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	<title>Dobrudschadeutsche - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dobrudschadeutsche&amp;diff=203417&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Plupp: /* Bedeutende Vertreter der Volksgruppe */  link zu GKR</title>
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		<updated>2026-03-30T20:54:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Bedeutende Vertreter der Volksgruppe: &lt;/span&gt;  link zu GKR&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Dobroger.png|mini|hochkant=1.5|Karte mit Siedlungsgebieten der Dobrudschadeutschen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Dobrudscha logo.svg|mini|110px|Wappen der Dobrudschadeutschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dobrudschadeutschen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{roS|Germani dobrogeni oder nemți dobrogeni}}) sind eine [[deutsche]] [[Bevölkerungsgruppe]] der [[Rumäniendeutsche]]n und [[Bulgariendeutsche]]n, die&lt;br /&gt;
etwa 100 Jahre lang in der nördlichen und, in geringerem Maße, südlichen [[Dobrudscha]] am Westufer des [[Schwarzes Meer|Schwarzen Meeres]] lebte. Die [[Volksgruppe]] bildete sich ab 1840, als deutschstämmige Siedler in das etwa 23.000&amp;amp;nbsp;km² große Gebiet einwanderten. 1940 verließen sie es bei ihrer [[Umsiedler|Umsiedlung]] in das [[Deutsches Reich|Deutsche Reich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutsche Besiedlungsperioden ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Dobethn1903.png|mini|Ethnien in der rumänischen Dobrudscha um 1903, blau = Dobrudschadeutsche]]&lt;br /&gt;
Die ersten deutschstämmigen Siedler kamen 1841 aus dem Süden des russischen [[Russisches Kaiserreich|Kaiserreichs]] in die Dobrudscha. Es waren [[Bessarabiendeutsche|Bauernfamilien]] aus dem benachbarten [[Gouvernement Bessarabien]]. Sie ließen sich in dem von Türken bewohnten Dorf [[Akpunar]] nieder. Auswanderungsgründe waren wirtschaftliche Rückschläge im Herkunftsgebiet und die Suche nach Land. Die 1841 begonnene erste Einwanderungswelle, mit der auch Deutschstämmige aus dem russischen [[Gouvernement Cherson]] kamen, hielt bis 1856 an. Zu dieser Zeit bis zum Anschluss an Rumänien 1878 gehörte die Dobrudscha zum [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reich]]. Die Dobrudschadeutschen waren die einzige deutsche [[Volksgruppe]], die zeitweise osmanische Untertanen waren; die [[Siebenbürger Sachsen]] standen zwar für eineinhalb Jahrhunderte unter osmanischer Oberhoheit, waren aber keine direkten Untertanen des Sultans. Die Siedler unterwarfen sich dessen Kolonisationsreglement. Sie trugen zur landwirtschaftlichen Entwicklung auf dem fruchtbaren Steppenboden bei. Ab 1873 setzte die zweite Einwanderungswelle ein, zu der auch [[Schwaben|schwäbische]] Einwanderer gehörten. Sie&lt;br /&gt;
war bedingt durch die Aufhebung der Kolonistenprivilegien 1871 in Russland und hielt bis 1883 an. Die dritte Einwanderungszeit waren die Jahre 1890/91, die bedingt war durch die staatliche Übernahme deutscher Schulen im Zarenreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landesbevölkerung ==&lt;br /&gt;
Laut der Volkszählung von 1930 stellten die [[Rumänen]] mit 40 % und die [[Bulgaren]] mit 25 % Anteil die größten Bevölkerungsgruppen in der Dobrudscha dar. Die deutsche Volksgruppe war mit rund 13.000 Personen und 1,5 % Bevölkerungsanteil eine der vielen [[Minderheit]]en des Gebietes, wie Türken, [[Tataren]], Russen, Griechen, [[Juden]] und [[Tscherkessen]]. Fast alle Dobrudschadeutschen siedelten im nördlichen Teil, der nach dem russisch-türkischen Krieg von 1877/78 zu Rumänien kam. Nur einige hundert Deutsche lebten im südlichen Teil, der dann zu Bulgarien kam. In der Dobrudscha wurden [[Westpfälzische Dialektgruppe|westpfälzisch]], [[ostpommersch]] und [[Schwäbische Dialekte|schwäbisch]]-[[Rheinfränkische Dialekte|rheinfränkische]] Mischdialekte gesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Peter Wiesinger]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Einteilung der deutschen Dialekte.