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	<title>EU-Skepsis - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=EU-Skepsis&amp;diff=322297&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;AlexanderVranitzky: Links hinzugefügt</title>
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		<updated>2026-04-21T11:39:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Links hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;EU-Skepsis&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Euroskeptizismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, wird eine Bandbreite inhaltlicher Positionen bezeichnet, deren gemeinsames Merkmal eine kritische Auseinandersetzung mit bzw. eine Ablehnung der [[Europäische Integration|europäischen Integration]] ist. Im Gegensatz zur Kritik an der konkreten Politik ihrer gewählten Akteure, kritisieren EU-Skeptiker das grundlegende [[Politisches System der Europäischen Union|politische System]] und die [[EU-Finalitätsdebatte|Ziele]] der [[Europäische Union|Europäischen Union]] als solche. Einige Kritiker beziehen sich hierbei auch nur auf bestimmte Teilaspekte, wie etwa die Konstruktion des [[Euro]] („Euro-Kritiker“) oder möchten Kompetenzen in die Nationalstaaten zurückverlagern, während andere Kritiker, die als europafeindlich eingeordnet werden, die Abschaffung der EU insgesamt fordern und damit am extremen Ende der Bandbreite liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im [[EU-Mitgliedschaftsreferendum im Vereinigten Königreich 2016|Brexit-Referendum von 2016]] wird mit EU-Skepsis häufig der Wunsch verbunden, [[Nationalstaat|nationalstaatliche]] [[Souveränität]] zu bewahren oder wiederherzustellen. Die europäische Integration solle daher aufgehalten oder (etwa durch einen [[Artikel 50 des Vertrags über die Europäische Union|EU-Austritt]], siehe [[Austrittsbestrebungen aus der EU]]) komplett revidiert werden. Dabei sprechen demoskopische Erhebungen dafür, dass die medial wahrgenommene und politisch artikulierte Skepsis gegenüber der EU und dem Euro die in der Bevölkerung tatsächlich vorhandene Ablehnung zu übersteigen scheint. So zeigen Umfragen, dass eine große Mehrheit der EU-Bürger die Europäische Union grundsätzlich unterstützen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bertelsmann Stiftung]], 21. Oktober 2015: [https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2015/oktober/eu-buerger-vertrauen-weiter-auf-die-europaeische-union-und-den-euro/ EU-Bürger vertrauen weiter auf die Europäische Union und den Euro]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wiwo.de/politik/europa/europa-skepsis-so-unzufrieden-sind-die-europaeer-mit-der-eu/13700376-all.html „In Polen sind 72 Prozent der Bürger der EU gegenüber positiv eingestellt, in Ungarn 61 Prozent. Zwischen den Regierungen der beiden Länder kommt es im Austausch mit Brüssel seit Monaten, im Fall Ungarns gar seit Jahren, immer wieder zu Konflikten. Diese führen aber wohl nicht dazu, dass die Bürger die EU insgesamt ablehnen.“] In: [[Wirtschaftswoche]], 8. Juni 2016 (abgerufen am 19. Januar 2018)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.europarl.europa.eu/germany/de/presse-veranstaltungen/eurobarometer-september-2018 |titel=Eurobarometer: Rekord-Zustimmung für EU |abruf=2020-05-06 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die entgegengesetzte Position ist der [[Europäischer Föderalismus|europäische Föderalismus]], der eine noch stärkere Integration hin zu einem [[Vereinigte Staaten von Europa|Europäischen Bundesstaat]] anstrebt.&lt;br /&gt;
[[Datei:euverfassung.jpg|mini|150px|rechts|Vielsprachiger Protest gegen die [[Vertrag über eine Verfassung für Europa|EU-Verfassung]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte und Argumentationslinien ==&lt;br /&gt;
