<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Donauzivilisation</id>
	<title>Donauzivilisation - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Donauzivilisation"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Donauzivilisation&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-04T11:02:05Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Donauzivilisation&amp;diff=1046698&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Brettchenweber: Die letzte Textänderung von ~2025-26814-98 wurde verworfen und die Version 253655792 von Rießler wiederhergestellt. Inhaltliche Fragen und Kritik bitte auf der Diskussionsseite erörtern und nicht direkt in den Artikeltext schreiben.</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Donauzivilisation&amp;diff=1046698&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-09-26T21:38:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die letzte Textänderung von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2025-26814-98&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2025-26814-98&quot;&gt;~2025-26814-98&lt;/a&gt; wurde verworfen und die Version &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Permanenter_Link/253655792&quot; title=&quot;Spezial:Permanenter Link/253655792&quot;&gt;253655792&lt;/a&gt; von Rießler wiederhergestellt. Inhaltliche Fragen und Kritik bitte auf der Diskussionsseite erörtern und nicht direkt in den Artikeltext schreiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Mit &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Donauzivilisation&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, Donaukultur oder [[Alteuropa (Sprachforschung)|Alteuropa]] bezeichnet der Sachbuchautor [[Harald Haarmann]] ein Geflecht auffällig intensiver zivilisatorischer Aktivitäten in der Zeit von ca. 5000 bis ca. 3500 v. Chr. auf der [[Balkanhalbinsel]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;HHaarmann&amp;quot;&amp;gt;[[Harald Haarmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Rätsel der Donauzivilisation – Die Entdeckung der ältesten Hochkultur Europas.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-62210-6, S. 50 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine damit verbundene [[Hypothese]] einer vor-[[Indogermanen|indogermanischen]] [[Kupfersteinzeit|chalkolithischen]] Hochkultur und einzelne Thesen zu Schrift und Sozialstruktur werden in der [[Archäologie|archäologischen]] Forschung meist nicht anerkannt oder ernten starken Widerspruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbestritten ist die Fülle der archäologischen Funde und Befunde in der Region. Die Datierungen konnten Anfang des 21. Jahrhunderts verfeinert und abgesichert werden, und das Material wird erst nach und nach einer größeren Öffentlichkeit im Zusammenhang bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;The Lost World of Old Europe. The Danube Valley, 5000–3500 BC&amp;#039;&amp;#039;. Exhibition catalogue ed. by David W. Anthony and Jennifer Y. Chi. Princeton: Princeton University Press, 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; Schwierig und umstritten sind die Deutungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Eine prominente ältere Deutung bei: Marija Gimbutas: The Civilisation of the Goddess. HarperCollins, San Francisco 1991.&amp;lt;/ref&amp;gt; Haarmann versteht die Donauzivilisation als früheste [[Hochkultur (Geschichtswissenschaft)|Hochkultur]] Europas und Vorgängerkultur der [[Minoische Kultur|minoischen]] und der [[Mykenische Kultur|mykenischen]] Kultur. Er fasst unter diesem Begriff verschiedene miteinander verwandte archäologische Kulturen zusammen, die sämtlich von den [[Neolithikum|neolithischen]] Kulturen von [[Sesklo]] in Griechenland und [[Starčevo-Kultur|Starčevo-Criş]] in Serbien und Rumänien abstammen. Diese bezeichnet Haarmann als Kulturprovinzen, wie [[Vinča-Kultur|Vinča]] (ca. 5500–3000 v. Chr.), [[Karanowo-Kulturen|Karanovo]] (6200–3000 v. Chr.), [[Cucuteni-Tripolje-Kultur|Cucuteni]] (5050–3500 v. Chr.), [[Theiß-Kultur|Theiß]] und [[Lengyel-Kultur|Lengyel]] (ca. 5400–3700 v. Chr.). Ihre Verbreitung erstreckt sich von der Slowakei über [[Serbien]] und [[Bosnien]] bis in die heutige [[Ukraine]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herausragende kulturelle Errungenschaften ==&lt;br /&gt;
