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	<title>Dominoeffekt - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dominoeffekt&amp;diff=119519&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Leonry: Umformulierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dominoeffekt&amp;diff=119519&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-29T09:44:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Umformulierung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Efeito dominó.gif|miniatur|Dominoeffekt]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Domino 01.jpg|miniatur|Komplexes Layout für spektakulären Dominoeffekt]]&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dominoeffekt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|domino effect}}) bezeichnet [[Metapher|metaphorisch]] eine [[Kausalkette]] von ähnlichen oder identischen [[Ereignis]]sen, von denen jedes einzelne Ereignis zugleich [[Ursache]] des folgenden ist und die alle auf ein einzelnes Anfangsereignis zurückzuführen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steigt die Wirkung der Ereigniskette im Verlauf des Gesamtereignisses an, weil immer größere Energien freigesetzt werden oder sich die Kette immer weiter aufteilt, spricht man von einem [[Schneeballeffekt|Schneeball-]] oder &amp;#039;&amp;#039;Lawineneffekt&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Der Dominoeffekt ist die durch ein Ereignis als [[Ursache]] ausgelöste [[Reihe (Mathematik)|Reihe]] von weiteren ähnlichen oder identischen Ereignissen. Mathematisch ausgedrückt liegt ein Dominoeffekt vor, wenn in einer [[Mathematische Struktur|Struktur]] eine [[Menge (Mathematik)|Menge]] von [[Graph (Graphentheorie)|Graphen]] durch [[Kante (Graphentheorie)|Kanten]] miteinander in Beziehung steht und ein Graph oder eine Kante seine [[Funktion (Objekt)|Funktion]] nicht erfüllt, so dass zwingend die gesamte Struktur gestört ist. Bei Dominosteinen ist stets Voraussetzung, dass sie einen bestimmten [[Abstand]] zueinander aufweisen und in einem bestimmten [[Winkel]] zueinander ausgerichtet sind. Wenn der erste Dominostein fällt (das ist der [[Induktionsanfang]]) und die weiteren Dominosteine so aufgestellt sind, dass durch jeden fallenden Stein der nächste umgestoßen wird (entspricht dem [[Induktionsschritt]]), dann wird jeder Dominostein umfallen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=DBD-SoT1oRYC&amp;amp;pg=PA27&amp;amp;dq=dominoeffekt+mathematik&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwiF8cqi4LX0AhWLQ_EDHXZZAVsQ6AF6BAgJEAE#v=onepage&amp;amp;q=dominoeffekt%20mathematik&amp;amp;f=false Michael Merz/Mario V. Wüthrich, &amp;#039;&amp;#039;Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler&amp;#039;&amp;#039;, 2012, S. 27]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft aus dem Dominospiel ==&lt;br /&gt;
Ein Dominoeffekt im engeren Sinn liegt vor, wenn innerhalb von [[Kette]]n, [[Netz]]en, [[Netzwerk]]en, [[Reihe]]n, Strukturen oder [[System]]en technisch-physikalische Verbindungen von Gliedern vorhanden sind, aus denen eine zwangsläufige Abhängigkeit resultiert. Tritt ein Ereignis beim Anfangsglied ein (der erste Dominostein kippt um), setzt sich das Umkippen in der gesamten Reihe zwingend fort. Kippt ein in der Mitte der Reihe stehender Dominostein um, ist nur der Rest der Reihe betroffen, nicht dagegen der vorherige Teil. Deshalb liegt keine [[Interdependenz]] der Dominosteine vor.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Physikalische Grundlagen ===&lt;br /&gt;
