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	<title>Diessenhofen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;TaxonBot: Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--schweizbezogen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Infobox Ort in der Schweiz&lt;br /&gt;
| BILDPFAD_KARTE = Karte Gemeinde Diessenhofen 2011.png&lt;br /&gt;
| BILDPFAD_WAPPEN = Diessenhofen-blazon.svg&lt;br /&gt;
| REGION-ISO = CH-TG&lt;br /&gt;
| BEZIRK = [[Bezirk Frauenfeld|Frauenfeld]]&lt;br /&gt;
| IMAGEMAP = Bezirk Frauenfeld&lt;br /&gt;
| BFS = 4545&lt;br /&gt;
| PLZ = 8253&lt;br /&gt;
| BILD = Diessenhofen gesamtansicht mit rheinbrücke.jpg&lt;br /&gt;
| BESCHREIBUNG = Das charakteristische Stadtbild von Diessenhofen mit Rheinbrücke sowie Stadtkirche, Schiffslände und Burg Unterhof&lt;br /&gt;
| UN/LOCODE = &lt;br /&gt;
| BREITENGRAD = 47.683336&lt;br /&gt;
| LÄNGENGRAD = 8.749994&lt;br /&gt;
| HÖHE = 397&lt;br /&gt;
| FLÄCHE = 10.08&lt;br /&gt;
| QUELLE-FLÄCHE = (Pol. Gemeinde)&amp;lt;ref name=&amp;quot;TG in Zahlen&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;7,47 km² (Ortsgemeinde)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Areal&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
| STADTPRÄSIDENT = Markus Birk (SP)&lt;br /&gt;
| STADTPRÄSIDENTIN = &lt;br /&gt;
| EINWOHNER = &amp;lt;!-- wird durch eine zentralisierte Vorlage eingebunden--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| STAND_EINWOHNER = &amp;lt;!-- wird durch eine zentralisierte Vorlage eingebunden--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| WEBSITE = www.diessenhofen.ch&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Diessenhofen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (in der [[Ostschweizer Dialekt|ostschweizerischen Ortsmundart]] &amp;#039;&amp;#039;Diessehofe&amp;#039;&amp;#039; {{IPA|[ˈdiəsːəˌhɔfə]}}&amp;lt;ref name=&amp;quot;tgnb&amp;quot;&amp;gt;[https://search.ortsnamen.ch/de/record/6001258 &amp;#039;&amp;#039;Diessenhofen.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Thurgauer Namenbuch.&amp;#039;&amp;#039; Online auf ortsnamen.ch, dem Portal der schweizerischen Ortsnamenkunde. Abgerufen am 2.&amp;amp;nbsp;Oktober 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist eine Kleinstadt und eine Gemeinde im [[Schweiz]]er [[Kanton Thurgau]]. Die seit 2000 bestehende [[politische Gemeinde]], die zum [[Bezirk Frauenfeld]] gehört, umfasst die ehemalige [[Munizipalgemeinde (Kanton Thurgau)|Munizipalgemeinde]] Diessenhofen mit deren [[Ortsgemeinde (Schweiz)|Ortsgemeinden]] Diessenhofen und [[Willisdorf]]. Von 1798 bis 2010 war Diessenhofen Hauptort des damaligen [[Bezirk Diessenhofen|gleichnamigen Bezirks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
Das Städtchen Diessenhofen liegt am Südufer des [[Hochrhein]]s an der [[Hauptstrasse 13|Strasse Schaffhausen–Stein am Rhein]] und zeigt sich in seiner ursprünglichen, mittelalterlichen Struktur, die bis heute erhalten ist. Bei der Schifflände mündet der [[Geisslibach]] in den Rhein. Das Gemeindegebiet mit dem Brücken- und Grenzstädtchen Diessenhofen erstreckt sich über rund 8&amp;amp;nbsp;km am südlichen Ufer des Rheins zwischen [[Schaffhausen]] und [[Stein am Rhein]]. Der Hochrhein bildet die [[Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diessenhofen hat einen Bahnhof an der [[Seelinie (Bahnstrecke)|Bahnlinie Schaffhausen–Kreuzlingen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Ursprünge der Ansiedlung reichen bis in die [[Steinzeit|Stein-]] und [[Bronzezeit]], wie Einzelfunde in den flachen Senken des Bezirks und an den Rheinufern belegen. Ein [[Münzschatz]] aus [[Schweiz in römischer Zeit|römischer Zeit]] wird auf die Zeit von 251 bis 270 datiert. Aus dem 4. Jahrhundert stammen Überreste dreier Wachttürme des [[Donau-Iller-Rhein-Limes]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weltliche Herrschaft ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Diessenhofen 1460.png|mini|links|Das Lager der Eidgenossen vor den Toren der Stadt Diessenhofen im Jahr 1460. Illustration aus der &amp;#039;&amp;#039;Zürcher Chronik&amp;#039;&amp;#039;.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung als alemannische Siedlung &amp;#039;&amp;#039;Deozincova&amp;#039;&amp;#039; stammt aus dem Jahr 757. Priester Lazarus schenkte damals dem [[Fürstabtei St. Gallen|Kloster St.&amp;amp;nbsp;Gallen]] seinen Weiler Deozincova. Aus dem Jahr 822 ist die Namensform &amp;#039;&amp;#039;in Teazzinhovun&amp;#039;&amp;#039; bezeugt. Der altalemannische Ortsname bedeutete somit ursprünglich «bei den Höfen der Sippe des Deozzo».