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	<title>Dritte Welt - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dritte_Welt&amp;diff=20236&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-14896-20: Karte der Gruppe 77 war veraltet. Aktualisiertes Bild angefügt.</title>
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		<updated>2026-03-08T23:11:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Karte der Gruppe 77 war veraltet. Aktualisiertes Bild angefügt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Cold War alliances mid-1975.svg|mini|hochkant=1.6|Die „Drei Welten“ des Kalten Krieges (Mitte 1975): {{Farblegende|#3465A4|[[Erste Welt]]: Westmächte und verbündete Staaten}}&lt;br /&gt;
{{Farblegende|#D40000|[[Westliche Welt#Kalter Krieg|Zweite Welt]]: Ostblock und verbündete Staaten}}&lt;br /&gt;
{{Farblegende|#C0C0C0|Dritte Welt: Blockfreie und andere neutrale Staaten}}]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dritte Welt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden bestimmte Länder nach politischen oder volkswirtschaftlichen Kriterien zusammengefasst. Aufgrund der sich historisch wandelnden Bedeutungen gibt es keine klare oder allgemein anerkannte Definition der Dritten Welt und der Begriff gilt heute weitestgehend als veraltet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ulrich Menzel |Titel=Das Ende der Dritten Welt und das Scheitern der großen Theorie |Auflage=5. Aufl |Verlag=Suhrkamp |Ort=Frankfurt am Main |Datum=2015 |ISBN=978-3-518-11718-7}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=B.R. Tomlinson |Titel=What was the Third World? |Sammelwerk=Journal of Contemporary History |Band=38 |Nummer=2 |Datum=2003-04 |ISSN=0022-0094 |Seiten=307–321 |Online=https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0022009403038002135 |Abruf=2025-08-28 |DOI=10.1177/0022009403038002135}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im allgemeinen Sprachgebrauch wird er häufig mit [[Entwicklungsland|Entwicklungsländern]] gleichgesetzt und wurde dort durch diese Bezeichnung größtenteils verdrängt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Christiane Toyka-Seid, Gerd Schneider |url=https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/das-junge-politik-lexikon/320128/dritte-welt/ |titel=Dritte Welt |werk=Politik-Lexikon |hrsg=Bundeszentrale für politische Bildung |sprache=de |abruf=2025-08-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich wurden als &amp;#039;&amp;#039;Dritte Welt&amp;#039;&amp;#039; die [[Blockfreier Staat|blockfreien Staaten]] bezeichnet, die sich im Ost-West-Konflikt des [[Kalter Krieg|Kalten Krieges]] weder der westlichen &amp;#039;&amp;#039;[[Erste Welt|Ersten Welt]]&amp;#039;&amp;#039; noch der &amp;#039;&amp;#039;[[Westliche Welt#Kalter Krieg|Zweiten Welt]]&amp;#039;&amp;#039; des Ostblocks zuordnen ließen. Später wandelte sich der Begriff zu einer Bezeichnung für Gebiete mit (aus [[Westliche Welt|westlicher]] Sicht) geringem Zivilisations- und Entwicklungsstand. Hierunter wurden im Wesentlichen Afrika, Süd- und Mittelamerika, der Nahe Osten und Teile Süd- und Südostasiens gefasst. In dieser späteren Bedeutung bildete die „Dritte Welt“ die vorletzte Stufe einer [[Rangordnung]], zu der die „[[Erste Welt]]“, die „[[Schwellenland|Zweite Welt]]“ und die „[[Vierte Welt]]“ gehören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsgeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Asian-African Conference Participants.svg|mini|hochkant=1.6|Die Teilnehmerstaaten der [[Bandung-Konferenz|Konferenz von Bandung]] im Jahre 1955 bezeichneten sich selbst als &amp;#039;&amp;#039;Dritte Welt&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gedung.Merdeka.jpg|mini|links|Das Konferenzgebäude in [[Bandung]] während des Treffens 1955]]&lt;br /&gt;
