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	<title>Ehrenstrafe - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ehrenstrafe&amp;diff=281216&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Torte825: Die letzte Textänderung von ~2026-15616-14 wurde verworfen und die Version 261541948 von Ichigonokonoha wiederhergestellt.</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Die letzte Textänderung von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-15616-14&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-15616-14&quot;&gt;~2026-15616-14&lt;/a&gt; wurde verworfen und die Version &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Permanenter_Link/261541948&quot; title=&quot;Spezial:Permanenter Link/261541948&quot;&gt;261541948&lt;/a&gt; von Ichigonokonoha wiederhergestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Pisanello 010.jpg|mini|Erhängen mit auf dem Rücken zusammengebundenen Händen als entehrende Strafe (Detail eines Gemäldes von [[Antonio Pisanello]], 1436–1438).]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ehrenstrafe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wurden im [[Mittelalter]] und der [[Frühe Neuzeit|Frühen Neuzeit]] [[Körperstrafe|Leibes-]] und [[Todesstrafe|Lebensstrafen]] bezeichnet, die den Verlust oder die Beeinträchtigung der [[Ehre]] zur Folge hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Deutsch: [https://www.hrgdigital.de/id/ehrenstrafe/stichwort.html &amp;#039;&amp;#039;Ehrenstrafe&amp;#039;&amp;#039;] [[Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte]] Bd. 1, abgerufen am 17. Juli 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie führten per Gerichtsurteil zur Ehrlosigkeit ([[Infamie|infamia juris]]), was die Minderung der Rechtsfähigkeit (z.&amp;amp;nbsp;B. der Anklage-, Testier-, Zeugen-, Amts- und Weihefähigkeit) bis hin zu völliger Rechtlosigkeit ([[Bann (Recht)|Bann]], [[Exkommunikation]]) des Verurteilten selbst und zum Teil auch seiner Nachkommen bedeutete.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mittelalter-lexikon.de/wiki/Ehrlosigkeit &amp;#039;&amp;#039;Ehrlosigkeit&amp;#039;&amp;#039;] Kleine Enzyklopädie des deutschen Mittelalters, gegründet durch Peter C. A. Schels, abgerufen am 17. Juli 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mittelalter und Frühe Neuzeit ==&lt;br /&gt;
Ehrenstrafen wurden vor allem für solche Straftaten verhängt, die heimlich, zu nachtschlafender Zeit und heimtückisch begangen und solche, die vom Täter abgeleugnet wurden, um sich der Bestrafung zu entziehen (sog. unehrliche Strafsachen).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mittelalter-lexikon.de/wiki/Unehrliche_Strafsachen &amp;#039;&amp;#039;Unehrliche Strafsachen&amp;#039;&amp;#039;] Kleine Enzyklopädie des deutschen Mittelalters, gegründet durch Peter C. A. Schels, abgerufen am 17. Juli 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Taten galten als verächtlich und verschärfter Strafe würdig. Art. 158 der [[Constitutio Criminalis Carolina]] bestrafte allerdings schon den leichten Diebstahl mit [[Pranger]]stehen.  