<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Disintermediation</id>
	<title>Disintermediation - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Disintermediation"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Disintermediation&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-24T19:39:12Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Disintermediation&amp;diff=362295&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Leyo: falsches Minuszeichen durch Halbgeviertstrich ersetzt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Disintermediation&amp;diff=362295&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-05-25T18:54:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;falsches &lt;a href=&quot;/index.php/Minuszeichen&quot; title=&quot;Minuszeichen&quot;&gt;Minuszeichen&lt;/a&gt; durch &lt;a href=&quot;/index.php/Halbgeviertstrich&quot; title=&quot;Halbgeviertstrich&quot;&gt;Halbgeviertstrich&lt;/a&gt; ersetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Mit &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Disintermediation&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird in den [[Wirtschaftswissenschaft]]en die [[Tendenz]] bezeichnet, dass ein [[Wirtschaftssubjekt]] einzelne [[Aufgabe (Pflicht)|Aufgaben]] oder [[Funktion (Organisation)|Funktionen]] aus einer [[Wertschöpfungskette]] oder einem [[Netzwerk]] herauslöst und selbst übernimmt. Gegensatz ist die &amp;#039;&amp;#039;Intermediation&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Üblicherweise wird im Deutschen das Präfix „Des-“ (wie bei [[Desinformation]]) oder „Dys-“ (wie bei [[Dyskalkulie]]) verwendet, so dass „Disintermediation“ als [[Anglizismus]] einzustufen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Disintermediation beschreibt einen Bedeutungsverlust von &amp;#039;&amp;#039;Intermediären&amp;#039;&amp;#039; (Vermittlern zwischen verschiedenen Akteuren&amp;lt;ref&amp;gt;abgeleitet vom „Vermittler“ ({{enS|intermediate}})&amp;lt;/ref&amp;gt;) in einem [[Wirtschaftssystem]]. Allgemein ist die Disintermediation das Ausschalten von Zwischenstufen auf dem Weg eines [[Gut (Wirtschaftswissenschaft)|Gutes]] ([[Ware]] oder [[Dienstleistung]]) vom [[Hersteller]] zum [[Verbraucher]], etwa der Fortfall oder die Verringerung von [[Absatzhelfer]]n, [[Absatzkette]]n, [[Absatzmittler]]n, [[Handelsstufe]]n&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Kompakt-Lexikon Marketingpraxis |Verlag=Springer Fachmedien |Ort=Wiesbaden |Datum=2013 |Seiten=69 |ISBN=978-3-658-03185-5 |Online={{Google Buch |BuchID=e30kBAAAQBAJ |Seite=69}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder [[Lieferkette]]n. Betroffen sind insbesondere [[Wirtschaftszweig]]e wie [[Bankwesen]], [[Handel]] oder [[Versicherungswesen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff der &amp;#039;&amp;#039;Intermediation&amp;#039;&amp;#039; wurde im [[Finanzwesen]] geprägt und dort konkret als [[Finanzintermediation]] verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Intermediation_und_Digitalisierung/6ft_9AfHA3UC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Disintermediation+handel&amp;amp;printsec=frontcover Benedikt von Walter, &amp;#039;&amp;#039;Intermediation und Digitalisierung&amp;#039;&amp;#039;, 2007, S. 40]&amp;lt;/ref&amp;gt; Werden im [[Elektronischer Handel|elektronischen Handel]] Absatzhelfer usw. eingeschaltet, liegt eine &amp;#039;&amp;#039;Intermediation&amp;#039;&amp;#039; vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Kompakt-Lexikon Marketingpraxis&amp;#039;&amp;#039;, 2013, S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt; Disintermediation setzt mithin voraus, dass vorher eine Intermediation bestanden hat, denn Disintermediation ist das Ausschalten von Intermediären.