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	<title>Doppelrohrblattinstrument - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Doppelrohrblattinstrument&amp;diff=1572441&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bertramz: form</title>
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		<updated>2026-03-01T10:02:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bombarde sol anche.jpg|mini|[[Bretagne|Bretonische]] [[Bombarde (bretonisches Musikinstrument)|Bombarde]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Doppelrohrblattinstrumente&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (kurz &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Doppelblattinstrumente&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) sind [[Blasinstrument]]e, deren Ton von einem doppelten [[Rohrblatt]] erzeugt wird. Beim Anblasen wird ein Paar gleichartiger, gegenüberstehender Blätter zum Schwingen angeregt. Entsprechend seiner Funktionsweise wird dieses Rohrblatt auch als Gegenschlagzunge bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Vibration des Rohrblatts wird der Luftstrom in einer bestimmten [[Frequenz]] unterbrochen und wieder freigegeben. Dadurch gerät die Luftsäule im Instrumentenkorpus ins Schwingen und der Ton erklingt. Die Tonhöhe wird durch die Länge, den Durchmesser und die Form des [[Korpus (Musikinstrument)|Korpus]] bestimmt ([[Konus|konisch]]/[[Zylinder (Geometrie)|zylindrisch]]). Durch Öffnen oder Schließen von Grifflöchern können [[Tonleiter|Tonskalen]] erzeugt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im westlichen [[Orchester]] sind die Doppelrohrblattinstrumente [[Oboe]] (mit [[Englischhorn]]) und [[Fagott]] (mit [[Kontrafagott]]) vertreten. Daneben gibt es weltweit viele traditionelle Instrumente, unter anderem die [[Bombarde (bretonisches Musikinstrument)|Bombarde]], die &amp;#039;&amp;#039;[[zurna]]&amp;#039;&amp;#039;, die &amp;#039;&amp;#039;[[duduk]]&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;[[suona]]&amp;#039;&amp;#039;. In Europa wurden in der Zeit der [[Renaissance]] neben den [[Schalmei]]en zahlreiche weitere Doppelrohrblattinstrumente verwendet, zum Beispiel [[Krummhorn]] oder [[Rauschpfeife]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinsam mit den [[Einfachrohrblattinstrument]]en bilden die Doppelrohrblattinstrumente die Kategorie der [[Rohrblattinstrument]]e, die zu den [[Holzblasinstrument]]en gehören. Die Melodierohre vieler [[Sackpfeife (Musikinstrument)|Sackpfeifen]] entsprechen im Aufbau den Doppelrohrblattinstrumenten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Terminologie ==&lt;br /&gt;
Um Doppelblattinstrumente zusammenzufassen, wird auch von [[Oboe]]n, traditionellen Oboen, Kegeloboen, Volksoboen gesprochen. Näher wird unterschieden zwischen (konischen) &amp;#039;&amp;#039;Kegeloboen&amp;#039;&amp;#039; und (zylindrischen) &amp;#039;&amp;#039;Kurzoboen&amp;#039;&amp;#039;. Historische und moderne Instrumente sind dabei nicht berücksichtigt. Ein anderer Sammelbegriff ist &amp;#039;&amp;#039;Schalmeien&amp;#039;&amp;#039; oder [[Schalmeiinstrument]]e. Er kann in einem weiteren Sinn auch für alle (traditionellen) [[Rohrblatt]]instrumente gebraucht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Terminologie für die einzelnen Instrumente ist oft schwankend. Derselbe Name kann für sehr unterschiedliche Instrumente stehen. So wird Katalanisch &amp;#039;&amp;#039;[[xeremia]]&amp;#039;&amp;#039; regional unterschiedlich für ein Doppel- oder Einfachrohrblattinstrument oder für eine Sackpfeife verwendet. Schon das zugrundeliegende [[Altfranzösische Sprache|altfranzösische]] Wort &amp;#039;&amp;#039;chalemie&amp;#039;&amp;#039; konnte Doppel- wie Einfachblattinstrumente bezeichnen. Entsprechend ist davon [[Schalmei]] für einen Typus von Doppelblattinstrumenten abgeleitet, aber auch &amp;#039;&amp;#039;[[chalumeau]]&amp;#039;&amp;#039; für ein Einfachblattinstrument.