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	<title>Dissipative Struktur - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dissipative_Struktur&amp;diff=130101&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Phzh: Form, typo</title>
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		<updated>2026-04-17T16:55:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Form, typo&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:172197main NASA Flare Gband lg-part.jpg|mini|Beispiel dissipativer Strukturen: [[Granulation (Astronomie)|Granulation]] auf der Sonnenoberfläche. Bilddurchmesser ca. 35.000 km]]&lt;br /&gt;
Eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;dissipative Struktur&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|dissipative structure|de=zerstreuende Struktur}}) bezeichnet das Phänomen sich selbstorganisierender, dynamischer, geordneter Strukturen in [[Nichtlineares System|nichtlinearen Systemen]] fern dem [[Thermodynamisches Gleichgewicht|thermodynamischen Gleichgewicht]]. Dissipative Strukturen bilden sich nur in [[Offenes System|offenen]] [[Nichtgleichgewichtssystem]]en, die [[Energie]], [[Materie (Physik)|Materie]] oder beides mit ihrer Umgebung austauschen. Beim Aufbau geordneter Strukturen nimmt die [[Entropie (Thermodynamik)|Entropie]] lokal ab; diese Entropieminderung des Systems muss durch einen entsprechenden Austausch mit der Umgebung ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ausprägung geordneter Strukturen hängt entscheidend von den Systemparametern ab, wobei der Übergang vom ungeordneten zum geordneten Zustand sprunghaft erfolgt. Dissipative Strukturen zeigen eine gewisse Stabilität (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nichtgleichgewichtsstabilität&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) gegenüber Störungen von außen, zerfallen jedoch, sobald der Austausch mit der Umgebung unterbrochen wird oder allgemein bei größeren Störungen der Systemparameter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Bereits ab 1950 arbeitete [[Alan Turing]] an einer neuen mathematischen Theorie der [[Morphogenese]], welche die Auswirkungen nichtlinearer chemischer Reaktions- und Diffusionsfunktionen auf spontane Strukturbildungen zeigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://plato.stanford.edu/entries/turing/#UnfWor &amp;#039;&amp;#039;Alan Turing – Unfinished Work.&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Ergebnisse dieser Arbeit hat er 1952 unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;The chemical basis of morphogenesis&amp;#039;&amp;#039; veröffentlicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;turing_morpho&amp;quot;&amp;gt;A. M. Turing: &amp;#039;&amp;#039;The chemical basis of morphogenesis.&amp;#039;&amp;#039; Phil. Trans. R. Soc. (London) &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;B237&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, 37-72 (1952).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Alan Mathison Turing, B. Jack Copeland: &amp;#039;&amp;#039;The essential Turing. seminal writings in computing, logic, philosophy, artificial intelligence, and artificial life, plus the secrets of Enigma.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, USA, 2004, ISBN 978-0-19-825080-7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Arbeit (&amp;#039;&amp;#039;[[Turing-Mechanismus]]&amp;#039;&amp;#039;) wird als wegweisend für die spätere Entdeckung dissipativer Strukturen angesehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Stuart Alan Rice: &amp;#039;&amp;#039;Special volume in memory of Ilya Prigogine.&amp;#039;&amp;#039; In: Advances in Chemical Physics Vol. 135 [[Wiley-Interscience]], 2007, ISBN 978-0-471-68233-2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff {{&amp;quot; |Dissipative Struktur}} selbst wurde 1967 vom [[Physikalische Chemie|Physikochemiker]] [[Ilya Prigogine]] vorgeschlagen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ipgn1967&amp;quot;&amp;gt;I. Prigogine and G. Nicolis: &amp;#039;&amp;#039;On symmetry-breaking instabilities in dissipative systems.