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	<title>Edom - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Hardenacke: /* Geografie */ + wikilink</title>
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		<updated>2026-01-29T16:12:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geografie: &lt;/span&gt; + wikilink&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der Name &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Edom&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{heS|אֱדוֹם&amp;amp;lrm;}}) bezeichnet sowohl einen [[Volksstamm|Stammesverband]], der seit der späten [[Eisenzeit]] östlich der [[Jordan]]senke siedelte, als auch das von diesem bewohnte Land selbst (vgl. [[Idumäa]]) sowie seinen Stammvater [[Esau]]. Als Parallelbezeichnung wird [[Seir]] verwendet. Zusammen mit den [[Aramäer (Volk)|Aramäern]], [[Midian]]itern, [[Israeliten]] und [[Joktan]]itern werden die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Edomiter&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zu den [[Hebräer]]n gerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
{{Infobox Hieroglyphen&lt;br /&gt;
|TITEL = Edom&lt;br /&gt;
|NAME = &amp;lt;hiero&amp;gt;M17-A2-D46-Z7-G17:D36-T14-N25&amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Jdm&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Edom&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Rainer Hannig: &amp;#039;&amp;#039;Großes Handwörterbuch Ägyptisch-Deutsch : (2800 - 950 v. Chr.)&amp;#039;&amp;#039;. von Zabern, Mainz 2006, ISBN 3-8053-1771-9, S.&amp;amp;nbsp;1122.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Der Name &amp;#039;&amp;#039;Edom&amp;#039;&amp;#039;, {{heS|אֱדוֹם&amp;amp;lrm;}} und {{he|אֱדֹם&amp;amp;lrm;|ʾᵆdōm}}, geht auf die Wurzel {{he|אדם&amp;amp;lrm;|ʾdm}} „rot sein“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Wilhelm Gesenius |Titel=Hebräisches und aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament |Auflage=18 |Verlag=Springer-Verlag |Ort=Berlin / Heidelberg |Datum=2013 |ISBN=978-3-642-25680-6 |Seiten=14}}&amp;lt;/ref&amp;gt; zurück. Ursprünglich ist wohl „rote Erde“ gemeint&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Wilhelm Gesenius |Titel=Hebräisches und aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament |Auflage=18 |Verlag=Springer-Verlag |Ort=Berlin / Heidelberg |Datum=2013 |ISBN=978-3-642-25680-6 |Seiten=13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, was vermutlich auf den markanten [[Nubischer-Sandstein-Aquifer|nubischen Sandstein]] des Gebirges östlich der [[Arava|Araba-Senke]] zurückgeht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jakob Wöhrle |url=https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/16831/ |titel=Edom / Edomiter |werk=WiBiLex |hrsg=Deutsche Bibelgesellschaft |datum=2019-04-01 |sprache=de |abruf=2022-12-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Assyrer|Assyrische]] [[Keilschrift]]-Quellen erwähnen Edom ab der Mitte des 8. Jahrhunderts v. Chr. als 𒌑𒁺𒈪 &amp;#039;&amp;#039;Udumi&amp;#039;&amp;#039; bzw. 𒌑𒁺𒈬 &amp;#039;&amp;#039;Udumu&amp;#039;&amp;#039;. Während die [[Septuaginta]] {{lang|grc|Εδωμ|Edōm}} schreibt, lautet der griechische Namen sonst {{lang|grc|Ἰδουμαῖα|Idumaîa}}.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Edom.PNG|mini|Das Königreich Edom bei seiner größten Ausdehnung (rot) und die ungefähre Ausdehnung Idumäas in der klassischen Zeit (dunkel)]]&lt;br /&gt;
