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	<title>Edmund Heines - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Edmund_Heines&amp;diff=640951&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Schreiben: /* Zeit des Nationalsozialismus und Tod */ Wikilink</title>
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		<updated>2026-02-21T12:50:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Zeit des Nationalsozialismus und Tod: &lt;/span&gt; Wikilink&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bundesarchiv Bild 119-1231, Edmund Heines.jpg|mini|Edmund Heines in SA-Uniform (nach Wiederaufnahme in die NSDAP, etwa 1927)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Edmund Heines&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[21. Juli]] [[1897]] in [[München]]; † [[30. Juni]] [[1934]] in [[Justizvollzugsanstalt München|München-Stadelheim]]) war ein deutscher Politiker ([[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]]) und [[Sturmabteilung|SA]]-Führer. Er wurde während des sogenannten [[Röhm-Putsch]]es von der [[Leibstandarte SS Adolf Hitler]] erschossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Wirken ==&lt;br /&gt;
Heines wurde als außerehelicher Sohn der Dienstmagd Helene Martha Heines (1872–1944) geboren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vormundschaftsakten im [[Staatsarchiv München]]: Edmund Heines, AG München IA, VV 1904/592.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Vater war der aus einer Hamburger Kaufmannsfamilie stammende Oberleutnant [[Edmund von Parish]] (1862–1916), in dessen Dienst die Mutter als Kindermädchen stand. Der Großvater mütterlicherseits war Johann Baptist Heines, ein Mechaniker aus [[Esslingen am Neckar|Esslingen]]. Heines jüngerer Bruder war der spätere NSDAP-Aktivist Oskar Heines (1903–1934), der, wie auch die Schwester Martha, ebenfalls aus der außerehelichen Verbindung der Mutter mit von Parish stammte. Heines Halbschwester war die Kostümbildnerin [[Hermine von Parish]]&amp;lt;!-- Parish-Kostümbibliothek --&amp;gt; (1907–1998).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1907 bis 1911 besuchte Heines das [[Wittelsbacher-Gymnasium München|Wittelsbacher-Gymnasium]], dann von 1911 bis 1915 das [[Realgymnasium]]. Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] trat Heines Anfang 1915 freiwillig in die [[Bayerische Armee]] ein und diente bei der Feldartillerie an der [[Westfront (Erster Weltkrieg)|Westfront]]. Im Herbst 1915 wurde er schwer am Kopf verwundet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Deutsche Verlustlisten des Ersten Weltkrieges]]: Ausgabe 770 vom 4. November 1915 (Bayern 231), S.&amp;amp;nbsp;9880 ([[Königlich Bayerisches 9. Feldartillerie-Regiment|9.&amp;amp;nbsp;Feldartillerie-Regiment]], Landsberg. 1.&amp;amp;nbsp;Batterie: [https://des.genealogy.net/search/show/3070364 Heines, Edmund – München – schwer verwundet]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Er erhielt mehrere Auszeichnungen und wurde 1918 zum Leutnant der Reserve befördert.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bayerisches Kriegsarchiv|Bayerisches Hauptstaatsarchiv IV]], z.&amp;amp;nbsp;B. Kriegsstammrolle Nr. 13335.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freikorps und Kapp-Putsch ===&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende schloss sich Heines dem [[Sturmabteilung Roßbach|Freikorps Roßbach]] an und war mit diesem 1919 an Kämpfen im [[Baltikum]] und dann anschließend im März 1920 am [[Kapp-Putsch]] beteiligt. Zwei Monate zuvor hatte [[Gerhard Roßbach]] den Berliner Tiergarten-Club übernommen, in dem Heines die Rolle des Geschäftsführers übernahm.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernhard Sauer: &amp;#039;&amp;#039;Schwarze Reichswehr und Fememorde. Eine Milieustudie zum Rechtsradikalismus in der Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; Metropol-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-936411-06-9, S. 31&amp;amp;nbsp;f. Siehe auch Martin Schuster: &amp;#039;&amp;#039;[http://opus.kobv.de/tuberlin/volltexte/2005/876/ Die SA in der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ in Berlin und Brandenburg 1926–1934.]&amp;#039;&amp;#039; Dissertation TU Berlin 2005, S. 21.&amp;lt;/ref&amp;gt; Während des Putsches wurde der Club zum befestigten Hauptquartier der Roßbach-Truppe umfunktioniert. Nach dem Scheitern des Putsches tauchten die Angehörigen des Freikorps insbesondere in [[Mecklenburg]] und [[Pommern]] unter. Heines übernahm die Aufsicht über Mitglieder, die auf drei [[Gutshof|Gütern]] im [[Landkreis Greifenhagen|Kreis Greifenhagen]] in Pommern untergebracht waren. Im Juli 1920 war Heines an dem [[Fememord]] an Willi Schmidt beteiligt.&amp;lt;ref&amp;gt;Irmela Nagel: &amp;#039;&amp;#039;Fememorde und Fememordprozesse in der Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Verlag, Köln 1991, ISBN 3-412-06290-1, S. 57&amp;amp;nbsp;f. Siehe auch Sauer: &amp;#039;&amp;#039;Schwarze Reichswehr und Fememorde.