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	<title>Dromedar - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dromedar&amp;diff=48542&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-14555-94: Siehe Artikel Sarcocystis</title>
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		<updated>2026-03-07T09:02:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Siehe Artikel Sarcocystis&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Dromedar&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Camelus dromedarius&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Carl von Linné|Linnaeus]], 1758&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Altweltkamele&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Camelus&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Kamele&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Camelidae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Schwielensohler&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Tylopoda&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Unterordnung&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Paarhufer&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Artiodactyla&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = Laurasiatheria&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Überordnung&lt;br /&gt;
| Bild             = Camelcalf-feeding.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Dromedarstute mit Jungtier&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dromedar&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Camelus dromedarius&amp;#039;&amp;#039;), auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Einhöckriges&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Arabisches Kamel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, ist eine [[Säugetier]]art aus der Gattung der [[Altweltkamele]] innerhalb der Familie der [[Kamele]] (Camelidae). Es ist als Last- und Reittier in weiten Teilen [[Asien]]s und [[Afrika]]s verbreitet, in seiner [[Wildform]] jedoch ausgestorben. Nachkommen von freigelassenen oder entlaufenen Tieren leben heute noch in großer Zahl verwildert in den Zentralregionen [[Australien]]s. Der Name kommt aus dem [[Griechische Sprache|griechischen]] {{lang|grc|δρομάς}} (&amp;#039;&amp;#039;dromás&amp;#039;&amp;#039;), was „laufend“ bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale ==&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery perrow=&amp;quot;2&amp;quot; class=&amp;quot;float-right&amp;quot; mode=&amp;quot;nolines&amp;quot; caption=&amp;quot;Anatomie&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Camel Skeleton - Richard Owen - On the Anatomy of Vertebrates (1866).jpg|Skelett eines Dromedars&lt;br /&gt;
Datei:Dromedar-Fuss.jpg|Dromedarfuß&lt;br /&gt;
Datei:Dromedary heart.jpg|Dromedarherz&lt;br /&gt;
Datei:Camel-lying-sideways-sinai.jpg|Liegendes Dromedar, Hornschwielen&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dromedare sind an ihrem einzelnen Höcker sofort vom [[Trampeltier]], dem zweihöckrigen Kamel, unterscheidbar. Sie erreichen eine [[Kopf-Rumpf-Länge]] von 2,3 bis 3,4 Metern, eine [[Widerrist|Schulterhöhe]] von 1,8 bis 2,3 Metern und ein Gewicht von 300 bis 700 Kilogramm. Der Schwanz ist mit rund 50 Zentimetern relativ kurz. Das [[Fell]] ist meist sandfarben, es kommen jedoch auch andere Farbschläge von weiß bis extrem dunkelbraun vor. Scheitel, Nacken, Hals und Rumpf sind mit längerem Haar bedeckt. Diese Tiere haben einen langen Hals, auf dem ein langgezogener Kopf sitzt. Die Oberlippe ist gespalten und die verschließbaren Nasenlöcher sind schlitzförmig. Die Lider tragen sehr lange Wimpern. Diverse Hornschwielen befinden sich auf dem [[Brustbein]], an Ellenbogen, Handwurzel, Ferse und Knie. Die Füße haben, wie bei allen Kamelen (auch [[Lama (Kamel)|Lama]], [[Alpaka]], [[Vikunja]], [[Guanako]] in Südamerika), zwei Zehen, die anstatt mit Hufen mit schwieligen Polstern versehen sind. Der [[Magen]] setzt sich wie bei allen Kamelen aus mehreren Kammern zusammen, was das Verdauen der Pflanzennahrung erleichtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Herz wiegt etwa 5&amp;amp;nbsp;kg; es hat zwei Ventrikel mit der Spitze nach links gekrümmt. Die Pulsfrequenz beträgt 50 Schläge pro Minute.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hegazi1954&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal|last1=Hegazi|first1=A. H.|title=The liver of the camel as revealed by macroscopic and microscopic examinations|journal=American Journal of Veterinary Research|date=1954|volume=15|issue=56|pages=444–6 |language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dromedare haben (wie alle Kamele) als einzige Säugetiere ovale rote Blutkörperchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hegazi1953&amp;quot; /&amp;gt; Der pH-Wert des Blutes variiert von 7,1 bis 7,6 (zum Vergleich: der pH-Wert von menschlichem Blut liegt normalerweise zwischen 7,36 und 7,44). Der individuelle Zustand der Hydratation, das Geschlecht und die Zeit des Jahres können die Blutwerte beeinflussen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;barakat&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal|last1=Barakat|first1=M. Z.