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	<title>Dumping - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-09-24T23:03:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tippfehler&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dumping&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{IPA|ˈdʌmpɪŋ}}; {{enS|to dump|de=abladen}}) ist im [[Außenhandel]] und im [[Wettbewerbsrecht]] der [[Anglizismus]] für den [[Vertrieb]] von [[Gut (Wirtschaftswissenschaft)|Gütern]] oder [[Dienstleistung]]en zu einem [[Marktpreis]], der unterhalb der [[Herstellungskosten]] oder [[Selbstkosten]] liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Der Begriff des Dumping stammt aus dem Außenhandel, worunter allgemein der [[Export]] einer [[Ware]] auf dem [[Weltmarkt]] unterhalb des Marktpreises verstanden wird, der auf dem [[Binnenmarkt|Inlandsmarkt]] ([[Binnenmarktpreis]]) des Exportstaates liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Lexikon_der_Internationalen_Wirtschaftsb/TrZhDwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Dumping+lexikon&amp;amp;pg=PA10&amp;amp;printsec=frontcover Thomas Plümper, &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der internationalen Wirtschaftsbeziehungen&amp;#039;&amp;#039;, 1996, S. 10]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist der geforderte Preis für ein bestimmtes Gut im [[Ausland]] niedriger als im [[Inland]], so spricht man von Dumping.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Handbuch_Preispolitik/qy_yBQAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=dumping+preispolitik&amp;amp;pg=PA168&amp;amp;printsec=frontcover Andreas Herrmann/Hermann Diller, &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Preispolitik&amp;#039;&amp;#039;, 2003, S. 168]&amp;lt;/ref&amp;gt; Dumping als eine Form der internationalen [[Preisdiskriminierung]] ist auf [[Wettbewerbsbeschränkung]]en im Land des [[Exporteur]]s zurückzuführen.&amp;lt;ref&amp;gt;Mitteilungen der [[EU-Kommission]] vom 6. Dezember 2006, &amp;#039;&amp;#039;Das globale Europa&amp;#039;&amp;#039;, in: KOM 2006, S. 4&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier besteht die Gefahr, dass der Exporteur einen unzulässigen [[Wettbewerbsvorteil]] durch Dumping erzielen könnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Lilian Habermann/Holger Pietzsch, &amp;#039;&amp;#039;Individualrechtsschutz im EG-Antidumpingrecht: Grundlagen und aktuelle Entwicklungen&amp;#039;&amp;#039;, 2004, S. 5; ISBN 3-86010-722-4&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden aus inländischer [[Produktion]] Waren unterhalb der Herstellungs- oder Selbstkosten im Inland verkauft, handelt es sich um eine systematische [[Kampfpreisunterbietung]], die wegen fehlendem Auslandsbezug nicht Dumping genannt wird (siehe [[Preisbindung]]). Der klassische [[Benrather Tankstellenfall]] vom Dezember 1931&amp;lt;ref&amp;gt;RG, Urteil vom 18. Dezember 1931, Az.: {{Rspr|II 514/30}}= RGZ 134, 342&amp;lt;/ref&amp;gt; betraf ein [[Preiskartell]] für Autobenzin mit der Absicht eines [[Verdrängungswettbewerb]]s, den das Reichsgericht für unzulässig einstufte. Generell gilt heute eine grundsätzliche Preisunterbietungsfreiheit, sofern sie mit dem [[Lauterkeitsrecht]] vereinbar ist.&amp;lt;ref&amp;gt;BGH, Urteil vom 2. Oktober 2008, Az.: I ZR 48/06 = {{Rspr|GRUR 2009, 416}}; „Küchentiefstpreis-Garantie“&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Inland hergestellte und im Inland verkaufte Waren dürfen mithin unter bestimmten Voraussetzungen auch unterhalb ihrer Herstellungs- oder Selbstkosten verkauft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Betriebswirtschaftslehre ==&lt;br /&gt;
