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	<title>Diplomatik - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Diplomatik&amp;diff=27498&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Karl432: /* Ursprung des Begriffs */ BKL-fix</title>
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		<updated>2026-04-30T12:50:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Ursprung des Begriffs: &lt;/span&gt; BKL-fix&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Diplomatik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (abgeleitet von &amp;#039;&amp;#039;[[Diplom]]&amp;#039;&amp;#039; im Sinne von „Urkunde“), auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Urkundenlehre&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, ist die Wissenschaft von den historischen [[Urkunde]]n. Sie beschäftigt sich mit den Merkmalen und der Einteilung historischer Rechtsurkunden, mit ihrer Ausstellung (beteiligte Personen, Geschäftsgang der Kanzleien, Hilfsmittel wie [[Formelbuch|Formelbücher]]) sowie mit der Überlieferung, der Echtheit und dem historischen Wert der Urkunden. Forschungsschwerpunkte deutschsprachiger Forscher waren zunächst vorwiegend die europäischen [[Urkunden des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]]. Es gibt aber auch eine umfangreiche Forschung über [[Tibetische Herrscherurkunden|tibetische]], mongolische, osmanische&amp;lt;ref&amp;gt;[[Lajos Fekete]]: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die osmanisch-türkische Diplomatik der türkischen Botmäßigkeit in Ungarn.&amp;#039;&amp;#039; Budapest 1926 (Magyar Országos Levéltár kiadványai.); Jan Reychmann, Ananiasz Zajaczkwoski: &amp;#039;&amp;#039;Handbook of Ottoman-Turkish Diplomatics.&amp;#039;&amp;#039; rev. and exp. transl. by Andrew S. Ehrenkreutz, Mouton u. a. 1968 (Publications in Near and Middle East Studies – [[Columbia University]]).&amp;lt;/ref&amp;gt; oder arabische Urkunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Adolf Grohmann: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Einführung in die arabischen Papyri nebst Grundzügen der arabischen Diplomatik.&amp;#039;&amp;#039; Wien 1924; Lucas Reinfandt: &amp;#039;&amp;#039;Mamlūk Documentary Studies.&amp;#039;&amp;#039; In: Stephan Conermann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ubi sumus? Quo vademus? Mameluk Studies – State of the Art.&amp;#039;&amp;#039; Bonn, Berlin 2013, S. 285–309.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Diplomatik zählt zu den [[Historische Hilfswissenschaften|historischen Hilfswissenschaften]]. Die Wissenschaftler, die sich mit diesem Forschungsgebiet befassen, werden als &amp;#039;&amp;#039;Diplomatiker&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursprung des Begriffs ==&lt;br /&gt;
[[file:De re diplomatica 17765.jpg|mini|De re diplomatica...]]&lt;br /&gt;
Der Begriff „Diplomatik“ geht wohl auf die Schrift &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|De re diplomatica}}&amp;#039;&amp;#039; ([[Latein|lateinisch]] ‚Über die Urkunden‘, Paris 1681) des [[Benediktiner]]s Dom [[Jean Mabillon]] (1632–1707) zurück. Er war von seinem Orden beauftragt worden, eine Verteidigungsschrift zu erstellen, die die historisch begründeten Besitzansprüche gegen Angriffe des Jesuitenordens verteidigen sollte. Insbesondere sollte sie eine Antwort auf die Zweifel des belgischen [[Jesuiten]] [[Daniel Papebroek]] liefern, die dieser an der Echtheit der ältesten [[Merowinger|merowingischen]] Urkunden der [[Abtei Saint-Denis]] geäußert hatte. Mabillon entwickelte wissenschaftliche, also nachprüfbare Methoden zur Feststellung von Echtheit und Fälschung der fraglichen Urkunden und schuf damit die Grundlage der modernen Urkundenlehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachweis der Authentizität von Schriftstücken war zunächst der Hauptzweck der Diplomatik (lateinisch &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|discrimen veri ac falsi}}&amp;#039;&amp;#039; ‚Unterscheidung