&amp;lt;ref name=&amp;quot;tgnb&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diessenhofen wurde durch Graf Hartmann III. [[Kyburg (Adelsgeschlecht)|von Kyburg]] 1178 mit 60 Hofstätten zur Stadt erhoben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Theodor Gaupp]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Stadtrechte des Mittelalters, mit rechtsgeschichtlichen Erläuterungen.&amp;#039;&amp;#039; Zweiter Band, Breslau 1852, S. 274. [https://books.google.de/books?id=sFEUAAAAQAAJ&amp;amp;pg=PA1&amp;amp;hl=de#PRA1-PA274 online.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Stadtrechte wurden in der 1260 verliehenen Handfeste bestätigt und erweitert.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heinrich Gottfried Philipp Gengler]]: &amp;#039;&amp;#039;Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; Erlangen 1863. [https://books.google.de/books?id=NdkcAAAAMAAJ&amp;amp;pg=PA760&amp;amp;hl=de S. 760–771.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Im 13. Jahrhundert erschien dann erstmals der Name &amp;#039;&amp;#039;Diessinhovin.&amp;#039;&amp;#039; In dieser Zeit haben die Kyburger in Diessenhofen auch Münzen geprägt: einen rechteckigen Kyburger Pfennig mit Kopf und Umschrift «DIONI-SIVS» (Stadtheiliger der Stadtkirche St. Dionys).&amp;lt;ref&amp;gt;Benedikt Zäch: &amp;#039;&amp;#039;Die kyburgische Münzprägung in der Münzlandschaft des 12. und 13. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; In: Peter Niderhäuser (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Grafen von Kyburg, eine Adelsgeschichte mit Brüchen&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich.&amp;#039;&amp;#039; Band 82 = &amp;#039;&amp;#039;Neujahrsblatt&amp;#039;&amp;#039; 179). Chronos-Verlag, Zürich 2015, ISBN 978-3-0340-1271-3, S. 82–93, mit Abb.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu Schaffhausen und Stein am Rhein blieb Diessenhofen ein bescheidener Marktort.&lt;br /&gt;
Nach dem Übergang der Herrschaft an die [[Habsburg]]er 1264 entwickelte sich die Stadt zu einem ihrer Eckpfeiler in den Vorlanden, wobei die [[Truchsessen von Diessenhofen]], die auf der [[Burg Unterhof]] sassen, zeitweilig [[Vogtei (HRR)|Vogtei]] und [[Schultheiß|Schultheissenamt]] in einer Hand vereinigten. Ab 1320 wählte die Bürgerschaft einen Kleinen Rat von 8 bis 12 Mitgliedern, im Verlauf des 15. Jahrhunderts dann einen 24- bis 28-köpfigen Grossen Rat. Nachdem der [[Erzherzogtum Österreich|Herzog von Österreich&amp;lt;!--war nach &amp;quot;Liste der Markgrafen und Herzöge von Österreich im Mittelalter&amp;quot; nur noch Albrecht II.--&amp;gt;]] 1349 die Vogtei aus der Pfandschaft der Truchsessen gelöst und an andere [[Ministeriale]]ngeschlechter vergeben hatte, gewann die Bürgerschaft zunehmend an Bedeutung. Der Einflussverlust der Habsburger und der Niedergang der Truchsessen liessen die Stadt 1415 bis 1442 [[Reichsunmittelbarkeit|reichsfrei]] werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Diessenhofen um 1643.png|mini|Die Stadt Diessenhofen um 1643]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Grenzwachtposten kontrolliert Grenzverkehr an Brücke Diessenhofen - CH-BAR - 3240949.tif|mini|Grenzwachtposten kontrolliert den Grenzverkehr an der Brücke Diessen&amp;amp;shy;hofen, Kompanie III/65, 1914–1918]]&lt;br /&gt;
1460 wurde Diessenhofen im Zuge der [[Landgrafschaft Thurgau|Eroberung des Thurgaus von den Eidgenossen]] nach zehntägiger Belagerung eingenommen; es behielt jedoch wie [[Frauenfeld]] gewisse Privilegien in der [[Gemeine Herrschaft|gemeinen Herrschaft]] Thurgau. Diese umfassten die [[Blutgericht|Hoch-]] und [[Niedere Gerichtsbarkeit|Niedergerichtsbarkeit]] und die kurz zuvor erworbenen Zoll-, Steuer- und Vogteirechte mit dem Schloss, ab 1574 zudem die Herrschaft über die linksrheinischen Besitzungen des [[Kloster Paradies (Schweiz)|Klosters Paradies]] sowie vom 16. Jahrhundert an die meisten Niedergerichte im Gebiet des späteren Bezirks Diessenhofen. Gerichtsurteile wurden nicht an den Landvogt in Frauenfeld, sondern direkt an die eidgenössischen Instanzen der [[Alte Eidgenossenschaft|neun Orte]] weitergezogen; die Stadt hatte lediglich alle zwei Jahre dem thurgauischen Landvogt zu [[Huldigung|huldigen]], wenn dieser bei Amtsantritt die [[Lehnswesen|Lehen]] feierlich erneuerte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt; Im Jahr 1512 erhielt die Stadt von Papst [[Julius II.]] eigens einen wertvollen «[[Juliusbanner]]» für die 1508–1510 im «Grossen Pavier Feldzug» geleisteten Dienste zur Vertreibung der Franzosen.&amp;lt;ref&amp;gt;Winfried Hecht: &amp;#039;&amp;#039;Das Juliusbanner des zugewandten Ortes Rottweil.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Der Geschichtsfreund: Mitteilungen des Historischen Vereins Zentralschweiz.&amp;#039;&amp;#039; Band 126/7 (1973/4). [[doi:10.5169/seals-118647]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zeit der [[Helvetische Republik|Helvetischen Republik]] wurde der [[Bezirk Diessenhofen]] 1798 dem [[Kanton Schaffhausen]] angegliedert. Bereits 1800 kam der Bezirk definitiv zum Kanton Thurgau.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Hinaufgezogene Grenzsperre in der historischen Holzbrücke Diessenhofen.jpg|mini|In Friedenszeiten ist die Grenzsperre mitten auf der Holzbrücke zwischen Diessenhofen und Gailingen hinaufgezogen.]]&lt;br /&gt;