Der Begriff „Dritte Welt“ ({{frS|Tiers Monde}}&amp;lt;ref&amp;gt;Das französische « tiers » wird zwar allgemein mit „dritte, dritter“ übersetzt, bedeutet aber nicht „Dritter“ im Sinne einer Aufzählung oder Rangfolge (das wäre {{frS|troisième}}), sondern „Dritter“ im Sinne von „Außenstehender“ oder „neu dazugekommener“.&amp;lt;/ref&amp;gt;) wurde vom französischen [[Demografie|Demographen]] [[Alfred Sauvy]] erstmals am 14. August 1952 verwendet,&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Sauvy, &amp;#039;&amp;#039;Trois mondes, une planète&amp;#039;&amp;#039;, in: [[L’Observateur (1950)|L&amp;#039;Observateur]] vom 14. August 1952. In der französischen Nationalbibliothek abrufbar unter: [https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bd6t52125382m gallica.bnf.fr]&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei er auf [[Emmanuel Joseph Sieyès]]’ Prägung [[Dritter Stand]] ({{frS|Tiers État}}) Bezug nahm: „… denn schließlich will diese als dritter Stand verachtete und ausgebeutete Dritte Welt auch etwas gelten …“;&amp;lt;ref&amp;gt;{{frS|Car enfin ce Tiers Monde ignoré, exploité, méprisé comme le Tiers-État, veut, lui aussi, être quelque chose}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Begriff wurde im April 1955 auf der [[Bandung-Konferenz]] aufgegriffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Andrew Carvely (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Non-Aligned Third World Annual&amp;#039;&amp;#039;, 1970, S.&amp;amp;nbsp;4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die an der Konferenz teilnehmenden 29 Staaten nannten sich [[Bandung-Staaten]] und repräsentierten damals die Dritte Welt. Sie verstanden sich zwar als eine Vereinigung von armen Ländern, welche nicht nur für eine wirtschaftliche Besserstellung, sondern auch gegen [[Kolonialismus]] und [[Rassismus]] kämpfte. Bei der Wahl der eigenen Bezeichnung als „Dritte Welt“ stand aber bereits eine andere Deutung als die ursprüngliche von Sauvy im Vordergrund: nämlich die „Dritte Welt“ als Vereinigung jener Länder, welche keinem der beiden Machtblöcke des [[Kalter Krieg|Kalten Krieges]] angehörten. Die [[Konnotation]] des Begriffs „Dritte Welt“ für arm, rückständig oder unterentwickelt – latent sogar „drittklassig“ – kam erst später hinzu.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Entwicklungspolitik/SaV7CejbPJwC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=%E2%80%9Eerste+Welt%E2%80%9C+status&amp;amp;pg=PA26&amp;amp;printsec=frontcover Reinhard Stockmann/Ulrich Menzel/Franz Nuscheler, &amp;#039;&amp;#039;Entwicklungspolitik&amp;#039;&amp;#039;, 2020, S.&amp;amp;nbsp;26].&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bezeichnung setzte voraus, dass es bereits eine „Erste Welt“ und eine „Zweite Welt“ gab. Im damaligen Sprachgebrauch gehörten die [[OECD]]-[[Mitgliedstaat]]en der „ersten“ und der [[Ostblock]] der „Zweiten Welt“ an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische Teilung der Welt nach dem Zweiten Weltkrieg hat zur Bildung dieser konfrontierenden und konkurrierenden [[Staatenbündnis]]se militärischer und wirtschaftlicher Art beigetragen, die zu den Sammelbegriffen Ostblock und in der OECD zusammengeschlossenen „westlichen“ [[Industriestaat]]en geführt hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gablers_Wirtschafts_Lexikon/ue3MBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=%22westliche+Welt%22+lexikon&amp;amp;pg=PA2148&amp;amp;printsec=frontcover Helmut Sellien/Reinhold Sellien, &amp;#039;&amp;#039;Gablers Wirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, 1980, Sp. 2148]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Staaten des Ostblocks verbündeten sich im [[Warschauer Pakt]] (militärisch) und im [[Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe]] (wirtschaftlich), sie waren oder sind [[Diktatur]]en, und ihr [[Wirtschaftssystem]] war auf [[Zentralverwaltungswirtschaft]] ausgerichtet. Von den westlichen Staaten der OECD gehört(e) ein Teil der [[NATO]] (militärisch) und der [[Europäische Union|Europäischen Union]] (politisch-wirtschaftlich) an, ihre [[Demokratie]]n wählten die [[Marktwirtschaft]] mit freier [[Lohnarbeit]] aus. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs gehörten zur „Dritten Welt“ die [[Dekolonisation|entkolonialisierten]] Länder, die einen [[Dritter Weg|Dritten Weg]] zwischen [[Kapitalismus]] und [[Sozialismus]] einschlagen wollten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=LaJsDwAAQBAJ&amp;amp;newbks=0&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;pg=PA40&amp;amp;dq=%22Vierte+Welt%22+lexikon&amp;amp;hl=de&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=%22Vierte%20Welt%22%20lexikon&amp;amp;f=false Carsten Lenz/Nicole Ruchlak, &amp;#039;&amp;#039;Kleines Politik-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2001, S.