des Wahren vom Falschen‘). Die Ganzfälschung oder die Veränderung von Urkunden, letztere durch Überschreiben (zum Beispiel [[Palimpsest]]), Ausradieren oder Hinzufügen (negative oder positive [[Interpolation (Literatur)|Interpolation]]), diente vor allem im Mittelalter dazu, nicht existierende Rechte zu begründen oder Rechte, die bisher nicht durch Urkunden dokumentiert waren, zu sichern. Die Zuordnung zu den historischen Hilfswissenschaften erfolgte erst im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert, da im Zentrum der Diplomatik somit zunächst die Bekämpfung von Fälschungen stand und sie eher als ein Teil der Rechtswissenschaft zu sehen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Untersuchung von Urkunden werden ihre [[Paläographie|paläographischen]], sprachlichen und inhaltlichen Merkmale sowie ihre Überlieferung und [[Klassifikation#Typologie|Typologie]] ausgewertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begründer der wissenschaftlichen Beschäftigung mit den Urkunden sind im deutschsprachigen Raum die österreichischen Benediktinermönche [[Bernhard Pez|Bernhard]] und [[Hieronymus Pez]], der bayerische Benediktiner [[Karl Meichelbeck]], der Schwabe [[Magnoald Ziegelbauer]] sowie [[Johann Heumann von Teutschenbrunn]]. Im Laufe des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts wurde die Diplomatik in Deutschland sehr intensiv betrieben, weshalb manche deutsche Fachbegriffe auch internationale Bedeutung haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kern der Spezialdiplomatik, wie sie [[Theodor von Sickel]] in der Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts begründet hat, ist die Frage nach der Kanzleimäßigkeit einer einzelnen Urkunde. Der Urkundenforscher versucht, die inneren und äußeren Merkmale der Urkunde in anderen zeitgenössischen Urkunden wiederzufinden, um daraus auf die Praxis der Personengruppe zu schließen, die für einen Fürsten, Geistlichen oder eine Institution Urkunden erstellten („[[Kanzlei]]“). Im Zentrum der Untersuchung stehen dabei derjenige, der den Urkundentext entworfen hat ([[Diktat (Diplomatik)|Diktator]]), und derjenige, der die Urkunde tatsächlich aufs Pergament geschrieben hat ([[Mundierung|Mundant]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Diplomatik verbundene Teilgebiete sind die [[Sphragistik]] oder Sigillographie (Siegelkunde), die [[Chronologie]] (Lehre von der Zeit) und die [[Heraldik]] (Wappenkunde).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Urkundenkritik als Teildisziplin ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Urkundenkritik ist die wichtigste Teildisziplin der Diplomatik. Ihre Funktion ist die Feststellung der quellenkundlichen Qualität einer Urkunde. Ziel ist die Feststellung der [[Aussagefähigkeit]] einer Urkunde. Grundlegende [[Methode (Erkenntnistheorie)|Methode]] ist dabei der [[Vergleich (Philosophie)|Vergleich]], wobei durch Untersuchung äußerer und innerer Merkmale [[Echtheit]], [[Kanzlei]]mäßigkeit und sonstige Besonderheiten einer Urkunde festgestellt werden, die für die historische [[Interpretation]] von Belang sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Urkundenkritik werden &amp;#039;&amp;#039;äußere&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;innere&amp;#039;&amp;#039; Merkmale untersucht. Äußere Merkmale sind: [[Beschreibstoff]], Format, Urkundenschrift/Schriftart, [[Siegel]], Zeichen auf der Urkunde (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Monogramm]], [[Rekognitionszeichen]], [[Rota (Diplomatik)|Rota]], [[Chrismon (Diplomatik)|Chrismon]]), Faltung oder Verschluss und äußere Erhaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Merkmale sind: Urkundenformular (die formelhaften Bestandteile einer Urkunde), [[Diktat]] (die individuellen Formulierungen der Urkunde), rechtliche und sachliche Inhalte der Urkunde. Zur Gestaltung des Diktats gehört auch die Analyse [[Sprechrhythmus|rhythmischer]] Satzabschlüsse &amp;#039;&amp;#039;([[Cursus (Rhythmik)|cursus]]),&amp;#039;&amp;#039; die insbesondere in der Papstkanzlei als Methode zur Fälschungssicherung eingesetzt worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Hilfe der Urkundenkritik konnten viele „Urkunden“, vor allem [[Urkunden des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], mittlerweile als [[Urkundenfälschung]] identifiziert werden, so z.