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	<title>Dipesh Chakrabarty - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-20T06:28:28Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dipesh_Chakrabarty&amp;diff=2268016&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;DePiles: Links</title>
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		<updated>2026-04-06T17:09:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Links&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Already Beyond - 40 Years Limits to Growth, 236, Dipesh Chakrabarty, University of Chicago, USA, here in front of the main entrance of the Gallery building and the Arne-Jacobsen-Foyer at Herrenhäuer Garten.jpg|mini|Dipesh Chakrabarty vor dem Eingang der [[Herrenhäuser Gärten]], [[Hannover]], 2012]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dipesh Chakrabarty&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[15. Dezember]] [[1948]] in [[Kolkata]]) ist ein [[Indien|indischer]] [[Historiker]], der sich mit Themen wie [[Kulturimperialismus]], [[Postkolonialismus]], der [[Menschheitsgeschichte]] und der [[Arbeiterbewegung]] im indischen [[Bengalen]] befasst. Er ist ein Vorreiter der postkolonialen [[Geschichtsschreibung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Chakrabarty besuchte das &amp;#039;&amp;#039;Presidency College&amp;#039;&amp;#039; an der [[University of Calcutta]], wo er einen Abschluss in [[Physik]] machte. Später erhielt er ein Diplom in &amp;#039;&amp;#039;Business Management&amp;#039;&amp;#039; des [[Indian Institute of Management]], ebenfalls in [[Kalkutta]]. An der [[Australian National University]] in [[Canberra]], [[Australien]], promovierte er im Fach [[Geschichte]]. Zurzeit (2021) ist er Professor an der [[University of Chicago]], am &amp;#039;&amp;#039;Lawrence A. Kimpton-Lehrstuhl&amp;#039;&amp;#039; des Fachbereichs für Südasiatische Sprachen und Kulturen. Er verfasst Artikel in der Fachzeitschrift [[Public Culture]], die von der [[Duke University]] herausgegeben wird. Zuvor lehrte er am &amp;#039;&amp;#039;Centre for Studies in Social Sciences&amp;#039;&amp;#039; in Kalkutta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chakrabarty ist Mitglied der [[Subaltern Studies Group]] und setzt sich mit Theorien des Postkolonialismus und ihrer Verbindung zur Geschichtsschreibung auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2004 wurde er in die [[American Academy of Arts and Sciences]] gewählt, 2006 zum Ehrenfellow der [[Australian Academy of Science|Australian Academy of the Humanities]], 2010 Ehrendoktor der [[Universität London]], 2011 der [[Universität Antwerpen]]. [[Toynbee Prize]] 2014. 2023 wurde Chakrabarty zum Korrespondierenden Mitglied der [[British Academy]] gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirken ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Europa als Provinz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Chakrabarty im Jahr 2000 seine Aufsatzsammlung &amp;#039;&amp;#039;Provincializing Europe: Postcolonial Thought and Historical Difference (dt.: [[Europa als Provinz: Perspektiven postkolonialer Geschichtsschreibung]])&amp;#039;&amp;#039; publizierte, war die geistige Strömung des [[Postkolonialismus]] bereits seit Mitte des 20. Jahrhunderts dabei, sich mit den Auswirkungen der Kolonialmacht auf die Kolonialisierten zu beschäftigen, nachdem die Kolonialmacht das Land längst wieder verlassen hatte.&lt;br /&gt;
{{Überarbeiten}}&amp;lt;!-- der nachfolgende Text lässt Chakrabartys neuere Perspektiven völlig außer acht --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chakrabarty legt den Schwerpunkt auf die Problematik einer Geschichtsschreibung in seinem Heimatland [[Indien]]. Er weist nach, dass „[[Europa]] im historischen Wissen als stillschweigender Maßstab fungiert“&amp;lt;ref&amp;gt;Dipesh Chakrabarty: &amp;#039;&amp;#039;Europa provinzialisieren: Postkolonialität und die Kritik der Geschichte,&amp;#039;&amp;#039; in: ders.: &amp;#039;&amp;#039;Europa als Provinz. Perspektiven postkolonialer Geschichtsschreibung.