Die Kritik an den supranationalen Institutionen war bereits früh ein Bestandteil der [[Geschichte der EU|Geschichte des europäischen Integrationsprozesses]]. So fürchtete etwa die deutsche [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]] in den fünfziger Jahren, die europäische Integration könnte ein Hindernis für die [[deutsche Wiedervereinigung]] werden; später betrieb sie eine integrationsfreundliche EU-Politik. [[Charles de Gaulle]], [[Staatspräsident (Frankreich)|französischer Staatspräsident]] von 1958 bis 1969, vertrat in den 1960er Jahren eine strikt [[Intergouvernementalismus|intergouvernementalistische]] EU-Politik, die auf die Schwächung der supranationalen [[Europäische Kommission|Kommission]] und eine Umwandlung der [[Europäische Gemeinschaften|Europäischen Gemeinschaften]] in einen [[Staatenbund]] abzielte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am deutlichsten war die Ablehnung einer supranationalen Integration in Großbritannien, das fürchtete, auf diese Weise seine politische [[Großmacht]]stellung zu verlieren. Darum schloss sich das Vereinigte Königreich zunächst auch den Europäischen Gemeinschaften nicht an und gründete stattdessen die rein intergouvernementale [[European Free Trade Association|EFTA]]. Am 11. Mai 1967 beantragte Großbritannien den Beitritt zur damaligen EWG, der am 1. Januar 1973 zusammen mit Dänemark und Irland erfolgte. Auch danach vertrat es bei weiteren Integrationsschritten meist zurückhaltende Positionen und man die EU in Großbritannien meist als [[Europäische Gemeinschaften#Bezeichnung als Europäische Gemeinschaft im Singular und als Common Market|Common Market]] (Gemeinsamer Markt) bezeichnet. Dennoch wurde die grundsätzliche Notwendigkeit einer europäischen Integration in allen westeuropäischen Ländern nur von einer Minderheit in Frage gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst seit den 1980er Jahren intensivierte sich die öffentliche Debatte über die EU, wodurch auch EU-skeptische Positionen stärker Gehör fanden. Insbesondere schlug sich dies in den [[Referendum|Referenden]] nieder, mit denen in mehreren Mitgliedstaaten verschiedene EU-Vertragsreformen abgelehnt wurden, nämlich 1992 der [[Vertrag von Maastricht]] in [[Dänemark]], 2000 der [[Vertrag von Nizza]] in [[Irland]], 2005 der [[EU-Verfassungsvertrag]] in [[Frankreich]] und den [[Niederlande]]n und 2008 der [[Vertrag von Lissabon]] wiederum in Irland. Auch in Deutschland gab und gibt es Forderungen nach einem EU-Referendum. Auf [[Bundesebene (Deutschland)|Bundesebene]] sieht das [[Grundgesetz]] eine [[Volksbefragung (Deutschland)|Volksbefragung]] nur im Falle einer [[Neugliederung des Bundesgebietes]] vor.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutschlandfunk.de/fdp-fordert-eu-referendum-100.html FDP fordert EU-Referendum]In: Deutschlandfunk vom 28. Mai 2004&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründe für die Ablehnung einer supranationalen Integration sind vielfältig. Ein oft vertretenes Argument ist die Sorge um die nationale Unabhängigkeit, die eigene Lebensart und Identität. Besonders in Mittelosteuropa wird als Reaktion auf die jahrzehntelange Abhängigkeit von der [[Sowjetunion]] die nationale Souveränität und Würde betont. Umgekehrt fürchten EU-Skeptiker in Westeuropa durch die rasche [[EU-Erweiterung]] eine zu große [[Heterogenität]] im [[Wertesystem]] der EU und begründen damit ihre Ablehnung einer fortschreitenden Integration.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die [[EU-Mitgliedschaftsreferendum im Vereinigten Königreich 2016|Brexit-Befürworter]] spielte u.&amp;amp;nbsp;a. die [[Flüchtlingskrise in Europa ab 2015]], bei der Ausländer aus ärmeren Ländern ins Vereinigte Königreich geströmt seien, weil man die Kontrolle der eigenen Grenzen an die EU abgegeben habe (was inkorrekt ist&amp;lt;ref&amp;gt;Großbritannien ist weder Teil des [[Schengen-Raum]]s, siehe auch [[Vorgezogene Grenzkontrollen am Ärmelkanal]], noch nimmt es an der [[Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts|EU-Innen- und Migrationspolitik]] teil. &amp;lt;/ref&amp;gt;), eine wichtige Rolle: &amp;#039;&amp;#039;Take back control&amp;#039;&amp;#039; („Kontrolle wiedererlangen!