|last2=Abdel-Fattah|first2=M.|title=Seasonal and sexual variations of certain constituents of normal camel blood|journal=[[Transboundary and Emerging Diseases|Zentralblatt für Veterinärmedizin Reihe A]]|date=1971|volume=18|issue=2|pages=174–8|doi=10.1111/j.1439-0442.1971.tb00852.x |language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Lungen haben keine Lappen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;leese1918&amp;quot;&amp;gt;{{cite book|last1=Leese|first1=A. S.|authorlink=Arnold Leese|title=&amp;quot;Tips&amp;quot; on camels for veterinary surgeons on active service|date=1918|pages=1–56|url=http://krishikosh.egranth.ac.in/bitstream/1/22454/1/SVAC3800.pdf|publisher=Bailliere, Tindall And Cox |location=London, UK |language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein dehydriertes Kamel hat eine niedrigere Atemfrequenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schmidt1967&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal|last1=Schmidt-Nielsen|first1=K.|last2=Crawford|first2=E. C. Jr.|last3=Newsome|first3=A.E.|last4=Rawson|first4=K. S.|last5=Hammel|first5=H.T.|title=Metabolic rate of camels: effect of body temperature and dehydration|journal=American Journal of Physiology|date=1967|volume=212|pages=341–6 |language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Jede Niere hat eine Kapazität von 858&amp;amp;nbsp;cm&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt; und kann Urin mit hohen Chloridkonzentrationen produzieren. Wie das Pferd hat das Dromedar keine Gallenblase. Die grauviolette, halbmondförmige Milz wiegt weniger als 500&amp;amp;nbsp;g.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hegazi1953&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal|last1=Hegazi|first1=A. H.|title=The spleen of the camel compared with other domesticated animals and its microscopic examination|journal=Journal of the American Veterinary Medical Association|date=1953|volume=122|issue=912|pages=182–4 |language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die annähernd dreieckige, vierkammerige Leber wiegt 6,5&amp;amp;nbsp;kg; ihre Abmessung beträgt rund 60&amp;amp;nbsp;cm in der Länge, 42&amp;amp;nbsp;cm in der Breite an der Basis und 18&amp;amp;nbsp;cm Breite an der Spitze.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mammal&amp;quot;&amp;gt;I. U. Kohler-Rollefson: &amp;#039;&amp;#039;Camelus dromedarius.&amp;#039;&amp;#039;  Mammalian Species 375, 1991, S. 1–8 ([https://academic.oup.com/mspecies/article/doi/10.2307/3504297/2600652])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anpassung an den trockenen Lebensraum ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wadi Rum Desert, Jordan, Camels in the desert.jpg|mini|Dromedare in der Wüste ([[Wadi Rum]])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Anpassung an trockenes [[Klima]] ermöglicht es Dromedaren, in [[wüste]]nhaften Gebieten zu leben. Sie haben die Fähigkeit, lange ohne Wasser auszukommen, da sie viel Wasser im Körper speichern können. Der Rückenhöcker enthält Fettvorräte, die das Tier bei Futtermangel verbrennen kann, um Energie zu gewinnen. Zwar legt das Dromedar in seinem Höcker keinen Wasservorrat an, jedoch bedarfsweise in seinem Magen. Die [[Niere]]n resorbieren einen Großteil der Flüssigkeit, indem sie den [[Urin]] stark konzentrieren. Auch dem [[Kot]] wird vor der Ausscheidung die meiste Flüssigkeit entzogen; er kann sofort nach dem Ausscheiden verbrannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Körpertemperatur]] von Dromedaren sinkt während der Nacht sehr stark ab, so dass tagsüber der Körper sich nur langsam aufwärmt und das Tier lange Zeit nicht zu schwitzen braucht. Während einer Trockenperiode kann ein Dromedar bis zu 25 % seines Körpergewichts verlieren, ohne zu verdursten. In zehn Minuten kann es durch Wasseraufnahme sein durch Schwitzen verlorenes Körpergewicht wieder erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anpassung der Nieren, die Mechanismen zur Regulierung der Körpertemperatur und die [[Resorption]] von Wasserdampf aus der Atemluft mit Hilfe der [[Nasenschleimhaut|Nasenschleimhäute]] wurden insbesondere von [[Knut Schmidt-Nielsen]] erforscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Dromedar-range.png|mini|Verbreitungsgebiet des Dromedars]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Spots and camels. By Josef Schofield AWC 2010 (28625212405).jpg|mini|Wilde Dromedare in Australien]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dromedar ist in ganz [[Nordafrika]], am [[Horn von Afrika]] und in Asien von [[Vorderasien]] mit [[Anatolien]] bis in den Nordwesten [[Indien]]s als Haustier verbreitet. Die südliche Verbreitungsgrenze bildet in der [[Sahelzone]] von Senegal bis Sudan etwa der 13.