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Benjamin/Rolf Wigand, &amp;#039;&amp;#039;Electronic Commerce: Effects on Electronic Markets&amp;#039;&amp;#039;, in: Sloan Management Review 36, 1995, S. 68&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Reintermediation}}Die [[Fachliteratur]] sieht die Disintermediation in einen Zyklus eingebunden, der aus Intermediation, Disintermediation und Reintermediation insbesondere im elektronischen Handel besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;Alina M. Chircu/Robert J Kauffmann, &amp;#039;&amp;#039;Strategies for Internet Middlemen in the Intermediation / Disintermediation / Reintermediation Cycle&amp;#039;&amp;#039;, in: Electronic Markets 9 (2), 1999, S. 109 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier wird die These vertreten, dass auf traditionellen Märkten erfolgreiche Intermediäre zunehmend durch neue, rein elektronische Intermediäre [[Verdrängungswettbewerb|verdrängt]] werden (&amp;#039;&amp;#039;Disintermediation&amp;#039;&amp;#039;). Dieser Prozess dauere so lange, bis die Verdrängten selbst digitale Technologien entwickeln und in ihre [[Geschäftsmodell]]e integrieren. Hierdurch können sie ihre frühere [[Positionierung (Marketing)|Marktposition]] wieder einnehmen (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Reintermediation&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Finanzwesen ==&lt;br /&gt;
Eine erste Stufe der Disintermediation war die Gründung von [[Konzernbank]]en, durch die [[Konzern]]e den größten Teil ihrer [[Bankgeschäft]]e ohne das traditionelle Bankwesen außerhalb des [[Bankenmarkt]]s abwickeln konnten. Als erste Konzernbank fungierte ersichtlich ab 1855 die [[Bankhaus Röchling|Gebrüder Röchling-Bank]],&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Altmeyer, &amp;#039;&amp;#039;Das Saarland: Ein Beitrag zur Entwicklung des jüngsten Bundeslandes in Politik, Kultur und Wirtschaft&amp;#039;&amp;#039;, 1958, S. 679&amp;lt;/ref&amp;gt; gefolgt im Mai 1884 von der „Bank Elektrischer Werte“ für die [[AEG]]. Es folgte die im September 1906 als Konzernbank der [[Metallgesellschaft]] gegründete „Berg- und Metallbank AG“, die der Metallgesellschaft jedoch nur zu 48 % gehörte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=Q3C1Dm-O6DkC&amp;amp;pg=PA12&amp;amp;lpg=PA12&amp;amp;dq=konzernbanken&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=Yh2JzhvjZv&amp;amp;sig=F1n7HpjZfr2nUiJuXHxKs1iI_Rk&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwj8zc2Tyt7JAhUJuBoKHcMdD-sQ6AEIPDAF#v=onepage&amp;amp;q=konzernbanken&amp;amp;f=false Stefanie Knetsch, &amp;#039;&amp;#039;Das konzerneigene Bankinstitut der Metallgesellschaft im Zeitraum von 1906 bis 1928&amp;#039;&amp;#039;, 1998, S. 53]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Aufnahme von [[Fremdkapital]] durch [[Nichtbank]]en tritt zwischen [[Schuldner]] und [[Gläubiger]] bei der Disintermediation kein [[Kreditinstitut]] oder [[Bankenkonsortium]] mehr auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gabler_Bank_Lexikon/gurNBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Disintermediation+lexikon&amp;amp;pg=PA859&amp;amp;printsec=frontcover  Ludwig Gramlich/Roland Eller/Wolfgang Grill, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Bank Lexikon: Bank – Börse – Finanzierung&amp;#039;&amp;#039;, 1996, S. 448]&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleiches gilt für [[Kapitalanlage]]n, die nicht auf dem Bankenmarkt vorgenommen werden. Insbesondere [[Multinationales Unternehmen|multinationale Unternehmen]] begannen um 1960 in Deutschland, sich vom [[Bankensektor]] zu emanzipieren und gründeten eigene [[Holding]]- und [[Finanzierung]]sgesellschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wilfried Guth]], &amp;#039;&amp;#039;Finanzpolitik multinationaler Unternehmen&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung]], 1970, S. 459 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu jener Zeit etablierte sich auch das [[Industrieclearing]], bei dem zwei Industrieunternehmen in einer [[Lieferant]]en-Beziehung zueinander stehen und sich über eine Veränderung der [[Zahlungsfrist]] einigen. Der