<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Dienstmann</id>
	<title>Dienstmann - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Dienstmann"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dienstmann&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-31T08:39:39Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dienstmann&amp;diff=752942&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Mepherl: Neues Bild</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dienstmann&amp;diff=752942&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-22T18:21:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Neues Bild&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Begriff Dienstmann in der Neuzeit. Zur mittelalterlichen Deutung siehe [[Dienstadel]] und [[Ministeriale]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Glaspalast München 1890 090o.jpg|mini|Rudolf Graf Rex: &amp;#039;&amp;#039;Würfelnde Dienstmänner&amp;#039;&amp;#039;, um 1890]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Schicke-Schacke Peine 02.jpg|mini|Denkmal für den Dienstmann [[Karl Kaufmann (Stadtoriginal)|Karl Kaufmann]] („Schicke-Schacke“; 1838–1907), [[Stadtoriginal]] der Stadt [[Peine]] in Niedersachsen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dienstmann&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Plural|Mehrzahl]]: &amp;#039;&amp;#039;Dienstmänner&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Dienstmannen&amp;#039;&amp;#039; oder auch &amp;#039;&amp;#039;Dienstleute&amp;#039;&amp;#039;) wurde bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ein [[Dienstleister]] bezeichnet, der an öffentlichen Orten oder im Haushalt zeitlich befristete Aufträge aller Art gegen [[Entgelt]] übernahm. Seine Hauptaufgaben lagen in der Beförderung von [[Stückgut]], beispielsweise [[Koffer]]n, und in [[Bote]]ntätigkeiten. In der historisch ursprünglichen Bedeutung bezeichnet man als Dienstmänner auch männliche Personen, die zu Geld- oder [[Frondienst]]leistungen an ihren Leib- oder Grundherrn verpflichtet waren, sowie [[Ministeriale]] verschiedenen Ranges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannte fiktionale Dienstmänner sind der Dienstmann Alois Hingerl aus [[Ludwig Thoma]]s Satire &amp;#039;&amp;#039;[[Der Münchner im Himmel]]&amp;#039;&amp;#039; oder [[Hans Moser]] und [[Paul Hörbiger]] als Dienstmänner in dem Film &amp;#039;&amp;#039;[[Hallo Dienstmann]]&amp;#039;&amp;#039;. Als [[Berliner Original]] wurde der Dienstmann Ferdinand Strumpf unter dem Namen [[Eckensteher Nante]] bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Dienstmann&amp;#039;&amp;#039; (von „Dienst“, verwandt mit gotisch &amp;#039;&amp;#039;þius&amp;#039;&amp;#039; „Knecht“, von althochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;dionōn&amp;#039;&amp;#039; „Knecht sein“, „dienen“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Kluge]], [[Alfred Götze (Philologe)|Alfred Götze]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]].&amp;#039;&amp;#039; 20. Auflage. Hrsg. von [[Walther Mitzka]]. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 132 (&amp;#039;&amp;#039;dienen&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;) taucht zuerst im Mittelalter auf, um einen Knecht oder Helfer zu bezeichnen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Wolfgang Pfeifer |url=https://www.dwds.de/wb/etymwb/dienstmann |titel=dienstmann |werk=DWDS: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen |hrsg=Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften |datum=1989 |sprache=de |abruf=30.12.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Später bezieht sich &amp;#039;&amp;#039;Dienstmann&amp;#039;&amp;#039; als Eindeutschung für [[Ministeriale]] auch auf einen unfreien Mann, der über Königs- oder Herrendienste langsam in den niederen Adel der [[Ritter]] aufstieg.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Gerhard Köbler |Titel=Dienstmann |Sammelwerk=Lexikon der europäischen Rechtsgeschichte |Verlag=C. H. Beck |Ort=München |Datum=1997 |Spalten=101}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreich ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Emil Mayer 013.jpg|mini|hochkant|[[Emil Mayer (Fotograf)|Emil Mayer]]: Müder Dienstmann am [[Radetzkyplatz]], Wien, um 1905–1914]]&lt;br /&gt;