In der Bibel werden Seir und Edom synonym verwendet. Dabei ist die Bezeichnung Seir früher bezeugt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Manfred Weippert |Titel=Edom und Israel |Hrsg=Gerhard Müller, Albrecht Döhnert, Hermann Speikermann, Horst Balz, James K. Cameron, Brian L. Hebbletwaite, Gerhard Krause |Sammelwerk=Theologische Realenzyklopädie |Band= |Verlag=De Gruyter |Ort=Berlin |Datum=1985 |ISBN=978-3-11-019098-4}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edom liegt im Süden der [[Levante]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Im 2. und 1. Jh. v. Chr. siedelte Seir zu beiden Seiten des [[Wadi Araba|Wādī l-‛Araba]] südlich des Wādī l-Ḥasā im Osten und dem unter ägyptischer bzw. [[Judäa|judäischer]] Herrschaft stehenden Gebiet [[Kanaan]]s im Westen. Die konkreten Grenzen unterlagen Schwankungen. Vermutlich wurden die Angehörigen Seirs ab dem Ende des 2. Jt.s von den Israeliten als „Söhne Esaus“ bezeichnet, nachdem sie sich am östlichen Bruchrand des Grabens des Wādī l-‛Araba ansiedelten. Hier ist der rote Sandstein zu finden, der Edom vermutlich den Namen gab, der in der Folgezeit zur Bezeichnung des Volkes und Staatswesens wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Archäologische Erkenntnisse geben Rückschlüsse auf die Ausdehnung des Gebietes:&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Norden: &amp;#039;&amp;#039;Wādī l-Ḥesā&amp;#039;&amp;#039; (südliches Ende des [[Totes Meer|Toten Meeres]])&lt;br /&gt;
* Süden: &amp;#039;&amp;#039;Ras en-Naqb&amp;#039;&amp;#039; (Steilabfall des [[Transjordanien|transjordanischen]] Tafellands zur Landschaft el-Ḥesmā), vermutlich bis zum [[Golf von Akaba|Golf von Aquabe]], manche Forscher vermuten eine Ausdehnung bis in den [[Hedschas|Ḥeǧāz]]&lt;br /&gt;
* Die Niederschlagsmenge lässt auf einen 10–25 km breiten Streifen der eisenzeitlichen edomitischen Siedlungen zwischen diesen Punkten schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Zweites Jahrtausend ===&lt;br /&gt;
Der [[Amarna-Briefe|Amarnabrief]] Knudtzon Nr. 288 (Z. 26) aus dem 14. Jh. v. Chr. erwähnt „Länder von Šēru (Seir)“, die vermutlich im Süden an die ägyptische Provinz Kanaan anschlossen. Hier liegt wohl ein Hinweis auf eine interne Aufgliederung des Gebietes Seir vor. Unterstützt wird dies durch die von [[Ramses II.]] im Tempel in [[Amara West|‘Amāra West]] angebrachten großen Ortsnamenliste, die sechs territoriale Einheiten aufführt, die im &amp;#039;&amp;#039;„Š3św&amp;#039;&amp;#039;-Land“, also dem Nomadengebiet zwischen Ägypten und Kanaan, lokalisiert werden. Bereits ältere Inschriften verwenden dieselbe Vorlage wie Ramses, hier ist Seir zu ergänzen. Damit finden sich indirekte Belege für Sair mindestens in der 1. Hälfte des 14. Jh.s. Zweimal erhält Ramses II. den Titel „der das Gebirge (von) Seir (&amp;#039;&amp;#039;ḏw Ś‛r&amp;#039;&amp;#039;) geplündert hat“. Auch [[Papyrus Harris I]] berichtet von einem Feldzug nach Seir. Entscheidend für das Interesse der Ägypter am Gebiet Seirs war das Kupfer, das sie im Wādī l-‛Araba in großem Stil förderten und verhütteten. Dafür kooperierten sie mit den Einheimischen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;[[Ernst Axel Knauf]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte Israels und Judas im Altertum.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin 2021, ISBN 978-3-11-014543-4, S. 71.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Edom erscheint erstmals 1216 v. Chr. im Papyrus Anastasi VI 51–61 in Verbindung mit &amp;#039;&amp;#039;Š3św&amp;#039;&amp;#039;-Sippen oder -Stämmen „von Edom“, die mit ihren Kleinviehherden in Ägypten Aufnahme gefunden haben und an den Wasserstellen des Amūntempellandes von &amp;#039;&amp;#039;Ikw&amp;#039;&amp;#039; ([[Sukkot (Ägypten)|Sukkot]]) im [[Wadi Tumilat|Wādī Ṭumīlāt]] zugelassen werden. Da es sich um einen Musterbrief handelt, wird deutlich, dass Name und Vorgang als bekannt empfunden wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Edomiter erscheinen hier als [[Nomaden]], vermutlich wurden sie wie ihre Nachbarvölker im 12./11. Jh. sesshaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erstes Jahrtausend ===&lt;br /&gt;