&amp;#039;&amp;#039; Campus 2010, S. 41&amp;lt;/ref&amp;gt;, und schildert die Schwierigkeiten, sich von der allgegenwärtigen europäischen Geschichte zu lösen, ohne die eine indische Geschichtsschreibung gar nicht möglich zu sein scheint. Denn die Geschichte Indiens, aber auch anderer ehemaliger Kolonien, werde von europäischen Diskursen geprägt. Begrifflichkeiten wie [[Kapitalismus]], [[Bürgertum]] oder [[Aufklärung]], [[Vernunft]], die zum Handwerkszeug eines jeden Historikers gehören, erscheinen als vermeintlich [[Universalismus (Philosophie)|universal]] einsetzbare, neutrale Größen. Jedoch sei dies nicht der Fall. Durch ihren Entstehungskontext in der europäischen Geschichte beziehen sie sich nach Chakrabarty als deren inhärenten Vergleichspunkt auf diese. Entsprechende Phänomene im Kontext kolonialer Geschichtsschreibung blitzen dann als ‚Variationen einer Haupterzählung&amp;#039; auf, in der Europa das unausgesprochene Subjekt bleibt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Dipesh Chakrabarty|Titel=Europa als Provinz. Perspektiven postkolonialer Geschichtsschreibung|Hrsg=|Sammelwerk=|Band=|Nummer=|Auflage=|Verlag=Campus|Ort=|Datum=2010|Seiten=27.|ISBN=9783593392622}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Kulturell oder sonstig bedingte ‚Abweichungen&amp;#039; erscheinen somit automatisch in einem defizitären Licht, wodurch die ehemalige Kolonie auf der repräsentativen Ebene der Sprache immer wieder in der Situation des Mangels verhaftet. Die europäische [[Moderne]] wird als ein universaler Maßstab betrachtet und ungeachtet der Bindung an die europäische Kulturgeschichte von außereuropäischen Intellektuellen auf die eigene Kulturgeschichte angewendet. Die Geschichte Europas sei der Prototyp einer universalen Entwicklung aller Geschichten. Diese Diskrepanz falle automatisch zu Lasten der nichteuropäischen Kulturen, da durch das nicht zu erreichende „Ideal“ eine Geschichte des Mangels und des Scheiterns entstehe.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Dipesh Chakrabarty |Titel=Europa als Provinz. Perspektiven postkolonialer Geschichtsschreibung |Verlag=Campus |Ort=Frankfurt a. M. |Datum=2010 |ISBN=978-3-593-39262-2 |Seiten=41-65}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Grundlegend stelle das Macht- bzw. Herrschaftsproblem und die [[Subalternität]] indischer Geschichte einen globalen Aushandlungs- und Abgrenzungsprozess dar, der Gegensätze zwischen europäisch und außereuropäisch markiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es nicht um eine simple Ablehnung der Moderne oder einen „kulturellen Relativismus“ gehe, betrachtet er Europa als eine Provinz einer heterogenen Welt und spricht sich für eine kontextuelle Geschichtsschreibung aus, um die bestehenden Machtverhältnisse aufzubrechen, so dass die Gleichsetzung von europäischer Geschichte mit einer Universalgeschichte verhindert wird. Die Ambivalenzen, Widersprüche, Gewaltanwendungen, Tragödien und ironischen Momente der Geschichte der Moderne müssten aufgedeckt werden. Daher regt Chakrabarty unter anderem an, die Geschichte der modernen Medizin, des öffentlichen Gesundheitswesens und der persönlichen Hygiene zu verfolgen. An dieser Schnittstelle des modernen Menschen, der sowohl eine öffentliche Seite als auch eine private besitzt, wurden pandemisch und alltäglich moderne Werte mit den Mitteln von Gewalt durchgesetzt (z.&amp;amp;nbsp;B. Impfzwang).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Dipesh Chakrabarty|Titel=Europa als Provinz. Perspektiven postkolonialer Geschichtsschreibung|Hrsg=|Sammelwerk=|Band=|Nummer=|Auflage=|Verlag=Campus|Ort=|Datum=2010|Seiten=63f.|ISBN=9783593392622}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch reicht die [[Dekonstruktion]] der [[Westliche Welt|westlich]] geprägten [[Geisteswissenschaft|Geisteswissenschaften]] nicht aus, weil die [[Klimakrise]] und die Macht des Menschen die Grenzen des postkolonialen Diskurses sprengen, der „in Bezug auf die Umwelt blind“ war. Wie [[Gayatri Chakravorty Spivak]] in den 1990er Jahren konstatiert hat, werde das Globale (inkl. der kapitalistischen [[Globalisierung]]) durch das Planetare „überschrieben“, ohne dabei die sozialen und kulturellen Differenzen zu ignorieren: „Das Globale ist eine humanozentrische Konstruktion; der Planet dezentriert den Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Claus Leggewie]]: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/klima-krise-umwelt-dipesh-chakrabarty-klima-geschichte-buch-erde-mensch-claus-leggewie-91552827.html Die Erde war nie für den Menschen gemacht]&amp;#039;&amp;#039;, fr.de, veröffentlicht und abgerufen am 18. Mai 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