–15. Grad nördlicher Breite, in Ostafrika (Somalia und Kenia) der 2. Grad südlicher Breite; die nördliche Grenze liegt in [[Turkestan]], wo es teilweise neben dem zweihöckrigen [[Trampeltier]] vorkommt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mammal&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dromedare wurden auch auf dem [[Balkanhalbinsel|Balkan]], in [[Namibia]] und auf den [[Kanarische Inseln|Kanarischen Inseln]] eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die [[Kamele in Australien|Dromedare in Australien]] Mitte des 19. Jahrhunderts aus Indien eingeführt worden waren, um sie für die Erschließung des Binnenlands zu nutzen, wurden sie von etwa 1840 bis 1907 als Nutztiere verwendet. Die Nachkommen von freigelassenen oder entlaufenen Tieren leben bis heute dort verwildert in den Zentralregionen. Diese [[Population (Biologie)|Population]] ist die einzige freilebende Dromedarpopulation der Welt; in dem 2010 verabschiedeten „Nationalen Aktionsplan zu wildlebenden Kamelen“ gingen die Autoren von mehr als einer Million Tiere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|text=Informationen auf der Website des Northern Territory Government |url=http://lrm.nt.gov.au/feral/camel |wayback=20150209010504}} (abgerufen am 8. Februar 2015).&amp;lt;/ref&amp;gt; Einer Schätzung von 2013 zufolge ist die Zahl der Dromedare jedoch lange nicht so groß, wie bisher angenommen. Sie belief sich nach Umsetzung eines „Programms zur Kamelkontrolle“, in dessen Verlauf innerhalb von vier Jahren 160.000 Dromedare abgeschossen wurden, und nach einer Dürre, während der sich deren Zahl um weitere 100.000 Tiere reduzierte, auf lediglich etwa 300.000 Tiere.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/panorama/australien-scharfschuetzen-erlegten-160-000-kamele-a-934898.html Spiegel online: &amp;#039;&amp;#039;Plage in Australien: Scharfschützen erlegten 160.000 Kamele&amp;#039;&amp;#039;] (abgerufen am 21. November 2013).&amp;lt;/ref&amp;gt; Dennoch stellen die Dromedare, deren Population sich unkontrolliert alle acht bis zehn Jahre verdoppeln würde, in zunehmendem Maße ein Problem dar. Während der [[Buschbrände in Australien 2019/2020]] drangen riesige Herden auf der Suche nach Wasser und Nahrung bis in Gemeinden der Ureinwohner vor. Sie hätten das Trinkwasser verschmutzt und die knappen Lebensmittelvorräte geplündert, hieß es seitens des Umweltministeriums des Bundesstaates [[South Australia]]. Wegen der anhaltenden extremen Dürre wurde deshalb mit der Zwangstötung von bis zu 10.000 Kamelen begonnen – zum „Schutz von Mensch und Tier“, wie es hieß.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.orf.at/091212-45748/45749txt_story.html |wayback=20091216071324 |text=&amp;#039;&amp;#039;Bericht über Abschüsse von wilden Kamelen&amp;#039;&amp;#039; auf ORF.at }} (abgerufen am 13. Dezember 2009).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.dw.com/de/australien-lässt-tausende-kamele-abschießen/a-51924233|titel=Dürre und Buschfeuer – Australien lässt Tausende Kamele abschießen| werk=Website der [[Deutsche Welle|Deutschen Welle]]|datum=2020-01-08|abruf=2020-01-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Der Spiegel |url=https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/australien-scharfschuetzen-sollen-wegen-duerre-10-000-kamele-toeten-a-2f8084a6-2efe-4d40-8a72-004bc5f59d41 |titel=Dürre: Scharfschützen sollen in Australien 10.000 Kamele töten – Der Spiegel – Wissenschaft |abruf=2020-01-08 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Südwesten der [[USA]] gab es aus denselben Gründen wie in Australien eine wildlebende Population, die jedoch Anfang des 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts ausgerottet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebensweise ==&lt;br /&gt;
=== Sozialverhalten ===&lt;br /&gt;
Dromedare sind tagaktiv. Freilebende Tiere leben meist in Haremsgruppen, die sich aus einem Männchen (Hengst), mehreren Weibchen (Stuten) und dem dazugehörenden Nachwuchs (Fohlen) zusammensetzen. Heranwachsende Männchen schließen sich oft zu Junggesellengruppen zusammen, diese sind aber nicht sehr langlebig. Manchmal kommt es zwischen Männchen zu Kämpfen um die Führungsrolle in einer Gruppe, die durch Bisse und Fußtritte ausgetragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nahrung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:DromedaryGroupIsrael052611.jpg|mini|Dromedarherde im Negev]]&lt;br /&gt;