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt können gleiche oder sehr ähnliche Instrumente unterschiedliche Namen haben. Zum Beispiel bezeichnen &amp;#039;&amp;#039;[[dulzaina]], [[Gralla (Musikinstrument)|gralla]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;xirimita&amp;#039;&amp;#039; im katalanischen Sprachgebiet denselben Instrumententyp in verschiedenen Regionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klang und Spielweise ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Piffero Doppelrohrblatt 20090427214452.jpg|mini|Mundstück eines norditalienischen &amp;#039;&amp;#039;[[piffero]]&amp;#039;&amp;#039; mit Rohrblatt und [[Pirouette (Blasinstrument)|Pirouette]]]]&lt;br /&gt;
Der Ton der Doppelblattinstrumente ist meist offener als der von Einfachblattinstrumenten und besonders bei kleineren Instrumenten mit konischer Röhre oft durchdringend. Instrumente mit großen Blättern oder zylindrischen Röhren können auch weicher klingen. [[Windkapsel]]instrumente mit zylindrischer Röhre haben oft einen schnarrenden Ton.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den traditionellen und einigen historischen Instrumenten wird das Rohrblatt ganz in die Mundhöhle genommen. Bei diesem Ansatz („Windkapselansatz“, „Ansatz mit aufgeblasenen Backen“) umschließen die Lippen das Blatt unterhalb der frei schwingenden Blattzungen. So bildet die Mundhöhle ein Luftreservoir, aus dem die Luft gleichmäßig in das Instrument strömt. Zur Unterstützung des Lippenabschlusses haben einige Instrumente eine runde oder ovale Lippenstütze, die auch [[Pirouette (Blasinstrument)|Pirouette]] genannt wird. Anders als bei den direkt angeblasenen Instrumenten hat der Musiker bei Windkapselinstrumenten keinen direkten Kontakt zum Rohrblatt. Die Windkapsel bildet eine Kammer, in der das Rohrblatt frei schwingt. In der traditionellen Spielweise werden die Instrumente mit konischer Röhre meist nur einmal, die Instrumente mit zylindrischer Röhre gar nicht [[überblasen]]. Im Nahen Osten und in Asien werden sie häufig mit [[Zirkularatmung]] gespielt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schaal&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die modernen Instrumente und einige historische Instrumente werden dagegen „lippendirigiert“ gespielt, das heißt, Ober- und Unterlippe werden über den Zahndamm gelegt und schließen die beiden Blattzungen ein. Dieser Ansatz wird auch als „Oboenansatz“ bezeichnet. Durch Änderung von Druck und Stellung der Lippen kann der Ton moduliert und das Instrument mehrfach überblasen werden. Der Oboenansatz wird heute gelegentlich auch bei traditionellen Instrumenten ohne Windkapsel verwendet, um deren musikalische Möglichkeiten zu erweitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Formen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hichiriki.JPG|mini|hochkant=0.6|Japanische &amp;#039;&amp;#039;[[hichiriki]]&amp;#039;&amp;#039; mit zylindrischem Korpus und Spange (und Schutzkappe) über dem Rohrblatt]]&lt;br /&gt;
; Rohrblatt&lt;br /&gt;
