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	<title>Digitalis-Antidot - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T06:57:13Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Digitalis-Antidot&amp;diff=218981&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Alossola: /* Verstoffwechslung und Ausscheidung */ BKS-Link ersetzt</title>
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		<updated>2025-02-27T22:12:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Verstoffwechslung und Ausscheidung: &lt;/span&gt; BKS-Link ersetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Digitalis-Antidot&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Digitalis-Antitoxin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, ist ein [[medizin]]isches „Gegenmittel“ ([[Altgriechische Sprache|griech.]] &amp;#039;&amp;#039;Antidot&amp;#039;&amp;#039;) oder „Gegengift“ (griech. &amp;#039;&amp;#039;Antitoxin&amp;#039;&amp;#039;) bei einer lebensbedrohlichen Digitalisintoxikation (Digitalisvergiftung), die durch überhöhte Einnahme von [[Digoxin]], [[Digitoxin]] oder anderen Digoxin-[[Derivat (Chemie)|Derivaten]] auftreten kann. Diese Stoffe werden nachfolgend auch „[[Digitalisglykosid]]e“ oder kurz „Glykoside“ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkstoff ==&lt;br /&gt;
Bei Digitalis-Antitoxin handelt es sich um [[Fab-Fragment|Fab-Antikörperfragmente]] (Fab, Abkürzung für [[Englische Sprache|engl.]] &amp;#039;&amp;#039;Fragment antigen binding&amp;#039;&amp;#039;) von [[Immunglobulin G|IgG-Immunglobulinen]] aus dem [[Blutserum]] [[Immunität (Medizin)|immunisierter]] Schafe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendungsgebiete ==&lt;br /&gt;
Digitalisintoxikationen treten auf, wenn versehentlich oder in [[suizid]]aler Absicht zu hohe Mengen der Wirkstoffe eingenommen werden. Schwere [[Herzrhythmusstörung]]en können dann zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Als besonders gefährdet gelten – neben Personen mit suizidaler Vergiftung – Patienten in höherem Alter, die eine schwere kardiale Grundkrankheit, etwa eine dekompensierte, also aus dem Gleichgewicht geratene [[Herzinsuffizienz]], aufweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klinisches Bild ==&lt;br /&gt;
Das klinische Bild kann sich vielfältig darstellen und ist stets dramatisch:&lt;br /&gt;
* Multifokale [[Herz#Räume und Gefäße|ventrikuläre]] [[Extrasystole]]n&lt;br /&gt;
* Kammertachykardien&lt;br /&gt;
* Vorhoftachykardien mit [[AV-Block]]&lt;br /&gt;
* AV-Knotentachykardien&lt;br /&gt;
* Kombination von AV-Blockierungen mit Ektopien&lt;br /&gt;
* [[Kammerflattern]]&lt;br /&gt;
* [[Kammerflimmern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kammerflattern und Kammerflimmern beeinflussen den Verlauf einer Digitalisintoxikation besonders ungünstig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkungsweise ==&lt;br /&gt;
Die klinische Wirksamkeit von Digitalis-Antitoxin für Digitalisglykoside ist nachgewiesen. Sie beruht auf einer raschen und nahezu vollständigen Bindung des Antitoxins an das im [[Extrazelluläre Matrix|Extrazellulärraum]] vorhandene freie Glykosid, wodurch [[Pharmakologie|pharmakologisch]] unwirksame Antitoxin-Glykosid-Komplexe entstehen ([[Neutralisierender Antikörper|Neutralisation]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es zu einem [[Konzentrationsgefälle]] zwischen dem intra- und extrazellulären Glykosid im Sinne von hoch zu niedrig. In der Folge [[Diffusion|diffundiert]] weiteres intrazelluläres Glykosid in den Extrazellulärraum, wo es von dem hier vorhandenen Antitoxin fortlaufend neutralisiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für diesen Wirkmechanismus sprechen der hohe Anstieg des an Antitoxin gebundenen Glykosids und der Abfall von freiem Glykosid im Serum bei [[Infusion]] von Digitalis-Antitoxin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verstoffwechslung und Ausscheidung ==&lt;br /&gt;