“) bzw. &amp;#039;&amp;#039;I want my country back&amp;#039;&amp;#039; („Ich will mein Land zurückhaben“; Anlehnung an das Motto [[Margaret Thatcher#Europäische Integration und Deutschlandpolitik|„I want my money back“ von Margaret Thatcher]]) lauteten die Schlagworte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in [[Sozioökonomie|sozioökonomischer]] Hinsicht wird an den Verhältnissen in der EU Kritik geübt. So heißt es einerseits beispielsweise von einigen [[Wirtschaftsliberalismus|Wirtschaftsliberalen]], dass die „EU-[[Bürokratie]]“ die wirtschaftliche Dynamik bremse und daher besser durch eine reine [[Freihandelsabkommen|Freihandelszone]] zu ersetzen sei. Andererseits wird der EU gleichzeitig die Begünstigung eines ausufernden [[Neoliberalismus]] auf Kosten der sozial Schwächeren vorgehalten. In den [[MOEL]] ergab sich im Zuge der ökonomischen Integration die Furcht vor einem Ausverkauf nationaler [[Vermögen (Wirtschaft)|Vermögensgüter]] an die wirtschaftlich stärkeren westeuropäischen Unternehmen. In den westeuropäischen Ländern steht dem die Furcht vor dem Verlust von [[Arbeitsplatz|Arbeitsplätzen]] und in den skandinavischen [[Wohlfahrtsstaat]]en die Angst vor dem Abbau sozialer Standards entgegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wird häufig mit dem sogenannten [[Demokratiedefizit der Europäischen Union]] argumentiert. So zum Beispiel, als der französische Präsident [[Emmanuel Macron]] den gewählten [[Manfred Weber]] nicht als [[EU-Kommissionspräsident]]en akzeptierte. Daraufhin verständigte man sich mit der Bundeskanzlerin [[Angela Merkel]], [[Ursula von der Leyen]] zur Kommissionspräsidentin zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-12/22/weber-erhebt-vorwuerfe-gegen-macron Weber erhebt Vorwürfe gegen Macron] In Zeit Online vom 22. Dezember 2019&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei vertreten EU-Skeptiker oft die Ansicht, dass die EU das [[Subsidiarität#Subsidiarität im Recht der Europäischen Union|Subsidiaritätsprinzip]] verletze, da viele auf EU-Ebene getroffene politische Regelungen, so die Lesart, sinnvoller auf nationaler, regionaler oder kommunaler Ebene aufgehoben wären. Auch eine Verschwendung der verwalteten Gelder und verteilten Subventionen wird kritisiert, ebenso Korruption und Vetternwirtschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus-Peter Schmid: [https://www.zeit.de/1996/19/haushalt.txt.19960503.xml &amp;#039;&amp;#039;Zuviel des Guten&amp;#039;&amp;#039;]. In: [[Zeit]] Online vom 3. Mai 1996.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Florian Diekmann, Philipp Wittrock: [https://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-beamte-muessen-auch-in-der-schuldenkrise-nicht-sparen-a-847459.html &amp;#039;&amp;#039;Privilegien für EU-Beamte: Brüssels Bürokraten kassieren in der Krise&amp;#039;&amp;#039;]. In: [[Spiegel]] Online vom 2. August 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Hannan: [https://www.spiegel.de/wirtschaft/die-eu-und-das-geld-korrupt-teuer-verschwenderisch-ineffizient-a-472567.html &amp;#039;&amp;#039;Die EU und das Geld: Korrupt, teuer, verschwenderisch, ineffizient&amp;#039;&amp;#039;]. In: Spiegel Online vom 19. März 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lazaros Miliopoulos sieht den Begriff des Europaskeptizismus oft sehr unpräzise verwendet – mehr im Sinne eines journalistischen „Labels“ als im Sinne der [[Politische Theorie|politischen Theorie]]. „Ordnungsliberale Gegner des [[Euro]] und Kritiker des Umgangs der EU und der [[Europäische Zentralbank|Europäischen Zentralbank]] (EZB) mit der [[Eurokrise|Europäischen Staatsschuldenkrise]] werden in gleicher Weise als Euroskeptiker bezeichnet wie linke, [[Nationalkonservatismus|nationalkonservative]] und rechtsnationale Gruppierungen. [[Extremistisch]]e Organisationen fallen ebenso unter das Etikett wie gemäßigte Kräfte von rechts wie links.“&amp;lt;ref&amp;gt;Lazaros Miliopoulos: &amp;#039;&amp;#039;Europäischer Euroskeptizismus? Eine theoretische Annäherung.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Jürgen Rüttgers]], [[Frank Decker]] (Hrsg.) 2017, S. 59.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Euroskeptische Parteien im Europäischen Parlament ==&lt;br /&gt;