Die [[Betriebswirtschaftslehre]] geht davon aus, dass das [[Unternehmensziel]] der [[Gewinnmaximierung]] in der [[Privatwirtschaft]] nur erreicht werden kann, wenn der Preis &amp;lt;math&amp;gt;p&amp;lt;/math&amp;gt; die Herstellungskosten &amp;lt;math&amp;gt;HK&amp;lt;/math&amp;gt; und eine angemessene [[Gewinnmarge]] &amp;lt;math&amp;gt;G&amp;lt;/math&amp;gt; deckt:&amp;lt;ref&amp;gt;[[Günter Wöhe]]/[[Ulrich Döring]], &amp;#039;&amp;#039;[[Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre]]&amp;#039;&amp;#039;, 25. Auflage, 2013, S. 36/39; ISBN 978-3-8006-4687-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;p = HK + G&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Entsprechend wird das [[Kostendeckungsprinzip]] (in [[öffentliches Unternehmen|öffentlichen Unternehmen]]) erfüllt, wenn der Preis die Herstellungskosten ([[Verwaltungskosten]]) deckt:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;p = HK&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
In beiden Fällen ist sichergestellt, dass die [[Umsatzerlös]]e zumindest die Herstellungskosten decken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formal handelt es sich um Dumping, wenn beim Exporteur&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;p &amp;lt; HK + G&amp;lt;/math&amp;gt;,&lt;br /&gt;
der Preis niedriger ist als Herstellungskosten und Gewinn. Das hat zur Folge, dass [[Jahresfehlbetrag|Verluste]] entstehen, durch die der Exporteur zum [[Grenzanbieter]] wird und letztlich in die [[Insolvenz]] gerät. Der Exporteur muss also versuchen, durch die im Inland erzielten Umsatzerlöse (Inlandsumsatz) auch die [[Fixkosten]] seiner – mit niedrigeren Preisen versehenen – [[Export]]e zu decken, so dass die im Ausland erzielten Exporterlöse lediglich die [[Grenzkosten]] decken müssten.&amp;lt;ref&amp;gt;Verlag Dr. Th. Gabler (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Gabler Wirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, Band 2, 1984, Sp. 1115; ISBN 3-409-30383-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Gelingt dies nicht und wird trotzdem Dumping betrieben, müssen negative [[Externer Effekt|externe Effekte]] für Ausgleich sorgen. Exporteure von Gütern mit negativen externen Effekten müssen nicht alle Kosten tragen, die durch die Produktion ihrer Güter verursacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies kann dadurch geschehen, dass der [[Staat]] seinen Exporteuren eine [[Exportsubvention]] gewährt, deren [[Ertrag|Erträge]] oder Kostenersparnis den Exporteuren zur [[Kostendeckung]] verhelfen. Das gilt auch für staatliche [[Ausfuhrerstattung]]en, [[Prämie|Exportprämien]], [[Fracht (Handelsrecht)|Frachtsubventionen]] oder [[Zins]]subventionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Als erstes weltweites &amp;#039;&amp;#039;Antidumping-Gesetz&amp;#039;&amp;#039; wird in der Fachliteratur der US-amerikanische &amp;#039;&amp;#039;Wilson Tariff Act&amp;#039;&amp;#039; aus 1884 angesehen,&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Knorr, &amp;#039;&amp;#039;Antidumping Rules vs. Competition Rules&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Globalisierung der Weltwirtschaft&amp;#039;&amp;#039;, Band 31, 2004, S. 5&amp;lt;/ref&amp;gt; der eine Bekämpfung unterschiedlicher Preise beim Import vorsah. Im Jahre im 1904 führte [[Kanada]] mit dem &amp;#039;&amp;#039;Custom Tariff Act&amp;#039;&amp;#039; ein Antidumping-Gesetz ein. Es ermöglichte einen [[Importzoll]] auf ausländischen Stahl, ohne dass andere [[Import]]e hiervon betroffen wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Substitution_des_Antidumpingrechts_durch/YKPdc-V4agsC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=dumping+wettbewerbsrecht&amp;amp;printsec=frontcover Xinmiao Yu, &amp;#039;&amp;#039;Substitution des Antidumpingrechts durch extraterritoriale Anwendung des EG-Wettbewerbsrechts&amp;#039;&amp;#039;, 2010, S. 37]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Gesetz erlaubte einen Importzoll auf alle eingeführten Waren, die zu einem unterhalb eines fairen Marktpreises liegenden Importpreis nach Kanada gelangten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[USA]] gab es ein Verbot der Preisdiskriminierung im Inland durch den &amp;#039;&amp;#039;Clayton Act&amp;#039;&amp;#039; von 1914. Der seit 1916 bestehende &amp;#039;&amp;#039;Antidumping Act&amp;#039;&amp;#039; erlaubte den [[Importeur]]en, gegen ausländische Exporteure gerichtlich vorzugehen, die Waren zu Preisen exportierten, welche deutlich niedriger waren als die Preise, zu denen dieselben Produkte im Land des Exporteurs verkauft wurden. Hintergrund dieses Gesetzes waren die zahlreichen deutschen [[Wirtschaftskartell|Kartelle]], die damals in den USA verboten waren. Deutsche Kartelle konnten auf dieser Grundlage den US-Markt penetrieren wie beispielsweise das Farbstoffkartell, das mit 90 % Weltmarktanteil den [[Weltmarkt]] beherrschte.