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	<title>Ehrbarkeit - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ehrbarkeit&amp;diff=28595&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Zeniatta: /* Württembergische Ehrbarkeit */ Link Schlacht bei Böblingen modifiziert</title>
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		<updated>2024-09-29T09:05:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Württembergische Ehrbarkeit: &lt;/span&gt; Link Schlacht bei Böblingen modifiziert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt die historische Gesellschaftsschicht. Zum Kleidungsstück siehe [[Handwerkerehre#Die Ehrbarkeit]].}}&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ehrbarkeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet eine [[Gesellschaftsschicht]], die sich im ausgehenden [[Mittelalter]] und der [[Frühe Neuzeit|frühen Neuzeit]] herausbildete.&amp;lt;!--Wo? Protestantismus als Voraussetzung?(siehe Birkenmaier)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stellte die städtische [[Soziale Schicht|Oberschicht]] dar, die sich durch berufsständische ([[Patrizier]], Großkaufleute und [[Wissenschaftler|Gelehrte]]), besitzständische (Reichtum) und geburtsständische ([[Adel]]) Kriterien von den anderen sozialen Schichten abhob.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hamm, S.&amp;amp;nbsp;17&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu unterscheiden ist zwischen einer Ehrbarkeit der Familien und einer individuellen Ehrbarkeit, die durch Bildung, wirtschaftliche oder andere Verdienste erworben wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Ausburger]] (Pfahlburger), [[Ministeriale]] und selbst [[Freibauer (Mittelalter)|freie Bauern]] konnten ursprünglich zur Ehrbarkeit aufsteigen. Faktoren für die Erreichung der Ehrbarkeit waren der Grad des Reichtums, die [[Stiftung]]s&amp;lt;nowiki /&amp;gt;freudigkeit gegenüber der Stadt, Verdienste um die Stadt, die Bekleidung eines bzw. die Berufung in ein [[Ehrenamt]], kaiserliche [[Wappen]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;verleihung etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hamm, S.&amp;amp;nbsp;14&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch während Sprösslinge aus Patrizier- und Adelsgeschlechtern automatisch in die Ehrbarkeit hineingeboren wurden, herrschte unter den Söhnen von Bürgern, welche die individuelle Ehrbarkeit erlangt hatten, ein harter Konkurrenzkampf, durch Bildung, Beziehungen oder wirtschaftliche Leistung in diesen elitären Kreis zu gelangen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Birkenmaier&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Werner Birkenmaier |url=http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.mentalitaet-der-wuerttemberger-die-schwaebische-ehrbarkeit-page1.46062bea-1ae5-46e2-8015-302849383ff8.html |titel=Mentalität der Württemberger |titelerg=Die schwäbische Ehrbarkeit |hrsg=[[Stuttgarter Zeitung]] |datum=2016-03-17 |zugriff=2017-09-03 |seiten=1 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Und auch unter den Ehrbaren gab es Hierarchien. So waren nicht alle ehrbaren Bürger [[Ratsherr|ratsfähig]].&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hamm, S.&amp;amp;nbsp;13&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!--hier fehlt z.B. noch: wer vergibt das Label: Kaiser? lokaler Fürst?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Nur als ein sehr oberflächlich informierter Versuch, diese spezielle Ausprägung zu beleuchten, bitte gerne erweitern oder ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Württembergische Ehrbarkeit ==&lt;br /&gt;
In [[Württemberg]] bestand die Ehrbarkeit um 1500 aus rund 60 miteinander versippten Bürgerfamilien, von denen etwa die Hälfte adelsgleich war. Macht und Reichtum hatten sie erlangt durch [[Grundeigentum|Grundbesitz]], [[Weinbau]] und [[Weinhandel]]. Sie genossen [[Privileg]]ien wie Befreiung bzw. Reduzierung von Steuern und Lasten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Stadtgericht, neben dem Rat eine der beiden [[Zweikammersystem|Kammern]] des [[Magistrat (Deutschland)|Magistrats]] in den [[Altwürttemberg|altwürttembergischen]] Amtsstädten,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Manfred Hettling]] |Titel=Reform ohne Revolution. Bürgertum, Bürokratie und kommunale