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	<title>Differential Global Positioning System - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-23T01:22:26Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;FBuHL09: doppelt vorhanden Link wieder gelöscht</title>
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		<updated>2026-01-08T15:10:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;doppelt vorhanden Link wieder gelöscht&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Differential Global Positioning System&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;DGPS&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; {{deS|„Differentielles Globales Positionierungssystem“}}) bezeichnet Verfahren, die durch das Ausstrahlen von Korrekturdaten (Bahn- und Zeitsystem) die [[Genauigkeit]] der [[GNSS]]-[[Navigation]] steigern können. Die Bezeichnung ist vom amerikanischen [[GPS]] abgeleitet, obwohl inzwischen auch Signale anderer Satellitennavigationssysteme in das Verfahren einbezogen werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Dgps1.jpg|mini|Grundprinzip von DGPS|500x500px]]&lt;br /&gt;
[[Datei:DGPS Reference Station.jpg|mini|Antenne einer ortsfesten DGPS-Referenzstation (hier eine [[Choke-Ring-Antenne]])]]&lt;br /&gt;
[[Datei:SparkFun RTK Surveying Kit (51635467766).jpg |mini|rechts|DGPS-Referenzstation auf Stativ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Surveyor Using GNSS Receiver with RTK Solution.jpg|mini|Mobile DGPS-Station (&amp;#039;&amp;#039;Rover&amp;#039;&amp;#039;, vom englischen Wort für &amp;#039;&amp;#039;Läufer&amp;#039;&amp;#039;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktionsprinzip ==&lt;br /&gt;
Die Positionsbestimmung mittels GNSS basiert auf [[Laufzeitmessung|Laufzeit]][[Zeitintervall|differenzen]] der Signale von mehreren Satelliten zu einem Empfänger, siehe [[Hyperbelnavigation]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei wird vorausgesetzt, dass Entfernungsdifferenzen proportional zu den Zeitdifferenzen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Praxis ergeben sich Ungenauigkeiten, weil die Signalgeschwindigkeit in der Tropo- und Ionosphäre zeitlich und räumlich leicht variiert, siehe [[GNSS]]. Zudem sind die [[Satellitenorbit|Bahnen]] und Uhrenfehler der Satelliten dem Empfänger nicht genau bekannt. Die Einflüsse dieser Effekte sind für benachbarte Empfänger gleich und lassen sich durch geeignete Auswertemethoden eliminieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Martin Asbeck, Stefan Drüppel, Klaus Skindelies, Markus Stein |Hrsg=Michael Gärtner |Titel=Vermessung und Geoinformation |TitelErg=Fachbuch für Vermessungstechniker und Geomatiker |Verlag=Gärtner |Ort=Solingen |Datum=2012 |ISBN=978-3-00-038273-4 |Seiten=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit zunehmendem Abstand der Empfänger zueinander wird die Korrektur weniger genau. Größere Abstände lassen sich überbrücken, wenn zwischen mehreren Referenzstationen [[Interpolation (Mathematik)|interpoliert]] wird. Zudem unterscheiden sich die Verfahren danach, ob Positionen oder [[Pseudostrecke]]n zu einzelnen Satelliten korrigiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Referenzstation ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Claas Baseline HD.jpg|mini|Mobile [[Referenzstation]] &amp;#039;&amp;#039;Baseline HD&amp;#039;&amp;#039; von [[Claas]] für den Einsatz bei satellitengestützten Lenksystemen in der Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