Der Länge einer solchen Ereigniskette sind physikalisch keine Grenzen gesetzt, da (beispielhaft am [[Domino]]spiel erläutert) jeder fallende Stein genügend [[Energie]] an den nächsten abgibt, um ihn ebenfalls zu Fall zu bringen. Jeder Dominostein hat durch das Aufstellen [[potenzielle Energie]] gespeichert und befindet sich zugleich in einem [[Metastabilität|metastabilen]] [[Kräftegleichgewicht]] – die Menge gespeicherter Energie kann durch Einwirkung einer kleineren Menge [[Kinetische Energie|kinetischer Energie]] freigesetzt werden. Da die kinetische Energie eines umfallenden Dominosteins genügt, um mehrere andere umzuwerfen, muss die Ereigniskette nicht linear bleiben, sondern kann sich in beliebig viele Ketten aufspalten und so zu einem exponentiellen Anwachsen von Ereignissen führen. Praktisch begrenzt wird die Ereigniskette allein durch die Anzahl aufgestellter Steine, deren Ausmaße (bei endlicher Größe können sie maximal im Kreis angeordnet werden und so von einem Zentrum wegführen; die Ausbreitung wäre damit nicht mehr exponentiell, sondern nur noch quadratisch) und den zur Verfügung stehenden Raum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:domino-effekt.jpg|mini|Dominosteine beim Umfallen]]&lt;br /&gt;
Verallgemeinert kann von einem Dominoeffekt stets dann gesprochen werden, wenn &lt;br /&gt;
* (a) ein Anfangsereignis mindestens so viel Energie freisetzt wie zu seiner unmittelbaren Herbeiführung aufgewendet werden muss (einschließlich aller Verluste durch Reibung u.&amp;amp;nbsp;ä.) &amp;#039;&amp;#039;und&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* (b) die freigesetzte Energie ein oder mehrere Folgeereignisse auslöst, die ebenfalls diese Bedingungen (a) und (b) erfüllen. Wird an einer Stelle der Ereigniskette eine dieser Bedingungen nicht erfüllt, kommt sie zum Erliegen. &lt;br /&gt;
Ausnahme: Bei einer Verkettung ungleicher Ereignisse braucht Bedingung (a) in bestimmten Einzelfällen nicht erfüllt zu werden: immer dann, wenn das Auslösen des Folgeereignisses weniger Energie verbraucht als das Auslösen des vorhergehenden. Für eine dauerhafte Ereigniskette muss dann eines der nachfolgenden Ereignisse wieder mehr Energie freisetzen als zu seiner Herbeiführung aufgewendet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dominoeffekt vermittelt die Illusion, ein „Fingerschnippen“ genüge, um eine beliebig große Wirkung zu erzielen. Tatsächlich löst es aber nur eine Kaskade von Umwandlungen vorher gespeicherter Energie in Bewegungsenergie aus. Am Beispiel der Dominosteine bedeutet das: Zur Arbeit des Fingerschnippens muss die des Aufstellens aller Steine hinzugerechnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anwendung im Spiel und Rekordversuche ===&lt;br /&gt;
Durch die relativ hohe Bekanntheit des Effekts probieren ihn viele Menschen mit einer (relativ kleinen) Anzahl an Dominosteinen aus einem Dominospiel zu Hause aus. Die theoretisch beliebige Verlängerbarkeit der Dominostein-Kette wird auch zu Rekordversuchen genutzt. Dabei wird eine große Anzahl von Steinen in teils kunstvollen geometrischen Formen so aufgestellt, dass bis zu einige Millionen Steine nach dem Anstupsen des ersten Steins fallen. Dabei werden auch Verzweigungen, Überführungen und Mehrspurigkeit eingebaut und eigens hergestellte Steine in verschiedenen Farben benutzt. Dabei kann z.&amp;amp;nbsp;B. durch Steine mit zwei unterschiedlich farbigen Seiten beim Umfallen ein Farbwechsel erzielt werden. Entsprechende Rekorde sind im [[Guinness-Buch der Rekorde]] verzeichnet. In Europa war die bekannteste Veranstaltung, bei der Rekordversuche mit dem Dominoeffekt im Zentrum standen, bis 2009 der [[Domino Day]]. Im Jahr 2009 wurden dabei 4,8 Millionen Steine mit einem Gewicht von rund 33 Tonnen aufgebaut. Wegen der benötigten Aufstellungsfläche von bis zu einigen tausend [[Quadratmeter]]n finden solche Veranstaltungen oft in Sport-, Mehrzweck- oder Messehallen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung im übertragenen Sinne ==&lt;br /&gt;