&amp;amp;nbsp;B. die berühmte [[Konstantinische Schenkung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Deperditum|Deperdita]] entziehen sich der traditionellen Urkundenkritik, doch wird ihr Wert in der neueren Forschung betont, etwa hinsichtlich quellenarmer Zeit (wie dem [[Frühmittelalter]]), und sie werden in neueren Editionen auch berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste bekannter Diplomatiker]]&lt;br /&gt;
* [[Kontext (Urkundenlehre)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Harry Bresslau]]: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Urkundenlehre für Deutschland und Italien.&amp;#039;&amp;#039; 3 Bände. 2. Auflage. Leipzig u. a. 1911–1960 (Nachdruck: de Gruyter, Berlin 1968–1969, ISBN 3-11-001281-2 (Bd. 1), ISBN 3-11-001282-0 (Bd. 2), ISBN 3-11-003163-9 (Bd. 3)).&lt;br /&gt;
* [[Theo Kölzer]]: &amp;#039;&amp;#039;Diplomatik.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Archiv für Diplomatik]]&amp;#039;&amp;#039; 55 (2009), S. 405–424.&lt;br /&gt;
* [[Leo Santifaller]]: &amp;#039;&amp;#039;Urkundenforschung. Methoden, Ziele, Ergebnisse.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Böhlau, Wien u. a. 1986, ISBN 3-412-06585-4.&lt;br /&gt;
* [[Thomas Vogtherr]]: &amp;#039;&amp;#039;Urkunden und Akten.&amp;#039;&amp;#039; In: Michael Maurer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Aufriss der historischen Wissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Reclams Universal-Bibliothek&amp;#039;&amp;#039; 17030). Band 4: &amp;#039;&amp;#039;Quellen.&amp;#039;&amp;#039; Reclam, Stuttgart 2002, ISBN 3-15-017030-3, S. 146–167.&lt;br /&gt;
* [[Thomas Vogtherr]]: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Urkundenlehre&amp;#039;&amp;#039;. Steiner, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-515-11706-7.&lt;br /&gt;
* [[Georg Vogeler]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Digitale Diplomatik. Neue Technologien in der historischen Arbeit mit Urkunden.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Archiv für Diplomatik. Schriftgeschichte, Siegel- und Wappenkunde.&amp;#039;&amp;#039; Beiheft 12). Böhlau Verlag, Köln u. a. 2009, ISBN 978-3-412-20349-8.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Anne-Katrin Kunde: [http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2010-1-142 &amp;#039;&amp;#039;Rezension zu: Vogeler, Georg (Hrsg.): Digitale Diplomatik. Neue Technologien in der historischen Arbeit mit Urkunden. Köln 2009.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;H-Soz-u-Kult.&amp;#039;&amp;#039; 24. Februar 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{HLS|12803|Urkunden|Autor=[[Anne-Marie Dubler]]}}&lt;br /&gt;
* [https://www.hist-hh.uni-bamberg.de/hilfswiss/diplomatik.html Einführung] von [[Horst Enzensberger]], Uni Bamberg&lt;br /&gt;
* [https://www.hgw.geschichte.uni-muenchen.de/ueber_uns/faecher/diplomatik/index.html &amp;#039;&amp;#039;Diplomatik&amp;#039;&amp;#039;] auf der Website der [[Ludwig-Maximilians-Universität München|LMU München]]&lt;br /&gt;
* [https://urkundenrepositorium.uni-marburg.de/home Marburger Urkundenrepositorium]&lt;br /&gt;
* [http://www.monasterium.net/mom/home Website] von [[Monasterium]]&lt;br /&gt;
* [https://cidipl.org/ Commission internationale de diplomatique] (französisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4062135-2|LCCN=|NDL=|VIAF=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Diplomatik| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Karl432</name></author>
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