<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Druckfarbe</id>
	<title>Druckfarbe - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Druckfarbe"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Druckfarbe&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-07T22:45:12Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Druckfarbe&amp;diff=110811&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Druckfarbe&amp;diff=110811&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-01-12T05:12:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Inks and additives in a lithographic printing studio.jpg|mini|Druckfarben und -additive in einem lithographischen Druckstudio]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Druckfarben&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind [[farbmittel]]haltige [[Gemisch]]e, die mit Hilfe einer [[Druckform]] auf einen [[Bedruckstoff]] übertragen werden. Druckfarben müssen in dünner Schicht (trockene Druckfarbenschichten im [[Offsetdruck]] und [[Flexodruck]] sind 1–3&amp;amp;nbsp;µm dick,&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=R.H. Leach, R.J. Pierce |Titel=The Printing Ink Manual |Auflage=5 |Verlag=Blueprint |Datum=1993 |ISBN=978-0-948905-81-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt; hingegen im [[Siebdruck]] bis zu 15&amp;amp;nbsp;µm) einen intensiv gefärbten Farbfilm bilden. Dazu enthalten sie [[Farbmittel]], in der Regel anorganische und organische [[Pigmente]], [[Titandioxid]] oder [[Farbruß]], sowie [[Lösemittel]] oder ein anderes Trägermedium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Farbmittel]] müssen auf den Substraten in einem dauerhaften und mechanisch belastbaren Farbfilm eingebettet sein – dazu enthalten viele Druckfarben zusätzliche [[Bindemittel]], die die [[Pigmente]] umhüllen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Druckvorgangs ist ein Übergang vom flüssigen Zustand, in dem die Druckfarbe auf der [[Druckmaschine]] und der [[Druckform]] verteilt und übertragen werden kann, in den trockenen, festen Zustand auf den Bedruckstoff erforderlich. Zur Erfüllung dieser Anforderung enthalten Druckfarben flüssige Komponenten, die durch Verdunsten, [[Wegschlagen]] (Eindringen) in den Bedruckstoff oder durch chemische Reaktion den Übergang flüssig/fest ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.dod.uni-wuppertal.de/fileadmin/_migrated/content_uploads/Skript_Farbentrocknung.pdf |titel=Trocknungsmechanismen bei Druckfarben |autor=Bernd Th. Grande |abruf=2017-02-24 |format=PDF}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einteilung von Druckfarben ==&lt;br /&gt;
Je nach den Anforderungen des jeweiligen [[Druckverfahren]]s, der verwendeten Druckmaschinentechnik und den üblicherweise eingesetzten Bedruckstoffen (Substraten) kommen sehr unterschiedliche Druckfarbenformulierungen zum Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Toner]] der [[Elektrofotografie|elektrostatischen]] und die Tinten der [[Tintenstrahldrucker|Tintenstrahl]]-Druckverfahren sind keine Druckfarben nach der üblichen Definition. Die Bezeichnung Druckerschwärze für (schwarze) Druckfarbe wird fachsprachlich nicht mehr verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rollenoffset-Coldsetdruckfarben (Zeitungsdruck) ===&lt;br /&gt;
Mittels Rollenoffset-Coldsetdruckfarben werden Zeitungen und zeitungsähnliche Werbeschriften hergestellt. Die Farben trocknen durch [[Wegschlagen]] der Flüssigkomponente in den Bedruckstoff.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.lackindustrie.de/druckfarben/drupa/Seiten/Vortrag-4-drupa-2016.aspx |titel=Vortrag 4: Vielfalt der Druckfarbe – Aufbau und Anforderungen |abruf=2017-02-24 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20170225130308/http://www.lackindustrie.de/druckfarben/drupa/Seiten/Vortrag-4-drupa-2016.aspx |archiv-datum=2017-02-25 |offline=ja }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 8–20 % [[Pigmente]]&lt;br /&gt;