Die Vertreter der Donauzivilisation besaßen laut Haarmann herausragende kulturelle Errungenschaften und machten bahnbrechende Erfindungen, die zum Teil traditionell den [[Sumerer]]n zugeschrieben werden, so erste Großsiedlungen, die bedeutend größer als die Städte [[Mesopotamien]]s in der [[Sumer|frühen Bronzezeit]] und auch größer als [[Çatalhöyük]] waren. Weiterhin weist er der Donauzivilisation erste dauerhaft bewohnte Orte (z. B. [[Larisa|Larissa]] in [[Thessalien]] und [[Varna]]), die ersten Einfamilienhäuser mit über 100 m² Grundfläche, die ersten zweigeschossigen Reihenhäuser, das erste Töpferrad (Vorläufer der [[Töpferscheibe]]), die ersten [[Rollsiegel]], die ersten [[Keramik]]brennöfen mit regulierter und kontrollierter Brenntemperatur, den ersten Metallguss von [[Kupfer]], die ersten [[Gold]]artefakte, das erste [[Donauschrift|Zahlen- und Schriftsystem (Donauschrift)]], die erste Herstellung von [[Wein]] und [[Olivenöl]] und den ersten Anbau von [[Vogel-Kirsche|Kirschen]], [[Erbse]]n und [[Petersilie]] zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Träger der Donauzivilisation ==&lt;br /&gt;
=== Regionalkulturen ===&lt;br /&gt;
Regionalkulturen sind in diesem Raum nach den älteren Thesen [[Marija Gimbutas|Gimbutas]] die [[Vinča-Kultur]], die [[Tiszapolgár-Kultur]], die [[Cucuteni-Tripolje-Kultur]], die [[Karanowo-Kulturen|Karanovo-Kultur]] und die [[Lengyel-Kultur]]. Als weitere Kulturstufen innerhalb dieser [[Kulturareal|Kulturprovinzen]] gelten die [[Butmir-Kultur]], die [[Petrești-Kultur]], die [[Danilo-Hvar-Kultur]], die [[Boian-Gumelnița-Kultur]], die [[Hamangia-Kultur]] und die [[Dimini-Kultur]], was auch Dalmatien und Nordgriechenland mit einschließt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sprache ===&lt;br /&gt;
Welche Sprache die Träger der Donauzivilisation sprachen, ist mangels entsprechender Schriftquellen nicht bekannt. Ob es sich bei den [[Vinča-Zeichen]] um eine Schrift oder lediglich um Symbole oder nur dekorative Verzierungen handelt, ist bis heute unklar und umstritten. Eine Untersuchung zu den verschieden komplexen Formen des &amp;#039;&amp;#039;V&amp;#039;&amp;#039;-Zeichens ergab, dass diese gemäß dem [[Diversifikationsgesetz]] in der Form der positiven Binomial-Verteilung vorkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl-Heinz Best]]: &amp;#039;&amp;#039;Diversification of a single sign of the Danube script.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Glottometrics&amp;#039;&amp;#039; 22, 2011, Seite 1–4 (PDF [https://www.ram-verlag.eu/wp-content/uploads/2018/08/g22zeit.pdf#page=4 Volltext]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuweilen wird vermutet, dass die neolithischen Sprachen der Donauzivilisation einem vorgriechischen Idiom geähnelt haben könnten, das den legendären [[Pelasger]]n zugeschrieben wird. Sprachwissenschaftler haben im Griechischen ein [[vorindogermanisches Substrat]] entdeckt, das darauf hindeuten könnte. Es handelt sich dabei besonders um Bezeichnungen für die Fauna und Flora der Ägäis sowie um Elemente der technischen Nomenklatur in den Bereichen des Pflanzenbaus, Bauwesen, Handwerk und um Wörter des religiös-kultischen Bereichs. Der Sprachwissenschaftler Harald Haarmann nimmt an, dass mehr als ein Drittel des altgriechischen Wortschatzes aus nicht-[[Indogermanische Sprachen|indogermanischen Sprachen]] stammt.