Beim DGPS werden ortsfeste GPS-Empfangsstationen, sogenannte [[Referenzstation]]en, benutzt, deren exakte Lage durch klassische Vermessungsmethoden bestimmt wurde. Aus der Abweichung der tatsächlichen und der empfangenen Position lassen sich die wirklichen Laufzeiten der Signale für jeden Satelliten sehr genau bestimmen. Die Differenzen der theoretischen und der tatsächlichen Signallaufzeiten werden an die DGPS-Empfänger in der Umgebung übertragen.&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Liste von DGPS-Sendern}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== DGPS-Empfänger ===&lt;br /&gt;
Die DGPS-Empfänger korrigieren ihre Position mit diesen Korrektursignalen, wodurch sich die Position des Empfängers erheblich genauer berechnen lässt. Die für den Empfang der Korrektursignale notwendige Empfangsantenne ist in manchen Fällen in das Gehäuse der GNSS-Antenne integriert. Fällt die Funkverbindung zur DGPS-Sendeanlage aus, schaltet der Empfänger in den unkorrigierten GNSS-Modus mit normaler Genauigkeit um.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie stark die Genauigkeit erhöht werden kann, hängt hauptsächlich von der Entfernung des DGPS-Empfängers von der Referenzstation ab. Die erreichbare [[Genauigkeit]] liegt je nach Qualität des Empfängers und der Korrekturdaten zwischen 0,3&amp;amp;nbsp;m und 2,5&amp;amp;nbsp;m für die Lage (&amp;#039;&amp;#039;x&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;y&amp;#039;&amp;#039;) und bei 0,2&amp;amp;nbsp;m bis 5&amp;amp;nbsp;m für die Höhe. Hochqualitative Systeme werten zusätzlich die Phasenverschiebung der Trägerwelle aus (wie z.&amp;amp;nbsp;B. bei &amp;#039;&amp;#039;[[Geodäsie|geodätischen]]&amp;#039;&amp;#039; Empfängern üblich) und erreichen so Genauigkeiten von wenigen Millimetern (±&amp;amp;nbsp;1&amp;amp;nbsp;mm bis ±&amp;amp;nbsp;10&amp;amp;nbsp;mm pro km Abstand zur Referenzanlage).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Offline-Methode (Postprocessing) ===&lt;br /&gt;
Man kann die Messdaten (die empfangenen Satellitensignale) entweder für eine nachträgliche Auswertung aller Messpunkte aufzeichnen (&amp;#039;&amp;#039;offline&amp;#039;&amp;#039;) oder die Positionskorrekturen der Basisstation &amp;#039;&amp;#039;online&amp;#039;&amp;#039; an alle mobilen Nutzer (&amp;#039;&amp;#039;Rover&amp;#039;&amp;#039;) übermitteln. Erstere Methode wurde vor allem in der Anfangszeit von GPS verwendet, wird aber teilweise bis heute für genaue [[Vermessungsnetz]]e angewandt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Berechnung erfolgt durch einen räumlichen [[Netzausgleich]], der entweder auf den Signal-[[Laufzeitmessung|Laufzeiten]] oder auf ihrer [[Phasenverschiebung|Phasenmessung]] beruht. Wenn Genauigkeiten im Dezimeter- bis Meterbereich ausreichen, genügt auch die Ausgleichung der von den Empfängern direkt berechneten Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für weit ausgedehnte Vermessungsnetze kann es notwendig sein, diese in überlappende Abschnitte zu unterteilen, die sogenannten [[Session (Messung)|Sessionen]]. Mit den vorhandenen Empfängern wird ein Teil der Punkte und ein bis drei Referenzpunkte gleichzeitig eingemessen; mittels letzteren kann das gesamte Netz &amp;#039;&amp;#039;a posteriori&amp;#039;&amp;#039; einheitlich ausgeglichen werden. Auch eine nachträgliche „[[Anfelderung]]“ einzelner Netzteile ist möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Jahrzehnt der Existenz von GPS, als die Empfänger noch sehr teuer waren, wurden auch Verfahren zur Genauigkeitssteigerung mit nur &amp;#039;&amp;#039;einem&amp;#039;&amp;#039; Empfänger entwickelt („single receiver methods“), unter anderem das &amp;#039;&amp;#039;qGPS&amp;#039;&amp;#039; ([[Quasidifferenz]]-GPS) der [[Technische Universität Wien|TU Wien]], das die einzelnen Messpunkte durch wiederholtes Aufsuchen eines zentral gelegenen Bezugspunktes gegeneinander versteift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders geeignet erwies sich dafür der [[Garmin]]-Empfänger [[GPS II]] (1995), mit dem sich trotz Datenverschleierung ([[Selective Availability]]) die Genauigkeit von etwa ±50&amp;amp;nbsp;m auf einige Meter verbessern ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wiederholten Messungen auf dem Bezugs- bzw. [[Knotenpunkt (Geodäsie)|Knotenpunkt]] (genannt „reoccupation“) ermöglichten durch geeignete [[Ausgleichsrechnung|Ausgleichung]] nicht nur eine genauere Vernetzung, sondern auch die Bereinigung eines eventuellen zeitlichen Trends in den ermittelten GPS-[[Koordinaten]] der Messpunkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Online-Methoden (Korrektursignale) ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Echtzeitkinematik}}&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden jedoch die Korrekturdaten der Referenzstation(en) direkt an alle Empfänger gefunkt oder – im Falle regionaler Permanentstationen – auch über das Internet verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Übertragung der von einer Basisstation ermittelten Korrekturdaten, per [[Mobilfunk]] oder per Funkübertragung, kann jeder mobile DGPS-Nutzer (&amp;#039;&amp;#039;Rover&amp;#039;&amp;#039;) sofort seine Ortungsgenauigkeit erhöhen. Eine feinere Korrektur kann auch im Nachhinein erfolgen, wenn &amp;#039;&amp;#039;Rover&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Basisstation&amp;#039;&amp;#039; alle Daten zur Positionsbestimmung aufzeichnen (Postprocessing).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Korrekturdaten können vom Anwender selbst erzeugt werden, wenn ein zweiter GPS-Empfänger vorhanden ist. Um aber auf Zweitgeräte verzichten zu können, haben viele Länder permanente Referenzstationen eingerichtet, die von Anwendergruppen oder der amtlichen [[Landesvermessung]] betrieben werden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[Satellitenpositionierungsdienst der deutschen Landesvermessung|SAPOS]]-Netz der deutschen Bundesländer). Dadurch sind auch mit nur einem Empfänger hochgenaue Positionsbestimmungen möglich, bei entsprechender Hardware sogar praktisch in [[Echtzeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Für Deutschland wurde [[Hochpräziser Echtzeit-Positionierungs-Service|SAPOS-HEPS]] (Hochpräziser Echtzeit Positionierungs-Service) entwickelt. Er bietet eine Lagegenauigkeit von ca. 1–2 cm und eine Höhengenauigkeit von ca. 2–3 cm.&lt;br /&gt;
Für Messungen im SAPOS-System benötigt man Roverausrüstung mit einem geodätischen, [[Echtzeitkinematik|RTK]]-fähigen GNSS-Empfänger, sowie ein Modem / Handy für den Empfang der SAPOS-Daten. Man kann sich dabei (unter Beibehaltung von Satellitenkontakt und Handyverbindung) von Punkt zu Punkt bewegen, ohne den Empfänger jedes Mal neu initialisieren zu müssen. Dies ermöglicht flexibles Arbeiten und man erhält sofort die Koordinate eines Punktes im [[ETRS]]-Koordinatensystem. Als Beobachtungszeit pro Punkt genügen 5–20 Sekunden.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vorteil: Wirtschaftlichkeit durch geringen Zeit- und Personalaufwand. Koordinaten direkt erhältlich, ohne innendienstliche Nachbearbeitung. Keine Abhängigkeit von Tageszeit oder Wetter.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nachteil: Koordinatenbestimmung in präziser Lage nur durch Koordinaten-Transformation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In anderen Ländern wurden ähnliche Datendienste aufgebaut, die entweder amtlich, von Vermessungsdiensten oder von EVUs betrieben werden. In Österreich sind es v.&amp;amp;nbsp;a. Kraftwerksbetreiber und das dGPS der Ingenieurbüros, in der Schweiz das [[swipos]] der [[Bundesamt für Landestopografie|Landestopografie]], in Deutschland neben Sapos Anbieter wie ALF, AMDS oder ascos.&lt;br /&gt;
