<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Dschaz%C4%ABra</id>
	<title>Dschazīra - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Dschaz%C4%ABra"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dschaz%C4%ABra&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-21T23:37:29Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dschaz%C4%ABra&amp;diff=1557839&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Oshakati City: /* Literatur */Vorname ausgeschrieben, Weiterleitung hinzugefügt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dschaz%C4%ABra&amp;diff=1557839&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-02-27T05:20:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt;Vorname ausgeschrieben, Weiterleitung hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Jazira.png|mini|Die Dschazira im [[Naher Osten|Nahen Osten]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Jezirah 0001.jpg|mini|Die Dschazira in Nordostsyrien zwischen [[Tell Brak]] und [[Nusaybin]] an der türkischen Grenze. Getreide wächst hier im Regenfeldbau. Im Sommer weiden Schafe und Ziegen die Stoppelfelder ab. Juni 2005]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dschazīra&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|الجزيرة&amp;amp;lrm;|w=al-Dschazīra|d=al-Ǧazīra|b=die Insel}}, heute häufig auch {{arF|الجزيرة الفراتية&amp;amp;lrm;|w=al-Dschazīra al-Furātīya|b=die Euphrat-Insel}}) ist eine [[Kulturlandschaft]] im Nordwesten des [[Irak]] und im Nordosten [[Syrien]]s. Andere Schreibweisen sind &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dschasira&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dschesireh&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (z. B. bei [[Karl May]]; {{enS|Jazirah}}, {{frS|Djazirah}} und {{itS|Gesireh}}). Das Gebiet stimmt mit Ober[[mesopotamien]] überein und erstreckt sich vom [[Euphrat]] bis zum [[Tigris]]. Es entspricht so dem geographischen Begriff &amp;#039;&amp;#039;[[Mesopotamien#Definitionen|Mesopotamien]]&amp;#039;&amp;#039; in der antiken Literatur. Der [[Chabur]] entspringt in der [[Türkei]] und fließt auf 440&amp;amp;nbsp;km durch diese Landschaft, bis er am Nordrand der [[Syrische Wüste|Syrischen Wüste]] in den Euphrat mündet. Die größeren Städte der Dschazīra sind [[Mossul]], [[Deir ez-Zor]], [[ar-Raqqa|Raqqa]], [[al-Hasaka]] und [[Qamischli]]. Der westliche syrische Teil entspricht dem [[Gouvernement al-Hasaka]]. Die Hauptstadt der westlichen Region ist al-Hasaka. Der östliche irakische Teil ist identisch mit der irakischen Provinz [[Ninawa]]. Die Hauptstadt der östlichen Region ist Mossul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kokab Mountain al Hasakah.JPG|mini|Berg Kokab bei [[al-Hasaka]]. August 2009]]&lt;br /&gt;
Die Dschazīra befindet sich im Nordwesten des heutigen [[Irak]] und erstreckt sich geographisch bis in heutige Teile von [[Syrien]] und der [[Türkei]]. Diese Lage zwischen [[Euphrat]] und [[Tigris]], den beiden lebensspendenden Flüssen [[Mesopotamien]]s, macht die Region zu einem fruchtbaren Gebiet, das historisch als [[Kornkammer]] der Region galt. Die Flüsse sorgen nicht nur für fruchtbare Böden, sondern auch für eine reiche [[Biodiversität]] und haben die Entwicklung von [[Bewässerung]]ssystemen ermöglicht, die die [[landwirtschaft]]liche Produktivität steigern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;diercke1&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://diercke.de/content/euphrat-und-tigris-wassernutzung-978-3-14-100800-5-141-5-1|titel=Euphrat und Tigris – Wassernutzung|hrsg=Westermann Gruppe|abruf=2024-05-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Vegetation]] in der Dschazīra ist ein Spiegelbild der klimatischen und [[Topografie (Kartografie)|topografischen]] Vielfalt der Region. In den feuchteren Gebieten dominieren [[Grasland|Grasländer]] und Buschvegetation, während in den trockeneren Bereichen