* 25–35 % [[Polymer]]e bzw. [[Harz (Material)|Harze]] (z. B. [[kolophonium]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;modifizierte Harze)&lt;br /&gt;
* 40–60 % Öle (Mineralöl, [[Pflanzenöle|Pflanzenöl]], modifiziertes Pflanzenöl)&lt;br /&gt;
* 2–5 % Additive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rollenoffset-Heatsetdruckfarben ===&lt;br /&gt;
Unter Verwendung der Heatsetdruckfarben werden Zeitschriften, Kataloge, Bücher und Werbeschriften hergestellt. Die Farben trocknen durch Verdunsten von [[Mineralöl]]en mithilfe thermischer Energie, daher der Name „Heatset“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 8–15 % [[Pigmente]]&lt;br /&gt;
* 25–40 % Polymere bzw. Harze (kolophoniummodifizierte Harze und Kohlenwasserstoffharze)&lt;br /&gt;
* 30–45 % hochsiedende Mineralöle (Siedebereich 250–310 °C)&lt;br /&gt;
* 2–8 % Additive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bogenoffset-Druckfarben ===&lt;br /&gt;
Mittels Bogenoffset-Druckfarben werden Bücher, Werbeschriften, Zeitschriften, Verpackungen (z.&amp;amp;nbsp;B. für Lebensmittel oder Kosmetika), Kalender, Poster und Flyer hergestellt. Die Farben trocknen durch [[Wegschlagen]] und oxidative Trocknung ([[Polymerisation]]) von Pflanzenölen und deren Derivaten. Die Mehrzahl der heute in Europa produzierten Bogenoffset-Druckfarben ist mineralölfrei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 10–30 % [[Pigmente]]&lt;br /&gt;
* 25–35 % Polymere bzw. Harze (kolophoniummodifizierte Harze, [[Alkydharze]])&lt;br /&gt;
* 30–40 % flüssige Komponenten (z. B. Pflanzenöl oder Mineralöl)&lt;br /&gt;
* 5–10 % Additive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Illustrationstiefdruckfarben ===&lt;br /&gt;
In diesem Druckverfahren werden Zeitschriften, Kataloge und Werbeschriften in hohen Auflagen hergestellt. Die Farben trocknen durch Verdunsten von Toluol oder Ethylacetat, das in der Druckanlage rückgewonnen und wiederverwendet wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.lackindustrie.de/druckfarben/verschiedens/Seiten/Positionspapier-Toluol---Fakten-und-Daten.aspx |wayback=20170211155837 |text=&amp;#039;&amp;#039;Positionspapier Toluol – Fakten und Daten&amp;#039;&amp;#039;}} Website des Verbandes der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.&amp;amp;nbsp;V. Abgerufen am 10. Februar 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 12–15 % [[Pigmente]]&lt;br /&gt;
* 20–30 % Polymere bzw. Harze (kolophoniummodifizierte Harze, Kohlenwasserstoffharze)&lt;br /&gt;
* 45–60 % [[Toluol]] oder [[Ethylacetat]]&lt;br /&gt;
* 2–5 % Additive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüssigfarben (wasserbasiert) ===&lt;br /&gt;
In diesen Verfahren werden Verpackungen aus Papier, Karton und Folien sowie Tapeten, Geschenkpapiere, Hygienepapiere (Tissue) und Dekorpapiere bedruckt. Die Farben trocknen durch Verdunsten und [[Wegschlagen]] von Wasser.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 15–25 % [[Pigmente]]&lt;br /&gt;
* 10–25 % Polymere bzw. Harze&lt;br /&gt;
* 35–60 % Wasser&lt;br /&gt;
* 8–12 % Additive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüssigfarben (lösemittelbasiert) ===&lt;br /&gt;
In diesen Verfahren werden Verpackungen aus Folien und Verbundwerkstoffen sowie Dekorfolien bedruckt. Die Farben trocknen durch Verdunsten von Lösemitteln, die im Druckprozess aufgefangen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 12–18 % Pigmente&lt;br /&gt;
* 12–18 % Polymere bzw. Harze (z. B. [[Celluloseester]], [[Polyurethane]], [[Vinylpolymer]])&lt;br /&gt;
* 35–65 % Lösemittel ([[Ethanol]], [[Ethylacetat]])&lt;br /&gt;
* 2–5 % Additive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Strahlenhärtende Druckfarben ===&lt;br /&gt;
