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	<title>Dispersionsflug - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-01T04:50:22Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dispersionsflug&amp;diff=1923892&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie.</title>
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		<updated>2026-01-04T14:02:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dispersionsflug&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von lat. &amp;#039;&amp;#039;dispergere&amp;#039;&amp;#039; = ausbreiten, zerstreuen) bezeichnet man in der [[Insektenkunde]] (&amp;#039;&amp;#039;Entomologie&amp;#039;&amp;#039;) die individuelle Ausbreitung flugaktiver [[Insekten]] aus ihrem [[Habitat|Entwicklungshabitat]] heraus. Flüge nur innerhalb eines [[Aktionsraum]]s, beispielsweise zur Nahrungssuche oder auf der Flucht vor Fressfeinden, sind also keine Dispersionsflüge. Dispersion entspricht dabei der [[Populationsbiologie|populationsbiologischen]] und [[Ökologie|ökologischen]] Konsequenz von [[Migration (Biologie)|Migrationsverhalten]] des einzelnen Insekts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dingle&amp;quot;&amp;gt;Hugh Dingle: The evolution of migratory syndromes in insects. In: Ian Woiwood, D. R. Reynolds, C. D. Thomas (editors): Insect Movement: Mechanisms and Consequences : Proceedings of the Royal Entomological Society&amp;#039;s 20th Symposium. CABI, 2001, ISBN 0-85199-781-3. Definition auf S. 160.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dispersion dient vor allem der Kolonisierung neuer Habitate. Vor allem bei Habitatveränderung ist die Fähigkeit zur Dispersion für das Überleben der Populationen und Arten wesentlich. Erfolgt Dispersion in bereits von der Art besiedelte Habitate hinein, ist eine Konsequenz außerdem die Vernetzung verschiedener Lebensräume und Populationen durch Genaustausch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dispersionflug: ein Optimierungsproblem ==&lt;br /&gt;
Einem neu geschlüpften oder entwickelten geflügelten Insekt stehen im Prinzip zwei mögliche Verhaltensweisen offen: Es kann in seinem Entwicklungshabitat verbleiben, hier Nahrung und Fortpflanzungspartner suchen und letztlich hier Nachwuchs produzieren, oder es kann den Lebensraum auf der Suche nach neuen Habitaten verlassen. Vorteile des Verbleibens sind: Es befindet sich vermutlich in einem günstigen Habitat (das zumindest günstig genug war, ihm selbst die individuelle Entwicklung zu ermöglichen), es spart die Aufwendungen und Kosten des Dispersionsflugs, wie Energie für die Flugaktivität, ein und kann unter Umständen sogar auf energetisch kostspielige Organe dafür, wie Flügel und Flugmuskeln, verzichten und die eingesparte Energie stattdessen in seinen Nachwuchs investieren. Es geht auch nicht das Risiko ein, nach Landung in einem völlig ungeeigneten Habitat zugrunde zu gehen. Diesen Vorteilen stehen allerdings gewichtige Nachteile gegenüber. Verändert sich das Habitat in einer für die betroffene Art ungünstige Richtung, wird es mit ihm zugrunde gehen. Da letztlich nahezu alle Habitate eine begrenzte Lebensdauer aufweisen, steigt dadurch die Wahrscheinlichkeit des [[Aussterben]]s an. Außerdem sind im Ursprungshabitat unter Umständen zahlreiche Artgenossen und damit intensive [[Konkurrenz (Ökologie)|Konkurrenz]], während ein neu entstandener Lebensraum unter Umständen noch unbesiedelt ist und damit eine viel raschere, unter Umständen explosionsartige Vermehrung ermöglichen würde. Dispersionsflüge sind Verhaltensweisen, die sich über die genannten Faktoren auf die durchschnittliche individuelle [[Fitness (Biologie)|Fitness]] auswirken. Damit werden sie von der [[Evolution]] entweder eher gefördert oder eher unterdrückt, es stellt unter Umständen ein genetisch determiniertes Gleichgewicht in seiner Dispersionsneigung ein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Roff&amp;quot;&amp;gt;Derek A. Roff &amp;amp; Daphne J. Fairbairn (2007): The Evolution and Genetics of Migration in Insects. BioScience Vol. 57 No. 2: 155–164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zahlreiche Insektenarten haben im individuellen [[Lebenszyklus (Biologie)|Lebenszyklus]] Phasen evolviert, in denen unabhängig von der Gunst oder Ungunst des gerade besiedelten Habitats obligate Dispersionsflüge unternommen werden. Andere besitzen besondere [[Morphe]]n, die auf Dispersion hin optimiert sind, zum Beispiel kurzflügelige und langflügelige Formen, so dass nur ein Teil der Population Dispersionsflüge durchführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Migrationssyndrom ==&lt;br /&gt;