Der nach den Dominosteinen benannte Effekt kommt im übertragenen Sinne in vielen [[Fachgebiet]]en vor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chemie/Atomphysik ===&lt;br /&gt;
Eine [[Kettenreaktion (Chemie)|Kettenreaktion]] kann in der [[Chemie]] als Spezialfall des Dominoeffekts angesehen werden. Sie ist eine [[Reaktion (Chemie)|Reaktion]], bei der ein Startereignis eine [[chemische Reaktion]] auslöst, deren [[Zwischenprodukt]] (häufig [[Radikal (Chemie)|Radikale]]) insgesamt oder teilweise als Ausgangspunkt für ein oder mehrere nachfolgende Reaktionen dienen und die durch eine [[Abbruchreaktion]] beendet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Gold Book|chain reaction|C00960}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Derartige [[Kettenreaktion]]en gibt es auch in der [[Atomphysik]], entweder kontrolliert im [[Kernkraftwerk]] oder unkontrolliert bei der [[Atombombe]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=ZKud4_QLgpgC&amp;amp;pg=PA92&amp;amp;dq=Dominoeffekt&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjLpK2-sp_0AhXM8bsIHeoKBWAQ6AF6BAgDEAE#v=onepage&amp;amp;q=Dominoeffekt&amp;amp;f=false Dieter Hombach, &amp;#039;&amp;#039;Der Dominoeffekt: über Ursprung und Wesen abendländischen Denkens&amp;#039;&amp;#039;, 1996, S. 12 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Epidemien/Pandemien ===&lt;br /&gt;
Ein typischer Dominoeffekt wird von [[Viren]] ausgelöst, die sich durch ihre [[Übertragbarkeit]] zu weltweiten [[Epidemie]]n/[[Pandemie]]n auf Mensch und/oder Tier ausbreiten können. Dieser Dominoeffekt&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=kEHbDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PT18&amp;amp;dq=infektion+Dominoeffekt&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwit64j816b0AhXPSfEDHar7D5I4ChDoAXoECAMQAQ#v=onepage&amp;amp;q=infektion%20Dominoeffekt&amp;amp;f=false Ina Knobloch, &amp;#039;&amp;#039;Shutdown: Von der Corona-Krise zur Jahrhundert-Pandemie&amp;#039;&amp;#039;, 2020, o. S.]&amp;lt;/ref&amp;gt; wird in der [[Epidemiologie]] als [[Infektion]] bezeichnet. Um zum Dominoeffekt zu werden, muss sich bei [[Wirtschaftssubjekt]]en ([[Privatperson]]en, [[Unternehmen]], [[Behörde]]n) ein [[Herdenverhalten]] entwickeln, wonach sich die [[Mehrheit]] in einer bestimmten Art verhält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=iI-Vh_M-2dwC&amp;amp;pg=PA30&amp;amp;dq=herdenverhalten+Dominoeffekt&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwirr-mj1qb0AhVLRvEDHfGyDfMQ6AF6BAgIEAE#v=onepage&amp;amp;q=herdenverhalten%20Dominoeffekt&amp;amp;f=false Jochen Bigus/Patrick C. Leyens, &amp;#039;&amp;#039;Einlagensicherung und Anlegerentschädigung&amp;#039;&amp;#039;, 2008, S. 30]&amp;lt;/ref&amp;gt; So hat beispielsweise die [[Covid-19-Pandemie]] in den meisten hiervon betroffenen Staaten dazu geführt, dass es ab Mai 2020 zu [[Ausgangssperre|Kontaktbeschränkungen]] im Privatbereich und [[Betriebsunterbrechung]]en insbesondere in der [[Industrie]] und in [[Dienstleistungsunternehmen]] (Friseure, Gastronomie) durch den [[Massenquarantäne#Abriegelung, Lockdown, Shutdown|Lock-Down]] kam, wodurch auch deren [[Zulieferer]] in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten. Die hierdurch folgende Kette von [[Insolvenz]]en wird als Dominoeffekt bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Euler Hermes]] Deutschland (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Insolvenzrisiko: Den Covid-19-Dominoeffekt verstehen&amp;#039;&amp;#039;, 2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Folge kam es zur [[Rezession]] in der gesamten Wirtschaft, [[Arbeitslosigkeit]] und [[Existenzangst]], [[Überforderung]] des [[Gesundheitswesen|Gesundheits-]] und [[Bildungswesen]]s, [[soziale Isolation|sozialer Isolation]] und Stillstand der [[Kultur]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=L5m4DwAAQBAJ&amp;amp;pg=PT5&amp;amp;dq=dominoeffekt+Epidemie&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwiU796LyqT0AhUiSPEDHV-YASoQ6AF6BAgGEAE#v=onepage&amp;amp;q=dominoeffekt%20Epidemie&amp;amp;f=false Remo H. Largo, &amp;#039;&amp;#039;Zusammen leben. Das Fit-Prinzip für Gemeinschaft, Gesellschaft und Natur&amp;#039;&amp;#039;, 2020, S. 2]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Informatik ===&lt;br /&gt;
Dominoeffekte für [[Fehler]] von [[Rechnersystem]]en können auftreten, wenn bei voneinander abhängigen [[Job (EDV)|Aufträgen]] und [[Operation (Informatik)|Operationen]] Fehler bei der Ausführung eines Auftrags auch Fehler für andere Aufträge verursachen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=yginBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA209&amp;amp;dq=Dominoeffekt+lexikon&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwid8aKHsZ_0AhUGgv0HHd3pDOE4ChDoAXoECAgQAQ#v=onepage&amp;amp;q=Dominoeffekt%20lexikon&amp;amp;f=false  Peter Paul Spies, &amp;#039;&amp;#039;Dominoeffekt&amp;#039;&amp;#039;, in: Manfred Broy/Otto Spaniol (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;VDI-Lexikon Informatik und Kommunikationstechnik&amp;#039;&amp;#039;, 1999, S. 209 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Internet]] als weltweites Rechnernetz ist vulnerabel für [[Cyberattacke]]n. [[Hacker]] und sonstige [[Computerkriminalität|Computerkriminelle]] programmieren und verbreiten [[Computervirus|Computerviren]], die innerhalb weniger Sekunden ganze [[Computernetzwerk]]e schädigen oder gar stilllegen können. Auch über [[Soziales Netzwerk (Internet)|soziale Netzwerke]] kann ein Dominoeffekt entstehen, wenn Teilnehmer etwa bei [[WhatsApp]] dazu aufgefordert werden, eine erhaltene [[Nachricht]] zu kopieren und an mehrere weitere Empfänger zu versenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politik ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Domino theory.png|mini|350px|Illustration der politischen Domino-Theorie der US-Außenpolitik in Bezug auf Asien.]]&lt;br /&gt;
Besonders aus Sicht der [[Geopolitik]] können [[Staat]]en oder [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaften]] unter dem Einfluss von Ereignissen in Nachbarstaaten oder anderen Gesellschaften in gleiche [[Konflikt]]e (wie etwa [[Revolution]]en) hineingeraten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im April 1954 von US-Präsident [[Dwight D. Eisenhower]] verkündete [[Domino-Theorie]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.fischer-kompakt.de/sixcms/detail.php?template=glossar_detail&amp;amp;id=221406 |titel=Dominotheorie |werk=Fischer Kompakt |abruf=2008-12-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ging davon aus, dass die sich geographisch in der Nähe eines [[Kommunismus|kommunistischen]] Landes befindenden Staaten durch die „[[Populismus|populistische]] Kraft“ der kommunistischen [[Ideologie]] ebenfalls kommunistisch werden würden. Sie prognostizierte, dass der kommunistische [[Revolution|Umsturz]] in nur &amp;#039;&amp;#039;einem&amp;#039;&amp;#039; Land oder einer Region praktisch zwangsläufig den Sieg des [[Kommunismus]] in weiteren, benachbarten Ländern nach sich ziehen würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Domino-Theorie diente den USA während des [[Kalter Krieg|Kalten Krieges]] als Begründung zur aktiven Eindämmung ([[Containment-Politik]]) bzw. auch des gewaltsamen Zurückdrängens ([[Rollback-Politik]]) [[Politische Linke|politisch linksgerichteter]] Tendenzen und Bewegungen weltweit. Zusammen mit der Doktrin eines strikten [[Antikommunismus#Vereinigte Staaten|Antikommunismus]] diente sie unter anderem als eine der Begründungen für die Teilnahme der USA am [[Vietnamkrieg]] und an vielen anderen Konflikten, [[Beziehungen zwischen Lateinamerika und den Vereinigten Staaten#1970er Jahre: Die Ära der Juntas|insbesondere in Lateinamerika]], in Südostasien und in Afrika.