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	<title>Disiecta membra - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-26T17:50:02Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;BerenikeR: /* Weblinks */</title>
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		<updated>2026-04-01T10:58:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Disiecta membra&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; beziehungsweise &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;membra disiecta&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[latein]]isch) bedeutet „versprengte Glieder“ und ist ein feststehender Ausdruck für die Bezeichnung der aus ihrer ursprünglichen organischen Ordnung gerissenen Teile eines Ganzen. Er wird fachsprachlich besonders in der [[Kodikologie|Handschriftenkunde]] und im [[Buchwesen]] verwendet, um die verstreute Überlieferung einzelner Bestandteile eines [[Codex]] oder [[Buch]]es zu bezeichnen, ähnlich auch in der [[Kunstgeschichte]] für Bestandteile eines Kunstwerks oder Bauwerks, die sich nicht mehr in ihrem ursprünglichen Zusammenhang befinden. Darüber hinaus wird der Begriff in der [[Archäologie]] in verschiedenen Forschungskontexten verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsherkunft ==&lt;br /&gt;
Der Ausdruck geht zurück auf eine Stelle bei [[Horaz]] (&amp;#039;&amp;#039;Satiren&amp;#039;&amp;#039; {{nowrap|1, 4, 62}}), an der es um die Frage geht, ob der Begriff des Dichterischen schon allein durch die Verwendung eines poetischen [[Verslehre|Versmaßes]] im Gegensatz zu [[Prosa]] erfüllt werde, oder auch eine bestimmte Qualität der Wörter und Gedanken erfordere&amp;lt;ref&amp;gt;{{Meyers-1905 |Lemma=Disjecta membra |Band=5 |Seite=44 |zenoID=20006496229}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zur Verdeutlichung des Problems zitiert Horaz eine Stelle aus Versen des Dichters [[Quintus Ennius|Ennius]] und stellt fest, dass bei Umstellung der Wörter und damit Zerstörung von Rhythmus und Versmaß die „{{lang|la|disiecti&amp;lt;!-- kein Tippfehler, Genitiv zu &amp;quot;poeta&amp;quot; --&amp;gt; membra poetae}}“, „des zerrissenen Dichters Glieder“ (das heißt, die Wörter seiner Dichtung), nach wie vor als dichterische zu erkennen seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine sehr wörtliche Auffassung der „{{lang|la|disiecti membra poetae}}“ begegnet in dem [[Xenion]] Goethes auf den Homerphilologen [[Friedrich August Wolf]], dessen Infragestellung der alleinigen Autorschaft Homers an den homerischen Epen der Dichter folgendermaßen kommentiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:1.6em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sieben Städte zankten sich drum, ihn geboren zu haben;&lt;br /&gt;
Nun, da der Wolf ihn zerriss, nehme sich jede ihr Stück.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Disiecta membra in der Archäologie ==&lt;br /&gt;
In der [[Archäologie]] wird der Begriff &amp;#039;&amp;#039;disiecta membra&amp;#039;&amp;#039; häufig und in unterschiedlichen Forschungskontexten gebraucht. Er findet nicht nur Verwendung in Bezug auf Architektur,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Hans Rupprecht Goette]] |Titel=Disiecta membra eines traianischen Frieses |Sammelwerk=Archäologischer Anzeiger |Datum=1983 |Seiten=239-246 |Online=[https://www.academia.edu/14638288/ Digitalisat]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; sondern etwa auch in Studien zu antiken Inschriften&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Volker Wollmann, Radu Ardevan. |Titel=Disiecta Membra: Inschriftenfragmente aus Dakien |Sammelwerk=Fontes Historiae. Studia in honorem Demetrii Protase |Ort=Bistriţa/&amp;lt;wbr /&amp;gt;Cluj-Napoca |Datum=2006 |Seiten=667-678}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, der Beschreibung von Skulpturen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Museo Civico di Catania |Titel=Disiecta Membra: Frammenti di statuaria bronzea di età romana del Museo Civico di Catania. |Verlag=L&amp;#039;Erma di Bretschneider |Ort=Rom |Datum=2020}}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder anderen Objekten, wie etwa attischen Grabkrateren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Emil Kunze |Titel=Disiecta Membra attischer Grabkratere |Sammelwerk=Archaiologike Ephemeris |Datum=1955 |Seiten=162-171}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsprojekt &amp;#039;&amp;#039;Disiecta Membra. Steinarchitektur und Städtewesen im römischen Deutschland&amp;#039;&amp;#039; ==&lt;br /&gt;