Durch eine unehrliche Todesstrafe Verurteilten, etwa durch [[Rädern]] und [[Hängen|Erhängen]] wurde – anders als den „ehrlichen“ – das christliche Begräbnis verweigert ([[Eselsbegräbnis]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leichtere Ehrenstrafen, auch &amp;#039;&amp;#039;Schandstrafen&amp;#039;&amp;#039;, wurden durch die [[Niedere Gerichtsbarkeit]] verhängt und bewirkten nur einen Rechtsverlust auf Zeit. Schwere Strafen wie die Todesstrafe waren der Hoch- oder [[Blutgerichtsbarkeit]] vorbehalten. Die eigentlichen Ehrenstrafen wie das Prangerstehen und das [[Brandmarken]] führten zu einem anhaltenden Ausschluss aus der Gesellschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;Jörg Wettlaufer: [https://silo.tips/download/schand-und-ehrenstrafen-des-sptmittelalters-und-der-frhneuzeit-erforschung-der-s &amp;#039;&amp;#039;Schand- und Ehrenstrafen des Spätmittelalters und der Frühneuzeit – Erforschung der Strafformen und Strafzwecke anhand von DRW-Belegen&amp;#039;&amp;#039;] [[Deutsches Rechtswörterbuch|DRW]], 2010, S. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Strafarten waren nicht im Einzelnen kodifiziert, wurden aber stets öffentlich und an zentralen Orten wie Markt- oder Kirchplätzen unter großer Anteilnahme der örtlichen Gemeinschaft vollstreckt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/unser-bayern/detailansicht-unser-bayern/artikel/auf-der-sau-durchs-dorf.html#topPosition &amp;#039;&amp;#039;Auf der Sau durchs Dorf: Fürs arme Volk hatte sich die Gerichtsbarkeit viele Formen der Ehrenstrafen ausgedacht&amp;#039;&amp;#039;] [[Bayerische Staatszeitung]], 21. November 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu den unehrlichen Leibesstrafen zählte insbesondere der Pranger, der in über 50 % der Fälle als Ehrenstrafe verhängt wurde, aber auch der [[Schandpfahl]], der [[Schandkorb]], der [[Lästerstein]], die [[Halsgeige]], die [[Schandflöte]], die [[Schandmaske]] sowie der [[Eselsritt]]. Geahndet wurden zumeist üble Nachrede und Blasphemie sowie Ehebruch, außerdem leichter, schwerer und vor allem wiederholter Diebstahl sowie Betrug.&amp;lt;ref&amp;gt;Jörg Wettlaufer: [https://silo.tips/download/schand-und-ehrenstrafen-des-sptmittelalters-und-der-frhneuzeit-erforschung-der-s &amp;#039;&amp;#039;Schand- und Ehrenstrafen des Spätmittelalters und der Frühneuzeit – Erforschung der Strafformen und Strafzwecke anhand von DRW-Belegen&amp;#039;&amp;#039;] [[Deutsches Rechtswörterbuch|DRW]], 2010, S. 7, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Strafgesetzbuch (Österreich)|Landgerichtsordnung für Österreich ob der Enns]] von 1677 (&amp;#039;&amp;#039;Leopoldina&amp;#039;&amp;#039;) verzeichnete beispielsweise sechs Strafarten:&amp;lt;ref&amp;gt;{{OoeGeschichte |pfad=ausstellungen/schande-folter-hinrichtung/ehr-und-schandstrafen |autor=Ute Streitt |titel=Ehr- und Schandstrafen |abruf=2022-08-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# der Delinquent musste in Eisen den Kranken im Spital aufwarten&lt;br /&gt;
# am Pranger stehen&lt;br /&gt;
# öffentliche Ausstellung in Band und Eisen&lt;br /&gt;
# Tragen des Halseisens&lt;br /&gt;
# die Delinquenten wurden mit der Rute in der Hand außerhalb des Friedhofes in die Brechel gestellt&amp;lt;ref&amp;gt;[https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?index=lemmata&amp;amp;term=brechel &amp;#039;&amp;#039;Brechel&amp;#039;&amp;#039;] Deutsches Rechtswörterbuch, abgerufen am 18. Juli 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# das Verbrechen wurde auf einen Zettel geschrieben und dem Delinquenten umgehängt, danach wurde er an das Kreuz gespannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verurteilte [[Person]] verlor mit dem Urteilsspruch und der [[Strafvollstreckung|Exekution]] der Strafe ihr gesellschaftliches Ansehen innerhalb