überliquide Abnehmer akzeptiert ein zeitliches Vorziehen ({{enS|leading}}) der Zahlungsfrist durch [[Vorkasse]], wobei ein niedrigerer Zins als der [[Geldmarktzins]] vereinbart wird. Das Hinauszögern der Zahlung ({{enS|lagging}}) geschieht etwa durch den [[Lieferantenkredit]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Grundlagen_finanzwirtschaftlicher_Entsch/xtDnBQAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Industrieclearing&amp;amp;pg=PT20&amp;amp;printsec=frontcover Jens Jokisch/Matija Denise Mayer, &amp;#039;&amp;#039;Grundlagen finanzwirtschaftlicher Entscheidungen&amp;#039;&amp;#039;, 2002, S. 6 ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierdurch übernahmen Unternehmen die [[Kreditgeber]]rolle des [[Warenkredit]]s der Banken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Handel ==&lt;br /&gt;
Im [[Handel]] ist der [[Direktvertrieb]] des Herstellers an den Verbraucher unter Umgehung des [[Großhandel|Groß-]] und [[Einzelhandel]]s eine klassische Disintermediation.&amp;lt;ref&amp;gt;Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Kompakt-Lexikon Marketingpraxis&amp;#039;&amp;#039;, 2013, S. 69&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierdurch werden traditionelle Handelsstufen ausgeschaltet. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn eine [[Fluggesellschaft]] ihre [[Flugticket]]s nicht mehr (ausschließlich) über [[Reisebüro]]s vermarktet, sondern über eigene Angebotssysteme direkt an [[Flugpassagier]]e.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gabler_Lexikon_Logistik/0cz1BQAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Disintermediation+begriff&amp;amp;pg=PA91&amp;amp;printsec=frontcover Peter Klaus/Winfried Krieger, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Lexikon Logistik&amp;#039;&amp;#039;, 2003, S. 91]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Informationsmarkt ==&lt;br /&gt;
Die Möglichkeit der direkten Kommunikation von [[Marktteilnehmer]]n mittels des [[Internet]]s in der [[Informationsgesellschaft]] fördert die Disintermediation digitalisierbarer und nicht digitalisierbarer Güter im globalen [[Informationsmarkt]]. Dazu gehört beispielsweise der Direktvertrieb von [[Informationsgut|Informationsgütern]] wie [[Buch|Büchern]], [[Kinofilm|Filmen]], [[Musik]], [[Zeitung]]en, [[Zeitschrift]]en, [[Computerspiel|Computer-]] und [[Videospiel]]en über [[elektronischer Markt|elektronische Marktsysteme]] wie [[eBay]] oder [[Amazon]]. Zur Disintermediation zählt auch die Herauslösung von [[Kleinanzeigen]], [[Stellenanzeige]]n, Immobilienanzeigen aus dem Medium Zeitung hin zur Konzentration auf Online-Informationsplattformen wie [[Craigslist]], [[Monster Worldwide]] oder [[Zillow]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Massenmedien ==&lt;br /&gt;
Bei [[Massenmedien]] ist Disintermediation die Bezeichnung für den direkten [[Netzzugang]] des Kunden zum Leistungsangebot eines Anbieters mittels [[Elektronische Medien|elektronischer Medien]]. Beispielsweise wird bei der [[Elektronische Zeitung|Internet-Zeitung]] die [[Distributionslogistik]] der [[Zeitung|Papier-Zeitung]] eingespart. Durch Disintermediation wird hier die Mittlerfunktion des Handels in Frage gestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gabler_Lexikon_Medienwirtschaft/m00lBAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Disintermediation+lexikon&amp;amp;pg=PA120&amp;amp;printsec=frontcover Insa Sjurts, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Lexikon Medienwirtschaft&amp;#039;&amp;#039;, 2011, S. 120]&amp;lt;/ref&amp;gt; So entfällt beispielsweise auch die klassische Intermediation in der [[Musikindustrie]] (der [[Interpretation (Musik)|Interpret]] wird vom [[Plattenlabel]] über das [[Tonträgerunternehmen]] und den [[Musikhandel]] zum Musikkonsumenten geführt) bei der Disintermediation durch einen [[Internet Service Provider]] (der Interpret veröffentlicht sein [[Musikvideo]] etwa direkt auf [[Youtube]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Medientheorie ==&lt;br /&gt;