Für erfolgreiche Dispersionsflüge sind aufeinander abgestimmte [[Evolutionäre Anpassung|Adaptationen]] in Morphologie und Verhalten erforderlich, die nur zusammen den Erfolg gewährleisten können. Man spricht hier von einem evolutionären [[Syndrom]]. Dazu gehören&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dingle&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Roff&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* lange [[Flügel (Insekt)|Flügel]]. Treten innerhalb einer Art voll geflügelte Individuen neben solchen mit ganz oder teilweise reduzierten Flügeln auf, sind nur die voll geflügelten zu Dispersionsflügen imstande. Man spricht von [[Dimorphismus]] der Flügelausbildung und nennt die langflügeligen [[makropter]], die kurzflügeligen [[brachypter]]. Anstelle der Flügel kann auch lediglich die anreibende Muskulatur verloren gehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Derek A. Roff (1986): The evolution of wing dimorphism in insects. Evolution 40(5): 1009–1020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die genetische Basis des Dimorphismus ist unterschiedlich, in vielen Fällen, z.&amp;amp;nbsp;B. bei zahlreichen Käferarten, kann ein einzelnes [[Allel]] mit [[Monogener Erbgang|mendel’schem Erbgang]] den Dimorphismus bewirken, wobei in der Regel dasjenige für die kurzflügelige Morphe [[Dominanz (Genetik)|dominant]] ist. Häufig sind dispergierende Individuen außerdem etwas größer als stationäre.&lt;br /&gt;
* Hormonspiegel. Bei vielen Insektenarten besteht ein Zusammenhang zwischen [[Juvenilhormon]] und Dispersionsflügen, wobei die stationären Individuen einen höheren Spiegel des Hormons aufweisen.&lt;br /&gt;
* Wachstumsrate. Verbreitet sind besonders große und besonders gut ernährte Individuen einer Art mit hohen Reservestoffdepots eher migrationsgeneigt als kleine Formen.&lt;br /&gt;
* Flugneigung. Bei einigen Arten existieren auch bei gleicher Flügellänge Individuen mit genetisch bedingt unterschiedlicher Neigung zu Beginn und Dauer von Flugverhalten.&lt;br /&gt;
* Lebensalter. Bei vielen Arten ist zu beobachten, dass nur junge Individuen vor Beginn der Reproduktionsperiode Dispersionsflüge durchführen. Bei einigen Arten, wie zum Beispiel den geflügelten Morphen der Blattlaus &amp;#039;&amp;#039;[[Aphis fabae]]&amp;#039;&amp;#039;, beginnt keinerlei Fortpflanzung, wenn dem nicht ein Dispersionsflug vorangegangen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Flugrichtung und Flugdauer ==&lt;br /&gt;
Insekten, vor allem Arten mit geringer Körpergröße, sind kaum imstande, lange Strecken ausschließlich mit muskelgetriebenem Flug zurückzulegen. Die [[Reynoldszahl]] beim Flug in Luft ist von der Körpergröße abhängig. Für kleine Organismen wird Luft zunehmend zu einem [[Viskosität|zähen]] Medium, so dass die Effektivität des muskelgetrieben Flugs immer mehr absinkt. Dadurch wird Transport durch [[Konvektion]], vor allem [[Wind]], immer wichtiger. Das hat eine wichtige Konsequenz für das Flugverhalten: Das individuelle Insekt ist nicht imstande, eine Flugrichtung entgegen der Windrichtung aufrechtzuerhalten. Um die Flugrichtung steuern zu können, ist es auf Optimierung des Zeitpunkts des Abflugs angewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Steve G. Compton: Sailing with the wind: dispersal by small flying insects. In: Ian Woiwood, D. R. Reynolds, C. D. Thomas (editors): Insect Movement: Mechanisms and Consequences : Proceedings of the Royal Entomological Society&amp;#039;s 20th Symposium. CABI, 2001 ISBN 0-85199-781-3&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu gehören Reaktion auf Geruchsreize (z.