einer Ortschaft völlig, denn sie konnte von da an nicht mehr als [[Ehrbarkeit (Handwerker)|ehrbar]] angesehen werden. Sie ging der bürgerlichen Ehrenrechte (soweit vorhanden) verlustig. Es war ihr nicht mehr möglich, am normalen gesellschaftlichen Leben innerhalb der Stadt teilzunehmen, denn von Seiten der [[Bürger]] war man bestrebt, sich möglichst selten im Verkehr mit einer Person sehen zu lassen, deren [[Leumund]] ruiniert war. Man befürchtete, sich selbst den eigenen Leumund zu verderben, und strebte danach, diese Gefahr, so gut es ging, zu vermeiden. Die betreffende Person sah sich also Reaktionsweisen gegenüber, die einer [[Ächtung]] gleichkamen. Einer Person, die am Pranger stand, durfte kein Leid zugefügt werden, jedoch durften weiche Lebensmittel wie z.&amp;amp;nbsp;B. Weintrauben oder Tomaten geworfen werden. Neben [[Rache]] konnte hierfür auch die eigene Belustigung das [[Motivation|Motiv]] gewesen sein. Auch [[Kitzeln#Folter|Ziegenlecken]] an einer solchen Person ist durch bildliche Darstellung bezeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus stellten sich in der Regel Beschränkungen in ökonomischer Hinsicht ein, denn verschiedene [[Gewerbe]] und [[Gewerk]]e kannten eine besondere Ehrengerichtsbarkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Marija-Jennifer Milinovic: &amp;#039;&amp;#039;Der ehrbare Kaufmann im deutschen Recht. Untersuchungen zu Herkunft und Bedeutung des Begriffs „ehrbarer Kaufmann“ sowie zum Einfluss der Ehre auf das Wirken des Kaufmanns bei besonderer Betrachtung der Entwicklung der Ehrenstrafe.&amp;#039;&amp;#039; Peter Lang-Verlag, 2019. ISBN 978-3-631-77238-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bis heute haben die Industrie- und Handelskammern gem. {{§|1|ihkg|juris}} Abs. 1 [[Gesetz zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammern|IHKG]] „für Wahrung von Anstand und Sitte des ehrbaren Kaufmanns zu wirken.“&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn ein [[Fremdgeschriebener]] oder ein [[Lehrling]], [[Geselle]] oder gar [[Meister]] der anderen [[Zunft|Zünfte]] eine Ehrenstrafe auferlegt bekam, wurde er aus der betreffenden Zunft ausgestoßen. Der [[Ehrenkodex]] sah dies so vor.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery perrow=&amp;quot;5&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Leiterstrafe.JPG|Leiterstrafe&lt;br /&gt;
Datei:Eselsritt.jpg|[[Asouade]] ([[Eselsritt]])&lt;br /&gt;
Datei:Drunkards Cloak.jpg|Schandtonne&lt;br /&gt;
Datei:Schubstuhl in Rüthen.jpg|[[Schandkorb]]&lt;br /&gt;
Datei:15XX Schandsteine anagoria.JPG|Schand- oder Lästersteine&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.gnm.de/objekte/lasterstein-in-gestalt-eines-phantastischen-tieres/ &amp;#039;&amp;#039;Lasterstein in Form eines phantastischen Tieres&amp;#039;&amp;#039;] [[Germanisches Nationalmuseum]], abgerufen am 18. Juli 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Ehrenstrafen im weiteren Sinn gehören auch an einer Person nach außen hin sichtbar gemachte [[Schandmal]]e, zielgerichtete optische Kennzeichnungen sowie gezielte Entblößungen. So kennzeichnete in bestimmten Zusammenhängen beispielsweise die [[Barfüßigkeit#Gefangenschaft|Barfüßigkeit]] eine betreffende Person als unfrei oder nicht zur bürgerlichen oder [[Ständegesellschaft#Grundlagen|ständemäßigen]] Gesellschaft zugehörig. In dieser Weise öffentlich vorgeführt zu werden, stellte für diese eine schwere Ehrenkränkung dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Sonderfall der sog. Volksehrenstrafe stellt das [[Haberfeldtreiben]] dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Sebastian Knott: &amp;#039;&amp;#039;Bei der Ehre gepackt! Die Ehrenstrafe in Bayern seit 1700.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Pustet, 2006, S. 186 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuzeitliche Ausprägungen ==&lt;br /&gt;