Der deutsche Literatur- und Medienwissenschaftler [[Roberto Simanowski]] wendet den Begriff der Disintermediation ebenfalls auf das Internet – aber aus Sicht der [[Medientheorie]] – an. Er beschreibt damit dem Wegfall von [[Knoten (Graphentheorie)|Knoten]] im [[Netzwerk]] des Internets, das Aufkommen eines großen Stimmengewirrs, das von keiner Instanz kontrolliert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Roberto Simanowski, &amp;#039;&amp;#039;Interflictions: Vom Schreiben im Netz&amp;#039;&amp;#039;, 2002, S. 1 ff.; ISBN 978-3-518-12247-1&amp;lt;/ref&amp;gt; Danach erlaube das Schreiben im Internet (etwa in [[Soziales Netzwerk (Internet)|sozialen Netzwerken]]) einen öffentlichen Diskurs über [[Sachverhalt]]e oder [[Meinung]]en, die durch ihre Fixierung immer wieder auf Gegenargumente warten: Texte antworten auf Texte. Um aber diesem Stimmengewirr etwas entgegnen zu können bzw. die wichtigen Meldungen von den weniger wichtigen zu trennen, habe sich mit der Zeit eine sogenannte „Polizei des Diskurses“ entwickelt. [[Verlagslektor]]en, [[Verlag]]e oder [[Redakteur]]e bildeten eine Barriere zwischen [[Text]] und [[Öffentlichkeit]], einen Filter, den [[Michel Foucault]] als „Verknappung der sprechenden Subjekte“  kritisierte.&amp;lt;ref&amp;gt;Michel Foucault, &amp;#039;&amp;#039;[[Die Ordnung des Diskurses]]&amp;#039;&amp;#039;, 1991, S. 26; ISBN 978-3-596-10083-5&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gebe in einer Demokratie immer wieder Orte, wo Texte, die von anderen abgelehnt wurden, veröffentlicht werden können, jedoch müsse auch hier eine Barriere überschritten werden. Der Ort, der sich in den 1990er Jahren etabliert habe und auf den ersten Blick jegliche Barrieren der [[Veröffentlichung]] aufgebe, sei das Internet. Ein virtueller Raum wurde geschaffen, zu dem, wenn er es sich leisten kann, beinahe jeder einen Zugriff hat. Dies nennt Simanowski Disintermediation, also Polizeilosigkeit, wodurch jeder mit [[Internetzugang]] Texte veröffentlichen kann. Mit Disintermediation beschreibt Simanowski den Verlust der Mittelsmänner, was bedeutet, dass Informationen, die an die Öffentlichkeit gelangen, keiner Prüfung unterzogen werden. Der Leser steht also einem Überangebot von guten bis weniger guten Texten und Informationen gegenüber und muss selbst entscheiden, was brauchbar ist und was nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hyperintermediation ==&lt;br /&gt;
Der in den USA arbeitende belarussische Medienwissenschaftler [[Evgeny Morozov]] hat 2012 den Begriff der Hyperintermedation eingeführt. Damit wird der Umstand beschrieben, dass der Wegfall klassischer Intermediäre im Medienbereich, also die traditionellen [[Gatekeeper (Nachrichtenforschung)|Gatekeeper]], nicht zu einem Verschwinden aller Filter- und Kontrollinstanzen in der digitalen Kommunikation führt, sondern stattdessen neue und unter Umständen viel stärkere Filterinstanzen wirksam werden. Dazu zählen beispielsweise die [[Suchverfahren|Suchalgorithmen]] der großen [[Suchmaschine]]n oder die Filteroperationen der Social-Media-Plattformen: „It’s the proliferation — not elimination — of intermediaries that has made blogging so widespread. The right term here is &amp;#039;hyperintermediation&amp;#039;, not &amp;#039;disintermediation&amp;#039;“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Evgeny Morozov |url=https://slate.com/technology/2012/10/disintermediation-we-arent-seeing-fewer-gatekeepers-were-seeing-more.html |titel=How Big Data and Spam Bots Threaten Online Discussion |datum=2012-10-26 |abruf=2019-12-07 |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ({{deS|„Es ist die Ausbreitung – und nicht Eliminierung – von Vermittlern, die das [[Bloggen]] so weit verbreitet hat. Der richtige Ausdruck hierfür ist &amp;#039;Hypermediation&amp;#039; und nicht &amp;#039;Disintermediation&amp;#039;“}}).