Diese Tiere sind wie alle Kamele Pflanzenfresser, die alle Arten von Pflanzen zu sich nehmen können – sogar dornige und salzige. Die Nahrung wird wenig zerkaut verschluckt und gelangt zunächst in den Vormagen, um nach dem Wiederkäuen endgültig verdaut zu werden. Dieser Vorgang ähnelt dem der [[Wiederkäuer]] (Ruminantia), zu denen die Kamele zoologisch allerdings nicht gerechnet werden. Das Verdauungssystem der Kamele dürfte sich unabhängig von dem der Wiederkäuer entwickelt haben, was sich unter anderem darin zeigt, dass die Vormägen mit Drüsen versehen sind. In absoluten Notsituationen fressen die Tiere jedoch auch [[Knochen]], Häute oder [[Fleisch]] und unverdauliche Stoffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fortpflanzung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Dromedare.jpg|mini|Dromedar mit Jungtier]]&lt;br /&gt;
Die Paarung erfolgt oft im Winter, hängt aber mit der Regenzeit zusammen. Die [[Tragezeit]] beträgt rund 360 bis 440 Tage, üblicherweise kommt ein einzelnes Jungtier zur Welt, Zwillinge sind selten. Neugeborene sind [[Nestflüchter]] und können nach einem Tag bereits selbstständig laufen. Rund ein bis zwei Jahre kümmert sich die Mutter um den Nachwuchs, das [[Absetzen (Tierzucht)|Absetzen]] erfolgt nach einem bis eineinhalb Jahren. Zwei Jahre nach der Geburt kann das Weibchen erneut werfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschlechtsreife tritt bei Weibchen mit drei Jahren, bei Männchen mit vier bis sechs Jahren ein. Die Lebenserwartung wird auf 40 bis 50 Jahre geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parasiten und Krankheitserreger mit zoonotischer Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Bei Altweltkamelen kommen etwa 100 Parasitenarten vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DOI10.5958/2277-8934.2018.00001.2&amp;quot;&amp;gt;Rolf K. Schuster: &amp;#039;&amp;#039;Parasites of dromedaries and bactrian camels-A review part 1: Stenoxenous parasites.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Camel Practice and Research.&amp;#039;&amp;#039; 2018, Band 25, Nummer 1, S.&amp;amp;nbsp;1 {{DOI|10.5958/2277-8934.2018.00001.2}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;[[Microthoracius cameli]]&amp;#039;&amp;#039; ist eine für das Dromedar spezifische [[Echte Tierläuse|Echte Tierlaus]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Lance A. Durden]], [[Guy Musser|Guy G. Musser]]: &amp;#039;&amp;#039;The sucking lice (Insecta, Anoplura) of the world: a taxonomic checklist with records of mammalian hosts and geographic distributions.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Bulletin American Museum of Natural History&amp;#039;&amp;#039; Nr. 218, 1994, S. 46.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weitere Ektoparasiten sind die [[Zecken]]arten &amp;#039;&amp;#039;[[Amblyomma gemma]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Hyalomma dromedarii]]&amp;#039;&amp;#039;, [[Hyalomma truncatum]] und &amp;#039;&amp;#039;[[Rhipicephalus pulchellus]]&amp;#039;&amp;#039;, die Räudemilbe &amp;#039;&amp;#039;[[Grabmilben|Sarcoptes scabiei var. cameli]]&amp;#039;&amp;#039; und die [[Pferdelausfliege]].&amp;lt;ref&amp;gt;Teka Feyera et al.: &amp;#039;&amp;#039;Major Ectoparasites Infesting Camelus dromedarius in Three Districts of Somali Regional State, Eastern Ethiopia&amp;#039;&amp;#039;In: &amp;#039;&amp;#039;World Applied Sciences Journal&amp;#039;&amp;#039; Band 35, Nummer 1, 2017, S. 96–103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Magen-Darm-Trakt treten verschiedene Einzeller wie [[Kokzidien]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Eimeria cameli]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Eimeria rajasthani]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Eimeria dromedarii]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Eimeria bactria]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Eimeria pellerdyi]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Cystoisospora orlovi]]&amp;#039;&amp;#039;), mindestens drei [[Sarcocystidae|Sarcocystis]], &amp;#039;&amp;#039;[[Infundibulorium cameli]]&amp;#039;&amp;#039; und fünf Magen-Darm-[[Fadenwürmer]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Physocephalus dromedarii]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Nematodiurus dromedarii]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Nematodiurus mauritanicus]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Nematodirella dromedarii]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Nematodirella cameli]]&amp;#039;&amp;#039;). Weitere Fadenwürmer sind &amp;#039;&amp;#039;[[Dipetalonema]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Onchocerca fasciata]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Thelazia leesei]]&amp;#039;&amp;#039; und der [[Lungenwurm]] &amp;#039;&amp;#039;[[Dictyocaulus cameli]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DOI10.5958/2277-8934.2018.00001.2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Parasiten sind zwar nicht dromedarspezifisch, spielen aber als [[Zoonose]]-Erreger eine größere Rolle. Dazu gehören einzellige