* Bei der Methode der [[Pseudoranging|Pseudorange]]-Korrektur berechnet die Basisstation die Fehler der Strecken zu den Satelliten und übermittelt diese an den Rover. So ist auch eine Korrektur möglich, wenn von der Basisstation und dem Rover unterschiedliche Satelliten empfangen werden. Es sind Genauigkeiten &amp;lt; 1 m möglich.&lt;br /&gt;
* Bei sehr genauen Messungen wird auch die [[Phasenverschiebung|Phasenlage]] der Satellitensignale ausgewertet. Dadurch sind Genauigkeiten von 1–10&amp;amp;nbsp;mm pro km Abstand zur Basisstation erreichbar.&lt;br /&gt;
* Auf dem Meer ist eine geringere Genauigkeit ausreichend, doch eine Verbreitung über Radio nützlich. Für die Bundesrepublik Deutschland werden Differential-Stationen von der [[Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes]] betrieben. Sie arbeiten nach dem internationalen [[International Association of Lighthouse Authorities|IALA]]-Standard und senden Korrekturdaten auf Mittelwelle für den Küsten- und Binnenbereich aus. Zentrale technische Behörde ist das [[Amt für Binnen-Verkehrstechnik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung der Korrektursignale ==&lt;br /&gt;
=== Funk ===&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Liste von DGPS-Sendern}}&lt;br /&gt;
Die Korrektursignale werden üblicherweise über Funk oder für spezielle Anwendungen über andere Datenübertragungswege (z.&amp;amp;nbsp;B. Internet oder Mobilfunk) an die DGPS-Empfänger übermittelt. Da sich die Laufzeitunterschiede der einzelnen GNSS-Signale nur langsam ändern, ist diese Übertragung nicht zeitkritisch. Für einfache DGPS-Korrektur reicht eine Korrektur alle drei Sekunden aus, für hochgenaue DGPS-Korrektur sind sehr viel höhere Raten im Bereich von 0,1 Sekunden nötig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den regionalen DGPS-Korrekturdaten, die jeweils von einer einzelnen Referenzstation abgeleitet und ausgesendet werden, gibt es auch Korrekturdaten für große Gebiete, die über geostationäre Satelliten verbreitet werden ([[Satellite Based Augmentation System|SBAS]]). Diese Daten werden aus den Empfangsdaten in einem Netz von Referenzstationen abgeleitet und für kontinent-weite Verbreitung über geostationäre Satelliten gesendet. In Europa heißt dieses satellitengestützte DGPS-System [[European Geostationary Navigation Overlay Service|EGNOS]], in Amerika [[Wide Area Augmentation System|WAAS]], in Japan [[MSAS]] und in Indien [[GPS Aided Geo Augmented Navigation|GAGAN]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bodenbasierte DGPS-Systeme werden in der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des [[Satellitenpositionierungsdienst der deutschen Landesvermessung|Satellitenpositionierungsdienstes der deutschen Landesvermessung]] (SAPOS) betrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner gibt es an einigen Flughäfen [[Ground Based Augmentation System]]s (GBAS), z.&amp;amp;nbsp;B. das von der [[DFS Deutsche Flugsicherung]] betriebene GBAS am [[Flughafen Frankfurt Main]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Betreiber von Referenzstationen ist die [[Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes]] (WSV). Deren Stationen arbeiten nach dem internationalen Standard der [[International Association of Marine Aids to Navigation and Lighthouse Authorities]] (IALA) und senden Korrekturdaten auf Mittelwelle für den Küsten- und Binnenbereich aus. Zentrale technische Behörde ist die Fachstelle der WSV für Verkehrstechniken in Koblenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Referenzstationen können bzw. konnten in Deutschland genutzt werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; DGPS-Korrektursender der Wasser- und Schifffahrsverwaltung (WSV)&lt;br /&gt;