Im [[Kaisertum Österreich]] fasste die 1859 mittels kaiserlichem Patent in Kraft gesetzte liberale Gewerbeordnung die &amp;#039;&amp;#039;Gewerbe derjenigen, welche an öffentlichen Orten Personen-Transportmittel zu Jedermanns Gebrauche bereit halten, oder ihre Dienste anbieten, wie Platzdiener, Lohnlakaien u.&amp;amp;nbsp;s.&amp;amp;nbsp;f.&amp;#039;&amp;#039;, zu einem [[Reglementierte Gewerbe|konzessionierten Gewerbe]] (&amp;#039;&amp;#039;Platzgewerbe&amp;#039;&amp;#039;) zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|rgb|00|00|1859|00000696|NAME=Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Österreich|Gewerbe-Ordnung. (…) Zweites Hauptstück. (…) 2. Besondere Bestimmungen. (…) b) Bei concessionirten Gewerben. § 16 Z. 4|ZUSATZ=RGBl. 1859/227|ALTSEITE=624.|anno-plus=ja}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese im Volksmund &amp;#039;&amp;#039;Dienstmänner&amp;#039;&amp;#039; (vor 1859: &amp;#039;&amp;#039;Eckensteher&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|iwe|31|08|1902|09|Das Jubiläum der Wiener Stadtträger|ZUSATZ=Nr. 240/1902 (XXXI. Jahrgang)|ALTSEITE=9.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Genannten konnten als eine Art Leiharbeiter auch für viele häusliche Tätigkeiten herangezogen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Botengänge&lt;br /&gt;
* Trägerdienste bis 20 Pfund&lt;br /&gt;
* Stellvertreter für verhinderte Dienstboten wie Portiere, Hausdiener, Kellner usw.&lt;br /&gt;
* Stellung von Führern und Begleitern&lt;br /&gt;
* Versorgung von Aushilfsdiensterschaft&lt;br /&gt;
* „Effectuierung“ sämtlicher häuslichen Dienstverrichtungen&lt;br /&gt;
* Besorgung von Kleidern und Stiefelputzern, Zimmer- und Möbelreinigern, Decken- und Teppichklopfern, Holz- und Wasserträgern&lt;br /&gt;
* Beistellung von Aufsehern bei Verladungen&lt;br /&gt;
* Beistellung von Wächtern&lt;br /&gt;
* Besorgung von Theater- und Konzert-„Billeten“&lt;br /&gt;
[[Datei:JacobFolkmann.png|mini|Jacob Folkmann, der „Begründer des Dienstmannwesens in Österreich“, 1902]]&lt;br /&gt;
Die am 15. Mai 1862 in [[Wien]] gegründeten zwei &amp;#039;&amp;#039;Dienstmann-Institute&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Commissionär&amp;#039;&amp;#039; sowie &amp;#039;&amp;#039;Expreß&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|nak|00|00|1868|763|XXII. Tarife der Wiener Dienstmanns-Institute|ZUSATZ=(IV. Jahrgang)|ALTSEITE=751–755|anno-plus=ja}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden mit 1. Juli des Jahres von dem Arzt [[Jakob Folkmann]] (1819–1902)&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|vtl|02|07|1862|03|NAME=Das Vaterland. Zeitung für die österreichische Monarchie|Wiener Local-Zeitung. (…) Vereinigung (…)|ZUSATZ=Nr. 150/1862 (III. Jahrgang)|ALTSEITE=3 (unpaginiert), Spalte 3 Mitte/unten.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Wiener Stadtträger&amp;#039;&amp;#039; zusammengefasst und an der Adresse [[Wien-Innere Stadt]], [[Liste der Straßennamen von Wien/Innere Stadt#S|Seilergasse]] 4, geleitet. Die Aufgabe dieses &amp;#039;&amp;#039;1. Wiener Dienstmanns-Kommissions-Instituts&amp;#039;&amp;#039; war es, &amp;#039;&amp;#039;zu allen möglichen Dienstverrichtungen Boten, Träger, Führer beizustellen&amp;#039;&amp;#039;. Folkmann erweiterte unter anderem Botendienste ins Postalische, indem er die Dienstmänner mit einem &amp;#039;&amp;#039;leichten Päckchen&amp;#039;&amp;#039; von Schreibrequisiten ausstattete, die es einem Auftraggeber auf der Straße ermöglichten, einige Zeilen zu schreiben, zu [[siegel]]n und das Verfasste durch den Dienstmann zustellen zu lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|vtl|21|05|1862|03|NAME=Das Vaterland. Zeitung für die österreichische Monarchie|Wiener Local-Zeitung. (…) Straßen-Briefe|ZUSATZ=Nr. 117/1862 (III. Jahrgang)|ALTSEITE=3 (unpaginiert), Spalte 3 Mitte.