Unmittelbar nach Beginn der Infusion von Digitalis-Antitoxin steigt die Konzentration der an Fab gebundenen Glykoside im Serum steil an (bisher gemessener Maximalwert über 300&amp;amp;nbsp;ng/ml), während das freie Glykosid auf Werte unterhalb der [[Nachweisgrenze]] absinkt. Nach Überschreiten des Maximums nimmt der Gesamtglykosidspiegel kontinuierlich ab entsprechend der [[Ausscheidung|Eliminationsgeschwindigkeit]] der Fab-Glykosid-Komplexe, anfänglich mit einer [[Halbwertszeit]] von 15 Stunden, nach einem Tag von etwa 26 Stunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Serum enthält während der ersten 10 Stunden nach [[Applikationsform|Applikation]] von Digitalis-Antitoxin fast ausschließlich an Fab gebundenes und damit neutralisiertes Glykosid. Zwischen der achten und zwölften Stunde nach Beginn der Fab-Verabreichung steigt der freie Glykosidspiegel wieder an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Verhalten der Serumspiegel von freien und an Fab gebundenen Glykosiden im Serum lässt sich schließen, dass im Verteilungsvolumen ein [[Zellkompartiment|Kompartiment]] mit dem Glykosidanteil besteht, der lediglich an den Zelloberflächen [[Adsorption|adsorbiert]] ist. Dieser Glykosidanteil tritt nach der Infusion von Digitalis-Antitoxin mit einer Halbwertszeit von etwa 12 Minuten in das Serum über und bewirkt dort den anfangs sehr steilen Glykosidanstieg. Ein tiefer gelegenes, weit größeres Gewebskompartiment ([[Zellmembran]]en, [[Intrazellularraum]]) lässt die Glykosidmoleküle mit einer Halbwertszeit von etwa 8 Stunden in das Serum übertreten, solange freie Fab im Überschuss vorhanden sind. Im [[Urin|Harn]] korreliert die Konzentration des freien und des gesamten Glykosids mit dem freien und dem Gesamt-Glykosidspiegel im Serum. Erst wenn die [[Chemische Bindung|Bindungskapazität]] der Fab im Serum erschöpft ist und weiterhin aus dem großen Verteilungsvolumen für Digitalis, nämlich der [[Muskulatur]], Glykosid in das Serum übertritt, wird wieder freies Glykosid sowohl im Serum als auch im Urin nachweisbar (im Mittel nach etwa 10 Stunden, s.&amp;amp;nbsp;o.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Glykosid-Fab-Komplexe werden zu etwa 56 % renal, d.&amp;amp;nbsp;h. über die [[Niere]]n, ausgeschieden. Auch nicht nierenpflichtige Glykoside werden durch die Bindung an die Fab nierengängig und erreichen eine vergleichbare Eliminationsgeschwindigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nebenwirkungen ==&lt;br /&gt;
Wie unter jeder Therapie mit aus fremden Organismen stammenden („heterologen“) Substanzen könnten auch bei der Erstanwendung von Digitalis-Antitoxin [[Allergie|allergische]] Reaktionen auftreten; in den bisher beschriebenen Therapiefällen sind jedoch keine derartigen [[Nebenwirkung]]en bekannt geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da es sich um ein aus Fremdserum (vom Schaf) gewonnenes Produkt handelt, besteht prinzipiell auch die Gefahr einer [[Sensibilisierung (Medizin)|Sensibilisierung]]. Die Applikation von Digitalis-Antitoxin muss deswegen in den Impfpass eingetragen werden, damit bei einer später erneut notwendigen Applikation von Schafglobulinen an die Möglichkeit schwerer oder lebensbedrohlicher [[Anaphylaktischer Schock|anaphylaktischer Reaktionen]] gedacht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar vor der Infusion von Digitalis-Antitoxin muss mittels Intrakutan- und [[Konjunktiva]]ltest auf Allergie getestet werden. Ferner ist zu Beginn der Infusion sorgfältig auf [[Schock (Medizin)|Schocksymptome]] zu achten, ärztliche Aufsicht ist zwingend erforderlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorsichtsmaßnahmen ==&lt;br /&gt;
=== Serum-Kalium-Kontrolle ===&lt;br /&gt;
Bei einer schweren Digitalisintoxikation kann durch die &amp;#039;&amp;#039;glykosidbedingte&amp;#039;&amp;#039; Hemmung der [[Natrium-Kalium-ATPase]] der Zellmembranen ein massiver Serum-[[Kalium]]-Anstieg erfolgen, der lebensbedrohliche Ausmaße erreichen kann. Aufgrund einer gleichzeitigen erhöhten renalen, also über die [[Niere]]n erfolgenden [[Ausscheidung|Exkretion]] von Kalium kann jedoch die [[Hyperkaliämie]] mit einem Abfall des Körperbestandes an Kalium einhergehen. Obwohl für diese Störungen nicht die Gabe des Digitalis-Antitoxins ursächlich ist, sollte die Serum-Kalium-Konzentration sorgfältig überwacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf wird durch die Neutralisierung der Glykosidwirkung mit Digitalis-Antitoxin die intrazelluläre Kalium-Konzentration wieder angehoben bei einer gleichzeitigen Senkung der Serum-Kalium-Konzentration. Hieraus kann sich sehr schnell eine [[Hypokaliämie]] entwickeln. Auf der Basis regelmäßiger Serum-Kalium-Bestimmungen, insbesondere während der ersten Stunde nach Gabe von Digitalis-Antitoxin, sollten eventuell auftretende [[Kaliumdefizit]]e vorsichtig korrigiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Serum-Glykosidspiegel-Kontrolle ===&lt;br /&gt;