&amp;#039;&amp;#039; J. Chem. Phys. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;46&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, 3542–3550 (1967).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Ebeling: &amp;#039;&amp;#039;Chaos – Ordnung – Information.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Harri Deutsch Verlag, Frankfurt am Main, 1991, ISBN 3-8171-1203-3, S.&amp;amp;nbsp;22.&amp;lt;/ref&amp;gt; der ab den 1940er Jahren an der Entwicklung der Theorie der [[Nichtgleichgewichtssystem|Nichtgleichgewichts]][[thermodynamik]] beteiligt war. Prigogine untersuchte mit [[Grégoire Nicolis]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;ipgn1967&amp;quot; /&amp;gt; und später mit R. Lefever&amp;lt;ref name=&amp;quot;iprl1969&amp;quot;&amp;gt;I. Prigogine and R. Lefever: &amp;#039;&amp;#039;On symmetry-breaking instabilities in dissipative systems, II.&amp;#039;&amp;#039; J. Chem. Phys. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;48&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, 1695–1700 (1968).&amp;lt;/ref&amp;gt; die Kinetik von offenen Systemen, die durch Energie- und Stoffdurchsatz fern vom thermodynamischen Gleichgewicht gehalten wurden. Basierend auf den Arbeiten Alan Turings&amp;lt;ref name=&amp;quot;turing_morpho&amp;quot; /&amp;gt; und [[Lars Onsager]]s zeigte er, dass in offenen Systemen, in welchen [[Autokatalyse|autokatalytische]] chemische Reaktionen ablaufen, in der Nähe des thermodynamischen Gleichgewichts zunächst Inhomogenitäten auftreten, die durch [[Diffusion]] oder Strömungsprozesse aufrechterhalten werden können. Bei Erreichen eines Übergangspunkts fern vom Gleichgewicht kann das System [[Symmetriebrechung|Symmetriebrüche]] zeigen, indem es zur Ausbildung einer stationären, geordneten dissipativen Struktur kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ilya Prigogine erhielt [[1977]] den [[Nobelpreis für Chemie]] &amp;#039;&amp;#039;für seinen Beitrag zur [[Irreversibler Prozess|irreversiblen]] Thermodynamik, insbesondere zur Theorie der „dissipativen Strukturen“&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nobel1977&amp;quot;&amp;gt;Ilya Prigogine: [http://nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/laureates/1977/prigogine-lecture.pdf &amp;#039;&amp;#039;Time, Structure and Fluctuations&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 472&amp;amp;nbsp;kB) Nobel Lecture, 8. Dezember 1977.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=We have dealt with the fundamental conceptual problems that arise from the macroscopic and microscopic aspects of the second law of thermodynamics. It is shown that non-equilibrium may become a source of order and that irreversible processes may lead to a new type of dynamic states of matter called „dissipative structures“.&lt;br /&gt;
 |Sprache=en&lt;br /&gt;
 |Autor=Ilya Prigogine&lt;br /&gt;
 |Quelle=Nobelpreisrede 1977.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;nobel1977&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Thermodynamische Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Beim Aufbau geordneter Strukturen nimmt die [[Entropie (Thermodynamik)|Entropie]] lokal ab, was nur in offenen Systemen möglich (bzw. wahrscheinlich) ist. Die Änderung der Entropie in einem Zeitintervall&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\,dS = dS_i + dS_e&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