&amp;#039;&amp;#039; 2004, S. 37&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Schmidt, ein 20-jähriger Landarbeiter, wollte angeblich Waffenverstecke des getarnt untergebrachten Freikorps verraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eintritt in die NSDAP und SA ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heines flüchtete nach [[München]] und übernahm dort 1922 die Führung der Ortsgruppe des Freikorps Roßbach. Im Dezember 1922 trat die gesamte Ortsgruppe zur SA über; Heines übernahm die Führung des Zweiten Bataillons im Münchner SA-Regiment und wurde zudem Mitglied der NSDAP. Wegen seiner Teilnahme am [[Hitlerputsch|Putschversuch Hitlers]] im November 1923 wurde Heines 1924 zu 15 Monaten Festungshaft verurteilt. Zusammen mit [[Adolf Hitler|Hitler]] in [[Justizvollzugsanstalt Landsberg|Landsberg]] inhaftiert, wurde Heines im September 1924 vorzeitig entlassen. Zu diesem Zeitpunkt waren SA und NSDAP verboten; Heines übernahm die Führung des Zweiten Bataillons des Münchner [[Frontbann]]-Regiments, einer Ersatzorganisation der SA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Wiederzulassung der NSDAP 1925 trat Heines der Partei ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 78) ebenso wie der SA erneut bei. In der SA hatte er 1926 den Rang eines Standartenführers (Oberst) erreicht und trat für die NSDAP als [[Reichsredner]] auf. Von 1925 bis August 1926 war Heines Bundesleiter des Wehrjugendverbandes Schill ([[Schilljugend]]) und leitete den angeschlossenen Sportversand Schill. Die Schilljugend fungierte als Jugendorganisation der NSDAP, seitdem Hitler Heines am 6. Mai 1925 die Zuständigkeit für die Jugendangelegenheiten der Partei übertragen hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Tessa Sauerwein: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44945 Schilljugend, 1924–1933.]&amp;#039;&amp;#039; In: Historisches Lexikon Bayerns (Stand 29. Mai 2008).&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 31. Mai 1927 wurde Heines als Anführer einer Rebellion der Münchner SA aus der NSDAP und der SA ausgeschlossen. Aus Sicht der Münchner SA war die Partei zu gemäßigt und zu bürokratisch.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Hoser: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44621 Sturmabteilung (SA), 1921–1923, 1925–1945.]&amp;#039;&amp;#039; In: Historisches Lexikon Bayerns (Stand 30. April 2008).&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Meinung des sozialdemokratischen &amp;#039;&amp;#039;[[Vorwärts (Deutschland)|Vorwärts]]&amp;#039;&amp;#039; war Heines „eine der übelsten Erscheinungen in der Münchener Hitlerzeit“.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Vorwärts (Deutschland)|Vorwärts]]&amp;#039;&amp;#039;, 21. Januar 1928, Nr. 39. Zitiert bei Nagel: &amp;#039;&amp;#039;Fememorde und Fememordprozesse in der Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; 2004, S. 245.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stettiner Fememordprozess ===&lt;br /&gt;
Der Mord an Willi Schmidt wurde 1927 durch einen Erpressungsversuch bekannt. Heines wurde daraufhin am 22. Januar 1928 in Schongau verhaftet und nach Stettin verbracht. Verteidigt von [[Rüdiger von der Goltz (Jurist)|Rüdiger von der Goltz]], war Heines der Hauptangeklagte im [[Stettiner Fememordprozess]] im April und Mai 1928. Nach einem Bericht der [[Vossische Zeitung|&amp;#039;&amp;#039;Vossischen Zeitung&amp;#039;&amp;#039;]] vom Prozessbeginn zeigte die Anklagebank&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=das nun schon typische Bild derartiger Prozesse. Ein Häuflein junger Leute mit dem stieren Blick unselbständig denkender Menschen und ein oder zwei intelligente Führer. Das ist diesmal Leutnant a.&amp;amp;nbsp;D. stud. jur. Heines, ein kaum Erwachsener trotz seiner dreißig Jahre, dessen Leben sich zwischen Schulbank, Krieg und Kriegsspiel abgerollt hat, der noch bis zu seiner Verhaftung mit einer Singspielschar nach Jungenart durch das Land zog und sich selbst mit traurigem Stolz den ‚Typ des deutschen Landsknechts der Jetztzeit‘ nennt.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Vossische Zeitung&amp;#039;&amp;#039;, 17. April 1928, Nr. 181. Zitiert bei Nagel: &amp;#039;&amp;#039;Fememorde und Fememordprozesse in der Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; 2004, S. 248. Ebenda S. 244–257 zum ersten Stettiner Prozess.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heines’ Aussagen und die seiner Mitangeklagten waren widersprüchlich; nach Heines’ Angaben war Schmidt bei einem Fluchtversuch erschossen worden. Die Anklage forderte wegen Mordes die Todesstrafe für Heines; das Urteil des Stettiner Gerichts lautete auf 15 Jahre Zuchthaus wegen Totschlags. Heines habe durchaus einen Mordplan gehabt, es sei jedoch nicht ausgeschlossen, dass ihm Zweifel gekommen seien und er Schmidt im [[Affekt]] erschossen habe, so die Urteilsbegründung. Heines’ Verurteilung fiel in die Zeit einer Kampagne für die Freilassung der Fememörder; so verwies der NSDAP-Abgeordnete [[Wilhelm Frick]] am 15. Juni 1928 in einer Reichstagsrede auf Heines und nannte die Fememordprozesse den „Ausfluß eines infernalischen jüdischen Hasses gegen den Frontgeist, gegen den Geist des nationalen Widerstandes“.