<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Diw</id>
	<title>Diw - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Diw"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Diw&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-30T03:09:24Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Diw&amp;diff=510433&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bernardoni am 30. Oktober 2024 um 20:46 Uhr</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Diw&amp;diff=510433&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2024-10-30T20:46:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt das Fabelwesen Diw. Für die Abkürzung [[DIW]] siehe dort.}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Tahmorath01.jpg|mini|Zwei Divs flehen [[Tahmorath]], den „Dewenbändiger“ an, sie leben zu lassen. Aus einer gekürzten Prosafassung des Schāhnāme aus Kaschmir (18. Jh.)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Shahnameh - The Div Akvan throws Rustam into the sea.jpg|mini|Szene aus dem [[Schāhnāme]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Aka Manah|Akwān-e Dīw]]&amp;#039;&amp;#039; wirft [[Rostam (Schāhnāme)|Rostam]] ins Meer.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Jinn from Ali manuscript.jpg|mini|300px|Diw-Illustration aus dem 16. Jahrhundert. In: &amp;#039;&amp;#039;Ahsan-ol-Kobar.&amp;#039;&amp;#039; [[Golestanpalast]], Teheran]]&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Diw&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Div&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Dev&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Dew&amp;#039;&amp;#039;) ist ein Wesen aus der [[Iran|iranischen]] [[Mythologie]]. Diwe (auch Diws, Divs, Dive oder Dewe) kommen als Gegner von Helden, Königen und Heiligen vor. Sie gelten grundsätzlich als [[Das Böse|böse]] und treten in unterschiedlichen Gestalten auf, sind meistens mit Hörnern und Klauen ausgestattet und verfügen über übernatürliche Fähigkeiten. Sie sind vergleichbar mit den mittelalterlichen [[Christentum|christlichen]] Dämonen und mythologischen [[Riese]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Iranischer Ursprung ==&lt;br /&gt;
Bei den [[Avestische Sprache|avestischen]] [[Daeva]] handelt es sich um [[Götze|abzulehnende Götter]], die im Laufe der Zeit verteufelt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Edmund Herzig, Sarah Stewart |Titel=Early Islamic Iran |Hrsg= |Sammelwerk= |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag=Bloomsbury Publishing |Ort= |Datum=2011 |ISBN=9781786734464 |Seiten=23}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Diw&amp;#039;&amp;#039; ist eine Weiterentwicklung von &amp;#039;&amp;#039;Daeva&amp;#039;&amp;#039; und erscheint zunehmend als Personifikation einer bösen Gestalt. Die wohl älteste bekannte Verwendung von Diw im Zusammenhang mit islamischen Glaubensvorstellungen findet sich bei [[Al-Bal&amp;#039;ami]] (gest. 992–997 n.&amp;amp;nbsp;Chr.).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Navid Naderi |Titel=World Literature as Persian Literature |Sammelwerk=Persian Literature as World Literature |Verlag=Bloomsbury Academic |Datum=2021 |Seiten=40 |Online=https://www.google.de/books/edition/Persian_Literature_as_World_Literature/oNIxEAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1 |Abruf=2021-11-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bekannter wurden sie durch die Geschichten des [[Schahnama|Schahnameh]], dort tauchen sie wiederholt als Gegner von Helden und Königen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anthropomorphe Darstellung der Diw lässt auf einen realen Ursprung schließen, nämlich auf feindliche Könige aus [[Mazandaran]] und [[Tabaristan]], deren Bewohner auch „weiße Dämonen“ genannt wurden, von Firdausi jedoch als übernatürliche Wesen und Nachkommen Ahrimans dargestellt werden. Historikern ist unklar, in welchen heutigen Gebieten die beiden alten Regionen praktiziert wurden. Es gibt ein Gebiet im Iran, das als Mazandaran bekannt ist und südlich des [[Kaspisches Meer|Kaspischen Meeres]] liegt, aber einige Wissenschaftler sind der Meinung, dass diese Region möglicherweise in Indien lag und der Name nur übertragen wurde. Andere meinen, das Land Mazandaran im [[Schāhnāme]] sei fiktiv.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Encyclopaedia Iranica Foundation |url=https://iranicaonline.org/ |titel=Welcome to Encyclopaedia Iranica |sprache=en-US |abruf=2021-12-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auftreten in Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