Halbwüsten- und [[Wüste]]nvegetation vorherrscht. Die [[Boden (Bodenkunde)|Bodenbeschaffenheit]] variiert ebenfalls stark, von fruchtbaren [[Alluvialboden|Alluvialböden]] entlang der [[Ufer|Flussufer]] bis zu [[sand]]igen und [[lehm]]igen Böden in den trockeneren Gebieten. Die natürliche Vegetation und die Bodenbeschaffenheit sind entscheidend für die landwirtschaftliche Nutzung der Region, die seit Jahrtausenden eine wichtige Rolle in der Ernährungssicherheit des [[Naher Osten|Nahen Ostens]] spielt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;holleis&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.dw.com/de/nahost-kampf-um-ern%C3%A4hrungssicherheit/a-61495755|autor=Jennifer Holleis|titel=Nahost: Kampf um Ernährungssicherheit|hrsg=Deutsche Welle|datum=2022-04-17|abruf=2024-05-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Klima]] in der Dschazīra ist überwiegend [[Kontinentalklima|kontinental]] mit heißen Sommern und kühlen bis kalten Wintern. Die [[Niederschlag]]smengen variieren stark und sind in der Regel im Winter höher als im Sommer. Diese klimatischen Bedingungen beeinflussen die landwirtschaftlichen Anbaumuster und die Verfügbarkeit von Wasserressourcen, was wiederum direkte Auswirkungen auf die [[Sozioökonomie|sozioökonomische Struktur]] der Region hat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wmo&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur|Titel=State of Global Water Resources 2022: Report|Hrsg=[[Weltorganisation für Meteorologie|World Meteorological Organization]]|Nummer=1333|Ort=Genf|Datum=2023|ISBN=978-92-63-11333-7|Online=https://library.wmo.int/viewer/68473/download?file=1333_en.pdf&amp;amp;type=pdf&amp;amp;navigator=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dschazīra ist nicht nur [[Geographie|geographisch]], sondern auch [[wirtschaft]]lich und [[sozial]] eine wichtige Region. Die Landwirtschaft spielt eine zentrale Rolle in der Wirtschaft der Dschazīra. Insbesondere der Anbau von [[Getreide]] wie [[Weizen]] und [[Gerste]] sowie die [[Zucht|Viehzucht]] sind vorherrschend.&amp;lt;ref name=&amp;quot;malteser&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.malteser-international.org/de/hilfe-weltweit/naher-osten/irak/finanzielle-selbstaendigkeit-durch-viehzucht-im-irak.html|titel=Finanzielle Selbständigkeit und Ernährungssicherheit durch Viehzucht|hrsg=Malteser International|abruf=2024-05-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Wasserverfügbarkeit|Verfügbarkeit von Wasser]] durch die beiden großen Flüsse ermöglicht intensive [[Bewässerungsfeldwirtschaft|Bewässerungslandwirtschaft]], die die Grundlage für die [[Ernährungssicherung|Ernährungssicherheit]] in der Region bildet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;diercke7&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://diercke.de/content/sdostanatolien-bewsserungsprojekt-westlicher-teil-978-3-14-100900-2-147-3-1|titel=Südostanatolien – Bewässerungsprojekt (westlicher Teil)|hrsg=Westermann Gruppe|abruf=2024-05-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Region steht jedoch auch vor erheblichen Herausforderungen. Dazu gehören [[Wasserknappheit]] und -management, [[Bodenerosion]] und die Auswirkungen des [[Klimawandel]]s. Die Übernutzung von Wasserressourcen für die Landwirtschaft hat zu einer Verringerung der Wassermenge in den Flüssen und zu einer Verschlechterung der [[Wasserqualität]] geführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zakar&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur|Autor=Muhammad Z. Zakar et al.|Titel=Klimawandelbedingte Wasserknappheit: Auswirkungen auf Gesundheit durch politische und soziale Konflikte|Hrsg=Heiko J. Jahn et al.