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt2_wv_bsb00000107_00031.html Protokoll der Reichstagssitzung] bei der Bayerischen Staatsbibliothek, siehe auch Nagel: &amp;#039;&amp;#039;Fememorde und Fememordprozesse in der Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; 2004, S. 342.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen eines Verfahrensfehlers wurde der Prozess gegen Heines im Februar und März 1929 neu aufgerollt. Verteidigt von [[Friedrich Grimm (Jurist)|Friedrich Grimm]], wurde Heines nun zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. In der Urteilsbegründung hieß es, Heines sei „von der vaterländischen Wichtigkeit seiner Aufgabe durchdrungen“&amp;lt;ref&amp;gt;zitiert nach Nagel: &amp;#039;&amp;#039;Fememorde und Fememordprozesse in der Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; 2004, S. 277.&amp;lt;/ref&amp;gt; gewesen, gegen den drohenden Verrat von Waffenlagern habe es nur das unzureichende Mittel der Umlagerung gegeben; zudem seien Ruhe und Sicherheit im Kreis Greifenhagen stark gefährdet gewesen. Am 14. Mai 1929 wurde Heines auf Beschluss des Stettiner Gerichts gegen eine Kaution von 5000 [[Reichsmark]] aus der Haft entlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg in der NSDAP und SA ===&lt;br /&gt;
In Freiheit trat Heines – angekündigt als „Femerichter“ – bei Veranstaltungen für die sogenannten Femegefangenen auf. So trat er etwa am 28. August 1929 als Redner mit dem Thema „Fünf Jahre Fememordhetze und kein Ende“ in [[Neustadt an der Aisch]] auf und rechtfertigte dort vor 400 Zuhörern die Tätigkeit der Femebewegung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Mück: &amp;#039;&amp;#039;NS-Hochburg in Mittelfranken: Das völkische Erwachen in Neustadt an der Aisch 1922–1933.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Philipp Schmidt, 2016 (= &amp;#039;&amp;#039;Streiflichter aus der Heimatgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Sonderband 4); ISBN 978-3-87707-990-4, S. 83 und 86.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wegen seiner Vorstrafe weigerte sich die [[Ludwig-Maximilians-Universität München|Universität München]] zunächst, Heines als Jurastudenten aufzunehmen. Das &amp;#039;&amp;#039;[[Berliner Tageblatt]]&amp;#039;&amp;#039; nannte es „löblich“, „daß sich Herr Heines über die Elementarbegriffe des Rechts informieren will“,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Berliner Tageblatt]]&amp;#039;&amp;#039;, 10. Juli 1929. Zitiert nach Nagel: &amp;#039;&amp;#039;Fememorde und Fememordprozesse in der Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; 2004, S. 348.&amp;lt;/ref&amp;gt; hielt die Münchner Universität jedoch nicht für den geeigneten Ort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch 1929 wieder in NSDAP und SA aufgenommen, führte Heines die SA-Standarte München-Land, war 1930 NSDAP-Ortsgruppenleiter in [[Haidhausen|München-Haidhausen]] und zudem Adjutant des Gauleiters [[Adolf Wagner (Gauleiter)|Adolf Wagner]]. Bei der [[Reichstagswahl 1930|Wahl im September 1930]] kandidierte er auf dem Reichswahlvorschlag der NSDAP und erhielt ein Mandat im [[Reichstag (Weimarer Republik)|Reichstag]]. Am 12. Mai 1932 war Heines an einem tätlichen Angriff auf den Journalisten [[Helmuth Klotz (Publizist)|Helmuth Klotz]] im Restaurant des Reichstages beteiligt.&amp;lt;ref&amp;gt;Herbert Linder: &amp;#039;&amp;#039;Von der NSDAP zur SPD. Der politische Lebensweg des Dr. Hemuth Klotz (1894–1943)&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Karlsruher Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Band 3). Universitätsverlag Konstanz, Konstanz 1995, ISBN 3-87940-607-3, S. 174&amp;amp;nbsp;ff. Mitteilung in der Reichstagssitzung durch Reichstagspräsident [[Paul Löbe]]; [http://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt2_wv_bsb00000130_00624.html Protokoll der Reichstagssitzung vom 12. Mai 1932.] reichstagsprotokolle.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Klotz war von der NSDAP zur SPD übergetreten und hatte im März 1932 Briefe Ernst Röhms veröffentlicht, die dessen Homosexualität thematisierten.&amp;lt;ref&amp;gt;Burkhard Jellonnek: &amp;#039;&amp;#039;Homosexuelle unter dem Hakenkreuz. Die Verfolgung von Homosexuellen im Dritten Reich.&amp;#039;&amp;#039; Schöningh, Paderborn 1990, ISBN 3-506-77482-4, S. 67. Linder: &amp;#039;&amp;#039;Von der NSDAP zur SPD.&amp;#039;&amp;#039; 1995, S. 168&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Heines wurde zusammen mit drei weiteren NSDAP-Abgeordneten für 30 Tage aus dem Parlament ausgeschlossen; die Sitzung musste abgebrochen werden, da sich die Ausgeschlossenen weigerten, das Plenum zu verlassen. Das Sitzungsprotokoll verzeichnet bei der Nennung von Heines’ Namen „erregte Zurufe links: Der Fememörder!“.