; in deutscher Sprache&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ein Planet, viele Welten. Die Klima-Parallaxe&amp;#039;&amp;#039;. Aus dem Englischen von Christine Pries, Suhrkamp, Berlin 2025.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wir Erdlinge. Eine planetarische Perspektive auf die menschliche Geschichte&amp;#039;&amp;#039;. Aus dem Englischen von Christine Pries. In: APZ 14–15/2025, Bundeszentrale für politische Bildung, S. 4–8. [https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/anthropozaen-2025/560777/wir-erdlinge/ online]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das Klima der Geschichte im planetarischen Zeitalter&amp;#039;&amp;#039;. Aus dem Englischen von Christine Pries, Suhrkamp, Berlin 2025, ISBN 978-3-518-30046-6. (Zeitschriftenaufsätze von 2009 bis 2019; zuerst 2022)&lt;br /&gt;
* Ausstellungskatalog: &amp;#039;&amp;#039;The Ultimate Capital is the Sun: Metabolismus in Kunst, Politik, Philosophie und Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;, de/en. [[Neue Gesellschaft für bildende Kunst]], Berlin 2014, ISBN 978-3-938515-57-0.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Europa als Provinz. Perspektiven postkolonialer Geschichtsschreibung.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Englischen von Robin Cackett, Campus Verlag, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-593-39262-2.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Geschichte von den Rändern her.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[FAZ]].&amp;#039;&amp;#039; 24. Februar 2011, S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Eine eigene Geschichte&amp;#039;&amp;#039; in: [[Frankfurter Rundschau]] vom 7. Dezember 2010, Seite A8&amp;lt;/ref&amp;gt; (Aufsatzsammlung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; in anderen Sprachen&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;The Calling of History: Sir [[Jadunath Sarkar]] and His Empire of Truth&amp;#039;&amp;#039;. University of Chicago Press, Chicago, Illinois, USA 2015, ISBN 978-0-226-10044-9.&lt;br /&gt;
* Hg. mit Henning Trüper und [[Sanjay Subrahmanyam]]: &amp;#039;&amp;#039;Historical Teleologies in the Modern World&amp;#039;&amp;#039;. Bloomsbury Academic, London 2015, ISBN 978-1-4742-2106-1.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;El humanismo en la era de la globalización.&amp;#039;&amp;#039; Katz Barpal Editores, Buenos Aires/Madrid 2009, ISBN 978-84-96859-52-4.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Habitations of Modernity: Essays in the Wake of Subaltern Studies.&amp;#039;&amp;#039; University of Chicago Press, Chicago, Illinois 2004, ISBN 0-226-10039-1.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Cosmopolitanism.&amp;#039;&amp;#039; mit Carol Breckenridge, Sheldon Pollock und [[Homi K. Bhabha]].&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Provincializing Europe. Postcolonial Thought and Historial Difference.&amp;#039;&amp;#039; Princeton UP, Princeton, NJ 2000, ISBN 0-19-565537-0.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Rethinking Working Class History: Bengal, 1890–1940.&amp;#039;&amp;#039; Princeton UP, Princeton NJ 2000, ISBN 0-691-07030-X.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Communal Riots and Labour: Bengal’s Jute Mill Hands in the 1890s&amp;#039;&amp;#039;. Centre for Studies in Social Sciences, Calcutta 1976.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://history.uchicago.edu/directory/dipesh-chakrabarty University of Chicago Fakultäts-Website]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=135716152|LCCN=n78092192|VIAF=69073591}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Chakrabarty, Dipesh}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historiker (Geschichte der Arbeiterbewegung)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vertreter der postkolonialen Theorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (University of Chicago)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der British Academy]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Inder]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bengale]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1948]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Chakrabarty, Dipesh&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=indischer Historiker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=15. Dezember 1948&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Kalkutta]], [[West-Bengalen]], Indien&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;DePiles</name></author>
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