|Sammelwerk=Klimawandel und Gesundheit|Verlag=Springer Spektrum|Ort=Berlin|Datum=2013|DOI=10.1007/978-3-642-38839-2_10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese [[Umweltproblem]]e erfordern [[Nachhaltigkeit|nachhaltige Managementstrategien]], um die langfristige Lebensfähigkeit der Region zu sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch gesehen ist die Dschazīra eine Region von großer [[Kultur|kultureller Bedeutung]]. Sie war ein Zentrum früher [[Zivilisation]]en in Mesopotamien und hat zahlreiche [[Bodendenkmal|archäologische Stätten]], die Aufschluss über die frühen Besiedlungen und landwirtschaftlichen Praktiken geben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bizreh&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://syrian-heritage.org/de/die-syrische-jazira-eine-aussergewoehnlich-reiche-archaeologische-landschaft/|autor=Hiba Bizreh|titel=Die syrische Jazira – eine außergewöhnlich reiche archäologische Landschaft|hrsg=Syrian Heritage Archive Project|abruf=2024-05-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;em&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur|Autor=[[Roger Matthews (Archäologe)|Roger Matthews]]|Titel=The early prehistory of Mesopotamia. 50,000 - 4,500 BC|Verlag=Brepols|Ort=Turnhout|Datum=2000|ISBN=2-503-50729-8}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die kulturelle Vielfalt der Region spiegelt sich auch in der heutigen Zeit in der Vielfalt der [[Sprache]]n, [[Religion]]en und [[Ethnie|ethnischen Gruppen]] wider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
{{Überarbeiten|Diskussionsseite im Abschnitt „Überarbeiten des Geschichtsabschnitts“|Dieser Abschnitt}}&lt;br /&gt;
=== Frühe Geschichte ===&lt;br /&gt;
Teile der Dschazīra gehörten im [[Präkeramisches Neolithikum B|PPNB]] zu der Region, in der erstmals die Pflanzen und Tiere [[Domestizierung|domestiziert]] wurden, die auch nach der [[Letzte Kaltzeit|Kaltzeit]] bei der Besiedelung Europas mitgenommen wurden. Nordmesopotamien war das Herzstück des antiken [[Assyrien]]s und eine wirtschaftlich gedeihende Region mit verschiedenen landwirtschaftlichen Produkten wie Früchten und Getreide. Es besaß ein produktives Fertigungssystem für Lebensmittel und Bekleidung. Die Position der Region an den Grenzen zum [[Sassaniden|sassanidischen]] und [[Byzantinisches Reich|byzantinischen]] Reich machte es später zu einem wichtigen Wirtschaftszentrum. Diese Vorteile bestanden auch noch, als Muslime Teile des byzantinischen Anatoliens erobert hatten. Die Dschazīra umschloss die damaligen sassanidischen Provinzen Arbayestan, Nisibis und Mossul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Islamische Reiche ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Al-Jazira.svg|mini|hochkant=1.3|Die Dschazira in frühislamischer Zeit, mit den drei Haupteinteilungen: [[Diyar Mudar]], [[Diyar Bakr]] und [[Diyar Rabi&amp;#039;a]]]]&lt;br /&gt;
Die arabische Eroberung der Dschazīra erfolgte zur Zeit des zweiten Kalifen [[ʿUmar ibn al-Chattāb]] (634–644) im Wesentlichen durch den Prophetengefährten ([[Sahāba]]) ʿIyād ibn Ghanm (gest. 641). Er wurde entweder durch ʿUmar oder durch [[Abū ʿUbaida ibn al-Dscharrāh]] mit diesem Unternehmen beauftragt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[al-Balādhurī]]: &amp;#039;&amp;#039;Kitāb Futūḥ al-Buldān.&amp;#039;&amp;#039; Ed. Michael Jan de Goeje. Brill, Leiden, 1866, S. 172 ({{archive.org|liberexpugnatio00goejgoog|Blatt=n517}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Araber führten die ehemalige Verwaltung unverändert weiter mit der Ausnahme, dass sie jetzt bei den Nichtmuslimen die [[Dschizya]]-Steuer erhoben. Nichtmuslime hatten außerdem die Muslime mit einem monatlichen Betrag an Getreide und Pflanzenöl zu unterstützen.&amp;lt;ref&amp;gt;Al-Balādhurī: &amp;#039;&amp;#039;Kitāb Futūḥ al-Buldān.&amp;#039;&amp;#039; S. 125. – Dt. Übers. O. Rescher. S. 126 ({{archive.org|kitbfuthelbu00balduoft|Blatt=126}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur Zeit [[Muʿāwiya I.