&amp;lt;ref&amp;gt;Xinmiao Yu, &amp;#039;&amp;#039;Substitution des Antidumpingrechts durch extraterritoriale Anwendung des EG-Wettbewerbsrechts&amp;#039;&amp;#039;, 2010, S. 37&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahre 1921 gab es eine Anpassung des Antidumping Acts von 1916. Auf diesen beiden Gesetzen baute das [[Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen|Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen]] (GATT) auf, das im Januar 1948 in Kraft trat. Im Dezember 1994 kam es zu einem Übereinkommen zwischen GATT und der [[Welthandelsorganisation|WTO]] („Antidumping-Übereinkommen“), das die Bestimmungen des GATT konkretisierte. Seit April 1994 ist die WTO [[Rechtsnachfolger]]in des GATT.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wettbewerbsfragen ==&lt;br /&gt;
Das GATT – dessen Antidumping-Regeln noch heute gelten – ist ein [[völkerrechtlicher Vertrag]], der den [[Freihandel]] propagiert und den [[Fairer Handel|fairen Handel]] ({{enS|fair trade}}) unterstützt. Dumping widerspricht den Regeln des fairen Handels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß {{Art.|VI|GATT|RIS-B|DokNr=NOR40081368}} Abs. 1 GATT liegt Dumping vor, wenn Waren zu einem geringeren als dem normalen Warenwert in den Handel eines anderen Landes exportiert werden. Als „normaler Preis“ werden die Herstellungskosten zuzüglich einer angemessenen Gewinnmarge verstanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Ralph Landsittel, &amp;#039;&amp;#039;Dumping im Außenhandels- und Wettbewerbsrecht&amp;#039;&amp;#039;, 1987, S. 17 f.; ISBN 978-3-7890-1366-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Exportpreis einer Ware muss bei Dumping also unter dem Inlandspreis liegen oder dem Preis, zu dem die Ware in einen [[Drittstaat]] exportiert wurde oder der unter den Herstellungskosten liegt. Dumping ist in diesen Fällen bekämpfbar, wenn es zu einer materiellen Schädigung der [[Industrie]] des Importstaates kommt oder eine bedeutende Verzögerung der Errichtung einer heimischen Industrie verursacht oder zu verursachen droht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dumping in diesem Sinne ist Teil der [[Preispolitik]], die auf einen [[Preiswettbewerb]] abzielt. Wenn die im Ausland gültigen Preise dem Exporteur keine (volle) [[Kostendeckung]] mehr gewährleisten, handelt es sich um Dumping im engeren Sinne.&amp;lt;ref&amp;gt;Stephan Koch, &amp;#039;&amp;#039;Die Abwehr des Dumping: Das Beispiel des amerikanischen Rechts&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Otto Sandrock]] (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Abhandlung zum Recht der internationalen Wirtschaft&amp;#039;&amp;#039;, Band 11, 1989, S. 17; ISBN 978-3-8005-6914-4&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Art.|207|aeuv|dejure}} [[AEUV]] erwähnt Dumping und Exportsubventionen als handelspolitische Schutzmaßnahmen, die vom [[Rat der Europäischen Union]] zum Schutz des [[EU-Binnenmarkt]]s beschlossen werden können. Zudem ist auch {{Art.|102|aeuv|dejure}} AEUV im Rahmen eines Missbrauchs der [[Marktbeherrschende Stellung|marktbeherrschenden Stellung]] einschlägig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Dumping kann in der Ausnutzung regional unterschiedlicher zyklischer [[Nachfrage]]schwankungen bestehen ({{enS|cyclical dumping}}), im schnellen [[Marktzutritt]] auf Auslandsmärkten ({{enS|penetration dumping}}), der Abschreckung potenzieller [[Wettbewerb (Wirtschaft)|Konkurrenten]] ({{enS|defensive dumping}}) oder im [[Verdrängungswettbewerb]] ({{enS|predatory dumping}}).