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer späteren Variante brachte die US-Regierung die Dominotheorie auch als eine Begründung des von ihr begonnenen [[Dritter Golfkrieg|dritten Golfkriegs]] gegen den [[Irak]] 2003 vor: Der gewaltsame Sturz der Regierung [[Saddam Hussein]]s und die folgende [[Demokratisierung]] des Irak sollte demnach weitere Demokratisierungsbestrebungen in benachbarten Staaten auslösen, und so in einem Dominoeffekt langfristig die Umwandlung nahöstlicher [[Diktatur]]en in demokratische Gemeinwesen bewirken. Dadurch hätte auch dem [[Islamischer Fundamentalismus|islamistischen]] [[Terrorismus]] der Boden entzogen werden sollen. Diese Überlegungen bewahrheiteten sich jedoch in den folgenden Jahren nicht, ganz im Gegenteil nahmen islamistisch-fundamentalistisch orientierte Anschläge sogar zu. Erst die [[Revolution in Tunesien 2010/2011]] löste einen Dominoeffekt in der arabischen Welt aus und führte zu ähnlichen Aufständen in vielen arabisch geprägten Ländern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaft === &lt;br /&gt;
In der [[Wirtschaft]] gibt es meist keine technisch-physikalischen Verbindungen, sondern Wirtschaftssubjekte weisen wegen ihrer [[Wirtschaftsobjekt]]e eine [[Geschäftsbeziehung]], [[Handelsbeziehung]] oder [[Vertragspartei|Vertragsbeziehung]] zu anderen Wirtschaftssubjekten auf. Die Störung bei einem Wirtschaftssubjekt ([[Betriebsstörung]], [[Unternehmenskrise]]) muss sich deshalb nicht zwangsläufig auf andere auswirken. In solchen Fällen wird vom [[Ansteckungseffekt]] gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Domino- oder Ansteckungseffekt liegt vor, wenn in Ketten oder Netzwerken eine Störung bei lediglich einem Glied auftritt, die sich jedoch wegen der hohen wirtschaftlichen Abhängigkeit auf alle Glieder auswirken kann. So können sich [[Fehlmenge]]n bei einem [[Hersteller]] als Dominoeffekt über [[Absatzkette]]n, [[Handelskette (Warenwirtschaft)|Handelsketten]], [[Lieferkette]]n, [[Transportkette]]n und [[Vertriebskette]]n durch einen [[Lieferengpass]] bis zu [[Regallücke]]n im [[Einzelhandel]] fortsetzen. Das kann zu [[Hamsterkauf|Hamsterkäufen]] führen, selbst wenn diese Fehlmengen auf eine temporäre Betriebsstörung und nicht auf dauerhafte [[Knappheit]] zurückzuführen sind. Hier können [[Sicherheitsbestand|Sicherheitsbestände]] in der [[Lagerhaltung]] bei temporären Fehlmengen einen Lieferengpass vermeiden helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerät ein [[Großunternehmen]] mit umfangreichen Geschäftsbeziehungen zu [[Lieferant]]en, [[Subunternehmen]], [[Zulieferer]]n und [[Kunde]]n in die Insolvenz ({{enS|[[Systemrelevanz|Too big to fail]]}}), so kann sich dies als Dominoeffekt auf die Geschäftspartner auswirken. Beispiel ist das britische Bauunternehmen [[Carillion]], das im Januar 2018 insolvent wurde und rund 30.000 Geschäftspartner in finanzielle Schwierigkeiten oder zur Insolvenz brachte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.eulerhermes.de/wissen/insolvenzrisiko-den-covid-19-dominoeffekt-verstehen.html Euler Hermes Deutschland (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Insolvenzrisiko: Den Covid-19-Dominoeffekt verstehen&amp;#039;&amp;#039;, 