Endoparasiten wie [[Kryptosporidien]], &amp;#039;&amp;#039;[[Giardia intestinalis]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Blastocystis coli]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Enterocytozoon bieneusi]]&amp;#039;&amp;#039;, wobei für &amp;#039;&amp;#039;[[Cryptosporidium parvum]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Cryptosporidium andersoni]]&amp;#039;&amp;#039; im Iran Infektionen vom Dromedar auf den Mensch bewiesen wurden. Auch &amp;#039;&amp;#039;[[Toxoplasma gondii]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Fasciola]]&amp;#039;&amp;#039;, [[Trichinen]] und &amp;#039;&amp;#039;[[Linguatula serrata]]&amp;#039;&amp;#039; können mit dem Fleisch oder mit der Milch auf den Menschen übertragen werden. Darüber hinaus spielen Dromedare eine Rolle als Reservoirwirte für &amp;#039;&amp;#039;[[Trypanosoma evansi]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Fasciola&amp;#039;&amp;#039; spp., den [[Kleiner Leberegel|Kleinen Leberegel]], [[Pärchenegel]] und die [[Metazestode]] des [[Dreigliedriger Hundebandwurm|Dreigliedrigen Hundebandwurms]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sanchez&amp;quot;&amp;gt;Gilbert Sanchez, John F. Alderete: &amp;#039;&amp;#039;Zoonotic parasites of dromedary camels: so important, so ignored&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Parasites &amp;amp; Vectors&amp;#039;&amp;#039; 7. Dezember 2019&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus können Dromedare das [[Krim-Kongo-Hämorrhagisches-Fieber-Virus]] sowie die Bakterien &amp;#039;&amp;#039;[[Coxiella burnetii]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Anaplasma]]&amp;#039;&amp;#039; spp., [[Rickettsien]], &amp;#039;&amp;#039;[[Bartonella]]&amp;#039;&amp;#039; spp. und &amp;#039;&amp;#039;[[Yersinia pestis]]&amp;#039;&amp;#039; beherbergen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sanchez&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dromedare und Menschen ==&lt;br /&gt;
=== Wilde Dromedare ===&lt;br /&gt;
Die wilde Stammform des domestizierten Dromedars ist schon im [[Altertum]] ausgestorben. Frühere Vermutungen, das Dromedar wäre erst als domestizierte Form aus Vorfahren entstanden, die dem östlicher verbreiteten zweihöckrigen Kamel oder Trampeltier ähnelten, sind heute anhand von [[Morphologie (Biologie)|morphologischen]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Martini&amp;quot;&amp;gt;Pietro Martini, Peter Schmid, Loïc Costeur: &amp;#039;&amp;#039;Comparative Morphometry of Bactrian Camel and Dromedary.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Mammalian Evolution.&amp;#039;&amp;#039; (online before print), 2017, [[doi:10.1007/s10914-017-9386-9]]&amp;lt;/ref&amp;gt; und genetischen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Almathen&amp;quot;&amp;gt;Faisal Almathen, Pauline Charruau, Elmira Mohandesan, Joram M. Mwacharo, Pablo Orozco-ter Wengel, Daniel Pitt, Abdussamad M. Abdussamad, Margarethe Uerpmann, Hans-Peter Uerpmann, Bea De Cupere, Peter Magee, Majed A. Alnaqeeb, Bashir Salim, Abdul Raziq, Tadelle Dessie, Omer M. Abdelhadi, Mohammad H. Banabazi, Marzook Al-Eknah, Chris Walzer, Bernard Faye, Michael Hofreiter, Joris Peters, Olivier Hanotte, Pamela A. Burger: &amp;#039;&amp;#039;Ancient and modern DNA reveal dynamics of domestication and cross-continental dispersal of the dromedary.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;PNAS Proceedings of the National Academy of Sciences USA.&amp;#039;&amp;#039; 113 (24), 2016, 6707–6712, [[doi:10.1073/pnas.1519508113]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Daten widerlegt. Die beiden Stammlinien der Altweltkamele haben sich vermutlich vor fünf bis acht Millionen Jahren, und damit fast gleichzeitig mit deren Einwanderung in die Alte Welt, genetisch voneinander getrennt,&amp;lt;ref&amp;gt;Pamela Anna Burger: &amp;#039;&amp;#039;The history of Old World camelids in the light of molecular genetics.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Tropical Animal Health and Production.&amp;#039;&amp;#039; 48 (5), 2016, 905–913. [[doi:10.1007/s11250-016-1032-7]] (open access).&amp;lt;/ref&amp;gt; obwohl beide Arten heute noch miteinander kreuzbar sind. Die wilde Stammform des Dromedars, teilweise als Art &amp;#039;&amp;#039;Camelus thomasi&amp;#039;&amp;#039; Pomel (1893) bezeichnet, war ursprünglich in Südwestasien und Nordafrika verbreitet, ist aber in Afrika im [[Pleistozän]] ausgestorben.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Peters: &amp;#039;&amp;#039;Camelus thomasi Pomel, 1893, a possible ancestor of the one-humped camel?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Säugetierkunde.&amp;#039;&amp;#039; 6, 1998, 372–376.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im 2. Jahrtausend v.