teilt sich in einen inneren (&amp;lt;math&amp;gt;\,dS_i&amp;lt;/math&amp;gt;) und äußeren (&amp;lt;math&amp;gt;\,dS_e&amp;lt;/math&amp;gt;, Austausch mit der Umgebung) Anteil auf. In abgeschlossenen Systemen findet kein Austausch statt (&amp;lt;math&amp;gt;dS =dS_i&amp;lt;/math&amp;gt;) und nach dem zweiten Hauptsatz ist immer &amp;lt;math&amp;gt;dS_i \geq 0&amp;lt;/math&amp;gt; (gleich Null im Gleichgewicht), also &amp;lt;math&amp;gt;dS \geq 0&amp;lt;/math&amp;gt;. In offenen Systemen dagegen kann Entropie mit der Umgebung ausgetauscht werden, und es können geordnete stationäre (in der Zeit konstante) Strukturen entstehen, vorausgesetzt (es gilt &amp;lt;math&amp;gt;dS =0&amp;lt;/math&amp;gt; bei einem stationären Zustand; nach dem [[Zweiter Hauptsatz der Thermodynamik|zweiten Hauptsatz]] gilt hier ebenso &amp;lt;math&amp;gt;dS_i \geq 0&amp;lt;/math&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\,dS_e = - dS_i &amp;lt; 0 &amp;lt;/math&amp;gt; (negativer Entropie-Fluss).&amp;lt;ref&amp;gt;Nicolis, Prigogine: &amp;#039;&amp;#039;Self Organization and Nonequilibrium Systems.&amp;#039;&amp;#039; Wiley 1977, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
Beispiele für dissipative Strukturen sind die Ausbildung von wabenförmigen Zellstrukturen in einer von unten erhitzten Flüssigkeit (&amp;#039;&amp;#039;[[Bénard-Experiment|Bénard-Effekt]]&amp;#039;&amp;#039;) oder an Phasengrenzen bei Strömungsvorgängen, [[Fließgleichgewicht]]e in der [[Biochemie]], [[Hurrikan]]e, [[chemische Uhr]]en und [[Kerze]]nflammen. Dissipative Strukturen besitzen viele Gemeinsamkeiten mit biologischen [[Organismen]], weshalb Lebewesen auch meist zu diesen gezählt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erdoberfläche inklusive der Atmosphäre bildet ein gleichgewichtsfernes energieumsetzendes ([[Dissipation|dissipatives]]) System, das durch die Sonneneinstrahlung Energie aufnimmt und durch Wärmeabstrahlung in den Weltraum abgibt. Innerhalb dieses Systems kann sich eine Vielzahl dissipativer Strukturen bilden, wie zum Beispiel Wolken, Flüsse oder Wirbelstürme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch eine Volkswirtschaft bildet ein dissipatives System, bei dem die Erhöhung des Komplexitätsgrades den Durchsatz von Energie sowie die [[Entropieproduktion]] steigert. Der sogenannte technische Fortschritt im Sinne des [[Solow-Residuum|Solow-Residuums]] kann somit durch eine Komplexitätserhöhung zur Steigerung der Leistungsfähigkeit erklärt werden, Primärenergie in nützliche Arbeit für den volkswirtschaftlichen Produktionsprozess umzuwandeln.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Reiner Kümmel]] (2011). The Second Law of Economics: Energy, Entropy, and the Origins of Wealth. Springer Science &amp;amp; Business Media.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dissipative Strukturen sind hierbei Kapitalgüter (Maschinen) und Organisationsformen (Unternehmen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.nobelprize.org/uploads/2018/06/prigogine-lecture.pdf Prigogines Nobelrede (englisch; PDF-Datei; 461&amp;amp;nbsp;kB)]&lt;br /&gt;
* Helmut Dunkhase: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.helmutdunkhase.de/prigogi.html Dialog mit der Natur: Zum 80. Geburtstag von Ilya Prigogine,]&amp;#039;&amp;#039; Berlin, Juli 1997&lt;br /&gt;
* H. Joachim Schlichting: [http://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/fachbereich_physik/didaktik_physik/publikationen/dissipation_struktur.pdf &amp;#039;&amp;#039;Von der Dissipation zur dissipativen Struktur&amp;#039;&amp;#039; (PDF; 1,2&amp;amp;nbsp;MB)], Praxis der Naturwissenschaften, 49/2 (2000), S.&amp;amp;nbsp;12–16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Stuart Alan Rice: &amp;#039;&amp;#039;Special volume in memory of Ilya Prigogine.&amp;#039;&amp;#039; In: Advances in Chemical Physics Vol. 135 [[Wiley-Interscience]], 2007, ISBN 978-0-471-68233-2.&lt;br /&gt;
* [[Ilya Prigogine]], [[Isabelle Stengers]]: &amp;#039;&amp;#039;Dialog mit der Natur. Neue Wege naturwissenschaftlichen Denkens&amp;#039;&amp;#039; 1981, ISBN 3-492-02532-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4130307-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nichtlineare Dynamik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nichtgleichgewichtsthermodynamik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biophysik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Phzh</name></author>
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