Als Grenzort war das Städtchen Diessenhofen wiederholt von Kampfhandlungen betroffen, insbesondere während des [[Zweiter Koalitionskrieg|Zweiten Koalitionskriegs]] (1799–1801) und des [[Schweiz im Zweiten Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]], als jeweils die 1292 erstmals erwähnte Holzbrücke über den Rhein schwer beschädigt wurde. Nach 1900 entwickelte sich die kleinstädtische Siedlung unter Wahrung der mittelalterlichen Bausubstanz entlang neuer Strassenachsen weiter, vor allem gegen Süden zum 1894 eröffneten Bahnhof. Diessenhofen bildet heute als grösster Ort des [[Bezirk Diessenhofen|früheren Bezirks]] als Sitz von [[Oberstufenschule]] und als Zentrum der regionalen Konsumgüterversorgung dessen Schwerpunkt und ist seinerseits verkehrsgeografisch und wirtschaftlich auf das nahe gelegene Schaffhausen ausgerichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fusionierte im Zuge der Thurgauer Gemeindereorganisation die Ortsgemeinde [[Willisdorf]] mit der Orts- und Munizipalgemeinde Diessenhofen.&amp;lt;ref&amp;gt;Mutation Nr. 47 des Amtlichen Gemeindeverzeichnisses der Schweiz, 1986.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:left;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Religion ===&lt;br /&gt;
Das [[Patrozinium]] der Kirche St.&amp;amp;nbsp;Dionysius ist 1468 erwähnt; das Patronatsrecht war im 12. Jahrhundert samt Hof im Besitz des [[Grafschaft Thurgau|Thurgaugrafen]], kam spätestens 1230 an die [[Kyburg (Adelsgeschlecht)|Kyburger]], 1264 mit der Stadtherrschaft an die [[Habsburg]]er und wurde ab 1383 faktisch von der Bürgerschaft ausgeübt, was 1415 bestätigt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1524 traten zahlreiche Bürger zur [[Reformation]] über. 1529 wurde die Messe abgeschafft, ein reformierter Pfarrer bestellt und die Kirchengüter eingezogen. Die Stadt Diessenhofen unterstützte Zürich im [[Zweiter Kappelerkrieg|Zweiten Kappelerkrieg]] 1531. Nach der Niederlage der Reformierten stellten die katholisch regierenden Orte 1532 die Messe wieder her. Das seither bestehende [[Simultankirche|Simultanverhältnis]] endete erst mit dem Bau der katholischen Kirche 1966/67. Zwischen Diessenhofen und Schaffhausen liegen die im 13. Jahrhundert gegründeten [[Kloster St. Katharinental|Klosteranlagen St.&amp;amp;nbsp;Katharinental]] und [[Kloster Paradies (Schweiz)|Paradies]], die bis zu ihrer Aufhebung im 19. Jahrhundert von Frauenkonventen besetzt waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1349 wurde die [[Judentum in der Schweiz|jüdische]] Gemeinde von Diessenhofen ausgelöscht. Der 1401 gegen einen Juden durchgeführte [[Ritualmord]]&amp;amp;shy;prozess zog weitere Verfolgungen in [[Winterthur]] und Schaffhausen nach sich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaft ===&lt;br /&gt;
Seit dem [[Frühmittelalter]] prägte der Ackerbau die Landwirtschaft des [[Bezirk Diessenhofen|früheren Bezirks]], der als Kornkammer des Thurgaus bezeichnet wurde. Bereits im 9. Jahrhundert wird der im Hochrheingebiet weit verbreitete Weinbau erwähnt. Bis ins 19. Jahrhundert war die Stadt vor allem von Ackerbürgern bewohnt, versorgte sich weitgehend selbst und fungierte als Ort des Austauschs zwischen der Landschaft und den umliegenden Städten, vor allem Schaffhausen und dem Zürcher Gebiet. Im 12. Jahrhundert sind ein Wochenmarkt, ab 1387 deren zwei und bis ins 19. Jahrhundert acht Jahrmärkte belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ETH-BIB-Diessenhofen, Gailingen-Inlandflüge-LBS MH01-008162.tif|mini|Diessenhofen, Luftbild aus dem Jahr 1935 von [[Walter Mittelholzer]]]]&lt;br /&gt;