EU- und euroskeptische Positionen werden von einigen [[Europäische politische Partei|europäischen Parteien]] vertreten, die auch [[Fraktion im Europäischen Parlament|Fraktionen]] im [[Europäisches Parlament|Europäischen Parlament]] bilden. In vergleichsweise schärfster Opposition zur europäischen Integration stand von 2019 bis 2024 die von [[Rechtspopulismus|Rechtspopulisten]] gebildete [[Fraktion Identität und Demokratie]] (vormals [[Europa der Nationen und der Freiheit]]), in der der rechtsextreme französische [[Rassemblement National]], die niederländische [[Partij voor de Vrijheid]], die italienische [[Lega Nord]], die [[Alternative für Deutschland]] und die [[Freiheitliche Partei Österreichs]] vertreten waren. Nach der [[Europawahl 2024]] bildeten sich zwei rechte Fraktionen: die [[Patrioten für Europa]] (u.&amp;amp;nbsp;a. RN, [[Fidesz – Ungarischer Bürgerbund|Fidesz]]) und die Fraktion [[Europa der Souveränen Nationen]] (u.&amp;amp;nbsp;a. AfD). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls zu den euroskeptischen Fraktionen gehören [[Europäische Konservative und Reformer]] (EKR) etwa mit der polnischen Partei [[Prawo i Sprawiedliwość|Recht und Gerechtigkeit]] (PiS) als größte Teilhaberin. Bewahrung oder Stärkung der nationalen Souveränitätsrechte stehen hier programmatisch im Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Europa der Freiheit und der direkten Demokratie]] (EFDD) war eine weitere euroskeptische Fraktion, in der sich die britische [[UK Independence Party|UKIP]] sowie die italienischen Abgeordneten der Partei [[MoVimento 5 Stelle]] zusammenfanden. Die Haltung der EFDD-Fraktion zur europäischen Integration war nicht eindeutig; die meisten ihrer Mitglieder lehnten jedoch die Mitgliedschaft ihrer jeweiligen Nationalstaaten in der Europäischen Union ab oder forderten deren Umwandlung in einen rein intergouvernementalen [[Staatenbund]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Euroskepsis in Krisenlagen der EU ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Eurokrise|Flüchtlingskrise in Europa ab 2015 }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts variabler Positionierungen scheint eine eindeutige Zuordnung zum euroskeptischen Lager mitunter zweifelhaft, wie Lazaros Miliopoulos darlegt. Trotz ihres politisch-ideologischen Rechtskurses habe [[Viktor Orbán]]s Partei [[Fidesz – Ungarischer Bürgerbund|Fidesz]] auch in Wahlkämpfen lange keine euroskeptischen Positionen vertreten, im Gegensatz etwa zur tschechischen [[Občanská demokratická strana|ODS]] oder zur polnischen PiS. „Zwar steht die restriktive Migrationspolitik Ungarns gegenwärtig unter Verdacht, die Wertegrundlagen der EU zu unterlaufen, doch statt sich innenpolitisch von der Union abzusetzen und einen betonten Europaskeptizismus an den Tag zu legen, wirbt Orbán weiterhin für die EU und engagiert sich zugleich in dieser für die eigenen umstrittenen migrationspolitischen Positionen.“ Allerdings habe er im Zuge der [[Flüchtlingskrise in Europa ab 2015|Migrationskrise]] deutlich euroskeptischere Töne angeschlagen.&amp;lt;ref&amp;gt;„Orbán sprach unter anderem davon, dass »keine Freiheit mehr im gemeinsamen Hause Europas« mehr&amp;lt;!--sic:Zitat!--&amp;gt; herrsche, es »verboten sei zu sagen«, dass »die Migration für Europa eine Bedrohung« und eine schleichende Landnahme darstelle, »die Menschenmassen, die aus anderen Zivilisationen« einträfen, »unsere Lebensweisen, unsere Kultur, unsere Sitten und unsere christlichen Traditionen gefährden«, »Brüssel« das aus ideologischen Gründen beflügele und damit den »jahrtausendalten Aufbau Europas zerbrechen« lasse.