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt2_wv_bsb00000130_00626.html Protokoll der Reichstagssitzung vom 12. Mai 1932.] reichstagsprotokolle.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 14. Mai wurde Heines wie auch die NSDAP-Abgeordneten [[Wilhelm Stegmann (Politiker)|Wilhelm Stegmann]] und [[Fritz Weitzel]] vom Schnellschöffengericht Berlin-Mitte zu drei Monaten Gefängnis wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung und tätlicher Beleidigung verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Funktionen innerhalb der SA und NSDAP übte Heines nur kurzzeitig aus. So war er vorübergehend [[Struktur der NSDAP#Die 43 Gaue (1941) inkl. Gauleiter|stellvertretender Gauleiter]] des Gaues [[Oberpfalz]], fungierte als Referent für das Nachrichtenwesen und für die Presse bei der [[Oberste SA-Führung|Obersten SA-Führung]] (OSAF) und führte im April und Mai 1931 während der Niederschlagung der [[Stennes-Putsch|Stennes-Revolte]] SA-Einheiten in Berlin. Im Mai 1931 zum Stellvertreter des SA-Stabschefs [[Ernst Röhm]] ernannt, wechselte Heines zum 31. Juli 1931 nach [[Schlesien]] und übernahm die Führung der dortigen SA-Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit des Nationalsozialismus und Tod ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 146-1977-065-28, Ernst Röhm, Edmund Heines.jpg|mini|hochkant|Edmund Heines (rechts) und Ernst Röhm während einer Veranstaltung im Jahre 1933.]]&lt;br /&gt;
Nach der nationalsozialistischen „[[Machtergreifung]]“ im Frühjahr 1933 wurde Heines zunächst zum Stellvertreter des schlesischen Gauleiters [[Helmuth Brückner]] ernannt. Am 11. Juli 1933 bekam er den Ehrenrang eines [[Preußischer Staatsrat (ab 1933)|Preußischen Staatsrates]] verliehen. In der SA wurde Heines zu dieser Zeit von Röhm zum Obergruppenführer (General) befördert und mit der Führung der SA-Obergruppe VIII (Schlesien) beauftragt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heines war in seiner Funktion als [[Polizeipräsident]] von [[Breslau]], die er seit dem 26. März 1933 ausübte, maßgeblich verantwortlich für die Errichtung des Konzentrationslagers [[KZ Breslau-Dürrgoy|Dürrgoy]], das auch als Heines’ „Privatlager“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Andrea Rudorff]]: &amp;#039;&amp;#039;Breslau-Dürrgoy.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Wolfgang Benz]], [[Barbara Distel]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Der Ort des Terrors]]. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager.&amp;#039;&amp;#039; Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Frühe Lager, Dachau, Emslandlager.&amp;#039;&amp;#039; C.H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-52962-3, S. 83–86, hier S. 84.&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet wurde. Unter den Gefangenen in Dürrgoy war auch der vormalige sozialdemokratische [[Reichstagspräsident (Deutschland)|Reichstagspräsident]] [[Paul Löbe]] (1875–1967), der im August 1933 ohne Kenntnis der Berliner Gestapo von einem Kommando der Breslauer SA entführt worden war. Als Motiv für die Entführung gelten „persönliche Rachegelüste“ Heines’, der von Löbe 1932 nach den Tätlichkeiten im Reichstag aus dem Parlament ausgeschlossen worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudorff: &amp;#039;&amp;#039;Breslau-Dürrgoy.&amp;#039;&amp;#039; 2005, S. 85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 30. Juni 1934 wurde Heines im Zuge der [[Röhm-Putsch|Röhm-Affäre]] verhaftet und erschossen. Heines hatte sich zu einer von Hitler für den 30. Juni anberaumten SA-Führertagung im bayerischen [[Kurort]] [[Bad Wiessee]] eingefunden, wo er wie Röhm in der Pension Hanselbauer abstieg. Die Einladung erwies sich jedoch als Teil einer Finte, um die SA-Führer politisch unschädlich zu machen: Die erwartete Besprechung kam nicht zustande, stattdessen erschien in den frühen Morgenstunden des 30. Juni ein [[Rollkommando]] unter der Führung von Hitler in Bad Wiessee, das Heines und Röhm und ihre Begleiter im Schlaf überraschte und unter dem Vorwurf, einen [[Staatsstreich]] gegen Hitler geplant zu haben, verhaftete. Der Umstand, dass Heines bei der Erstürmung der Pension Hanselbauer im selben Bett mit einem anderen Mann – der später als sein Fahrer [[Erich Schiewek]] identifiziert werden konnte – angetroffen wurde, wurde im Rahmen der propagandistischen Rechtfertigung des Vorgehens gegen die SA-Führer genutzt, indem man ihn der Öffentlichkeit gegenüber als Beleg präsentierte, dass Hitler „krankhafte Elemente“ und „Perverse“ beseitigt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefangenen wurden ins Gefängnis [[Justizvollzugsanstalt München|Stadelheim]] gebracht. Heines war neben [[Hans Hayn]], [[Hans Peter von Heydebreck]], [[Wilhelm Schmid (SA-Mitglied)|Wilhelm Schmid]], [[August Schneidhuber]] und [[Hans Erwin von Spreti-Weilbach]] einer von sechs Stadelheim-Häftlingen, die noch am selben Tag von [[Leibstandarte SS Adolf Hitler|Hitlers Leibstandarte]] unter [[Sepp Dietrich]] erschossen wurden. Heines’ jüngerer Bruder Oskar Heines, ebenfalls SA-Mann, wurde zwei Tage später unter den gleichen Anschuldigungen erschossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeit ==&lt;br /&gt;