Das Gewerbe deckte die einfachsten Bedürfnisse der Stadt und ihres beschränkten Marktgebiets und war zur Bildung von gewerblich orientierten [[Zunft|Zünften]] zu schwach. In Diessenhofen dominierte nie ein einzelner Wirtschaftszweig oder ein Spezialhandwerk. Auch hatte der Ort am Leinenhandel, der im ganzen Bodenseegebiet zur internationalen Exportindustrie emporgewachsen war, keinen merklichen Anteil genommen. Die Lage am Rhein begünstigte die Fischerei. Ausserdem profitierte Diessenhofen vom Salzhandel; Brücken- und Durchgangszölle stellten bis zur Abschaffung der Binnenzölle 1848 die wichtigste Einnahmequelle der Stadt dar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1830 setzte die Industrialisierung mit den ersten Stofffärbereien und -druckereien ein, die ihren Höhepunkt nach 1900 in der Ansiedlung zahlreicher Textilbetriebe erreichte. Ab dem 17. Jahrhundert existierten Gerbereien und Bleichereien. Seit dem frühen 19. Jahrhundert sind Mühlen und Sägereien bezeugt. Das Holzgewerbe (Zimmerei, Schreinerei und Möbelbau) spielt noch heute eine wichtige Rolle in Diessenhofen. Die Ziegeleien bei Schupfen und [[Neuparadies|Paradies]], die seit dem [[Spätmittelalter]] die reichen [[Ton (Bodenart)|Tonerde]]-Vorkommen ausbeuteten, entwickelten sich um die Wende zum 20. Jahrhundert zu grösseren Industrieunternehmen. Diejenige in Paradies ist im Jahr 2024 nach wie vor in Betrieb. Daneben existieren zwei industrielle Grossbetriebe (Werkzeug- und Formenbau, Kerzenfabrikation), mehrheitlich jedoch mittlere und kleinere Werkstätten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den grössten Beschäftigungsanteil nahm 2000 der dritte [[Wirtschaftssektor]] mit etwa der Hälfte der Beschäftigen ein. 50 % der Erwerbstätigen waren Wegpendler, vor allem nach Schaffhausen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verkehr ===&lt;br /&gt;
[[Datei:SBB Historic - F 122 00305 006 - Diessenhofen Stationsgebaeude Bahnseite.jpg|mini|Bahnhof Diessenhofen (2004)]]&lt;br /&gt;
Die 1894 eröffnete [[Seelinie (Bahnstrecke)|Eisenbahnlinie Etzwilen–Schaffhausen]] und der Aufbau eines kantonalen Strassennetzes im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts verdrängten zunehmend die – seit 1825 mit Dampf betriebenen – Transportschiffe, so dass die [[Bodenseeschifffahrt|Rheinschifffahrt]] heute fast ausschliesslich dem Tourismus dient. Seit 1983 wird Diessenhofen durch eine südliche Umfahrungsstrasse vom Durchgangsverkehr entlastet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Siehe auch ===&lt;br /&gt;
→ Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;Geschichte&amp;#039;&amp;#039; im Artikel &amp;#039;&amp;#039;[[Willisdorf#Geschichte|Willisdorf]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wappen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Diessenhofen-blazon.svg|mini|links|x90px|Diessen&amp;amp;shy;hofen]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;tleft&amp;quot; style=&amp;quot;clear:none;&amp;quot;&amp;gt;[[Datei:Wappen Thurgau matt.svg|mini|ohne|x90px|[[Fahne und Wappen des Kantons Thurgau|Kanton Thurgau]]]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Blasonierung]]: In Rot ein gelber [[Schrägbalken]] begleitet von zwei gelben, [[Krone (Heraldik)|gekrönten]] [[Löwe (Wappentier)|Löwen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Staatsarchiv&amp;quot;&amp;gt;[https://staatsarchiv.tg.ch/de/wissen/gemeindewappen.html/881 &amp;#039;&amp;#039;Gemeindewappen.&amp;#039;&amp;#039;] Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Wappen Diessenhofens handelt es sich um das alte Stadtwappen, das dem [[Kyburg (Adelsgeschlecht)|Kyburger]] Wappen in den habsburgischen Farben entspricht. Die Bekrönung der Löwen unterscheidet es vom alten Thurgauer Wappen. Als 2000 die Politische Gemeinde Diessenhofen gebildet wurde, wurde für diese das Wappen der Ortsgemeinde Diessenhofen übernommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Staatsarchiv&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ für einen geschichtlichen Abriss siehe Artikel &amp;#039;&amp;#039;[[Fahne und Wappen des Kantons Thurgau]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:left;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
{{Einwohner_B_Diagramm|width=600|float=none|Name=Diessenhofen|maxEinwohner=5000&lt;br /&gt;
 |werte=(1850,1616)(1860,1612)(1870,1595)(1880,1963)(1888,1839)(1900,1876)(1910,2220)(1920,2273)(1930,2333)(1941,2374)(1950,2608)(1960,2708)(1970,2966)(1980,2886)(1990,3292)(2000,3227)(2010,3395)(2018,3985)&lt;br /&gt;
 |quelle=&amp;lt;ref name=&amp;quot;StatistikTG&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Gemeinden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! !! 1527 !! 1850 !! 1870 !! 1900 !! 1950 !! 1990 !! 2000 !! 2010 !! 2018&lt;br /&gt;
!2023&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot;| Politische Gemeinde||colspan=&amp;quot;6&amp;quot;| || 3227 || 3395 || 3985&lt;br /&gt;