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner Besch]]: &amp;#039;&amp;#039;Dialektologie. Ein Handbuch zur deutschen und allgemeinen Dialektforschung.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, 1982, S.&amp;amp;nbsp;924.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutsche Orte und Ortsgründungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Dobrudschadeutscher in Culelia.JPG|mini|Dobrudschadeutscher in [[Kulelie|Culelia]] um 1909]]&lt;br /&gt;
Es gab nur wenige Dörfer in der Dobrudscha, die ausschließlich deutschstämmige Siedlern bewohnten. Dagegen lebten sie innerhalb eines Dorfes geschlossen in einem Viertel. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es etwa 40 Ansiedlungen, in denen etwa 9000 deutschstämmige Bewohner lebten. Kurz vor der Umsiedlung 1940 gab es 67 von Dobrudschadeutschen bewohnte Orte, unter denen in 28 Orten ein deutsches Gemeindeleben und in 20 Orten deutschsprachiger Schulunterricht stattfand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Ansiedlung deutscher Einwanderer fand 1842 im türkischen Dorf Akpunar statt. Die erste eigenständige Kolonie war [[Malcoci (Tulcea)|Malkotsch]] (heute Malcoci im [[Kreis Tulcea]], [[Rumänien]]), deren Gründer aus dem russisch-ukrainischen [[Cherson]] kamen. Die zweitälteste deutsche Siedlung wurde 1848 [[Atmagea]]. Sie war ein wichtiges protestantisches Zentrum, das heute über [[Ciucurova]] (früher Tschukurowa) zu erreichen ist. Um 1850 entstanden die Siedlungen Kataloi und Ciucurova. Später ließen sich in [[Tulcea|Tultscha]] Arbeiter und Handwerker nieder, die in der [[Donau]]schifffahrt tätig waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zugezogenen der zweiten Einwanderungswelle ab 1873 ließen sich vorwiegend im Süden der Dobrudscha nieder. Dadurch entstanden um 1875 Kogealak, Tari Verde und Fachria bei [[Constanța|Konstanza]]. Ab 1868 siedelten 30 Familien aus Bessarabien im [[Tataren]]dorf [[Mihail Kogălniceanu (Constanța)|Karamurat]], das sie in &amp;#039;&amp;#039;[[Ferdinand I. (Rumänien)|Ferdinand I.]]&amp;#039;&amp;#039; nach dem rumänischen König umbenannten. Um 1880 entstand etwa 30 km weiter nördlich die Kolonie Colelia durch Zuzügler aus [[Cherson]]. 1878 entstand Anadolchoi bei Konstanza, 1880 Horoslar in einem von Tataren verlassenen Dorf. 1881 entstand in einem Tatarendorf die deutsche Kolonie Cogealia durch schwäbische Siedler aus Cherson.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der dritten Einwanderungswelle um 1890/91 entstanden in der Dobrudscha die Orte Kobadin (heute: &amp;#039;&amp;#039;Cobadin&amp;#039;&amp;#039;) und Sarighiol. Als letzte deutsche Kolonie von Einwanderern aus Russland wurde &amp;#039;&amp;#039;Neue Weingärten&amp;#039;&amp;#039; 1892 als Vorort von Konstanza gegründet. Die weiteren deutschen Ortsgründungen waren Tochterkolonien, die bereits im Lande befindliche Deutsche aufbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das größte katholische Dorf war Karamurat. Als Ferienort der [[Siebenbürger Sachsen]] wurde „Büffelbrunnen“ (&amp;#039;&amp;#039;Mangear Punar&amp;#039;&amp;#039;) bekannt, das heute [[Costinești (Constanța)|Costinești]] heißt und weiterhin als Badeort dient. In [[Murfatlar]] wurde Weinbau (&amp;#039;&amp;#039;siehe:&amp;#039;&amp;#039; [[Weinbau in Rumänien]]) intensiviert, der heute noch fortgeführt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Orte waren Cogealac und [[Malcoci (Tulcea)|Malkotsch]], Karatai, Alakap, Sofular, Agemler, Mangeapunar, [[Techirghiol]], Palazu Mare (Groß-Pallas), Bratianu, Ciobancuis, Ali-Anife, Bazargic und Karali. Colelia wurde zur [[Wüstung]], wurde jedoch 2009 als orthodoxes Kloster wieder aufgebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.crestinortodox.ro/biserici-manastiri/manastirea-colilia-67846.html crestinortodox.ro]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Basis ==&lt;br /&gt;