Die [[Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes|WSV]] betreibt sieben einfache DGPS-Korrektursender (Mittelwelle 283,5 bis 315 kHz, alle drei Sekunden) nach IALA-Standard. Damit kann in der Schifffahrt die Schiffsposition auf wenige Meter genau bestimmt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.abvt.wsv.de/Webs/WSA/ABVT/DE/DGNSS/DGNSS_node.html WSV: Details zu DGNSS-Dienst für die Schifffahrt]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für See:&lt;br /&gt;
* der WSV Helgoland (intl. „Düne“)&lt;br /&gt;
* [[DGPS-Sender Groß Mohrdorf|Groß Mohrdorf]] (int. „Wustrow“)&lt;br /&gt;
für Binnengewässer:&lt;br /&gt;
* [[Zeven]]&lt;br /&gt;
* [[Bad Abbach]]&lt;br /&gt;
* [[Iffezheim]]&lt;br /&gt;
* [[Mauken (Jessen)]]&lt;br /&gt;
* [[Koblenz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Nicht mehr in Betrieb&lt;br /&gt;
* Deutschlandfunk [[Sender Donebach]] ([[Langwelle]] 153 kHz, die Übertragung erfolgte nach dem [[Amplitudenmoduliertes Datensystem|AMDS]]-Verfahren parallel zum Rundfunkprogramm) – Seit 1. Januar 2015 außer Betrieb.&lt;br /&gt;
* [[Bodenseesender]] ([[Mittelwelle]]: Sendefrequenz 666 kHz, die Übertragung erfolgte nach dem AMDS-Verfahren parallel zum Rundfunkprogramm). – Seit 8. Januar 2012 außer Betrieb.&lt;br /&gt;
* [[DCF (Rufzeichen)|DCF]]42 (Langwelle, dedizierter DGPS-Sender mit AMDS-Verfahren, Senderstandort: [[Mainflingen]] neben dem Zeitsender [[DCF77]]). – Seit Ende 2005 außer Betrieb.&lt;br /&gt;
* DRS [[Beromünster]] (Schweiz) (Mittelwelle: Sendefrequenz 531 kHz, die Übertragung erfolgte nach dem AMDS-Verfahren parallel zum Rundfunkprogramm). – Seit 28. Dezember 2008 außer Betrieb.&lt;br /&gt;
* [[Europa|Europäische]] Sendestationen des Funknavigationssystems [[LORAN-C]] sendeten zusammen mit dem LORAN-C-Signal DGNSS-Korrekturdaten aus. Dieser als &amp;#039;&amp;#039;Eurofix&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete Dienst sollte im gesamten Sendebereich des &amp;#039;&amp;#039;Northwest European [[LORAN]]-C System (NELS)&amp;#039;&amp;#039; verfügbar sein und sendete ungefähr alle zwei Sekunden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Wolfgang Augath, Wolfgang Lechner, Stefan Baumann |url=http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/fakultaet_forst_geo_und_hydrowissenschaften/fachrichtung_geowissenschaften/gi/gg/veroeffentlichungen/egnos_integration.pdf |titel=LORAN-C/ EUROFIX/ EGNOS-Integration |hrsg=tu-dresden.de |format=PDF; 249 kB |abruf=2015-08-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Datenrate des damals neuen Standards eLORAN war ähnlich. Beide Verfahren wurden hauptsächlich im maritimen Bereich eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Internet ===&lt;br /&gt;
DGPS-Daten können, wie jedes andere Echtzeit-Datenformat, mit verschiedensten Methoden über das Internet zur Verfügung gestellt werden. Das [[Networked Transport of RTCM via Internet Protocol|Ntrip]]-Protokoll bietet ein von der [[Radio Technical Commission for Maritime Services|RTCM]] standardisiertes Verfahren zur Übertragung von DGPS- und anderen Navigationsdaten. Da Navigation meist außerhalb kabelgebundener Internetanschlüsse geschieht, ist hier eine Verbreitung über [[Wireless Local Area Network|WLAN]] und insbesondere [[Mobilfunk]] gemeint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Information zur Zuverlässigkeit ==&lt;br /&gt;