&amp;lt;ref&amp;gt;Harald Haarmann: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der untergegangenen Sprachen&amp;#039;&amp;#039;, München 2002/2004, S. 30&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vorindogermanischen Wörter lassen sich (in abnehmender Zahl) finden bei Pflanzenbegriffen jeglicher Art (z. B. &amp;#039;&amp;#039;adraphaxus&amp;#039;&amp;#039; = „Spinat“ oder &amp;#039;&amp;#039;kastanon&amp;#039;&amp;#039; = „Kastanie“), Tierbegriffen jeglicher Art (z. B. &amp;#039;&amp;#039;bonasos&amp;#039;&amp;#039; = „Büffel“ oder &amp;#039;&amp;#039;thunnos&amp;#039;&amp;#039; = „Thunfisch“), Geräten/Gefäßen (z. B. &amp;#039;&amp;#039;kardopos&amp;#039;&amp;#039; = „Backtrog“ oder &amp;#039;&amp;#039;trubilon&amp;#039;&amp;#039; = „Schüssel“), religiösen Begriffen jeglicher Art (z. B. &amp;#039;&amp;#039;bretas&amp;#039;&amp;#039; = „Götterbildnis aus Holz“ oder &amp;#039;&amp;#039;thiasos&amp;#039;&amp;#039; = „Prozession zu Ehren der Gottheit“), Umweltbegriffen (z. B. &amp;#039;&amp;#039;lithos&amp;#039;&amp;#039; = „Stein“ oder &amp;#039;&amp;#039;eriole&amp;#039;&amp;#039; = „Wirbelwind“), sozialen Begriffen, Kleidung/Textilien (z. B. &amp;#039;&amp;#039;chlania&amp;#039;&amp;#039; = „Obergewand“ oder &amp;#039;&amp;#039;motos&amp;#039;&amp;#039; = „gezupfte Leinwand“), Körperteilen (z. B. &amp;#039;&amp;#039;kome&amp;#039;&amp;#039; = „Haar“ oder &amp;#039;&amp;#039;neduia&amp;#039;&amp;#039; = „Eingeweide“), Gebäuden/Wohnbegriffen (z. B. &amp;#039;&amp;#039;ikrion&amp;#039;&amp;#039; = „Querbalken“ oder &amp;#039;&amp;#039;thalamos&amp;#039;&amp;#039; = „Zimmer“), Handwerksbegriffen jeglicher Art (z. B. &amp;#039;&amp;#039;lalai&amp;#039;&amp;#039; = „Webgewicht“ oder &amp;#039;&amp;#039;keramos&amp;#039;&amp;#039; = „Ton“), Speisen (z. B. &amp;#039;&amp;#039;trugia&amp;#039;&amp;#039; = „süßer Wein“ oder &amp;#039;&amp;#039;korunthos&amp;#039;&amp;#039; = „Gerstenbrot“), Emotionen, Zeitbegriffen und Maßeinheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftsleben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Linz Schlossmuseum - Lengyel-Kultur Gefäß.jpg|miniatur|Gefäß der Lengyel-Kultur, 4800 v. Chr.]]&lt;br /&gt;
=== Handel ===&lt;br /&gt;
Als Handel der Donauzivilisation wird ein [[Tauschhandel]] vermutet. Die wichtigsten Handelswege seien die Flüsse, insbesondere die [[Donau]] gewesen, die mit Booten befahren wurden, ebenso wie die Küsten des [[Schwarzes Meer|Schwarzen Meeres]]. Bedeutende Handelswaren seien [[Obsidian]], [[Spondylus gaederopus|Spondylus-Muscheln]], [[Speisesalz|Salz]] und [[Metalle|Metall]], vor allem [[Kupfer]] gewesen. Als rituelle Geschenke im Rahmen des Handels seien (komplette oder zerbrochene) Tonfigurinen verwendet worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Handwerk ===&lt;br /&gt;
Die Träger der Donauzivilisation haben verschiedene Formen des Handwerks und des Kunsthandwerks gekannt. Die [[Weberei]] und Textilherstellung erfolgte angeblich mithilfe eines vertikal gerichteten [[Webstuhl]]s mit [[Webgewicht]]en. Die so hergestellte Kleidung wurde drapiert getragen. Bei Frauen waren lange drapierte Röcke beliebt. Die [[Töpferei]] erfolgte mithilfe von Töpferrad und [[Brennofen]]. Bei der [[Metallbearbeitung]] dominierte die Verwendung von Kupfer, erst durch Kalthämmern und dann durch Metallschmelzen. Ab 4500 v. Chr. sei dann auch [[Gold]] bearbeitet worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Alltagsleben ==&lt;br /&gt;
=== Siedlungen und Behausungen ===&lt;br /&gt;
==== Siedlungen ====&lt;br /&gt;
Siedlungen der Donauzivilisation konnten unterschiedliche Ausmaße erreichen, vom Dorf bis zu stadtähnlichen Siedlungen. Ebenso unterschiedlich war ihre Errichtung, die keinem vorgegebenen Schema folgte. Siedlungen konnten sowohl auf ebenem Grund als auch auf [[Tell (Archäologie)|Siedlungshügeln]] oder gar auf beidem errichtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Behausungen ====&lt;br /&gt;
Die Häuser der Donauzivilisation konnten auf verschiedene Weise errichtet werden, so mit Holzpfeilern und Wänden aus [[lehm]]verputztem Flechtwerk mit bis zu sechs Metern Länge oder mit Steinfundament und [[Lehmziegel]]wänden. Die Herdstelle, der Mittelpunkt des Hauses, sei zugleich sakral und säkular, während diese Aufgabenbereiche sonst in der Raumaufteilung (sofern vorhanden) räumlich getrennt sein konnten. Auch Zweigeschossigkeit war möglich, ebenso der Bau von Reihenhäusern. Der zweite Stock wurde von außen über eine Leiter, die zu einem Balkon reichte, erreicht. Es habe runde Fenster und [[Satteldach|Satteldächer]] gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Soziale Organisation ===&lt;br /&gt;