Die Dobrudschadeutschen lebten überwiegend von der Landwirtschaft, in der etwa 80 % von ihnen tätig waren. Als Zusatzerwerb wurde auch [[Pferdehandel]] und [[Pferdezucht|-zucht]] betrieben.&lt;br /&gt;
Die zweitgrößte Berufsgruppe waren Handwerker mit rund 14 % Anteil. Wichtige Berufe waren [[Müller (Berufsbezeichnung)|Müller]] und [[Stellmacherei|Wagner]], also Handwerke, die gleich an die Landwirtschaft anschlossen. Obwohl der Ackerboden fruchtbar war, gab es manchmal keine günstige wirtschaftliche Entwicklung bei der deutschen Volksgruppe. Sie durfte wie andere Minderheiten im rumänischen Staat kein Land in der Dobrudscha erwerben. Grundlegender Landerwerb hatte oft noch in der osmanischen Periode stattgefunden. Nur ein Viertel der Bauern besaß Ackerboden, der selten größer als fünf Hektar war. Mit etwa 40 % war 1940 der Anteil der Landlosen, die sich als [[Tagelöhner]] in der Landwirtschaft verdingten, sehr hoch.&lt;br /&gt;
In manchen Dörfern gab es Ansätze für eine einfache Art von Industrialisierung, z.&amp;amp;nbsp;B. industrielle Baustoffherstellung, Elektrizität etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Volksgruppe siedelte aufgrund ihrer landwirtschaftlichen Orientierung vorwiegend in Dörfern. In städtischen Bereichen gab es deutschstämmige Bewohner nur in [[Constanța|Konstanza]] (im Vorort „Neue Weingärten“) und in [[Tulcea|Tultscha]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religion ==&lt;br /&gt;
Die Mehrheit der Dobrudschadeutschen war evangelisch. Es gab vier Kirchspiele der evangelischen Kirche in Atmagea mit der ersten Kirche von 1861, Kodschalak sowie Tariverde, Cobadin und [[Constanța|Konstanza]] mit einer Kirche von 1896.&lt;br /&gt;
In Karamurat war eine starke katholische Gruppe mit westdeutschen Wurzeln. Die [[St. Georg (Malkotsch)|katholische Kirche im Malkotsch/Malcoci]] soll als Erinnerungsort der Dobrudschadeutschen erhalten bleiben. Katholische Deutsche lebten in den Dörfern  Karamurat, [[Kulelie]], Tekirghiol, Großpallas und&lt;br /&gt;
Mandschapunar&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dobrudscha.eu/doc/die_katholischen_d%C3%B6rfer.pdf. dobrudscha.eu]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umsiedlung ins Deutsche Reich ==&lt;br /&gt;
Im Herbst 1940 besetzten bulgarische Truppen die Süddobrudscha. Auf der Grundlage eines Umsiedlungsvertrags des [[Deutsches Reich|Deutschen Reichs]] mit Rumänien erhielt die deutschstämmige Bevölkerung die Möglichkeit der [[Umsiedlung]]. Ihr schlossen sich 14.000 Dobrudschadeutsche an, nur 2 % blieben zurück. Ähnliche Umsiedlungen gab es in benachbarten Gebieten bei den [[Bessarabiendeutsche]]n und den [[Bukowinadeutsche]]n. Der Wunsch nach einer Umsiedlung unter dem Motto &amp;#039;&amp;#039;[[Heim ins Reich]]&amp;#039;&amp;#039; fand unter manchen Dobrudschadeutschen, vor allem den Landlosen, Anklang. Das war vor allem auf die ungünstige wirtschaftliche und kulturelle Lage zurückzuführen. Wohlhabenden Bauern wurden Versprechungen gemacht (und gebrochen), z.&amp;amp;nbsp;B. die Mitnahme der teilweise recht großen Pferdebestände. Nationalsozialistische Propaganda wirkte nur teilweise, gemäß [[Adolf Hitler]]s Reichstagsrede vom 6. Oktober 1939 seien sie ein „nichthaltbarer Splitter des deutschen Volkstums“ im Südosten Europas.&lt;br /&gt;
