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	<title>Dirichletreihe - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-21T20:54:38Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dirichletreihe&amp;diff=398118&amp;oldid=prev</id>
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		<updated>2025-06-22T20:20:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;growthexperiments-addlink-summary-summary:1|0|0&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dirichletreihen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, benannt nach [[Peter Gustav Lejeune Dirichlet]], sind [[Reihe (Mathematik)|Reihen]], die in der [[Analytische Zahlentheorie|analytischen Zahlentheorie]] verwendet werden, um [[zahlentheoretische Funktion]]en mit Methoden aus der [[Analysis]], insbesondere der [[Funktionentheorie]], zu untersuchen. Viele offene [[Zahlentheorie|zahlentheoretische]] Fragestellungen sind durch diesen Zusammenhang einer „Näherungslösung“ (durch Abschätzungen) zugänglich geworden, etwa Fragen nach der Verteilung von [[Primzahlen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Grenzwert (Folge)|Konvergente]] Dirichletreihen sind als [[Analytische Funktion|analytische Funktionen]] auch losgelöst von zahlentheoretischen Problemen als Untersuchungsgegenstand interessant, da sie in engem Zusammenhang mit [[Potenzreihe]]n stehen und eine ähnlich „natürliche“ Darstellung von analytischen Funktionen erlauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition und formale Eigenschaften ==&lt;br /&gt;
Eine &amp;#039;&amp;#039;Dirichletreihe&amp;#039;&amp;#039; ist eine Reihe der Form&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;F(s)=\sum_{n=1}^{\infty} \frac{f(n)}{n^s},&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
::mit &amp;lt;math&amp;gt;s=\sigma+it \in \mathbb{C}.&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Reihe [[Absolute Konvergenz|konvergiert absolut]] für gewisse Koeffizientenfolgen &amp;lt;math&amp;gt;f(n)&amp;lt;/math&amp;gt; und [[komplexe Zahl]]en &amp;lt;math&amp;gt;s&amp;lt;/math&amp;gt;. Das Produkt von zwei solchen absolut konvergenten Dirichletreihen ist wieder eine absolut konvergente Dirichletreihe, die Koeffizienten ergeben sich durch [[Faltung (Mathematik)|Faltung]] der Koeffizientenfolgen als [[Zahlentheoretische Funktion|zahlentheoretische Funktionen]]. Damit entspricht die Multiplikation von absolut konvergenten Dirichletreihen der Faltung ihrer Koeffizienten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich findet man in der Literatur (etwa bei [[Don Zagier|Zagier]]) auch die allgemeinere Definition&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;F(s)=\sum_{n=1}^{\infty}f(n) e^{-\lambda_n s},&amp;lt;/math&amp;gt; mit &amp;lt;math&amp;gt;\lambda_1 \le \lambda_2 \le \lambda_3 \dots \rightarrow \infty.&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit &amp;lt;math&amp;gt;\lambda_n = \log n &amp;lt;/math&amp;gt; ergibt dies wieder die erste Definition, mit&lt;br /&gt;
&amp;lt;math&amp;gt;\lambda_n = n &amp;lt;/math&amp;gt; erhält man&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;F(s)=\sum_{n=1}^{\infty} f(n) e^{-n s} = \sum_{n=1}^{\infty} f(n) z^n&amp;lt;/math&amp;gt; mit &amp;lt;math&amp;gt;z=e^{-s}&amp;lt;/math&amp;gt;,&lt;br /&gt;