Diese Druckfarben kommen für spezielle Anwendungen in verschiedenen Druckverfahren zum Einsatz. Es werden unter anderem Verpackungen, Etiketten, Veredelungen, Kunststoffflaschen und Tuben bedruckt. Die Farben trocknen durch lichtinduzierte Polymerisation von Acrylat-Oligomeren und -Monomeren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 10–30 % Pigmente&lt;br /&gt;
* 40–80 % Acrylat-Oligomere und -monomere&lt;br /&gt;
* 10–20 % Additive (inklusive Photoinitiatoren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeine Anforderungen an Druckfarbe ==&lt;br /&gt;
=== Optische Eigenschaften ===&lt;br /&gt;
Die Druckfarbe soll einen geforderten [[Farbton]] (Farbort, Farbstärke, Hell/Dunkel) auf einem Bedruckstoff realisieren. [[Glanz|Oberflächenglanz]], metallischer Glanz und Interferenzerscheinungen lassen ein Druckprodukt hochwertiger erscheinen. Teilweise werden Glanzeffekte auch durch Lacke erzielt.&lt;br /&gt;
Die optischen Eigenschaften sind abhängig von dem Druckverfahren, dem Bedruckstoff, dem Standort des Betrachters, sowie der Lichtquelle, unter der das Druckprodukt betrachtet wird.&lt;br /&gt;
Glanzeffekte sind abhängig vom Betrachtungswinkel des Beobachters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mechanische Eigenschaften ===&lt;br /&gt;
Die mechanischen Eigenschaften von Druckfarben werden auch [[Rheologie|rheologische]] Eigenschaften genannt. Die Vielzahl unterschiedlicher Druckverfahren und Bedruckstoffe erfordert unterschiedliche Druckfarben. Druckfarben für Druckprozesse, bei denen der Farbauftrag durch Walzen erfolgt (Offsetdruck, Flexodruck, Tiefdruck) erfordern einen guten Transport der Farbe über die Farbwalzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Farbtransport wird über die &amp;#039;&amp;#039;[[Zügigkeit]]&amp;#039;&amp;#039; der Farbe bestimmt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.dod.uni-wuppertal.de/fileadmin/_migrated/content_uploads/Rheologie_fuer_Druckfarben.pdf |titel=Rheologie für Druckfarben |autor=Bernd Th. Grande |abruf=2017-02-24 |format=PDF}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie ist ein komplexes Verhältnis von Viskosität, Kohäsion und Adhäsion und wird als &amp;#039;&amp;#039;tack&amp;#039;&amp;#039; in der Druckfarbenprüfung gemessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chemische und physikalische Eigenschaften ===&lt;br /&gt;
Die chemischen und physikalischen Eigenschaften bestimmen maßgeblich das Trocknungsverhalten einer Druckfarbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;[[Wegschlagen]]&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet das Eindringen einer Druckfarbe in einen Bedruckstoff.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www2.kba.com/fileadmin/user_upload/KBA_Report/35_druckfarben_de.pdf |titel=KBA Glossar Druckfarben |abruf=2017-02-24 |format=PDF |archiv-url=https://web.archive.org/web/20160910111927/http://www2.kba.com/fileadmin/user_upload/KBA_Report/35_druckfarben_de.pdf |archiv-datum=2016-09-10 |offline=ja }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Wegschlagende Farben sind Farben, die aus einem Träger (oftmals ein Leinölderivat) und einem Pigment sowie einem Firnisbildner bestehen. Im einfachsten Fall besteht die Farbe nur aus Pigment und [[Leinöl]]. Das Wegschlagen einer Druckfarbe muss für einen qualitativ hochwertigen Druck genau definiert sein. Dabei spielt auch der Bedruckstoff eine entscheidende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Oxidation des Bindemittels&amp;#039;&amp;#039; ist ein chemischer Prozess, der ebenfalls oft zur [[Trocknung (Druckfarben)|Trocknung von Druckfarben]] beiträgt. Die Oberfläche der Druckfarbe wird durch den dünnen Auftrag auf den Bedruckstoff gegenüber dem Volumen stark vergrößert. Der Sauerstoff aus der Umgebungsluft greift die [[Doppelbindung]]en des Bindemittels an. Es startet eine [[Kettenreaktion]] der Bindemittelkomponenten, die zur Vernetzung zu einem 3-dimensionalen, stabilen Gebilde innerhalb der gedruckten Farbschicht führt. Bei physikalisch trocknenden Druckfarben erfolgt die