&amp;amp;nbsp;40].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Doppeltes Bild|rechts|World Income Distribution 1970.png|200|World Income Distribution 2015.png|200|Weltweite Einkommensverteilung 1970 und 2015 ([[logarithmische Darstellung]]): Auffällig ist 1970 die Zweiteilung der Welt in „arme“ und „reiche“ Länder und die Tatsache, dass sich die Armut in der Welt vor allem auf Asien konzentrierte. 2015 ist die Zweiteilung der Welt verschwunden; Asien liegt im Mittelfeld und Armut konzentriert sich in Afrika.&lt;br /&gt;
{{farblegende|#ff8b9dff|Asien und Ozeanien}}&lt;br /&gt;
{{farblegende|#4de2f0ff|Afrika}}&lt;br /&gt;
{{farblegende|#a6f14dff|Amerika}}&lt;br /&gt;
{{farblegende|#ffef4dff|Europa}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Frantz Fanon]] verwendete den Begriff „Dritte Welt“ 1961 wie Sauvy als Analogie zum [[Dritter Stand|Dritten Stand]] in der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]].&amp;lt;ref&amp;gt;Frantz Fanon, &amp;#039;&amp;#039;Die Verdammten dieser Erde&amp;#039;&amp;#039;, 1961, [[passim]]&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Folge entstanden für die Dritte Welt austauschbare Begriffe wie „unterentwickelte Länder“, „[[Globaler Süden]]“ oder „[[Gruppe der 77]]“ (1964).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/International_Relations_Dictionary/WCZIAQAAMAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=world+bank+1975+fourth+world&amp;amp;pg=PA42&amp;amp;printsec=frontcover United States. Department of State. Library (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;International Relations Dictionary&amp;#039;&amp;#039;, 1978, S.&amp;amp;nbsp;41] (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Edgar Salin]] hat 1968 die Dritte Welt wie folgt gegliedert:&amp;lt;ref&amp;gt;Edgar Salin, &amp;#039;&amp;#039;Unterentwickelte Länder: Begriff und Wirklichkeit&amp;#039;&amp;#039;, in: Bruno Fritsch (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Entwicklungsländer&amp;#039;&amp;#039;, 1968, S.&amp;amp;nbsp;22&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;padding:1em; vertical-align:top; border:2px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! [[Region]]&lt;br /&gt;
! [[Merkmal]]e&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Geozone|Zonen]] gleichbleibenden [[Agrikultur]]standes || es fehlt an [[Bodenschatz|Bodenschätzen]], [[Eigenkapital]] und [[Arbeitswilligkeit]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zonen potenzieller [[Industrialisierung]] || es fehlt an [[Eigenkapital]] und [[Arbeitswilligkeit]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zonen potenzieller [[Industrialisierung]] || es fehlt an [[Arbeitswilligkeit]], wachsende [[Kapital]]bildung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zonen potenzieller [[Industrialisierung]] || wenig [[Eigenkapital]], aber [[Arbeitswilligkeit]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierin wird der Wandel vom [[Agrarstaat]] zum [[Industriestaat]] thematisiert, wobei Kapitalmangel und Arbeitslosigkeit überwunden werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Konnotation aus chinesischer Sicht besaß die von [[Mao Zedong]] im Februar 1974 vorgestellte „[[Theorie der drei Welten]]“. Zur „ersten Welt“ gehörten hier die ehemaligen [[Supermächte]] [[USA]] und [[Sowjetunion]], „Zweite Welt“ waren die übrigen Industrieländer in West und Ost, unter der „Dritten Welt“ wurden die Länder Asiens, Afrikas und Lateinamerikas unter Führung [[China]]s subsumiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Entwicklungspolitik/SaV7CejbPJwC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=%E2%80%9Eerste+Welt%E2%80%9C+status&amp;amp;pg=PA26&amp;amp;printsec=frontcover Reinhard Stockmann/Ulrich Menzel/Franz Nuscheler, &amp;#039;&amp;#039;Entwicklungspolitik&amp;#039;&amp;#039;, 2010, S.