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	<title>Eduard Tigges - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T05:18:00Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Eduard_Tigges&amp;diff=2004962&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Carolus requiescat: Kategorie präzisiert</title>
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		<updated>2024-05-14T18:42:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kategorie präzisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Eduard Tigges&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[13. Januar]] [[1874]] in Sachsenberg bei [[Schwerin]]; † [[27. Juni]] [[1945]] in [[Wuppertal]]-[[Barmen]]) war von 1922 bis 1933 Präsident des [[Kammergericht]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eduard Tigges war der Sohn von Wilhelm Tigges, eines Arztes an der Anstalt Sachsenberg, und späteren Geheimen Medizinalrats in [[Düsseldorf]], und seiner Frau Louise, geborene Schramm zu Sachsenberg, und hatte dementsprechend die Gymnasien in [[Schwerin]] und Düsseldorf besucht. Nach kürzeren Aufenthalten an den Universitäten [[Marburg]], [[Straßburg]] und [[Heidelberg]] blieb er drei Semester in Bonn. Seine Staatsprüfungen legte er in Düsseldorf ab, hier war er auch ab 1900 am Amtsgericht tätig, nachdem er 1895 in [[Göttingen]] mit einer Dissertation über den &amp;quot;Concursus duarum causarum lucrativarum&amp;quot; promoviert hatte. Im Jahre 1905 wurde er Landrichter. Aus seiner Düsseldorfer Heimat wurde er 1911 für zehn Jahre als vortragender Rat in das Justizministerium versetzt, wo er 1915 Geheimer Justizrat wurde. Im Jahre 1921 kehrte er als Präsident des [[Oberlandesgericht Düsseldorf|Oberlandesgerichts]] nach Düsseldorf zurück, doch schon am 5. August 1922 wurde er abermals nach Berlin berufen, diesmal als Präsident des [[Kammergericht]]s. Bis zur [[Machtergreifung]] der Nationalsozialisten war Eduard Tigges gemeinsam mit dem Staatssekretär des Reichsjustizministeriums [[Curt Joël]] treibende Kraft der Weimarer Reform zum Ehegüterrecht und Anhänger der Zugewinngemeinschaft. Ein Rechtsreformmodell, das insbesondere von der damaligen deutschen Frauenbewegung und den ersten deutschen Juristinnen favorisiert wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Oda Cordes: &amp;#039;&amp;#039;Marie Munk (1885–1978) Leben und Werk&amp;#039;&amp;#039;. Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2015, S. 198–199, 200–212&amp;lt;/ref&amp;gt; In den elf Jahren seiner Amtsführung bestätigte das Kammergericht erneut seinen alten, unantastbaren Ruf als unabhängiger Gerichtshof. Tigges setzte sich als Kammergerichtspräsident für die Berufung einer der ersten deutschen Juristinnen, [[Marie Munk]], als erste Richterin in [[Berlin]] ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Oda Cordes: &amp;#039;&amp;#039;Marie Munk (1885–1978) Leben und Werk&amp;#039;&amp;#039;. Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2015, S. 114–116, 925–926&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mensch hochgeachtet, als Visitator der ihm unterstellten Gerichte gefürchtet, war Eduard Tigges nicht der Mann nach dem Geschmack der neuen Machthaber: im Juni 1933 wurde er zwangsweise in den Ruhestand versetzt. Er blieb in Berlin, bis Bomben sein Heim im Grunewald zerstörten. Dann fand er Aufnahme bei Angehörigen in Barmen, wo er bald darauf starb. Er ist in dem Düsseldorfer Erbbegräbnis der Familie beigesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Frdl. Auskunft des Universitätsarchivs Göttingen (Prof. v. Seile); Robert Volz: &amp;#039;&amp;#039;[[Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft]]. Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild.&amp;#039;&amp;#039; Band 2: &amp;#039;&amp;#039;L–Z.&amp;#039;&amp;#039; Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1931, {{DNB|453960294}}, Sp. 1911 (mit Bildnis aus jüngeren Jahren); Familiennachrichten&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ernennung zum Präsidenten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem noch erhaltenen handschriftlichen Begleitschreiben des Preußischen Justizministers [[Hugo am Zehnhoff|am Zehnhoff]] heißt es unter dem 5. August 1922:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Sehr verehrter Herr Chefpräsident!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner heutigen Sitzung hat das Preußische Staatsministerium Ihre Ernennung zum höchsten richterlichen Beamten des Landes beschlossen. Indem ich Ihnen zu dieser Ehrung gratuliere, danke ich Ihnen gleichzeitig herzlich dafür, daß Sie sich auf meine dringende Bitte unter Hintansetzung Ihrer persönlichen Interessen entschlossen haben, den liebgewonnenen Posten in Düsseldorf zu verlassen und an das Kammergericht überzusiedeln. Nach meiner Überzeugung werden Sie dem Vaterlande hier noch mehr nützen können als in Düsseldorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In vorzüglicher Hochachtung mit bestem Gruß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr ergebenster am Zehnhoff.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Absetzung durch die Nationalsozialisten ==&lt;br /&gt;