|Muʿāwiyas]] (Gouverneur Syriens und späterer Kalif und Gründer der [[Umayyaden]]dynastie), wurde die Verwaltung der Dschazīra in die Verwaltung Syriens integriert. Während der frühen islamischen Reiche wurde die Verwaltung mit der von [[Armenien]] geteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wohlstand der Region und seine hohen landwirtschaftlichen und fertigungstechnischen Erträge machte es zu einem Streitobjekt verschiedener lokaler Herrscher. Mehrere Eroberer versuchten vergeblich, die verschiedenen Städte der ehemaligen sassanidischen Provinzen und die kürzlich eroberte byzantinische Provinz Mesopotamien unter einer Einheit an sich zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch die spätere Führungsmacht der Muslime in Bagdad, namentlich die Abbasiden, wollten die Dschazīra unter ihrer direkten Kontrolle haben. Denn zu der Zeit war die Dschazīra auch eine der steuerlich ergiebigsten Provinzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der frühen Geschichte des Islams war die Dschazīra ein Zentrum der [[Charidschiten]]bewegung und musste so andauernd von den Kalifen unterworfen werden. Später etablierten die [[Hamdaniden]], Nachfolger der Charidschiten, im neunten Jahrhundert einen autonomen Staat in der Dschazīra und Nordsyrien. Das Verschwinden der Hamdaniden brachte die Region wieder unter die nominelle Herrschaft der Kalifen in Bagdad, während die echte Herrschaft in den Händen der [[Buyiden]] lag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Türkische Reiche ===&lt;br /&gt;
Nachdem sie die Herrschaft der Buyiden beseitigt hatten, übernahmen die [[Seldschuken]] im 11. Jahrhundert die Macht. Zwischenzeitlich war auch das [[Byzantinisches Reich|Byzantinische Reich]] unter der [[Makedonische Dynastie|Makedonischen Dynastie]] in Randbereiche der Dschazīra vorgedrungen. Dieses Vordringen wurde in der [[Schlacht bei Manzikert]] beendet und teilweise rückgängig gemacht. Nach dem Tod des Sultans [[Malik Schah I.]] zerbrach das Seldschukenreich in kleinere Staaten. In dieser Zeit gründeten während des [[Erster Kreuzzug|Ersten Kreuzzugs]] die Kreuzfahrer in der Region die [[Grafschaft Edessa]]. Aus einer der Herrschaften, die sich im Zerfall des Seldschukenreichs gebildet hatten, konnte der [[Atabeg]] von Mossul, [[Zengi]], die Herrschaft über die Dschazīra gewinnen und 1144 die Herrschaft der Kreuzfahrer in Edessa beseitigen. Seine Nachfolger, die [[Zengiden]] gewannen auch die Herrschaft über das islamische Syrien, ihre Herrschaft dort wurde aber durch [[Saladin]] beseitigt, der die Dynastie der [[Ayyubiden]] begründete. Diese lösten bis 1250 auch die Zengidennebenlinien in der Dschazīra weitgehend ab. Die spätere Entwicklung der Region wurde durch den Aufstieg Mossuls und Nisibis&amp;#039;, die beide wichtige kommerzielle und produzierende Zentren waren, bestimmt. An der Nordgrenze ihres Reichs rivalisierten die Ayyubiden mit den [[Sultanat der Rum-Seldschuken|Rumseldschuken]]. 1258 eroberten die [[Mongolisches Reich|Mongolen]] unter [[Hülegü]] die Stadt [[Eroberung von Bagdad|Bagdad]] und drangen weiter nach Syrien vor, wo sie 1260 in der [[Schlacht bei ʿAin Dschālūt|Schlacht an der Goliathsquelle]] gestoppt und über den Euphrat zurückgedrängt wurden. In der Folge herrschten Hülegüs Nachfolger, die [[Ilchane]] in der Dschazīra, später die [[Timuriden]], die [[Qara Qoyunlu]] und die [[Aq Qoyunlu]]. Nachdem deren Herrschaft durch die [[Safawiden]] gestürzt worden war, griffen die [[Osmanisches Reich|Osmanen]] ein. 1514 besiegte der Osmanensultan [[Selim I.]] den Safawidenschah [[Ismail I. (Schah)|Ismail I.]] in der [[Schlacht bei Tschaldiran]]. Danach kam die Dschazīra unter die Kontrolle der Osmanen, blieb aber bis zum [[Vertrag von Qasr-e Schirin]] 1639 Vorstößen aus dem Iran ausgesetzt. Das Osmanische Reich verlor die Herrschaft im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Moderne Geschichte ===&lt;br /&gt;
