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	<title>Dieksanderkoog - Versionsgeschichte</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Positionskarte&lt;br /&gt;
 |Deutschland Schleswig-Holstein&lt;br /&gt;
 |label=Dieksanderkoog&lt;br /&gt;
 |maptype=relief&lt;br /&gt;
 |lat=53/58//N&lt;br /&gt;
 |long=8/55//E&lt;br /&gt;
 |region=DE-SH&lt;br /&gt;
 |position=top&lt;br /&gt;
 |width=220&lt;br /&gt;
 |float=right&lt;br /&gt;
 |caption=Lage des Dieksanderkoogs in Schleswig-Holstein&lt;br /&gt;
 }}&lt;br /&gt;
[[Datei:Schlafdeich im Dieksanderkoog.jpg|mini|Durch Vordeichung des Dieksanderkoogs entstandener Schlafdeich (2020)]] &lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dieksanderkoog&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein etwa 1330 Hektar großer, in den Jahren 1933/1934 eingedeichter und zur Gemeinde [[Friedrichskoog]] gehörender [[Koog]] im südwestlichen [[Kreis Dithmarschen]], [[Schleswig-Holstein]]. Er wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt und in seinem nördlichen Bereich durch den im Jahr 2015 stillgelegten [[Friedrichskoog#Hafen|Hafen Friedrichskoog]] in zwei Abschnitte geteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Eindeichung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Friedrichskoog (Dithmarschen), Krabbenkutter im Hafen Friedrichskoog (2014).jpg|mini|Ehemaliger Hafen mit Krabbenkuttern (2014)]]&lt;br /&gt;
Der Koog erstreckt sich über einen rund neun Kilometer langen Streifen vor [[Friedrichskoog]], [[Kronprinzenkoog]] und [[Kaiser-Wilhelm-Koog]]. Durch im Bereich der Elbmündung typische Verschlickungen,&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Wieland: [https://henry.baw.de/handle/20.500.11970/101207 &amp;#039;&amp;#039;Untersuchung über geomorphologische Veränderungen in der Dithmarscher Bucht&amp;#039;&amp;#039;], in: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Küste]]&amp;#039;&amp;#039;, (Heft 40, 1984), S. 107–138, abgerufen am 8. August 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Sedimentation]]&amp;lt;ref&amp;gt;Petra Witez: [https://izw.baw.de/publikationen/kfki-projekte-berichte/0/057_2_1_e34637.pdf &amp;#039;&amp;#039;Programme zur langfristigen Erhaltung des Wattenmeeres – ProWatt –&amp;#039;&amp;#039;], Abschlußbericht zum Forschungsvorhaben MTK 0608 (03 KIS 3160), Hrsg.: Landesamt für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein, Juni 2002, abgerufen am 8. August 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie gezielte [[Landgewinnung]]saktivitäten mit [[Lahnung]]en und Grüppen hatten sich im [[Vorland|Deichvorland]] [[Salzwiese]]n gebildet. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurden diese nach dem Bau von [[Winterdeich und Sommerdeich|Sommerdeichen]] intensiv als [[Weide (Grünland)|Weide]] genutzt. Mit einer Höhe von 50 Zentimetern über dem mittleren Hochwasser galten die Flächen zu Beginn der [[Weimarer Republik]] als deichreif; aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Situation fehlten jedoch die dafür erforderlichen finanziellen Mittel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brodersen&amp;quot;&amp;gt;Richard Brodersen: [https://izw.baw.de/publikationen/die-kueste/0/Seiten%20aus%20k009_1961-richard_brodersen.pdf &amp;#039;&amp;#039;Der Marschenverband Schleswig-Holstein e. V. und sein Wirken für die Besiedlung und Baugestaltung in den neuen Kögen&amp;#039;&amp;#039;] in: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Küste]]&amp;#039;&amp;#039;, (Heft 9, 1961), S. 83 ff., abgerufen am 9. Januar 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Machtergreifung]] der [[Nationalsozialisten]] erfolgte die Vor- bzw. [[Eindeichung]] als Auftakt zur Realisierung des &amp;#039;&amp;#039;Generalplans für die Landgewinnung Schleswig-Holstein&amp;#039;&amp;#039;. Im Rahmen einer [[Arbeitsbeschaffungsmaßnahme]] führten bis zu 1700 Arbeitslose – überwiegend aus Hamburg und Kiel – die Arbeiten unter bewusstem Verzicht auf Großgeräte hauptsächlich in Handarbeit mit dem Kleispaten aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dieksand&amp;quot;&amp;gt;Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (Hrsg.): [https://www.geschichte-s-h.de/adolf-hitler-koog/ &amp;#039;&amp;#039;Adolf-Hitler-Koog&amp;#039;&amp;#039;], abgerufen am 22. November 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon unabhängig sicherte die Vordeichung das angewachsene Vorland gegen Verluste durch Sturm, Fluten und die Verlagerung von [[Wattstrom|Wattströmen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Röhrs: [https://hdl.handle.net/20.500.11970/100523 &amp;#039;&amp;#039;Der Dammbau zur Sicherung des Seedeiches an der Friedrichskoogspitze in Süderdithmarschen&amp;#039;&amp;#039;; in: Westküste, Jg. 1 (1938), Heft 2, S. 1–15], abgerufen am 13.&amp;amp;nbsp;November 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig verkürzte sie die bestehende Deichlinie und verbesserte damit den [[Küstenschutz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht zuletzt konnte mit der Eindeichung der bereits seit 1855 bestehende [[Friedrichskoog#Hafen|Friedrichskooger Sielhafen]] in einen sturmflutsicheren Dockhafen umgewandelt und so der Ausbau der dortigen [[Friedrichskoog#Krabbenfischerei|Krabbenfischerei]] gefördert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besiedlung und Gebäude ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Einzelhof mit nachträglichen Erweiterungen im Dieksanderkoog, Gemeinde Friedrichskoog.jpg|mini|Im Jahr 1934 errichteter Einzelhof mit späteren Erweiterungen (2020)]]&lt;br /&gt;
Nachdem die gut neun Kilometer lange Deichlinie geschlossen und das [[Entwässerung]]ssystem des Koogs hergestellt war, begannen im Jahr 1934 Besiedlung und Urbarmachung des Koogs. Unter Beteiligung der zunächst nur notdürftig vor Ort untergebrachten Siedler wurden 68 Hofstellen und 29 sonstige Wohn- und Gewerbegebäude errichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dieksand&amp;quot; /&amp;gt; Alle Gebäude waren aus Kostengründen nur funktional ausgestattet, aber prinzipiell erweiterungsfähig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brodersen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die damalige Zeit noch relativ ungewöhnlich, erfolgte die Besiedlung bis zur fertigen Bebauung nach einer zentralen [[Bauleitplanung]]. Dieser &amp;#039;&amp;#039;[[Masterplan (Stadtplanung)|Masterplan]]&amp;#039;&amp;#039; orientierte sich an dem für die [[Marsch]] typischen Grundgedanken einer [[Streusiedlung]], bei der die auseinanderliegenden [[Gehöft]]e jeweils Mittelpunkt der zugehörigen landwirtschaftlichen Flächen sind. Baulich sah er &amp;#039;&amp;#039;normale Bauernhöfe&amp;#039;&amp;#039; mit 15 bis 30 Hektar Landfläche, &amp;#039;&amp;#039;Kleinbauernhöfe&amp;#039;&amp;#039; mit acht bis 15 Hektar sowie &amp;#039;&amp;#039;Siedlungshäuser für Arbeiter und Gewerbetreibende&amp;#039;&amp;#039; mit zwei bis vier Hektar Landzulage vor. Direkt am Hafen sollte eine Siedlung für [[Berufsfischer|Fischer]] und [[Wasserbauer]] entstehen, die jedoch erst nach 1945 bezogen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brodersen&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grundriss