=== (Reichs-)Strafgesetzbuch ===&lt;br /&gt;
Der [[Bürgerlicher Tod|bürgerliche Tod]] war im [[Reichsstrafgesetzbuch]] von 1871 nicht mehr vorgesehen. Als Nebenstrafe konnte jedoch der Verlust der [[Bürgerliche Ehrenrechte|bürgerlichen Ehrenrechte]] als bloße Schmählerung, bestimmte [[Bürgerrechte]] im öffentlichen Leben wahrzunehmen, erklärt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Inkrafttreten des [[Grundgesetz]]es im Mai 1949 war die Todesstrafe abgeschafft ({{Art.|102|gg|juris}} GG).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundestag.de/webarchiv/textarchiv/2012/40767465_kw40_todesstrafe_kalenderblatt-209552 &amp;#039;&amp;#039;Die Todesstrafe bleibt abgeschafft&amp;#039;&amp;#039;] bundestag.de, Webarchiv, 1. Oktober 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die unantastbare Menschenwürde ({{Art.|1|gg|juris}} Abs. 1 GG) verbietet grausame, unmenschliche und erniedrigende Strafen. Auch ein Straftäter darf nicht zum bloßen Objekt der Verbrechensbekämpfung unter Verletzung seines verfassungsrechtlich geschützten sozialen Wert- und Achtungsanspruchs gemacht werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2004/02/rs20040205_2bvr202901.html BVerfG, Urteil vom 5. Februar 2004 - 2 BvR 2029/01] Rz. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein unbefristeter Ausschluss aus der Gemeinschaft wäre mit dem Vollzugsziel der [[Resozialisierung]] des Täters nicht vereinbar. Aus diesem Grund hat der Entwurf eines Strafgesetzbuchs von 1962 die Ehrenstrafen im eigentlichen Sinne ausdrücklich abgelehnt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dserver.bundestag.de/btd/04/006/0400650.pdf &amp;#039;&amp;#039;Entwurf eines Strafgesetzbuches (StGB) E 1962&amp;#039;&amp;#039;] BT-Drs. IV/650 vom 4. Oktober 1962, S. 98, 174 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der dauerhafte Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte als selbständige Strafform sollte abgeschafft werden. § 56-E sah jedoch den zeitlich befristeten Verlust der Amtsfähigkeit, der Wählbarkeit und des Stimmrechts als Nebenstrafe neben einer wegen eines Verbrechens verhängten Haftstrafe vor. Seit der [[Große Strafrechtsreform|Großen Strafrechtsreform]] von 1969 sieht {{§|45|stgb|juris}} StGB nur noch den Verlust der Amtsfähigkeit, der Wählbarkeit und des Stimmrechts für die Dauer von zwei bis zu fünf Jahren als Nebenfolge ohne Strafcharakter vor. Der Grundsatz der [[Allgemeines Wahlrecht|Allgemeinheit der Wahl]] wird nach Ansicht des [[Bundesverfassungsgericht]]s durch diese traditionelle Begrenzung des Wahlrechts nicht verletzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv036139.html BVerfG, Beschluss vom 23. Oktober 1973 - 2 BvC 3/73] Rz. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Lars Winkler: [https://akj.rewi.hu-berlin.de/zeitung/09-17/pdf/fs17-08ehrenstrafen.pdf &amp;#039;&amp;#039;Ehrenstrafen und kein Ende: Von „peinlichen“ Strafen in Vergangenheit und Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;] [[Bundesarbeitskreis kritischer Juragruppen|Arbeitskreis Kritische JuristInnen an der FU Berlin]],  der freischüßler 2009, S. 36–42.