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Preispolitik/9NnLU0uVrgMC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=dumping+preispolitik&amp;amp;pg=PA304&amp;amp;printsec=frontcover Hermann Diller, &amp;#039;&amp;#039;Preispolitik&amp;#039;&amp;#039;, 1985, S. 304 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Sinkt die Nachfrage [[konjunktur]]bedingt in einem Importstaat, kann ein Exporteur individuell für diesen Importstaat seine Preise senken, um von dort mehr Nachfrage zu generieren ({{enS|cyclical dumping}}). Wird beim Marktzutritt das [[Preisniveau]] dieses Marktes durch Dumpingpreise eines neu hinzugekommenen Wettbewerbers unterschritten, kann er Nachfrage generieren, die den etablierten Konkurrenten entzogen wird ({{enS|penetration dumping}}).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Formen sind das [[Lohndumping]] und &amp;#039;&amp;#039;Steuerdumping&amp;#039;&amp;#039;, die im Rahmen der [[Globalisierung]] entstehen können.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/%C3%96konomie_Und_%C3%96kologie/rM-p68Oc3MkC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=dumping+lohndumping&amp;amp;pg=PA456&amp;amp;printsec=frontcover Alfred Maußner/Klaus Georg Binder, &amp;#039;&amp;#039;Ökonomie und Ökologie&amp;#039;&amp;#039;, 1999, S. 456]&amp;lt;/ref&amp;gt; Lohndumping wird von der WTO als legales Mittel der [[Wettbewerbsfähigkeit]] eines Staates anerkannt&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Kleines_Politik_Lexikon/LaJsDwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=lohndumping+lexikon&amp;amp;pg=PA235&amp;amp;printsec=frontcover Carsten Lenz/Nicole Ruchlak, &amp;#039;&amp;#039;Kleines Politik-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2001, S. 235]&amp;lt;/ref&amp;gt; und betrifft niedrigere Exportpreise, die durch geringere [[Arbeitskosten]] ([[Personalkosten]] und [[Lohnnebenkosten]]) im [[Niedriglohnland]] verursacht werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Dr_Gablers_Wirtschafts_Lexikon/j3_RBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=lohndumping+lexikon&amp;amp;pg=RA1-PA151&amp;amp;printsec=frontcover Reinhold Sellien, &amp;#039;&amp;#039;Dr. Gablers Wirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, Band 4, 1977, Sp. 152]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Lohndumping liegt nicht vor, wenn das [[Arbeitsentgelt]] der [[Grenzproduktivität der Arbeit]] entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Steuerdumping handelt es sich, wenn Staaten im [[Steuerwettbewerb]] miteinander stehen und versuchen, durch Ausgestaltung ihres nationalen [[Steuersystem (Steuerrecht)|Steuersystems]] bestimmte [[Steuerart]]en unter ein international übliches Niveau zu senken und zu [[Niedrigsteuerland|Niedrigsteuerländern]] oder [[Steueroase]]n werden. Geringere [[Ertragsteuer|Ertrag-]] oder [[Kostensteuern]] verringern die [[Gesamtkosten]] und ermöglichen den begünstigten Exporteuren niedrigere Preise auf dem Weltmarkt. Das von der WTO erlaubte [[Agrardumping]] wird bei [[Agrarprodukt]]en dadurch betrieben, dass die [[Agrarpreise]] teilweise erheblich unter den [[Produktionskosten]] liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich kann unterschieden werden danach, ob der Exporteur selbst Preispolitik betreibt oder der Staat eingreift:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Preispolitik des Exporteurs&amp;#039;&amp;#039;: Motive für Dumping können in der [[Marketing|Markterschließung]] neuer Märkte, im Abbau von [[Überkapazität]]en oder im Verdrängungswettbewerb liegen. Durch letzteren werden Konkurrenten völlig ausgeschaltet, um anschließend den Preis ohne [[Wettbewerbsintensität|Wettbewerbsdruck]] anheben zu können ({{enS|predatory dumping}}).