Die vermutete [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaft]] der Donauzivilisation ist stark umstritten, und hier setzt der Widerspruch besonders intensiv an. Sie war laut Haarmann keine staatlich-[[Hierarchie|hierarchisch]] organisierte Gesellschaft, sondern eine [[Egalitarismus|egalitäre]] Gesellschaft: Es habe weder eine arm-reich-Unterscheidung noch herrschaftliche [[Wahrzeichen]] gegeben. Die Gesellschaft sei wahrscheinlich [[Matriarchat|matriarchalisch]] gewesen, und Männer und Frauen hätten die gleichen Rechte gehabt, gestützt durch ein Beziehungsnetz. Den Frauen sei eine zentrale Rolle zugekommen ([[Matrilokalität]]). Die Familien hätten Großeltern, Eltern und Kinder umfasst. Oberhaupt einer Familie sei, zumindest in der Lengyel-Kultur, immer eine Frau (vergleiche [[Clanmutter]] bei den Indianern) gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Erlöschen einer [[Matrilinearität|matrilinearen]] [[Sippe]] sei ihr Wohnhaus niedergebrannt worden. Ansonsten habe (während der Hochblüte der Donauzivilisation) gemäß Haarmann ausschließlich Frieden geherrscht. Eine Hierarchisierung und [[Patriarchat (Soziologie)|Patriarchalisierung]] sei erst eingetreten, als die [[Indogermanen|indoeuropäischen Steppenvölker]] im [[4. Jahrtausend v. Chr.|4.&amp;amp;nbsp;Jahrtausend v.&amp;amp;nbsp;Chr.]] von Osten her in das Gebiet der Donauzivilisation eingefallen seien.&amp;lt;ref&amp;gt;Harald Haarmann: &amp;#039;&amp;#039;Das Rätsel der Donauzivilisation. Die Entdeckung der ältesten Hochkultur Europas.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-62210-6, S. 147–158.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religion und Totenkult ==&lt;br /&gt;
[[Datei:CucuteniGoodess.JPG|miniatur|Figur aus der Cucuteni-Tripolje-Kultur, 3800 bis 3600 v. Chr.]]&lt;br /&gt;
=== Gottheiten ===&lt;br /&gt;
Es sei möglich einige, zumeist weibliche, Gottheiten der Donauzivilisation zu identifizieren. So existiere eine Göttin mit Vogelkopf, von der angenommen wird, dass sie Spenderin des Lebens und Schicksalsgöttin war. Die Schlangengöttin stehe für die Erhaltung und Erneuerung des Lebens. Eine schwangere Göttin sei Fruchtbarkeitsgöttin, während eine gebärende Göttin das neue Leben schenke und eine (als Mensch oder Bär mit Kind/Jungtier dargestellte) Kindeshüterin den Nachwuchs schütze. Eine junge Göttin mit erhobenen Armen schütze die junge Natur im Frühjahr, während eine reifere Göttin mit vorstehendem Bauch die Fruchtbarkeit der Erde schütze. Eine aufrecht stehende Göttin sei die Schützerin des Herdfeuers und der Familie, doch im Bereich außerhalb gelegener Backöfen wohl Göttin des Getreides und anderer Feldfrüchte sowie Schutzherrin der Brotbackkunst. Die große Göttin werde von Fruchtbarkeit und Leben symbolisierenden Tieren wie dem Stier, der Schlange und dem Schmetterling (in stilisierter Form später die [[Labrys#Minoische Kultur|Doppelaxt der Minoer]]) begleitet. Auch vereinzelte männliche Gottheiten hätten existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kultus ===&lt;br /&gt;
Die Donauzivilisation verfügte über [[Schrein]]e und [[Tempel]], doch ohne spezifischen Gestaltungskanon. Jedoch war das Allerheiligste häufig überdacht, mit einem Vorhof versehen und meist von einer Mauer umgeben. Auch zweistöckige Tempel waren möglich. Es existierten [[Altar|Miniaturaltäre]], häufig als dreibeinige [[Opfertisch]]e für [[Trankopfer]], aber auch anthropomorphe Altäre oder Monumentalaltäre kamen vor. Auch die so häufigen Ton-Idole standen im Zusammenhang mit der Religion. Kulte können sowohl die Fruchtbarkeit als auch das Wasser betroffen haben. Auch [[Prozession]]en können möglich gewesen sein, bei denen Masken eine große Bedeutung hatten, worauf Tonmodelle von Masken hinweisen könnten. Auf der Keramik der Donauzivilisation finden sich Darstellungen von Musik und Tanz, sicherlich auch in religiösem Zusammenhang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Totenkult ===&lt;br /&gt;