Bei europäischen Instrumenten ist das Rohrblatt meist aus [[Schilfrohr]] oder [[Pfahlrohr]], in Asien werden traditionell [[Bambus]] (&amp;#039;&amp;#039;[[duduk]]&amp;#039;&amp;#039;), eine Zuckerrohrart (&amp;#039;&amp;#039;saccharum spontaneum&amp;#039;&amp;#039;, für die &amp;#039;&amp;#039;[[shehnai]]&amp;#039;&amp;#039;), Schilfgras (&amp;#039;&amp;#039;[[taepyeongso]]&amp;#039;&amp;#039;) oder Palmblätter (&amp;#039;&amp;#039;[[Pi Chanai|pi chanai]], [[hne]]&amp;#039;&amp;#039;) verwendet. Heute ist auch Kunststoff für die Rohrblätter anzutreffen. In manchen Fällen reguliert eine Spange die Spannung des Rohrblatts (&amp;#039;&amp;#039;duduk&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;hichiriki&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Stefan Herzka, 2003, S. 74&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Befestigung des Rohrblatts am Instrument geschieht oft mit Hilfe einer Metallhülse, auf die das Blatt gebunden wird. Unterhalb des Rohrblatts kann die Pirouette angebracht sein ([[Pommer]], &amp;#039;&amp;#039;[[piffero]], [[zurna]], shehnai, [[suona]]&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schaal&amp;quot;&amp;gt;Hans-Jürgen Schaal: [http://www.hjs-jazz.de/?p=00159 &amp;#039;&amp;#039;Zurna, Shenai, Argol – Der magische Klang des Rohrblatts (2006).&amp;#039;&amp;#039;] www.hjs-jazz.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Windkapsel&lt;br /&gt;
In der Renaissancezeit waren die Mundstücke der Doppelrohrblattinstrumente häufig mit Windkapseln versehen ([[Krummhorn]], [[Cornamuse]], [[Schryari]], [[Rauschpfeife]], [[Kortholt]]).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[David Munrow]] |Titel=Musikinstrumente des Mittelalters und der Renaissance |Verlag=Moeck |Ort= |Datum=1980 |ISBN= |Originaltitel=Instruments of the Middle Ages and Renaissance, 1976 |Originalsprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Korpus&lt;br /&gt;
Als Material für den [[Korpus (Musikinstrument)|Korpus]] dienen verschiedene Hölzer, oft Obst- oder Hartholz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schaal&amp;quot; /&amp;gt; Der Korpus kann je nach kunsthandwerklicher Tradition verziert sein. Eine Besonderheit sind gebogene Formen ([[Oboe da caccia]], ein &amp;#039;&amp;#039;Mvahli&amp;#039;&amp;#039; genanntes Instrument der nepalesischen [[Newar]]). Das [[Sarrusophon]] hat einen Korpus aus Metall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kleinsten Doppelblattinstrumente sind zwischen 10 und 20 Zentimeter lang, die größten haben eine Rohrlänge von mehreren Metern, die jedoch einmal oder mehrfach gefaltet sind (das [[Kontrafagott]] hat eine Luftsäule von fast sechs Metern). Diese Verbindung paralleler Rohre zu einem Schallrohr findet sich beim [[Sordun]], dem [[Dulzian]] und dem [[Fagott]]. Am konsequentesten ist das Prinzip beim [[Rankett]] durchgeführt, bei dem durch die neunfache Knickung des Schallrohrs selbst die Großbassinstrumente nur kleine Außenmaße haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Oboe da caccia.jpg|mini|[[Oboe da caccia]] (Jagdoboe), Korpus mit Leder überzogen, Messingstürze]]&lt;br /&gt;
Die Mehrzahl der Doppelblattinstrumente hat eine konische Innenbohrung. Doch Instrumente mit zylindrischem Schallrohr sind keine Ausnahme ([[Krummhorn]], [[Cornamuse]], [[Sordun]], [[Rankett]], &amp;#039;&amp;#039;[[duduk]], [[Mey (Blasinstrument)|mey]], [[hujia]], [[guan]], [[Piri (Musikinstrument)|piri]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[hichiriki]])&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schaal&amp;quot; /&amp;gt; Sie entsprechen in der Tonerzeugung den [[gedackt]]en Pfeifen und klingen daher eine Oktave tiefer als konische Instrumente oder Flöten gleicher Länge. Wegen der gegenkonischen Außenform kann für die [[Schryari]] eine gegenkonische Innenbohrung vermutet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Grifflöchern (häufig 6–9) finden sich an vielen Instrumenten Bohrungen, die als Schalllöcher dienen oder mit Wachs verschlossen werden können, um andere Tonskalen zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Stürze&lt;br /&gt;