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Institut übernahm für jeden Dienstmann eine Garantie von 50 [[Österreichischer Gulden|Gulden]]. &amp;#039;&amp;#039;Garantiemarken&amp;#039;&amp;#039;, die Auftraggebern unaufgefordert zu überreichen waren, stellten im Zeitraum von 48 Stunden Entschädigungsansprüche gegenüber dem Dienstmann-Institut sicher.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|wkk|00|00|1863|00000112|NAME=Wiener Kommunal-Kalender und Städtisches Jahrbuch|Geschäfts- und Auskunfts-Kalender. (…) XXIV. Wiener Dienstmann-Institute|ZUSATZ=(I. Jahrgang)|ALTSEITE=102.|anno-plus=ja}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Vom [[Magistrat der Stadt Wien|Magistrat]] wurden in der Wiener Innenstadt, den Bezirken innerhalb des [[Linienwall]]s sowie in den Vororten 300 Dienstmänner-Standplätze festgelegt.&amp;lt;ref&amp;gt;Keller: &amp;#039;&amp;#039;Hallo Dienstmann!&amp;#039;&amp;#039;, S. 2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch im Mai 1862 hatte Folkmann für die seinem Institut &amp;#039;&amp;#039;Commissionär&amp;#039;&amp;#039; angehörenden Dienstmänner folgende Uniformierung festgelegt:&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|kfz|19|05|1862|03|NAME=|Vermischte Nachrichten. (…) Dienstmänner-Institut|ZUSATZ=Nr. 114/1862|ALTSEITE=455, unten rechts.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Sommer: brauner Rock mit Brustschild, Leinenhose mit roter [[Paspel|Passepoilierung]], Tuchmütze mit Kopfnummer, lederne Gurttasche mit der Bezeichnung des Standorts,&lt;br /&gt;
* Winter: grauer Lodenrock, graue Hose mit roter Passepoilierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folkmann setzte zur Bewerbung seines Instituts das insbesondere in Wien zugkräftige Mittel der Musik ein: Bereits Ende Juli 1862 ließ er die Kapelle des bekannten Militärkapellmeisters und Komponisten [[Johann Weinlich|Johann „Hans“ Weinlich]] (1833–1897) als Institutskapelle auftreten und die von &amp;#039;&amp;#039;Instituts-Kapellmeister&amp;#039;&amp;#039; Weinlich&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anm.&amp;quot;&amp;gt;Weinlich heiratete 1866 die Sängerin (Sopran) [[Louise Tipka]] (1829–1907) und gründete mit ihr in der Folge in [[Graz]] die &amp;#039;&amp;#039;Gesang- und Opernschule Weinlich-Tipka&amp;#039;&amp;#039;, aus der unter anderem [[Marie Renard]] sowie [[Josef Mödlinger]] (1848–1927) hervorgingen. – Siehe: [https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_W/Weinlich-Tipka_Louise.xml &amp;#039;&amp;#039;Weinlich-Tipka, Louise&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;musiklexikon.ac.at&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 5. November 2015, sowie {{ANNO|gtb|04|09|1897|18|Grazer Tagesbericht. (…) Professor Hans Weinlich †|NAME=Grazer Tagblatt. Organ der Deutschen Volkspartei für die Alpenländer|ZUSATZ=Abend-Ausgabe, Nr. 245/1897 (VII. Jahrgang)|ALTSEITE=2, Mitte rechts.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; komponierte &amp;#039;&amp;#039;Dienstmänner-Polka&amp;#039;&amp;#039; vortragen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|fdb|23|07|1862|11|NAME=Fremden-Blatt|Fremdenführer. (…) Wedl, vormals Neuling, (…) Grosses Annen-Fest (…)|ZUSATZ=Nr. 201/1862 (XVI. Jahrgang)|ALTSEITE=11 (unpaginiert) Mitte.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dienstmänner setzten sich als Symbolfigur des kleinen Mannes überraschend schnell durch. Insbesondere für die aus allen Teilen der Monarchie in die Residenzstadt Wien strömenden Bedürftigen bedeutete diese Tätigkeit sogar einen sozialen Aufstieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1872 wurden als drittes Dienstmann-Institut die &amp;#039;&amp;#039;Stadt-Couriere&amp;#039;&amp;#039; gegründet. Betreiber 1884: [[Jacob Fronz]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|nak|00|00|1884|797|XLVI. Wiener Dienstmanns-Institute|ZUSATZ=(XIX. Jahrgang)|ALTSEITE=771.