also eine gewöhnliche [[Potenzreihe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Raum der &amp;#039;&amp;#039;formalen Dirichletreihen&amp;#039;&amp;#039; wird mit einer Multiplikation versehen, indem man die für absolut konvergente Reihen gültige Multiplikationsregel auf beliebige (auch nichtkonvergente) Dirichletreihen überträgt (zu dieser Konstruktion vergleiche auch die analoge Begriffsbildung [[formale Potenzreihe]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch wird der Raum der formalen Dirichletreihen mit der punktweisen Addition, der [[Skalarmultiplikation]] und der Faltung [[isomorph]] (als [[Ring (Algebra)|Ring]] und [[Algebra]]) zu den zahlentheoretischen Funktionen und erbt alle Struktureigenschaften dieses Raumes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Isomorphismus ordnet jeder zahlentheoretischen Funktion &amp;lt;math&amp;gt;f(n)&amp;lt;/math&amp;gt; die formale Dirichletreihe zu, deren Koeffizientenfolge sie ist. Diese Dirichletreihe &amp;lt;math&amp;gt;F(s)&amp;lt;/math&amp;gt; heißt dann &amp;#039;&amp;#039;die von &amp;lt;math&amp;gt;f(n)&amp;lt;/math&amp;gt; erzeugte Dirichletreihe&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Identitätssatz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stimmen zwei gewöhnliche Dirichletreihen &amp;lt;math&amp;gt;\textstyle F(s) = \sum a(n)/n^s &amp;lt;/math&amp;gt; und &amp;lt;math&amp;gt;\textstyle G(s) = \sum b(n)/n^s &amp;lt;/math&amp;gt;, die beide auf einer Halbebene &amp;lt;math&amp;gt; H &amp;lt;/math&amp;gt; konvergieren, auf einer nicht-leeren offenen Teilmenge &amp;lt;math&amp;gt; U \subset H &amp;lt;/math&amp;gt; überein, so folgt bereits, dass sie auf ganz &amp;lt;math&amp;gt; H &amp;lt;/math&amp;gt; identisch sind und alle ihre Koeffizienten exakt übereinstimmen. Es gilt dann also &amp;lt;math&amp;gt; F = G &amp;lt;/math&amp;gt; und &amp;lt;math&amp;gt; a(n) = b(n) &amp;lt;/math&amp;gt; für alle &amp;lt;math&amp;gt; n \in \N &amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konvergente Dirichletreihen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu jeder Dirichletreihe, die irgendwo, aber nicht überall konvergiert, existiert eine reelle Zahl &amp;lt;math&amp;gt;\sigma_0&amp;lt;/math&amp;gt;, so dass die Reihe in der Halbebene &amp;lt;math&amp;gt;\operatorname{Re}(s)&amp;gt;\sigma_0&amp;lt;/math&amp;gt; konvergiert (&amp;lt;math&amp;gt;\operatorname{Re}(s)&amp;lt;/math&amp;gt; ist der [[Realteil]] von &amp;lt;math&amp;gt;s&amp;lt;/math&amp;gt;) und in der Halbebene &amp;lt;math&amp;gt;\operatorname{Re}(s)&amp;lt;\sigma_0&amp;lt;/math&amp;gt; divergiert. Über das Verhalten auf der Geraden &amp;lt;math&amp;gt;\operatorname{Re}(s)=\sigma_0&amp;lt;/math&amp;gt; lässt sich keine allgemeine Aussage machen. Falls die Dirichletreihe überall bzw. nirgends konvergiert, wird &amp;lt;math&amp;gt;\sigma_0 = -\infty&amp;lt;/math&amp;gt; bzw. &amp;lt;math&amp;gt;\sigma_0 = \infty&amp;lt;/math&amp;gt; gesetzt und man nennt in allen Fällen &amp;lt;math&amp;gt;\sigma_0\in [-\infty,\infty]&amp;lt;/math&amp;gt; die &amp;#039;&amp;#039;Konvergenz[[abszisse]]&amp;#039;&amp;#039; der Dirichletreihe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich, wie man im Falle von [[Potenzreihe]]n den [[Konvergenzradius]] berechnen kann, kann man auch im Falle von Dirichletreihen die Konvergenzabszisse mit einem [[Limes superior und Limes inferior|Limes superior]] aus ihrer Koeffizientenfolge bestimmen, es gilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist &amp;lt;math&amp;gt;\textstyle \sum_{n=1}^\infty f(n)&amp;lt;/math&amp;gt; divergent, so ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\sigma_0 = \limsup_{N\rightarrow \infty} \frac{\log(|f(1)+\ldots +f(N) |)}{\log N}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist hingegen &amp;lt;math&amp;gt;\textstyle \sum_{n=1}^\infty f(n)&amp;lt;/math&amp;gt; konvergent, so ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\sigma_0 = \limsup_{N\rightarrow \infty} \frac{\log {(| \sum_{n=N}^\infty f(n) |)}}{\log{N}}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analytische Eigenschaften ===&lt;br /&gt;
In ihrer Konvergenzhalbebene &amp;lt;math&amp;gt;\operatorname{Re}(s)&amp;gt;\sigma_0&amp;lt;/math&amp;gt; ist die Dirichletreihe [[Kompakte Konvergenz|kompakt konvergent]] und stellt dort eine [[holomorphe Funktion]] &amp;lt;math&amp;gt;F(s)&amp;lt;/math&amp;gt; dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ableitungen der so bestimmten holomorphen Funktion &amp;lt;math&amp;gt;F&amp;lt;/math&amp;gt; können durch gliedweise Differentiation gewonnen werden. Ihre &amp;lt;math&amp;gt;k&amp;lt;/math&amp;gt;-te Ableitung ist die Dirichletreihe&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;F^{(k)}(s) = (-1)^k \sum_{n=1}^{\infty} \frac{f(n) \cdot (\log n)^k}{n^s}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eulerprodukte ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Euler-Produkt}}&lt;br /&gt;
Dirichletreihen mit multiplikativen zahlentheoretischen Funktionen als Koeffizienten lassen sich als Eulerprodukt darstellen. Ist &amp;lt;math&amp;gt;f(n)&amp;lt;/math&amp;gt; eine multiplikative zahlentheoretische&lt;br /&gt;
Funktion und konvergiert die von ihr erzeugte Dirichletreihe &amp;lt;math&amp;gt;F(s)&amp;lt;/math&amp;gt; für die komplexe Zahl &amp;lt;math&amp;gt;s&amp;lt;/math&amp;gt; absolut, dann gilt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;F(s) = \prod_{p \text{ prim}} \sum_{k=0}^{\infty} \frac{f(p^k)}{p^{ks}}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Falle einer vollständig multiplikativen Funktion vereinfacht sich dieses Produkt zu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;F(s) = \prod_{p \text{ prim}} \frac{1}{1-f(p)p^{-s}}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese unendlichen Produkte über alle Primzahlen heißen Eulerprodukte. Der Wert dieser Produkte ist definiert als Grenzwert&lt;br /&gt;
&amp;lt;math&amp;gt;\lim_{N\to\infty} P_N &amp;lt;/math&amp;gt; der Folge endlicher Produkte &amp;lt;math&amp;gt;P_N&amp;lt;/math&amp;gt;, die entsteht, indem man das Produkt nur auf Primzahlen unterhalb einer Schranke &amp;lt;math&amp;gt;N&amp;lt;/math&amp;gt; erstreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wichtige Dirichletreihen ==&lt;br /&gt;
=== Riemannsche ζ-Funktion ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Riemannsche ζ-Funktion}}&lt;br /&gt;
Die berühmteste Dirichletreihe ist die Riemannsche ζ-Funktion:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\zeta(s) = \sum_{n=1}^{\infty} \frac{1}{n^s} = 1 + \frac{1}{2^s} + \frac{1}{3^s} + \frac{1}{4^s} + \cdots &amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wird von der zahlentheoretischen 1-Funktion &amp;lt;math&amp;gt;I^0&amp;lt;/math&amp;gt; (mit &amp;lt;math&amp;gt;I^0(n)=1&amp;lt;/math&amp;gt; für alle &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;) erzeugt.&lt;br /&gt;