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es werden zudem auch Nebenfolgen, die sich auf die staatsbürgerliche Stellung des Verurteilten beziehen, in das [[Bundeszentralregister]] eingetragen ({{§|5|bzrg|juris}} Abs. 1 Nr. 7 BZRG).&amp;lt;ref&amp;gt; Sebastian Sobota: [http://zis-online.com/dat/artikel/2017_5_1105.pdf &amp;#039;&amp;#039;Die „Nebenfolge“: Eigenständige Rechtsfolge oder Auffangbecken des Sanktionenrechts?&amp;#039;&amp;#039;] [[Zeitschrift für Internationale Strafrechtsdogmatik|ZIS]] 2017, S. 248–256.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bekanntgabe der Verurteilung wegen einer öffentlich begangenen [[Falsche Verdächtigung|falschen Verdächtigung]] oder [[Beleidigung (Deutschland)|Beleidigung]] ({{§|165|stgb|juris}}, {{§|200|stgb|juris}} StGB, {{§|463c|stpo|juris}} StPO) sollte nach Ansicht des [[Reichsgericht]]s neben der Genugtuung für den Verletzten geeignet sein, „das durch die Hauptstrafe verhängte Leiden zu erhöhen, indem sie eine Beschämung des Schuldigen innerhalb des Kreises seiner Bekannten“ herbeiführe.&amp;lt;ref&amp;gt;RGSt (Vereinigte Strafsenate) 6, S. 180 ff. (17. April 1882).&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Bundesgerichtshof]] schloss sich dieser Ansicht an.&amp;lt;ref&amp;gt;BGHSt 10, 306.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dagegen wendet die Literatur ein, die Anprangerung des Täters sei mit den Grundsätzen eines modernen Strafrechts unvereinbar.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Ina Ebert: &amp;#039;&amp;#039;Pönale Elemente im deutschen Privatrecht. Von der Renaissance der Privatstrafe im deutschen Recht.&amp;#039;&amp;#039; Mohr Siebeck, 2004, S. 224 ff. [https://books.google.de/books?id=FIDHcLhMt5cC&amp;amp;pg=PA227&amp;amp;lpg=PA227&amp;amp;dq=Bekanntgabe+der+Verurteilung+%C2%A7%C2%A7+165,+200+StGB+nebenfolge+genugtuung&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=ndrDjrEIGq&amp;amp;sig=ACfU3U1BF_-jDcODb74nR6tCC7sxcxJOzg&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwiPn6y4-u7xAhV2_rsIHS65DRkQ6AEwCHoECBwQAw#v=onepage&amp;amp;q=Bekanntgabe%20der%20Verurteilung%20%C2%A7%C2%A7%20165%2C%20200%20StGB%20nebenfolge%20genugtuung&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;google.books.&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bekanntgabe sei daher nicht Nebenstrafe, sondern Nebenfolge der Haupttat. Dafür spreche auch {{§|6|jgg|juris}} Abs. 1 Satz 2 [[Jugendgerichtsgesetz (Deutschland)|JGG]], der die Bekanntgabe der Verurteilung gleichrangig mit anderen, in {{§|45|stgb|juris}} StGB erwähnten Nebenfolgen benenne und bei Anwendung von Jugendstrafrecht ausschließe.&amp;lt;ref&amp;gt;Ruß, LK Bd. 6, 2009, §§ 146–210, § 165 Rz.1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anglo-amerikanisches Recht ===&lt;br /&gt;
Der Zwang zum öffentlichen Tragen von (auffälliger) Sträflingskleidung sowie die in vielen Ländern übliche öffentliche Vorführung von [[Gefangener|Gefangenen]] in [[Fesselung (physisch)|Fesseln]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Handschellen]] oder [[Fußfesseln]] beim [[Perp walk]]) kann die faktische Wirkung einer Ehrenstrafe aufweisen. Die vorgenannten Aspekte werden von betroffenen Personen in der Regel auch ohne öffentliche Vorführung als Ehrenkränkung angesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Theorie des reintegrativen Beschämens]] des australischen Kriminologen [[John Braithwaite (Kriminologe)|John Braithwaite]] soll eine öffentliche Bestrafung wirksamer auf den Verurteilten einwirken als die Nichtöffentlichkeit des modernen Strafvollzugs.