Obwohl {{B|Dtn|2|12|EU}} behauptet, die Edomiter hätten bei ihrer Ansiedlung die horitischen Bewohner Seirs ausgerottet, widerspricht dem die horitische [[Genealogie]] in {{B|Gen|36|4=EU}}, die reale Stammesverhältnisse widerspiegelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Archäologische Funde beweisen, dass das edomitische Gebiet um die Wende vom 13. zum 12. Jh. nach umfassender Unterbrechung erneut besiedelt wurde. Der Besiedlungshöhepunkt liegt im 8.–6. Jh. (Eisenzeit IIC).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die biblischen Erzählungen der Auseinandersetzung zwischen Edomitern und Israeliten während des Exodus sind literarische Konstruktionen, die einander widersprechen. Daher liegt als schriftliche Quelle für die Frühzeit Edoms primär die edomitische Königsliste in {{B|Gen|36|31–39|EU}} ({{B|1 Chr|1|43–51a|EU}}) vor. Diese geht auf eine alte, jedoch nicht einheitliche Tradition zurück und zählt acht Könige auf, die vor dem Königtum Israels herrschten. Zumeist werden Angaben über Residenz bzw. Herkunft gemacht. Vermutlich handelt es sich um lokale Herrscher vor der Entstehung eines edomitischen Einheitsstaats. Darauf deutet auch die Überschrift {{he|וְאֵלֶּה הַמְּלָכִים אֲשֶׁר מָלְכוּ בְּאֶרֶץ אֱדֹום&amp;amp;lrm;|wəʾēllæh hamməlāḵîm ʾᵃšær mālḵū bəʾæræṣ ʾᵆdōm}} „Und dies sind die Könige, die im Land Edom herrschten“ (nicht: „die Könige Edoms“). Nach {{B|Gen|36|31–39|EU}} teilen sich die „Söhne Esaus“ in zwei Stämme, die in einer genealogischen Fiktion von zwei Frauen Esaus abgeleitet werden, mit insgesamt neun oder zehn Tribus. Als Anhang werden drei weitere Stämme aufgeführt. Das Verhältnis der Stämmesysteme lässt sich nicht klären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine genaue Darstellung der Geschichte Edoms ist jedoch nicht möglich. Die Bedrohung der israelitischen Stämme durch transjordanische Nomaden lässt sich mit der Notiz, Hadad I. habe im Gebiet [[Moab (Staat)|Moab]] die [[Midianiter]] geschlagen, synchronisieren. Jedoch lässt sich aus diesem isolierten Geschehen keine näheren Kenntnisse über Voraussetzungen und Folgen ableiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1000 v. Chr. griff [[David]] nach der Konsolidierung seiner Herrschaft auch Edom an. Nach einer Schlacht im „Salztal“ (verm. der Nordteil des Wādī l-‛Araba) annektierte er das Gebiet. Damit wollte er vermutlich die transjordanische Handelsroute in größtmöglichem Umfang kontrollieren. Es bleibt offen, ob es sich bei Edom in der Zeit bereits um einen monarchisch verfassten Einheitsstaat handelte. Bei Hadad III. kann es sich um einen Abkömmling einer lokalen Herrscherfamilie handeln. Die Ägypter zogen ihn am Hof auf und verheirateten ihn mit einer Schwester der Königin. Dies deutet darauf hin, dass man sich von ihm Einflussmöglichkeiten in Israel und Edom erhoffte. Nach dem Tod Davids führte Hadad III. eine wohl wenig erfolgreiche Guerilla gegen die Besatzungsmacht. Dennoch gelang es [[Salomo]], den Hafen [[Ezion-Geber|Eziongeber]] am [[Rotes Meer|Roten Meer]], der unter der Verwaltung der Provinz Edom stand, für seine Handelsfahrten zu nutzen und Edom aus dem davidischen Reichsverband zu lösen. Mitte des 9. Jh.s hatte [[Joschafat (Juda)|Josaphat]] einen Statthalter in Edom und nutzte ebenfalls den edomitischen Hafen. Erst unter [[Joram (Juda)|Joram]] erlangten die Edomiter die Unabhängigkeit unter einem eigenen König. Vermutlich entstand erst jetzt der edomitische Einheitsstaat. Auch einzelne militärische Erfolge von [[Juda (Reich)|Juda]] konnten die Selbstständigkeit Edoms nicht beenden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;[[Datei:Alter Orient 0800BC.svg|mini|268x268px|Das Königreich Edom um [[800 v. Chr.]] (unterhalb von [[Juda (Reich)|Juda]] gelegen) und weitere geopolitische Kräfte- und Herrschaftszentren im [[Vorderer Orient|Vorderen Orient]]]]Zur Zeit des [[Syrisch-Ephraimitischer Krieg|syrisch-ephraimitischen Krieges]] (734–732) fiel Elat an Edom. Die politischen Veränderungen, die sich seit der Mitte des 9. Jh.s in Syrien vollzogen (Auftreten der Assyrer, Umsturz in [[Aram-Damaskus]] und [[Nordreich Israel|Israel]]) wurden nun auch in Edom spürbar. Anlässlich des Feldzugs Adadnārārīs III. gegen Damaskus (802 oder 796) zahlte Edom Tribut an [[Assyrien]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Zeit der assyrischen Vorherrschaft sind mehrere Könige Edoms namentlich bekannt, die Tribut zahlten, anstatt sich einem aussichtslosen Widerstand anzuschließen.&amp;lt;ref&amp;gt;Qausmalak unter Tiglathpileser III. (732), Ajarām unter Sanherib (701), Qausgabar, von dem ein Siegelabdruck auf Umm el-Biyāra (Petra) gefunden wurde, unter Asarhaddon und Assurbanipal (7. Jh.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese grundsätzliche Haltung änderte sich auch durch die Teilnahme an der palästinischen Koalition gegen [[Sargon II.]] nichts. Auch die Zeit unter der [[Neubabylonisches Reich|neubabylonischen]] Vorherrschaft ist davon geprägt. Dies verschaffte den Edomitern eine Zeit relativer Ruhe und Prosperität, während die meisten syrisch-palästinensischen Staaten ökonomisch und politisch ruiniert wurden. Archäologische Funde bestätigen ein Maximum der eisenzeitlichen Siedlungsdichte im 8.–6. Jh. Bozra war zu dieser Zeit die Hauptstadt Edoms. Lediglich einmal beteiligte Edom sich an Verhandlungen zu einer gegen [[Nebukadnezar II.]] gerichteten Koalition (4. Jh.). Edom beteiligte sich nicht am zweiten Aufstandsversuch [[Zedekia]]s und vermutlich auch nicht an der babylonischen [[Eroberung von Jerusalem (587/586 v. Chr.)|Eroberung Jerusalems]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der exilisch-nachexilischen Prophetie kommt die Edomiterfeindschaft auf. Sie geht auf die Besetzung des Südens des judäischen Staatsgebietes durch die Edomiter zurück. Die Einzelheiten des Vorkommens lassen sich nicht klären. [[Epigraphik|Epigraphisch]] bezeugen ihn zahlreiche edomitische Personennamen mit dem [[Theophorer Name|theophoren]] Element [[Qōs]] in [[Aramäische Sprachen|aramäischen]] [[Ostrakon|Ostraka]] der [[Persisches Reich|persischen]] Zeit aus Arad und Tell es-Seba‛ sowie in aramäischen und griechischen Inschriften der [[Hellenistische Zeit|hellenistischen Zeit]] aus [[Marissa (Israel)|Marissa]] und Ḫirbet el-Qōm. Die Herausbildung des Territoriums [[Idumäa]] mit den Zentren Ador und Marissa ist darauf zurückzuführen. Durch [[Johannes Hyrkanos I.|Johannes Hyrkan I.]] wurden die Idumäer 129 v. Chr. zwangsweise judaisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die weitere Geschichte des edomitischen Stammlandes östlich des Wādī l-‛Araba ist kaum etwas bekannt. Möglicherweise ließ [[Nabonid]] 533/52 Bozra belagern. In persischer Zeit liegen lediglich drei aramäische Ostraka des 5./4. Jh.s als sicher datierbare schriftliche Quellen vor. Diese Zeit konnte archäologisch bislang nur für Borza und Tell el-Ḫlĕfe bezeugt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich unterlag Edom in der ersten Hälfte des 5. Jh.s den Arabern, die aus der [[Syrische Wüste|Syrischen Wüste]] ins Land drängten. Zwischen 500 und 450 v. Chr. ist für den Autor des [[Maleachi]]buches die Verwüstung Edoms eine Tatsache. Die Neubesiedelung durch die arabischen [[Nabatäer]] begann vermutlich um die Mitte des 3. Jh.s v. Chr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur ==&lt;br /&gt;