Selbstverwaltung in Württemberg von 1800 bis 1850 |Auflage=1. Auflage |Verlag=[[Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht]] |Ort=Göttingen |Datum=1990 |Reihe=Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft |BandReihe=086 |ISBN=978-3-525-35749-1 |Seiten=32}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bildete den Eingang zur Ehrbarkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grube&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Walter Grube]] |Titel=Stadt und Amt in Altwürttemberg |Sammelwerk=Stadt und Umland. Protokoll der X. Arbeitstagung des Arbeitskreises für Südwestdeutsche Stadtgeschichtsforschung, Calw 12. – 14. November 1971 |Verlag=[[Kohlhammer Verlag]] |Ort=Stuttgart |Datum=1974 |Reihe=Veröffentlichungen der [[Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg|Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg]]. Reihe B, Forschungen |BandReihe=82 |ISBN=3-17-002038-2 |Seiten=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Wer einen Sitz im amtsstädtischen Magistrat erlangen wollte, musste einerseits über das entsprechende familiäre Geflecht verfügen sowie andererseits situiert genug sein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gabriele Haug-Moritz]] |Titel=Die württembergische Ehrbarkeit. Annäherungen an eine bürgerliche Machtelite der Frühen Neuzeit |Verlag=Jan Thorbecke Verlag |Ort=Ostfildern |Datum=2009 |Reihe=Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte |BandReihe=13 |ISBN=978-3-7995-5513-5 |Seiten=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Amt (historisches Verwaltungsgebiet)|Ämter]] als [[Verwaltungsbezirk]]e wurden in der Regel aus einer Stadt, der Amtsstadt und den umliegenden [[Dorf|Ortschaften]] strukturiert. Zwölf wohlhabende, der Oberschicht zugehörige Männer bildeten das amtsstädtische Gericht. Als sogenannte Gerichtsverwandte oder Richter übten sie die [[Blutgerichtsbarkeit|Hochgerichtsbarkeit]] im gesamten Amt aus, waren als [[Appellationsgericht]] für die dem Amt eingegliederten Dorfgerichte zuständig und bildeten die Stadtregierung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grube&amp;quot; /&amp;gt; Das anfänglich durch einen herzoglichen Vogt, später [[Amtmann]], nachfolgend [[Oberamtmann]] geleitete und beaufsichtigte Stadtgericht verfügte nach vorgegebenem Rahmen in [[Polizeiordnung|Polizei]]- sowie [[Kommunalverwaltung|Verwaltung]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;sangelegenheiten durchaus über [[legislative]] Befugnisse.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Rudolf Seigel]] |Titel=Gericht und Rat in Tübingen. Von den Anfängen bis zur Einführung der Gemeindeverfassung, 1818–1822 |Verlag=Kohlhammer Verlag |Ort=Stuttgart |Datum=1960 |Reihe=Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Reihe B, Forschungen |BandReihe=13 |OCLC=264399080 |Seiten=120}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die überregionale Bedeutung der Ehrbarkeit in den Amtsstädten lag darin, dass es in Altwürttemberg bis zur Mitte des [[17. Jahrhundert]]s nahezu ein [[Privileg]] der Stadtmagistrate war, die [[Württembergische Landstände|Landschaftsdeputierten]] der Ämter zu [[Wahlrecht|küren]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Rudolf Seigel |Titel=Gericht und Rat in Tübingen. Von den Anfängen bis zur Einführung der Gemeindeverfassung, 1818–1822 |Verlag=Kohlhammer Verlag |Ort=Stuttgart |Datum=1960 |Reihe=Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Reihe B, Forschungen |BandReihe=13 |OCLC=264399080 |Seiten=134}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;[[Ehre|Ehrbar]]&amp;#039;&amp;#039; als [[Adelsprädikat|Titulierung]] verlor zu Anfang des [[15. Jahrhundert]]s seine Wertigkeit und wurde seit dieser Zeit den Familien, aber auch Söhne der Gerichts- und [[Ratsherr|Ratsverwandten]] als [[Nichtakademischer Titel|Prädikat]] beigelegt. Unter der Ehrbarkeit wurde zu Anfang des 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts also die politische Führungsschicht in den Städten verstanden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Rudolf Seigel |Titel=Gericht und Rat in Tübingen. Von den Anfängen bis zur Einführung der Gemeindeverfassung, 1818–1822 |Verlag=Kohlhammer Verlag |Ort=Stuttgart |Datum=1960 |Reihe=Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Reihe B, Forschungen |BandReihe=13 |OCLC=264399080 |Seiten=47}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im ausgehenden 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert verdrängte die Ehrbarkeit den Adel aus der Bezirksverwaltung bis auf das dem Adel vorbehaltene, militärische Amt des Obervogts.