Im Bereich der Klassischen Archäologie und [[Bauforschung]] untersucht das auf 24&amp;amp;nbsp;Jahre angelegte Langzeitprojekt „Disiecta Membra. Steinarchitektur und Städtewesen im römischen Deutschland“, welches im November 2022 in das Forschungsprogramm der [[Akademie der Wissenschaften|Wissenschaftsakademien]] aufgenommen wurde, römische Bauten und das frühe urbane Leben in Deutschland.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.adwmainz.de/forschung/projekte/details/disiecta-membra-steinarchitektur-und-staedtewesen-im-roemischen-deutschland.html |titel=Disiecta Membra. Steinarchitektur und Städtewesen im römischen Deutschland |abruf=2026-03-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://web.archive.org/web/20230308121759/https://challenges.uni-mainz.de/2022/11/11/disiecta-membra-steinarchitektur-und-staedtewesen-im-roemischen-deutschland-wird-in-das-forschungsprogramm-der-wissenschaftsakademien-aufgenommen/ |titel=&amp;quot;disiecta membra. Steinarchitektur und Städtewesen im römischen Deutschland&amp;quot; wird in das Forschungsprogramm der Wissenschaftsakademien aufgenommen! |abruf=2023-06-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Fokus steht hierbei vor allem die Nachnutzung römischer Bauglieder, welche vielerorts als Ruinen bis in das Hochmittelalter die Landschaft prägten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Johannes Lipps, Anna Pawlak |Hrsg=Annette Gerok-Reiter, Jörg Robert, Matthias Bauer, Anna Pawlak |Titel=Ästhetik – Kanon – Kritik. Kreative Aneignung und kulturelle Hybridität nördlich der Alpen als Herausforderung archäologischer und kunsthistorischer Forschung |Sammelwerk=Andere Ästhetik |Verlag=de Gruyter |Ort=Berlin/Boston |Datum=2022 |Seiten=465-548 |Online=[https://www.academia.edu/94566544/ Digitalisat]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Römische Bauglieder sind kontinuierlich nachgenutzt worden oder auch als Steinbruch bzw. als Rohstoff für den Bau etwa neuer Stadtmauern verwendet worden. Römische Bauglieder als „disiecta membra“, als &amp;#039;&amp;#039;verstreute Teile eines ehemals Ganzen&amp;#039;&amp;#039;, machen den Großteil der römischen Steinarchitektur in Deutschland aus. Bisher wurde diese nur wenig untersucht und ausgewertet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Katja Roesler |url=https://www.dainst.blog/crossing-borders/2023/05/09/disiecta-membra-ein-neues-langzeitforschungsvorhaben-zur-roemischen-steinarchitektur-in-deutschland/ |titel=„disiecta membra“: Ein neues Langzeitforschungsvorhaben zur römischen Steinarchitektur in Deutschland |abruf=2023-06-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geleitet und durchgeführt wird das an der [[Akademie der Wissenschaften und der Literatur]] in Mainz angesiedelte Projekt von Forschern der [[Johannes Gutenberg-Universität Mainz|Universität Mainz]] ([[Johannes Lipps]]), der [[Römisch-Germanische Kommission|Römisch-Germanischen Kommission]] in Frankfurt am Main ([[Kerstin P. Hofmann]]) und vom &amp;#039;&amp;#039;Marburg Center for Digital Culture and Infrastructure&amp;#039;&amp;#039; der [[Philipps-Universität Marburg|Universität Marburg]] ([[Aline Deicke]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.adwmainz.de/forschung/projekte/details/disiecta-membra-steinarchitektur-und-staedtewesen-im-roemischen-deutschland.html Projektinformationen zu &amp;#039;&amp;#039;Disiecta Membra. Steinarchitektur und Städtewesen im römischen Deutschland&amp;#039;&amp;#039;.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lateinische Phrase]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschungsprojekt in Deutschland]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;BerenikeR</name></author>
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