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	<title>Dresdner Holbeinstreit - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T20:29:05Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dresdner_Holbeinstreit&amp;diff=534198&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gaviloh: Tippfehler korrigiert</title>
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		<updated>2026-01-24T19:03:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tippfehler korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Darmstadtmadonna.jpg|mini|Hans Holbein d.&amp;amp;nbsp;J., Madonna des Bürgermeisters Meyer, 1526 (Sammlung Würth, Johanniterkirche, Schwäbisch Hall)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Darmstadtmadonna dresdenkopie.jpg|mini|Dresdner Kopie der Holbeinschen Madonna von [[Bartholomäus Sarburgh]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Boetius Dresden Madonna engraving.jpg|mini|Kupferstich nach der Dresdner Kopie von [[Christian Friedrich Boëtius]], um 1757]]&lt;br /&gt;
Mit dem Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dresdner Holbeinstreit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man eine kunsthistorische [[Debatte]], die im [[19. Jahrhundert]] über ein Bildthema von [[Hans Holbein der Jüngere|Hans Holbein dem Jüngeren]] geführt wurde. Die Form der wissenschaftlichen Auseinandersetzung, die Argumente und das Ergebnis dieses Diskurses gelten insgesamt als Wendepunkt in der Entwicklung der noch jungen [[Einzelwissenschaft|Disziplin]] „[[Kunstgeschichte]]“, die spätestens ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann, „sich von einer literarisch-sentimentalen, aus fremden Quellen gespeisten, also kunstfremden Betrachtungsweise“ ([[Udo Kultermann]]) zu einer eigenständigen [[Wissenschaft]] mit spezifischer [[Methodik]] und objektivierbaren Ergebnissen zu emanzipieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Streit ==&lt;br /&gt;
=== Kunsthistorischer Streit ===&lt;br /&gt;
Die sogenannte „[[Darmstädter Madonna|Madonna des Bürgermeisters Meyer]]“ zeigt die Madonna mit dem Kind sowie die Familie des Basler Stifters [[Jakob Meyer zum Hasen]] und existiert in zwei Versionen: Ein Gemälde, das [[Echtheit|Original]] von Hans Holbein d. J. aus dem Jahr 1526, ist Teil der [[Sammlung Würth]] und wird in der [[Johanniterkirche (Schwäbisch Hall)|Johanniterkirche]] (Schwäbisch Hall) ausgestellt. Eine [[Kopieren (Kunst)|Kopie]] des Malers [[Bartholomäus Sarburgh]] aus dem 17. Jahrhundert befindet sich in der Dresdner [[Gemäldegalerie Alte Meister]]. Beide Bilder haben eine bewegte Geschichte und gingen im Laufe der Jahrhunderte durch die Hände vieler Besitzer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der hugenottische [[Kunsthandel|Kunsthändler]] Christoph Le Blon&amp;lt;ref&amp;gt;der Künstler und Kunsthändler [https://rkd.nl/en/explore/artists/484606 Christoph le Blon] in der Datenbank des [[RKD – Nederlands Instituut voor Kunstgeschiedenis]]&amp;lt;/ref&amp;gt; 1633 in den Besitz des originalen Holbein-Bildes gelangte, ließ er es vor dem Weiterverkauf von Sarburgh kopieren und veräußerte auch die Kopie unter dem Namen Holbein an [[Maria von Medici]]. Von nun an kursierten zwei Bilder gleichen Namens in den europäischen Kunstsammlungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 18. Jahrhundert wurde die Kopie in [[Venedig]] für die Sammlung des Kurfürsten [[August III.|Friedrich August II.]] von Sachsen erworben und hing seither als gefeiertes Original des deutschen Malers Holbein gleichrangig neben dem Prunkstück der italienischen Schule, der [[Sixtinische Madonna|Sixtinischen Madonna]] von [[Raffael]] in Dresden. 1822 kam auch der echte Holbein nach Deutschland, in die Berliner Sammlung Prinz [[Wilhelm von Preußen (1783–1851)|Wilhelms von Preußen]]. Von nun an stritten die Kunstwissenschaftler darüber, wie sich diese beiden Bilder zueinander verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem immer wieder Kunsthistoriker nach Darmstadt, wo sich das Original seit 1851 befand, und Dresden gereist waren, um die Bilder zu begutachten und in der Erinnerung zu vergleichen, wurde 1871 für die Zeit vom 15. August bis 15. Oktober eine Ausstellung in der [[Gemäldegalerie Alte Meister]] in Dresden organisiert, bei der die beiden Bilder direkt nebeneinander gehängt wurden. Während dieser Ausstellung fand ein dreitägiger (1.–3. September) Kongress mit führenden Kunsthistorikern der Zeit statt. Am 5. September 1871 wurde das Ergebnis des Kongresses verkündet: Die Darmstädter Madonna ist das Original von Holbein, das Dresdner Bild eindeutig eine Kopie. Das Ergebnis kam mit Hilfe der neuentwickelten [[Stilkritik]] zustande, die für die Bildbetrachtung nicht mehr intuitive Anmutungen und subjektive bzw. zeitgebundene Schönheitsbegriffe zugrunde legte, sondern exakte Vergleiche formaler Bildwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später bestätigten Untersuchungen mittels Röntgen und Infrarot den Befund, dass das Darmstädter Gemälde mehrfach verändert wurde und dabei mit den erhaltenen Kreidestudien korrespondierte, während das Dresdner Bild nur die letzte Fassung des Darmstädter Bildes wiedergibt. In der Folge schrieb [[Emil Major]] 1910 das Dresdner Gemälde dem Maler Bartholomäus Sarburgh zu und datierte die Entstehung auf zwischen 1635 und 1637.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Original befand sich bis 2004 in Darmstadt, dann als Leihgabe in Frankfurt am Main. Seit 2011 gehört es zur [[Sammlung Würth]] und wird seit Anfang 2012 in [[Schwäbisch Hall]] ausgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kunstphilosophischer Streit ===&lt;br /&gt;