Unterstützt wurde dies von der mit Deutschland verbündeten Militärdiktatur Rumäniens z.&amp;amp;nbsp;B. durch diskriminierende Behandlung deutschsprachiger Wehrpflichtiger bei fast vollzähliger Einberufung, die dann „freiwillig“ mit ihrer Umsiedlung in die Waffen-SS eingegliedert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Vorbereitung zur Umsiedlung wurde teilweise erstmals ein Grundbuch angelegt, was zu Problemen bei der Aufteilung gemeinschaftlichen Eigentums führte. Aus diesen Akten lassen sich gute Rückschlüsse auf die wirtschaftlichen Verhältnisse ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Praktisch war die Umsiedlung identisch mit der der unmittelbar zuvor stattgefundenen der Bessarabiendeutschen. Als Abfahrtshafen wurde jedoch der in der Dobrudscha gelegene [[Donau]]hafen [[Cernavodă]] gewählt, teilweise gab es aber auch Bahntransporte. Auf Ausflugsdampfern der Donauflotte ging es 1000&amp;amp;nbsp;km donauaufwärts in Richtung Deutschland. Zielort der Schiffe waren [[Prahovo]] und [[Zemun|Semlin]] bei [[Belgrad]]. Von dort reisten die Umsiedler nach kurzem Aufenthalt in Sammellagern mit dem Zug ins Deutsche Reich. Viele im damaligen Jugoslawien lebende [[Volksdeutsche]] hatten sich als freiwillige Helfer zur Verfügung gestellt. Am 27. November 1940 hatte der letzte Umsiedler das Land verlassen. Einige deutschsprachige Familien blieben aber in der Dobrudscha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dobrudschadeutschen Umsiedler wurden im Deutschen Reich zunächst in etwa 100 Lagern im [[Gau Mainfranken]] und im Gau [[Niederdonau]] untergebracht, wo ihre Einbürgerung ins Deutsche Reich stattfand. Die Bewohner des Dorfes Malkotsch verweigerten die Einbürgerung, weil ihnen die Ansiedlung in der alten Dorfgemeinschaft nicht zugesichert wurde. Daraufhin kamen 88 Personen für drei Monate in das [[KZ Flossenbürg]]&amp;lt;ref&amp;gt;Heimatbuch der Dobrudschadeutschen, S. 46.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ab 1942 wurden die Dobrudschadeutschen mit etwa 9000 Personen mehrheitlich im [[Protektorat Böhmen und Mähren]] als Landwirte angesiedelt. Rund 4500 Personen wurden im früheren Polen im [[Wartheland]] angesiedelt. Weitere Ansiedlungsgebiete waren [[Lothringen]], [[Galizien]] und die [[Südsteiermark]]. Viele Familien, für die kriegsbedingt noch keine Ansiedlungsflächen verfügbar waren, blieben bis zum Frühjahr 1945 in umzäunten Lagern zunächst in Jugoslawien und später in Böhmen hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Flucht und Integration ==&lt;br /&gt;
Gegen Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] 1944/45 flüchtete der größte Teil der Dobrudschadeutschen aus den östlichen Ansiedlungsgebieten des Deutschen Reichs und Polens nach Westen. Sie kamen als Flüchtlinge in den vier alliierten [[Besatzungszone]]n in Deutschland an. Etwa 2000 bis 3000 Dobrudschadeutschen misslang 1944/45 die rechtzeitige Flucht vor der [[Rote Armee|Roten Armee]]. Sie wurden in ihr Heimatgebiet in die [[Dobrudscha]] zurückgeschickt. Jahre später wurden 1600 Personen nach [[Dresden]] abgeschoben.&lt;br /&gt;
Teile der deutschsprachigen Bevölkerung blieben bis zum Fall des eisernen Vorhangs in der Dobrudscha in sozial und rechtlich sehr diskriminierter Stellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine statistische Auswertung der [[Heimatortskartei]] ergab 1964, dass noch rund 13.500 Menschen von etwa 15.700 aus der Dobrudscha umgesiedelten Personen lebten. Die Wehrmachtsverluste der Volksgruppe betrugen etwa 400 Personen. Etwa 8500 Angehörige der Volksgruppe lebten 1964 in der damaligen [[Deutschland|Bundesrepublik Deutschland]] und rund 2300 in der damaligen [[Deutsche Demokratische Republik|Deutschen Demokratischen Republik]]. Viele ließen sich in [[Regierungsbezirk Nordwürttemberg|Nordwürttemberg]] und [[Heilbronn]] nieder. 