Heines war einer der meistgefürchteten und -gehassten Männer der nationalsozialistischen Führungsriege. In der Bevölkerung war er aufgrund seiner Brutalität, Skrupellosigkeit und seines [[Sadismus]] berüchtigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Den Sadismus schrieben ihm beispielsweise zu Tausk: &amp;#039;&amp;#039;Breslauer Tagebuch.&amp;#039;&amp;#039; 1988, S. 83 („der Sadist Edmund Heines“); Delmer: &amp;#039;&amp;#039;Die Deutschen und ich.&amp;#039;&amp;#039; 1962 („sadist pretty boy face“).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Charakterurteile über ihn fallen in ihrer überwältigenden Mehrheit vernichtend aus. Ein Gericht, das Heines in den 1920er Jahren wegen einer Gewalttat zu einer dreimonatigen Haftstrafe verurteilte, hielt ihm bei der Urteilsverkündung vor, ein zu Rohheitsdelikten und asozialer Einstellung neigender Mensch zu sein.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;!-- &amp;#039;&amp;#039;Aufsatztitel&amp;#039;&amp;#039;. In: --&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Geschichtswissenschaft&amp;#039;&amp;#039;, Band 50, 2001, S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Hitler-Biograf [[Konrad Heiden]] sah in Heines ein „Scheusal“,&amp;lt;ref&amp;gt;Konrad Heiden: &amp;#039;&amp;#039;Adolf Hitler.&amp;#039;&amp;#039; S. 376&amp;lt;!-- Band 1 oder 2? --&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Fritz Stern]], der seine Kindheit in „Heines’ Breslau“ verbrachte, erinnerte sich an den Polizeichef als einen „verabscheuungswürdigen Mann“, und der britische Journalist [[Sefton Delmer]] berichtete, dass ihn schon bei seiner ersten Begegnung mit Heines das Gefühl beschlichen habe, einem „Killer“ gegenüberzustehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Delmer: &amp;#039;&amp;#039;Die Deutschen und Ich.&amp;#039;&amp;#039; 1962, S. 110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Brite Stephen Henry Roberts schrieb wiederum: „Für Edmund Heines gibt es eine Erklärung. Mörder, Schmarotzer, Sadist und Homosexueller – nie gab es einen perverseren Burschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stephen Henry Roberts: &amp;#039;&amp;#039;Das Haus, das Hitler baute.&amp;#039;&amp;#039; Querido, Amsterdam 1938, S. 162.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für den Karikaturisten [[Emery Kelen]] war Heines schlicht einer „jener falschkonstruierten Halbmenschen, die eine gute Welt zerstörten“.&amp;lt;ref&amp;gt;Emery Kelen: &amp;#039;&amp;#039;Alle meine Köpfe. Begegnungen mit den Grossen und Kleinen unserer Zeit.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Wissenschaft und Politik, Köln 1965, S. 132.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Delmer zufolge soll Heines vor 1933 als „oberster Vollstrecker der geheimen Mordabteilung der schwarzen Reichswehr“ mindestens achtzehn Menschen getötet haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Delmer: &amp;#039;&amp;#039;Die Deutschen und Ich.&amp;#039;&amp;#039; 1962, S. 110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Regime, das Heines als SA-Oberführer von Schlesien und Polizeipräsident von Breslau in der Zeit vom Frühjahr 1933 bis zum Sommer 1934 führte, galt selbst gemessen an der mit der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ allgemein einsetzenden Willkür und Rechtlosigkeit als äußerst grausam und brutal. Das kommunistische Weißbuch über die Erschießungen vom 30. Juni 1934 verpasste ihm in diesem Sinne den Spitznamen „der blutige Herr von Breslau“. Stern erinnerte sich noch Jahrzehnte später, dass man Heines’ Tod in Breslau als Erlösung empfunden habe: „Wir freuten uns über seinen Tod“.&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Stern: &amp;#039;&amp;#039;Für Deutschland und ein Leben&amp;#039;&amp;#039;, S. 138.&amp;lt;/ref&amp;gt; Obwohl er in der Öffentlichkeit als Mörder und Rabauke verschrien war, versuchte Heines, der seinen Opfern bevorzugt ins Gesicht geschossen haben soll, öffentlich Kapital aus seinen Taten zu schlagen. Im Reichstagswahlkampf 1932 ließ er beispielsweise Werbeplakate für seine Wahlreden mit dem Hinweis bedrucken „Der Fememörder Heines wird sprechen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Hitler eine persönliche Abneigung gegen Heines gehegt zu haben scheint, sah Ernst Röhm ihn als einen seiner engsten persönlichen Freunde an, dem er in unerschütterlicher Treue verbunden war. Auch in den Tagebüchern von [[Joseph Goebbels|Goebbels]] klingt immer wieder eine gewisse Sympathie für Heines durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heines’ Verteidiger Friedrich Grimm hatte am 16. Mai 1933 den damaligen Staatssekretär [[Roland Freisler]] aufgefordert, Heines und andere ehemalige Fememörder für ihre Taten zu entschädigen, nachdem Freisler diese öffentlich zu „Helden der Nation“ erklärt hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Sauer: &amp;#039;&amp;#039;Schwarze Reichswehr und Fememorde.