Verfestigung auf dem Druckträger durch [[Verdampfung]] / Verdunstung des flüchtigen Bestandteils der Druckfarbe oder durch [[Strahlenhärtung]]. Als flüchtige Bestandteile werden Wasser (lösemittelfreie Druckfarben) oder [[Alkohole]], [[Ester]], [[Ketone]] (in der Regel für Verpackungsdruckfarben), Toluol (für Illustrationstiefdruckfarben) oder hochsiedende Mineralöle (Rollenoffsetfarben) eingesetzt. Strahlenhärtende Druckfarben (Offset- oder Flexodruckfarben) werden durch [[radikalische Polymerisation]] der ungesättigten [[Polymere]] gehärtet – ausgelöst durch [[UV-Strahlen]] (ultra violett, Wellenlänge unterhalb des sichtbaren Bereichs zwischen 120 und 380&amp;amp;nbsp;nm) oder durch ESH ([[Elektronenstrahlhärtung]]). Diese Aushärtung erfolgt in weniger als einer Sekunde. Die Druckfarben haben hohe Beständigkeiten (vernetzt) und sind lösemittelfrei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;[[Toxikologie|Toxikologischen Eigenschaften]]&amp;#039;&amp;#039; von Druckfarben sind vor allem für den Einsatz von Druckprodukten zur Verpackung von Lebensmitteln,&amp;lt;ref&amp;gt;{{EU-Verordnung|2004|1935|titel=über Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen|abruf=2017-02-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; aber auch bei Spielzeug&amp;lt;ref&amp;gt;{{EU-Richtlinie|2009|48|titel=über die Sicherheit von Spielzeug|abruf=2017-02-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und Hygieneprodukten von entscheidender Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Physikalische Beständigkeit&amp;#039;&amp;#039; einer Druckfarbe ist die Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischen Belastungen und Strahlung. Prüfgrößen sind daher zum Beispiel die Abrieb-/[[Scheuerfestigkeit]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.fogra.org/plugin.php?menuid=431&amp;amp;template=mv/templates/mv_show_front.html&amp;amp;mv_id=26&amp;amp;extern_meta=x&amp;amp;mv_content_id=47&amp;amp;getlang=de |titel=Fogra Forschungsgesellschaft Druck e.&amp;amp;nbsp;V. – Scheuern der Druckfarbe |abruf=2017-02-24 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20170225133652/https://www.fogra.org/plugin.php?menuid=431&amp;amp;template=mv/templates/mv_show_front.html&amp;amp;mv_id=26&amp;amp;extern_meta=x&amp;amp;mv_content_id=47&amp;amp;getlang=de |archiv-datum=2017-02-25 |offline=ja }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Wischfestigkeit]]. Die [[Lichtechtheit]] wird vor allem durch die Beständigkeit der Farbe gegenüber UV-Strahlung bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Chemische Beständigkeit&amp;#039;&amp;#039; ist die Widerstandsfähigkeit gegenüber [[Chemische Reaktion|chemischen Reaktionen]] mit jeglicher Art von Stoffen. Die [[chemische Beständigkeit]] ist eine Anforderung, die vor allem an Verpackungen gestellt wird. Je nach Einsatzzweck werden [[Lösemittelbeständigkeit]], [[Fettbeständigkeit]] (Butter), [[Säurebeständigkeit]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Essig), Basenbeständigkeit (z.&amp;amp;nbsp;B. Reinigungsmittel), Speichel (z.&amp;amp;nbsp;B. Kinderspielzeug, Süßigkeiten), Schweiß, Milch etc. gefordert. Diese sind durch entsprechende Normen und Verordnungen wie zum Beispiel DIN ISO 12040, DIN [[ISO 2836]], DIN EN 71, EN 646 und Verordnung (EU) 10/2011 geregelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dispergierung ===&lt;br /&gt;
Für den Offsetdruck spielt neben der verständlichen Wasserechtheit die Dispergierung der Pigmente im Druckfarbenfirnis eine wichtige Rolle. Eine schlechte Dispergierung (feinste Verteilung) führt zu Pigmentagglomeraten (Pigmentklumpen), die bei Schichtdicken um 1&amp;amp;nbsp;µm durch aus der Schichtoberfläche herausragende Agglomerate eine Verminderung der Farbstärke und des Glanzes zur Folge haben. Betroffen ist dadurch ebenfalls die Transparenz. Die Dispergierung erfolgt zum einen während der Druckfarbenherstellung und zum anderen zusätzlich im Walzenfarbwerk der Offsetdruckmaschine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestandteile von Druckfarbe ==&lt;br /&gt;