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Mertens: &amp;#039;&amp;#039;Württemberg&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Territorien im Alten Reich&amp;#039;&amp;#039; (= [[Handbuch der baden-württembergischen Geschichte]], Band&amp;amp;nbsp;2). Klett-Cotta, Stuttgart 1995, S.&amp;amp;nbsp;1–163, hier S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Württemberg war um 1500 „im Sog [[Habsburg]]s“ ([[Dieter Mertens (Historiker)|Dieter Mertens]]);&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Mertens: &amp;#039;&amp;#039;Württemberg&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Territorien im Alten Reich&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der baden-württembergischen Geschichte&amp;#039;&amp;#039;, Band&amp;amp;nbsp;2). Klett-Cotta, Stuttgart 1995, S.&amp;amp;nbsp;1–163, hier S.&amp;amp;nbsp;56 (Kapitelüberschrift).&amp;lt;/ref&amp;gt; Herzog [[Ulrich (Württemberg)|Ulrich]] versuchte daraus auszubrechen. Da der [[Schwäbischer Bund|Schwäbische Bund]] ein Instrument der habsburgischen Interessenvertretung war, suchte Ulrich sich der Einbindung in dieses [[Militärbündnis]] zu entziehen. Kaiser [[Maximilian I. (HRR)|Maximilian I.]] stärkte 1514 durch den [[Tübinger Vertrag]] die [[Landstände]] gegen den Herzog. Dieser „kam zu der Überzeugung, dass er sich der Führungsschicht der Ehrbarkeit entledigen müsse,“ um eine von Habsburg unabhängige Politik betreiben zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Mertens: &amp;#039;&amp;#039;Württemberg&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Territorien im Alten Reich&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der baden-württembergischen Geschichte&amp;#039;&amp;#039;, Band&amp;amp;nbsp;2). Klett-Cotta, Stuttgart 1995, S.&amp;amp;nbsp;1–163, hier S.&amp;amp;nbsp;73.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere prominente Personen der Ehrbarkeit ließ er nach Hochverratsprozessen und unter Folter erpressten Geständnissen hinrichten. Als Ulrich 1519 die [[Freie und Reichsstädte|Reichsstadt]] [[Reutlingen]] eroberte und daraufhin vom [[Schwäbischer Bund|Schwäbischen Bund]] besiegt und vertrieben wurde, kam Württemberg unter habsburgische Verwaltung. Diese stützte sich seit 1520 auf die durch Ulrich entmachtete Ehrbarkeit, die Habsburg gegenüber loyal und zugleich in Politik und Verwaltung erfahren war. Nach dem [[Deutscher Bauernkrieg|Bauernkrieg]] ([[Schlacht bei Böblingen]], 12.&amp;amp;nbsp;Mai 1525) wurde der siegreiche Feldherr des Schwäbischen Bundes, Truchsess [[Georg von Waldburg-Zeil (1488–1531)|Georg von Waldburg]], neuer Statthalter Habsburgs in Württemberg. Ihn und weniger den Erzherzog Ferdinand betrachtete die Ehrbarkeit als ihren Beschützer gegen Herzog Ulrich und seine Anhänger im Lande.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Mertens: &amp;#039;&amp;#039;Württemberg&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Territorien im Alten Reich&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der baden-württembergischen Geschichte&amp;#039;&amp;#039;, Band&amp;amp;nbsp;2). Klett-Cotta, Stuttgart 1995, S.&amp;amp;nbsp;1–163, hier S.&amp;amp;nbsp;79.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die württembergische Ehrbarkeit besaß eine besondere Qualität, da der Adel im [[Herzogtum Württemberg]] durch die Hinwendung zum [[Protestantismus]] von Herzog Ulrich anno 1534 praktisch verschwand, da die ehemals landsässigen Adelsgeschlechter weitgehend katholisch geblieben waren, sich dem Kaiser direkt unterstellt hatten und sich als [[Reichsritter]] nicht mehr dem württembergischen Herzog verpflichtet sahen. An seine Stelle traten die in der württembergischen »Landschaft« (Landtag) vertretenen Angehörigen des Stadtbürgertums und der protestantischen [[Klerus|Geistlichkeit]]. Die Ehrbarkeit stand in Divergenz zur absolutistischen Machtentfaltung der württembergischen Herzöge. Sie soll sogar selbst einen »zweiten [[Absolutismus]]« geschaffen haben, der neben dem des [[Landesherr]]n anstand.