2021], abgerufen am 2. Februar 2021&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Bankwesen]] wird unter einem Dominoeffekt verstanden, dass markante Änderungen in den gegenwärtigen oder erwarteten [[Variable (Mathematik)|Variablen]] eines [[Kreditinstitut]]s, die dessen Status der [[Zahlungsfähigkeit]] oder dessen [[Verschuldungsgrad]] negativ beeinflussen, zum Ausfall wenigstens einer weiteren Bank führen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=Aw2Wci5mAxoC&amp;amp;pg=PA81&amp;amp;dq=Dominoeffekt&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjLpK2-sp_0AhXM8bsIHeoKBWAQ6AF6BAgAEAE#v=onepage&amp;amp;q=Dominoeffekt&amp;amp;f=false Jan Körnert, &amp;#039;&amp;#039;Die Maximalbelastungstheorie Stützels als Beitrag zur einzelwirtschaftlichen Analyse von Dominoeffekten im Bankensystem&amp;#039;&amp;#039;, in: Eberhart Ketzel/Hartmut Schmidt/Stefan Prigge (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Wolfgang Stützel: moderne Konzepte für Finanzmärkte, Beschäftigung und Wirtschaftsverfassung&amp;#039;&amp;#039;, 2001, S. 81]&amp;lt;/ref&amp;gt; Wird ein Institut insolvent, so können andere Institute mit Geschäftsverbindung zu diesem Institut oder der [[Interbankenmarkt]] durch [[Forderungsausfall]] oder über [[Clearing]]systeme in Mitleidenschaft gezogen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=PcKNDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA63&amp;amp;dq=Dominoeffekt&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjclKyjwZ_0AhVWQ_EDHQ1TAZc4FBDoAXoECAkQAQ#v=onepage&amp;amp;q=Dominoeffekt&amp;amp;f=false Vincenz Bergk, &amp;#039;&amp;#039;Makroprudentielle Aufsicht: Eine rechtliche und ökonomische Analyse&amp;#039;&amp;#039;, 2019, S. 63 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Beispiel ist die Insolvenz von [[Lehman Brothers]] im September 2008, die den weltweiten [[Interbankenhandel]] nahezu zum Erliegen brachte. Über eine [[Kreditklemme]] griff die [[Finanzkrise]] des [[Finanzmarkt]]s auf die [[Realwirtschaft]] über ({{enS|[[Spillover]]}}). Für derartige Szenarien wird der Begriff des Ansteckungseffekts verwendet, der auch beim [[Bankansturm]] evident ist.			 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An [[Börse]]n kann sich der fallende [[Aktienkurs]] einer bestimmten Aktie auch auf andere Aktien auswirken, was ebenfalls als Dominoeffekt bezeichnet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=OSjvBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA375&amp;amp;dq=Dominoeffekt+lexikon&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjbneT4r5_0AhVB7rsIHQeVBxUQ6AF6BAgAEAE#v=onepage&amp;amp;q=Dominoeffekt%20lexikon&amp;amp;f=false Torsten Schubert, &amp;#039;&amp;#039;Lexikon Geldanlage: Von Aktie Bis Zins-Option&amp;#039;&amp;#039;, 1994, S. 375]&amp;lt;/ref&amp;gt; Grund für einen solchen Dominoeffekt kann der irrationale [[Noise (Finanzmarkt)|Noise]] sein. Werden eine ganze Börse oder gar mehrere Börsen hiervon betroffen, liegt ein [[Börsenkrach]] zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unternehmen und Behörden können versuchen, derartige Domino- und Ansteckungseffekte durch [[Krisenmanagement]] und [[Risikomanagement]] vor ihrem Entstehen wahrzunehmen und ihre Folgen zu mildern oder zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verkehrsinfrastruktur ===&lt;br /&gt;