&amp;#039;&amp;#039; 2004, S. 283.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Nachlass Grimms ist folgende Charakterisierung Heines’ enthalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Heines […] hatte den Anschluss an das bürgerliche Leben verpasst […], ein unausgeglichener Mensch, voll Sturm und Drang, ein Kindskopf […]. Er war eine ausgesprochene [[Landsknecht]]natur, für das normale Leben verdorben. Sein Hass gegen die politischen Gegner kannte keine Grenzen.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Unterlagen in Grimms Nachlass im [[Bundesarchiv (Deutschland)|Bundesarchiv]] (BAK N 1120/3: Lebenserinnerungen eines deutschen Rechtsanwalts, Bd. V: Um die innere Befriedung, S. 25–29), zitiert bei Sauer: &amp;#039;&amp;#039;Schwarze Reichswehr und Fememorde.&amp;#039;&amp;#039; 2004, S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr häufig wurde von den Zeitgenossen und der Nachwelt auch das äußere Erscheinungsbild von Heines kommentiert. Heines war ungewöhnlich groß und kräftig gebaut. Kaum ein Zeugnis versäumt es, seine imposante Statur hervorzuheben, die meist mit Worten wie gewaltig oder hünenhaft versehen wird. Delmer fiel Heines bereits bei ihrem ersten Zusammentreffen als Mann mit „niedriger Stirn, hellem Kraushaar, knallblauen Augen und vollen kirschroten Lippen“ auf. Der Historiker [[William L. Shirer|William Shirer]] fasste diese kontrastiven Merkmale zu dem Profil zusammen, Heines sei ein Mann mit dem „zarten Gesicht eines Mädchens und dem Körper eines Möbelpackers“.&amp;lt;ref&amp;gt;William L. Shirer: &amp;#039;&amp;#039;The Rise and Fall of the Third Reich.&amp;#039;&amp;#039; 1990, S. 221. Frank Rector: &amp;#039;&amp;#039;The Nazi Extermination of Homosexuals.&amp;#039;&amp;#039; 1981, S. 89 spricht ganz ähnlich von einem mädchenhaften Gesicht auf dem Körper eines Lastwagenfahrers („distinguished by a girlish face on the body of a truck driver“) und fügt hinzu, dass er elegant, geschmeidig und tadellos gepflegt gewesen sei („elegant, suave, and impeccably groomed killer“).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Reichstagsabgeordnete der SPD [[Toni Sender]] attestierte Heines die „verhärteten, rauhen Züge eines Killers“.&amp;lt;ref&amp;gt;Toni Sender: &amp;#039;&amp;#039;The Autobiography of a German Rebel.&amp;#039;&amp;#039; 1939, S. 277 („hardened, brutish features of a killer“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Homosexualität ==&lt;br /&gt;
Außer wegen seiner Brutalität und Grausamkeit geriet Heines auch aufgrund seiner [[Homosexualität]] in die Schlagzeilen. Die sozialdemokratische Zeitung &amp;#039;&amp;#039;[[Münchener Post]]&amp;#039;&amp;#039; berichtete im April 1931 unter der Schlagzeile „Stammtisch [[§ 175|175]]“ über Röhm und seinen homosexuellen Freundeskreis in der SA und nannte dabei auch Heines’ Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Münchener Post&amp;#039;&amp;#039; vom 14. April 1931 (Nr. 85), auszugsweise zitiert bei Jellonnek: &amp;#039;&amp;#039;Homosexuelle unter dem Hakenkreuz.&amp;#039;&amp;#039; 1990, S. 62.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Heinrich Himmler]] beauftragte als [[Reichsführer SS]] im Juli 1933 einen Spitzel, Erkundungen „über die als katastrophal geschilderten Ausschreitungen“&amp;lt;ref&amp;gt;Jellonnek: &amp;#039;&amp;#039;Homosexuelle unter dem Hakenkreuz.&amp;#039;&amp;#039; 1990, S. 96.&amp;lt;/ref&amp;gt; von Heines, dessen Adjutanten [[Hans Walter Schmidt|Hans Schmidt]] sowie die sexuelle Orientierung des schlesischen Gauleiters [[Helmuth Brückner]] einzuholen. Die von Himmler gesammelten Informationen trugen mit zu den Exekutionslisten bei, anhand derer beim „Röhm-Putsch“ vorgegangen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für besonderes Aufsehen sorgte die nach den „Röhm-Morden“ von der Reichspressestelle der NSDAP verbreitete Meldung, dass das Verhaftungskommando, das Heines am 30. Juni festsetzte, ihn in seinem Zimmer in der Pension Hanselbauer gemeinsam mit einem „Lustknaben“ angetroffen habe, mit dem er ein Bett geteilt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;„Eine Erklärung der Reichspressestelle der NSDAP“, nachgedruckt in der Sondernummer des [[Völkischer Beobachter|&amp;#039;&amp;#039;Völkischen Beobachters&amp;#039;&amp;#039;]] vom 1. Juli 1934, S. 1. Zitiert nach Jellonnek: &amp;#039;&amp;#039;Homosexuelle unter dem Hakenkreuz.&amp;#039;&amp;#039; 1990, S. 97.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Diffamierungsabsicht und die zugrundeliegende Rechtfertigungsstrategie dieser Verlautbarungen sind leicht ersichtlich. Privatim notierten sowohl Goebbels als auch [[Alfred Rosenberg]], unter Bezugnahme auf Hitler und [[Max Amann (Politiker)|Amann]], was sich bei Heines’ Verhaftung zugetragen habe. Rosenberg schrieb am 7. Juli 1934:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Im Nebenzimmer war Heines in homosexueller Betätigung. ‚Das alles wollen Führer in Deutschland sein‘, sagte der Führer gequält. Heines führte eine Heulszene auf: ‚Mein Führer, ich habe dem Jungen nichts getan.