Die zylindrischen Doppelblattinstrumente haben meist keinen [[Schalltrichter]]. Dagegen ist er bei vielen Instrumenten mit konischem Schallrohr stark ausgeprägt (vgl. die Bezeichnung „Kegeloboen“). Korpus und Schalltrichter können aus einem Stück gearbeitet sein ([[Schalmei]], [[Zurna]]). Oft wird die Stürze aber auch aufgesetzt. Neben Holzstürzen gibt es solche aus Metall, häufig Messing ([[Oboe da caccia]], [[Tenora]], &amp;#039;&amp;#039;[[suona]], [[gyaling]]&amp;#039;&amp;#039;). Bei der &amp;#039;&amp;#039;[[hne]]&amp;#039;&amp;#039; hängt ein Metalltrichter lose über dem Ende des Schallrohrs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schaal&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den trichterförmigen Stürzen gibt es auch eiförmige ([[Musette (Oboe)|Musette]], [[Oboe d’amore]], Englischhorn, [[Heckelphon]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
; Antike und Spätantike&lt;br /&gt;
Schon in vorgeschichtlicher Zeit dürften Doppelrohrblätter zur Erzeugung von Musik verwendet worden sein. Zu den ältesten Zeugnissen und zur Entwicklung in der [[Antike]] siehe den Artikel [[Aulos]]. Die meist paarweise gespielten Instrumente hießen bei den Griechen &amp;#039;&amp;#039;Aulos&amp;#039;&amp;#039;, bei den Etruskern &amp;#039;&amp;#039;Subulo&amp;#039;&amp;#039; und bei den Römern &amp;#039;&amp;#039;Tibia&amp;#039;&amp;#039;. Diese Namen bezeichneten sowohl Doppel- als auch Einzelrohrblattinstrumente&amp;lt;ref name=&amp;quot;Becker&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Heinz Becker (Musikwissenschaftler)|Heinz Becker]] |Titel=Zur Entwicklungsgeschichte der antiken und mittelalterlichen Rohrblattinstrumente |Verlag=Musikverlag H. Sikorski |Ort=Hamburg |Datum=1966 |ISBN=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Musik der antiken Rohrblattinstrumente ein wichtiger Teil religiöser Zeremonien und der [[Mysterienkult]]e war, wurden sie von den christlichen [[Kirchenvater|Kirchenvätern]] scharf abgelehnt. Die Kirchenmusik blieb lange auf den Gesang beschränkt. Die [[Aulos|Auleten]] sanken zu [[Spielmann (Musiker)|Spielleuten]] und Gauklern herab. Dass sich Doppelblattinstrumente in der Volkskultur des [[Abendland]]es bis ins Mittelalter erhalten haben, kann nur vermutet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Becker, 1966, S. 154f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Naher Osten, Zentral- und Ostasien, Nordafrika&lt;br /&gt;
[[Datei:B-Suonas.JPG|mini|hochkant|Chinesische &amp;#039;&amp;#039;suona&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Zournas.jpg|mini|links|hochkant|Türkische &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Im islamischen Kulturkreis wurde das Erbe der Antike unbefangener übernommen. Aus Vorläufern der arabischen Kegeloboe &amp;#039;&amp;#039;[[mizmar]]&amp;#039;&amp;#039; entwickelten sich in [[Iran|Persien]] die Instrumente, die bis heute als &amp;#039;&amp;#039;[[Sornay (Musikinstrument)|sornay]]&amp;#039;&amp;#039; erhalten sind. In der [[Türkei]] und auf dem [[Balkanhalbinsel|Balkan]] heißt das entsprechende Instrument &amp;#039;&amp;#039;[[zurna]]&amp;#039;&amp;#039;. Oft spielen zwei dieser Instrumente gemeinsam, wobei eines vielleicht in der Tradition des antiken Doppelaulos einen Bordunton zur Melodie liefert. Rhythmisch ergänzt werden sie von einer Trommel (&amp;#039;&amp;#039;[[davul]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[tapan]]&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schaal&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Nordafrika]] heißen