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Internationales_Wirtschaftsrecht/MOkxCgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=dumping+wettbewerbsrecht&amp;amp;pg=PA221&amp;amp;printsec=frontcover Christian Tietje, &amp;#039;&amp;#039;Internationales Wirtschaftsrecht&amp;#039;&amp;#039;, 2015, S. 221]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Staatliche Maßnahmen&amp;#039;&amp;#039;: Der Staat gewährt Exportsubventionen oder andere [[Subvention]]en, senkt [[Unternehmenssteuer]]n oder nimmt eine [[Abwertung (Währung)|Abwertung]] der eigenen [[Währung]] vor ([[kompetitive Abwertung]]).&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Preispolitik trifft der Exporteur autonome Entscheidungen ([[Aktionsparameter]]), während er bei staatlichen Maßnahmen auf die [[Wirtschaftspolitik]] seines Staates angewiesen ist ([[Datenparameter]]), um Dumping betreiben zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Dumping kann erst möglich werden, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind:&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Krugman]]/Maurice Obstfeld/Marc Melitz, &amp;#039;&amp;#039;Internationale Wirtschaft: Theorie und Politik der Außenwirtschaft&amp;#039;&amp;#039;, 9. Auflage: 9., 2011, S. 191; ISBN 978-3-86894-134-0&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Branchenspezifisch [[Unvollkommener Markt|unvollkommener Wettbewerb]]: Unternehmen haben gewissen Einfluss auf die Preise (keine perfekten [[Preisnehmer]]) und&lt;br /&gt;
* [[Marktsegmentierung]]: Inländer können die Exportgüter nicht ohne weiteres kaufen (keine [[Arbitrage]]).&lt;br /&gt;
Dumping betrifft den [[internationaler Handel|internationalen Handel]] und ist eine geografische [[Preisdifferenzierung]], die durch unterschiedliche Nachfragebedingungen ausgelöst wird und fehlende [[Arbitrage]] durch [[Reimport]] voraussetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Plümper, &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der internationalen Wirtschaftsbeziehungen&amp;#039;&amp;#039;, 1996, S. 64&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus der Perspektive des Exportstaates ist Dumping insbesondere dann bedenklich, wenn die Preisdifferenzierung zu einer unerwünschten [[Einkommensverteilung]] im Exportstaat wegen gestiegener [[Produzentenrente|Produzenten-]] und gesunkener [[Konsumentenrente]]n führt.&amp;lt;ref&amp;gt;Verlag Dr. Th. Gabler (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Gabler Wirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, Band 2, 1984, Sp. 1115&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Importland bewirkt die Einfuhr von Dumping-Gütern eine Verbesserung der [[Terms of Trade]] und damit eine Erhöhung der [[Versorgungssicherheit (Nahrung)|Versorgungssicherheit]]. Allerdings kommt es als Folge eines langfristigen Dumpings im [[Worst Case]] zu einer Veränderung der [[Produktionsstruktur]] und zu einem Verdrängungswettbewerb, der konkurrierende Unternehmen im Importland in die Insolvenz treiben kann. Die [[Kostenvorteil|Kosten-]] und [[Wettbewerbsvorteil]]e des Exporteurs sind nicht auf einen natürlichen [[Komparativer Kostenvorteil|komparativen Kostenvorteil]] zurückzuführen und haben zur Folge, dass die Produktion im Importland sinkt und die [[Arbeitslosigkeit]] zunimmt. Während die Wettbewerbsfähigkeit im Exportland steigt, sinkt sie im Importland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das GATT erlaubt in solchen Fällen [[Antidumpingzoll|Antidumpingzölle]] des importierenden Staats, welche die Importpreise erhöhen und damit den Dumping-Effekt kompensieren. Dabei müssen die Kennzahlen&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Dumpingspanne&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|dumping margin}}): Prozentsatz, um den der Exportpreis angehoben werden müsste, um den Normalpreis zu erreichen und&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Schadensspanne&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|injury margin}}): Prozentsatz, um den der Exportpreis angehoben werden müsste, damit inländische Produzenten ihre Kosten decken und eine angemessene Gewinnspanne erzielen können&lt;br /&gt;