Das erste Erscheinen und damit die ersten Auseinandersetzungen mit den Divs gehen auf die Regentschaft der ersten beiden Könige der [[Persische Mythologie|persischen Mythologie]] zurück. Die erste Auseinandersetzung wird in der Geschichte um [[Sijamak (Mythologie)|Sijamak]] (Sohn von [[Kajumars]]), geschildert, welcher vom Schwarzen Dämon, dem Sohn [[Ahriman]]s getötet wird: {{Zitat|Der schwarze Unhold zuckt eine Krall&amp;#039;,&amp;lt;br&amp;gt;Und brachte des Fürsten Gestalt zu Fall.&amp;lt;br&amp;gt;Des Schahsohns Leib warf er an den Grund,&amp;lt;br&amp;gt;Und macht&amp;#039; ihm mit Klauen die Weichen wund.&amp;lt;br&amp;gt;Vom grimmigen Feind des Lebens beraubt&amp;lt;br&amp;gt;Sijamek, und das Volk ohne Haupt.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: Firdosi&amp;#039;s Königsbuch (Schahname) Sage I-XIII. 1890. Nachdruck: epubli GmbH, Berlin, 2010, S. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Kontext islamischen Glaubens ==&lt;br /&gt;
Im Mittelalter glaubten viele Muslimen, die Welt sei schon vor [[Adam und Eva|Adam]] bewohnt gewesen. In diesem Zusammenhang listet [[Abu Ali Bal&amp;#039;ami]] mehrere übernatürliche Wesen auf, die [[Allah]] vor den Menschen erschaffen hatte. Zuerst wurden die Dämonen (Diw) erschaffen, anschließend die Feen ([[Pari (Mythologie)|Pari]]), dann die [[Engel]] und schlussendlich die [[Dschinn]]. Daraufhin sandte Allah [[Iblis]] als einen Richter über die Dschinn und Dämonen. Al-Bal&amp;#039;ami führt diese Erzählung auf [[Wahb ibn Munabbih]] und [[Mohammed]] zurück. [[At-Tabarī]] erwähnt allerdings lediglich die Dschinn als Vorgänger der Menschen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Popularität und weitgehende Akzeptanz der Diwen als ehemalige Herrscher der Welt lässt sich mitunter durch Edward Smedley (1788–1836) belegen, der die vor-adamitische Geschichte der Diw als arabisch-persische Legende der Muslime festhielt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Diw seien nicht ausgelöscht, aber doch seit der [[Sintflut]] verbannt und existierten in einer [[Liminalität]] zwischen der physischen und metaphysischen Welt. Der iranischen Vorstellung der &amp;#039;&amp;#039;Daeva&amp;#039;&amp;#039; folgend, sind Diw nicht ausschließlich von Allah als Dämonen erschaffen worden, sondern auch die Seele eines bösartigen Menschen kann sich nach dem Tod in einen Diw verwandeln.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;[[Datei:Islamic demon (div) capturing an angel or a peri.jpg|mini|Diw, Dämon aus der [[Dschahannam|Hölle]], entführt eine [[Peri (Mythologie)|Peri]] oder einen Engel. Persische Zeichnung aus dem 16. Jahrhundert]]In der [[Adab|Adab-Literatur]] werden die Diw mit der &amp;#039;&amp;#039;al-nafs al-ammarah&amp;#039;&amp;#039; assoziiert und personifizieren menschliche Laster.&amp;lt;ref&amp;gt;Turkish Studies Language and Literature 14/3, 2019, p. 1137–1158 {{doi|10.29228/TurkishStudies.22895}} ISSN 2667-5641 Skopje/MACEDONIA-Ankara/TURKEY p. 1138&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Prophet [[Salomo]], in der islamischen Kultur als Dämonenbändiger bekannt, wird als Analogie für die Beherrschung der eigenen Laster (Diw) verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Türkische Volksliteratur ==&lt;br /&gt;
In &amp;#039;&amp;#039;[[Kisekbasch Destani]]&amp;#039;&amp;#039; (Epos des abgeschnittenen Kopfes), einem [[Sufismus|Sufi]]-[[Epos]] aus dem 13. oder 14. Jahrhundert, begegnet [[ʿAlī ibn Abī Tālib]] einem abgetrennten Kopf, der noch immer den [[Koran]] rezitieren kann. Dieser berichtet von einem Diw, der ihn von seinem Körper getrennt, seine Frau entführt und sein Kind verschlungen habe. Ali begibt sich daraufhin in die [[Dschahannam|Unterwelt]] um den Diw zu erschlagen, uns stellt fest, dass der Diw noch 500 weitere [[Sunniten]] gefangen hält. Im Kampf erschlägt Ali den Diw, befreit die Gefangenen, rettet das verschlungene Kind und bringt den abgeschlagenen Kopf mit [[Mohammed]]s Hilfe wieder zum Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung im Volksglauben ==&lt;br /&gt;