&amp;amp;nbsp;27].&amp;lt;/ref&amp;gt; Maos Dogma konnte sich international nicht durchsetzen. Anstatt dessen sprach man bei der „Dritten Welt“ von Entwicklungsländern, die weder der „westlichen Welt“ noch dem „Ostblock“ angehörten: der [[Bewegung der Blockfreien Staaten]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Soziologie_Lexikon/Y49dDwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Unterversorgung+lexikon&amp;amp;pg=PA122&amp;amp;printsec=frontcover Siegfried Lamnek/Helga Recker, &amp;#039;&amp;#039;Soziologie-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2000, S.&amp;amp;nbsp;122].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:NAM Members.svg|mini|hochkant=1.6|[[Bewegung der Blockfreien Staaten]] (gegründet 1961): Mitglieder (dunkelblau) und Beobachter (hellblau) (Stand: 2005)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dieter Nohlen]] und [[Franz Nuscheler]] haben 1982 folgende informelle Zusammenschlüsse als „Dritte Welt“ identifiziert:&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Nohlen/Franz Nuscheler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Dritten Welt&amp;#039;&amp;#039;, Band II/1, 1982, S.&amp;amp;nbsp;19&amp;amp;nbsp;ff.; ISBN 978-3-8012-0202-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;padding:1em; vertical-align:top; border:2px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bezeichnung&lt;br /&gt;
! Gründung&lt;br /&gt;
! [[Mitglied]]er&amp;lt;br /&amp;gt; (2022)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[OPEC]] || 1960 || {{0}}13&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bewegung der Blockfreien Staaten]] || 1961 || 120&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Gruppe der 77]] || 1964 || 134&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Least Developed Countries]] || 1971 || {{0}}46&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Am stärksten betroffene Länder]] || 1973 || {{0}}45&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[AKP-Staat]]en || 1975 || {{0}}79&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mitgliedschaften dieser Zusammenschlüsse überlappen sich stark, so dass zahlreiche Mehrfachnennungen vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende seines Lebens widerrief Alfred Sauvy in einem Beitrag für die Zeitung [[Le Monde]] vom 14. Februar 1989 die von ihm geprägte Bezeichnung „Dritte Welt“, da es zu weit führe, die Länder [[Subsahara-Afrika]]s und die südostasiatischen „[[Pantherstaaten]]“ unter einem Begriff zu subsumieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Sauvy, Bertrand Nezeys. L&amp;#039;autopsie du tiers-mondisme, in: Le Monde vom 14. Februar 1989&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dritte Welt als politischer Begriff ==&lt;br /&gt;
[[Datei:G_77.svg|mini|hochkant=1.6|Die [[Gruppe der 77]] wurde 1964 gegründet und hat heute 134 Mitgliedsstaaten (Stand 2022).]]&lt;br /&gt;
Seit der ersten [[UNCTAD]]-Konferenz im Jahre 1964 schließt der Begriff „Dritte Welt“ die Länder der [[Gruppe der 77]] ein, zu denen sich dann auch die Länder der [[Dekolonialisierung]] gesellten. Die Gruppe der 77 tritt als eine Art Gewerkschaft der Dritten Welt auf, stellte aber von Anfang an eine höchst divergente Gruppe dar, angefangen von der Größe und den wirtschaftlichen Ressourcen der Länder über die verschiedenen politischen Regime bis hin zu den Entwicklungsstilen. Trotz aller Unterschiede versuchte man, gemeinsam gegenüber den Industrieländern aufzutreten und mit der Forderung nach einer [[Neue Weltwirtschaftsordnung|Neuen Weltwirtschaftsordnung]] politischen Einfluss auszuüben. Aufgrund unterschiedlicher Situationen der einzelnen Regionen im Bereich Wirtschaft, Kultur, Historik und Politik schaffte es die Gruppe nicht, sich politisch zu einigen. Der Verband erkannte die Unterschiede der Entwicklungsmerkmale und erlangte Erkenntnis über die Interessengegensätze der einzelnen Regionen. 