der normalen Höfe orientierte sich an dem in den Nachbarkögen bereits zuvor eingeführten &amp;#039;&amp;#039;ostfriesischen Langhaus&amp;#039;&amp;#039; bzw. [[Gulfhaus]]. Vorbild für die kleineren Hofstellen war das &amp;#039;&amp;#039;Dithmarscher Dweerhus&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brodersen&amp;quot; /&amp;gt; Die Entwürfe stammen vom [[Architekt]]en [[Ernst Prinz]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Danker&amp;quot;&amp;gt;Uwe Danker: [https://www.beirat-fuer-geschichte.de/fileadmin/pdf/band_30/Demokratische_Geschichte_Band_30_Essay_10.pdf &amp;#039;&amp;#039;Die Ausstellung des Historischen Lernorts Neulandhalle im Dieksanderkoog&amp;#039;&amp;#039;]; in: Demokratische Geschichte, Bd. 30 (2019), S. 305–383; abgerufen: 15. Januar 2021&amp;lt;/ref&amp;gt; der seit Beginn des 20. Jahrhunderts ein bedeutender Vertreter der &amp;#039;&amp;#039;[[Heimatschutzarchitektur]]&amp;#039;&amp;#039; in [[Schleswig-Holstein]] war. Dem Wunsch einzelner Siedler, die Architektur der 1926 im [[Nordfriesland|nordfriesischen]] [[Sönke-Nissen-Koog]] ebenfalls im Stil der Heimatschutzarchitektur vom Kieler Architekten Heinrich Stav geplanten Gehöfte zu übernehmen, wurde nicht entsprochen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dieksand&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Versorgung des langgestreckten Koogs entstanden an der von Südost nach Nordwest verlaufenden &amp;#039;&amp;#039;Hauptstraße&amp;#039;&amp;#039; zwei Ortszentren jeweils mit Gewerbe, Einzelhandel, Gastwirtschaft und Schule. Gegen teilweisen Widerstand der Siedler wurden alle Gebäude noch in der Bauphase an eine zentrale Wasserversorgung mit Zuleitung aus der [[Geest]] angeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brodersen&amp;quot; /&amp;gt; In den Folgejahren erfolgte auch der Anschluss an das [[Stromnetz]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dieksand&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Siedler hatte der Kreisbauernführer des damaligen Kreises Süderdithmarschen im Auftrag des [[Reichsnährstand|Reichsbauernführers]]  nach politischen Gesichtspunkten ausgewählt. Bevorzugt wurden frühzeitige Mitglieder von [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]], [[Sturmabteilung|SA]] und [[Schutzstaffel|SS]] aus [[Dithmarschen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dieksand&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Lars Amenda: &amp;#039;&amp;#039;Die Einweihung des „Adolf-Hitler-Koogs“ am 29. August 1935 – Landgewinnung und Propaganda im Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Dithmarscher Landeszeitung.&amp;#039;&amp;#039; 29. August 2005. ([https://www.akens.org/akens/texte/info/45/amenda_koog.html online] auf der Webseite des Arbeitskreises zur Erforschung der Geschichte des Nationalsozialismus)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Groth: &amp;#039;&amp;#039;Der Aufbau des Adolf-Hitler-Kooges – Ein Beispiel nationalsozialistischen ländlichen Siedlungsbaus.&amp;#039;&amp;#039; In Erich Hoffmann, Peter Wulf (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wir bauen das Reich. Aufstieg und erste Herrschaftsjahre des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein&amp;#039;&amp;#039;. Wachholtz, Neumünster 1983, ISBN 3-529-02181-4. S. 317f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 29. August 1935 erfolgte die Einweihung des Koogs als &amp;#039;&amp;#039;Adolf-Hitler-Koog&amp;#039;&amp;#039;; den Namen hatte die [[NSDAP-Ortsgruppe]] [[Friedrichskoog]] im April 1933 vorgeschlagen.