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Rudolf Seigel |Titel=Gericht und Rat in Tübingen. Von den Anfängen bis zur Einführung der Gemeindeverfassung, 1818–1822 |Verlag=Kohlhammer Verlag |Ort=Stuttgart |Datum=1960 |Reihe=Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Reihe B, Forschungen |BandReihe=13 |OCLC=264399080 |Seiten=48}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1538 an bestand die Landschaft nur mehr aus evangelischen Mitgliedern. Auf 70 bis 80 Landtagssitze belief sich die Größe der Landschaft in Altwürttemberg vom [[16. Jahrhundert|16.]] bis [[18. Jahrhundert]]. Mehr als 60 dieser Landtagsmandate befanden sich fest in städtischer Hand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brandt&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Hartwig Brandt]] |Titel=Parlamentarismus in Württemberg, 1819–1870. Anatomie eines deutschen Landtags |Verlag=[[Droste Verlag]] |Ort=Düsseldorf |Datum=1987 |ISBN=3-7700-5142-4 |Seiten=20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem sich die Mehrheit der katholischen [[Priester]] geweigert hatte zu konvertieren und das Land verlassen hatte, war es nicht mehr möglich, alle [[Pfarrei|Pfarrstellen]] zu besetzen. Daher wurde in Württemberg ein [[Bildungssystem]] ins Leben gerufen, das auf den drei Stufen [[Lateinschule]] – [[Klosterschule]] – [[Evangelisches Stift Tübingen]] basierte und für den Nachwuchs [[Evangelisch-lutherische Kirchen|evangelisch-lutherischer]] Geistlicher sorgte. Das bestandene [[Landexamen]], das jeder württembergische [[Absolvent]] der Klosterschule ablegen durfte, berechtigte nach erfolgreichem Abschluss zur Aufnahme und Weiterbildung ins Tübinger Stift, zum Studium der evangelisch-lutherischen [[Theologie]]. Nach dem Abschluss des Theologiestudiums öffnete sich für die Theologen der Aufstieg in die »Ehrbarkeit«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch reproduzierte sich der altwürttembergische Pfarrerstand selbst. So waren die Söhne der [[Bauernstand|Bauern]] oder [[Handwerk]]er im [[18. Jahrhundert]] aus den zur Theologenausbildung gehörenden Fördersystemen im Herzogtum Württemberg exkludiert. Ein Handwerkersohn, dem es gelang, in den Genuss der staatlichen Ausbildungsförderung für die geistliche Laufbahn zu kommen, musste besonders begabt sein. Hingegen waren es die Pfarrerssöhne, die von der staatlich finanzierten Pfarrerausbildung im Herzogtum profitierten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Ulrike Gleixner]] |Titel=Pietismus und Bürgertum. Eine historische Anthropologie der Frömmigkeit.  Württemberg 17. – 19. Jahrhundert |Verlag=Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht |Ort=Göttingen |Datum=2005 |ISBN=3-525-36841-0 |Seiten=312}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem geistlichen Stand waren jedoch lediglich die [[Prälat]]en, worunter die [[Abt|Äbte]] der württembergischen [[Kloster|Klöster]] als Spitze der lutherischen Geistlichkeit im Herzogtum verstanden wurden, landtagsfähig. Die geistliche Bank der Landschaft umfasste 14 Sitze.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brandt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handwerkschirurgen, [[Barbier]]e und [[Bader]] übten ein im [[Mittelalter]] als [[Unehrlicher Beruf|unehrlich]] geltendes Handwerk aus, wodurch sie keine öffentlichen Ämter bekleiden durften.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Sabine Sander |Titel=Handwerkschirurgen. Sozialgeschichte einer verdrängten Berufsgruppe |Verlag=Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht |Ort=Göttingen |Datum=1989 |Reihe=Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft |BandReihe=83 |ISBN=3-525-35745-1 |Seiten=111}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Interessant ist die Tatsache, dass die Träger dieser Gesundheitsberufe später vielfach einen Sitz im amtsstädtischen Magistrat einnahmen und dadurch in die altwürttembergische Ehrbarkeit avancierten. Außerdem fanden sich [[Chirurgie|Chirurgen]], Barbiere sowie Bader mit ehrbaren Familien versippt oder bekleideten sogar die oberste und bedeutendste autonom durch den Magistrat besetzte städtische Charge des Amtsbürgermeisters.