1973/74 gelang es dem Kartell der [[OPEC]]-Länder, mit seiner [[Preispolitik]] eine Führungsrolle der Entwicklungsländer im Streben nach einer [[Umverteilung]] der Ressourcen im Weltmaßstab zu gewinnen. Doch dies führte letztendlich zu Differenzierungen und Gruppenbildungen der erdölproduzierenden und der energieabhängigen Länder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Ende des Kalten Krieges verschwand die Zweite Welt und löste somit den Kampf der Blöcke auf. Die Blockfreiheit fand daher auch keine Bedeutung mehr für die Dritte Welt. Als einziges gemeinsames Kriterium der Dritte-Welt-Staaten blieb die Unterentwicklung gegenüber den Industriestaaten. Unterschiedliche Entwicklungstheorien, die von einem globalen [[Nord-Süd-Konflikt]] ausgehen, führen zu enormen Auseinandersetzungen über die Verschiedenheit in der Dritten Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dritte Welt als Oberbegriff für Entwicklungsländer ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Countries by Human Development Index (2019).png|mini|hochkant=1.6|[[Index der menschlichen Entwicklung]] der Vereinten Nationen von 2019]]&lt;br /&gt;
Die Dritte Welt umfasst eine Gruppe von etwa 130 wirtschaftlich unterentwickelten Staaten, die sich vorwiegend auf der [[Südhalbkugel]] der Erde befinden und Defizite im Bereich der Gesundheit, der Bildung, des Sozialwesens, der Infrastruktur sowie in der Politik aufweisen. Diese Staaten werden als Entwicklungsländer bezeichnet und umfassen rund 76 Prozent der Weltbevölkerung. Im Gegensatz zu den industriell hoch entwickelten Industriestaaten zeichnen sich diese Randgebiete als wirtschaftlich unterentwickelt mit langsamem Fortschritt im Bereich der Industrie aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Oberbegriff „Dritte Welt“ unterstellt den Entwicklungsländern gewisse Gemeinsamkeiten, obwohl diese Länder untereinander sehr verschieden sind. Bei genauerem Betrachten kann man erkennen, dass sich die so genannten Dritte-Welt-Länder durch eine Reihe von Merkmalen unterscheiden, wie zum Beispiel nach dem Entwicklungsstand, der [[Wachstumsrate]] und der Bevölkerungszahl. Diese Unterschiede lassen sich anhand der zwei Teilgruppen der Dritten Welt besonders hervorheben. Die Gruppen werden als die [[Vierte Welt]] und die [[Schwellenland|Schwellenländer]] bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Franz Nuscheler, &amp;#039;&amp;#039;Lern- und Arbeitsbuch Entwicklungspolitik&amp;#039;&amp;#039;, 1991, S.&amp;amp;nbsp;48&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Least Developed Countries map.svg|mini|hochkant=1.6|Die &amp;#039;&amp;#039;Least Developed Countries&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Die [[Vierte Welt]] umfasst mehr als 40 Länder, überwiegend Staaten des afrikanischen Kontinents, welche im Vergleich zu anderen Entwicklungsländern durch ihre enorme Unterentwicklung und Armut gekennzeichnet sind. Hinsichtlich ihrer Rohstoffe, ihres Kapitals und ihres Exports sind diese Länder auf [[Entwicklungshilfe]] angewiesen und haben somit ungenügende Voraussetzungen für ein [[Wirtschaftswachstum]]. Die zudem notwendigen Nahrungsmittelimporte wirken sich immer negativer auf die schon bestehende hohe Auslandsverschuldung aus und diese stellt wiederum eine Blockade für benötigte Auslandskredite dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Begriff [[Schwellenland|Schwellenländer]] ({{enS|Newly Industrialized Countries}}) werden diejenigen Entwicklungsländer bezeichnet, die aufgrund ihrer schnellen industriellen Ausbreitung ein hohes Wirtschaftswachstum aufweisen. Zu diesen Ländern gehören zum Beispiel [[Brasilien]] und die [[Volksrepublik China]]. Die Wirtschaft dieser Länder konzentriert sich sehr stark auf den [[Export]], da in den Schwellenländern eine [[Eigenfertigung]] von Industriegütern stattfindet. Während die Schwellenländer den Sprung zum Industriestaat fast geschafft haben, stagniert die wirtschaftliche Entwicklung in vielen afrikanischen Ländern oder ist rückläufig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einteilung nach Senghaas ===&lt;br /&gt;