‘ Und der Lustknabe küßt vor Angst und Wehe seinen Liebling auf die Backe. Amann erzählt: Nie habe der Führer sich an einem Menschen vergriffen, jetzt aber hätte er den Lustknaben gepackt und voller Ekel an die Wand geschmissen. Im Korridor kommt dem Führer eine hagere Gestalt entgegen mit rot geschminkten Wangen. ‚Wer sind Sie?‘ – ‚Der Zivildiener des Stabchefs‘. Da packt den Führer eine Wut ohne gleichen, auf solche Weise seine S.A. beschmutzt zu sehen, er befiehlt die Lustknaben samt u.&amp;lt;!-- sic --&amp;gt; sonders in den Keller zu packen u. zu erschießen.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Günther Seraphim (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das politische Tagebuch Alfred Rosenbergs. 1934/35 und 1939/40. Dokumentation.&amp;#039;&amp;#039; München 1964, S. 45.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archivarische Überlieferung ==&lt;br /&gt;
Im [[Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz|Geheimen Staatsarchiv]] haben sich die Akten zum Prozess gegen Heines wegen Mordes in den 1920er Jahren erhalten (Rep. 84a, Nr. 55029 bis 55039; 55029–55031 [Prozessakten], 55032 [Plädoyer], 55033 [Urteil], 55034–55039 [Zeitungsausschnitte zum Prozess]). Ebenfalls dort verwahrt werden Akten zu Ermittlungsverfahren gegen Heines wegen Angriffs auf den Journalisten Klotz im Jahr 1932 (Rep. 84a, Nr. 53855), wegen homosexueller Vergehen (Rep. 84a, Nr. 53856) und wegen zweier anderer Delikte (Rep. 84a, Nr. 53853 bis 53854).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Bundesarchiv (Deutschland)|Bundesarchiv]] verwahrt eine Personalakte zu Heines als Polizeipräsident von Breslau im Bestand des ehemaligen Reichsinnenministeriums (R&amp;amp;nbsp;1501/207173) sowie im Bestand des früheren [[Berlin Document Center]] eine Akte des [[Oberstes Parteigericht der NSDAP|Obersten Parteigerichts der NSDAP]] zu Heines Ausschluss aus der Partei 1927.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Bayerisches Hauptstaatsarchiv|Bayerischen Hauptstaatsarchiv]], Abteilung [[Bayerisches Kriegsarchiv|Kriegsarchiv]], befinden sich die Militärpersonalakte Heines’ aus dem Ersten Weltkrieg (OP 16521) sowie eine Akte der Münchener Polizei zu Heines (II&amp;amp;nbsp;M Inn 71525). Und im [[Staatsarchiv München]] liegt eine Vormundschaftsakte zu Heines und seinen Geschwistern (Edmund Heines, AG München IA, VV 1904/592).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Als Herausgeber&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Schlesisches SA-Liederbuch&amp;#039;&amp;#039;, Breslau 1932.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Luftschutz. Die deutsche Schicksalsfrage&amp;#039;&amp;#039;, Stuttgart 1934.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vorworte und Geleitworte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Vorwort und Nachwort in: &amp;#039;&amp;#039;Vom Kampf und Sieg der schlesischen SA. Ein Ehrenbuch&amp;#039;&amp;#039;, herausgegeben von der SA-Gruppe Schlesien, Breslau 1933, S. 10 und S. 189.&lt;br /&gt;
* Vorwort für: Waldemar Glaser: &amp;#039;&amp;#039;Stahlkreuz an der Ruhr. Albert Leo Schlageters Leben und Sterben&amp;#039;&amp;#039;, Union, Stuttgart/Berlin/Leipzig 1934, S. 5. (in späteren Auflagen wurde das von Heines verfasste Vorwort getilgt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Reden:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* „Heines’ letzte Rede: ‚Wir sind noch nicht zu Ende&amp;amp;nbsp;…‘“, in: &amp;#039;&amp;#039;Pariser Tageblatt&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 2. 1934, Nr. 228 (28. Juli 1934), S. 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*  Abschrift: Vorführungs-Note Polizeidirektion München v. 7. Februar 1924, Hitler-Prozess; [https://dfg-viewer.de/show?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&amp;amp;tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fgda.bayern.de%2Fmets%2Fcd776936-7a8a-48e1-8517-ec099a637fe9&amp;amp;tx_dlf%5Bpage%5D=176&amp;amp;cHash=6a98c4000a90df07a2bf659e7ff19807 dfg-viewer.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Einträge in Nachschlagewerken&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*        Bayerische Akademie der Wissenschaften: &amp;quot;Heines, Edmund&amp;quot;, in: Neue Deutsche Biographie ([https://www.deutsche-biographie.de/dbo064477.html#dbocontent Digitalisat])&lt;br /&gt;
* Wolfgang Mück: &amp;#039;&amp;#039;NS-Hochburg in Mittelfranken: Das völkische Erwachen in Neustadt an der Aisch 1922–1933.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Philipp Schmidt, 2016, ISBN 978-3-87707-990-4, S. 257 (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Streiflichter aus der Heimatgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, Sonderband 4).&lt;br /&gt;
