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	<title>Eigenkirche - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Spurzem: /* Geschichte */</title>
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		<updated>2024-03-06T17:40:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Klosterkirche Hillersleben von SudWesten gesehen 2014-07.jpg|mini|hochkant=1.3|Ehemalige [[Kloster Hillersleben|Klosterkirche Hillersleben]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Eigenkirchen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Latein|lateinisch]] &amp;#039;&amp;#039;ecclesia propria&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;propriae hereditatis&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;cellulae iuris nostri&amp;#039;&amp;#039;) waren im [[Frühmittelalter]] Gotteshäuser ([[Kirchengebäude|Kirche]]n, [[Kloster|Klöster]]), die meist Laien (örtlicher Adel, Grafen und Herzöge des [[Frankenreich]]es, bis hin zum König) auf privatem Grund und Boden errichten ließen. Die Institution erreichte im 8./9. Jahrhundert ihren Höhepunkt, wirkte aber bis ins [[Spätmittelalter]] fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Eigenkirchenwesens liegt im römischen [[Latifundium|Latifundienrecht]] und in der germanischen [[Grundherrschaft]]. Die Grundherren erbauten für die Missionierung ihrer [[Grundhold]]e oder in eroberten oder neubesiedelten Gebieten eigene Gotteshäuser, die sie mit Grundbesitz ausstatteten, der dem Unterhalt von Baulichkeiten und Klerikern diente. Über die Eigenkirchen bzw. Eigenklöster hatte der Grundherr das Recht der [[Investitur]], das heißt der Ein- und Absetzung der [[Pfarrer]] bzw. der [[Abt|Äbte]] ohne Bewilligung durch den [[Bischof|Diözesanbischof]]. Allerdings bedurfte es einer bischöflichen Erteilung der Zelebrationserlaubnis.&amp;lt;ref&amp;gt;Bereits das [[Konzil von Laodicea]] hatte (in Kanon 58) ein allgemeines Zelebrationsverbot (Gottesdienste und Sakramentenspendung) für dem Ordinarius nicht untergebene Geistliche verhängt, von dem später allerdings Ausnahmen gemacht wurden (Justinianische Novelle 58, Novelle 131)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit [[Karl der Große|Karl dem Großen]] wurden aber nur noch [[Freie]] zum Kirchendienst zugelassen. Außerdem wurde den Bischöfen ein größeres Mitspracherecht bei der Bestellung der Geistlichen eingeräumt. Sein Sohn [[Ludwig der Fromme]] regulierte 818/19 das Eigenkirchenwesen derart, dass das volle Eigentumsrecht des Grundherrn verlorenging und er seine Eigenkirche nicht mehr vollständig von ihrem Vermögen entblößen konnte. Nachdem im &amp;#039;&amp;#039;[[Saeculum obscurum]]&amp;#039;&amp;#039; nach dem Ende des [[Karolinger]]reiches zwischen 882 und 962 das kirchliche Leben moralisch auf einen Tiefpunkt gesunken war und sich schwere Missstände entwickelt hatten, versuchte die [[Cluniazenser|cluniazensische]] [[monastisch]]e [[Cluniazensische Reform|Reformbewegung]], diesen Entwicklungen entgegenzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Streit um die Besetzung der Bistümer und Reichsabteien verschärfte sich im 11. Jahrhundert im [[Investiturstreit]] zwischen [[Deutscher König|König]] und [[Papst]]. Durch das [[Wormser Konkordat]] von 1122 wurde zunächst ein Kompromiss hinsichtlich der Bischofswahlen erzielt. Durch Papst [[Alexander III. (Papst)|Alexander III.]] und durch das [[Drittes Laterankonzil|Dritte Laterankonzil]] im Jahr 1179 wurde das Eigenkirchenrecht der Laien in ein [[Kirchenpatronat|Patronatsrecht]] umgewandelt. Den Grundherren wurde das Vorschlagsrecht des zu bestellenden Geistlichen eingeräumt, das Amt verlieh der Bischof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswirkungen ==&lt;br /&gt;