Die Bezeichnungen Dritte Welt oder „Vierte Welt“ sind [[Sozioökonomie|sozialökonomische]] und [[Geodeterminismus|geodeterministische]] Einteilungen von [[Region]]en auf der [[Makroebene]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Bruttonationaleinkommenkategorisierung (Weltbank)|Bruttonationaleinkommenkategorisierung]] der [[Weltbank]] differenziert für 2024 die [[Pro-Kopf-Einkommen]] nach dem [[Bruttonationaleinkommen]] &amp;lt;math&amp;gt;BNE&amp;lt;/math&amp;gt;, das in vier Länderkategorien gestaffelt ist:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://datahelpdesk.worldbank.org/knowledgebase/articles/906519 World Bank (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;World Bank Country and Lending Groups&amp;#039;&amp;#039;, 2023]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;PKE = \frac{BNE}{P}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus entwickelte sie folgende [[Klassifizierung]]en, aus denen auch die „vier Welten“ abgelesen werden können:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;padding:1em; vertical-align:top; border:2px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! [[Klassifizierung]] der [[Weltbank]]&lt;br /&gt;
! &amp;lt;math&amp;gt;BNE&amp;lt;/math&amp;gt; in [[US-Dollar]]&amp;lt;br /&amp;gt; pro Kopf und Jahr&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Low Income Country]] || ≤ 1135&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Lower Middle Income Country]] || 1136 bis 4465&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Upper Middle Income Country]] || 4466 bis 13845&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bruttonationaleinkommenkategorisierung (Weltbank)|High Income Country]] || &amp;lt; 13846&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „Dritte Welt“ gehört in die Kategorie [[Lower Middle Income Country]]. Trotz teilweise hohem, temporärem [[Wirtschaftswachstum]] ist das [[Wohlstand]]sgefälle in keinem Kontinent so groß wie in [[Asien]]. Spitzenreiter {{CHN}} und {{JPN}} werden gefolgt von den reichen [[Stadtstaat]]en {{CN-HK}} und {{SGP}}, während auf der untersten Stufe {{BGD}}, {{BTN}} oder {{KHM}} stehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Asiens_M%C3%A4rkte_erfolgreich_erschlie%C3%9Fen/q1TyBQAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Pro-Kopf-Einkommen+Wohlstandsma%C3%9F&amp;amp;pg=PA6&amp;amp;printsec=frontcover Peter Janocha, &amp;#039;&amp;#039;Asiens Märkte erfolgreich erschließen&amp;#039;&amp;#039;, 1998, S.&amp;amp;nbsp;6].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Dieter Senghaas]] war die Welt – trotz aller [[Globalisierung]]stendenzen – in vier Teilwelten mit unterschiedlichen Integrations- und Kompetenzniveaus gespalten:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Weltbilder_und_Weltordnung/0E7sDwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=vierte+welt+weltbank+1975&amp;amp;pg=PA460&amp;amp;printsec=frontcover Gert Krell/Peter Schlotter, &amp;#039;&amp;#039;Weltbilder und Weltordnung&amp;#039;&amp;#039;, 2018, S.&amp;amp;nbsp;44].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;padding:1em; vertical-align:top; border:2px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! [[Klassifizierung]]&lt;br /&gt;
! [[Staat]]&lt;br /&gt;
! [[Bruttonationaleinkommen]]&amp;lt;br /&amp;gt; pro Kopf jährlich in [[US-Dollar]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| „[[Erste Welt]]“ || [[OECD#Mitgliedstaaten|OECD-Mitgliedstaaten]] || &amp;gt; 13.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| „[[Schwellenland|Neue Zweite Welt]]“ || [[Ostasien]]: ({{CHN}}, {{TWN}})&amp;lt;br /&amp;gt; [[Osteuropa]]: {{EST}}, {{LVA}}, {{LTU}}, {{POL}},&amp;lt;br /&amp;gt; {{SVK}}, {{SVN}}, {{HUN}}&amp;lt;br /&amp;gt; [[Lateinamerika]]: {{BRA}}, {{COL}}, {{MEX}} || 4466 bis 13845&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| „Dritte Welt“ || {{BGD}}, {{BOL}}, {{IND}}, {{IDN}} || 1136 bis 4465&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| „[[Vierte Welt]]“ || {{AFG}}, {{BFA}}, {{BDI}},&amp;lt;br /&amp;gt; {{COD}}, {{RWA}}, {{SOM}},&amp;lt;br /&amp;gt; {{TCD}}, {{CAF}}, {{SDN}} || ≤ 1135&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der weitaus größte Teil aller Staaten weltweit (193) gehört zur zweiten bis vierten Welt (155 oder 80 %).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftliche Aspekte ===&lt;br /&gt;