&amp;amp;nbsp;Chr. bewohnte die Art wohl nur noch ein kleines Areal in den südöstlichen Küstenregionen der Arabischen Halbinsel. Hier wurden die Tiere zunächst stark bejagt, wie sich an Knochenfunden in archäologischen Ausgrabungsstätten ablesen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Domestizierte Dromedare ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Dromedary Race (1878) - TIMEA.jpg|mini|links|&amp;#039;&amp;#039;Dromedar-Rennen&amp;#039;&amp;#039;, Zeichnung von [[Carl Rudolf Huber]], 1878]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Cup dromedary Louvre MAO 379-12.jpg|mini|Schale mit Dromedar-Darstellung aus dem [[Irak]], 10. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Datei:ET Afar asv2018-01 img07 Lake Karum area.jpg|mini|Dromedar als Arbeitstier beim Salztransport in Äthiopien]]&lt;br /&gt;
Das Dromedar wurde vermutlich Ende des 2.&amp;amp;nbsp;Jahrtausends v.&amp;amp;nbsp;Chr. auf der Arabischen Halbinsel [[Domestizierung|domestiziert]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Almathen&amp;quot;/&amp;gt; Die älteste [[Mesopotamien|mesopotamische]] Königsinschrift, in der das Kamel erwähnt wird, stammt von etwa 1060&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Herles: &amp;#039;&amp;#039;Kamele in assyrischen Quellen – Ein Exot wird zur Selbstverständlichkeit.&amp;#039;&amp;#039; In: Ute Pietruschka, Michael P. Streck (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Symbolische Repräsentation und Wirklichkeit nomadischen Lebens.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Nomaden und Sesshafte,&amp;#039;&amp;#039; Band 12) Dr. Ludwig Reichert, Wiesbaden 2010, S. 127.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab dem späten 2. Jahrtausend ändert sich die archäologische Fundsituation: Mehr Knochenmaterial in Siedlungen, weniger in abseits gelegenen Jagdstationen, die Tiere wurden zudem etwas kleiner und wurden künstlerisch in Haustierfunktion abgebildet, zusammengenommen wird dies als Nachweis der Domestizierung in diesem Raum zu dieser Zeit angesehen. Den genetischen Daten zufolge wurden aber noch lange Zeit Wildfänge in den frühen Zuchtstamm eingekreuzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Almathen&amp;quot;/&amp;gt; Zurück nach Nordafrika eingeführt wurde die – nun domestizierte – Art in relevanten Mengen erst im 1. Jahrtausend n.&amp;amp;nbsp;Chr. Dromedare könnten ursprünglich hauptsächlich als Milchlieferanten domestiziert worden sein. In [[Somalia]] überwiegt diese Nutzung bis heute.&amp;lt;ref&amp;gt;William Bernstein: &amp;#039;&amp;#039;A Splendid Exchange – How Trade shaped the World.&amp;#039;&amp;#039; Atlantic Books, London 2009, ISBN 978-1-84354-803-4, S.&amp;amp;nbsp;56.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Nutzung als Fleisch- und Lederquelle sowie eine Verwendung der Wolle entwickelten sich etwas später. Sogar ihr [[Mist]] dient, getrocknet, in der rohstoffarmen Umgebung als Brennmaterial. Bis etwa 1500&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. wurde im Verbreitungsgebiet der Dromedare fast ausschließlich der Esel als Transporttier genutzt. Die Nutzung als Lasttier setzte zunächst die Entwicklung eines geeigneten Sattels voraus. Dieser musste die Last auch bei den wiegenden Bewegungen des Tieres im [[Passgang]] halten und gleichmäßig auf dem Rücken verteilen. Zwischen 1300 und 100&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. entwickelten nomadisch lebende arabische Ethnien einen für das Dromedar angepassten Tragesattel, der es erlaubt, durchschnittlich etwa 250 Kilogramm auf dem Tier zu transportieren. Diese Sattelform ist seit mehr als 2000 Jahren nahezu unverändert in Gebrauch.&amp;lt;ref&amp;gt;William Bernstein: &amp;#039;&amp;#039;A Splendid Exchange – How Trade shaped the World.&amp;#039;&amp;#039; Atlantic Books, London 2009, ISBN 978-1-84354-803-4, S.&amp;amp;nbsp;56 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Reitsätteln werden die schweren arabischen Höckersättel, deren Holzgestell über den gesamten Höcker gelegt wird, von den am Nordrand der Sahara verbreiteten leichteren Schultersätteln unterschieden. Bei diesem auf eine Entwicklung der [[Berber]] zurückgehenden Typ sitzt der Reiter nicht mit herunterhängenden Beinen auf, sondern vor dem Höcker, wo er seine Füße am Hals abstützen kann. Der mauretanische Männerreitsattel [[Rahla]] ist ein Beispiel. In Tunesien sitzt der Reiter hinter dem Höcker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dromedar verbreitete sich als Haustier erst recht spät in [[Nordafrika]]. Seit der Zeitenwende dehnt sich sein Verbreitungsgebiet jedoch auch aufgrund der zunehmenden [[Desertifikation]] stetig aus, oft auf Kosten von Hausrindern. Heute gibt es verschiedene Rassen, die meist entweder als Reittiere oder robuste Tragtiere gezüchtet werden. Man unterscheidet Reit-, Renn-, Last-, Berg- und Flachlanddromedare sowie Zwischenformen. Teilweise werden auch [[Altweltkamele#Hybride|Kamelhybride]] mit dem Trampeltier erzeugt, die aufgrund von [[Heterosis-Effekt]]en größer und schwerer sind; sie eignen sich aber nicht für die Weiterzucht, werden also als Gebrauchskreuzungen immer wieder neu erzeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dromedar ist der wichtigste Begleiter der nomadisierenden [[Beduinen]] in der [[Sahara]] und in den arabischen Wüstengebieten. Es ist sowohl Last- als auch Reittier und dient den Beduinen als Lieferant von Wolle, Milch und [[Kamelfleisch|Fleisch]]. Durch seine Genügsamkeit ermöglichte es die Einrichtung von Handelswegen durch unwegsame Wüstengegenden (z.