“ (Lazaros Miliopoulos: &amp;#039;&amp;#039;Europäischer Euroskeptizismus? Eine theoretische Annäherung.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Jürgen Rüttgers]], [[Frank Decker]] (Hrsg.) 2017, S. 65.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Rechtspopulismus|Rechtspopulisten]] in „Kerneuropa“ bekämpften, so [[Claus Offe]], die EU und die Währungsunion nicht wegen des sozialen Elends und der Arbeitslosigkeit in der „Peripherie“, die von der fehlkonstruierten gemeinsamen Währung ausgelöst seien, „sondern weil ihnen mögliche, von den Eurogewinnern mitzutragende Folgelasten der Einheitswährung und der Liberalisierung von Güter- und Arbeitsmärkten zu weit gehen. Was sie beschwören und zu restaurieren suchen, ist die wirtschaftliche, politische und kulturelle Schutzfunktion territorialer Grenzen.“  Linke Populisten wiederum – beispielsweise in Griechenland, Spanien oder Italien – hätten Mobilisierungserfolge bisher damit erzielt, „dass sie die EU als Verursacher der Schuldenkrise und der aus ihr folgenden ökonomischen und sozialen Krise anklagten oder mit dem Vorwurf eines verfehlten Krisenmanagements operierten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Claus Offe: &amp;#039;&amp;#039;Europa in der Falle.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2016, S. 85 und 121.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Miliopoulos könnte die Flüchtlingskrise dazu führen, dass der souveränitätsfixierte EU-Skeptizismus zusätzlich kulturalistisch und immigrationsfeindlich aufgeladen wird. [[Eurokrise]] und resultierende Sparpolitik andererseits zögen „eine teils linksnationalistische teils antikapitalistische Aufladung des ökonomischen Euroskeptizismus“ nach sich, sodass die bereits vorhandenen Übergänge zwischen EU-skeptischen und EU-feindlichen Kräften sowie zwischen linken und rechten Gruppierungen innerhalb der EU-skeptischen Spektren noch fließender würden.&amp;lt;ref&amp;gt;Lazaros Miliopoulos: &amp;#039;&amp;#039;Europäischer Euroskeptizismus? Eine theoretische Annäherung.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Jürgen Rüttgers]], [[Frank Decker]] (Hrsg.) 2017, S. 73.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Studie des [[European Council on Foreign Relations]] von 2024 wurde 15 081 Erwachsenen in 9 EU-Mitgliedsstaaten, der Schweiz und Großbritannien folgende Frage gestellt: „Which of the following issues has, over the past decade, most changed the way you look at your future?“ Folgende Optionen konnten ausgewählt werden: Klimawandel, Einwanderung, Corona-Pandemie, Russlands Angriff auf die Ukraine, Weltwirtschaftskrise, andere Krisen, keine Präferenz.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Ivan Krastev, Mark Leonard |url=https://ecfr.eu/publication/a-crisis-of-ones-own-the-politics-of-trauma-in-europes-election-year/ |titel=A crisis of one’s own: The politics of trauma in Europe’s election year |datum=2024-01-17 |sprache= |abruf=2024-01-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechnet man, wie es die Autoren der Studie tun, von den Antworten der Stichprobenauswahl auf die 369 Millionen Wahlberechtigten in der Union hoch, gehörten demnach je gut 70 Millionen Menschen zu den Gruppen „Klima“, „Corona“ und „Wirtschaft“. Rund 58 Millionen Wähler gehörten zu der eher EU-skeptischen Gruppe „Zuwanderung“, nochmals 49 Millionen zur Gruppe, für die „Krieg“ das zentrale Thema ist. In der „Wirtschafts“-Gruppe dominierte eine starke Ablehnung aller Regierungen, egal ob rechts oder links. Die Mitglieder der soziologisch als „Stamm“ definierten Gruppe „Krieg“ hingegen unterstützten häufig die aktuellen Regierungen, die sich an die Seite der Ukraine gestellt haben. Die Autoren der Studie glauben, dass zwei der fünf Themen bei der [[Europawahl 2024]] entscheidend sein dürften: Klimaschutz und Migration.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Timm Beichelt]]: &amp;#039;&amp;#039;[https://web.archive.org/web/20151125232601/https://www.kuwi.europa-uni.de/de/lehrstuhl/vs/politik3/Dokumente/publikationen/berliner_debatte_EU-skeptizismus_6-2010.pdf EU-Skepsis als Aneignung europäischer Politik]&amp;#039;&amp;#039; (PDF; 311&amp;amp;nbsp;kB). In: &amp;#039;&amp;#039;[[Berliner Debatte Initial]]&amp;#039;&amp;#039;, 2/2010.&lt;br /&gt;