Im [[Sykes-Picot-Abkommen]] hatten die Siegermächte die Dschazīra als französisches Einflussgebiet vorgesehen, letztlich wurde sie aber entlang der heutigen syrisch-irakischen Grenze geteilt. Tausende christliche Flüchtlinge aus der Türkei betraten die syrische Dschazīra nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]]. Zusätzlich kamen 1933 nach der Unabhängigkeit des Irak 17.000 [[Assyrer (Gegenwart)|assyrische]] Christen und 7000 [[Chaldäer|chaldäische]] Katholiken wegen Verfolgung und Massakern aus dem Nordirak in das [[Völkerbundmandat für Syrien und Libanon|französische Mandatsgebiet]], wo sie am [[Chabur]] angesiedelt wurden ([[Chabur-Assyrer]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;meforum.org&amp;quot;&amp;gt;Ray J. Mouawad: [https://www.meforum.org/17/syria-and-iraq-repression &amp;#039;&amp;#039;Syria and Iraq – Repression: Disappearing Christians of the Middle East.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;The Middle East Quarterly.&amp;#039;&amp;#039; Band 8, Nr. 1, Winter 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archäologie ==&lt;br /&gt;
Die Dschazīra-Region, gelegen im oberen Mesopotamien zwischen den mächtigen Flüssen Euphrat und Tigris, ist eine der Wiegen der menschlichen Zivilisation. Ihre reiche archäologische Landschaft bietet einzigartige Einblicke in die frühen menschlichen Siedlungen, die [[Urbanisierung|Entwicklung urbaner Zentren]] und die Entstehung komplexer Gesellschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bizreh&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die archäologischen Funde in der Dschazīra-Region belegen eine kontinuierliche menschliche Besiedlung seit dem [[Jungsteinzeit|Neolithikum]]. Die günstigen klimatischen Bedingungen und die fruchtbaren Böden entlang der Flussufer des Euphrat und Tigris ermöglichten den frühen Gemeinschaften, sich niederzulassen und Landwirtschaft zu betreiben. Mit der Zeit entwickelten sich aus diesen Siedlungen einige der ersten städtischen Zentren der [[Weltgeschichte]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;crabben&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.worldhistory.org/trans/de/2-9/landwirtschaft-im-fruchtbaren-halbmond--mesopotami/|autor=Jan van der Crabben|titel=Landwirtschaft im fruchtbaren Halbmond &amp;amp; Mesopotamien|hrsg=World History Publishing|datum=2023-03-22|abruf=2024-05-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Teil Mesopotamiens spielte die Dschazīra eine zentrale Rolle in der Entstehung und Entwicklung der mesopotamischen Zivilisation. Die Region war Schauplatz bedeutender historischer Ereignisse und beherbergte Städte, die in den antiken Quellen erwähnt werden. Archäologische [[Ausgrabung]]en haben [[Tempel]], [[Palast|Paläste]] und [[Archiv]]e zutage gefördert, die wertvolle Informationen über die [[Politik|politische Organisation]], [[Wirtschaft]], [[Religion]] und [[Kultur]] der mesopotamischen Reiche liefern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kuehne&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.die-bibel.de/ressourcen/wibilex/altes-testament/dur-katlimmu|autor=[[Hartmut Kühne]]|titel=Dur-Katlimmu|hrsg=Deutsche Bibelgesellschaft|datum=2020-08|abruf=2024-05-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Archäologie in der Dschazīra steht vor zahlreichen Herausforderungen, darunter die Erhaltung von [[Befund (Archäologie)|Fundstätten]], die Bedrohung durch illegale Grabungen und die Auswirkungen von Konflikten in der Region. Trotz dieser Schwierigkeiten haben Archäologen fortschrittliche Methoden angewandt, um die Vergangenheit zu erforschen. Dazu gehören [[Fernerkundung]]stechniken, die Analyse von Satellitenbildern und [[geophysik]]alische Untersuchungen, die es ermöglichen, verborgene Strukturen unter der Erdoberfläche zu identifizieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ao&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/syriens-kulturschaetze-in-gefahr-2335/|titel=»Syriens Kulturschätze in Gefahr«|hrsg=archaeomedia|datum=2013-08-09|abruf=2024-05-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen in der Dschazīra umfassen die Ausgrabung von [[Tell Schech Hamad]], der antiken Stadt Dur-Katlimmu.