|4105&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot;| Munizipalgemeinde  ||ca. 1000|| 1616 || 1595&amp;lt;ref name=&amp;quot;StatistikTG&amp;quot; /&amp;gt; || 1876 || 2608 || 3292||colspan=&amp;quot;3&amp;quot;|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot;| Ortsgemeinde ||  ||  || 1444 || 1401 || 2080 || 2949||colspan=&amp;quot;3&amp;quot;|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Quelle ||colspan=&amp;quot;6&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot;|&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;||colspan=&amp;quot;3&amp;quot;|&amp;lt;ref name=&amp;quot;StatistikTG&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://statistik.tg.ch/themen-und-daten/raum-verkehr-und-umwelt/flaechen-raumgliederungen/ortschaftenverzeichnis.html/9817#js-accordion_control--01 |titel=Die Ortschaften des Kantons Thurgau und ihre Wohnbevölkerung |hrsg=Kanton Thurgau, Dienststelle für Statistik, Frauenfeld |datum=2024 |abruf=2024-07-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Von den insgesamt 4105 Einwohnern der Gemeinde Diessenhofen am 31. Dezember 2023 waren 1580 bzw. 38,5 % ausländische Staatsbürger. 1169 (28,5 %) waren römisch-katholisch und 1029 (25,1 %) evangelisch-reformiert. Die Ortschaft Diessenhofen zählte zu diesem Zeitpunkt 3968 Bewohner.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:left;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Liste der Kulturgüter in Diessenhofen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wahrzeichen Diessenhofens im Zentrum ist der &amp;#039;&amp;#039;Siegelturm&amp;#039;&amp;#039;, in welchem Siegel und Urkunden seit dem Mittelalter aufbewahrt wurden. Bemerkenswert sind die Monduhr und das Zifferblatt mit den astronomischen Symbolen für die zwölf Tierkreiszeichen. Die Hauptstrasse des Orts führt unter dem Torbogen des Siegelturms hindurch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Diessenhofen TG mit Henketurm umd Rheinbrücke.JPG|mini|Diessenhofen mit Henketurm und gedeckter Rheinbrücke]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Diessenhofen.jpg|mini|Holzbrücke über den Rhein nach Gailingen am Hochrhein]]&lt;br /&gt;
Die gedeckte [[Rheinbrücke Diessenhofen–Gailingen|Holzbrücke über den Rhein]] wurde 1816 eröffnet und ist Lebensader zwischen den Ortschaften [[Gailingen am Hochrhein]] und Diessenhofen. Der Oberbau der Brücke wurde in den Jahren 1996 und 1997 renoviert, die Sanierung der Jochpfähle im Jahr 2002 abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Städtchen Diessenhofen und das [[Kloster St. Katharinental]] sind im [[Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz]] aufgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Museum kunst + wissen ===&lt;br /&gt;
Im &amp;#039;&amp;#039;Museum kunst + wissen&amp;#039;&amp;#039;, bis 2013 &amp;#039;&amp;#039;Oberes Amtshaus&amp;#039;&amp;#039;, werden neben einer Dauerausstellung mit Werken des bekannten Thurgauer Künstlers [[Carl Roesch (Maler)|Carl Roesch]] regelmässig auch zeitgenössische Künstler, historische und auch grenzübergreifende Themen in Wechselausstellungen präsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Burg Unterhof ===&lt;br /&gt;
Die [[Burg Unterhof]] liegt bei der Anlegestelle der Schifffahrtsgesellschaft [[Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein|URh]]. Sie wurde zumindest bis Ende 2014 als Ausbildungszentrum und Seminarhotel genutzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagblatt.ch/ostschweiz/thurgau/unterseerhein/tz-us/Axa-verkauft-den-Unterhof;art347651,3776783 &amp;#039;&amp;#039;Axa verkauft den Unterhof.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[St. Galler Tagblatt]].&amp;#039;&amp;#039; 16. April 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es ist ein restaurierter Bau in der westlichen Stadtecke, direkt am Rhein gelegen. Im 13. Jahrhundert war der Unterhof ein Ministerialsitz der Herren von [[Hettlingen ZH|Hettlingen]], zürcherischer [[Ministeriale|Ministerialadel]] von kyburgischen Gefolgsleuten. – Baugeschichte:&amp;lt;ref&amp;gt;Armand Baeriswyl: &amp;#039;&amp;#039;Die Burg Unterhof.&amp;#039;&amp;#039; In: Alfons Raimann: &amp;#039;&amp;#039;Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau.&amp;#039;&amp;#039; Band 5: &amp;#039;&amp;#039;Der Bezirk Diessenhofen&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Die Kunstdenkmäler der Schweiz.&amp;#039;&amp;#039; Band 85). Basel 1992, S. 86–103.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gründung 1186 in der Westecke der Stadt, mit Turm und Ringmauer ausgestattet; 1276–1278 Ostflügel gebaut, 1315–1318 der [[Palas]] (Wohnhaus), 1328 Ausbau des Kellers. In der Barockzeit 1680 Ausmalung eines Saales im Palas. Rekonstruktion von Gebäudeteilen 1989–1992, wobei Reste gotischer Wandmalereien zum Vorschein kamen. Bei Umbauten im Südflügel 1904 fanden Arbeiter in einem hölzernen Doppelboden ein papierenes Liedblatt aus der Zeit um 1396, gefaltet in Zündholzschachtelgrösse, enthaltend zwei mittelhochdeutsche [[Minne- oder Werbelied|Minnelieder]], die anders nicht überliefert sind, benannt «Diessenhofener Liederblatt».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Diessenhofener Liederblatt ===&lt;br /&gt;