Druckfarben bestehen aus:&lt;br /&gt;
* [[Farbmittel]]n ([[Pigment]]e oder [[Farbstoff]]e)&lt;br /&gt;
* [[Bindemittel]]n ([[Harz (Material)|Harze]] und [[Polymer]]e)&lt;br /&gt;
* [[Lösungsmittel]] (organische Lösemittel, [[Reaktivverdünner]] oder Wasser)&lt;br /&gt;
* [[Additiv]]e, zum Einstellen spezifischer Eigenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Farbmittel ===&lt;br /&gt;
Farbmittel werden in [[Pigment]]e oder [[Farbstoff]]e unterteilt. Pigmente liegen in Form von anorganischen und organischen, farbigen, schwarzen oder weißen Materialien vor und sind im Verarbeitungsmedium praktisch unlöslich. Farbstoffe hingegen verlieren im Verarbeitungsmedium ihre Kristall-/Partikelstruktur und lösen sich darin.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Willy Herbst, Klaus Hunger|Titel=Industrielle Organische Pigmente|Verlag=Wiley-VCH|Ort=|Datum=|Seiten=|ISBN=978-3-527-62496-6}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Sonderrolle nehmen die [[Effektpigment]]e auf Basis von Metallschliffen und Glimmer ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bindemittel ===&lt;br /&gt;
Bindemittel dienen dazu, die [[Farbmittel]] zu benetzen und eine beständige Bindung mit dem Substrat zu ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Ulrich Poth|Titel=Synthetische Bindemittel für Beschichtungssysteme|Auflage=1|Verlag=Vincentz Network|Ort=|Datum=|Seiten=|ISBN=978-3-86630-878-7}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Auswahl erfolgt nach [[Drucktechnik|Druckverfahren]], Substrat und Anforderungen des Endprodukts. Bindemittel liegen im Farbsystem in Lösemittel gelöster Form oder in disperser Form vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre grundlegende Eigenschaft ist die Ausbildung einer für den Druckprozess erforderlichen [[Rheologie]] die erst den Farbtransport mittels Lösungsmittel von der [[Druckform]] zum Substrat ermöglicht. Weiterhin ermöglicht sie die Ausbildung eines [[Farbfilm]]s beim Trocknen der Druckfarbe der die späteren Eigenschaften des Druckes entscheidend mitbestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Harze ====&lt;br /&gt;
Grundstoff der Hartharze ist [[Kolophonium]] (Baumharz) aus Portugal, Brasilien, Mexiko oder China. Durch chemische Modifikation wird gezielt eingestelltes Hartharz hergestellt. Hartharze bilden einen harten bis spröden Film auf der Oberfläche des Bedruckstoffes aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundstoff der Flüssigharze ([[Alkydharze|Alkyde]]) sind Leinöl oder Sojaöl. Druckfarben aus Flüssigharzen bilden einen weniger spröden Farbfilm und die Benetzung der Pigmente bei der Herstellung wird erleichtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Druckfarbenfirnisse ====&lt;br /&gt;
Im [[Buchdruck|Buch-]] und [[Offsetdruck]] werden Firnisse als Bindemittel eingesetzt. In diesen Druckfarben werden nahezu alle mechanischen, physikalischen und chemischen Endeigenschaften durch die Firnisse bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mischungen mit ungefähr gleichen Anteilen aus Harzen und Ölen werden als &amp;#039;&amp;#039;Firnisse&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Harze haben eine sehr hohe [[molare Masse]] und liegen daher „kolloid“ gelöst vor. Beim Mischvorgang nehmen sie Öle in sich auf und quellen dadurch auf. Es werden Pflanzenöle (native Öle) und mineralische Öle eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lösemittel ===&lt;br /&gt;
Als Lösemittel werden organische Lösemittel, Wasser und [[Reaktivverdünner]] eingesetzt. Ihre Aufgabe ist es, die Inhaltsstoffe wie Pigmente, Bindemittel oder Additive in dispergierter und/oder gelöster Form aufzunehmen und den Transport über die Druckform auf das Substrat zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Druckprozess entweicht das Lösungsmittel aus der gedruckten Schicht durch Trocknung/Verdunstung oder Wegschlagen; teilweise wird es bei der Polymerisation in den Farbfilm eingebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Additive ===&lt;br /&gt;