* [[Joachim Lilla]] (Bearb.): &amp;#039;&amp;#039;Die Stellvertretenden Gauleiter und die Vertretung der Gauleiter der NSDAP im „Dritten Reich“&amp;#039;&amp;#039;.  Koblenz 2003, ISBN 3-86509-020-6, S.&amp;amp;nbsp;218&amp;amp;nbsp;f. (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Materialien aus dem Bundesarchiv&amp;#039;&amp;#039;, Heft 13).&lt;br /&gt;
* [[Fred K. Prieberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, S. 2991–2993; {{archive.org |handbuch-ns-musiker-prieberg |Blatt=}}.&lt;br /&gt;
* Hubert Schorn: &amp;#039;&amp;#039;Der Richter im Dritten Reich.&amp;#039;&amp;#039; Vittorio Klostermann, Frankfurt 1959, S. 68, 70.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Längere wissenschaftliche Texte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
* Jamil Frąckiewicz, Agnieszka Klarman (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der SA-Führer Edmund Heines als Prototyp des nationalsozialistischen Gewaltmenschen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Triduum Historicum. początek końca czy początek &amp;quot;nowego świata&amp;quot;?&amp;#039;&amp;#039; Wroclaw 2022.&lt;br /&gt;
* Bernhard Sauer: &amp;#039;&amp;#039;Goebbels „Rabauken“. Zur Geschichte der SA in Berlin-Brandenburg&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch des Landesarchivs Berlin&amp;#039;&amp;#039;, 2006; [http://www.bernhard-sauer-historiker.de/Bernhard_Sauer-Geschichte_der_SA_in_BerlinBrandenburg.pdf bernhard-sauer-historiker.de] (PDF; 1,6&amp;amp;nbsp;MB).&lt;br /&gt;
* Alexander Zinn: &amp;#039;&amp;#039;Die soziale Konstruktion des homosexuellen Nationalsozialisten. Zu Genese und Etablierung eines Stereotyps.&amp;#039;&amp;#039; Peter Lang, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-631-30776-4; [http://alexanderzinn.de/Buch-neu2007_komplett-wasserzeichen.pdf alexanderzinn.de] (PDF).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Memoirenliteratur&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Walter Tausk]]: &amp;#039;&amp;#039;Breslauer Tagebuch 1933–1940.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: Ryszard Kincel, Wolf Jobst. Siedler Verlag, Berlin 1988, ISBN 3-88680-274-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|124349595}}&lt;br /&gt;
* {{ReichstagDB|124349595}}&lt;br /&gt;
* {{AdR|124349595}}&lt;br /&gt;
* [https://dfg-viewer.de/show/?set%5Bmets%5D=https%3A%2F%2Fgda.bayern.de%2Fmets%2F6b863235-1718-447f-88aa-09c894c1185b&amp;amp;tx_dlf%5Bpage%5D=1 Akte zu Heines Studium an der Universität Münchenö] Bayerisches Hauptstaatsarchiv.&lt;br /&gt;
* [https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Datei:Artikel_44621_bilder_value_12_sa12.jpg Porträt Heines] von [[Heinrich Hoffmann (Fotograf)|Heinrich Hoffmann]]; historisches-lexikon-bayerns.de&lt;br /&gt;
* {{Deutsche Biographie |GND=124349595 |Name=Heines, Edmund |NDB-online=1 |Autor=[[Rainer Orth]] |Datum=2022-03-01}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=124349595|LCCN=n2002067575|VIAF=52620504}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Heines, Edmund}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Opfer des Röhm-Putsches]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mordopfer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Preußischer Staatsrat (ab 1933)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Polizist im Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Homosexualität (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Weimarer Republik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Deutsches Reich, 1933–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Polizeipräsident (Breslau)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichsredner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Teilnehmer am Hitlerputsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Teilnehmer am Kapp-Putsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SA-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ortsgruppenleiter (NSDAP)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freikorps-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Täter (Fememord)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verurteilte Person (NS-Täter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KZ Breslau-Dürrgoy]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Leutnant (Deutsches Heer)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Leutnant (Bayern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bayer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1897]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1934]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Heines, Edmund&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher SA-Führer und Politiker (NSDAP), MdR&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=21. Juli 1897&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[München]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=30. Juni 1934&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Justizvollzugsanstalt München|München-Stadelheim]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Schreiben</name></author>
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