Da diese Funktion vollständig multiplikativ ist, hat die Zeta-Funktion die Eulerproduktdarstellung&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\sum_{n=1}^{\infty} \frac{1}{n^s} = \prod_{p \text{ prim}} \frac{1}{1-p^{-s}}.&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dirichletreihe der Teilerfunktion ===&lt;br /&gt;
Die Teilerfunktion (auch genauer &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Teileranzahlfunktion]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) &amp;lt;math&amp;gt;d(n)&amp;lt;/math&amp;gt;, die einer natürlichen Zahl &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; die Anzahl ihrer positiven Teiler zuordnet, ist das „Faltungsquadrat“ der 1-Funktion.&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;d(n) = \sum_{d|n}1 = (I^0*I^0) (n)&amp;lt;/math&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die ihr zugeordnete Dirichletreihe ist also das Quadrat der Zetafunktion:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\sum_{n=1}^{\infty} \frac{d(n)}{n^s} = \zeta^2(s)&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dirichletreihe der Möbiusfunktion ===&lt;br /&gt;
Die [[Möbiusfunktion]] &amp;lt;math&amp;gt;\mu (n)&amp;lt;/math&amp;gt; ist multiplikativ mit &amp;lt;math&amp;gt;\mu(p^k)=0 &amp;lt;/math&amp;gt; für &amp;lt;math&amp;gt;k &amp;gt; 1&amp;lt;/math&amp;gt;. Also hat die von ihr erzeugte Dirichletreihe &amp;lt;math&amp;gt;M(s)&amp;lt;/math&amp;gt; das Eulerprodukt&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;M(s) = \sum_{n=1}^{\infty} \frac{\mu(n)}{n^s} = \prod_{p \text{ prim}} (1-p^{-s}) = \frac{1}{\zeta(s)}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Relation &amp;lt;math&amp;gt;M(s) \cdot \zeta(s) = 1&amp;lt;/math&amp;gt; überträgt sich auf die zugehörigen zahlentheoretischen Funktionen und bedeutet dort:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\mu*I^0(n) = \sum_{d|n} \mu (d) = \begin{cases} 1 &amp;amp; \text{falls}\ n=1 \\ 0 &amp;amp; \text{sonst} \end{cases}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dirichletsche L-Reihen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---- Auf die Dirichletschen L-Reihen verweist ein Link in [[Zahlentheorie]] ----&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Dirichletsche L-Funktion}}&lt;br /&gt;
Die ebenfalls von Dirichlet eingeführten &amp;#039;&amp;#039;L-Reihen&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;L(s,\chi)=\sum_{n=1}^{\infty} \frac{\chi(n)}{n^s}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden von einem [[Charakter (Mathematik)#Dirichlet-Charaktere|Dirichlet-Charakter]] &amp;lt;math&amp;gt;\chi&amp;lt;/math&amp;gt; erzeugt. Diese Reihen spielen eine wichtige Rolle beim Beweis des Dirichletschen Satzes über die Existenz unendlich vieler Primzahlen in [[Arithmetische Progression|arithmetischen Progressionen]].&lt;br /&gt;
Da Dirichletcharaktere vollständig multiplikativ sind, kann man die L-Reihen als Eulerprodukte darstellen:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;L(s,\chi) = \prod_{p\text{ prim}} \frac{1}{1-\chi(p)p^{-s}}&amp;lt;/math&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und für &amp;lt;math&amp;gt;\chi=\chi_1&amp;lt;/math&amp;gt;, den [[Charakter (Mathematik)#Dirichlet-Charaktere|Hauptcharakter]] modulo &amp;lt;math&amp;gt;k&amp;lt;/math&amp;gt;, gilt:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;L(s,\chi_1) = \prod_{p|k} (1-p^{-s})\cdot \zeta(s).