Eine Serum-Glykosid-Bestimmung ist Teil der [[Differentialdiagnose]] einer Digitalisintoxikation. Verlässliche quantitative Aussagen können aber erst gewonnen werden, wenn die Verteilungsphase abgeschlossen ist, also frühestens 8 Stunden nach der letzten Glykosideinnahme, bei sehr hoher Glykosidaufnahme oft noch viel später.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb geben die zum Zeitpunkt der Verabreichung von Digitalis-Antitoxin bestimmten Serum-Glykosidspiegel meist keine verlässlichen Hinweise auf die tatsächlich notwendige Menge des Antidots.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegenanzeigen ==&lt;br /&gt;
Außer Allergie gegen Schafglobuline sind keine Kontraindikationen bekannt. Wegen der [[Vitale Indikation|vitalen Indikation]] ist in der Regel trotzdem der Einsatz von Digitalis-Antitoxin geboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dosierung ==&lt;br /&gt;
Entscheidend für die Höhe der erforderlichen Antitoxin-[[Dosis]], die als [[Vene|intravenöse]] Infusion gegeben wird, ist die &amp;#039;&amp;#039;im Körper vorhandene&amp;#039;&amp;#039; Glykosidmenge. Zwecks Rückrechnung sollte möglichst immer die &amp;#039;&amp;#039;eingenommene&amp;#039;&amp;#039; Glykosidmenge in Erfahrung gebracht werden. Die notwendige Antitoxin-Dosis ist der jeweils aktuellen Fachinformation zu entnehmen, die der Packung des Digitalis-Antitoxins beiliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Berechnung der Dosis sollten folgende Gesichtspunkte berücksichtigt werden:&lt;br /&gt;
* Bei Erbrechen bzw. [[Magenspülung]] kann die zur [[Resorption]] stehende Glykosidmenge reduziert sein.&lt;br /&gt;
* Durch Abführmittel kann die Ausscheidung des Glykosids beschleunigt sein.&lt;br /&gt;
* Die [[Bioverfügbarkeit|biologische Verfügbarkeit]] der einzelnen Glykosidpräparate begrenzt die resorbierbare Glykosidmenge.&lt;br /&gt;
* Ein Teil der resorbierten Glykosidmenge kann bereits im Körper verstoffwechselt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die eingenommene Glykosidmenge nicht ermittelt werden kann, sollte entsprechend den klinischen Erfahrungen eine Dosis von 6&amp;amp;nbsp;Durchstichflaschen Digitalis-Antitoxin verabreicht werden. Dies ist nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen die Dosierung in der überwiegenden Zahl der Fälle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei Kindern richtet sich die Dosis nach der aufgenommenen Glykosidmenge und nicht nach dem Körpergewicht. Es gelten daher die gleichen Dosierungs- und Anwendungsempfehlungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sind nach den bisherigen Erfahrungen wie Nierengesunde zu behandeln. Es empfiehlt sich eine längere Beobachtungszeit, entsprechend dem verminderten Anteil der renalen Elimination.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Therapieerfolg ==&lt;br /&gt;
Die Herzrhythmusstörungen bilden sich im Allgemeinen ein bis drei Stunden nach Therapiebeginn zurück und zeigen damit eine zumindest anfänglich ausreichende Dosis von Digitalis-Antitoxin an. Sollten in Einzelfällen auch noch nach zehn oder mehr Stunden erneut Rhythmusstörungen auftreten, kann eine weitere Gabe von Digitalis-Antitoxin indiziert sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks == &lt;br /&gt;
* {{DrugBank|BTD00027}}&lt;br /&gt;
* Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum: [http://www.toxi.ch/upload/pdf/Digitalis.pdf Digitalis-spezifische Fab-Antikörper] (PDF; 101&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antikörper]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antidot]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Arzneistoff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:ATC-V03]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Alossola</name></author>
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