&amp;amp;nbsp;B. der [[Weihrauchstraße]] von Südarabien an das [[Mittelmeer]]) und trug somit wesentlich zum wirtschaftlichen Wohlstand jener Zeit bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Text= ‚Ata Allah‘, Geschenk Gottes, nennen die Beduinen die vierbeinigen Überlebenskünstler der Wüste. |Autor=Holger Schulz |Quelle=Die faszinierende Welt der Tiere|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Holger Schulz: |url=https://tierfilm.wordpress.com/2009/04/29/dromedar/  |titel=Dromedare – Die einhöckrigen Kamele Arabiens und Afrikas |werk=Die faszinierende Welt der Tiere |datum=19. April 2009 |abruf=2020-01-18|titelerg=Reportage}}&amp;lt;/ref&amp;gt; }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die militärische Nutzung von Dromedaren als Reittier ist zumindest seit dem 9.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. belegt. Bis heute werden die Tiere für diesen Zweck eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Siehe dazu den Hauptartikel [[Kamelreiter]].&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arabische Kamele können gut schwimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Hakai Magazine |url=https://hakaimagazine.com/features/where-camels-take-to-the-sea/ |titel=Where Camels Take to the Sea |sprache=en |abruf=2021-11-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Belegt ist, wie Menschen im [[Oman]] arabische Kamele zur Steigerung der Fitness vor [[Kamelrennen]] im Meer schwimmen ließen. Berichtet wurde außerdem, dass einige Tiere die über 10 Kilometer breite Meerenge zwischen dem Festland von Oman und der Insel [[Masira]] überqueren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://timesofoman.com/article/127596/Oman/Video-Camels-go-for-a-swim-in-Oman |titel=Video: Camels go for a swim in Oman |werk=timesofoman.com |sprache=en |abruf=2021-11-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Charakteristik ===&lt;br /&gt;
[[Ilija Trojanow]] charakterisiert in seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;[[Der Weltensammler]]&amp;#039;&amp;#039; dieses domestizierte und als Last- und Reittier in weiten Teilen Asiens und Afrikas verwendete [[Kamele|Kamel]]:&lt;br /&gt;
[[Datei:Toubou camel rider in northeastern Chad 2015.jpg|mini|[[Toubou]]-Kamelreiter im nordöstlichen [[Tschad]]]]&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Auf Reisen wie dieser war jeder oft allein mit sich selbst und mit seinem Dromedar, diesem mürrischen, widerspenstigen Tier, dessen einzige freundliche Geste aus einem gelegentlichen Furz bestand. Sheikh Abdullah feindete sich umgehend mit seinem Dromedar an, das seinem Ruf als geduldigem Wesen widersprach. Es war bösartig, unbeherrschbar, manchmal sogar gefährlich. Es mißtraute allem Unbekannten, und die Laute, die es von sich gab, ob das schnaubende Stöhnen oder das teils wehleidige, teils verdrießliche Blöken, waren unerträglich. Es beschwerte sich über jedes Kilo, das ihm aufgeladen wurde. Am ersten Abend richtete Sheikh Abdullah einige abfällige Bemerkungen über das Reittier an den Tiertreiber. Sie können doch gut mit Menschen umgehen, Sheikh, antwortete ihm dieser, Dromedare sind nicht anders als Menschen. Wenn sie jung sind, wissen sie nicht, wie sie sich zu benehmen haben. Als Erwachsene sind sie gewalttätig und unkontrollierbar, in der Brunftzeit, da wittert das Männchen ein williges Weibchen aus zehn Kilometer Entfernung, da wird es bockig, seine Zunge bibbert. Und mit dem Alter werden sie zänkisch, rachsüchtig und verdrossen.&lt;br /&gt;
 |Autor=Ilija Trojanow&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Ilja Trojanow: &amp;#039;&amp;#039;Der Weltensammler.&amp;#039;&amp;#039; München 2007, ISBN 978-3-423-13581-8, S.&amp;amp;nbsp;292 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders beschreibt [[Alexander William Kinglake]] das Wesen einer Dromedarstute in seinem Reisebericht &amp;#039;&amp;#039;Eothen&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Bait al-Faqih.jpg|mini|Kniende Dromedare auf dem Markt von [[Bait al-Faqih]] im Jemen.]]&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=The camel kneels to receive her load, and for a while she will allow the packing to go on with silent resignation, but when she begins to suspect that her master is putting more than a just burthen upon her poor hump, she turns round her supple neck, and looks sadly upon the increasing load, and then gently remonstrates against the wrong with the sigh of a patient wife. If sighs will not move you, she can weep. You soon learn to pity, and soon to love her for the sake of her gentle and womanish ways.&lt;br /&gt;