&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die L-Reihen verallgemeinern die Riemannsche Zetafunktion. Über die Nullstellen von L-Reihen gibt es die bis heute unbewiesene &amp;#039;&amp;#039;verallgemeinerte [[Riemannsche Vermutung]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hecke gab eine Verallgemeinerung an mit &amp;#039;&amp;#039;Größencharakteren&amp;#039;&amp;#039; statt Dirichlet-Charakteren (auch Hecke-L-Reihe genannt, siehe aber unten für eine weitere Definition).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dirichletreihe der Mangoldt-Funktion ===&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Mangoldt-Funktion|von Mangoldtsche Funktion]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;math&amp;gt;\Lambda(n)&amp;lt;/math&amp;gt; spielt eine Rolle beim Beweis des [[Primzahlsatz]]es. Diese zahlentheoretische Funktion ist definiert als&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\Lambda (n) = \begin{cases} \log{p} &amp;amp; \text{falls}\ n=p^m,\ p \text{ prim},\ m \in \mathbb{N} \\ 0 &amp;amp; \text{sonst,} \end{cases}&amp;lt;/math&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die von ihr erzeugte Dirichletreihe lässt sich durch die Zeta-Funktion ausdrücken:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;-\sum_{n=1}^{\infty} \frac{\Lambda (n)}{n^s} = \frac{\zeta&amp;#039;(s)}{\zeta(s)}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dirichletsche Lambda-Funktion {{Anker|Dirichletsche Lambda-Funktion}} ===&lt;br /&gt;
Die [[Dirichletsche Lambdafunktion|Dirichletsche Lambda-Funktion]] ist die L-Reihe, die durch&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\lambda(s) = \sum_{n=0}^\infty \frac{1}{(2n+1)^s};\;s\neq 1&amp;lt;/math&amp;gt; definiert wird. 	&lt;br /&gt;
Sie lässt sich durch die Riemannsche Zeta-Funktion darstellen als&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\lambda(s) = (1-2^{-s})\cdot \zeta(s).&amp;lt;/math&amp;gt;	&lt;br /&gt;
Sie kann in geschlossener Form an den Stellen berechnet werden, an denen dies für die Zeta-Funktion möglich ist, das heißt für gerade positive Zahlen &amp;lt;math&amp;gt;s\in 2\N .&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es besteht folgender Zusammenhang mit der [[Dirichletsche η-Funktion|Dirichletschen Eta-Funktion]]:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt; \frac{\zeta(s)}{2^s}=\frac{\lambda(s)}{2^s-1}=\frac{\eta(s)}{2^s-2}.&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zur Ermittlung der Dirichletschen Lambdafunktionswerte von geraden Zahlen dient auch folgende Formel:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\lambda(2n + 2)= \frac{1}{n} \sum_{m=1}^{n} \eta(2m)\lambda(2n+2-2m)&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beispielsweise gilt:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\lambda(4) = \eta(2)\lambda(2) = \frac{\pi^2}{12}\,\frac{\pi^2}{8} = \frac{\pi^4}{96}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\lambda(6) = \frac{1}{2}\bigl[\eta(2)\lambda(4) + \eta(4)\lambda(2)\bigr] = \frac{1}{2}\left(\frac{\pi^2}{12}\,\frac{\pi^4}{96} + \frac{7\pi^4}{720}\frac{\pi^2}{8}\right) = \frac{\pi^6}{960}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\lambda(8) = \frac{1}{3}\left[\eta(2)\lambda(6) + \eta(4)\lambda(4) + \eta(6)\lambda(2)\right] = \frac{1}{3}\left(\frac{\pi^2}{12}\,\frac{\pi^6}{960} + \frac{7\pi^4}{720}\frac{\pi^4}{96} + \frac{31\pi^6}{30240}\frac{\pi^2}{8}\right) = \frac{17\pi^8}{161280}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dirichletreihe der Eulerschen &amp;amp;phi;-Funktion ===&lt;br /&gt;