Im [[Volksglaube]]n werden die Diwen ebenfalls gefürchtet. Sie sind meistens nachts aktiv, da die Dunkelheit ihre Macht verstärkt. Schwankende Temperaturen oder Gestank kündigen ihre Ankunft an. Diwen verursachen Krankheiten und Albträume. Manche von ihnen können zaubern. Diwen können ferner mit einer Berührung Lebewesen in Statuen verwandeln oder töten.&amp;lt;ref&amp;gt;Pedram Khosronejad &amp;#039;&amp;#039;THE PEOPLE OF THE AIR HEALING AND SPIRIT POSSESSION IN SOUTH OF IRAN &amp;#039;&amp;#039; In: T. Zarcone (Hrsg.), Shamanism and Healing Rituals in Contemporary Islam and Sufism. I. B. Tauris 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Seele bewahrt der Diw in einer Flasche, einem Tier oder einem Gegenstand auf, der zerstört werden muss, um den Diw zu töten.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Doerfer, Wolfram Hesche &amp;#039;&amp;#039;Türkische Folklore-Texte aus Chorasan&amp;#039;&amp;#039;. Wiesbaden, Otto Harrassowitz 1998. ISBN 978-3-447-04111-9, S. 62&amp;lt;/ref&amp;gt; Dann löst sich der Diw in Luft auf. Verschont der Bezwinger den Diw sein Leben, kann er ihn zu seinen Sklaven machen. Dazu muss er einen Ring am Körper des Diws befestigen. Seiner verkehrten Natur folgend, tut der Diw allerdings meistens das Gegenteil von dem, was von ihm verlangt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Diws haben sich [[Iblis]], dem höchsten der [[Satan]]sgeister im islamischen Glauben, angeschlossen und wurden mit ihm in die [[Dschahannam|Hölle]] verbannt. Andere wandern noch immer in verlassenen Gegenden der Erde umher, als Quelle von Leid und Pein für sich selbst und den Menschen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle|autor=Edward Smedley, William Cooke Taylor, Henry Thompson, Elihu Rich|datum=1855|titel=The Occult Sciences: Sketches of the Traditions and Superstitions of Past Times, and the Marvels of the Present Day|url=https://archive.org/details/occultsciencessk00smed|hrsg=Richard Griffin &amp;amp; Co.|seiten=[https://archive.org/details/occultsciencessk00smed/page/50 50]|abruf=14 Oktober 2020}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Dev (Mythologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Jalil Doostkhah: &amp;#039;&amp;#039;Avesta&amp;#039;&amp;#039;, Übersetzung. Morvarid, Teheran, 1996. ISBN 964-6026-17-6.&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Rückert]]: Firdosi&amp;#039;s Königsbuch (Schahname) Sage I-XIII. 1890. Nachdruck: epubli GmbH, Berlin, 2010. ISBN 978-3-86931-356-6.&lt;br /&gt;
* Vesta Sarkhosh Curtis: &amp;#039;&amp;#039;Persische Mythen&amp;#039;&amp;#039;. Reclam, Stuttgart 1996, ISBN 3-15-010432-7.&lt;br /&gt;
* [[Peter Lamborn Wilson]], Karl Schlamminger: &amp;#039;&amp;#039;Weaver of Tales. Persian Picture Rugs / Persische Bildteppiche. Geknüpfte Mythen.&amp;#039;&amp;#039; Callwey, München 1980, ISBN 3-7667-0532-6, S. 30–45 (&amp;#039;&amp;#039;The Devils&amp;#039;&amp;#039; / &amp;#039;&amp;#039;Die Dämonen&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* [[Uta von Kardorff|Uta von Witzleben]]: &amp;#039;&amp;#039;Firdausi: Geschichten aus dem Schahnameh.&amp;#039;&amp;#039; Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf und Köln 1960, S. 15–26 (&amp;#039;&amp;#039;Wie Siamak von einem Diw erschlagen wird&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* [[Elina Gertsman]] und [[Barbara H. Rosenwein]]: &amp;#039;&amp;#039;The Middle Ages in 50 Objects&amp;#039;&amp;#039; Cambridge, Cambridge University Press 2018.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Andrew C. S. Peacock |Titel=Islam, literature and society in Mongol Anatolia |Verlag=Cambridge University Press |Ort=Cambridge |Datum=2019 |Sprache=en |ISBN=978-1-10-849936-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestalt der iranischen Mythologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Teufel (Islam)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Türkische Mythologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bernardoni</name></author>
	</entry>
</feed>