&amp;lt;ref&amp;gt;S. Lars Amenda: &amp;#039;&amp;#039;„&amp;lt;!--doppelte Anführungszeichen sind hier OK--&amp;gt;Volk ohne Raum schafft Raum“. Rassenpolitik und Propaganda im nationalsozialistischen Landgewinnungsprojekt an der schleswig-holsteinischen Westküste&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; 45 (2005), S. 10.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Neulandhalle}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Neulandhalle Dieksanderkoog.jpg|mini|Im Jahr 1936 fertiggestellte und 2019 rekonstruierte Neulandhalle (2020)]]&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Einweihung wurde auch der Grundstein für die vom [[Kiel]]er [[Architekt]]en [[Richard Brodersen (Architekt)|Richard Brodersen]] entworfene [[Neulandhalle]] gelegt. Das im Jahr 1936 fertiggestellte, auf einer [[Warft]] im südwestlichen Teil des Koogs und damit dezentral gelegene Gebäude war primär staatlicher Repräsentationsbau und Schulungsstätte für den Deichbau an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Daneben stand es für Feiern der Einwohner des Koogs sowie als [[Jugendherberge]] zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Danker&amp;quot;/&amp;gt; Im Jahr 1971 erwarb die evangelische Kirche das Gebäude, welches sie nach Umbauten über etwa 40 Jahre als Jugendfreizeitstätte nutzte. Seit dem Jahr 2019 ist die Neulandhalle gemeinsam mit einer freizugänglichen Außenausstellung &amp;#039;&amp;#039;Historischer Lernort&amp;#039;&amp;#039;, der im örtlichen Kontext erstmals die [[Ideologie|ideologischen]] Schlüsselbegriffe [[Volksgemeinschaft]] und [[Lebensraum-Politik|Lebensraum]] thematisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Danker&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Claudia Bade: [https://www.hsozkult.de/exhibitionreview/id/rezausstellungen-349 &amp;#039;&amp;#039;Historischer Lernort Neulandhalle (8. Mai 2019)&amp;#039;&amp;#039;], abgerufen am 30. Januar 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;NDR: [https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Neuer-Lernort-in-Hitlers-Muster-Koog-eroeffnet-,neulandhalle138.html &amp;#039;&amp;#039;Neuer Lernort in Hitlers Muster-Koog eröffnet (8. Mai 2019)&amp;#039;&amp;#039;], abgerufen am 10. Januar 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lernort-neulandhalle.de/ &amp;#039;&amp;#039;Website „Historischer Lernort Neulandhalle“&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;VHS Dithmarschen [https://www.vhs-dithmarschen.de/neulandhalle/ &amp;#039;&amp;#039;Der Historische Lernort Neulandhalle&amp;#039;&amp;#039;], abgerufen am 26. Januar 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Propaganda ===&lt;br /&gt;
Obwohl der Dieksanderkoog maximal 400 Einwohner&amp;lt;ref name=&amp;quot;Danker&amp;quot; /&amp;gt; hatte, wurde die Eindeichung des &amp;#039;&amp;#039;dem Meer abgerungenen Landes&amp;#039;&amp;#039; sowie die &amp;#039;&amp;#039;friedliche Gewinnung von neuem Lebensraum&amp;#039;&amp;#039; von der [[Nationalsozialistische Propaganda|nationalsozialistischen Propaganda]] im großen Stil ausgeschlachtet und überhöht. Mit der Einweihung des Koogs durch [[Adolf Hitler]] wurden sie als Auftakt zur Realisation des vom [[Gauleiter]] und [[Oberpräsident]]en der [[Provinz Schleswig-Holstein]] in Preußen [[Hinrich Lohse]] präsentierten &amp;#039;&amp;#039;Generalplans für die Landgewinnung Schleswig-Holstein&amp;#039;&amp;#039; stilisiert; danach sollten binnen eines Jahrhunderts an der [[Nordsee]] insgesamt 43 neue Köge mit einer Fläche von 30.000 Hektar als Lebensraum für 10.000 Menschen eingedeicht werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Maxwill&amp;quot;&amp;gt;Peter Maxwill: [https://www.spiegel.de/geschichte/landgewinnung-an-der-nordsee-hitlers-deiche-a-951266.html &amp;#039;&amp;#039;Hitlers Kampf gegen das Meer&amp;#039;&amp;#039;] in: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Spiegel]]&amp;#039;&amp;#039;, 21. Oktober 2013, abgerufen am 9. Januar 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechend öffentlichkeitswirksam wurde die Neulandhalle am 30. August 1936 auch eingeweiht. Im Beisein zahlreicher Abordnungen und Ehrengäste interpretiert [[Reichswirtschaftsministerium|Reichswirtschaftsminister]] [[Hjalmar Schacht]] das Gebäude dabei als &amp;#039;&amp;#039;Wacht deutscher Sitte&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Sinnbild neuentstanden Kampfeswillens&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Website&amp;quot;&amp;gt;Ev.-Luth. Kirchenkreis Dithmarschen (Hrsg.): [https://lernort-neulandhalle.de/ausstellung-gemeinschaft-f26-rs/ &amp;#039;&amp;#039;Website Historischer Lernort Neulandhalle&amp;#039;&amp;#039;], abgerufen am 7. Februar 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] brachten täglich bis zu 40 Busse und Autos Staatsgäste und andere Besucher in den Koog; da die unbefestigten Straßen dieser Belastung nicht standhielten, wurden sie unter Kostenbeteiligung des [[Reichspropagandaministerium]]s asphaltiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dieksand&amp;quot; /&amp;gt; Filme wie &amp;#039;&amp;#039;Trutz blanke Hans&amp;#039;&amp;#039; (1935) und &amp;#039;&amp;#039;Neuland am Meer&amp;#039;&amp;#039; (1938) sowie Radioübertragungen von verschiedenen Orten der Westküste machten &amp;#039;&amp;#039;[[Landgewinnung]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Adolf-Hitler-Koog&amp;#039;&amp;#039; im ganzen Reich bekannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Maxwill&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Propaganda sollte einerseits verdeutlichen, dass sich die NSDAP um die Verbesserung der Situation von Bauern kümmert. International sollte sie zudem über die laufenden Kriegsvorbereitungen der Nationalsozialisten hinwegtäuschen.&amp;lt;ref&amp;gt;Frank Trende: &amp;#039;&amp;#039;Neuland! war das Zauberwort. Neue Deiche in Hitlers Namen.&amp;#039;&amp;#039; Boyens Buchverlag, Heide 2011, ISBN 978-3-8042-1340-1, S. 190.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich entstanden in den Jahren 1933 bis 1938 an der Westküste Schleswig-Holsteins zehn neue Köge mit einer Gesamtfläche von 5600 Hektar; danach wurde die Eindeichung aufgegeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brodersen&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Maxwill&amp;quot; /&amp;gt; Teile des Generalplans wie die Anbindung der Insel [[Trischen]] mit einem [[Trischendamm|Damm]] an das Festland erwiesen sich aufgrund der Dynamik des [[Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer|Wattenmeers]] bereits Mitte der 1930er Jahre als unrealistisch.&amp;lt;ref&amp;gt;Johann M. Lorenzen: [https://izw.baw.de/die-kueste/0/k008104.pdf 25 Jahre Forschung im Dienst des Küstenschutzes, S. 10 f. in: Die Küste, 8 (1960), S. 7–28], abgerufen am 25. Januar 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeindebildung ===&lt;br /&gt;