Da die [[Kunstphilosophie]] auch [[Philosophische Anthropologie|anthropologische]] Aspekte beachtet, bestand seit der Begründung der [[Ästhetik]] durch [[Alexander Gottlieb Baumgarten]] (1714–1762) Unklarheit darüber, ob die [[Urteilskraft]] bei der Analytik des Schönen auf empirischen [[Das Gegebene|Gegebenheiten]] des Objekts beruhe oder aber auf subjektiven Bewertungen. Je nachdem waren empirisch-induktivee Methoden [[a posteriori]] oder aber deduktive [[a priori]] anzuwenden. [[Gustav Theodor Fechner]] (1801–1887) entwickelte ein psychologisches Experiment für die Besucher des Kongresses in Dresden 1871, indem er einen Fragebogen zur subjektiven Beurteilung der Kunstwerke entwickelte. Seine Ergebnisse über die Echtheitsfrage wurden noch im gleichen Jahr publiziert. Damit hatte er die später von [[Wilhelm Wundt]] (1832–1920) entwickelte Methodik der [[Experimentelle Psychologie|Experimentellen Psychologie]] vorweggenommen. Es ging ihm um die Ablehnung der spekulativen normativen Ästhetik und ihre [[Objektstufe|objektale Deutung]] wie sie von Baumgarten und [[Edmund Burke]] (1729–1797) vertreten wurde. Fechner verwendete deduktiv-subjetive und empirisch-objektive Methoden. Die [[Subjektstufe|Deutung auf der Subjektstufe]] geht von der Annahme [[Bild (Psychologie)#Psychologische Ästhetik|innerer Bilder]] als Maßstab der Bewertung aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KochGPÄ&amp;quot;&amp;gt;Sabine Koch: &amp;#039;&amp;#039;Zur Geschichte der psychologischen Ästhetik.&amp;#039;&amp;#039; Universität Wien, Allgemeine Psychologie, 2008; S. 1&amp;amp;nbsp;ff. zu Stw.„induktive vs. deduktive Methodik“. [https://allg-psy.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/p_evalab/Research/Koch_Sabine_-_Zur_Geschichte_der_Psychologischen_AEsthetik.pdf Text abgerufen am 5. Januar 2026].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gustav Theodor Fechner]]: &amp;#039;&amp;#039;Über die Echtheitsfrage der Holbein’schen Madonna.&amp;#039;&amp;#039; Breitkopf &amp;amp; Härtel, Leipzig, 1871.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunsthistoriker die am Kongress 1871 teilnahmen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Adolf Bayersdorfer]]&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm von Bode]]&lt;br /&gt;
* [[Theodor Gaedertz]]&lt;br /&gt;
* W. Hemsen&lt;br /&gt;
* Friedrich Lippmann&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Lübke]]&lt;br /&gt;
* Carl von Lützow&lt;br /&gt;
* Gerhard Malß&lt;br /&gt;
* [[Bruno Meyer (Kunstwissenschaftler)|Bruno Meyer]]&lt;br /&gt;
* Julius Meyer&lt;br /&gt;
* [[Moritz Thausing]]&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Salomon Vögelin]]&lt;br /&gt;
* [[Alfred Woltmann]]&lt;br /&gt;
* [[Karl Woermann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Lena Bader: &amp;#039;&amp;#039;Bild-Prozesse im 19. Jahrhundert. Der Holbein-Streit und die Ursprünge der Kunstgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. Wilhelm Fink Verlag, München 2013, ISBN 978-3-7705-5357-0.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Hans Holbeins Madonna im Städel. Der Bürgermeister, sein Maler und seine Familie.&amp;#039;&amp;#039; Katalog zur Ausstellung im Frankfurter Städel 2004. Petersberg 2004, ISBN 3-937251-24-3.&lt;br /&gt;
* [[Udo Kultermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Dresdner Holbeinstreit.&amp;#039;&amp;#039; In: Udo Kultermann: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Kunstgeschichte. Der Weg einer Wissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; Prestel Verlag, München 1996, ISBN 3-7913-1056-9, S. 136–141.&lt;br /&gt;
* Bernhard Maaz: &amp;#039;&amp;#039;Hans Holbein d.J. Die Madonnen des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen in Dresden und Darmstadt: Wahrnehmung, Wahrheitsfindung und -verunklärung.&amp;#039;&amp;#039; Swiridoff-Verlag, Künzelsau 2014, ISBN 978-3-89929-289-3.&lt;br /&gt;
* Andreas Beyer: &amp;#039;&amp;#039;Am Anfang war der Streit. Hans Holbein d. J. und die kunsthistorische Tradition&amp;#039;&amp;#039;, in: Christian Scholl/Sandra Richter/Oliver Huck (Hg.): Konzert und Konkurrenz. Die Künste und ihre Wissenschaften im 19. Jahrhundert, Göttingen 2010, S. 201–221.&lt;br /&gt;
* weblink: Vortrag von Andreas Beyer: „Der Zank als methodische Praxis – Der Holbein-Streit 1871 und seine Folgen“, Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden,  22. Oktober 2021:https://www.youtube.com/watch?v=hCE-gbcm0uA&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstgeschichte (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Malerei (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstkritik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturelle Kontroverse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftliche Kontroverse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1871]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildende Kunst (Dresden)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeschichte (Dresden)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hans Holbein der Jüngere]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemäldegalerie Alte Meister]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gaviloh</name></author>
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