Die Probleme der „Dritten Welt“ liegen in einem zu hohen [[Bevölkerungswachstum]], [[Armut|Massenarmut]], [[Überbevölkerung]], [[Unterernährung]], [[klima]]tische Erschwernisse, [[Arbeitslosigkeit]], unzureichender [[Infrastruktur]], [[Politisches Risiko|politischer Instabilität]], [[Hyperinflation]] und hoher [[Staatsverschuldung]].&amp;lt;ref&amp;gt;Siegfried Lamnek/Helga Recker, &amp;#039;&amp;#039;Soziologie-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2000, S.&amp;amp;nbsp;122.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Entwicklungshilfe]] der „Ersten Welt“ und Gelder der [[UNO]], [[Weltbank]] oder [[Internationaler Währungsfonds|Internationalem Währungsfonds]] seit etwa 1948 konnten das Elend in der „Dritten Welt“ nur lindern.&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Michels, &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte der Welt in einem Band&amp;#039;&amp;#039;, 2015, S.&amp;amp;nbsp;387.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier können deshalb die Prognosen der [[Malthusianische Katastrophe|Malthusianischen Katastrophe]] und des [[Bevölkerungsgesetz]]es beobachtet werden. Durch das rasche Bevölkerungswachstum in der Dritten und Vierten Welt gewannen die Argumente von [[Thomas Robert Malthus]] wieder an Gewicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/M%C3%A4rkte_Staaten_Welt_der_Menschen/H6iGh7dkLOkC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Bev%C3%B6lkerungsgesetz+dritte+welt&amp;amp;pg=PA120&amp;amp;printsec=frontcover Gabi Hesselbein/Lars Lambrecht (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Märkte - Staaten - Welt der Menschen&amp;#039;&amp;#039;, 2000, S.&amp;amp;nbsp;120].&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Paul R. Ehrlich]] griff 1968 die Malthusianische Katastrophe wieder auf und prognostizierte für die Zukunft unabwendbare [[Hungersnot|Hungersnöte]], da die [[Nahrungsmittelproduktion]] hinter dem Bevölkerungswachstum zurückbliebe.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul R Ehrlich, &amp;#039;&amp;#039;The Population Bomb&amp;#039;&amp;#039;, 1968, S.&amp;amp;nbsp;44; ISBN 978-1-56849-587-3&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch [[Naturkatastrophe]]n wie [[Dürre]] oder [[Überschwemmung]]en wird die Lücke weiter vergrößert. Das hohe Bevölkerungswachstum erfordert zudem zusätzlichen [[Wohnraum]], der zu Lasten der [[Agrarfläche]] geschaffen wird und dadurch das [[Güterangebot]] an [[Agrarprodukt]]en weiter sinken lässt. Hierdurch sinkt der [[Selbstversorgungsgrad]], was die [[Import]]abhängigkeit und damit die Staatsverschuldung weiter erhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieter Nohlen zufolge bilden etwa 100 Entwicklungsländer „eine dritte Welt der Habenichtse, die mangels wirtschaftlicher und politischer Potenz weiter aus der weltwirtschaftlichen Dynamik ausgekoppelt werden“.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Nohlen/Franz Nuscheler, &amp;#039;&amp;#039;Ende der Dritten Welt?&amp;#039;&amp;#039;, in: Dieter Nohlen/Franz Nuscheler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon Dritte Welt: Länder, Organisationen, Theorien, Begriffe, Personen&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Band I: Grundprobleme, Theorien, Strategien&amp;#039;&amp;#039;, 1992, S.&amp;amp;nbsp;21; ISBN 978-3-8012-0201-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Nohlen wies darauf hin, dass international nicht alle als Entwicklungsland angesehenen Staaten sich selbst zur „Dritten Welt“ zählen (etwa [[Bulgarien]], [[Rumänien]], [[Türkei]]).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Soziologie_Lexikon/Y49dDwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=%22Vierte+Welt%22+lexikon&amp;amp;pg=PA122&amp;amp;printsec=frontcover Claudia Olejniczak, &amp;#039;&amp;#039;Die Dritte-Welt-Bewegung in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;, 1999, S.&amp;amp;nbsp;122]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik am Begriff ==&lt;br /&gt;