entsprechende Instrumente &amp;#039;&amp;#039;[[ghaita]]&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;[[algaita]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schaal&amp;quot; /&amp;gt; und an der ostafrikanischen Küste &amp;#039;&amp;#039;[[nzumari]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Handelswege verbreitete sich in islamischer Zeit der Instrumententyp unter abgeleiteten Bezeichnungen über Zentral- und Südasien bis nach China,&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Stefan Herzka, 2003, S. 75&amp;lt;/ref&amp;gt; während die indische [[Mohori (Blasinstrument)|Mohori]] ihrem Namen nach auf einen vorislamischen Ursprung der Doppelrohrblattinstrumente in Indien verweist. In Pakistan heißt die Kegeloboe [[Turi (Musikinstrument)|Turi]], in Indien &amp;#039;&amp;#039;[[shehnai]]&amp;#039;&amp;#039;, in Sri Lanka &amp;#039;&amp;#039;[[horonava]]&amp;#039;&amp;#039;, in Nepal &amp;#039;&amp;#039;[[mvahli]]&amp;#039;&amp;#039;, in China &amp;#039;&amp;#039;[[suona]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schaal&amp;quot; /&amp;gt; Zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert gelangte sie nach [[Korea]] und erhielt dort den Namen &amp;#039;&amp;#039;[[taepyeongso]]&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;soaenap&amp;#039;&amp;#039;). In [[Myanmar]] entwickelte sich die Kegeloboe zur &amp;#039;&amp;#039;[[hne]]&amp;#039;&amp;#039;, in [[Kambodscha]] zur &amp;#039;&amp;#039;[[sralai]]&amp;#039;&amp;#039; (ohne Schalltrichter). Islamische Einwanderer brachten sie nach [[Malaysia]] und [[Indonesien]], wo sie auf Sumatra &amp;#039;&amp;#039;[[sarune]]&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;sarunei, serune&amp;#039;&amp;#039;), auf Java &amp;#039;&amp;#039;[[tarompet]]&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;selompret&amp;#039;&amp;#039;), auf der Insel Lombok &amp;#039;&amp;#039;[[preret]]&amp;#039;&amp;#039; und im Süden von Sulawesi &amp;#039;&amp;#039;[[Puwi-puwi|puik-puik]]&amp;#039;&amp;#039; genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf ähnliche Weise dürfte die Verbreitung der Kurzoboen mit zylindrischer Bohrung verlaufen sein. Das Instrument, das in der Türkei &amp;#039;&amp;#039;[[Mey (Blasinstrument)|mey]]&amp;#039;&amp;#039; genannt wird, ist als &amp;#039;&amp;#039;[[duduk]]&amp;#039;&amp;#039; armenisches Nationalinstrument. Ähnliche Formen heißen in Nordwestchina &amp;#039;&amp;#039;[[hujia]]&amp;#039;&amp;#039;, in China &amp;#039;&amp;#039;[[guan]]&amp;#039;&amp;#039;, in Korea &amp;#039;&amp;#039;[[Piri (Musikinstrument)|piri]]&amp;#039;&amp;#039; und in Japan &amp;#039;&amp;#039;[[hichiriki]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Europa im hohen Mittelalter und in der Renaissance&lt;br /&gt;
Auch im [[Abendland]] wurden die Doppelblattinstrumente durch den Kontakt mit der islamischen Welt (wieder) verbreitet. Seit der Zeit der [[Kreuzzüge]] und des [[Wirtschaftsgeschichte der Republik Venedig|venezianischen Mittelmeerhandels]] waren die [[Schalmei]]en bei Spielleuten auch im westlichen Mittelmeerraum und in Mitteleuropa sehr beliebt.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Stefan Herzka, 2003, S. 155&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Renaissance wurden unterschiedliche Formen in [[Instrumentenfamilie]]n gebaut. Zu den Schalmeien trat der [[Pommer]] sowie der [[Dulzian]]. Mit zylindrischem Rohr gab es [[Rankett]]e und [[Sordun]]e in allen [[Stimmlage]]n. Als Windkapselinstrumente gab es unter anderem [[Rauschpfeife]], [[Krummhorn]] und [[Cornamuse]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Spanien aus verbreitet sich ein Doppelrohrblattinstrument mit zylindrischer Spielröhre unter dem Namen [[Chirimía]] in einigen Gegenden von Lateinamerika und Zentralamerika.&amp;lt;ref&amp;gt;Charles McNett: &amp;#039;&amp;#039;The Chirimia: A Latin American Shawm.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Galpin Society Journal&amp;#039;&amp;#039;, Band 13, Juli 1960, S. 44–51&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Barock und 19. Jahrhundert&lt;br /&gt;