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Kubiciel: [https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/ehrenstrafen-usa-deutschland-pranger-shame-sanctions/ &amp;#039;&amp;#039;Am Pranger: Amerikanische Ehrenstrafen und deutsche Wiedergänger&amp;#039;&amp;#039;] [[Legal Tribune Online]], 27. November 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er-Jahren werden nach den Strafzumessungsrichtlinien (&amp;#039;&amp;#039;Federal Sentencing Guidelines&amp;#039;&amp;#039;) in den [[USA|Vereinigten Staaten]] als Alternative zum klassischen Strafvollzug wegen dessen notorischer Überfüllung sog. „Shaming Sanctions“ oder „Creative Sentencing“ verhängt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Anne-Catherine Simon: [https://www.diepresse.com/728499/das-elfte-gebot-muss-heissen-scham-dich &amp;#039;&amp;#039;Das elfte Gebot muss heißen: Schäm dich!&amp;#039;&amp;#039;] [[Die Presse]], 31. Januar 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verurteilte werden – teils wahlweise, teils als unmittelbare Bestrafung – z.&amp;amp;nbsp;B. zum Prangerstehen an öffentlichen Orten mit Schildern verurteilt, auf denen ihre Taten, mitunter abwertend kommentiert, verzeichnet sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Reymer Klüver: [https://www.sueddeutsche.de/panorama/strenge-us-richter-schandlaufen-vorm-supermarkt-1.856962 &amp;#039;&amp;#039;Strenge US-Richter: Schandlaufen vorm Supermarkt&amp;#039;&amp;#039;] [[Süddeutsche Zeitung]], 9. Dezember 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt; Andere wurden verurteilt, in Zeitungsanzeigen oder Fernsehspots ihr Fehlverhalten publik zu machen und sich öffentlich dafür zu entschuldigen. Wieder andere wurden gezwungen, sich Handlungen oder Umständen auszusetzen, die nach Ansicht der urteilenden Richter denen äquivalent waren, welche die Verurteilten ihren Opfern zumuteten. Die Wirkung dieser „kreativen Bestrafung“ ist selbst in den USA umstritten und dürfte in Europa als Verstoß gegen das Verbot unmenschlicher oder erniedrigender Strafe aus {{Art.|3|MRK|dejure}} [[Europäische Menschenrechtskonvention|EMRK]] unzulässig sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Christina Lissetz: [https://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/content/titleinfo/5856624/full.pdf &amp;#039;&amp;#039;Rechtmäßigkeit von „Shaming Sanctions“ in österreichischen Strafurteilen im Zusammenhang mit Art. 3 EMRK&amp;#039;&amp;#039;] Diplomarbeit, [[Karl-Franzens-Universität Graz]], 2021, S. 70.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Deutscher Juristentag|Deutsche Juristentag]] hat 2018 entsprechende Reformvorschläge zur Strafzumessung in Deutschland abgelehnt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Kai Ambos (Hrsg.): [https://univerlag.uni-goettingen.de/bitstream/handle/3/isbn-978-3-86395-461-1/GSK38_ambos.pdf?sequence=1&amp;amp; &amp;#039;&amp;#039;Strafzumessung. Angloamerikanische und deutsche Einblicke/Sentencing. Anglo-American and German Insights.&amp;#039;&amp;#039;] y Göttingen University Press 2020, S. 15 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Rudolf Quanter: &amp;#039;&amp;#039;Die Schand- und Ehrenstrafen in der deutschen Rechtspflege.&amp;#039;&amp;#039; Dresden 1900.&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Merzbacher]]: &amp;#039;&amp;#039;Die mittelalterliche Ehrenstrafe des Hundetragens.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft|ZStW]].&amp;#039;&amp;#039; 1952, S. 306–314.&lt;br /&gt;