&amp;amp;nbsp;B. sekundäre Pflanzenstoffe einer Wirtspflanze bei pflanzenfressenden Insekten) und Reaktion auf Lichtstärke mit Flug bevorzugt tagsüber oder nachts. Fliegende Insekten können nach optischen Reizen, zum Beispiel in Reaktion auf die [[Umriss|Silhouette]] von Bäumen gegen den Horizont, Landeversuche einleiten. Durch Ausnutzen dieser Mechanismen können auch windverdriftete Arten unter Umständen hohe Kontrolle über ihre Ausbreitungsrichtung erlangen&amp;lt;ref&amp;gt;Jason W. Chapman, Don R. Reynolds, Henrik Mouritsen, Jane K. Hill, Joe R. Riley, Duncan Sivell, Alan D. Smith, Ian P. Woiwod (2008): Wind Selection and Drift Compensation Optimize Migratory Pathways in a High-Flying Moth. Current Biology 18: 514–518.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da kleine Insekten eher passiv mit dem Wind verdriftet werden, können sie gewaltige Entfernungen überbrücken, vor allem wenn sie durch thermische Konvektion in große Höhen aufgewirbelt werden. Manche Bearbeiter sprechen, in Analogie zum [[Plankton]] in Gewässern, von „Luftplankton“ (auch: Aeroplankton). Vor allem kleinere Insektenarten sind ständig in großer Zahl in Höhen von z.&amp;amp;nbsp;T. mehreren Hundert Meter Höhe, und auch über dem offenen Ozean, zu finden&amp;lt;ref&amp;gt;J.W. Chapman, D.R. Reynolds, A.D. Smith, E.T. Smith, I.P. Woiwod (2004): An aerial netting study of insects migrating at high altitude over England. Bulletin of Entomological Research 94: 123–136.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Kleine pflanzenfressende Insekten wie zum Beispiel Blattläuse können dadurch auch sehr isoliert stehende Wirtspflanzen kolonisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Untersuchung von Dispersionsflügen ==&lt;br /&gt;
Aufgrund der hohen Bedeutung, die Dispersionsflüge auf die Biologie, möglicherweise sogar auf das Überleben, von Arten haben, sind Ökologen sehr daran interessiert, herauszufinden, welche Arten in welchem Ausmaß solche Flüge durchführen. Dazu stehen verschiedene Methoden zur Verfügung&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Ranius (2006): Measuring dispersal of saproxylic insects – a key characteristics for their conservation. Population Ecology 48: 177–188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Markierung von Individuen mit Wiederfang (mit Messung der zurückgelegten Entfernung)&lt;br /&gt;
* Besenderung von Insektenindividuen und [[Telemetrie]]. Aufgrund des Gewichts des Senders nur bei großen Insektenarten möglich.&lt;br /&gt;
* Analyse des Besiedlungsmusters [[Biotopverbund|verinselter]] Habitate, insbesondere kurzlebiger, zum Beispiel der Besiedlung individueller sehr alter Bäume durch [[Totholz]]-Besiedler.&lt;br /&gt;
* Analyse der genetischen Ähnlichkeit zwischen entfernt lebenden Populationen.&lt;br /&gt;
* Direkter Fang fliegender Individuen, zum Beispiel in [[Fensterfalle]]n, oder Auslösung von Flugverhalten, zum Beispiel durch Anströmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Falle von Habitatspezialisten ist manchmal der Nachweis von Individuen abseits geeigneter Habitate bereits ausreichend. So kann der Dispersionsflug von Insektenarten mit [[aquatisch]]en Larven wie [[Eintagsfliegen]] und [[Köcherfliegen]] durch ihre Entfernung zum Gewässer gemessen werden&amp;lt;ref&amp;gt;Zsolt E. Kovatz, Jan J.H. Cibrowski, Lyndia D. Corkum (1996): Inland dispersal of adult aquatic insects. Freshwater Biology 36: 265–276.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dabei wurde bei einer kanadischen Untersuchung nachgewiesen, dass die Nachweishäufigkeit stärker als [[Exponentieller Prozess|exponentiell]] mit der Entfernung zum Gewässer abnimmt, stärker bei kleinen als bei großen Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dispersion bei Wirbeltieren ==&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Vorgang, nämlich die Zerstreuungswanderung bei [[Vögel]]n (Aves), wird allgemein als [[Dismigration]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entomologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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