Die edomitische Kultur ist wenig erforscht. Wahrscheinlich beruhte ihre Ökonomie auf Landwirtschaft und Handel. Die Lage Edoms an der transjordanischen Handelsstraße war dabei sicher von entscheidender Bedeutung. Bisherige Ausgrabungen zeigen kaum Unterschiede zwischen der Architektur Edoms und Palästinas. Die edomitische Keramik der Eisenzeit I ähnelt der transjordanischen und südpalästinischen Keramik. In der Eisenzeit II tritt ein- und mehrfarbige Bemalung und plastische Dekoration vor, später auch assyrische Einflüsse. Bei der edomitischen Schrift handelt es sich um eine Variante der nordwestsemitischen Konsonantenschrift. Bisher ist sie nur auf einigen Ostraka, Siegeln und Graffiti des 8.–6. Jh.s belegt. In dieser Periode steht sie deutlich unter aramäischem Einfluss. Die edomitische Literatur ist untergegangen. Auch im Alten Testament lassen sich keine Reste davon nachweisen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religion ==&lt;br /&gt;
Auch über die Religion der Edomiter lässt sich wenig sagen. Ihr Nationalgott hieß [[Qaus]], jünger Qōs. Ausgehend von den Personen und Stammesnamen in Gen 36 wurden daneben auch El und [[Hadad (Gott)|Hadad]]/[[Baal (Gott)|Baal]] verehrt&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;, sowie eine weibliche Gottheit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RGG&amp;quot;&amp;gt;{{RGG|2|||Edom|Walter Dietrich}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit dem 8. Jh. ist Qōs als theophores Element in edomitischen, judäischen, nabatäischen und altnordarabischen Personennamen belegt. Selbstständig erscheint der Name lediglich in einem edomitischen Graffito aus Buṣēra (7. Jh.) nabatäischen Inschriften in dem ihm geweihten Tempel von Ḫirbet et-Tannūr und in Boṣra im Hauran. Gemäß der Weihung eines Adlerreliefs in Boṣra handelte es sich bei Qōs um einen Himmelsgott. Aus den [[Epiklese]]n in Personennamen kann erschlossen werden, dass man ihm Erhabenheit, Stärke und Königtum, Güte und Erbarmen zuschrieb und ihn mit Lichterglanz und Blitz in Zusammenhang brachte. Letzteres deutet darauf hin, dass es sich ursprünglich um einen [[Wettergott]] (Hadad-Typus) handelte. Es lässt sich nicht klären, ob [[Josephus]]’ Nachricht, dass die Vorfahren des Idumäers [[Kostobaros]] Priester des {{lang|grc|Κωζε|Kōze}} (altarabischer Wettergott Quzaḥ), gewesen seien, als dessen Bogen der Regenbogen galt. Die späten Belege für Qōs gehen vermutlich auf die ungünstige Quellenlage zurück. Sein Fehlen in der [[Onomastik]] der edomitischen Frühzeit bleibt auffällig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Heiligtum in Ḥorvat Qitmit fanden sich unter anderem Fragmente zahlloser [[Anthropomorphismus|anthropomorpher]] und [[Therianthropie#Religion|theriomorpher]] [[Terrakotta]][[Statuette|figurine]]n, von einer [[Mazzebe|Massebe]], von einem [[Sphinx (ägyptisch)|Sphingen]], von Kultständern und von Teilen von (Götter-)Statuen. Vermutlich lebte die altkanaanäische Religion in Edom in regionaler Ausprägung lange fort.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem deutet eine Inschrift aus dem 13. Jahrhundert darauf hin, dass [[JHWH]] zuerst in der Region Seirs verehrt wurde. Eine genaue Verbindung zwischen den Edomitern und JHWH ist jedoch unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Literatur ==&lt;br /&gt;