* [[Michael Kubiciel]]: &amp;#039;&amp;#039;Shame Sanctions – Ehrenstrafen im Lichte der Straftheorie&amp;#039;&amp;#039;. ZStW 2006, S. 44–75, {{ISSN|0084-5310}}.&lt;br /&gt;
* Sebastian Knott: &amp;#039;&amp;#039;Bei der Ehre gepackt! Die Ehrenstrafe in Bayern seit 1700.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Pustet, Regensburg 2006, ISBN 978-3791720173 ([http://library.mpib-berlin.mpg.de/toc/z2008_585.pdf &amp;#039;&amp;#039;Inhaltsverzeichnis&amp;#039;&amp;#039;]).&lt;br /&gt;
* Christoph Weinrich: &amp;#039;&amp;#039;Statusmindernde Nebenfolgen als Ehrenstrafen im Sanktionensystem des StGB.&amp;#039;&amp;#039; Nomos-Verlag, 2009, ISBN 978-3-8329-4236-6.&lt;br /&gt;
* Marc Jüngel: &amp;#039;&amp;#039;Shame Sanctions - Wiedergeburt der Schandstrafe? Generalpräventive Publizität und materieller Strafbegriff&amp;#039;&amp;#039;. banana wissensverlag, 2011. ISBN  978-3981346114. [https://www.gbv.de/dms/spk/sbb/recht/toc/667490531.pdf &amp;#039;&amp;#039;Inhaltsverzeichnis.&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* Nikolas Smirra: &amp;#039;&amp;#039;Der Zweck der Ehrenstrafe: Historische Entwicklung bis zum RStGB.&amp;#039;&amp;#039; 2013, ISBN 9783656525660.&lt;br /&gt;
* Mareike Fröhling: &amp;#039;&amp;#039;Der moderne Pranger. Von den Ehrenstrafen des Mittelalters bis zur Prangerwirkung der medialen Berichterstattung im heutigen Strafverfahren.&amp;#039;&amp;#039; Tectum Verlag, Marburg 2014, ISBN 978-3-8288-3380-7. Zugleich Dissertation an der Christian-Albrechts-Universität, Kiel 2013 ([https://media.hugendubel.de/shop/coverscans/227/22745091_IVERZ.pdf &amp;#039;&amp;#039;Inhaltsverzeichnis&amp;#039;&amp;#039;]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [[Bayerische Staatsbibliothek]]: [https://amira.digitale-sammlungen.de/mappen/mappe.php?id=17 &amp;#039;&amp;#039;Die rechtsarchäologische Sammlung Karls von Amira (1848-1930).&amp;#039;&amp;#039;] Mappe 17: „Strafen, Ausstäupen, Tonnenstrafe (Ehrenstrafe, Pranger, Leiterstrafe, Eselsstrafe, Strafarbeit).“&lt;br /&gt;
* Carolin Höfinghoff: [https://www.uni-due.de/members/ralf-peter-fuchs/dermordfalllackum/rechtundstrafeinderfnz.html &amp;#039;&amp;#039;Recht und Strafe in der Frühen Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039;] Universität Duisburg-Essen, abgerufen am 18. Juli 2021.&lt;br /&gt;
* Jörg Wettlaufer: [https://silo.tips/download/schand-und-ehrenstrafen-des-sptmittelalters-und-der-frhneuzeit-erforschung-der-s &amp;#039;&amp;#039;Schand- und Ehrenstrafen des Spätmittelalters und der Frühneuzeit – Erforschung der Strafformen und Strafzwecke anhand von DRW-Belegen.&amp;#039;&amp;#039;] [[Deutsches Rechtswörterbuch|DRW]], 2010.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4336007-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrenstrafe| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strafrechtsgeschichte des Mittelalters]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strafrechtsgeschichte der Frühen Neuzeit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pönologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Torte825</name></author>
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