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	<title>Dorische Notierung - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-22T01:08:18Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dorische_Notierung&amp;diff=2799704&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Rodomonte: wl</title>
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		<updated>2023-01-15T10:58:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;wl&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;dorische Notierung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;dorische Notation&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;dorische Vorzeichnung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man eine im frühen 18. Jahrhundert übliche Notierung der [[Tonart|Molltonarten]] mit {{Musik|b}}-Vorzeichnung, bei der in der [[Vorzeichen (Musik)|Generalvorzeichnung]] ein {{Musik|b}} fehlt: d-Moll wird also ohne Vorzeichen notiert, g-Moll mit einem {{Musik|b}}, c-Moll mit zweien, das um diese Zeit noch sehr seltene f-Moll mit dreien. Das jeweils fehlende Versetzungszeichen wird vor den jeweiligen Noten im Verlauf des Notentextes nachgetragen. Analog dazu sind die Bezeichnungen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;lydische Notierung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;lydische Notation&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;lydische Vorzeichnung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; für Durtonarten geprägt worden. Da kein historischer Bezug zum [[Lydischer Modus|Lydischen]] und allenfalls ein lockerer Bezug zum [[Dorischer Modus|Dorischen]] existiert, werden die Bezeichnungen „lydische Notierung“ usw. meistens, „dorische Notierung“ usw. oft in Anführungszeichen gesetzt. Moderne Herausgeber passen die originalen Tonartvorzeichnungen häufig stillschweigend dem heutigen Gebrauch an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Dorische Notierung.svg|mini|links|600px|„Dorische Notierung“]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:left;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Johann Sebastian Bach]] hat bei seiner spätestens 1717 entstandenen Orgelbearbeitung (BWV 596) des 11. Konzerts aus [[Antonio Vivaldi]]s &amp;#039;&amp;#039;[[L’Estro Armonico|L&amp;#039;estro armonico]]&amp;#039;&amp;#039; (1711) die originale d-Moll-Vorzeichnung in eine „dorische Notierung“ umgewandelt.&lt;br /&gt;
[[Datei:BWV 596 Concerto d nach Vivaldi 1. Seite Autograph.jpg|miniatur|Erste Seite des Autographs von Bachs &amp;#039;&amp;#039;Concerto&amp;#039;&amp;#039; in d-Moll nach Vivaldi (BWV 596). Alle Stimmen sind zeittypisch im [[Altschlüssel]] notiert.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:BWV 596 Concerto d nach Vivaldi Anfang in Originalnotation.svg|mini|links|500px|BWV 596: Bachs originale Notierung, aber in moderne Schlüssel übertragen. Versetzungszeichen gelten nur für eine einzelne Note. Damalige Orgeln hatten kein d&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;, daher notiert Bach eine [[Oktave]] tiefer und schreibt eine [[Register (Orgel)#Unterscheidung nach Tonhöhe|4&amp;#039;-Registrierung]] vor.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:left;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:BWV 596 Concerto d nach Vivaldi Anfang in moderner Notation.svg|mini|links|500px|BWV 596 in moderner Notierung]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:left;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Telemann, Fagottsonate TWV 41-f1, Seite1 des Erstdrucks.jpeg|miniatur|Seite 44 des Erstdrucks von [[Georg Philipp Telemann]]s [[Der getreue Musikmeister|Getreuem Musikmeister]]: Beginn der Fagottsonate f-Moll [[Telemann-Werke-Verzeichnis|TWV]] 41:&amp;amp;nbsp;f&amp;amp;nbsp;1 in „dorischer Notierung“. Vorgezeichnet sind &amp;#039;&amp;#039;fünf&amp;#039;&amp;#039; {{Musik|b}}: die für b und as werden auf den eine Oktave tiefer liegenden Linien wiederholt; das Vorzeichen für des fehlt (vgl. den 7. Takt).]]&lt;br /&gt;