Die Toten der Donauzivilisation wurden etwas ferner, in der Nähe oder gar innerhalb der Wohnhäuser bestattet. Es gab [[Erdbestattung|Erd-]] und [[Urnenbestattung]], Einzel- und Familien-/Sippengräber. Säuglinge wurden in eierförmigen Gefäßen bestattet. Urnenbestattungen fanden in hochwertigen Keramikgefäßen statt. Die Toten wurden wahrscheinlich sogar zweimal bestattet, worauf die geringe Vollständigkeit mancher Skelette hinweist. Auch [[Totenmaske]]n waren bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption und Kritik ==&lt;br /&gt;
Harald Haarmanns Thesen zur Donauzivilisation werden besonders in Hinblick auf Schrift, Sozialstruktur und behauptetem Gesamtzusammenhang in der Forschung nicht anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Kugler: [https://www.diepresse.com/690540/wiege-der-zivilisation &amp;#039;&amp;#039;Wiege der Zivilisation.&amp;#039;&amp;#039;] Die Presse vom 3. September 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die wissenschaftlichen Rezensionen seines Buches kritisieren eine einseitige Interpretation, Vorspiegelung einer gesicherten Quellenlage, ein übertrieben positives Bild der Donauzivilisation,&amp;lt;ref&amp;gt;Raphael Brendel: [https://www.sehepunkte.de/2015/02/20248.html &amp;#039;&amp;#039;Harald Haarmann: Das Rätsel der Donauzivilisation.&amp;#039;&amp;#039;] Rezension auf sehepunkte.de&amp;lt;/ref&amp;gt; die Einordnung als angeblich „älteste Hochkultur Europas“, falsche Voraussetzungen für seine Schlüsse bezüglich der Besiedlungsgeschichte, falsche Behauptungen über das angeblich verbreitete Matriarchat und eine nicht richtig postulierte frühe Schriftlichkeit („[[Donauschrift]]“), sowie oft an der Datenlage vorbeigehende Ausführungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Damals&amp;quot;&amp;gt;Detlef Gronenborn: [https://www.wissenschaft.de/rezensionen/buecher/das-raetsel-der-donauzivilisation-die-entdeckung-der-aeltesten-hochkultur-europas/ &amp;#039;&amp;#039;Haarmann, Harald: Das Rätsel der Donauzivilisation – Die Entdeckung der ältesten Hochkultur Europas.&amp;#039;&amp;#039;] Damals, 03/2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Von einer „Donauzivilisation“ im Sinne des Gesamtbildes von Haarmann spricht man in der Forschung nicht, es wird der Begriff „Old Europe“ mit abweichenden Bedeutungen verwendet. Es gab damals in dieser Region zwar miteinander verbundene Gemeinschaften, aber keine politisch geeinte Hochkultur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Damals&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Harald Haarmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Rätsel der Donauzivilisation – Die Entdeckung der ältesten Hochkultur Europas.&amp;#039;&amp;#039; Verlag C.H. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-62210-6.&lt;br /&gt;
* Harald Haarmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Indoeuropäer. Herkunft, Sprachen, Kulturen.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60682-3, S. 54ff.&lt;br /&gt;
* Harald Haarmann: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Sintflut. Auf den Spuren der frühen Zivilisationen.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2003, ISBN 3-406-49465-X, S. 95ff.&lt;br /&gt;
* [[David W. Anthony]], Jennifer Y. Chi (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Lost World of Old Europe. The Danube Valley, 5000–3500 BC: Exhibition catalogue.&amp;#039;&amp;#039; Princeton University Press, Princeton, 2010, ISBN 978-0-691-14388-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=[[Geseko von Lüpke]] |url=https://media.neuland.br.de/file/1938208/c/website/die-grosse-goettin-das-raetsel-der-alteuropaeischen-donau-zivilisation.mp3 |titel=Die große Göttin – Das Rätsel der alteuropäischen Donau-Zivilisation |werk=[[Bayern 2|Bayern-2]]-Sendung „Religion – Die Dokumentation“ |datum=2023-02-12 |format=mp3-Audio; 25:42&amp;amp;nbsp;Minuten; 24&amp;amp;nbsp;MB |abruf=2023-02-12 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alteuropäische Kultur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historische Linguistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vinča-Kultur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:5. Jahrtausend v. Chr.]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:4. Jahrtausend v. Chr.]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Brettchenweber</name></author>
	</entry>
</feed>