1500 Personen wanderten bis 1955 nach Übersee, darunter Kanada und die USA, aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Dobrudschadeutschen ihr Eigentum 1940 in der Dobrudscha zurückgelassen und in der Zeit des Dritten Reichs keine Entschädigung erhalten hatten, nahmen sie ab 1952 am [[Lastenausgleichsgesetz|Lastenausgleich]] teil. Das bot einen teilweisen finanziellen Ersatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heute ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Dobrutscha-DeutscheA.jpg|mini|hochkant|Ehemalige deutsche evangelische Schule in Constanța, heute Begegnungsstätte der Dobrudschadeutschen]]&lt;br /&gt;
In der Bundesrepublik Deutschland gründeten nach dem Zweiten Weltkrieg die Dobrudschadeutschen die [[Landsmannschaft der Dobrudscha- und Bulgariendeutschen]]. Obwohl in der DDR auch Dobrudschadeutsche lebten, war dort eine landsmannschaftliche Organisierung aus politischen Gründen untersagt. Die Landsmannschaft wählte das Wappen der Dobrudscha, bestehend aus zwei goldenen [[Wal (Wappentier)#Delfin|Delphinen]] auf blauem Grund, die sich gegenüberstehen. Es findet sich auch im Wappen von [[Rumänien]]. Das Wappen entstand nach dem [[Berliner Kongress]] 1878, als Rumänien die Dobrudscha zugesprochen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Mitteilungsblatt des Bessarabiendeutschen Vereins e. V.&amp;#039;&amp;#039; Heft 9, September 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Langjährige Vorsitzende der Landsmannschaft war Gertrud Knopp-Rüb. Sie gab die regelmäßig erscheinende Schrift &amp;#039;&amp;#039;Dobrudscha Bote&amp;#039;&amp;#039; heraus. 2009 fusionierte die Landsmannschaft wegen Auflösungserscheinungen mit dem [[Bessarabiendeutscher Verein|Bessarabiendeutschen Verein]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Mitteilungsblatt des Bessarabiendeutschen Vereins e. V.&amp;#039;&amp;#039; Heft 2, Februar 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der politischen Wende von 1989 in Rumänien gründete sich in [[Constanța]] die „Vereinigung der Deutschen in der Dobrudscha“. Sie eröffnete im Gebäude der alten „Evangelischen Schule“ in der Strada Sarmizegetusa eine Begegnungsstätte mit deutschem Kindergarten. Die Vereinigung gab ein rumänischsprachiges Buch über die Volksgruppe der Dobrudschadeutschen heraus und stellte eine Wanderausstellung über ihre ehemaligen Siedlungsorte zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut der rumänischen Volkszählung von 2002 gibt es rund 400 Deutsche in der Dobrudscha. Sie leben hauptsächlich in [[Tulcea]] und Constanța und sind vorwiegend aus dem [[Banat]] sowie aus [[Siebenbürgen]] zugezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Mitteilungsblatt des Bessarabiendeutschen Vereins e. V.&amp;#039;&amp;#039; Heft 11, November 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutende Vertreter der Volksgruppe ==&lt;br /&gt;
* [[Otto Klett]], dobrudschadeutscher Vertriebenenfunktionär, Herausgeber der Jahrbücher der Dobrudschadeutschen von 1956 bis 1972.&lt;br /&gt;
* [[Gertrud Knopp-Rüb]], Bundesvorsitzende Landsmannschaft; Heimatdichterin&lt;br /&gt;
* Otto Mauch, Volkspräsident der Dobrudschadeutschen&lt;br /&gt;
* [[Hieronymus Menges]] war deutscher Geistlicher und Prälat in der [[Dobrudscha]].&lt;br /&gt;
* Johannes Niermann,  deutscher Erziehungswissenschaftler und Hochschullehrer mit Forschungsschwerpunkt [[Dobrudscha]].&lt;br /&gt;
* [[Hans Petri (Theologe)| Hans Petri]], evangelischer Theologe der viel zu den Dobrudschadeutschengeforscht und publiziert hat.&lt;br /&gt;
* [[Karl Rüb]] Gründer des Hilfswerk für Bessarabien- und Dobrudschadeutsche in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.&lt;br /&gt;