Nach der Beendigung der Blockkonfrontation und der dadurch entstandenen neuen weltpolitischen Lage seit 1990 scheint der Begriff „Dritte Welt“ nicht mehr zeitgemäß zu sein. [[Ulrich Menzel]] brachte 1992 die These vom „Ende der Dritten Welt“ heraus&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Menzel, &amp;#039;&amp;#039;Das Ende der Dritten Welt und das Scheitern der großen Theorie&amp;#039;&amp;#039;, 1992, S.&amp;amp;nbsp;38&amp;amp;nbsp;ff.; ISBN 978-3-518-11718-7&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche die Diskussion über den Begriff neu entfacht hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Claudia Olejniczak, &amp;#039;&amp;#039;Die Dritte-Welt-Bewegung in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;, 1999, S.&amp;amp;nbsp;33.&amp;lt;/ref&amp;gt; Franz Nuscheler publizierte hierzu im selben Jahr eine „Gegenrede“.&amp;lt;ref&amp;gt;Franz Nuscheler, &amp;#039;&amp;#039;Gegenrede zum „Ende der Dritten Welt“&amp;#039;&amp;#039;, in: Franz Nuscheler, &amp;#039;&amp;#039;Lern- und Arbeitsbuch Entwicklungspolitik&amp;#039;&amp;#039;, 1992, passim; ISBN 978-3-87831-390-8&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichgültig, wie man diese Zusammenschlüsse auch benennen mag, ihre Bezeichnung ist meist mit einem negativ [[Konnotation|konnotierten]] [[Werturteil]] verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Christoph Kalter: &amp;#039;&amp;#039;Die Entdeckung der Dritten Welt. Dekolonisierung und radikale Linke in Frankreich&amp;#039;&amp;#039;. campus Verlag, Frankfurt am Main u.&amp;amp;nbsp;a. 2011, ISBN 978-3-593-39480-0.&lt;br /&gt;
* Joachim Betz/Stefan Brüne: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch Dritte Welt 1995&amp;#039;&amp;#039;. C.&amp;amp;nbsp;H. Beck Verlag, München 1994, ISBN 978-3-406-37469-2.&lt;br /&gt;
* [[Mike Davis]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Geburt der Dritten Welt: Hungerkatastrophen und Massenvernichtung im imperialistischen Zeitalter.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Assoziation A, Berlin 2019, ISBN 978-3-935936-43-9.&lt;br /&gt;
* Reinhard Marx/Franz Josef Stegmann: &amp;#039;&amp;#039;Marktwirtschaft für die „Dritte Welt“?&amp;#039;&amp;#039; Bochum 1992.&lt;br /&gt;
* Dieter Nohlen/Franz Nuscheler: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Dritten Welt&amp;#039;&amp;#039;. 8 Bände. Karl Dietz Verlag, Berlin/Bonn 1992–1994, ab ISBN 978-3-8012-0201-9.&lt;br /&gt;
* Dieter Nohlen: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon Dritte Welt&amp;#039;&amp;#039;. Rowohlt Verlag, Reinbek 2002, ISBN 978-3-499-61468-2.&lt;br /&gt;
* [[Bernd Stöver]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Kalte Krieg&amp;#039;&amp;#039;. 3. Auflage. C.&amp;amp;nbsp;H. Beck Verlag, München 2006, ISBN 978-3-406-48014-0.&lt;br /&gt;
* Rudolf Wendorff: &amp;#039;&amp;#039;Dritte Welt und westliche Zivilisation. Grundprobleme der Entwicklungspolitik&amp;#039;&amp;#039;. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 1984, ISBN 978-3-531-11722-5.&lt;br /&gt;
* Jürgen Dinkel: [https://docupedia.de/zg/Dritte_Welt &amp;#039;&amp;#039;„Dritte Welt“ – Geschichte und Semantiken&amp;#039;&amp;#039;.] Version: 1.0. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Docupedia-Zeitgeschichte]]&amp;#039;&amp;#039;, 6. Oktober 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Third World|Dritte Welt}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://www.ez-der-laender.de/ Portal Deutsche Länder in der Entwicklungspolitik]&lt;br /&gt;
* Benjamin Möckel, [https://dx.crossref.org/10.31267/Grundbegriffe_46758337 &amp;#039;&amp;#039;Dritte Welt&amp;#039;&amp;#039;.] In: Ernst Müller, Barbara Picht, Falko Schmieder (Hrsg.): [https://dx.crossref.org/10.31267/Grundbegriffe &amp;#039;&amp;#039;Das 20. Jahrhundert in Grundbegriffen. Lexikon zur historischen Semantik in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;]. Schwabe Verlag, Basel/Berlin 2024ff. (Artikel werden fortlaufend online publiziert)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4014954-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Außenpolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklungsgeographie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklungspolitik]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Politisches Schlagwort]]&lt;/div&gt;</summary>
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