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Ein erstes Entwicklungsmodell zur Disintermediation entstand bereits im Jahre 1960.&amp;lt;ref&amp;gt;John G Gurley/Edward S. Shaw, &amp;#039;&amp;#039;Money in a Theory of Finance&amp;#039;&amp;#039;, 1960, S. 123 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierin wird eine traditionelle Theorie der Finanzintermediation vertreten, wobei die Banken die Transformation der primären [[Finanzierungstitel]] der Unternehmen ([[Aktie]]n, [[Unternehmensanleihe]]n) in indirekte Finanzierungstitel für [[Privathaushalt]]e ([[Spareinlage]]n) und umgekehrt übernehmen. Auf einer ersten Stufe der Disintermediation treten [[Investor]]en als [[Kreditgeber]] und Unternehmen als [[Kreditnehmer]] direkt in Kontakt. Auf einer zweiten Stufe beginnt die Intermediation, indem sich Kreditinstitute zwischen beide stellen und die im [[Passivgeschäft]] hereingenommenen Spareinlagen im [[Kreditgeschäft]] als [[Unternehmensfinanzierung]] ausleihen. Hierbei übernehmen die Banken die [[Fristentransformation|Fristen-]], [[Losgrößentransformation|Losgrößen-]] und [[Risikotransformation]]. Die dritte Stufe wird mit teilweiser Disintermediation erreicht, wenn die [[Geldstrom|Geldströme]] über [[Wertpapierbörse]]n ausgetauscht werden und Banken allenfalls noch als [[Wertpapierhandel|Wertpapierhändler]] fungieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Oswald Hahn]], &amp;#039;&amp;#039;Die Führung des Bankbetriebes&amp;#039;&amp;#039;, 1977, S. 140&amp;lt;/ref&amp;gt; Fällt auch diese letzte Funktion weg, wird von „totaler Disintermediation“ gesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Bühler/Wolfgang Feuchtmüller/Michael Vogel (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Securitization: Der Trend zum Wertpapier&amp;#039;&amp;#039;, 1987, S. 109; ISBN 978-3-85428-103-0&amp;lt;/ref&amp;gt; Es kommt zur Disintermediation, wenn durch Einschaltung von Intermediären die [[Transaktionskosten]] auf dem [[Finanzmarkt]] nicht mehr sinken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Disintermination hängt mit der [[vertikale Integration|vertikalen Integration]] zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Der_Einfluss_des_Internets_auf_Intermedi/Y2yXlDSYAgUC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Disintermediation+begriff&amp;amp;pg=PA61&amp;amp;printsec=frontcover Dirk Tietz, &amp;#039;&amp;#039;Der Einfluss des Internets auf Intermediäre im Tourismus&amp;#039;&amp;#039;, 2007, S. 62]&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie kann stattfinden durch [[Diversifikation (Wirtschaft)|Diversifikation]], [[Eingliederungsvertrag (Aktiengesetz)|Eingliederung]] oder [[Insourcing]] und erfordert [[Know-how]]. Die Disintermediation wird durch [[Technologie|Internettechnologien]] wie [[E-Commerce]] oder [[Peer-to-Peer]]-Verfahren gefördert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gabler_Kompakt_Lexikon_Internet/Q7X9BQAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Disintermediation+lexikon&amp;amp;pg=PA60&amp;amp;printsec=frontcover Lenny Ghersi/Sue Lee/Allan Karadagi, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Kompakt-Lexikon Internet&amp;#039;&amp;#039;, 2002, S. 60]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Disintermediation führt zu einer [[Internalisierung (Wirtschaft)|Internalisierung]] der [[Gewinnmarge]] ausgeschalteter Intermediäre und zum direkten Zugang zum Kunden mit der Möglichkeit, [[Kundendaten]] für das [[Marketing]] zu nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4368756-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Internet]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kapitalmarkttheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Medien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Netzwerkarchitektur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neue Institutionenökonomik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Leyo</name></author>
	</entry>
</feed>