Additive können unterstützend bei der Produktion der Druckfarben sowie zur Optimierung der Druckfarbe eingesetzt werden, um auf spezifische Anforderungen des Endproduktes oder bei der Applikation Einfluss zu nehmen. Bei der Produktion der Druckfarben werden unterstützend Dispergieradditive und [[Entschäumer]] eingesetzt, zur Erreichung spezieller Anforderungen und zur Unterstützung der Applikation werden Substratnetzmittel, Entschäumer, Wachse und Gleitmittel eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herstellung von Druckfarben ==&lt;br /&gt;
Bei der Herstellung von Druckfarben unterscheidet man grob zwei Fertigungsbereiche:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Herstellung der pigmentierten/farbgebenden Komponente&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Hier werden die Pigmente durch Mahl-/Reibprozesse auf die zur Erzielung der gewünschten Farbstärke erforderlichen Teilchengröße dispergiert und als disperse Teilchen im Medium (Lösungsmittel und/oder Bindemittel, Additiv) gelöst. Das Produkt wird durch Zugaben von Bindemitteln/Firnis aufgelackt und entweder als Konzentrat oder druckfertig eingestellte Komponente an die Druckerei geliefert.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Herstellung der nicht pigmentierten/farbgebenden bindemittelbasierten Produkte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Hier werden die verschiedensten Bindemittel im Lösungsmittel gelöst, bzw. als Dispersionen (bei wässrigen Systemen) kombiniert und mit Additiven versetzt, um die für den Druckfarbentyp und die für die finale Applikation gewünschten Eigenschaften zu erzielen. Diese werden als Zwischenprodukte für die weitere interne Verwendung bei der Druckfarbenfertigung wie auch als Verschnitt-/Firniskomponente an die Druckerei geliefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prüfung von Druckfarben ==&lt;br /&gt;
Bei der Prüfung von Druckfarben werden die für das jeweilige Druckverfahren spezifischen Kenngrößen und farbrelevante Parameter für das gedruckte Endprodukt untersucht. Beispiele für spezifische Kenngrößen bilden die [[Viskosität]], der Festkörpergehalt, der [[Farbort]], die [[Farbstärke]] oder der [[pH-Wert]]. Als Beispiele für farbrelevante Parameter für das gedruckte Endprodukts sind der [[Abrieb]], der [[Glanz]], die Verbundhaftung, die Spaltfestigkeit und die Knitterbeständigkeit zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auftrag der Farbe ==&lt;br /&gt;
Der Auftrag der Druckfarbe auf dem Bedruckstoff (Applikation) erfolgt bei allen [[Druckverfahren]] in zwei Schritten. Zunächst wird die Druckfarbe auf die [[Druckform]] aufgebracht. Anschließend erfolgt eine Übertragung der Druckfarbe auf den Bedruckstoff. Der Auftrag und die Dosierung der Druckfarbe auf die Druckform und der Übertrag von der Druckform auf den Bedruckstoff variieren je nach Druckverfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Druckveredelung ==&lt;br /&gt;
Die Druckveredelung stellt die Behandlung des Bedruckstoffes nach dem eigentlichen Druck dar. Sie trägt zur besseren Haltbarkeit und zum besseren Aussehen des bedruckten Stoffes bei. Die Druckveredelung wird vor allem dann eingesetzt, wenn eine gewisse Scheuerfestigkeit erreicht werden soll. Um diesen Prozess durchführen zu können, muss die Druckfarbe vollständig getrocknet sein. Des Weiteren ist es wichtig, dass der Bedruckstoff frei von Scheuerschutzpasten, [[Silikon]]en und [[Wachs]]en ist. Es ist zu beachten, dass auf Grund der nachträglichen Behandlung des Bedruckstoffes Farbtöne verändert werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lacke ===&lt;br /&gt;