* [[Joseph Schubert (Bischof)|Joseph Schubert]], Pfarrer in [[Mihail Kogălniceanu (Constanța)|Karamurat]], dann Bischof in [[Bukarest]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erinnerung ==&lt;br /&gt;
Einander entsprechend gestaltete Gedenksteine wurden zwischen 2002 und 2003 in 9 Orten der Dobrudscha&amp;lt;ref&amp;gt;Gedenksteine in der Dobrudscha, Landsmannschaft der Dobrudschadeutschen 2002/2003&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aufgestellt und geweiht in&lt;br /&gt;
* [[Ciucurova|Ciucurova/Tschukurowa]], im Ort&lt;br /&gt;
* [[Cobadin|Cobadin/Kobadin]], auf dem evangelischen Friedhof&lt;br /&gt;
* Cogealac/Kodschalak, vor der ehemaligen evangelischen Kirche&lt;br /&gt;
* Făclia/Fachria, vor dem ehemaligen evangelischen Bethaus&lt;br /&gt;
* Lumina/Kodschalie, vor der ehemaligen evangelischen Kirche&lt;br /&gt;
* [[Malcoci|Malcoci/Malkotsch]], vor der katholischen Kirchenruine&amp;lt;ref&amp;gt;[[Malcoci (Tulcea)|Malkotsch]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[ Mihail Kogălniceanu (Constanța) | Mihail Kogălniceanu / Karamurat]], vor der katholischen Kirche&lt;br /&gt;
* Schitu/Klein-Mandschapunar, im Ort&lt;br /&gt;
* Tariverde, vor der ehemaligen evangelischen Kirche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie tragen die deutsche und rumänische Inschrift:&amp;lt;ref name=&amp;quot;bdv&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;samp&amp;gt;HERR GOTT DU BIST UNSERE ZUFLUCHT FÜR UND FÜR, PSALM 90. ZUM GEDENKEN DER DEUTSCHEN SIEDLER DIE HIER VON 1881–1940 IHRE LETZTE RUHESTÄTTE GEFUNDEN HABEN.&amp;lt;/samp&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Jahresangaben auf den aufgestellten Gedenksteinen wurden den Gegebenheiten des jeweiligen Ortes angepasst. Der Text auf dem Sockel der Gedenksteine dient zur Information der Ortsbevölkerung und ist daher nur in Rumänisch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bdv&amp;quot;&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20150926100356/https://www.bund-der-vertriebenen.de/fileadmin/programmierung/bilder/mahnmale-pdf/ausland.pdf Mahn- und Gedenkstätten außerhalb der Bundesrepublik Deutschland] beim Bund der Vertriebenen, S. 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Rumäniendeutsche]]&lt;br /&gt;
* [[Bulgariendeutsche]]&lt;br /&gt;
* [[Regatsdeutsche]]&lt;br /&gt;
* [[Deutschsprachige Minderheiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Dobrudscha.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Handwörterbuch für das Grenz- und Auslandsdeutschtum.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, Breslau, S.&amp;amp;nbsp;278–290.&lt;br /&gt;
* Willibald Teutschländer: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der evangelischen Gemeinden in Rumänien.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig 1891, S.&amp;amp;nbsp;240f. (Digitalisat im {{archive.org |geschichtederev00teutgoog}})&lt;br /&gt;
* Autorenkollektiv: &amp;#039;&amp;#039;Bilder aus der Dobrudscha 1916-1918&amp;#039;&amp;#039;, Deutsche Etappenverwaltung in der Dobrudscha, Constanza 1918, [https://www.dobrudscha.eu/doc/Bilder_aus_der_Dobrudscha_1916-1918.pdf| Nachdruck] ISBN 978-3-7460-9099-3.&lt;br /&gt;
* Paul Träger: &amp;#039;&amp;#039;Die Deutschen in der Dobrudscha.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Schriften des deutschen Auslandsinstituts zu Stuttgart.&amp;#039;&amp;#039; (= Kulturhistorische Reihe. Band 6). Stuttgart 1922. Nachdruck. 2012, ISBN 978-3-7357-9155-9.&lt;br /&gt;
* Ioan Georgescu: &amp;#039;&amp;#039;Coloniile germane din Dobrogea.&amp;#039;&amp;#039; Extras din „Analele Dobrogei“, anul VII 1926, Cernăuți 1926&lt;br /&gt;