Die [[Eulersche &amp;amp;phi;-Funktion]] ist multiplikativ mit&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\varphi (p^k)= p^k-p^{k-1}&amp;lt;/math&amp;gt; für &amp;lt;math&amp;gt;k \ge 1&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eulerprodukt der von ihr erzeugten Dirichletreihe ist&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\sum_{n=1}^{\infty} \frac{\varphi(n)}{n^s} = \prod_{p \text{ prim}} &lt;br /&gt;
\frac{1-p^{-s}}{1-p^{1-s}}=\frac{\zeta(s-1)}{\zeta(s)}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dirichletreihe der verallgemeinerten Teilersummenfunktion ===&lt;br /&gt;
Die verallgemeinerte Teilersummenfunktion &amp;lt;math&amp;gt;\sigma_k(n)&amp;lt;/math&amp;gt; ist multiplikativ und&lt;br /&gt;
für Primzahlpotenzen ist&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\sigma_k (p^m) = \frac{1-p^{k(m+1)}}{1-p^k}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher hat die Dirichletreihe von &amp;lt;math&amp;gt;\sigma_k&amp;lt;/math&amp;gt; die Eulerproduktdarstellung:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\sum_{n=1}^{\infty} \frac{\sigma_k(n)}{n^s} = \prod_{p \text{ prim}} &lt;br /&gt;
\frac{1}{(1-p^{-s})(1-p^{k-s})} = \zeta(s) \zeta(s-k).&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dirichletreihen und Modulformen ===&lt;br /&gt;
[[Erich Hecke]] fand einen Zusammenhang (Hecke-Korrespondenz) von Dirichletreihen, die bestimmte Eulerprodukt- und Funktionalgleichungen erfüllen, und [[Modulform]]en, siehe [[Hecke-Operator]]. Die von ihm definierten Hecke-L-Reihen werden mit den Fourierkoeffizienten der Modulformen gebildet. Diese sind aber zu unterscheiden von den mit Größencharakteren nach Hecke ähnlich Dirichlet-L-Reihen gebildeten Dirichletreihen, die auch Hecke-L-Reihen genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Faltung ==&lt;br /&gt;
Die Faltung &amp;lt;math&amp;gt; (f*g)(n) := \sum_{d|n} f(d)g(n/d) &amp;lt;/math&amp;gt; zweier zahlentheoretischer Funktionen induziert einen formalen Ringhomomorphismus vom Ring der zahlentheoretischen Funktionen in den Ring der formalen Dirichlet-Reihen via&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt; D_{f*g} = D_f \cdot D_g, &amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
wobei &amp;lt;math&amp;gt; D_f, D_g &amp;lt;/math&amp;gt; die zu &amp;lt;math&amp;gt; f, g &amp;lt;/math&amp;gt; gehörigen Dirichlet-Reihen bezeichnen.&lt;br /&gt;
=== Beispiel ===&lt;br /&gt;
Man findet beispielsweise die Relation:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt; \zeta(s)^2 = \sum_{n=1}^\infty \frac{d(n)}{n^s} = 1 + \frac{2}{2^s} + \frac{2}{3^s} + \frac{3}{4^s} + \frac{2}{5^s} + \frac{4}{6^s} + \frac{2}{7^s} + \ldots, &amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wobei &amp;lt;math&amp;gt; d(n) &amp;lt;/math&amp;gt; die [[Teileranzahlfunktion]] darstellt, die zählt, wie viele natürliche [[Teilbarkeit|Teiler]] eine Zahl &amp;lt;math&amp;gt; n &amp;lt;/math&amp;gt; besitzt. Zu diesem Ergebnis gelangt man durch systematisches Ausmultiplizieren des Quadrates der Dirichlet-Reihe der Zeta-Funktion. Da es sich dabei um das Produkt zweier (konvergenter) Dirichlet-Reihen handelt, kann es, wie oben beschrieben, wiederum über eine Dirichlet-Reihe dargestellt werden.