Auf Funk basierende Systeme sind prinzipbedingt nicht sicher und können durch Funkstörungen ausfallen. Bei GNSS gibt es neben den natürlichen Funkproblemen noch die nicht auszuschließende Möglichkeit einer unangekündigten Verschlüsselung oder absichtliche Fehler der GNSS-Signale durch den jeweiligen Betreiber, wie es lange Zeit beim amerikanischen GPS-System üblich war. Um trotzdem sicherheitsrelevante Anwendungen wie die Navigation von Flugzeugen zu ermöglichen, können neben den Korrektursignalen auch Signale über die aktuelle GNSS-Güte von der Referenzstation an die DGPS-Empfänger übertragen werden. Kann der DGPS-Empfänger also die GNSS-Signale empfangen, das Korrektursignal von der Referenzstation und zusätzlich die darin enthaltene Information, dass die GNSS-Satelliten unverfälschte Signale aussenden, kann er von einer zuverlässigen Positionsmessung ausgehen. Ist eine dieser Bedingungen nicht erfüllt, dürfen die Positionsdaten nicht für sicherheitsrelevante Anwendungen herangezogen werden; in diesem Fall muss beispielsweise ein Flugzeugführer GNSS-basierte Navigationssysteme und automatische Start- und Landesysteme abschalten und durch andere Methoden ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendung ==&lt;br /&gt;
Das Verfahren wird zum Beispiel beim Militär, in der Schifffahrt, beim [[Precision Farming|Präzisionsackerbau]] und großflächig zur Vermessung in der [[Geodäsie]] angewendet. Viele [[Empfänger (GNSS)|GNSS-Empfänger]] für den Endanwender haben bereits in der untersten Preisklasse DGPS implementiert&amp;lt;!-- (schnelles Sendesignal?)--&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Luftfahrt ===&lt;br /&gt;
Anhang 10 des [[Abkommen über die Internationale Zivilluftfahrt|Abkommens über die Internationale Zivilluftfahrt]] (ICAO Annex 10, Volume I) definiert die Anforderungen an Navigationssysteme in der Luftfahrt. Dieser Standard unterscheidet zwischen folgenden Anwendungen von GNSS für die Flugnavigation:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=ICAO, International Standards and Recommended Practices |Band=Vol. I: Radio Navigation Aids |Nummer=Annex 10 |Auflage=8. |Datum=2023-07 |Online=https://elibrary.icao.int/reader/299828/&amp;amp;returnUrl%3DaHR0cHM6Ly9lbGlicmFyeS5pY2FvLmludC9wcm9kdWN0LzI5OTgyOA%3D%3D?productType=ebook}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Streckennavigation&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Seit 1998 ist Streckennavigation im Flugverkehr mittels GPS in Deutschland erlaubt. Dazu müssen die zugelassenen Geräte eine Zuverlässigkeitsprüfung der Daten durchführen ([[Receiver Autonomous Integrity Monitoring|RAIM]]), die den Empfang von mindestens fünf Satelliten benötigt (Moderne GPS-Empfänger außerhalb der Luftfahrt haben heute 12 und mehr Empfangskanäle).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nichtpräzisionsanflüge&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Nichtpräzisions[[Anflugverfahren|landeanflüge]] (engl. Non-Precision Approach, NPA) können mit GNSS als einziger Navigationsmethode absolviert werden. Es darf jedoch nur die horizontale Information verwertet werden, für eine Präzisionslandung ist die Höhenmessung nicht genau genug für die Führung auf dem [[Gleitweg]]. Bodengestützte Navigationshilfen sind hierfür nicht nötig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landeanflüge mit Hilfe von EGNOS&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Mithilfe des europäischen [[Satellite Based Augmentation System|SBAS]] namens [[European Geostationary Navigation Overlay Service|EGNOS]] sollen Präzisionsanflüge bis zur [[Instrumentenlandesystem#ILS-Kategorien|Kategorie I]] möglich werden, bei einer Signalauffrischung alle 500 ms. Bei höheren Anforderungen oder schwierigen Empfangsbedingungen sollen bodenbasierte Systeme, wie SAPOS, eingesetzt werden. Der hochpräzise, kostenpflichtige Echtzeit-Positionierungs-Service ([[Hochpräziser Echtzeit-Positionierungs-Service|HEPS]]) dieses Systems ermöglicht eine horizontale Lagegenauigkeit von 1 bis 2 cm und eine Höhengenauigkeit von 2 bis 3 cm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landeanflüge mit Hilfe von GBAS&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Ferner gibt es in der Luftfahrt das [[Ground Based Augmentation System]] (GBAS). GBAS ermöglicht man durch Nutzung von DGPS-Sendern auf Flughäfen in der Regel Präzisionsanflüge bis zur [[Instrumentenlandesystem#ILS-Kategorien|Kategorie I]]. Es gibt schon erste GBAS-Anlagen, die Präzisionsanflüge bis zur [[Instrumentenlandesystem#ILS-Kategorien|Kategorie II]] ermöglichen, z.