[[Datei:Cu oboe.jpg|mini|Renaissanceschalmei, Barockoboe, moderne Oboe]]&lt;br /&gt;
Im [[Barock]] traten die Windkapselinstrumente zurück. Aus der hohen Schalmei entwickelte [[Jean de Hotteterre]] (um 1610–1691) die [[Barockoboe]] mit engerem Konus und zwei Klappen für die tiefsten Töne. Von Frankreich aus verbreitete sich das Instrument in ganz Europa. Als Bassinstrument löste das [[Barockfagott]] allmählich den Dulzian ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon bei den Renaissanceinstrumenten wurden bei großen Instrumenten Klappen angesetzt, wo die Griffspanne der Hand nicht ausreichte. Diese Klappen waren noch durch eine [[Fontanelle (Instrumentenbau)|Fontanelle]] genannte Holzabdeckung geschützt. In der Barockzeit kamen einige wenige Klappen hinzu. Erst seit dem 19. Jahrhundert wurden zahlreiche Klappen zur Grifferleichterung bei Halbtönen und Verzierungen sowie zum leichteren Überblasen und zur Verbesserung der Intonation hinzugefügt. So hat die moderne [[Oboe]]n bis zu 21 Klappen, das [[Fagott]] hat bis zu 25.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Instrumenten für den höfischen bzw. bürgerlichen Musikbetrieb sowie für die Kirchenmusik, bestehen vor allem im Mittelmeerraum die aus der Schalmei entwickelten Volksinstrumente fort.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Stefan Herzka, 2003, S. 170&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier sind die [[Bombarde (bretonisches Musikinstrument)|Bombarde]] aus der [[Bretagne]], der [[Hautbois Languedocien]], die [[Gralla (Musikinstrument)|Gralla]], [[Tarota]], [[Tible]] und [[Tenora]] aus Katalonien, die [[Ciaramella]] und der [[Piffero]] aus Italien sowie die [[Sopila]] aus [[Istrien]] zu nennen. Sie werden oft gemeinsam mit [[Sackpfeife (Musikinstrument)|Sackpfeifen]] gespielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In vielen Gegenden waren die Instrumente um die Wende zum 20. Jahrhundert stark zurückgegangen oder ausgestorben. Mit der Pflege des regionalen Bewusstseins wurde vielerorts ihre Bedeutung für die eigene kulturelle Identität entdeckt und die Wiederbelebung und Weiterentwicklung vorangetrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Stefan Herzka, 2003, S. 188&amp;lt;/ref&amp;gt; So werden heute auch einige traditionelle Instrumente mit Klappen versehen (Tenora, Tible, Bombarde), um die Spielmöglichkeiten zu erweitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Heinz Stefan Herzka]]: &amp;#039;&amp;#039;Schalmeien der Welt: Volksoboen und Volksklarinetten – Verbreitung und Geschichte der Musikinstrumente mit dem magischen Klang.&amp;#039;&amp;#039;Schwabe, Basel 2003, ISBN 3-7965-1969-5&lt;br /&gt;
* Gisa Jähnichen, Terada Yoshitaka (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Double Reeds along the Great Silk Road.&amp;#039;&amp;#039; Shanghai Conservatory of Music und Logos Verlag, Berlin 2019&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4150450-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Doppelrohrblattinstrument| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bertramz</name></author>
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