Beim Diessenhofener Liederblatt handelt es sich um die älteste Einzelblattüberlieferung eines mittelalterlichen Liedes. Geschrieben wurde das Liederblatt (zwei Liebeslieder mit Text und Melodie) ca. 1400. Gefunden wurde es bei Renovationsarbeiten im &amp;#039;&amp;#039;Unterhof&amp;#039;&amp;#039; im Jahr 1904. Seitdem befindet es sich im Privatbesitz der Familie des Finders und damaligen Besitzer des Unterhofes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Eckart Conrad Lutz]], René Pfammatter: &amp;#039;&amp;#039;Das Diessenhofener Liederblatt. Ein Zeugnis späthöfischer Kultur&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Literatur und Geschichte am Oberrhein.&amp;#039;&amp;#039; Band 3). Mit Einspielung der Lieder durch das Salzburger Ensemble &amp;#039;&amp;#039;[[Dulamans Vröudenton]].&amp;#039;&amp;#039; Schillinger, Freiburg 1993.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Blatt lag gefaltet zum Format einer Streichholzschachtel zwischen Holzböden im Südflügel. Anhand der Wasserzeichen kann das Papier auf die Zeit um 1396 datiert werden. Das Blatt von ca. 16 × 21&amp;amp;nbsp;cm enthält den Text von zwei dreistrophigen Liebesliedern mit Melodien. Die beiden Lieder stehen auf beiden Seiten des querformatigen Blattes, und zwar vorbereitet zum Wenden über die Querachse, zur Verwendung bei der Aufführung als Gedächtnisstütze des Sängers und Musikers. Das Publikum wird eine Gesellschaft von Zuhörerinnen und Zuhörern aus Adel und Kirche, Liebhabern des höfischen Gesanges ([[Minnesang]]) gewesen sein. Der Fund von 1904 war damals und ist bis heute sensationell, weil von der germanistischen Forschung nach solchen Dokumenten des unmittelbaren Liedervortrags immer gesucht wurde, seit Sammelhandschriften wie der [[Codex Manesse|Manesse-Codex]], die [[Weingartner Liederhandschrift]] und andere bekannt waren. Bisher ist kein weiteres ähnliches Dokument gefunden worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Eckart Conrad Lutz, René Pfammatter: &amp;#039;&amp;#039;Das Dießenhofener Liederblatt. Ein Zeugnis späthöfischer Kultur&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Literatur und Geschichte am Oberrhein.&amp;#039;&amp;#039; Band 3). Mit Einspielung der Lieder durch das Salzburger Ensemble &amp;#039;&amp;#039;Dulamans Vröudenton.&amp;#039;&amp;#039; Schillinger, Freiburg 1994, ISBN 3-89155-150-9, S.&amp;amp;nbsp;13–15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kloster St. Katharinental ===&lt;br /&gt;
Eine knappe Viertelstunde zu Fuss Richtung [[Kloster Paradies (Schweiz)|Kloster Paradies]] liegt direkt am Rhein das ehemalige [[Kloster St.&amp;amp;nbsp;Katharinental]] auf dem Gebiet der bis 2000 selbständigen Gemeinde [[Willisdorf]]. Ein in mehreren Handschriften überliefertes [[Schwesternbuch]] des 14. Jahrhunderts berichtet über das begnadete Leben von mehr als 50 Konventsangehörigen.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe [[s:Schwesternbücher|Wikisource: St. Katharinentaler Schwesternbuch]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;#039;&amp;#039;Graduale von St. Katharinental&amp;#039;&amp;#039; (um 1312), das 1958 in einer aufsehenerregenden Aktion zurückgekauft werden konnte, zählt mit seinen Miniaturen zu den bedeutendsten gotischen Kunstwerken der Schweiz.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe {{Webarchiv |url=http://www.faksimile.de/search.php?we_objectID=58 |text=Das Graduale von St. Katharinental |wayback=20120527101921}} auf der Website des [[Faksimile Verlag]]s, abgerufen am 9. Oktober 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Innere der Klosterkirche gilt als eine der schönsten Raumschöpfungen des späten Barocks in der Schweiz. Die Klosteranlage dient heute als kantonale Rehabilitationsklinik sowie als Alterspflegeheim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== «Haus zum Goldenen Leuen» ===&lt;br /&gt;