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kuehne&amp;quot; /&amp;gt; Diese Fundstätte hat wichtige Erkenntnisse über das [[Assyrisches Reich|mittelassyrische Reich]] geliefert und beinhaltet unter anderem die Überreste eines Palastes und eines umfangreichen Archivs mit [[Tontafel|Keilschrifttafeln]]. Diese Texte bieten Einblicke in die Verwaltung, das [[Rechtspflege|Rechtswesen]] und die Wirtschaft der assyrischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cancik&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur|Autor=[[Eva Cancik-Kirschbaum]]|Titel=Die Assyrer. Geschichte, Gesellschaft, Kultur|Verlag=Beck|Ort=München|Datum=2003|ISBN=3-406-50828-6}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegenwärtige Situation ==&lt;br /&gt;
Dschazīra ist eine der vier [[Diözese|Erzdiözesen]] der [[Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien|Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien]]. Die anderen befinden sich in [[Aleppo]], [[Homs]] und [[Damaskus]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;meforum.org&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten 40 Jahren sind viele [[Östliches Christentum|Christen]] aus diesem Gebiet ausgewandert. Wichtige Gründe waren die Dürren, die Auswanderung der Christen aus der Türkei und der Einstrom von Kurden aus dem Osten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;meforum.org&amp;quot; /&amp;gt; In neuester Zeit verstärkte sich dieser Trend durch den Ausbruch des [[Bürgerkrieg in Syrien seit 2011|syrischen Bürgerkriegs]] 2011.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Nafi Nasser Al-Kasab: &amp;#039;&amp;#039;Die Nomadenansiedlung in der irakischen Jezira.&amp;#039;&amp;#039; Geographisches Institut, Tübingen 1966.&lt;br /&gt;
* Ralph W. Brauer: &amp;#039;&amp;#039;Boundaries and Frontiers in Medieval Muslim Geography.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Transactions of the American Philosophical Society,  New Series&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 85, Nr. 6, 1995, S. 1–73, https://doi.org/10.2307/1006658.&lt;br /&gt;
* J. G. Dercksen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Anatolia and the Jazira during the Old Assyrian period.&amp;#039;&amp;#039; Nederlands Institut voor het Nabije Oosten, Leiden 2008.&lt;br /&gt;
* [[Almut von Gladiss]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Dschazira. Kulturlandschaft zwischen Euphrat und Tigris.&amp;#039;&amp;#039; Museum für Islamische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin, Berlin 2006, ISBN 3-88609-557-6.&lt;br /&gt;
* Ralph Hempelmann: &amp;#039;&amp;#039;Tell Chuēra, Kharab Sayyar und die Urbanisierung der westlichen Ǧazīra.&amp;#039;&amp;#039; Harrassowitz, Wiesbaden 2013.&lt;br /&gt;
* [[Guy Le Strange]]: &amp;#039;&amp;#039;The lands of the eastern caliphate.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge 1930.&lt;br /&gt;
* Michael G. Morony: &amp;#039;&amp;#039;Iraq after the Muslim Conquest.&amp;#039;&amp;#039; Princeton University Press, Princeton 1984; Neuauflage: Gorgias Press, Piscataway, NJ 2005, ISBN 1-59333-315-3.&lt;br /&gt;
* Julian Raby: &amp;#039;&amp;#039;The art of Syria and the Jazīra: 1100-1250.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, Oxford 1985.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Dschazira}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mesopotamien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Irak)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Syrien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grenze zwischen dem Irak und Syrien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Oshakati City</name></author>
	</entry>
</feed>