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Sabine Sander |Titel=Handwerkschirurgen. Sozialgeschichte einer verdrängten Berufsgruppe |Verlag=Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht |Ort=Göttingen |Datum=1989 |Reihe=Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft |BandReihe=83 |ISBN=3-525-35745-1 |Seiten=126–127}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Bedeutungen ==&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der neuzeitlichen [[Ständeordnung#Entwicklung seit dem Spätmittelalter|Ständeordnung]] erfuhr die Bezeichnung »ehrbar« eine Ausweitung, und das patrizische Stadtbürgertum bildete bald eine eigene Gesellschaftsschicht zwischen dem gemeinen [[Ständeordnung|Stand]] und dem »edlen« oder [[Adel|adligen Stand]]. Als [[Geldadel]] war sie noch im [[19. Jahrhundert]] in den Hansestädten [[Hamburg]], [[Bremen]] und [[Lübeck]] vorhanden und wurde beispielsweise 1901 in [[Thomas Mann]]s Familienroman &amp;#039;&amp;#039;[[Buddenbrooks|Buddenbrooks: Verfall einer Familie]]&amp;#039;&amp;#039; thematisiert. Grundvoraussetzung für Ehrbarkeit war die [[Freie|Freiheit]] der Familie sowie das Recht auf das Führen eines eigenen [[Wappenrecht|Wappens]]. Von ihr ist auch die »Ehrbarkeit« als allgemeine ethisch-moralische oder juristisch-politische [[Eigenschaft]] einer Person oder Personengruppe abgeleitet.&amp;lt;!--Quelle? Ist diese Eigenschaft nicht vielmehr vom allg. Ehrbegriff abgeleitet?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachlich erhalten hat sich die Eigenschaft »ehrbar« in der heute scherzhaften oder ironischen Aussage, jemand sei ein ehrbarer Bürger, wobei aber der Hintergrund des ehemaligen eigenen Standes verloren ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form von Ehrbarkeit bezieht sich auf die [[Soziale Norm|Verhaltensnormen]] innerhalb der [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaft]] oder innerhalb von [[Zunft|Zünften]], wo sie im Gegensatz zu auf der Wanderschaft befindlichen [[Geselle]]n, den [[Fremdgeschriebener|Fremdgeschriebenen]], steht. In diesem Sinne meint &amp;#039;&amp;#039;Ehrbarkeit&amp;#039;&amp;#039; eigentlich die [[Anstand|Wohlanständigkeit]]. Bei schweren Verstößen kam es in den Zünften zur Verhängung einer [[Ehrenstrafe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Öffentliche Ehrbarkeit]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;honestas publica&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet im [[Eherecht der katholischen Kirche]] ein [[Ehehindernis]], das auf einer Quasi&amp;amp;#8209;[[Schwägerschaft]] beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Otto K. Deutelmoser: &amp;#039;&amp;#039;Die Ehrbarbeit und andere württembergischen Eliten.&amp;#039;&amp;#039;Hohenheim Verlag Stuttgart, Leipzig 2010, ISBN 978-3-89850-201-6&lt;br /&gt;
* [[Gabriele Haug-Moritz]]: &amp;#039;&amp;#039;Die württembergische Ehrbarkeit. Annäherungen an eine bürgerliche Machtelite der frühen Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; Thorbecke, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-5513-5.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Berndt Hamm |Titel=Lazarus Spengler (1479–1534): der Nürnberger Ratsschreiber im Spannungsfeld von Humanismus und Reformation, Politik und Glaube |Verlag=Mohr Siebeck |Ort=Tübingen |Datum=2004 |ISBN=978-3-16-148249-6 |Seiten=8–17 |Online={{Google Buch| BuchID=zoP9ScDM0KUC | Seite=17}} }}&lt;br /&gt;
* [[Hansmartin Decker-Hauff]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Entstehung der altwürttembergischen Ehrbarkeit.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation, Wien 1946&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
 | zugriff = 2014-02-17&lt;br /&gt;
 | autor   = Gert Egle&lt;br /&gt;
 | titel   = Württemberg zur Zeit Carl Eugens (1728–1793): Fürst und Land – Der Dualismus von Herrschaft und Land in Württemberg&lt;br /&gt;
 | url     = http://www.teachsam.de/geschichte/ges_deu_1648-1790/wuert_carl_eugen/ges_wuertt_carl_eugen_7.htm&lt;br /&gt;
 | werk    = teachSam Bildungsserver&lt;br /&gt;
 | hrsg    = Eigene Webseite&lt;br /&gt;
 | datum   = 2012-07-08&lt;br /&gt;
 |kommentar= &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Ehrbarkeit}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bürgertum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesellschaftliche Schicht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialgeschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Zeniatta</name></author>
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