Der Kammergerichtspräsident Eduard Tigges hatte sich bei den Rechtsradikalen missliebig gemacht, weil der große Disziplinarsenat des Gerichts unter seinem Vorsitz zwei zur Rechten gehörigen Richter Hoffmann und Kölling (zu den Hintergründen: &amp;#039;&amp;#039;[[Magdeburger Justizskandal]]&amp;#039;&amp;#039;) dienststrafrechtlich verurteilt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Das Urteil, das Kammergerichtspräsident Tigges mit klassischer Klarheit und knapper Vollständigkeit begründete, verbindet rücksichtslose Entschiedenheit und Deutlichkeit in der Sache selbst mit Menschlichkeit und Milde gegen die angeschuldigten Personen (...) Niemand, der der feierlichen Urteilsverkündung in dem großen Plenarsaal des Kammergerichts gefolgt ist, wird die Minuten sobald vergessen. Es waren nicht nur menschliche Schicksale, die sich hier vollendeten, es war auch ein Werk der Selbstreinigung der Justiz.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Auszug aus der &amp;#039;&amp;#039;Vossischen Zeitung&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die SA drang mit Gewalt ins Kammergericht ein, um jüdische Richter und Anwälte herauszuholen. Die Polizei blieb untätig. Einige drangen in die dort gelegene Dienstwohnung ein. Andere versuchten, auf der Kuppel des Gerichts die [[Hakenkreuzfahne]] zu hissen. Ohne Erfolg, da der Präsident rechtzeitig die Schlüssel zum Aufgang an sich genommen hatte. Der neu ernannte Justizminister [[Hanns Kerrl|Kerrl]], zuvor Justizbeamter des mittleren Dienstes, war angeblich nicht erreichbar. Spontan fuhr der Präsident zum Ministerium, um das Eingreifen des verantwortlichen Mannes zu erzwingen. Dieser verweigerte ihm das Gespräch, indem er sich nicht blicken ließ. Darauf trat der Kammergerichtspräsident unter Protest von seinem Amt zurück, einmalig in der Geschichte der preußischen Justiz! Wochenlang suchten die Machthaber ohne Erfolg nach belastendem Material. Dann wurde er „mit dem Dank des Vaterlandes“ binnen 24 Stunden in den Ruhestand versetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Tigges: &amp;#039;&amp;#039;Erinnerung eines Studenten an die Machtergreifung 1933&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Oda Cordes: &amp;#039;&amp;#039;Marie Munk (1885–1978) Leben und Werk&amp;#039;&amp;#039;, Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2015, S. 114–116, 198–212, 925–926.&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Wassermann]]: &amp;#039;&amp;#039;„Kammergericht soll bleiben“. Ein Gang durch die Geschichte des berühmtesten deutschen Gerichts (1468–1945)&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 2004, S. 88–90.&lt;br /&gt;
* Erik Amburger: &amp;#039;&amp;#039;Das Kammergericht und seine Präsidenten&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1955, S. 54–55.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Präsidenten des Oberlandesgerichtes Düsseldorf}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=133789233|VIAF=11045783}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Tigges, Eduard}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Präsident des Kammergerichts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Richter (Oberlandesgericht Düsseldorf)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Richter (Kammergericht)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1874]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1945]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Präsident des Oberlandesgerichts Düsseldorf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Tigges, Eduard&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Jurist, Präsident des Kammergerichtes (1922–1933)&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=13. Januar 1874&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=Sachsenberg bei [[Schwerin]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=27. Juni 1945&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Wuppertal]]-[[Barmen]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Carolus requiescat</name></author>
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