro Andrea Mattioli]]: &amp;#039;&amp;#039;Commentarii, in libros sex Pedacii Dioscoridis Anazarbei, de medica materia.&amp;#039;&amp;#039; Übersetzung durch Georg Handsch, bearbeitet durch [[Joachim Camerarius der Jüngere|Joachim Camerarius den Jüngeren]], Johan Feyerabend, Franckfurt am Mayn 1586, Blatt 382v: &amp;#039;&amp;#039;Einbeer. Herba Paris&amp;#039;&amp;#039; [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb00091089?page=784 (Digitalisat)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Blätter der Einbeerpflanze wurden in der Schröderschen Pharmacopoe 1644 als Auflage zur äußerlichen Behandlung von Pestbeulen, zur Behandlung von anderen heißen Geschwüren und zur Behandlung von schlecht heilenden Wunden empfohlen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Schröder (Mediziner)|Johann Schröder]]: &amp;#039;&amp;#039;Pharmacopoeia medico-chymica&amp;#039;&amp;#039; … Ulm 1644, S. 117 [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11219503?page=697 (Digitalisat)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Abhandlung über Arzneimittel aus dem Pflanzenreich beschrieb der Schwedische Arzt-Botaniker [[Peter Jonas Bergius]] 1778 die Wirkung von Drogenzubereitungen aus den Beeren, dem Kraut und der Wurzel der Einbeere als krampflösend („antispasmodica“, „sublaxans“). Ihre Anwendung sei bei Krämpfen („convulsiones“) angezeigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Peter Jonas Bergius]]: &amp;#039;&amp;#039;Materia medica e regno vegetabili &amp;#039;&amp;#039;… Stockholm 1778, Band I, S. 311–313 [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10285581?page=333 (Digitalisat)] 2. Aufl. 1782, Band I, S. 327–329 [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10285584?page=347 (Digitalisat)]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Georg Friedrich Walz]] stellte 1860 aus der Einbeere zwei Stoffe dar, die er Paridin und Paristyphnin nannte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[August Husemann]] und [[Theodor Husemann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Pflanzenstoffe in chemischer, physiologischer, pharmakologischer und toxikologischer Hinsicht. Für Aerzte, Apotheker, Chemiker und Pharmakologen.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Berlin 1871, S. 1042–1043: Paridin, Paristyphnin [https://www.digitale-sammlungen.de/en/view/bsb11010860?page=1058 (Digitalisat)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; [[Georg Friedrich Walz]]: &amp;#039;&amp;#039;Über Paris quadrifolia und deren Bestandteile, besonders das Paridin und Paristyphnin.&amp;#039;&amp;#039; 13 (1860), S. 355–362 [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10287066?page=373 (Digitalisat)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Georg Julius von Schlechtendahl|J. G. J. von Schlechtendahl]]. &amp;#039;&amp;#039;Paris&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Encyclopädisches Wörterbuch der medicinischen Wissenschaften&amp;#039;&amp;#039;. Herausgegeben von den Professoren der medicinischen Facultät zu Berlin: [[Dietrich Wilhelm Heinrich Busch]], [[Johann Friedrich Dieffenbach]], [[Ernst Horn (Mediziner)|Ernst Horn]], [[Johann Christian Jüngken]], [[Heinrich Friedrich Link]], Joseph Müller (1811–1845), [[Emil Osann]]. Veit, Berlin, Band 26, 1841, S. 380 [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10086772?page=386 (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* [[Philipp Lorenz Geiger]]: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Pharmacie zum Gebrauche bei Vorlesungen &amp;amp; zum Selbstunterrichte für Ärzte, Apotheker &amp;amp; Droguisten&amp;#039;&amp;#039;. Wolters, Stuttgart, 2. Band, 1. Hälfte 1830, S. 779–780: &amp;#039;&amp;#039;Paris quadrifolia&amp;#039;&amp;#039; [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11268601?page=811 (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Schneider (Pharmaziehistoriker)|Wolfgang Schneider]]: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon zur Arzneimittelgeschichte. Sachwörterbuch zur Geschichte der pharmazeutischen Botanik, Chemie, Mineralogie, Pharmakologie, Zoologie.&amp;#039;&amp;#039; Govi-Verlag, Frankfurt a. M. Band 5/3 (1974), S. 28–30: &amp;#039;&amp;#039;Paris&amp;#039;&amp;#039; [https://leopard.tu-braunschweig.de/rsc/viewer/dbbs_derivate_00023008/max/00000031.jpg (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: &amp;#039;&amp;#039;Exkursionsflora von Österreich.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: [[Manfred Adalbert Fischer|Manfred A. Fischer]]. Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.&lt;br /&gt;
* [[Christian Rätsch]]: &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen&amp;#039;&amp;#039;. AT Verlag, Aarau 1998, S. 37 ISBN 3-85502-570-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oberdorfer2001&amp;quot;&amp;gt;[[Erich Oberdorfer]]: &amp;#039;&amp;#039;Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete.&amp;#039;&amp;#039; 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. Seite 138. ISBN 3-8001-3131-5. Seite 138&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dörr-Lippert&amp;quot;&amp;gt;Erhard Dörr, [[Wolfgang Lippert (Botaniker)|Wolfgang Lippert]]: &amp;#039;&amp;#039;Flora des Allgäus und seiner Umgebung.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, IHW-Verlag, Eching bei München, 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 322.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Baumann2001&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Baumann, H. Baumann, S. Baumann-Schleihauf: &amp;#039;&amp;#039;Die Kräuterbuchhandschrift des Leonhart Fuchs&amp;#039;&amp;#039;. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3538-8, Seite 222.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot;&amp;gt;{{WCSP|Paris quadrifolia|Zugriff=2018-06-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Paris quadrifolia|Einbeere (&amp;#039;&amp;#039;Paris quadrifolia&amp;#039;&amp;#039;)}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{FloraWeb|4124}}&lt;br /&gt;
* {{BiolFlor|2235}}&lt;br /&gt;
* {{BIB|4124}}&lt;br /&gt;
* {{InfoFlora|ID=3122|WissName=Paris quadrifolia L.}}&lt;br /&gt;
* [http://linnaeus.nrm.se/flora/mono/trillia/paris/pariquav.jpg Verbreitung auf der Nordhalbkugel] aus: [[Eric Hultén]], Magnus Fries: &amp;#039;&amp;#039;Atlas of North European vascular plants&amp;#039;&amp;#039; 1986, ISBN 3-87429-263-0 bei [http://linnaeus.nrm.se/flora/mono/allia/alliu/alliole.html &amp;#039;&amp;#039;Den virtuella floran&amp;#039;&amp;#039;.] (schwed.)&lt;br /&gt;
* Thomas Meyer: [http://www.blumeninschwaben.de/Einkeimblaettrige/paris.htm#Einbeere Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei &amp;#039;&amp;#039;Flora-de: Flora von Deutschland&amp;#039;&amp;#039; (alter Name der Webseite: &amp;#039;&amp;#039;Blumen in Schwaben&amp;#039;&amp;#039;).]&lt;br /&gt;
* {{PFAF|WissName=Paris quadrifolia|Abruf=}}&lt;br /&gt;
* [https://botanikus.de/informatives/giftpflanzen/alle-giftpflanzen/einbeere/ Die Einbeere als Giftpflanze.] bei botanikus.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Blume des Jahres in Deutschland}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Germergewächse]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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