Lacke dienen dem Schutz der bedruckten Oberfläche, der Optimierung geforderter Eigenschaften wie beispielsweise dem [[Abrieb]] und der Erzielung spezieller Designeffekte (z.&amp;amp;nbsp;B. Spotlackierung). Lacke sind auf Basis aller bekannten Systeme (wasserbasiert, lösemittelbasiert, UV-basiert) verfügbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dispersionslacke ===&lt;br /&gt;
Die Dispersionslacke werden in der Druckmaschine über ein Lackwerk auf den Bedruckstoff gebracht. Auf Grund ihres hohen Wasseranteils werden Dispersionslacke auch Wasserlack genannt. Filmbildend ist eine Polymerdispersion aus modifizierten Acrylaten und eine Harzlösung (Firnis). Trocknung durch Verdampfung des Hauptanteils an Wasser. Es gibt weder eine störende Geruchsbildung, noch ein Vergilben. Ein weiterer Bestandteil sind Wachse (Scheuerfestigkeit und Gleitfähigkeit) und Benetzungsmittel.&lt;br /&gt;
Dispersionslacke werden vor allem im Offsetdruck eingesetzt, um den Bedruckstoff haltbarer zu machen, ihm ein hochwertiges Aussehen zu verleihen und als Schutz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
Die historische [[Buchdruck]]farbe war [[schwarz]] und wurde im Wesentlichen aus [[Ruß]] und [[Leinöl]] erzeugt. Lange Zeit war dies auch mit geringeren Kosten gegenüber dem [[Farbdruck]] verbunden. Moderne Druckfarben sind hochkomplexe Stoffgemische, so dass sich im Laufe der technischen Entwicklung die Preise angenähert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2011 betrug der weltweit mit Druckfarben erzielte Umsatz rund 20 Mrd. US-Dollar. Während der Druckfarben-Verbrauch für klassische [[Druckerzeugnis|Printmedien]] (zum Beispiel Bücher, Zeitungen, Werbekataloge) zurückgeht, steigt die Nachfrage für Verpackungen, Etiketten und [[Digitaldruck]] (zum Beispiel Fotobücher). Von den Druckfarben, die im Jahr 2023 verkauft wurden, basierten 35,5 % auf Mineralöl, 29,6 % auf Lösungsmitteln und 21,7 % auf Wasser. Zunehmend wird versucht, Druckfarben umweltverträglicher zu machen, etwa durch Verringerung des Mineralöl-Anteils oder Verzicht auf giftige Schwermetalle. Insgesamt wächst der Druckfarbenmarkt derzeit weltweit im Durchschnitt um rund 1 % pro Jahr.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://ceresana.com/produkt/marktstudie-druckfarben-welt |titel=Marktstudie Druckfarben – Welt |hrsg=Ceresana |datum=2024-08 |sprache=de |abruf=2025-01-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Farbdruck]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Hubert Blana |Titel=Die Herstellung |Ort=München |Verlag=K.G. Saur |Datum=1998 |ISBN=3-598-20067-6 }}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Hans Jürgen Scheper |Titel=Prüfungswissen Drucktechnik |Ort=Itzehoe |Verlag=Beruf und Schule |Datum=2005 |ISBN=3-88013-623-8 }}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Hrsg=Ulrich Zorll |Titel=Römpp Lexikon. Lacke und Druckfarben |Verlag=Thieme |Ort=Stuttgart |Datum=1998 |ISBN=3-13-776001-1 }}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Titel=Printing Ink Handbook |Auflage=7 |Datum=2017 |Verlag=National Association of Printing Ink Manufacturers (NAPIM) |Sprache=en }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4150726-5}}&lt;br /&gt;
* [http://dr13.de/kompendium/druck/druckfarben/ Aufbau und Zusammensetzung von Druckfarben]&lt;br /&gt;
* [https://wp.radiertechniken.de/werkzeuge/farbe-und-farbenherstellung/ Bindemittel, Tiefdruckfarben]&lt;br /&gt;
* [http://www.lackindustrie.de/druckfarben/Seiten/Uebersichtsseite.aspx Übersichtsseite Fachgruppe Druckfarben]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4150726-5|LCCN=sh85106810|NDL=00564155}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Beschichtungswerkstoff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Farbreproduktion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Drucktechnik-Verbrauchsmaterial]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
	</entry>
</feed>