* [[Frank Decker]], [[Florian Hartleb]]: &amp;#039;&amp;#039;L’euroscepticisme en Allemagne. Les partis politiques et l’Union Européenne.&amp;#039;&amp;#039; In: Laure Neumayer, Antoine Roger, Frédéric Zalewski (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;L’Europe contestée: « populisme » et « euroscepticisme » dans l’Union européenne élargie.&amp;#039;&amp;#039; Michel Houdiard Éditeur, Paris 2008, S. 34–54.&lt;br /&gt;
* Berivan Ergen, Simon Krause, Johanna Rinne: &amp;#039;&amp;#039;[https://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/opus4-wuerzburg/frontdoor/deliver/index/docId/18091/file/WAPS10_Ergen_Krause_Rinne_EU-Skeptizismus.pdf Eine Diskursanalyse des EU-Skeptizismus des Front National, der Freiheitlichen Partei Österreichs und der Partei für die Freiheit.]&amp;#039;&amp;#039; (PDF; 1,1&amp;amp;nbsp;MB). In: &amp;#039;&amp;#039;Würzburger Arbeitspapiere zur Politikwissenschaft und Soziologie (WAPS)&amp;#039;&amp;#039;, 5/2019.&lt;br /&gt;
* [[Florian Hartleb]]: &amp;#039;&amp;#039;Euroskeptizismus in West- und Osteuropa.&amp;#039;&amp;#039; In: Martin H.W. Möllers, Robert Chr. van Ooyen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch für öffentliche Sicherheit 2008/2009.&amp;#039;&amp;#039; Verlag für Polizeiwissenschaft, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2009, S. 479–484.&lt;br /&gt;
* Florian Hartleb: &amp;#039;&amp;#039;A thorn in the side of European elites: The new Euroscepticism, Centre for European Studies.&amp;#039;&amp;#039; Brüssel 2011 ([https://www.martenscentre.eu/sites/default/files/publication-files/thorn-side-european-elites-new-euroscepticism.pdf PDF]).&lt;br /&gt;
* Florian Hartleb: &amp;#039;&amp;#039;Euroskeptische Parteienfamilie.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Uwe Jun]], Benjamin Höhne (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Parteienfamilien. Identitätsbestimmend oder nur noch Etikett?&amp;#039;&amp;#039; Arbeitskreis Parteienforschung der DVPW, Budrich Verlag, Opladen/Berlin/Toronto 2012, S. 302–325.&lt;br /&gt;
* Michael Melcher: &amp;#039;&amp;#039;Awkwardness and Reliability. Die britische Europapolitik von 1997–2013&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum-Verlag, Band 61). Tectum, Marburg 2014, ISBN 978-3-8288-3472-9.&lt;br /&gt;
* Lazaros Miliopoulos: &amp;#039;&amp;#039;Europäischer Euroskeptizismus? Eine theoretische Annäherung.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Jürgen Rüttgers]], [[Frank Decker]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Europas Ende, Europas Anfang. Neue Perspektiven für die Europäische Union.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt/New York 2017.&lt;br /&gt;
* Carolin Rüger: [https://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/opus4-wuerzburg/frontdoor/deliver/index/docId/18477/file/JMP3_Rueger_Oeffentliche_Meinung_Integrationstheorie.pdf &amp;#039;&amp;#039;Fernab der Öffentlichkeit? Öffentliche Meinung im Spiegel der Integrationstheorien.&amp;#039;&amp;#039;] Würzburger Jean-Monnet-Papers 3/2019.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Euroscepticism|EU-Skepsis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:EUSkepsis}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:EU-Skepsis| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Europäische Union]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konzept der europäischen Integration]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;AlexanderVranitzky</name></author>
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