|anno-plus=ja}}&amp;lt;/ref&amp;gt; (†&amp;amp;nbsp;1902; Alter:75), k.k. Gerichtswundarzt, 1866–76 Wiener Gemeinderat, ab 1870 Inhaber einer privaten Entbindungsklinik in [[Wien-Landstraße]].&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anm.&amp;quot;&amp;gt;Vater von [[Emil Fronz]], [[Oskar Fronz senior]], [[Richard Fronz]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formell trat mit 1. April 1883 statt &amp;#039;&amp;#039;Dienstmann&amp;#039;&amp;#039; die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Platzdiener&amp;#039;&amp;#039; in den Vordergrund.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|lgn|00|00|1883|163|NAME=Landesgesetz- und Verordnungsblatt für das Erzherzogthum Österreich unter der Enns|Kundmachung (…) betreffend die Erlassung eines allgemeinen Lohntarifs für die öffentlichen Platzdiener im Wiener Polizei-Rayon|ZUSATZ=Nö LGBl 1883/43|ALTSEITE=143 ff.|anno-plus=ja}};&amp;lt;br /&amp;gt;{{ANNO|lgn|00|00|1905|99|NAME=Landesgesetz- und Verordnungsblatt für das Erzherzogthum Österreich unter der Enns|Kundmachung (…) betreffend die Erlassung eines Maximaltarifs für die öffentlichen Platzdiener in den Bezirken I bis IX in Wien|ZUSATZ=Nö LGBl 1905/89|ALTSEITE=61 f.|anno-plus=ja}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1899 wurde der &amp;#039;&amp;#039;Verein zur Unterstützung notleidender Dienstmänner&amp;#039;&amp;#039; gegründet, 1901 der &amp;#039;&amp;#039;Fachverein der konzess(ionierten) W(iene)r Dienstmänner (Stadtträger)&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|nak|00|00|1916|1030|Vereine (Versorgungs- und Rent-Anstalten etc.)|ZUSATZ=(IV. Jahrgang)|ALTSEITE=1016, Spalte 3 Mitte.|anno-plus=ja}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 1911 wurde das &amp;#039;&amp;#039;Gewerbe derjenigen, welche an nicht öffentlichen Orten persönliche Dienste (als Boten, Träger, Begleitpersonen und dergleichen) anbieten&amp;#039;&amp;#039;, an eine Konzession gebunden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|rgb|00|00|1911|00000601|NAME=Reichsgesetzblatt für die im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder|Verordnung des Leiters des Handelsministeriums im Einvernehmen mit dem Minister des Inneren vom 14. September 1911, (…)|ZUSATZ=RGBl. 1911/187|ALTSEITE=561.|anno-plus=ja}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den im Platzgewerbe tätigen Juden wurden von den Nazis nach dem [[Anschluss Österreichs|„Anschluss“ Österreichs]] die Gewerbeberechtigungen entzogen. Danach wurden sie in die Konzentrationslager deportiert. Die nichtjüdischen „Dienstmänner“ ließen die Nationalsozialisten, denen das „Straßenvolk“ (Henry Mayhew) jeder Art suspekt war, nach der „Arisierung“ zum Arbeitsdienst oder zur Wehrmacht einrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den etwa 180 Wiener „Dienstmännern“ blieben so nach dem Zweiten Weltkrieg höchstens 17 Mann übrig, die ihre beste Kundschaft zunächst unter den [[Schwarzmarkt|Schleichhändlern]] fanden. Mit der Normalisierung der wirtschaftlichen Verhältnisse verschwand aber dieser Kundenstock. Der letzte Mitte der 1950er Jahre noch aktive Dienstmann war Anton Wuich († 1977; Alter: 60), Neffe des bedeutenden [[Ballistik]]ers [[Feldmarschallleutnant]] [[Nikolaus von Wuich|Nikolaus Freiherrn von Wuich]] (1846–1910). Er arbeitete als Hausdienstmann des Nervenarztes [[Julius Wagner-Jauregg|Wagner-Jauregg]], des Internisten und [[Tuberkulose|TBC]]-Spezialisten [[Wilhelm Neumann (Mediziner, 1877)|Wilhelm Neumann]] (1877–1944) und als Vertrauensperson von [[Irmgard Seefried]], [[Elisabeth Höngen]], [[Johannes Heesters]] sowie [[Theo Lingen]] aus dem Bereich der darstellenden Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Jahren 2017 und 2018 hatten die [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]] am [[Hauptbahnhof Wien]] ein Angebot von – bediensteten – Gepäckträgern getestet, die für 7 € Entgelt bis zu 15 Minuten bis zu 2 Gepäckstücke je 25 kg zwischen Taxi und Zug trugen. Der Service „ÖBB Gepäcktransport zum Zug“ – so die Aufschrift auf den rotorangen Warnwesten der Mitarbeiter – konnte am Vortag bis um 22.00 Uhr telefonisch oder online