Auch die [[Verkehrsinfrastruktur]] kann von Dominoeffekten betroffen sein. In [[Verkehrsnetz]]en ([[Straßennetz]], [[Schienennetz]], [[Wasserstraße]]nnetz, [[Leitungsnetz]], [[Luftstraße]]nnetz), [[Versorgungsnetz]]en ([[Gasnetz]], [[Kanalisation]], [[Stromnetz]], [[Trinkwassernetz]]) oder [[Kommunikationsnetz]]en ([[Datennetz]], [[Funknetz]], [[Mobilfunknetz]], [[Telefonnetz]]) können sich Störungen eines Netzteils auf das gesamte Netzwerk auswirken. Der [[Stromausfall]] ist ein typischer Dominoeffekt, der bis zum [[Verbraucher]] weitergeleitet wird und möglicherweise lediglich auf den Ausfall eines [[Umspannwerk]]s und nicht auf das [[Kraftwerk]] zurückzuführen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist ein [[Verkehrsknoten]] von einer Störung betroffen, so wirkt sich dies mindestens auf dessen unmittelbare Infrastruktur aus. Kommt es beispielsweise zu einem Systemausfall im [[Hauptbahnhof Köln]], so ist hiervon der gesamte [[Nahverkehr]], aber auch ein Teil des [[Fernverkehr]]s betroffen. Ein [[Verkehrsunfall]] auf einer [[Autobahn]] führt dort zum [[Verkehrsstau]], der sich auch auf benachbarte [[Straße]]n fortsetzen kann. Störungen in Straßen- und Schienennetzen können durch [[Umleitung]]en gemildert oder vermieden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Störfall ===&lt;br /&gt;
In {{§|15|bimschv_12_2000|juris}} [[BImSchV]] ist der Domino-Effekt als [[Rechtsbegriff]] vorgesehen. Danach hat die zuständige Behörde gegenüber den [[Betreiber]]n festzustellen, bei welchen Betriebsbereichen oder Gruppen von Betriebsbereichen aufgrund ihrer geographischen Lage, ihres Abstands zueinander und der in ihren Anlagen vorhandenen gefährlichen Stoffe eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Störfällen bestehen kann oder diese Störfälle folgenschwerer sein können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sonstiges ===&lt;br /&gt;
[[Kettenbrief]]e, heute meist über soziale Netzwerke verbreitet, verwenden dasselbe Schema und versprechen Geld oder Geschenke für den Fall, dass die Kette nicht unterbrochen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Film &amp;#039;&amp;#039;[[Der Lauf der Dinge (Film)|Der Lauf der Dinge]]&amp;#039;&amp;#039; (1987) von [[Peter Fischli und David Weiss]] zeigt spielerisch eine höchst komplizierte Verkettung von Ereignissen, die über rund dreißig Minuten durch den Dominoeffekt miteinander verknüpft sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorhersehbarkeit == &lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Dominoeffekt&amp;#039;&amp;#039; wird seiner Anschaulichkeit wegen auch beispielsweise für [[Soziologie|soziale]] oder [[Politik|politische]] Prozesse verwendet, die aus einer Folge [[Kausalität|sich bedingender Ereignisse]] bestehen. [[Ex post]] können Dominoeffekte als solche erkannt werden. Problematisch ist jedoch bei [[Planung]]en und [[Prognose]]n [[ex ante]] die nicht genau zu quantifizierende „Energiebilanz“ solcher gesellschaftlicher Prozesse und die dabei grundsätzlich unvollständige Kenntnis aller „Dominosteine“, ihrer „Position“ zueinander und damit auch die weitgehende Unvorhersagbarkeit der Vielfalt ihrer möglichen Wechselwirkungen. Da mithin die [[vollständige Information]] über alle Planungsvariablen fehlt, kann der Ablauf eines Dominoeffektes lediglich mit relativ hohen [[Unsicherheit]]en und einer entsprechend geringen [[Eintrittswahrscheinlichkeit]] vorhergesagt werden wie dies auch beim Spiel mit Dominosteinen der Fall ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Kaskadeneffekt]]&lt;br /&gt;
* [[Kaskadenrisiko]]&lt;br /&gt;
* [[Rube-Goldberg-Maschine]]&lt;br /&gt;
* [[Tipping-Point]]&lt;br /&gt;
* [[Kippelemente im Erdsystem]]&lt;br /&gt;
* [[Schmetterlingseffekt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Domino effect|Dominoeffekt}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4436789-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Redewendung]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Leonry</name></author>
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