Die Ursachen dieser Notationsgewohnheit sind nicht völlig klar. Das moderne Tonartensystem begann um 1700 die früheren [[Kirchentonarten|Modi]] allmählich zu verdrängen. In der „dorischen Notierung“ ist daher sicherlich eine Erinnerung an das Dorisch des 17. Jahrhunderts bewahrt, das mit dem Grundton d ohne Generalvorzeichnung oder transponiert mit dem Grundton g und einfacher {{Musik|b}}-Vorzeichnung auftreten konnte. Schon im Lauf des 17. Jahrhunderts hatte es seine charakteristischen Umrisse weitgehend verloren (etwa die typische Melodieführung vom Grundton über die Quint zur kleinen Sept); traditionelle 6. Stufe (h bzw. e) und erniedrigte 6. Stufe (b bzw. es) wurden nebeneinander verwendet, so dass ein Unterschied  zum späteren d-Moll und g-Moll immer weniger auszumachen war. Es ist daher nicht erstaunlich, dass Relikte des ursprünglichen Dorisch in „dorisch notierten“ Kompositionen des frühen 18. Jahrhunderts allenfalls zufällig auftreten.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Andererseits scheint es ein Bedürfnis nach einer Reduktion der für viele Musiker noch ungewohnten Generalvorzeichnungen gegeben zu haben. Auch Dur-Tonarten erscheinen mit reduzierter Vorzeichnung. Im Erstdruck von [[Georg Philipp Telemann]]s &amp;#039;&amp;#039;Kleiner Cammermusic&amp;#039;&amp;#039; (1716) etwa sind in der &amp;#039;&amp;#039;Partita 6&amp;#039;&amp;#039; in Es-Dur nur zwei {{Musik|b}} vorgezeichnet. In Analogie zur „dorischen Notierung“ wird dieses nicht seltene Phänomen manchmal „lydische Notierung“ genannt. Eine Beziehung zum Lydisch des 17. Jahrhunderts ist allerdings ausgeschlossen; diese Tonart wurde seit der Renaissance überwiegend mit einem {{Musik|b}} vorgezeichnet und ähnelte daher stark dem heutigen F-Dur; die einstmals charakteristische [[Quarte#Varianten|übermäßige]] 4. Stufe war praktisch in Vergessenheit geraten&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Bernhard Meier, &amp;#039;&amp;#039;Alte Tonarten: dargestellt an der Instrumentalmusik des 16. und 17. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;. Kassel usw. (Bärenreiter) 1992 ISBN 3-7618-1053-9, v.&amp;amp;nbsp;a. S. 52 ff., 62 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Vereinzelt finden sich auch Kompositionen in Kreuztonarten, deren Generalvorzeichnung ein Vorzeichen fehlt, etwa [[Arcangelo Corelli]]s [[Triosonate]] E-Dur op. 4 Nr. 6, die im Erstdruck mit drei Kreuzen notiert ist. Eine Begriffskonstruktion „mixolydische Notation“ scheint allerdings nie versucht worden zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie sehr die „dorische Notierung“ ein zwar weit verbreitetes, aber vorübergehendes Phänomen ohne strukturelle Bedeutung für die Komposition war, zeigt die früheste überlieferte Fassung des ersten Teils von Bachs &amp;#039;&amp;#039;[[Das Wohltemperierte Klavier|Wohltemperiertem Klavier]]&amp;#039;&amp;#039; (vor 1722): dort sind nur Präludium und Fuge in c-Moll „dorisch“ notiert&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Neue Bachausgabe Serie V Band 6.1 &amp;#039;&amp;#039;Das wohltemperierte Klavier I&amp;#039;&amp;#039;, S. 130–133&amp;lt;/ref&amp;gt;, aber weder die Stücke in d-Moll und g-Moll noch die in den ungewohnteren Tonarten f-Moll, b-Moll und es-Moll. Im Autograph der endgültigen Fassung (1722) erscheinen auch die c-Moll-Stücke in der modernen Notation mit drei b.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinzelt finden sich noch in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts „dorisch“ notierte Kompositionen, etwa [[Joseph Haydn]]s c-Moll-Sonate Hob.&amp;amp;nbsp;XVI:&amp;amp;nbsp;20 (1771)&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph Haydn, &amp;#039;&amp;#039;Sämtliche Klaviersonaten. Kritische Anmerkungen,&amp;#039;&amp;#039; herausgegeben von [[Christa Landon]]. Wien 1982 (Wiener Urtext Edition) S. 42&amp;lt;/ref&amp;gt;, oder das in c-Moll stehende &amp;#039;&amp;#039;Trio&amp;#039;&amp;#039; aus dem &amp;#039;&amp;#039;Menuet&amp;#039;&amp;#039; seines Streichquartetts C-Dur op. 9 Nr. 1 (Hob.&amp;amp;nbsp;III:&amp;amp;nbsp;19, ca.&amp;amp;nbsp;1770)&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph Haydn, &amp;#039;&amp;#039;Werke&amp;#039;&amp;#039;, Reihe XII, Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Streichquartette „op.&amp;amp;nbsp;9“ und „op.&amp;amp;nbsp;17“&amp;#039;&amp;#039;, herausgegeben von [[Georg Feder]] (Henle Verlag) 1963&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Notationsweise (Musik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tonleiter]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Rodomonte</name></author>
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