gebucht oder bei freier Kapazität auch spontan in Anspruch genommen werden. Er wurde eingestellt, da er von den Bahnreisenden nicht in ausreichendem Ausmaß angenommen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://wien.orf.at/news/stories/2863354/ ÖBB: Comeback für den Dienstmann] orf.at, 31. August 2017, abgerufen am 31. August 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://wien.orf.at/v2/news/stories/2902872/ Aus für Kofferträger bei ÖBB] orf.at, 23. März 2018, abgerufen am 16. August 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ebenfalls Dienstmann-Institute gegründet, so 1862 in [[Wismar]]. Dort war, wie in anderen Städten auch, eine vom Rat erteilte Konzession notwendig, um dieses Gewerbe betreiben zu können. Im Wismarer Dienstmann-Institut waren acht Männer tätig, sieben als Dienstmänner auf den Straßen, einer im Büro. Die Dienstmänner trugen Armbinden, die sie als offiziell konzessionierte Mitarbeiter kenntlich machten und mit dem Namen sowie einer Nummer beschriftet waren. Für Kunden gab es eine gedruckte Preisliste, die die üblichen Dienstleistungen aufführte, wobei die Dienstmänner nicht nur für Transportdienstleistungen, sondern auch für Arbeiten in Haus und Hof engagiert werden konnten. Die Dienstmänner mussten gegenüber der Polizei vereidigt werden, damit die Kunden eine gewisse Sicherheit hatten, dass der Dienstmann nicht etwa mit dem ihm anvertrauten Gut verschwand.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wismar.blog/allgemein/kalenderblatt-zum-15-september/ Blog von Detlef Schmidt].&amp;lt;/ref&amp;gt; In Preußen musste ab 1900 eine Deckelmütze mit Aufschrift Dienstmann und Erlaubnisnummer getragen werden, zudem galt ein Werbeverbot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Valentin Ferdinand Gudenus|Valentin Ferdinand von Gudenus]], [[Friedrich Carl von Buri]], Heinrich Wilhelm Anton Buri (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Codex Diplomaticvs. Exhibens Anectoda Ab Anno DCCCLXXXI, Ad MCCC. Mogvntiaca, Ivs Germanicvm, Et S. R. I. Historiam Illvstrantia&amp;#039;&amp;#039;. 5 Bände. Göttingen u.&amp;amp;nbsp;a. 1743–1768.&lt;br /&gt;
* [[Richard Schröder (Jurist)|Richard Schröder]]: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. 6. verbesserte Auflage fortgeführt von [[Eberhard von Künßberg]]. de Gruyter, Berlin u.&amp;amp;nbsp;a. 1922.&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Scherer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hohenfurter Benedictinerregel&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für deutsches Alterthum&amp;#039;&amp;#039; NF 4 = 16, 1872, {{ISSN|1619-6627}}, S. 224–279.&lt;br /&gt;
* [[Fritz Keller (Historiker)|Fritz Keller]]: &amp;#039;&amp;#039;Hallo Dienstmann! Eine sozialhistorische Skizze&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Wiener Geschichtsblätter&amp;#039;&amp;#039;. Heft 4/2007 (LXII. Jahrgang), {{ISSN|0043-5317}}, S. 1–16, [https://books.google.at/books?id=Q6wS93DvcSgC&amp;amp;pg=PA1#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Text in Teilen online].&lt;br /&gt;
* Fritz Keller: &amp;#039;&amp;#039;Ignaz Israel Pokart – der letzte jüdische Dienstmann&amp;#039;&amp;#039;. In: Verena Pawlowsky, Harald Wendelin (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Raub und Rückgabe&amp;#039;&amp;#039;. Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Arisierte Wirtschaft&amp;#039;&amp;#039;. Mandelbaum-Verlag, Wien 2005, ISBN 3-85476-161-9, S. 85–88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Das Dienstmann-Institut|Das Dienstmann-Institut, Zeitschriftenartikel (1863)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;Anm.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4477597-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dienstleistungsberuf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Titel (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verwaltung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Wiens]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Mepherl</name></author>
	</entry>
</feed>