&amp;amp;nbsp;B. am Flughafen Frankfurt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.dfs.de/homepage/de/medien/presse/2022/18-07-2022-weltpremiere-in-frankfurt-satellitenbasierte-praezisionslandungen-auch-bei-schlechtem-wetter-moeglich |titel=Weltpremiere in Frankfurt: Satellitenbasierte Präzisionslandungen auch bei schlechtem Wetter möglich |hrsg=Deutsche Flugsicherung |datum=2022-07-18 |abruf=2024-11-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Winkelmessung ==&lt;br /&gt;
GNSS-basierte Verfahren zur Winkelmessung beruhen auf denselben Signalen wie die Ortsbestimmung, nutzen aber ein vollkommen anderes Messprinzip: Auf einem Antennenträger werden zwei Antennen mit definiertem Abstand montiert, deren Empfangssignale miteinander verglichen werden. Es wird kein Referenzsignal von einer ortsfesten Referenzanlage benötigt, sondern aus Antennenabstand und Phasenverschiebung kann direkt der Winkel der Antennen-Verbindungsachse zum Satelliten und, mit den [[Ephemeriden]] des Satelliten, auch der gegen die Nordrichtung bestimmt werden. Messgenauigkeiten von 0,01° bis 0,1° lassen sich erzielen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Die absolute &amp;#039;&amp;#039;Positions&amp;#039;&amp;#039;genauigkeit dieser Geräte ist nicht besser als die normaler GPS-Geräte oder – falls zusätzlich ein Korrektur-Signal einer ortsfesten Referenzanlage vorliegt – nicht besser als die anderer DGPS-Geräte. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geräte dieser Art werden gelegentlich als elektronischer Kompass oder GPS-Kompass bezeichnet. Sie sind auf Grund ihres höheren Geräteaufwandes und kleiner Stückzahlen relativ teuer und wenig verbreitet. Verwendet werden sie beispielsweise auf Schiffen oder Baumaschinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Satellitenpositionierungsdienst der deutschen Landesvermessung]] (SAPOS)&lt;br /&gt;
* aGPS – [[Assisted Global Positioning System]]&lt;br /&gt;
* [[Differential-Omega]] (außer Betrieb seit 30. September 1997)&lt;br /&gt;
* [[Phasenzentrum]] der GPS-Antenne&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://www.adv-online.de/AdV-Produkte/Integrierter-geodaetischer-Raumbezug/SAPOS/ Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen - AdV-Online]&lt;br /&gt;
* [http://www.fvt.wsv.de/dgps/index.html Fachstelle der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung für Verkehrstechniken] Technische Informationen zu GPS/DGPS in der Schifffahrt&lt;br /&gt;
* [[u-blox]].de: [https://content.u-blox.com/sites/default/files/gps_compendiumgps-x-02007.pdf Essentials of Satellite Navigation] (PDF; 6,0&amp;amp;nbsp;MB)&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=https://stratum0.org/wiki/DGPS@home |titel=DGPS@home |offline=1 |archiv-url=https://archive.today/20170307033344/https://www.stratum0.org/wiki/DGPS@home |archiv-datum=2017-03-07 |abruf=2017-03-07 |kommentar=Projektidee, die DGPS-Daten per crowd-sourcing erheben und verteilen möchte, mit Consumer-Technik}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Satellitennavigation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Flugnavigation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geodäsie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;FBuHL09</name></author>
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