[[Haus zum Goldenen Leuen|Das «Haus zum Goldenen Leuen»]] beherbergt eine pharmazie-historische Sammlung und andere Raritäten. Nach dem Tod dreier Generationen von Apothekern der Familie Brunner wurde die Sammlung in eine Stiftung überführt, die diese Sammlung pflegt und der Öffentlichkeit zugänglich macht. Das Haus ist kein Museum mit geregelten Öffnungszeiten, Führungen können aber vereinbart werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Toter Link |datum=2024-11 |url=https://www.stiftungzumgoldenenleuen.ch/ |text=Stiftung zum Goldenen Leuen |archivebot=2024-11-27 05:21:32 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kirchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ev. Kirche St. Dionys in Diessenhofen TG.jpg|mini|Evangelische Kirche St. Dionysius]]&lt;br /&gt;
Die [[St. Dionysius (Diessenhofen)|Evangelische Kirche St. Dionysius]] geht auf eine erstmals im Jahr 757 erwähnte Kirche zurück. Im 13. Jahrhundert erfolgte auf dem heutigen Grundriss der Kirche ein romanischer Bau, der um 1500 zu einer dreischiffigen Basilika umgestaltet wurde. Zwischen 1543 und 1967 diente die Kirche beiden Konfessionen. Nach einer umfassenden Sanierung wurde die Kirche im November 2016 wiedereröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die katholische [[Bruder Klaus (Diessenhofen)|Kirche Bruder Klaus]] wurde 1966–1967 nach Plänen des Architekten Karl Zöllig erbaut. Benannt ist sie nach dem [[Niklaus von Flüe|Hl. Bruder Klaus]], der im Jahr 1460 die Kirche St. Dionysius und das Kloster St. Katharinental vor der Brandschatzung durch die Zürcher und Unterwaldner rettete. Die katholische Kirche mit ihrer markanten Backsteinfassade ist ein Gesamtkunstwerk des Künstlers Willy Buck aus Wil SG.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 2016 bot Diessenhofen 1367 Personen Arbeit (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Davon waren 3,0 % in der Land- und Forstwirtschaft, 44,9 % in Industrie, Gewerbe und Bau sowie 52,1 % im Dienstleistungssektor tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;TG in Zahlen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[SWIFT]] hat am westlichen Stadtrand von Diessenhofen Anfang 2013 sein weltweit drittes eigenes Operationszentrum für sein Banken-Telekommunikationsnetz in Betrieb genommen. Der älteste Lokalfernsehsender der Schweiz, [[Tele D]], ist in Diessenhofen angesiedelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
* [[Emil Altenburger]] (1885–1953), Architekt&lt;br /&gt;
* [[Jakob Bichsel]] (* 1931), Komponist und Dirigent&lt;br /&gt;
* [[Johann Conrad Brunner]] (1653–1727), ab 1686 Professor für Anatomie und Physiologie an der Universität Heidelberg, Leibarzt des Kurfürsten von der Pfalz, Mitglied der Gelehrtenakademie «[[Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina|Leopoldina]]»&lt;br /&gt;
* Apothekerfamilie Brunner: [[Jonas Friederich Brunner]] (1821–1898), sein Sohn Alfred Brunner (1861–1943) und sein Enkel Erwin Brunner (1892–1963)&lt;br /&gt;
* [[Gabriel Bucelinus]] (1599–1681), Benediktinermönch und Universalgelehrter&lt;br /&gt;
* [[Anna Eichholz]] (1868–1951), Schweizer Theaterschauspielerin, lebte und wirkte vorwiegend in Deutschland&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Truchsess von Diessenhofen]]&lt;br /&gt;
* [[Georg Fein]] (1803–1869), Publizist und demokratischer Politiker des Vormärz, Gründer und Organisator von Arbeiterbildungsvereinen&lt;br /&gt;
* [[Hieronymus Frey]] (1535–1585), Benediktinermönch und Abt von Muri&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Haag (Philologe)|Friedrich Haag]] (1846–1914), Altphilologe&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Hanhart]] (1780–1856), Pädagoge, Gymnasiallehrer, Hochschullehrer und reformierter Geistlicher&lt;br /&gt;
* [[Simone Meier (Leichtathletin)|Simone Meier]] (* 1965), Mittelstreckenläuferin&lt;br /&gt;
* [[Johann Georg Rauch]] (1789–1851), Unternehmer und Politiker&lt;br /&gt;
* [[Carl Roesch (Maler)|Carl Roesch]] (1884–1979), Maler, Glasmaler und Mosaizist&lt;br /&gt;
* [[Margrit Roesch-Tanner]] (1880–1969), Kunsthandwerkerin, Malerin und Zeichnerin&lt;br /&gt;
* [[August Schmid (Künstler)|August Schmid]] (1877–1955), Maler, Bühnenbildner, Regisseur&lt;br /&gt;
* [[Walter Willy Sommer]] (* 1951), Politiker (FDP), Stadtpräsident von Diessenhofen (1987 bis 2017)&lt;br /&gt;
* [[Minna Tobler-Christinger]] (1886–1936), Ärztin, Schriftstellerin und Frauenrechtlerin&lt;br /&gt;
* [[Sebastian Vorster]] (1666–1733), Professor für Arzneikunde an der Universität Freiburg im Breisgau, Mitglied der Gelehrtenakademie «Leopoldina»&lt;br /&gt;
* [[Conrad Weidmann]] (1847–1904), Kolonialschriftsteller, Maler&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Wegeli]] (1877–1956), Historiker und Direktor des Bernischen Historischen Museums&lt;br /&gt;