* [[Hans Petri (Theologe)|Hans Petri]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Deutschen Siedlungen in der Dobrudscha. Hundert Jahre deutschen Lebens am Schwarzen Meere.&amp;#039;&amp;#039; München 1956.&lt;br /&gt;
* Margrit von Helms: &amp;#039;&amp;#039;Das Liedgut der Dobrudschadeutschen.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation. Göttingen 1966.&lt;br /&gt;
* [[Gertrud Stephani-Klein]]: &amp;#039;&amp;#039;Erinnerungen an „Mandscha“ und Mandschapunar.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Otto Klett]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch der Dobrudschadeutschen.&amp;#039;&amp;#039; Heilbronn 1976, S.&amp;amp;nbsp;146–148.&lt;br /&gt;
* Johannes Künzig: &amp;#039;&amp;#039;Aus dem Liedgut des dobrudschadeutschen Singers Paul Ruscheinski&amp;#039;&amp;#039; Freiburg im Breisgau 1977.&lt;br /&gt;
* Johannes Florian Müller: &amp;#039;&amp;#039;Ostdeutsches Schicksal am schwarzen Meer.&amp;#039;&amp;#039; Regensburg 1981, 652&amp;amp;nbsp;S.&lt;br /&gt;
* Dirk Jachomowski: &amp;#039;&amp;#039;Die Umsiedlung der Bessarabien-, Bukowina- und Dobrudschadeutschen. Von der Volksgruppe in Rumänien zur „Siedlungsbrücke“ an der Reichsgrenze.&amp;#039;&amp;#039; Buchreihe der Südostdeutschen Historischen Kommission, Band 32. Oldenbourg, München 1984, ISBN 3-486-52471-2.&lt;br /&gt;
* Monika Niermann: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Kindheit in der Dobrudscha&amp;#039;&amp;#039;, N.G.Elwert Verlag Marburg 1996. Schriftenreihe der Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde e.&amp;amp;nbsp;V., Band 74. ISBN 3-7708-1073-2.&lt;br /&gt;
* Johannes Niermann, Monika Niermann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bibliographie der Dobrudscha-Deutschen 1945–1993.&amp;#039;&amp;#039; Tectum Verlag, Marburg 1999, ISBN 3-8288-5053-7.&lt;br /&gt;
* Josef Sallanz: &amp;#039;&amp;#039;Dobrudscha. Deutsche Siedler zwischen Donau und Schwarzem Meer&amp;#039;&amp;#039; (= Potsdamer Bibliothek östliches Europa). Potsdam 2020. ISBN 978-3-936168-73-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Filmische Verarbeitung ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Vergessenen: Die Dobrudschadeutschen.&amp;#039;&amp;#039; (Regie: Adrian Drâgusin) Reportage der deutschsprachigen Redaktion des [[Televiziunea Română|Rumänischen Fernsehens]], 2005 ([http://www.veoh.com/watch/v293658FmYjnD2h online abrufbar via Veoh.com])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://doku.zentrum-gegen-vertreibung.de/archiv/rumaenien/kapitel-4-1-1-0-3.htm Die Umsiedlung der Volksdeutschen aus der Dobrudscha 1940]&lt;br /&gt;
* [https://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kultur/5212-die-dobrudschadeutschen-und-ihre-100.html &amp;#039;&amp;#039;Die Dobrudschadeutschen und ihre 100-jährige Siedlungsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Siebenbürgischen Zeitung.&amp;#039;&amp;#039; 9. April 2006.&lt;br /&gt;
* [https://www.dobrudscha.eu/karte.html Karte deutscher Orte in der Dobrudscha]&lt;br /&gt;
* [https://www.dobrudscha.eu/ Aktuelle Veranstaltungen der Dobrudschadeutschen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=1027977286}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dobrudschadeutsche| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rumäniendeutsche Ethnie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rumänische Geschichte (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Vertriebenenthematik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachinsel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Migrationsgeschichte (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Migrationsgeschichte (20. Jahrhundert)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Plupp</name></author>
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