Edom wird in der Literatur mehrfach als Synonym für das [[Christentum]] verwendet – so beispielsweise in [[Lion Feuchtwanger]]s [[Jud Süß (Feuchtwanger)|&amp;#039;&amp;#039;Jud Süß&amp;#039;&amp;#039;]]: „Die Bosheit der Frevler ist groß, die Tücke Edoms hebt sich mächtig auf gegen Israel.“&amp;lt;ref&amp;gt;Lion Feuchtwanger: &amp;#039;&amp;#039;Jud Süß.&amp;#039;&amp;#039; Aufbau, Berlin 2002, S. 258.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[Heinrich Heine]] nutzt den Begriff &amp;#039;&amp;#039;Edom&amp;#039;&amp;#039; in seinem Gedicht &amp;#039;&amp;#039;An Edom!&amp;#039;&amp;#039; sowie in seiner Erzählung &amp;#039;&amp;#039;[[Der Rabbi von Bacherach]]&amp;#039;&amp;#039; als Synonym für die christliche Mehrheitsgesellschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Heine: &amp;#039;&amp;#039;Sämtliche Schriften.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben von Klaus Briegleb, Band 1, München 1975, S. 271.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem Gedichtband &amp;#039;&amp;#039;Was noch blieb von Edom&amp;#039;&amp;#039; benutzt der rumäniendeutsche Dichter [[Horst Samson]] den Begriff &amp;#039;&amp;#039;Edom&amp;#039;&amp;#039; im Sinne von Staat, Vaterland, Land der Väter, in dem die Diktatur wütet, alles zerstört und die Menschen zur Flucht treibt, was zur feinsinnigen poetischen und metaphorischen Überhöhung Edoms als „innere Heimat“ führt, die Emigranten und Flüchtlinge als wichtiges virtuelles Gepäck für ewig mit sich schleppen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Was noch blieb von Edom.&amp;#039;&amp;#039; Nosmas Verlag, Neuberg 1994.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Schasu]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Pierre Bordreuil: &amp;#039;&amp;#039;Eine lange gemeinsame Geschichte mit Israel.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Welt und Umwelt der Bibel&amp;#039;&amp;#039;, Heft 7, 1. Quartal 1978, S. 22.&lt;br /&gt;
* [[Manfred Lindner (Archäologe)|Manfred Lindner]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Edomiter in Südjordanien.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Welt und Umwelt der Bibel&amp;#039;&amp;#039;, Heft 7, 1. Quartal 1978, S. 57–58.&lt;br /&gt;
* Mary L. T. Witter: &amp;#039;&amp;#039;Edom und die Edomiter.&amp;#039;&amp;#039; Bohmeier Verlag 2005, ISBN 3-89094-451-5.&lt;br /&gt;
* {{WiBiLex|16831|Edom|Autoren=Jakob Wöhrle|Abruf=2023-11-12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.glauben-und-bekennen.de/bibel/landkarten/saul-david-sued.jpg Karte von Edom]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilme: Dokumentationen ==&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=https://www.zdf.de/play/dokus/mythen-der-bibel-100/mythen-der-bibel-koenig-salomo-100?q=K%C3%B6nig+Salomo |titel=Mythen der Bibel - König Salomo (Über Ammon, Moab und Edom)  |titelerg=Dokumentation |hrsg=[[ZDFinfo]], 44 min |abruf=2026-01-27 |kommentar=[[ZDF]] 2025. Ein Film von Alex Collinge. Unter Mitwirkung von Katharine Schmidt, Zeidan Kafafi, Pierce Paul Creasman, Mohammed Najjar, Messaoud Harfouche und Taher Al-Gonmeen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4355330-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historischer Staat (Vorderasien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort in der Bibel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volk in der Bibel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Edomiter| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hardenacke</name></author>
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