Aus unbewohnten Teilen der Gemeinden [[Friedrichskoog]], [[Kronprinzenkoog]] und [[Kaiser-Wilhelm-Koog]] sowie aus katastermäßig noch nicht erfassten Teilen des in den Jahren von 1933 bis 1934 eingedeichten Kooges wurde am 1. November 1935 die Gemeinde &amp;#039;&amp;#039;Adolf-Hitler-Koog&amp;#039;&amp;#039; gebildet. In diese wurde die seit dem Jahr 1854 bestehende, größere Gemeinde Friedrichskoog mit &amp;#039;&amp;#039;Friedrichskoog&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Kaiserin-Auguste-Viktoria-Koog&amp;#039;&amp;#039; am 1. April 1939 eingegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Friedrichskoog}}&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurden Koog und Gemeinde am 25. August 1945 in &amp;#039;&amp;#039;Dieksanderkoog&amp;#039;&amp;#039; umbenannt; der Name leitet sich von der ehemaligen [[Hallig]] [[Dieksand]] ab, die gemeinsam mit kleineren Quellerinseln in den &amp;#039;&amp;#039;Friedrichskoog&amp;#039;&amp;#039; eingedeicht worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während für den Koog dieser Name unverändert gilt, erhielt die Gemeinde am 1. April 1948 den historischen und bis heute gültigen Namen &amp;#039;&amp;#039;Friedrichskoog&amp;#039;&amp;#039; zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Herausgeber=Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein |Titel=Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867 – 1970 |Jahr=1972 |Verlag=Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein |Ort=Kiel |Seiten=44}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nördliche Teil des Dieksanderkoogs bildet mit dem im Friedrichskoog befindlichen Siedlungskern „Friedrichskoog-Ort“ inzwischen eine über die alte Deichlinie zusammengewachsene Einheit; dabei befinden sich im Dieksanderkoog unter anderem Kindergarten „Wirbelwind“, Grundschule „Marschenschool“ und das [[Friedrichskoog#Ortsentwicklung Hafen|Entwicklungsgebiet des ehemaligen Hafens]] der Gemeinde mit der angrenzenden [[Seehundstation Friedrichskoog|Seehundstation]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sachliteratur ==&lt;br /&gt;
* Lars Amenda: &amp;#039;&amp;#039;„&amp;lt;!--doppelte Anführungszeichen sind hier OK--&amp;gt;Volk ohne Raum schafft Raum“. Rassenpolitik und Propaganda im nationalsozialistischen Landgewinnungsprojekt an der schleswig-holsteinischen Westküste&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte]].&amp;#039;&amp;#039; 45 (2005), S. 4–31. [http://www.akens.org/akens/texte/info/45/45_004.pdf (online auf: &amp;#039;&amp;#039;akens.org&amp;#039;&amp;#039;, PDF; 228&amp;amp;nbsp;kB)]&lt;br /&gt;
* Klaus Groth: &amp;#039;&amp;#039;Der Aufbau des Adolf-Hitler-Koogs – Ein Beispiel nationalsozialistischen Siedlungsbaues&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Erich Hoffmann (Historiker)|Erich Hoffmann]], [[Peter Wulf (Historiker)|Peter Wulf]]  (Hrsg.): „&amp;#039;&amp;#039;Wir bauen das Reich“. Aufstieg und erste Herrschaftsjahre des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein&amp;#039;&amp;#039;. Wachholtz, Neumünster 1983, ISBN 3-529-02181-4, S. 309–332.&lt;br /&gt;
* Frank Trende: &amp;#039;&amp;#039;Neuland! war das Zauberwort. Neue Deiche in Hitlers Namen.&amp;#039;&amp;#039; Boyens Buchverlag, Heide 2011, ISBN 978-3-8042-1340-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belletristik ==&lt;br /&gt;
* Thies Thiessen: &amp;#039;&amp;#039;Die Glocke: Das alte Lied.&amp;#039;&amp;#039; E-Book. CulturBooks, 2014, ISBN 978-3-944818-33-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=53/58//N |EW=8/55//E |type=city |region=DE-SH}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Kreis Dithmarschen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Friedrichskoog]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Koog im Kreis Dithmarschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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