&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt; \zeta(s)^2 = \left( \sum_{n=1}^\infty \frac{1}{n^s} \right)^2 = \left( \sum_{n=1}^\infty \frac{1}{n^s} \right) \cdot \left( \sum_{k=1}^\infty \frac{1}{k^s} \right) = \sum_{n=1}^\infty \sum_{k=1}^\infty \frac{1}{n^s} \cdot \frac{1}{k^s} = \sum_{n=1}^\infty \sum_{k=1}^\infty \frac{1}{(n \cdot k)^s} = \sum_{m=1}^\infty \frac{d(m)}{m^s} &amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die aus dieser Faltung erzeugte Dirichlet-Reihe hat nun eine neue zahlentheoretische Funktion, die als &amp;lt;math&amp;gt; d(m) &amp;lt;/math&amp;gt; bezeichnet wird. Der Summenindex wird als &amp;lt;math&amp;gt; m &amp;lt;/math&amp;gt; gewählt, um Verwechslungen zu vermeiden. Der vorletzte Schritt der Auswertung zeigt nun, dass man den Wert von &amp;lt;math&amp;gt; d(m) &amp;lt;/math&amp;gt; über die Anzahl aller natürlichen Zahlenpaare &amp;lt;math&amp;gt; (n, k) &amp;lt;/math&amp;gt; gewinnen kann, für die &amp;lt;math&amp;gt; n \cdot k = m &amp;lt;/math&amp;gt; gilt. Somit reduziert sich die Frage nach dem Wert von &amp;lt;math&amp;gt; d(m) &amp;lt;/math&amp;gt; darauf, wie viele Teiler die betroffene Zahl &amp;lt;math&amp;gt; m &amp;lt;/math&amp;gt; besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Mellin-Transformation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://planetmath.org/DirichletSeries &amp;#039;&amp;#039;Dirichlet Series&amp;#039;&amp;#039;] auf [[PlanetMath]]&lt;br /&gt;
* {{MathWorld|DirichletSeries|Dirichlet series}}&lt;br /&gt;
* {{MathWorld|DirichletL-Series|Dirichlet L-Series}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Tom Apostol|Tom Mike Apostol]]: &amp;#039;&amp;#039;Modular Functions and Dirichlet Series in Number Theory&amp;#039;&amp;#039;. Springer Verlag New York u.&amp;amp;nbsp;a. 1990, ISBN 0-387-97127-0&lt;br /&gt;
* [[Jörg Brüdern]]: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die analytische Zahlentheorie&amp;#039;&amp;#039;. Springer Verlag, Berlin u.&amp;amp;nbsp;a. 1995, ISBN 3-540-58821-3&lt;br /&gt;
* Graham James Oscar Jameson: &amp;#039;&amp;#039;The Prime Number Theorem&amp;#039;&amp;#039;. Cambridge University Press, Cambridge u.&amp;amp;nbsp;a. 2004, ISBN 0-521-89110-8&lt;br /&gt;
* [[Konrad Knopp]]: &amp;#039;&amp;#039;Theorie und Anwendung der unendlichen Reihen&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Grundlehren der mathematischen Wissenschaften in Einzeldarstellungen mit besonderer Berücksichtigung der Anwendungsgebiete&amp;#039;&amp;#039;. Springer Verlag, Berlin u.&amp;amp;nbsp;a. 1996, ISBN 3-540-59111-7&lt;br /&gt;
* [[Max Koecher]], [[Aloys Krieg]]: &amp;#039;&amp;#039;Elliptische Funktionen und Modulformen&amp;#039;&amp;#039;, 2. Aufl., Springer, Berlin (2007) ISBN 978-3-540-49324-2&lt;br /&gt;
* [[Don Zagier]]: &amp;#039;&amp;#039;Zetafunktionen und quadratische Körper&amp;#039;&amp;#039;. Springer Verlag Berlin u.&amp;amp;nbsp;a. 1981, ISBN 3-540-10603-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Folgen und Reihen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zahlentheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Funktionentheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Peter Gustav Lejeune Dirichlet]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;WMirten</name></author>
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