berechnet werden. Sie bilden die Grundlage für einen Anti-Dumping-Zoll, der maximal die Höhe der kleineren der beiden Zahlen haben darf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein Dumping liegt vor bei &amp;#039;&amp;#039;Valutadumping&amp;#039;&amp;#039;, [[Sozialdumping]] oder &amp;#039;&amp;#039;Ökodumping&amp;#039;&amp;#039;, weil es an einer Preisdiskriminierung fehlt. Valutadumping ist bei Waren in [[Fremdwährung]] jede Form des Exports durch Abwertung der Währung des Exportlandes.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Grotkopp, &amp;#039;&amp;#039;Zwischenbilanz des Valutadumping&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Bank-Archiv – Zeitschrift für Bank- und Börsenwesen|Bank-Archiv]] 33. Jahrgang Nr. 4, 1933, S. 60&amp;lt;/ref&amp;gt; Es entsteht durch Unterbewertung der Währung des Exportlandes, ohne dass der Exporteur seine [[Verkaufspreis]]e senken muss. Sozialdumping bedeutet, dass im Exportstaat schlechtere [[Arbeitsbedingungen (Betriebsverfassungsgesetz)|Arbeitsbedingungen]] durch niedrigere [[Sozialstandard]]s herrschen, so dass Exportgüter international preisgünstiger angeboten werden. &amp;#039;&amp;#039;Echtes Sozialdumping&amp;#039;&amp;#039; liegt vor, wenn soziale Standards partiell außer Acht gelassen werden z.&amp;amp;nbsp;B. im Falle von [[Schwarzarbeit]] außerhalb der [[Arbeitszeit]] durch sozialversicherte Vollzeitbeschäftigte. Der günstige Endpreis kann nur deswegen angeboten werden, weil der Leistungserbringer die Kosten der sozialen Absicherung nicht auch auf die Schwarzarbeit umlegt. Ökodumping schließlich geschieht dadurch, dass ein Exportland niedrigere oder keine [[Umweltstandard]]s besitzt und dabei bewusst auf eine vollständige [[Internalisierung (Wirtschaft)|Internalisierung]] inländischer [[Schaden]]skosten verzichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Volkswirtschaftslehre/EDOHBwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=%C3%96kodumping&amp;amp;pg=PA686&amp;amp;printsec=frontcover Brigitte Hewel/Renate Neubäumer, &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;, 2005, S. 686]&amp;lt;/ref&amp;gt; Folge ist für einen Exporteur, dass er durch fehlende [[Umweltkosten]] niedrigere Gesamtkosten aufweist und deshalb niedrigere Preise verlangen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig wird der Dumping-Vorwurf auch unberechtigterweise erhoben, um handelspolitische Maßnahmen zu rechtfertigen oder ausländische Anbieter zur freiwilligen Selbstbeschränkung zu zwingen, so zum Beispiel beim [[Byrd Amendment]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Penetrationspreissetzung]]&lt;br /&gt;
* [[Penetrationsstrategie]]&lt;br /&gt;
* [[Ruinöser Wettbewerb]]&lt;br /&gt;
* [[Schutzklausel-Kodex]]&lt;br /&gt;
* [[Verursachungsgerechtigkeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Richard Reuter: &amp;#039;&amp;#039;Dumping aus marktökonomischer Sicht&amp;#039;&amp;#039;. Deutscher Universitätsverlag; Auflage: 1996 (15. Juli 1996). ISBN 978-3-8244-6329-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|dumping}}&lt;br /&gt;
* [https://www.wto.org/english/tratop_e/adp_e/adp_e.htm WTO Anti-Dumping - Gateway]&lt;br /&gt;
* Magazin [[Markt und Mittelstand]]: [https://www.marktundmittelstand.de/zukunftsmaerkte/existenzrisiko-antidumping-1126061/ &amp;#039;&amp;#039;Existenzrisiko Antidumping&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4128764-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Außenwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Außenwirtschaftstheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handelspolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Preispolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Welthandelsrecht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaftspolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zoll]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zollpolitik]]&lt;/div&gt;</summary>
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