 |Sprache=en&lt;br /&gt;
 |Autor=Alexander William Kinglake&lt;br /&gt;
 |Übersetzung=Die Kamelstute kniet sich hin, um ihre Traglast zu empfangen und eine Zeit lang wird sie das Bepacken still resigniert erlauben. Wenn sie allerdings anfängt, ihren Meister zu verdächtigen, dass er mehr als die recht und billige Bürde auf ihren armen Höcker stapelt, wendet sie ihren geschmeidigen Hals und schaut traurig auf die wachsende Ladung und widerspricht dann mit dem Seufzen einer geduldigen Ehefrau behutsam dem Unrecht. Wenn Seufzer dich nicht erweichen, kann sie weinen. Du lernst bald, sie wegen ihrer milden und fraulichen Art zu bemitleiden und bald zu lieben.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander William Kinglake: &amp;#039;&amp;#039;Eothen.&amp;#039;&amp;#039; London 1864. [https://archive.org/details/eothenbyawkingl00kinggoog/page/n196 S.&amp;amp;nbsp;190.]; dt. Übersetzung 2017 von Bernhard Rubenbauer: &amp;#039;&amp;#039;Eothen – Im Osmanischen Reich.&amp;#039;&amp;#039; ISBN 978-3-7394-0078-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Faisal Almathen, Pauline Charruau, Elmira Mohandesan, Joram M. Mwacharo, Pablo Orozco-ter Wengel, Daniel Pitt, Abdussamad M. Abdussamad, Margarethe Uerpmann, Hans-Peter Uerpmann, Bea De Cupere, Peter Magee, Majed A. Alnaqeeb, Bashir Salim, Abdul Raziq, Tadelle Dessie, Omer M. Abdelhadi, Mohammad H. Banabazi, Marzook Al-Eknah, Chris Walzer, Bernard Faye, Michael Hofreiter, Joris Peters, Olivier Hanotte, Pamela A. Burger: &amp;#039;&amp;#039;Ancient and modern DNA reveal dynamics of domestication and cross-continental dispersal of the dromedary.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Proceedings of the National Academy of Sciences|PNAS]].&amp;#039;&amp;#039; 113 (24), 2016, S. 6707–6712, [[doi:10.1073/pnas.1519508113]].&lt;br /&gt;
* Heike Bentheimer: [https://books.google.de/books?id=8YUZDAAAQBAJ&amp;amp;lpg=PA32&amp;amp;dq=ata%20allah%20dromedary&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA32#v=onepage&amp;amp;q=ata%20allah&amp;amp;f=false  &amp;#039;&amp;#039;Das Geschenk Gottes.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Marokko: Tradition und Kultur im Land der Berber.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: Bernd Schwenkros u. Detlef von Oppeln, Trescher Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-89794-324-7, S. 32 (Leseprobe von [[Google Books]]).&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Titel=Das einhöckrige Kamel (Camelus Dromedarius). Lastschiff der Wüste |Autor=[[Julia Budka]] |Sammelwerk=Kemet |Band=13 |Nummer=4 |Datum=2004 |Seiten=39–43 |DOI=10.11588/propylaeumdok.00003002}}&lt;br /&gt;
* [[Ilse Köhler-Rollefson|Ilse U. Köhler-Rollefson]]: &amp;#039;&amp;#039;Camelus dromedarius.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Mammalian Species.&amp;#039;&amp;#039; 375, 1991, S. 1–8, [[doi:10.2307/3504297]].&lt;br /&gt;
* E. Mukasa-Mugerwa: &amp;#039;&amp;#039;The Camel (Camelus Dromedarus): A Bibliographical Review.&amp;#039;&amp;#039; International Livestock Centre for Africa, Addis Abeba 1981, ISBN 92-9053-013-8.&lt;br /&gt;
* {{bibISBN|0801857899}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Camelus dromedarius|Dromedar}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Dromedar}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4113355-9}}&lt;br /&gt;
* [http://creatures-of-the-world.wikia.com/wiki/Dromedary_Camel &amp;#039;&amp;#039;Dromedary Camel&amp;#039;&amp;#039;] auf creatures-of-the-world.wikia.com, abgerufen am 21. Juni 2018.&lt;br /&gt;
* [http://www.ultimateungulate.com/Artiodactyla/Camelus_dromedarius.html &amp;#039;&amp;#039;Fact sheet Dromedar&amp;#039;&amp;#039;] auf ultimateungulate.com.&lt;br /&gt;
* {{LiviusNeu|misc|dromedaries-and-camels|||Dromedaries and Camels}}&lt;br /&gt;
* [http://www.orf.at/091212-45748/45751txt_story.html &amp;#039;&amp;#039;Kamelplage soll Geldsegen werden.&amp;#039;&amp;#039; Artikel auf orf.at.]&lt;br /&gt;
* Holger Schulz: [https://tierfilm.wordpress.com/2009/04/29/dromedar/ &amp;#039;&amp;#039;Dromedare – Die einhöckrigen Kamele Arabiens und Afrikas.&amp;#039;&amp;#039;] Reportage vom 19. April 2009, auf: „Die faszinierende Welt der Tiere.“ Abgerufen am 18. Januar 2020.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4113355-9|LCCN=sh85019119|NDL=00569261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Paarhufer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vieh]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2026-14555-94</name></author>
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