* [[Theo Zingg]] (1925–1993), Zeitungsverleger und Verlagsmanager&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Galerie ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diessenhofen. Kanton Thurgau.jpg|Diessenhofen, Ansicht von Gailingen aus&lt;br /&gt;
Diessenhofen TG am Hochrhein.jpg|Diessenhofen am Hochrhein&lt;br /&gt;
Fischerzunft und Unterhof.jpg|Fischerzunft und Unterhof&lt;br /&gt;
Unterhof Diessenhofen TG (2021).jpg|Unterhof&lt;br /&gt;
Der Oberhof in Diessenhofen.jpg|Oberhof&lt;br /&gt;
Rathaus Diessenhofen TG.jpg|Rathaus&lt;br /&gt;
Obertor mit Siegelturm in Diessenhofen.jpg|Obertor mit Siegelturm&lt;br /&gt;
Siegeltorbrunnen in der Hauptstrasse Diessenhofen.jpg|Siegelturmbrunnen&lt;br /&gt;
Kirchgasse in Diessenhofen.jpg|Kirchgasse&lt;br /&gt;
Hauptstr. 14, 12, 10, 8 &amp;amp; 6 in Diessenhofen TG.jpg|Hauptstrasse&lt;br /&gt;
&amp;quot;Untere Mauer&amp;quot; Diessenhofen TG (2021).jpg|Häuser Untere Mauer&lt;br /&gt;
Gedeckte Holzbrücke Gailingen - Diessenhofen TG (2017).jpg|Rheinbrücke&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Armand Baeriswyl]], Marina Junges: &amp;#039;&amp;#039;Der Unterhof in Diessenhofen. Von der Adelsburg zum Ausbildungszentrum&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Archäologie im Thurgau.&amp;#039;&amp;#039; Band 3). Frauenfeld 1995, ISBN 3-905405-02-4 ([https://archaeologie.tg.ch/public/upload/assets/58058/AiTG_03_Unterhof-PDFA_verkleinert.pdf?fp=1513151597000 archaeologie.tg.ch] PDF-Download).&lt;br /&gt;
* Christine Kolitzus-Hanhart, Fritz Franz Vogel: &amp;#039;&amp;#039;Rotfarb und Zeugdruck in Diessenhofen.&amp;#039;&amp;#039; edition ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ, Diessenhofen 2016, ISBN 978-3-03858-701-9.&lt;br /&gt;
* {{HLS|1891|Diessenhofen|Autor=Simon Netzle}}&lt;br /&gt;
* Peter Niederhäuser (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Grafen von Kyburg, eine Adelsgeschichte mit Brüchen&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen der [[Antiquarische Gesellschaft in Zürich|Antiquarischen Gesellschaft in Zürich]].&amp;#039;&amp;#039; Band 82 = &amp;#039;&amp;#039;Neujahrsblatt&amp;#039;&amp;#039; 179). Chronos-Verlag, Zürich 2015, ISBN 978-3-0340-1271-3.&lt;br /&gt;
* Alfons Raimann: &amp;#039;&amp;#039;Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau.&amp;#039;&amp;#039; Band V: &amp;#039;&amp;#039;Der Bezirk Diessenhofen&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;[[Die Kunstdenkmäler der Schweiz]].&amp;#039;&amp;#039; Band 85). Hrsg. von der [[Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte]]. Bern 1992, ISBN 3-909158-73-0, S.&amp;amp;nbsp;33–228 ([https://ekds.ch/library/book:085 Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* Alfons Raimann: &amp;#039;&amp;#039;Diessenhofen TG&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;[[Schweizerische Kunstführer]].&amp;#039;&amp;#039; Nr. 380). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1985.&lt;br /&gt;
* Heinrich Waldvogel: &amp;#039;&amp;#039;Diessenhofen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Schweizer Heimatbücher.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 84). Mit Fotografien von [[Hans Baumgartner (Fotograf)|Hans Baumgartner]]. Paul Haupt, Bern 1958.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Diessenhofen|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
{{Wikivoyage|Diessenhofen}}&lt;br /&gt;
* [https://www.diessenhofen.ch/ Offizielle Website der Stadt Diessenhofen]&lt;br /&gt;
* {{ISOS|3391|Diessenhofen|Abruf=|Sprache=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Areal&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Webarchiv |url=http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/news/01.Document.141528.pdf-- |text=Schweizerische Arealstatistik. Abgeschlossen auf 1. Juli 1912. |wayback=20160412110509}} Herausgegeben vom Eidg. Statistischen Bureau.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;TG in Zahlen&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zahlen TG 2018}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;StatistikTG&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Statistik TG 1850–2018}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot;&amp;gt;{{HLS-Hinweis|Abschnitte}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Bezirk Frauenfeld}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4090794-6|LCCN=n82233496|VIAF=168032553}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizer Gemeinde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Diessenhofen| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ersterwähnung 757]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;TaxonBot</name></author>
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