Der Grundherr war [[Vogt]] seiner Eigenkirche. Es standen ihm zwar die Nutzungen der Erträge ([[Zehnt]] und Grunderträge) zu, doch hatte er auch für die Bedürfnisse der Kirche und der [[Seelsorge]] aufzukommen. Als Gegenleistung wurden der Eigenkirchenherr und seine Angehörigen in die Gebete einbezogen ([[Memorialwesen|Memoria]]) und in der Kirche bestattet; dies war der ursprüngliche Grund für die Stiftung von Kirchen und Klöstern auf eigenem Boden. Auch Bischöfe erwarben Eigenkirchen. Einen Höhepunkt erreichte das Eigenkirchenwesen im 9. und 10. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Eigenkirchen und Eigenklöster gekauft, getauscht und vererbt werden konnten, verloren sie immer mehr ihren religiösen Zweck – wenngleich die Kirchen selbst nicht [[Profanierung|profaniert]] werden konnten. Geistliche Ämter wurden oft gekauft ([[Simonie]]). Vielfach wurden [[Geistlich]]e oder sogar [[Laie (Religion)|Laien]] bestellt, um deren Versorgung sicherzustellen oder als Gegenleistung. Diese fielen nicht selten durch einen sittenlosen Lebenswandel und Ungehorsam gegenüber dem Diözesanbischof auf. Wenn ein der vollen Befehlsgewalt des Grundherrn unterstehender [[Leibeigener|Unfreier]] als Priester eingesetzt wurde, konnte dieser zusätzlich zu niedrigen Arbeiten verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl das Eigenkirchenwesen seit den Reformen des 11. Jahrhunderts meist negativ beurteilt wird, ermöglichte es aufgrund der rudimentären Entwicklung der diözesanen Kirchenorganisation oftmals erst die seelsorgerische Betreuung der Landbevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reste des Eigenkirchenwesens finden sich bis heute etwa im [[Kirchenpatronat]] sowie in den königlichen Kirchen und Kapellen in Großbritannien &amp;#039;&amp;#039;(royal peculiars)&amp;#039;&amp;#039;, von denen die [[Westminster Abbey]] am bedeutendsten ist. Von Eigenkirchen zu unterscheiden sind [[Kapelle (Kirchenbau)#Kirchenrechtlicher oder liturgischer Begriff|Privatkapellen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Knut Schäferdiek]]: &amp;#039;&amp;#039;Eigenkirchen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Reallexikon der Germanischen Altertumskunde]]&amp;#039;&amp;#039;. Nr. 6. De Gruyter, Berlin 1986, ISBN 3-11-010468-7, S. 559–561.&lt;br /&gt;
* [[Ulrich Stutz]]: &amp;#039;&amp;#039;Ausgewählte Kapitel aus der Geschichte der Eigenkirche und ihres Rechtes.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Weimar 1937.&lt;br /&gt;
* Ulrich Stutz: &amp;#039;&amp;#039;Die Eigenkirche als Element des mittelalterlich-germanischen Kirchenrechts.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1964.&lt;br /&gt;
* Ulrich Stutz, Hans Erich Feine: &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zu Recht und Geschichte der Eigenkirche. Gesammelte Abhandlungen.&amp;#039;&amp;#039; Scientia, Aalen 1989, ISBN 3-511-00667-8.&lt;br /&gt;
* Ulrich Stutz: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des kirchlichen Benefizialwesens. Von seinen Anfängen bis auf die Zeit Alexanders III.&amp;#039;&amp;#039; Scientia, Aalen 1995, ISBN 3-511-00091-2 (ergänzt von Hans Erich Feine).&lt;br /&gt;
* [[Peter Landau]]: &amp;#039;&amp;#039;Eigenkirchenwesen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Theologische Realenzyklopädie]]&amp;#039;&amp;#039; 9 (1982), S. 399–404.&lt;br /&gt;
* Claudia Moddelmog: &amp;#039;&amp;#039;Stiftung oder Eigenkirche? Der Umgang mit Forschungskonzepten und die sächsischen Frauenklöster im 9. und 10. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Wolfgang Huschner]], [[Frank Rexroth]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Gestiftete Zukunft im mittelalterlichen Europa. Festschrift für Michael Borgolte zum 60. Geburtstag.&amp;#039;&amp;#039; Akademie Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-05-004475-0, S. 215–243 ([https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/b/b033702.pdf online]).&lt;br /&gt;
* [[Enno Bünz]]: Art. &amp;#039;&amp;#039;Eigenkirche&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte]], 2. Auflage, Band 2/2008, Sp. 1267–1269 (Überblicksartikel)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.mittelalter-lexikon.de/wiki/Eigenkirche &amp;#039;&amp;#039;Eigenkirche&amp;#039;&amp;#039;] (Mittelalter-Lexikon)&lt;br /&gt;
* [https://www.rdklabor.de/wiki/Eigenkirche &amp;#039;&amp;#039;Eigenkirche&amp;#039;&amp;#039;] (RDK-Labor)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4151174-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Recht (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchenrechtsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentumsgeschichte (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Germanisches Recht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pfarrwesen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Spurzem</name></author>
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